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USA: Infrastrukturkrise durch hohe Ölpreise

Das letzte Mal wurde die Mineralölsteuer in den USA 1993 angepasst. Seit über 20 Jahren zahlen Autofahrer in den USA auf jede Gallone (ca. 4 Liter) 18,4 Cent Mineralölsteuer (< 5 Cent pro Liter!). Diese Steuer fließt überwiegend dem Highway Trust Fund zu, der daraus die Erneuerung der Straßen, Brücken und Highways finanziert. Diesem Fond geht jedoch das Geld aus - schon im August könnte die Finanzierung der Straßeninfrastruktur in den USA zum Stillstand kommen.

Hintergrund der Finanzierungskrise ist nicht nur die seit 20 Jahren unangepasste Mineralölsteuer, sondern auch der seit 2002 gestiegene Ölpreis. So wie die Benzinpreise stiegen, sank der Spritverbrauch in den USA: Es wurde weniger gefahren und es wurden sparsamere Fahrzeuge gekauft. Statt fast 50 Milliarden US$ Einnahmen für die US-Bundesbehörden vor der Ölpreisexplosion standen den Bundesbehörden zuletzt nur etwas mehr als 30 Milliarden US$ aus der Mineralölsteuer zu. Natürlich schrumpfte die Länge des US-Straßennetzes nicht in gleichem Maße, weshalb einem gleichbleibendem (bzw. sogar inflationär wachsenden) Aufwand schrumpfende Steuereinnahmen gegenüberstehen.

Nun wird diskutiert, wie sich die Einnahmesituation verbessern ließe und mit großer Wahrscheinlichkeit kommen zusätzliche Steuern auf die US-Autofahrer zu. Es ist zu erwarten, dass die dadurch steigenden PKW-Kosten zu sinkender PKW-Nutzung führen werden und damit tendenziell die Situation wiederholt wird: Dem großen Aufwand der regelmäßigen Ertüchtigung des Straßennetzes stehen tendenziell sinkende Einnahmen aus der Mineralölsteuer gegenüber, was letztlich zu der Erkenntnis führen sollte: Das Straßennetz der USA ist überdimensioniert.

Maut in Deutschland

Zwar haben die US-Mineralölsteuern noch viiiiel Spielraum, bis sie deutsches Niveau erreichen (Benzin: 65 Cent pro Liter, Diesel: 47 Cent pro Liter, Kerosin: 0 Cent), doch zeigt sich an der derzeit laufenden Maut-Debatte auch in Deutschland, dass die Finanzierung der gewachsenen Straßeninfrastruktur keineswegs gesichert ist. 625 Millionen Euro soll Dobrindts Ausländer-Maut in die Kassen spülen, während der Lobbyverband Pro Mobilität e.V. eine Finanzierungslücke von 6,5 Milliarden Euro jährlich sieht.

Unter Peak-Oil-Gesichtspunkten ist es fraglich, ob die heutige Straßeninfrastruktur auch in der Zukunft in diesem Umfang benötigt wird und vor allem: Ob sie tragbar ist. Immerhin braucht es zum Straßenbau nicht nur Geld, sondern auch Bitumen und große Mengen Treibstoffe für Baumaschinen und Materialtransporte. Das gilt für Deutschland genauso wie für die USA und die meisten anderen industrialisierten Länder der Welt. Florian Rötzer bezeichnet die Mautpläne denn auch als Fehlgeburt, weil sie bürokratisch ist und jegliche Lenkungswirkung vermissen läßt.

Als warnendes Beispiel für Infrastrukturrisiken läßt sich die aktuelle Situation im thüringischen Gera benennen. Dort meldeten in der vergangenen Woche die Stadtwerke Insolvenz an und in der Folge sind nun auch die Verkehrsbetriebe zahlungsunfähig. Auch in der Stadtverwaltung selbst gilt eine Haushaltssperre. Finanzielle Verbindungen zwischen Stadtwerken und Verkehrsbetrieben gibt es in vielen deutschen Städten, wobei meist die Energieversorger den ÖPNV querfinanzieren. Es bleibt zu hoffen, dass Gera ein tragischer Einzelfall bleibt und nicht ein erster von vielen Fällen wird, bei denen die städtische Daseinsvorsorge infrage steht. Das Risiko einer schleichenden Erosion der gewachsenen Infrastrukturen läßt sich aus Peak-Oil-Gesichtspunkten durchaus ableiten. Die Maut-Diskussion schließt leider bislang keine Diskussion über eine zukunftsfähige Mobilitätsinfrastruktur in Deutschland ein, sondern ist auf den Erhalt des üppig dimensionierten Straßennetzes ausgerichtet.

