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Die Fracking-Verschwörung

Während der Irak-Krieg sich neu entzündet und sämtliche Planungen bezüglich der Ölförderung aus dem arabischen Raum erneut infrage stellt, zieht in Europa die Paranoia in die Amtsstuben ein. Laut Daily Telegraph hat der NATO-Generalsekretär und frühere dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen von einem "Plot" gesprochen, den russische Behörden gemeinsam mit europäischen Umweltschutzorganisationen gesponnen hätten, um Europa energieabhängig von Russland zu halten. Rasmussen wird damit zitiert, dass er Verbündete getroffen habe (NSA?), die ihm sagten, dass Russland im Rahmen einer Desinformationskampagne gegen die Nutzung von Schiefergas in Europa vorgehe. Überspitzt gesagt: Greenpeace und Russland haben sich gegen den Einsatz von Fracking in Europa verschworen, um Europa abhängig von russischen Energielieferungen zu halten.

Diese Groteske entbehrt jeglichen Fakten. Die Schätzungen europäischer Behörden und Institute zeigen nicht ansatzweise, dass durch den Einsatz der Fracking-Technologie eine Energieunabhängigkeit von Russland erreicht werden kann. Dazu ist der Verbrauch von Öl und Gas in Europa im Vergleich zu der zu erwartenden Ausbeute durch Fracking viel zu hoch. Die bestehende Abhängigkeit wird also in jedem Fall dadurch aufrecht erhalten, dass Europa viel mehr Öl und Gas verbraucht, als es - durch welche Technologie auch immer - im eigenen geografischen Raum fördern könne. Leider gab es vor der Ukraine-Krise kaum Diskussionen und Aktivitäten in Europa, die die steigende Energieabhängigkeit thematisierten oder ihr etwas entgegensetzten.

Greenpeace-Mitarbeiter kommentieren den Vorwurf lakonisch mit der Rückfrage, was wohl im Nato-Hauptquartier neuerdings geraucht würde.

Siehe auch:

 

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59 Kommentare to “Die Fracking-Verschwörung”

  1. Zu Rasmussen und der Fracking-Verschwörung: Nur umgekehrt wird ein Schuh daraus (Vorsicht Realsatire!): http://bit.ly/1lOYMyA

  2. Michael Egloff sagt:

    Herrn Rasmussen ist vermutlich nicht bekannt, dass die EU-weite Gasförderung ständig zurückgeht – von jetzt 170 Mrd. Kubikmeter im Jahr auf vermutlich 70 Mrd. im Jahr 2035. Also rasant!
    Und auch die norwegische Gasförderung wird spätestens Anfang der 20er Jahre wahrscheinlich ihren Höhepunkt überschreiten.
    Massiv vorangetriebenes Gas-Fracking im dichtbesiedelten Europa würde vielleicht dazu führen, dass die EU-Gasimportabhängigkeit für etwa 10 Jahre nicht weiter ansteigt, keinesfalls aber abnimmt. Um danach wieder deutlich anzusteigen – dann unwiderruflich.

    Aber warum mit der tristen Realität rumplagen? Verschwörungstheorien sind doch in. Nicht nur bei Spinnern im Internet, sondern jetzt auch bei der Nato.

  3. Florian Hoppe sagt:

    Währendessen macht Frankreich mit ihrer eigenen Energiewende endlich ernst.

    http://www.klimaretter.info/politik/hintergrund/16658-frankreich-macht-mit-energiewende-ernst

    Desweiteren hat ein neues Gutachten ergeben, dass Gabriels Pläne der Einbeziehung der Eigenstromerzeugung in die EEG-Umlagepflicht nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

    http://www.klimaretter.info/politik/nachricht/16656-gutachten-gabriels-plan-ist-gesetzwidrig

    @Rasmussen: Die Nato hat übrigens klar gestellt, dass es sich dabei nur um „persönliche Äusserungen“ Rasmussens handelt.

    Na ja, die Russenkeule ist ja derzeit ja wieder äusserst populär…

  4. Hendrik Altmann sagt:

    Billige Propaganda der Oil lobby, um noch den letzten Tropfen Oil aus den Boden zu quetschen, egal was es kostet, der Versuch von US Oil Giganten den unliebsammen Konkurenten im Osten zu denunzieren…

  5. Bruno Müller sagt:

    Das klingt gar nicht gut.

    Und es stellt sich wieder die Frage, wer von wem das Falsche abgeschrieben oder wer wen bewusst falsch informiert hat? Spielt Rasmussen bewusst oder unbewusst dieses falsche Spiel mit? Wir wissen es nicht!

    Eines ist jedoch klar: Je größer derartige Verfehlungen als offizielle Wahrheit dargestellt werden, umso größer sind die Not, Spannungen und Konflikte, möglicherweise auch die Sauereinen, die im Hintergrund auf politisch offizieller Ebene laufen. Wobei für die Sauereien meistens andere Entscheidereliten zuständig sind.

    Ich habe dabei gar kein gutes Gefühl und schätze persönlich das so ein, dass damit eine neue Stufe an Dreistigkeit erklommen wurde. Und ich bin mir nicht sicher wie viel Stufen noch bis zur Letzen übrig sind. Viele können es nicht mehr sein. Ein letzter harter Fehltritt kündigt sich an.

    • Solche Aussagen zum Fracking halte ich für eine Psychologie, damit Europa mehr Fracking macht.
      Ganz einfache Kiste und die allgemeine Bestürzung lässt erahnen, wie Erfolgreich dieser „Streich“ sein wird.

  6. Stephan sagt:

    Ein mit Preisen ausgezeichneter britischer Journalist, u.a. für Interviews im Jahr 2003 mit den Geiselnehmern des Geiseldramas im Moskauer Musical-Theater, berichtet im ukrainischen Fernsehen (YT-Film, 16min, ist im Artikel eingebettet) über seine Erfahrungen in der Ost-Ukraine:

    Mark Franchetti berichtet
    20.06.2014 | 09:43
    Ein erfahrener britischer Kriegskorrespondent berichtet über seine Erlebnisse in Donezk …
    http://www.freitag.de/autoren/mopperkopp/mark-franchetti-berichtet

  7. Florian Hoppe sagt:

    http://www.heise.de/tp/artikel/42/42035/1.html

    Peter Scholl-Latour über die Veränderungen im Nahen Osten, die sich aus dem Auftreten von ISIS ergeben haben.

    • Stephan sagt:

      „PSL: Das Assad-Regime ist brutal und repressiv, keine Frage, aber es ist noch der einzige säkulare Staat in der gesamten arabischen Welt, tolerant gegenüber Minderheiten wie den Christen.“

      Der Libanon ist doch auch ziemlich tolerant gegenüber den diversen Drusen, Muslimen, Christen, Alawiten oder Juden. In Serbien haben auch mal die diversen Religionen ohne Probleme zusammengelebt, bis die NATO den Balkan entdeckte.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Einige Anmerkungen:
      1. Über Rassmussen muss man gar nichts sagen. Er hat in den letzten Jahren bewiesen, dass besondere Blödheit für sein Amt nicht nur nicht hinderlich, sondern anscheinend zwingende Vorraussetzung ist.

      2. Scholl-Latour ist immer eine gute Quelle für Stimmungsbilder aus den Regionen über die er berichtet (weil er durch sein Sprachtalent und direkte Kontakte ungefilterte Informationen liefert).

      Er ist allerdings ein schlechter Analytiker. Liegt wahrscheinlich an seinem eher schlichten Weltbild, dass sich durch alle seine Bücher zieht. Aber man kann ja nicht alles können.

      3. Die Überlegung, hätten wir mal die Diktatoren behalten wäre alles besser, ist historisch nicht nur falsch, sondern auch unglaublich gefährlich.

