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Newsticker rund um die fossile Transformation

Das Manager-Magazin fragt, ob die fetten Jahre vorbei sind. Und meint damit, die fetten Jahre der Automobilindustrie. Peak Car, der Höhepunkt der Verkaufszahlen von Automobilen sei auch in den USA überschritten, und dies will was bedeuten. Joschka Fischer, der mal bei Opel seine Kollegen zur Revolution aufrief und daraufhin fristlos entlassen wurde und später Außenminister des Exportweltmeisters war, wirbt derzeit für BMW - genauer: für den Elektro-i3 des Bayrischen Konzerns. Nicht alle seine Parteifreunde finden das witzig.

Wird Erdöl bald billiger werden? fragt die NZZ mit Verweis auf die Entspannungspolitik mit dem Iran. Venezuelas Ölminister Rafael Ramirez antwortet: Bitte nicht. Die OPEC sei schließlich ein Kartell und müsse zwecks Preisstabilität die Ölmengen stabilisieren. Wenn also mehr iranisches Öl auf den Markt kommt, mögen doch bitte andere Kartell-Mitglieder ihren Output drosseln.

Der OPEC-Generalsekretär Abdallah Salem El-Badri wirft einen Blick in die Fracking-Entwicklung in den USA und meint, "an vielen Bohrorten gehen die Förderraten schon jetzt stark zurück, mitunter um 60 Prozent binnen eines Jahres". Der Schiefergasboom nähere sich somit seinem Ende. Der World Oil Outlook, den die OPEC am 7. November veröffentlichte, hat bei weitem nicht jene Aufmerksamkeit erhalten, wie der World Energy Outlook der IEA. In ihrem "upside supply scenario" sieht der OPEC-Bericht den Höhepunkt in der US-Fracking-Ölförderung im Jahr 2020 mit dezentem folgenden Förderrückgang, in ihrem Referenz-Szenario kommt der Tight-Oil-Peak 2017:

opec-woo2013-fracking-usa

(Sollte jemand Interesse verspüren, sich den WOO der Opec mal vorzunehmen um Wichtiges für diese Webseite herauszukristallisieren, nur zu...)

In Norddeutschland wächst währenddessen die Sorge vor Fracking-Aktivitäten, weil Hamburg eine Aufsuchungs-Erlaubnis erteilt hat. Das Deutschlandradio Kultur berichtet von "Angst vor Probebohrungen". Der neue Papst schlug sich bei einem Südamerika-Besuch auf die Seiten der Fracking-Gegner. Nicht nur mit warmen Worten, sondern in einem Kampagnen-T-Shirt - so zumindest berichtet Blickpunkt Lateinamerika.

Dass der Papst kritisch mit Bergbau-Fragen umgeht, sorgt im katholisch regierten Sachsen keineswegs für ein Umdenken in der Braunkohle-Frage. Inzwischen gab es drei Sprengungen von Briefkästen von Tagebau-Kritikern und andere Seltsamkeiten, die den Rahmen demokratischer Auseinandersetzung überschritten haben. Vattenfall dagegen positioniert sich in aktuellen Werbeanzeigen als Mäzen der Region. Nur schade, dass die Anzeigen nicht sagen, dass die abgebildeten Menschen alle direkt oder indirekt bei Vattenfall beschäftigt sind. Der Klima-Lügendetektor wundert sich zudem, wieso Azubis für die Zukunft der Kohle werben, obwohl heutige Kohle-Azubis definitiv nicht ihr ganzes Arbeitsleben in diesem Geschäft verbringen werden. Zukunft?

Die westliche Entspannungspolitik mit dem Iran läßt DIE ZEIT befürchten, dass die Konflikte sich verlagern. Iran und Saudi Arabien sind sich trotz gemeinsamer Mitgliedschaft im OPEC-Kartell spinnefeind. Europa könnte Schlichter spielen. Europa könnte aber auch aus anderen Gründen in einen Konflikt einbezogen werden: In den Konflikt der Ukraine, ob das Land sich nun eher der EU im Westen oder Russland im Osten zuwenden soll. Die Politik entschied jüngst für letzteres, hunderttausend (vor allem im westlichen Teil des Landes) gehen auf die Straße und sehen das anders. Das erinnert an den Gasstreit Russlands mit der Ukraine, der seit 2005 immer mal dazu führte, dass Gazprom dem Land den Gashahn abdrehte. Ganz Europa war davon betroffen, weil durch die Ukraine eine wichtige Versorgungspipeline von Russland in die EU läuft. Ist es auszuschließen, dass Gazprom in diesem Winter erneut die Hähne zudreht?