      In diesem Zusammenhang hat Fleischhauer, aktuell einen sehr bemerkenswerten Kommentar (keine Ironie) auf SPON zur Situation im Nahen Osten abgegeben. Er stellt die aktuellen Ereignisse in einen historisch sehr viel größeren Kontext und es gelingt ihm, aus dem selbstreflexiven Gedankensystem auszubrechen (das sind ja die sehr seltenen Sternstunden des Journalismus), in dem wir uns alle normalerweise bewegen.

      http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/pankaj-mishra-georg-diez-ueber-isis-a-976364.html

      Die giftigen Kommentare sind auch sehr schön. Zeigen mal wieder das Menschen sich ungern aus ihrer kleinen, als heil definierten Welt rausscheuchen lassen.

      • Norbert Rost sagt:

        @Stefan: Den Text fand ich auch sehr bemerkenswert! Allerdings ist er nicht von Jan Fleischhauer, sondern von Georg Diez.

      • Stephan sagt:

        @Stefan Wietzke

        Zu dem Artikel von Herrn Diez, aus der Zwischenüberschrift und aus ein paar Zeilen weiter:

        Zeit für eine neue Ordnung – ohne Nationalstaaten.
        ..
        Der Nationalstaat zum Beispiel: Eher Problem als Lösung, eine sehr junge historische Erscheinung, die perfekte Zwangsjacke für emanzipatorische Verirrungen von Minderheiten Im Wesentlichen ein Produkt des 19. Jahrhunderts, das immer mehr für ökonomische Ordnung und politische Stabilität sorgen sollte als für demokratische Rechte – seit mindestens hundert Jahren besteht eine Vielzahl von Weltkonflikten vor allem darin, diese westlich-europäische Unterwerfungsidee wahlweise zu bekämpfen oder zu beschützen.

        D.h. ohne Nationalstaaten geht es uns dann besser? Die Lösung der Weltprobleme liegt also in der Auflösung von politischen Konstrukten? Und was ist dann mit Konzernen wie ESSO, Blackrock , RWE oder Metro? Die dürfen dann aber weiter existieren und ihre Milliarden Gewinne machen, Steuern sparen und ihre Lieferanten und/oder einfachen Arbeiter quälen, oder?
        Und als Essen bekommen wir globalisierten Arbeiter dann diese unglaublich werthaltige gentechnisch veränderte Nahrung, die wir teilweise heute schon Dank der EU-Behörde EFSA genießen dürfen? Nein Danke muss ich da leider sagen.

        Aber weil man glaubt, dass es so sein muss, wie es ist, bleibt die Nation der Maßstab historischen und politischen Denkens – bis dann zum Beispiel eine Gruppe von 5000 islamistischen Soldaten kommt und den Lauf der Geschichte umkehrt.

        Hmm, wenn mich nicht alles täuscht ist doch der Irak nach wie vor unter vollständiger Kontrolle der USA (CIA, NSA, NASA (Satelliten), Academi aka Blackwater, Halliburton, Bechtel, Monsanto etc.). Und da taucht also quasi aus dem Nichts, wie eine Fata Morgana, eine bis an die Zähne bewaffnete Gruppe auf und nimmt mal ebenso eine Raffinerie im Handstreich in Besitz, obwohl es die USA doch gerade auf die Kohlenwasserstoffe des Iraks und weniger auf die antiken Scherben oder die tollen Palmen abgesehen haben. Die USA hatten keine Ahnung über die Geldströme für die Waffen oder über irgendwelche Zusammenrottungen, trotz überall installierter Horchanlagen und Dank der weltweiten Überwachung des Internets?
        Als Fazit würde ich sagen: Eine nette Geschichte aus 1001 Nacht.

        • Stephan sagt:

          Und noch ein Hinweis zum Irak:
          Bevor er als Ölförderland richtig wichtig wurde und bevor wir westlichen Staaten so dringend dessen Öl brauchten, sogar noch unter Saddam Hussein, galt dieses Land als die Schweiz des Mittleren Orients. Und da war diese Land ein Nationalstaat.

        • Stefan Wietzke sagt:

          Der Kommentarbereich ist nicht dafür geeignet, um die Fülle der Themen die sich mir beim lesen aufgedrängt haben zu diskutieren. Daher nur kurz zu der Begründung, warum ich diese Kolumne bemerkenswert fand.

          Das erstaunliche an ihr sind nicht die einzelnen Thesen, sondern dass hier grundlegende Dogmen in Frage gestellt werden. Ich finde es immer witzig, wenn Menschen sich z.B. über die katolischen Kirche lustig machen, ohne zu merken, dass sie in ihrem eigenen Leben ebenfalls einer riesigen Anzahl z.T. äußerst skuriller Dogmen folgen.
          Wir nehmen ja die Welt nicht so wahr wie sie „ist“, sondern wir haben eine Modellvorstellung von ihr im Kopf. Und an diesem Modell richten wir Entscheidungen und Handlungen aus. Dieses Modell haben wir im Wesentlichen aber nicht selbst entworfen, sondern es wird von der Kultur in der wir aufwachsen auf uns übertragen. Dazu gehören nicht nur materielle Dinge, sondern insbesondere auch philosophische Fragen über Richtig und Falsch, Gut und Böse etc.
          Wenn wir praktisch überleben wollen, dann ist es natürlich nicht möglich, diese Dogmen ständig in Frage zu stellen. Aber es hilft, sich dieses Problem immer wieder bewusst zu machen.
          Besonders wichtig sind Dogmen, die uns fundamental im hier und jetzt verankern. Erst sie ermöglichen uns, überhaupt ein Gefühl von Sinn, Selbstwirksamkeit und Eigenkontrolle zu entwickeln. Werden diese Dogmen angegriffen, so ist der Widerstand heftig (vom Einzelnen und von ganzen Kulturen). Man kann das heutzutage gut im Internet verfolgen. Die Menge, die Breite und die Herkunft der Pöbeleien in Kommentarbereichen korreliert direkt mit der „Dogmenrelevanz“ der Aussagen des angegriffenen Autors.
          Dieser Ansatz erklärt auch die Heftigkeit der damaligen Reaktion gegen die „Grenzen des Wachstums“. Obwohl jedem Fünfjährigen klar ist, dass man in ein Glas nicht unendlich viel Wasser kippen kann, hatte sich bereits ein globales Dogma gebildet, die das permanent behauptet. Wandern Dogmen in das Unterbewustsein einer Gesellschaft bzw. Kultur werden sie unglaublich wirkmächtig und sind nur äußerst schwer wieder zu ändern.

          Und deshalb ist es so bemerkenswert, dass so etwas in der Maistream-Presse mal passiert.
          P.S. Übrigens, auch in der Wirtschaftswoche gab es in letzter Zeit immer mal wieder so Artikel.

        • Stephan sagt:

          Hallo Stefan Wietzke,
          ich weiß jetzt leider nicht welches Dogma Sie hier meinen. Ich vermute mal es geht um das Dogma des Nationalstaats.
          Die Frage ist doch: Was soll danach kommen?

          Der Nationalstaat Deutschland aber auch die übrigen europäischen Nationalstaaten sind schon zum guten Teil aufgelöst. Eine der letzten großen Aktionen dazu war die Verabschiedung des Lissaboner Vertrags durch die Parlamente (nicht durch die europäische Bevölkerung). In Deutschland darf fast kaum noch eine wichtige Entscheidung getroffen werden, die nicht mit irgendeiner EU-Richtlinie übereinstimmt. Komischerweise war die Unabhängigkeitserklärung des Parlaments im Kosovo im Jahr 2008 über die Unabhängigkeit von Serbien innerhalb kürzester Zeit von allen möglichen europäischen Staaten anerkannt. Die Unabhängigkeit der Krim von der Ukraine, d.h. die Volksabstimmung über die Zugehörigkeit zu Russland, wurde dagegen von den westlichen Staaten (Regierungen und Staatsmedien) aufs heftigste verteufelt und u.a. als russische Annexion bezeichnet.