DIE ZEIT hat ein aufschlussreiches Interview mit dem Gazprom-Vize Alexander Medwedew geführt. Aufschlussreich nicht deshalb, weil das Interview vor Inhalten strotzt. Sondern eher, weil es das gerade nicht tut. Es geht - ganz banal - um Sportsponsoring. Die wichtigen Sachen halt...

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29 Kommentare to “Newsticker rund um die fossile Transformation”

  1. Florian Hoppe sagt:

    Hier übrigens noch von mir eine kleine Ergänzung von mir zu der Situation auf der britischen Insel. Ein Kommentar bei Peakoil Barrel über Lord Browne hat mich hier Tante Google konsultieren lassen.

    http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/revealed-fracking-industry-bosses-at-heart-of-coalition-8707589.html

    Das erklärt doch einige Entwicklungen der letzten Jahre.

  2. eliso sagt:

    „Der Schiefergasboom nähere sich somit seinem Ende“ und nicht zuerst der Schieferölboom ?

  3. Michael Egloff sagt:

    Wenn man bedenkt, dass nur noch Eagle Ford deutlich steigende Mengen liefert und alle anderen Shales laut EIA-Statistik in den letzten Monaten bereits stagnierten, so scheint mir eine Fördermenge zwischen 3 und 5 mb/d für das Jahr 2035 völlig unrealistisch zu sein.

    Auch der Peak zwischen 5 und 6 mb/d dürfte kaum zu erreichen sein. Aber der Wert für 2035 ist noch illusorischer.

  4. Frank Bell sagt:

    „Und meint damit, die fetten Jahre der Automobilindustrie. Peak Car, der Höhepunkt der Verkaufszahlen von Automobilen sei auch in den USA überschritten, und dies will was bedeuten.“

    FALSCH!!!

    BMW und Daimler haben die Werksferien VERKÜRZT.

    Warum wohl? Weil eine RIESIGE Nachfrage besteht.

    Und der chinesiche Markt wird für Jahrzehnte einen Kaufrausch erleben, die sind gerade erst am Anfang. Dieses „peak car“ glaube ich vorne und hinten nicht.

    (P.S. Dieses ganze Krisengerede wirkt doch wirklich komisch. Die Industrie boomt, Gold als sicherer Hafen wird immer billiger und im Bekanntenkreis gelte ich als verrückter Pessimist. Manchmal muss man seine Position kritisch hinterfragen.)

    • Michael Egloff sagt:

      Das ist allerdings richtig, Frank Bell,
      ich habe mich in meinem Leben so oft geirrt, dass ich das Gedächtnis einer Eintagsfliege haben müsste, um nicht meinen Prognosen stets mit einer guten Portion Skepsis zu begegnen.
      Insbesondere bei zeitlichen Festlegungen kann man ganz schnell aufs Glatteis geraten.
      Peak Car ist definitiv nicht erreicht. Für nächstes Jahr sind erstmals 73 Millionen PKWs avisiert – und ich denke, das ist nicht unrealistisch. Jedenfalls wenn der zu einem Zeitpunkt x anstehende globale Finanzmarktcrash nicht doch schon 2014 Kleinholz aus der Fonds-, Versicherungs- und Bankenlandschaft machen sollte. Was ich so schnell nicht vermute.

      Das Problem ist allerdings: sollte der Aufstieg der Schwellenländer – der jedem ihrer Bürger von Herzen zu gönnen ist – so weitergehen für weitere etliche Jahre, dann wird andererseits auch die Fallhöhe der Weltwirtschaft immer höher. Es sei denn, man folgt dem Traum, eine aufwärts gerichtete Entwicklung, ihrem Wesen nach zudem exponentiell, könnte ewig weitergehen.

      Und so oft ich mich auch geirrt haben mag – eine Gewissheit ist mir geblieben: die Gesetze der Mathematik und der Physik lassen sich in einem prinzipiell geschlossenen planetaren System (von der solaren Energiestrahlung abgesehen) nicht auf Dauer aushebeln.
      Oder um es frei nach Otto zu formulieren: je länger und kräftiger das Huiii, desto kurzer das Sssst und desto eher das Bummm.
      Oder wie mein altersweiser Opa so schön sagte: was hoch steigt, kann auch tief fallen.

    • Norbert Rost sagt:

      @Frank Bell: Die Krise schwelt unter der schönen Oberfläche. Bald werden die ersten Eiterblasen sichtbar werden.

      Peak Car ist in den westlichen Industrienationen erreicht. In Thüringen wurden 2009 und 2010 noch über 5000 PKW jährlich verkauft. 2012 waren es knapp über 1000. Das sind so wenige, dass die Mehrheit der verkauften Wagen keine Öl-PKW mehr waren, sondern Gas- und Elektrofahrzeuge.

      Die Verkaufsrückgänge in Europa, die Stagnation in den USA und der Boom in Asien wird für eine Verschiebung der Industrie sorgen: Näher an den Absatzmarkt. Bin gespannt, wohin diese Tendenz einige auf Autos zentrierte Regionen in Mitteleuropa führt.

    • Ert sagt:

      @Frank

      „Und der chinesiche Markt wird für Jahrzehnte einen Kaufrausch erleben, die sind gerade erst am Anfang“

      Glaubst Du wirklich das das ganze noch Jahrzehnte so weiter gehen wird oder kann?

      • Frank Bell sagt:

        Hallo Ert,

        was China angeht: Ja!

        Die haben Geld ohne Ende – natürlich nicht jeder einzelne, Wanderarbeiter schon gar nicht, aber eine gewisse, recht grosse Schicht schon – und das wollen die ausgeben für LUXUS.

        Teure Kleidung, teure Autos, teuer, teurer. Man muss sich nur einmal die Shopping Malls dort anschauen.

        Die haben gegenüber dem Westen und der USA einen riesigen Nachholbedarf. Und was Autos angeht, so werden die nicht anders verfahren als wir.

        Eventuell inszeniert man einen erneuten (kurzen) Crash wie 2008, um ihn anschliessend mit Geld zu befeuern. Bislang gibt es ja keinerlei Inflation, lediglich die Börsenkurse steigen.

        Somit hat die Fed noch viel Spielraum, die Geldmenge M1-M3 auszuweiten.

        (Bezüglich Autos sollte man festhalten, dass der Verkehr in Deutschland ebenfalls MASSIV zugenommen hat. Ein Vergleich mit dem Verkehr vor 10 Jahren zeigt es sehr, sehr deutlich.)

        • Tom Schülke sagt:

          Das kann ich mir nur sehr schwehr vorstellen. Soweit ich weis ist Chinas Wachstum vorrangig auch an den Ausbau Elektrischer Energie gekoppelt , und die wiederum hängt vorrangig an der Verfügbarkeit handelbaherer Kohle.

          Soweit ich mich erinnere Verbraucht china derzeit ca. 50% der eeltweit gehandelten Kohle. Wollen die mit ihrem derzeitgen Wachstum von Ca. 7% weitermachen, würde dieses System in bereits 10 Jahren an Grenzen stoßen, da sie dann die gesamte frei handelbare Kohle benötigen würden. Sicher können Sie und werden Sie EE forcieren. Und das wahrscheinlich mit der Vehemenz, die totalitäre Regime eben im Unterschied zu Demokratischen eigen ist.

          Aber selbst Dann bedeutet ein Engpass in der Stromversorgung, Landesweite wirtschaftliche Schwierigkeiten, die sicherlich dem Wachstum des Privatvermögens ind der Breite einen Riegel vorschieben wird.