          Die immer weiter gehende Zentralisierung der Macht läuft letztendlich auf einen großen Weltführer hinaus. Ich denke, dass das Leid, das die Welt durch die USA erfährt und indirekt durch dessen Präsidenten, eigentlich schon ausreicht.
          Was diese ständig weiter gehende Zentralisierung bedeutet sieht man aktuell bei den Verhandlungen um das TTIP-Abkommen. Da kommen staatliche Vertreter der USA und der EU, sowie Konzernvertreter zusammen um hinter verschlossenen Türen(!) über das Abkommen zu verhandeln. Das hat nichts mehr mit Demokratie, d.h. mit Mitbestimmung durch die Bevölkerung zu tun. Diese Eine-Welt-Regierung, auf die von allen möglichen Seiten, vor allem von Konzern-Seite hingearbeitet wird, wird garantiert keine Friede-Freude-Eierkuchen-Angelegenheit sind.

          Sie kennen die sogenannte Ewigkeitsklausel unseres Grundgesetzes?

          Die so genannte Ewigkeitsklausel ist das in Artikel 79 Absatz 3 des Grundgesetzes festgeschriebene Verbot der Abänderung der fundamentalen Verfassungsprinzipien der Bundesrepublik Deutschland, die in den Artikeln 1 (Menschenwürde) und 20 (Strukturprinzipien) festgelegt sind

          http://de.wikipedia.org/wiki/Ewigkeitsklausel

          Ich bin da aber konsequent: Von mir aus kann man ab Morgen, Montag, den Bundestag, die Bundesregierung und sämtliche Länderparlamente sowie Landesregierungen auflösen und die entsprechende Verwaltung nach Brüssel übertragen. Dadurch würde Deutschland eine Menge Geld sparen (ca. 1700 x mind. 10.000 Euro Brutto monatlich). Ich bin mir da allerdings auch ziemlich sicher, dass von dem eingesparten Geld nur ein Bruchteil wieder bei denjenigen ankommen würde, die das Ganze bezahlen: Bei den schwer arbeitenden Menschen. Und deshalb Nein zu einer Zentralisierung.

          Noch ein Hinweis zum Schluss: Nach der sogenannten „EU Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten“, das ist quasi die Menschenrechtscharta der Europäischen Union, die schon seit 1998 gilt, sagt Artikel 2 („Recht auf Leben“), dass Menschen getötet werden dürfen, wenn bei einem Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig(!) niederzuschlagen.

          • Stephan sagt:

            Sorry, das war zu schnell abgeschickt. Es muss natürlich heissen:

            Noch ein Hinweis zum Schluss: Nach der sogenannten „EU Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten“, das ist quasi die Menschenrechtscharta der Europäischen Union, die schon seit 1998 gilt, sagt Artikel 2 („Recht auf Leben“), dass Menschen getötet werden dürfen, um einen Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig(!) niederzuschlagen.

          • Norbert Rost sagt:

            Interessant, das Dogma hinter dem Dogma zu erkennen: Wer sagt, dass die Ablösung des Nationalstaatsprinzips zu noch mehr Zentralisierung in noch größeren Einheiten führen muss?

            • Stephan sagt:

              Interessant, das Dogma hinter dem Dogma zu erkennen: Wer sagt, dass die Ablösung des Nationalstaatsprinzips zu noch mehr Zentralisierung in noch größeren Einheiten führen muss?

              Hallo Robert,
              wir haben doch bereits die Ablösung des Nationalstaats, d.h. der Nationalstaaten, durch die EU:
              Agrarsubventionen bzw. Agrar-Exporbeihilfen (die es immer noch gibt, s. Drucksache 18/632, 20.02.2014, http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/006/1800632.pdf ) u.a. für Konzerne wie die Lufthansa bzw. nach wie vor Bevorzugung von Riesenbetrieben statt Förderung kleinteiliger, artenreicher Landwirtschaft, aufwendige Ausweisung für Flächen als Nationalparks, Gurkengrößen, Säuregehalt von Äpfeln, Gekrümmtheit von Bananen, Vernichtung von Obst in großen Mengen, um Preisniveau zu halten, Ausschreibungsmodalitäten für größere Bauprojekte, Maut, Regelung von Subventionen durch die EU, Glühbirnenverbot, Gender-Mainstream-Regulierung, jetzt ganz aktuell das TTIP-Abkommen für ungestörte transkontinentale Vermarktung von Konzernprodukten, Zerstörung von Weinanbauflächen statt Nutzung für die Produktion von Bioalkohol, Zulassung von gentechnisch veränderten Produkten, vorher nie aufgetretenes europaweites Flugverbot wegen eines Vulkans Dank supranationaler Organisation Eurocontrol etc. pp. ….

              Das alles haben wir der umfassenden Abgabe von Hoheitsrechten zu verdanken.

              Noch zwei praktische Beispiele:

              Mittelständler wettern gegen Regulierungswut
              Tatsächlich müssen Europas Unternehmer mehr als 80 000 Vorschriften beachten. Fast drei Viertel davon haben ihren Ursprung in der Brüsseler Gesetzgebung. Zwar will die Kommission die Belastung bis 2012 um ein Viertel verringern. Doch die Betroffenen sind der Ankündigungen müde. Sie wollen Taten sehen.

              handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/unternehmer-im-eu-parlament-mittelstaendler-wettern-gegen-regulierungswut/3628176.html

              Die Bauvorschriften in Deutschland hatten mal die Dicke eines einfachen Schulheftes, heute geht das in Richtung Telefonbuch von Berlin. Und trotzdem passieren Dinge wie Elbphilharmonie oder BER Flughafen.

              Und das grobe „Missverständnis“ bei der Überlinger Flugzeugkatastrophe zwischen deutscher und schweizerischer Flugsicherung und den beteiligten Piloten ist nicht etwa wegen fehlender supranationaler Aufsicht entstanden, sondern höchstwahrscheinlich einfach wegen Sparmaßnahmen bei der schweizerischen Flugsicherung. Dazu kommen aber auch einige Ungereimtheiten wie etwa, dass der Mörder des schweizerischen Fluglotsen mit großer Sicherheit nicht ein Vater eines getöteten russischen Kindes war.

              Ist Dir bewußt, dass die Stadt Dresden, d.h. die Bevölkerung Dresdens, praktisch keinerlei Grundstücke mehr in Dresden besitzt? Und ob das vielleicht in Zusammenhang mit dem Bau der stark umstrittenen Waldschlösschenbrücke steht (Verlust des Titels Weltkulturerbe im Jahr 2009, nur knapp vier Monate nach der Eröffnung der wiederaufgebauten Frauenkirche)?

              Wenn die USA nur so groß wie etwa Polen wäre, dann würden heute vermutlich einige Millionen Menschen noch leben.

              • Stephan sagt:

                Das waren natürlich keine knapp vier Monate, sondern vier Jahre.

              • Frank Bell sagt:

                Der Mörder des Schweizer Fluglotsen hat bei dem Unglück zwei Kinder verloren.

                Woher stammt die These, dass er gar nicht der Vater der Kinder war?

              • Stephan sagt:

                Einige Infos kann man hier bekommen:

                Bodensee-Crash über Überlingen- aus „Die Welt“, 28.6.2003:
                >>>Doch es gibt möglicherweise noch einen weiteren Grund, warum der Doppelabsturz schnell zu den Akten gelegt werden soll: „Es gibt Leichenteile, die nicht zugeordnet werden konnten“, weiß Witti, „in den Trümmern wurde außerdem ein albanischer Reisepass gefunden, der zu keinem Passagier gehört.“ Weiter seien aus den Trümmern der Tupolew mehrere Dokumente der US-Armee geborgen worden, die der 482. Fighters Squadron zugeordnet werden könnten. Diese Einheit war unter anderem in Afghanistan für verdeckte Operationen zuständig und ist es möglicherweise noch.<<<

                Faksimile der damaligen Veröffentlichung der Weltwoche (aus wissenschaftlichen Gründen hier reproduziert unter Angabe der Quelle http://www.weltwoche.ch/ressort_bericht.asp?asset_id=7123&category_id=66 )
                Ausgabe 10/04
                Diese Woche
                Opfer und Täter. Oder nur Opfer?
                Jens Hartmann und Lukas Hässig