          Dann gilt auch dort ohne Moos nix los und die Autoverkaufszahlen werden stagnieren.

          So oder So. mehr als 15 Jahre halte ich auch in China für ilosorisch.

          gruß Tom

  5. windstill sagt:

    hallo Frank,

    Irrungen jeglicher Art und Weise sind wohl menschlich. Insbesondere in Zeitabläufen und Wirkungen von komplexen Systemen. Da reihe ich mich ein. Meine Prognose war vor gut zwei Jahren gestellt, bis 2012-2013 ist das Thema Neuordnung der Systeme zu 95 % durch, bis 2020 zu 100 %. Nun dauert das halt seine Zeiteinheit länger. Doch vermeidbar ist es nicht. Dies alleine schon wenn man sich nur einmal intensiv und von Grund auf mit dem Thema Geldsystem beschäftigt. Aber die Grundlage – Energie steht nach wie vor vorne dran. Darum wird im Thema Energie und dessen Ausbeutung und Macherhalt global seit vielen Generationen am meisten Blut vergossen. Am meisten Leben „geopfert“ und 95 % der Menschen global schauen weg und lassen die Geostrategen machen.

    „Der furchteinflössende winzige Punkt“

    http://www.youtube.com/watch?v=CriGJhBJBpc&feature=youtu.be

    Die Faktoren Energie und Geldsystem, gesteuert über Mensch in Politik und Wirtschaft – somit in Interessengruppen sind ein hochkomplexes System in der Mikroebene. Verlässt man diese jedoch und geht Richtung Ursachenforschung wird es zumeist relativ gesehen einfach.

    Energie und Geldsystem sind untrennbar vom Menschen gemacht miteinander verbunden. Energie ist der Motor, das Geldsystem das Benzin. Nur die VWL und BWL sowie Rethfeld, Hellmeyer und Co. – all die positivst gestimmten Bezahlprotagonisten (die davon leben müssen und wollen im System gut zu wirken, sprich sie werden gut bezahlt für die Nichtüberwindung kognitiver Dissonanz oder sie sind sehr gut ausgelastet und konnten sich noch keinen breiteren Überblick verschaffen.)

    Oft wird Ursache und Wirkung doch schändlich verdrängt. Dies lese ich leider immer wieder auch (und dies seit Jahren) aus Ihren Zeilen Frank Bell.

    So gesehen hätte ich da mal ein paar Fragen:

    Nun beschreibt der Artikel doch ausführlich die Irrungen im Frackingboom. Auf der Mikroebene –sprich aktuell – sieht es da „Rethfeldtechnisch“ gut aus, besser nicht so schlecht. Wohl rwar. Exakt so verhält es sich ebenso im Zahlendschungel der Statistik, sprich der Weltwirtschaft. Jedoch wer und wie werden dieses Statistiken erstellt? Sind sie Aussagekräftig im Gesamtkontext? Beispiel Hellmeyer, Bremer Landesbank – ein wahrer „Positivvorausdenkerhalbgott“ der gute Hellmeyer. Und ja, die Mikroebene, jetzt gibt ihm sogar recht – es läuft. So im Bereich + 0,4 % – o,8 % und so weiter und so fort… er ist ein „Spezialist“ für Indikatoren. Ein „Experte“. So werden dann die Artikel zusammenbaut. Mir kommt es dabei so vor, als das man sein Ziel vorab schon definiert hat, haben muss! Es sind aus meiner Sicht nur noch reine Suggestivartikel. Sprich der Artikel muss gut rauskommen, ein positive Stimmung verbreiten. Dann werden die Zahlen und Statistiken danach herausfiltriert um dieses Ziel auch zu erreichen – den Rest lässt man eben weg.

    Es gibt da enorm viele Indikatoren werter Frank. Wir kennen sie doch alle. Viel, „sollte und könnte“ wenn auch immer… nur warum haben sie die Krise 2008 nicht vorausgesagt!?

    Dies obwohl abseits der breiten wohlbekannten Nobelverbrecher, hier die Jahre zuvor schon gewarnt wurde!?

    Zurück zu Rehtfeld und Deiner Aussage hier aktuell – sprich die Zeichen stehen auf grün… hat Rethfeld mal die Zahlen aktuell verglichen die hier aufgeführt werden, sprich der ultraschnelle Peak der Frackinglöcher!? Schauen diese Leute nur einmal in ihrem Leben über ihren 4 Stundenchart hinaus?! Nein das spreche ich denen ab, sie wollen das nicht wahrhaben, denn es würde ihren ganzen Lebensinn auf einen schweren Prüfstein stellen. Ihre ganze gewonnen Lebensphilosophie, weiter, schneller, höher – Wachstum wäre auf einmal in einer Verpuffungszone – dies kann ein Ego schlecht verkraften, oder wie siehst Du das!?

    Aber weiter zu den Krediten werter Frank.

    Die Bundesbank und die EZB haben diese Woche Zahlen veröffentlicht bis Stichtag November 2013. So sind in den letzten 2 Jahren die Kreditvergaben für Unternehmen und private Haushalte um 618 Milliarden Euro eingebrochen!

    Alleine im letzten Monat 62 Milliarden weniger Kredite.

    Das sind doch Zahlen oder!?

    Hier weiter zu lesen in einem Bericht von einem bekannten Beobachter – lesenwwert diese Zeilen:

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=300989

    Diese Zahlen verdrängen die Rethfelds der Welt seltsamerweise. Sie verdrängen viele Probleme Frank, wie Du auch. Da nehme ich mittlerweile kein Blatt mehr vor den Mund. Ich frage mich fortwährend, die Jahre die ich Dich lese – allen voran bei Querschüsse – was Dein Grund sein kann die ganze Bandbreite nicht sehen zu wollen!? Dies trotz vieler guter Argumente welche Dir entgegengebracht wurden von vielen Schreibern.

    Wir haben Rekordniedrigzinsen.

    Zwangsverordnet durch die Zentralbanken. Private Kartelle – stört Dich das nicht!? Trotzdem will ein Großteil der Pferde nicht mehr saufen, sie wollen keinen Kredit, weil sie gar nicht können und Teils gar nicht mehr dürfen.

    Man darf gespannt sein, ob Basel 3 hier a.) noch eins draufsetzt, die Lage noch mehr verschärft oder b.) wieder zurück gefahren werden muss, da diese Kreditkontraktion (nennt man Deflation) das System in sich zerstört! Diese Deflation beginnst schleichend. Sie ist auch nicht überall gleich wirkend (siehe Lebensmittelpreise etc.)

    Die Zinsen sind ein Steuerungsinstrument für die Umverteilungsmatrix Geldsystem. Doch die Kapitäne sind längstens in einem Strohm abwärts gefangen. Die können die Zinsen nicht mehr erhöhen. Siehe Japan. Dann ist klar ersichtlich und relativ schnell Ende Gelände. Es würde die Überrollung und Begleichnung von Schulden sofort aus den Angeln heben!

    Es würde noch vieles zu schreiben geben – über Peak Car. Kreidtfinanziertes Leben in allen Bereichen. Schneller, weiter, höher. Es ist schlussendlich egal ob die Systeme über die Energiethematik „PEAK everything“ stürzen oder über das Finanz- und Geldsystem an sich und es ist egal ob in 2 Jahren oder in 10 Jahren. Wir werden es erleben – müssen. Auch Frank Bell.

    Abschließendes Zitat Ashitaka: „Bis dahin ist Party mit sozialer Hängematte im Garten angesagt.“

  6. Florian Hoppe sagt:

    Apropos Frankreich….

    http://www.focus.de/politik/ausland/jacques-attali-im-interview-hollande-berater-nicht-frankreich-deutschland-ist-das-kranke-kind-europas_id_3441758.html

    Bei der demographischen Entwicklung gebe ich ihm recht, die ist für Deutschland in der Tat besorgniserregend.

    • Frank Bell sagt:

      Was das Interview mit Jaques Attali angeht:

      Der Mann ist selten dämlich!