                Ob der verhaftete Russe Witali Kalojew den Fluglotsen von Kloten erstochen hat, ist ungewiss. Ein Nachbar des Lotsen beschreibt den Täter jedenfalls anders, als Witali Kalojew auf Fotos aussieht. Das Tätersignalement passt auch nicht zur Beschreibung der Hotel-Receptionistin, die Kalojew mehrmals gesehen hat; zudem schildern ihn der Klotener Flughafenpfarrer und eine Dolmetscherin, die Kalojew nach dem Absturz von Überlingen als Erste betreuten, als religiösen und in sich gekehrten Mann. Im Bild vom jähzornigen Kaukasier, das von Polizei und Medien gezeichnet wird, können sie ihn nicht erkennen. Und: Der Verhaftete hat eine Woche nach seiner Festnahme kein Geständnis abgelegt – für Rachemörder ein ungewöhnliches Verhalten. Der Psychologe Peter Fässler-Weibel sagte der Sonntagszeitung: «Seltsam ist, dass er die Tat nicht gleich gestanden hat.»

                http://www.medienanalyse-international.de/bodenseecrash.html

                Auf der Seite von Herrn Hauss verweisen übrigens vier der Links, die auf Mainstreammedienseiten zeigen, ins Leere(„Die gewünschte Seite konnte nicht gefunden werden. „, „Leider gibt es die von Ihnen gesuchte Seite nicht – oder nicht mehr.“, „Fehler 404! Leider wurde die von Dir angefragte Seite nicht gefunden.“,“Seite nicht gefunden (Fehler 404)“), u.a. die Seite von der Weltwoche, vom Spiegel, von der Netzeitung und aus der Welt.

          • Stefan Wietzke sagt:

            Es ging mir gar nicht um ein bestimmtes Dogma, sondern um die Mechanismen die dafür sorgen, dass sich die Suche nach Problemlösungen oft nur in der Extrapolation vorhandener Denkwege erschöpft. Denn jedes Modell vom „sein“ beruht (auch in den Naturwissenschaften) auf einer Basis von Axiomen, also nicht beweis- oder wiederlegbarer Annahmen, aus denen dann alles andere abgeleitet wird. Ein Dogma ist auch ein Axiom, allerdings eins das nicht hinterfragt wird.

            Wenn die Lösung eines Problems nicht innerhalb eines axiomatischen Problems lösbar ist, dann müssen die Axiome zwangsläufig hinterfragt werden.

            Ich vermute an Hand Ihrer weiteren Ausführungen, dass Ihr Problem mit meiner Herangehensweise an dem hier aufscheinenden deterministischen Geschichtsbild liegt. Geschichte ist aber kein deterministischer, sondern ein evolutionärer Prozess. Und evolutionäre Prozesse kennen keine „Zwangsläufigkeiten“. Wir als Menschen können und sollten allerdings versuchen, dem Ganzen sowas wie ein Ziel aufzuprägen.

            Nehmen wir hier noch einmal den Nationalstaat, der hier so viele bewegt. 10.000 Jahre Geschichte der Hochkulturen haben gezeigt, dass dieses Konstrukt anscheinend keine Notwendigkeit zurEntwicklung komplexer Gesellschaftsstrukturen ist.
            Ob das jetzt gut oder schlecht ist, muss eine noch zu führende Diskussion zeigen. Und erst an deren Ende könnte dann stehen: Es ist der aktuell beste Kompromis oder aber wir finden was neues.

            • Stephan sagt:

              Mal anders gefragt: Was wäre denn ohne Nationalstaat besser?
              Und warum kann man dies nicht heute schon erreichen?

        • Stephan sagt:

          Von wegen vollständige Kontrolle über den Irak. Da lag ich ja komplett daneben:

          AL QAIDA, ISIS UND DER IRAKISCHE WIDERSTAND

          Seit dem amerikanischen Überfall 2003 kämpfte der nationale irakische Widerstand FNPI (Front National Panarabic Islamic) gegen die gigantische militärische Übermacht der US-Besatzer. Der Widerstand repräsentierte einen Querschnitt der Bevölkerung. Er bestand aus Schiiten, Sunniten, Christen, Arabern und Kurden. Es war ein breiter Volksaufstand gegen die USA.

          Mit den Jahren kämpfte der FNPI parallel auch gegen die irakischen Marionetten-Regierungen. Sie waren erst von den USA und dann vom Iran eingesetzt worden und hatten das Land in künstliche konfessionelle und ethnische Sektoren zerschnitten.

          Vor allem kämpfte der FNPI auch gegen die Regierung Maliki. Sie galt als brutal, korrupt, erfolglos, aggressiv antisunnitisch und als vom Ausland gesteuert.

          Dennoch erklärten die USA auch nach ihrem Abzug, sie hätten den Krieg gewonnen. Obwohl sie sich seit Ende 2007 wie die Maulwürfe in ihren Militärbasen eingegraben hatten und nicht mehr auf die Straßen wagten.

          Nach dem Abzug der USA 2011 konzentrierte sich der Kampf des FNPI völlig auf das Regime Maliki. Weil es immer barbarischer , sektiererischer auftrat und weil sich die wirtschaftliche und soziale Lage dramatisch verschlechterte.

          2014 jedoch war das Maß voll. In Ramadi, Falludscha und Mossul traten der nationale Widerstand FNPI und die Stämme zum ersten Mal mit unübersehbaren Großaktionen ins Scheinwerfer-Licht der Weltöffentlichkeit. 20.000-30.000 der Kämpfer, die Mosul im Sturm nahmen, stellte der FNPI. Nur etwa 2.000 weitere Kämpfer gehörten ISIS an. Manche sagen es seien nur 1000, manche meinen, es seien 3.000.

          (Die Gesamtsituation im Land verschlechtert sich. Viele Firmen, die am Aufbau beteiligt sind, auch Ölfirmen, verlassen das Land. Sogar die britische Firma, die für die Ausbildung von Malikis Armee und seiner Sicherheitsleute verantwortlich ist, ist weg und garantiert damit seinen Angestellten einen langen Urlaub (keine Ahnung ob das die richtige Übersetzung für „open leaves“ ist))
          5 –The overall situation in the country is deteriorating. Many construction companies, including oil companies, are leaving the country. Even the British company which is responsible for training of Maliki’s army and his security forces has left , granting its Iraqi employees open leaves.

          https://de-de.facebook.com/JuergenTodenhoefer/posts/10152264186165838

  8. Tom Schülke sagt:

    ein echter Schenkelklopfer…

    Ich habs immer gewußt.. Greenpeace die waren mir ja sowieso nie geheur.. lol.

  9. Roderik sagt:

    das hat sich der fiese Putin gut ausgedacht – aber der dicke Gabriel grätscht dazwischen: Fracking kommt!!!

    http://www.fr-online.de/wirtschaft/fracking-fracking-im-eiltempo,1472780,27525806.html

  10. Hendrik Altmann sagt:

    Ich bin auch stark der Meinung das Fracking kommen wird, nicht nur durch Druck von Oil lobbyisten sondern auch von der Bevölkerung selbst, den die in der Zukunft stark steigenden Preise, nicht nur für Energie sondern für fast alles, werden viele die Natur und andere Bedenken beiseite kehren lassen, denn Menschen wird es wichtiger sein was zu Essen zu haben und im Winter nicht frieren zu müssen als ein Klimawandel oder eventuelle Verseuchung einiger Grundwasser Quellen, weill es in der Zukunft ums nackte Überleben geht, Oil hat es ermöglicht von 2 Milliarden Menschen auf über 7 Milliarden rasant anzuwachsen, wenn wir jetzt innerhalb von 50-70 Jahren wieder auf 2 Millarden oder weniger runter sollen wer wird da schon freiwillig gehen von den 5 Milliarden und wen kümmert da noch der Klimmawandel oder Umweltzerstörung, die Leute haben dann ganz andere Sorgen…

    • Michael Egloff sagt:

      Das klingt plausibel, Hendrik.
      Kann natürlich auch sein, dass ein anderes Szenario eintritt: nämlich dass, u.a. durch den Ölverfügbarkeitsrückgang in den importabhängigen Ländern, das Finanzsystem so gründlich zusammenbricht, dass garkeine Kaufkraft relevanter Bevölkerungsschichten mehr vorhanden ist, um eine entsprechende Nachfrage nach Tight-Oil zu generieren.
      Dann wäre Fracking in Europa jedenfalls in großem Maßstab wirtschaftlich nicht zu betreiben. Zumal ja hier die Kosten für Tight-Oil höher sein werden als in den meist dünn besiedelten Shale-Gebieten in den USA mit den dortigen extrem laschen Umweltauflagen.

      • Frank Bell sagt:

        @ Michael Egloff

        „Finanzsystem so gründlich zusammenbricht“

        Das hoffen wir seit Jahren, doch die Fed ist stärker.

        Es wird auch in 20 Jahren nicht zu einem Zusammenbruch kommen – ausser, er wird von der Fed orchestriert.

        Aber dann wird es nur ein scheinbarer Zusammenbruch sein.

        Die Reichen werden hinterher noch viel Reicher sein!

  11. Hendrik Altmann sagt:

    @Michael Egloff

    Das ist richtig der steigende Preis Für Energie und Treibstoffe wird auf lange sicht die Nachfrage zerstören wobei lang relativ ist. Es ist zuzeit schwer abzuschätzen wie sich Fracking insgesamt Entwickeln wird da zur Wirtschaflichkeit verschiedene Angaben von Industrie und Unabhängigen gemacht werden, Tatsache ist das die Oilindustrie versucht Fracking mit allen Mitteln voranzutreiben, ich denke an zwei Motive dabei 1. Es wirft tatsächlich Profite ab 2. bestehende Vorkommen zu besetzen um zu verhindern das sich die Konkurenz darauf breitmacht. Soweit ich informiert bin laufen 40-50 % der Förderbrunnen in den USA ohne Gewinn und machen Verlust auch soll der Förderaustoss bereits nach einem Jahr um 50-90% abfallen in einem Förderbrunnen, also wenn meine Informationen stimmen kann ich mir nur Vorstellen das die Ölkonzerne auf steigende Öl und Gas Preise spekulieren und vor der Konkurenz mit der Ausbeutung beginnen wollen und deshalb so viel Druck machen.

  12. M.U. sagt:

    Hier mal noch ein sehr lesenswerter Blog zum aktuellen Geschehen um uns herum.
    http://tandemvipera.blogspot.de/2014/06/wwiii-gauck-mobilmachung-light.html

    Es geht um die Situationen in Irak, Iran, Israel, EU, Ukraine, Russland.

    • Stephan sagt:

      Im Blogeintrag ist eine Karte des Westjordanlands (das von Israel besetzte Gebiet Palästinas, westlich des Jordan) zu sehen. Die Karte stammt aus Wikipedia und ist deutlich geschönt, wie man im Vergleich mit dieser Karte sehen kann:

      Was vom Westjordanland wirklich übrig ist

      Sie stammt vom Facebook-Profil von Jürgen Todenhöfer

      https://de-de.facebook.com/JuergenTodenhoefer/posts/10152194250060838

      Vor kurzem war zu lesen, dass sich Israel verstärkt um Wikipedia bemühen will, um ihr ramponiertes Image wieder etwas aufzupolieren:

      Bildungsminister und Wikipedia beschließen Zusammenarbeit

      Innenpolitik | 11.06.2014
      JERUSALEM (inn) – Das israelische Bildungsministerium und das Online-Nachschlagewerk Wikipedia wollen israelische Schüler und Lehrer trainieren, um Einträge zum Thema Israel zu verbessern. Die Schüler sollen unter anderem lernen, selbst Wikipedia-Beiträge zu erstellen.
      Bildungsminister Schai Piron (links) und der Vorsitzende der Wikipedia-Stiftung, Jan-Bart de Vreede, haben sich auf ein Programm zur Zusammenarbeit geeinigt.

  13. Die EU-weite Anti-Fracking-Bewegung hat reagiert. Gestern wurde ein offener Brief an Hr. Rasmussen verfasst und auch abgesandt. Darin fordern wir, dass Hr. Rasmussen seine Anschuldigen belegt oder sich öffentlich entschuldigt. Mittlerweile haben 72 Organisationen den Brief unterschrieben. Weitere Unterzeichner sind willkommen.
    Natural Gas Europe hat den offenen Brief veröffentlicht (http://www.naturalgaseurope.com/nato-environmental-groups-fracking-shale-gas).
    Er kann auch hier downgeloadet werden: http://www.resolution-korbach.org/aktuell/open-letter-to-rasmussen/
    Spiegel-Online hat schon zwei Artikel diesbezüglich geschrieben:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/fracking-und-nato-rasmussen-verdaechtigt-russland-ngos-zu-steuern-a-976451.html
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/fracking-gegner-streiten-mit-nato-chef-rasmussen-ueber-unterwanderung-a-976657.html

  14. Stephan sagt:

    „Heizen mit Wind“ ist anscheinend wirklich keine so schlechte Option wie ich gestern in einem Diskussions Papier entdeckt habe:

    Discussion Paper Nr. 9
    “Power-to-heat” oder “Power-to-gas”?

    Hamburg, Februar 2013
    Dr. Helmuth-M. Groscurth und Dr. Sven Bode
    arrhenius Institut für Energie- und Klimapolitik

    Zusammenfassung

    Selbst bei installierten Kapazitäten von 100 GW Wind onshore sowie je 50 GW Wind offshore und PV kann nur rund ein Viertel des Stroms nicht direkt genutzt werden. Wenn der Netzausbau nicht realisiert wird, dann können allerdings lokale oder regionale „Überschüsse“ schon deutlich früher auftreten.
    Es wird gezeigt, dass der Einsatz des nicht direkt nutzbaren Strom aus erneuerbaren Energien bei der Wärmebereitstellung für private Haushalte deutliche Vorteile gegenüber einer „Speicherung“ für die Rückverstromung mit Hilfe eines „Power-to-gas“-Ansatzes aufweist. Dies gilt sowohl für den Erdgaseinsatz als auch die CO2-Emissionen und die Systemkosten. Dabei kommen elektrische Heizstäbe zum Einsatz, die durch moderat dimensionierte Wärmespeicher sinnvoll unterstützt werden können.

    http://www.arrhenius.de/uploads/media/arrhenius_DP_9_-_Power-to-heat.pdf

    • Bruno Müller sagt:

      OK – dann ist der „Ökostrom“ als Energieform Wärme mit einer besseren Bilanz verwertet – auch wenn das den Geldbeutel Vieler schmerzen wird.

      Für die Spannungsstabilität im Stromnetz muss bei Wind- und Sonnenflaute (nebliger Herbsttag) dann aber eine schnell reagierende Ersatzquelle her, wenn aus Ökostrom-Speichern nichts entnommen werden kann.

      Was kann das sein?
      Da sind wir wieder beim Erdgas als Energieträger.
      Oder die Nachbarländer helfen mit ihrem fossilen Energiemix aus.

      Auch von dieser Seite betrachtet, so fürchte ich, kommen wir aus der Fossil-Nummer nicht raus.

      • Stephan sagt:

        OK – dann ist der “Ökostrom” als Energieform Wärme mit einer besseren Bilanz verwertet – auch wenn das den Geldbeutel Vieler schmerzen wird.

        Meinst Du wegen der hohen Preise für eine Kilowattstunde Strom im Vergleich zu einer Kilowattstunde Heizöl oder Gas?
        Der größte Teil beim Strom sind ja die ganzen Abgaben und Steuern, die von der Legislative, sprich von unserem Parlament dem Bundestag, beschlossen wurde (zugunsten von wem?). Vermutlich alles wegen dem Klimawandel, der in wenigen Jahrtausenden dazu führen wird, dass u.a. Hamburg ein zweites Venedig wird. Allerdings könnte man auch statt immer nur bestrafen, auch mal belohnen indem man den ÖPNV (Busse und die Bahn) fördern würde. Der überschüssige Windstrom kostet noch weniger als der Strom an der Börse!