      Erst kritisiert er, dass man in Deutschland für einen Stundenlohn von EUR 5 arbeitet, und dann lobt er Schröders Reformen, die dies erst ermöglicht haben, z.B. durch Ein-Euro-Jobs und absurde Repressalien gegen Hartz IV-Empfänger.

      Dümmer geht nimmer!

      Und auch der AfD-NSDAP-Vergleich ist abartig. Die AfD ist eine FDP v2.0 – absolut marktradikal.

  7. Michael Egloff sagt:

    Ich halte jahrzehntelange weitere Steigerungen des chinesischen BIP, selbst wenn die jährliche Steigerung auf 6…7% abschmelzen würde, für nahezu ausgeschlossen.
    Jeder, der das Wesen der Exponentialität verinnerlicht hat, weiß warum.
    Wenn heute das chinesische BIP um 7,5% steigt, dann ist die weitmäßige Steigerung größer als das chinesische Gesamt-BIP des Jahres 1980.
    Die Wachstumsdynamik MUSS sich also in den nächsten Jahren zunehmend verlangsamen.

    Ich denke aber schon, dass es innerhalb der nächsten 7…10 Jahre in China zu einer Rezession kommen wird.
    Nicht, weil nicht noch Nachschuldnerkapazität oder zusätzlichen Bedarf geben würde (noch gibt es genügend arme Chinesen), sondern weil nach jahrzehntelangem steilen Anstieg die Fehlallokationen von Kapital zunehmen. Und weil China immer stärker Ressourcenengpässen ausgesetzt sein wird. Insbesondere bei Basisressourcen Wasser und Ackerland (bei Letztesem gibt es einen ständigen Rückgang), aber auch zunehmend bei Energierohstoffen. China steht kurz vor seinem nationalen Peak Coal und muss schon heute stark ansteigende Mengen an Steinkohle importieren.
    In 10 Jahren werden die Weltexportmärkte mit den benötigten Importmengen an Nahrungsmitteln und Energierohstoffen zunehmend überfodert sein. Zumal ja der stark zunehmende Importbedarf von Indien und anderen Ländern noch dazukommt.

  8. Frank Bell sagt:

    @ windstill

    Sicher stören mich private Kartelle. Doch ich kann daran nichts ändern. Siehe z.B. die aktuelle Regierungskoalition. Was soll man da noch machen?

    Sicher stören mich niedrige Zinsen. Doch ich kann daran nichts ändern. Und leider war ich nicht so schlau, in 2009 in Aktien zu gehen.

    Aber warum sollte mich z.B. eine Deflation stören?

    INFLATION macht mir Sorgen, und die ist zur Zeit recht heftig: Lebensmittel, Strom, Wohnung, Kleidung, etc. Die „Deflation“ kommt bei MIR nicht an!

    Übrigens:

    Hätten wir uns 2007 oder Anfang 2008 unterhalten, wäre ich ganz auf deiner Seite gewesen. Doch jeder „Crash“ hat anschliessend zu noch höheren Kursen geführt, jeder „Peak“ zu noch mehr (und teils) günstigeren Rohstoffen. Sehen wir vom Erdöl einmal ab und nehmen Eisenerz, Kohle, Uran, Molybdän, etc. (Alles ist massiv im Preis gefallen – da haben wir die Deflation, die aber nicht bei mir in der Geldbörse ankommt.)

    Jeder Peak, jeder Crash (z.B. 1929, 1987 2000, 2008), jede Krise, waren der Ausgangspunkt zu weiter, höher, schneller.

    Selbst bei Dingen, wo Steigerungen nichts mehr brigen, wie bei Autos. (Ob 190 oder 240 PS ist auf unseren Strassen letztlich egal.)

    In den Jahren nach 2009 habe ich meine Meinung ändern müssen.

    Vielleicht sehen wir diese Dinge im Jahr 2025 anders. Vielleicht haben wir bis dahin aber auch einen neuen, noch grösseren Boom erlebt.

    • windstill sagt:

      Hallo Frank,
      eine Inflation muss unterschieden werden ob sie real, aktuell, wirklich spürbar von statten geht.
      Sprich in der Mikroebene, Deinem, unserem Geldbeutel – jetzt und in nächster Zukunft oder eben in einer Ebene darüber, sprich der Makroebene – näher in Betrachtung, dem Buchgeldsystem.