        Auch von dieser Seite betrachtet, so fürchte ich, kommen wir aus der Fossil-Nummer nicht raus.

        Ja, wir müssen definitiv von unserem hohen Energieverbrauch runter, d.h. die Menge der Negawatts, die eigentlich unnötig beanspruchte elektrische Leistung, müsste massiv erhöht werden. Die Sache mit der Windstrom-Heizung für überschüssigen ist dafür aber eine gute, schnelle, einfache und effektive Übergangslösung.
        Meiner Meinung nach gibt es sehr viele Möglichkeiten um weniger Energieverbrauch zu erreichen. Telearbeit, Solarwärmekollektoren, wirklich sparsame Autos (staatliches Förderprogramm wie bei der PV: Zuschuss für sparsame Autos, abnehmend mit der Zeit, immer stärkere Besteuerung für Krafstofffresser) oder noch viel besser kostenlosen(!) ÖPNV, sparsame Computer (Besteuerung für stromfressende PCs), ähnlich Förderung für die Produktion regionaler Produkte etc. Es hätte schon sehr viel davon umgesetzt werden können, aber leider kann oder will die „Politik“ das alles nicht leisten mit Rücksicht auf diverse Länder und Konzerne und auf die eigene Unversehrtheit.

        Das Problem ist aber auch dass der Begriff Sparen einen sehr negativen Beigeschmack hat. Ich verlinke noch mal den Vortrag von Professor Braungart (vom März diesen Jahres, etwa ab Minute 45 oder 49 präsentiert er intelligente Lösungen):

        „Wir sind nicht zu viele, wir sind nur zu blöd“
        http://www.youtube.com/watch?v=SlNG8A7fUfE

        Er meint also, dass wir viel effektiver sein könnten und das ohne dabei an Lebenskomfort zu verlieren. Es ist besser den Menschen eine viel bessere, effektivere Lösung zu zeigen, die vielleicht auch noch Spass macht, als sie dazu zu zwingen „gut zu sein“.

        Was wir meiner Meinung nach aber unbedingt stoppen müssen ist der Flächenverbrauch, d.h. die Zunahme an „Siedlungs- und Verkehrsfläche“ (2012: 254 qkm mehr oder etwa 70 ha pro Tag, etwa 70 Fussballfelder, wobei grob 10% davon keine versiegelte Flächen sind):

        umweltbundesamt.de/daten/flaechennutzung/siedlungs-verkehrsflaeche

        Von 2008 bis 2011 wuchs die Fläche allerdings um 81 ha pro Tag!

  15. Hendrik Altmann sagt:

    @Stephan
    das Problemm bei der jetzigen Windenergie ist nicht nur das Netz sondern auch die Materialien die verwendet werden, im Moment ist es so das die Rohstoffe die für den Bau eines Windrades zum Einsatz kommen von relativ weit her transportiert werden muessen, bei der Fertigung das gleiche Spiel und letztendlich auch bei der Wartung wird viel Treibstoff in Form von Ölprodukten Verbraucht ohne Diesel und Benzin wäre der Bau, Aufstellung und die Wartung nicht mal im Ansatz möglich, steigt der Preis für Treibstoffe stark an so steigt auch der Strompreis von Windenergie stark an, das Fazit ist einfach, Windenegie wie Wir sie jetzt betreieben ist in naher Zukunft extrem unwirtschaftlich und lohnt sich überhaupt nicht(ERoEI), allerdings wenn die Materialien für die Windräder aus der nahen Umgebung genuzt werden und die Enegie direkt genutzt wird ohne Verluste durch Einspeisung ins Stromnetz kann sie Wirtschaftlich genutzt werden, das wäre dann die klassische Windmühle oder Wassermühle wie wir sie seit tausenden Jahren kennen.

    • Bruno Müller sagt:

      @Hendrik
      Das beudeutet aber dann mechanische Bewegung als Energieform und nicht Elektrizität? Wäre das Deine Schlussfolgerung?

    • Stephan sagt:

      sondern auch die Materialien die verwendet werden, im Moment ist es so das die Rohstoffe die für den Bau eines Windrades zum Einsatz kommen von relativ weit her transportiert werden muessen,“

      Es gibt z.B. die Möglichkeit eine getriebeloses WKA ohne Neodym, d.h. ohne die Verwendung von Permanentmagneten zu bauen (s. die 3Sat-Sendung hitec: „Grenzenlose Windkraft?“), indem man die Generatoren einfach größer macht – ich meine bei Nabenhöhen von bis zu 170 m im Offshore-Bereich kommt es da nicht mehr so auf die Generatorgröße an.

      Präzision mit 220 Tonnen – Montage des Generators – Thema zu der hitec-Sendung „Grenzenlose Windkraft?“
      Sendedaten: 17.06.2012, 15.30 Uhr Erstsendung: 11.01.2010

      Bei einem Durchmesser von 12 Metern [der Generator] lässt er sich nur in zwei Hälften transportieren. Die Monteure müssen ihn vor Ort zusammensetzten. Dank seines großen Durchmessers kommt der Generator allerdings ohne Getriebe aus.

      Die Magneten bewegen sich mit 30 bis 40 Kilometer pro Stunde an den Kupferwicklungen im Gehäuse vorbei und erzeugen somit elektrische Energie. Bis zu 7,5 Megawatt leistet der Generator, das sind mehr als 10.000 PS. Auch werden in diesem getriebelosen Generator Elektromagneten statt Dauermagneten verwendet. So kann die Anlage Drehzahl unabhängig arbeiten und ist weniger störanfällig.

      http://www.3sat.de/print/?url=/hitec/140905/index.html

      Dann noch ein Hinweis auf eine Information aus dem Vortrag von Professor Braungart (“Wir sind nicht zu viele, wir sind nur zu blöd”):
      Bei dem „mittelschweren“ Erdbeben (Aussage von Prof. Braungart) im Jahr 1999 in der Türkei (Stärke 7,8, 17. August, 6 Tage nach der totalen Sonnenfinsternis in Europa) sind über 20.000 Menschen ums Leben gekommen. Das sei ungewöhnlich gewesen und deswegen wurde er mit einem Forschungsauftrag in die Türkei geschickt, um zu schauen warum so viele Menschen sterben mussten. Das Ergebnis war, dass die ganzen Häuser einstürzten, weil der Baustahl, der für die Armierungen verwendet wurde, zuviel Kupfer enthielt (2,5%). Kupfer ist Gift für die Stabilität von Stahl. Warum passierte das trotzdem?
      In den USA war es verboten Autowracks für die Herstellung von Baustahl zu verwenden. Es war nur ein Kupferanteil von maximal 0,5% erlaubt. Dementsprechend billig waren die Wracks auf dem Weltmarkt zu haben (gewesen?). Die Türkei, d.h. türkische Stahlhütten, kaufte viele von diesen Autos auf und schmolz sie zusammen mit altem Stahl und Eisenerz zu Baustahl, vermutlich ohne die ganzen Stoffe in den Autos richtig zu recyclen.
      D.h. wenn es jetzt z.B. weltweit Pflicht wäre Autos wirklich recyclebar zu bauen, könnte der jährliche Bedarf an Buntmetall enorm gesenkt werden.

      • Bruno Müller sagt:

        @ Stephan
        “Wir sind nicht zu viele, wir sind nur zu blöd”

        Das mag vermutlich richtig sein, was Herr Braungart da behauptet.

        Genau das (… wir sind nur zu blöd”) ist ein wichtiger Punkt. Eine Tatsache, die vermutlich nicht aus der Welt zu schaffen ist – und schon funktioniert „cradle to cradle“ im großen Stile nicht. Manche Behauptungen von Braungart stören mich. Er behauptet z.B., dass Peak Oil kein Problem sei. Peak Phosphor sei ein Problem, Punkt!

        Trotz meiner Kritik sitze ich hier auf einem „cradle to cradle“-Bürostuhl, weil sein Ansatz richtig ist und ich das Prinzip verstanden habe – Recycling ist besser als Downcycling. Dennoch steht der Stuhl hier, weil es Erdöldiesel gibt – Rohstoffgewinnung, Transporte, usw. Diesel ist nicht „cradle to cradle-tauglich“. Zudem kostet der Stuhl eine Kleinigkeit – es gibt ihn für 1.200,– €.
        Braungarts Ansätze taugen meines Erachtens nicht für alle Bereiche unseres luxuriösen Lebens (davon rückt er keinen Millimeter ab) und schon können wir „cradle to cradle total global“ aus einem weiteren Grund abhaken. Verschwendung ohne Reue, das ewige Schlaraffenland – schön wär’s gewesen.

        Ich denke, auch Herr Braungart kann einen epochalen Wandel als eine mögliche Variante nicht akzeptieren – was ich gut verstehe.
        Das krampfhafte und kompromisslose Festhalten an dem, was wir derzeit haben, passiert auch der intellektuellen Elite.

        • Stefan Wietzke sagt:

          Mir sind solche Aussagen wie „wir sind zu blöd“ eindeutig zu platt. Oder vielleicht gilt das ja für ihn. Auch ersieht nicht, dass Effizienzerhöhung nicht die Lösung sondern das Problem ist. Denn genau dieser löst die Rebound-Effekte erst aus. Erst wenn die Effizienzsteigerung nicht mehr in zusätzlichen Output gesteckt wird, bringt das etwas für das Ressourcenproblem. Und dann bin ich bei einer statischen Wirtschaft.

        • Patrick sagt:

          Ich schließe mich der Auffassung von Stefan Wietzke an.
          „Wir sind nicht zu viele, wir sind nur zu blöd“ klingt mir eindeutig zu schön um wahr zu sein. Das weckt eher Zweckoptimismus. Nach dem Motto: wir müssen zwar wirklich das eine oder andere grundlegend ändern, aber dann wird es schon gehen…

          • Norbert Rost sagt:

            @Patrick: Ich würde umformulieren:

            Wir sind nicht zu viele, aber wir arbeiten zu wenig an unserer Blödheit.

            Zitat:

            „Voltaire mag natürlich übertrieben haben, als er sagte, dass der einzige Weg, das mathematische Konzept der Unendlichkeit zu verstehen, im Betrachten des gesamten Ausmaßes menschlicher Dummheit bestehe – die Sachlage ist jedoch beinahe so schlimm.“
            Hagbard Celine, „Die Abschaffung der Dummheit“ in RAW: „Die Illuminati Papiere“

          • Michael Egloff sagt:

            „Blöd“ trifft es ohnehin nicht. „Fehlfokussiert“ scheint mir zutreffender zu sein.
            Wir verzetteln uns im Ozean der News und anderer Ablenkungen und konzentrieren uns zu wenig auf das, was für unsere weitere Zukunft wirklich relevant ist.
            Dazu kommt noch der Tunnelblick – nicht selten auch von sehr gescheiten Fachleuten.
            Eine umfassende Systemanalyse wie z.B. von Meadows ist eine seltene Ausnahme.
            Und selbst dann ist man nicht vor Fehlschlüssen gefeit – insbesondere dann, wenn man sich auf das Glatteis begibt, terminierte Vorraussagen machen zu wollen.

            Eine hyperkomplexe Realität ist eben schwer umfassend zu prognostizieren. Unser Denken ist von der Evolution her geprägt von der Einschätzung einfacher Ursache-Wirkungs-Ketten auf Grundlage persönlicher Erfahrungen oder der übermittelten Erfahrungen unserer Vorgängergenerationen.
            Prinzipielle Trendänderungen, die den persönlichen Erfahrungshorizont deutlich überschreiten, ensprechen nicht unseren Denkgewohnheiten. Und bezüglich der Details und zeitlichen Abläufe der zukünftigen Entwicklung nach einem Trendwechsel überfordern sie sogar prinzipiell unsere Denkfähigkeiten.

      • Stephan sagt:

        Mir ist da wegen des Kupfergehalts in dem türkischen Baustahl noch etwas eingefallen:
        Die Erklärung von Professor Braungart klingt logisch, einfach und gut, aber ich nehme mal stark an, dass auch türkische Stahlhütten ein Qualitätsmanagement haben – nur allein, um möglichen Regressforderungen begegnen zu können. D.h. dort wird vermutlich, wie in jeder Stahlhütte auf der Welt, täglich geprüft was für eine Qualität der Stahl hat und was seine Eigenschaften sind (Festigkeit, Rostanfälligkeit, Gewicht, Dichte etc.) und entsprechende Rückstellproben angefertigt. Und dabei müsste den türkischen Ingenieuren, die sicher auch schon vom Problem des zu hohen Kupferanteils im Stahl gehört haben, daran gelegen sein, dass eben der Kupferanteil minimal bleibt.
        Oder wurde das Qualitätsmanagement bestochen, war den Ingenieuren das mögliche Schicksal von Verwandten, die in Erdbebengebieten wohnen, egal?

  16. Hendrik Altmann sagt:

    @Bruno
    ja das korrekt, wenn man bedenkt wie teuer die Wartung und Modernisierungen des Stromnetzes jetzt schon sind und wie schwer sich die Betreiber damit tun, wie soll das erst werden wenn wir in einer schweren Rezession stecken
    oder anders ausgedrückt, das Stromnetz selbst ist nur Wirtschaftlich mit billiger Fossieler Energie, viele vergessen das bei Sonnen Wind und Wasser Strom noch die kosten für das Netz mit einfliessen Wartung Bau und Aufstellung hatte ich ja schon gennant wenn man all diese kosten mit Einberechnet und all das stemmen möchte ohne Oil Gas und Kohle kommt man auf eine negative Energiebilianz, sprich du steckst mehr Energie rein als du rausbekommst, was diese Energieformen als sehr schlechte Alternativen zu Kohle und Gas und auch Atom Kraftwerken werden lässt, praktisch werden die Erneubaren nich nur von der Politik subventioniert sondern auch massiv durch die Fossielen Energieträger selbst. wenn man Energie nutzen möchte und Unabhängig von Öl, Kohle Gas sein möchte sollte man Sonnelicht Wasser und Wind direkt nutzen, vor Ort und mit Material was direkt in der Nähe Regenerativ vorkommt, alles andere wird mittelfristig und Langfristig nicht funktionieren und ist verschwendete Mühe, Oil Kohle Gas wird in nicht allzuferner Zukunft so teuer werden das sich deren nutzung auch nicht mehr lohnt wir sollten sehen wie die Menschheit vor dem Kohle Gas und Öl Zeitalter Energie genutzt hat, ich denke das ist der richtige Weg in die Zukunft auch wenn das heisst das wir Wahrscheinlich nicht in 100 Jahren mit fliegenden Autos durch Megastädte sausen.

  17. Hendrik Altmann sagt:

    @Neodym und Materialien, ich wollte darauf hinaus das schon in Eisen Minen, Kupfer Minen, Bauxit Minen, Kohle usw. mit schweren Diesel Maschinen gearbeitet wird, die Schmelzwerke brauchen ungemein viel Energie um Konkurenzfähig zu sein, der Strom für diese Anlagen wird bestenfalls mit Erdgas erzeugt vorzugsweise mit Kohle, dann ab zum Walzwerk(Energieintensiv) von da aus zu den Fabriken die die Einzelteile herstellen dann ab zur Endfertigung und von da aus müssen die die riesen Teile mit schwerem Gerät zum Einsatzort gebracht werden,zwischen den einzelnen Etappen liegen zum Teil riesige Entfernungen (da geht jede Menge Treibstoff in vorm von Öl in das Windrad), im Offshore bereich werden zum teil riesige Helikopter eingesetzt um die Windräder aufzustellen oder Teile später zu wechseln. Die Bilianz an Fossieler Energie die letztendlich in so einem Windrad steckt ist nicht sehr gut, beim Stromnetz selbst das gleiche Spiel Hochspannungskabel und Trassen sind im Bau Aufstellung Wartung genauso Abhängig von Oil, Gas und Kohle, das betreiben solche Gebilde läuft in 40-50 Jahren nicht mehr und auch davor werden die Sachen von Jahr zu Jahr Kostenintensiver das ist definitiv nicht die Lösung.Würde man nur die Energie von Windrädern zur Herstellung Aufstellung Wartung der Windräder selbst und des Netzes nutzen, steckt man mehr Windenergie rein als man dabei rausbekommt, das ist das Kerproblemm darauf will ich hinaus.