      Dort findet diese Inflation nämlich gerade statt Frank und sie baut sich ihren Weg. Das dauert seine Zeit. Nur Geduld. Diese Buchgelder, Bankenrettungen, Anspruchsrettungen, ESM Schutzschilder, TARP Programme, QE Programme, Aufkaufprogramme , ESM Programme – sie laufen.

      Eine bei Dir und mir wirkende Inflation kann im jetzt aber nur stattfinden, wenn das Geld wirklich im Wirtschaftskreislauf ankommt. Wenn es sich darin tummelt und in der Warenkette vergraben ist – real. Das tut es aktuell aber nicht. Das heißt aber nicht, dass diese Buchgelder (Makroebene) niemals wirken. Sie werden es tun. Sie können auch nicht zurückgenommen werden, denn dann können alte, auslaufende Schuldkontrakte nicht mehr neu überrollt werden. Es ist und bleibt eine systemische Todesspirale Namens Geldsystem, zinsbasiert unter einer Eigentumsökonomie.

      Warum ist dies so schwer zu verstehen?

      Und die Deflation werter Frank ist eine Kontraktion der Kreditschöpfungsmöglichkeit.

      Frag mal die Griechen die uns hier eine Zeiteinheit voraus, sind ob die auch so lässig argumentieren wie Du es tust.

      Griechenland ist die Welt.

      Nur gestützt, weil unter den vielen Kranken der Faktor D und die politische Zwangsgemeinschaft EU noch ein paar weniger Kranke im Verbund hat die hier noch stützend wirken. Bis sie es einfach nicht mehr können.
      Und nochmals – jede Krise war der Ausgangspunkt für höher, weiter, schneller… einverstanden, denn dafür sorgen immer verrücktere und katastrophalere Entwicklungen Namens Schieferöl, Fracking, Biosprit, Palmöl, Offshoreprojekte, Chemie und Mensch. Dies den Dampfer am Laufen zu halten, das System, das Geldsystem. Die Energie ist hier aber auf Halbwertszeit. Peak eben.

      Der Zusammenhang Energie / Geldsystem muss gesehen werden, sonst wird es nicht verstanden werden können.
      Nochmals die Doku – bitte anschauen. Die Kriege werden geführt um das System am Laufen zu halten. Es ging immer nur um Energie. Das Geldsystem ist die Umverteilungsmatrix für Energie. Darum wird es so vehement verteidigt vom Auge der Pyramide. Das Geldsystem ist unantastbar. Darüber, warum dies so ist bitte nachgedacht.

      http://www.youtube.com/watch?v=FYmYp1DW2ZE

      Was kann man dagegen machen.. – aussteigen, so weit wie möglich aus den nicht nachhaltigen Kreisläufen. Gegenseitig aufklären, diskutieren, konstruktiv. Sich öffnen und seine Dogmen erkenne. Raus aus der Spirale links oder rechts. Raus aus Parteiendenken. Aus der Scheindemokratie.

  9. Michael Egloff sagt:

    Ja

  10. Michael Egloff sagt:

    Ja, die Zukunft ist immer eine Terra Incognita.
    Und derjenige, der sich in seiner Prognose am sichersten fühlt, erlebt im Allgemeinen die größten Überraschungen.
    Auch ich habe Überraschungen erlebt. Obwohl ich auch den Zweifel an meinen Annahmen kultiviert habe.

    Nun ist allerdings die Frage, ob man sich einen jahrzehntelangen Boom , so er denn möglich wäre, überhaupt wünschen sollte. Könnte immerhin sein, dass gerade dieser in den Folgewirkungen dann das worst-case-Szenario darstellen würde – langfristig betrachtet.

    Aber wer betrachtet heute schon irgendetwas sehr langfristig? Ist ja total uncool.
    Arbeiten wir also noch ein wenig an der Vergrößerung der Fallhöhe. Und erfreuen uns an der immer besseren Sicht von immer höheren Erfolgsgipfeln aus.

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