    • Flint sagt:

      Wenn man ohne Angst und Ehrlich zu sich selbst mal extrem weit Ausholt, kommt mann zu dem Schluss das einfach vieles Extrem eng zusammenhängt Heutzutage.Ohne billige Energie wird man wohl froh sein können was zu Essen und ein Dach über dem Kopf zu haben.

    • Stephan sagt:

      Zur Energiebilanz bzw. zum Erntefaktor von Windkraftanlagen hat selbst der ehemalige Geschäftsführer des VDEW (Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke), Prof. Dr. Joachim Grawe, diesen eine positive Bilanz bescheinigt:

      Veröffentlicht: 6. Oktober 2005; Aktualisiert: 24. November 2005
      Energieerntefaktoren bei der Erzeugung elektrischer Energie
      Von Joachim Grawe

      „Der Erntefaktor ist der Quotient aus der Netto-Energieerzeugung während der geplanten Lebensdauer einer energieerzeugenden Anlage und dem kumulierten Energieverbrauch für die Herstellung der Anlage, der Betriebsmittel und der Betriebsstoffe. Der Begriff ist nur sinnvoll im Zusammenhang mit der Nutzung regenerativer Energiequellen.“

      Als Anhaltspunkte für den heute erreichten Stand der Technik können die in der folgenden Tabelle angegebenen Werte genommen werden, wobei hier die reinen Herstellungs-Erntefaktoren angegeben sind, Energieaufwendungen für Betrieb und Abriss also nicht berücksichtigt sind.

      Danach beträgt der Erntefaktor für ein(e):

      – Kernkraftwerk__________________100 – 200
      – Kohlekraftwerk_________________100 – 150
      – großes Laufwasserkraftwerk_____100 – 200
      – kleines Laufwasserkraftwerk____40 – 100
      – Windkraftwerk__________________10 – 50
      – Photovoltaikanlage_____________2 –8.

      Diese [die Amortisationszeit] ist der Zeitraum, der verstreicht, bis das betreffende System den gesamten für alle Stufen seines „Lebensweges von der Wiege“ (Gewinnung der Rohstoffe für den Bau) „bis zur Bahre“ (Abriss und Entsorgung) entstehenden kumulierten Energieaufwand durch seine Erzeugung wieder „eingespielt“ hat. Er beträgt (in Monaten) durchschnittlich bei

      – Steinkohle____________knapp 4 Monate
      – Braunkohle____________knapp 3 Monate
      – Erdgas (GuD-Anlage)___knapp 1 Monat
      – Kernenergie*)_________knapp 3 Monate
      – Wasserkraft___________knapp 14 Monate
      – Windenergie**)________7 – 16 Monate
      – Solarenergie***)______70 – 100 Monate.

      *) Druckwasserreaktor, Leistung 1.300 Megawatt, direkte Endlagerung verbrauchter Brennelemente
      **) Leistung 1 Megawatt, mittlere Jahreswindgeschwindigkeit 4,5 – 5,5 m/s [bezogen auf 10m Höhe!]
      ***) Leistung 5 Kilowatt (Dachanlage), polykristallines und amorphes Silicium.

      http://energie-fakten.org/html-neu/erntefaktor-haupt.html

      Das sind aber, wie angegeben, Zahlen aus dem Jahr 2005, d.h. ohne Berücksichtigung der Weiterentwicklung der WKAs und PV-Technik und ohne Berücksichtigung der immer höheren Energieaufwendungen für die Gewinnung von Kohle, Erdgas und Uran. Ganz aktuell soll in England ein neues AKW gebaut werden, wobei im Vertrag eine Mindestvergütung von ca. 11 Ct pro kWh eingespeisten Strom, erhöht um die jährliche Inflationsrate, vorgesehen sind. Man vergleiche das mal mit den ca. 7 Cent pro kWh, die hiesige WKA-Besitzer bekommen. Und bei AKWs gibt es keine Haftpflichtversicherung, d.h. die Haftpflichtversicherung sind Du, ich und wir alle.
      Und bis heute ist glaube ich noch kein einziges abgeschaltetes AKW vollständig abgebaut worden.

      Die Netznutzungsentgelte, die die Netzbetreiber kassieren (ca. 6 Ct pro kWh) sind höchstwahrscheinlich völlig überzogen.

      • Michael Egloff sagt:

        Das habe ich mir gleich beim ersten Lesen der Zahlen gedacht:
        da können zum Beispiel bei der Kernernergie keinesfalls die energetischen Aufwände für den Bau und den Abbau der Kernkraftwerke enthalten sein, keine Endlagerung mittel- und hochradioaktiver Abfälle (letztere für über 200000 Jahre), Castorentransporte, unzählige Polizeieinsätze, energetiosche Aufwände für die Herstellung der Uranabbautechnik, der Anreicherungsanlagen, energetische Aufwendungen für die Kernforschung (Forschungsreaktoren) usw.

        Dagegen ist die Rechnung eines Milchmädchens eine mathematische Meisterleistung.

        Übrigens: große Mengen an Energieinput fallen ja erst nach Ende der Laufzeit z.B. eines Kernkraftwerks an (also z.B. Abbau, Endlagerung).
        Wenn man also eine Energieinput-Output-Verlaufskurve erstellen wollte, dann wäre ein Kernkraftwerk während der Laufzeit eine tolle Geschichte. Aber wenn das Kernkraftwerk überhaupt keinen Strom mehr produziert sind noch in der Summe erhebliche energetische Aufwände für sehr lange Zeit vonnöten.
        Sprich: für Jahrzehnte nach dem Atomausstieg (für Endlagerung noch viel länger) kostet die ehemalige Atomkraft noch etliches an Energie ohne dann auch nur eine Kilowattstunde Strom zu liefern.
        Wir werden mit den energetischen Folgeaufwänden des allmählich auslaufenden fossil-atomaren Zeitalters noch sehr lange Zeit zu tun haben, während Energie dann immer knapper und teurer wird. Zm Beispiel mit den energetischen Aufwänden, die sich mit den Anpassungen an den Klimawandel durch die fossile Energiegewinnug ergeben.

        Daraus ergibt sich die Frage: werden diese energetischen Langzeitaufwände in weiterer Zukunft überhaupt zu realisieren sein? Wird man also überhaupt die sichere zweihunderttausendjährige Endlagerung realisieren können, oder die Anpassungen an den Klimawandel (was z.B. die Umsiedlung mehrerer hundert Millionen Menschen infolge der allmählichen Überflutung der unzähligen Küstenstädte einschließt)?

        Ungewohnte und spannende Fragen, stimmt´s?

      • Florian Hoppe sagt:

        Das ist einer der Gründe warum ich EROEI Debatten nicht mehr so verfolge.

        Wie schon gesagt, zimmert sich hier jeder (je nach Präferenz) sein eigenes Süppchen zusammen.

        Wenn man aber sieht wie bestimmte Lobbygruppen EE teilweise massivst bekämpfen (Stichwort: „Sonnensteuer“), lässt dies eigentlich nur den Schluss zu, dass sie für die etablierten Energiebetriebe tatsächlich eine Bedrohung sind.

  18. Patrick sagt:

    Ich habe gerade bei feasta.org gelesen, was Steven Kopits neulich erklärte:

    „More specifically the total spend on upstream oil and gas exploration and production from 2005 to 2013 was $4 trillion. Of that $3.5 trillion was spent on the ‘legacy’ oil and gas system. This is a sum of money equal to the GDP of Germany“

    Der letzte Satz hat einen glatt um.
    Sorry, falls das schon irgendwo hier gepostet wurde!

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