x-ter Versuch: Subventionsabbau in Ägypten

Dass die Verteuerung von Mobilität revolutionären Sprengstoff beinhaltet, wissen manche arabische Länder genau. Ägypten versucht dieser Tage mal wieder, den Staatshaushalt von Subventionen zu entlasten. Die Streichung von 20 Milliarden US$ Mineralölsubventionen führten in Ägypten am Freitag zu einem Anstieg der Spritpreise um 78%. Schon zur Revolution 2011, bei der Hosni Mubarak die Macht in Ägypten verlor, spielten die gestiegenen Energiepreise eine Rolle. Auch die jetzige Entscheidung dürfte einige Ägypter hart treffen aber erneut die Frage aufwerfen, wie stark sich einzelne Gesellschaften von Öl als Treibstoff abhängig gemacht haben und wie man aus dieser Verstrickung konstruktiv rauskommt. Iran, Saudi Arabien, Indonesien, Indien, Venezuela und China werden das Experiment mit großer Aufmerksamkeit verfolgen: Denn in diesen Ländern sind die staatlichen Subventionen der PKW-Mobilität noch größer als in Ägypten.

(Dank an Frank)

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55 Kommentare to “USA: Infrastrukturkrise durch hohe Ölpreise”

  1. wolfswurt sagt:

    Die Verwirrung des Geistes ist nicht mehr zu stoppen

    Ein Beispiel:
    Eine Milchkuh stand vom 1.11. bis 30. 4. im Stall bekam Heu und Futterrüben von den Flächen am Hof.
    Gemolken wurde im Winterhalbjahr im Stall und die Kühen im Sommerhalbjahr zum melken morgens und abends in den Stall geholt.
    Bei Weiden außerhalb wurde direkt auf der Weide gemolken.
    Heutiger Standard: die Milchkuh steht das ganze Jahr im Stall über dem Güllekeller, läuft morgens und abends selbstständig zum Melkroboter und wird gefüttert mit Gras/Maissilage.
    Diese Grassilage wird 3-5 mal im Sommer mit hohem technischen Aufwand geschnitten und anschließend gelagert.
    In gleichem Atemzug wird die Gülle aus dem Keller ebenfalls 3-5 mal im Jahr mit hohem technischen Aufwand auf die gemähten Weiden ausgebracht.
    Zusätzlich wird Soja aus Indien und Brasilien gefüttert.

    Ich kenne noch die ursprüngliche Version der Milchviehhaltung, welche vor 25 Jahren hier in Nordwestniedersachsen schon nicht mehr die Regel war.
    Da fraß die Kuh das Graß direkt ohne Umwege über Technik und düngte selbstverständlich ohne Umwege über Technik.

    Betrachte ich diesen Arbeitsprozess der Landwirte, so liegt der Wahnsinn menschlicher Geisteshaltung auch für alle anderen Bereiche klar vor Augen.

    Völlig durchgeknallt ist dann die angebotene Weidemilch in den Supermärkten im Januar.

  2. wolfswurt sagt:

    Nachtrag:
    Dieser ganze Wahnsinn wird selbstverständlich Subventioniert und von den Landwirtschaftskammern als der Weisheit letzter Schluß angepriesen.

  3. danke wolfswurt,
    deien Beitrag ist nichts mehr hinzu zu fügen, er gilt für viele weitere Bereiche genau so

  4. Hendrik Altmann sagt:

    Ich finde das Selbstverständlich das die Infrastruktur mit erreichen von Peak Oil zerfällt, was mit dem Öl gewachsen ist wird auch wieder mit dem Öl gehen und die Infrastruktur wird bei weitem nicht das Einzige sein, die Bevölkerung wird stark zurück gehen, Produktion, die Städte werden schrumpfen weil alle wieder aufs Land wollen zwecks Nahrung und Wasserversorgung, ja selbst Staaten und Regierungen werden sich Auflösen weil Sie sich nicht mehr finanzieren können, Militärbasen Flotten Flugzeugstaffeln Armeen die auf Öl basieren werden auch verschwinden (aber wohl kaum freiwillig).Die Frage ist wird das alles friedlich passieren? Für mich ist die Antwort klar, werde ich da sitzen und verhungern wenn ich weiß das der Nachbar noch was zu Essen hat?

  5. Hendrik Altmann sagt:

    @wolfswurt Naja ich würde die Bauern jetzt nicht als verwirt hinstellen, die würden bestimmt nicht so vorgehen wenn es nicht profitabel wäre, wenn man Viehhaltung wie vor 60 Jahren betreiben möchte hat man auch mehr Kosten bzw produziert weniger zu selben Kosten, deshalb wird ja auch Weidemilch extra uns explizit Angeboten, Sie ist teurer in der Produktion und muss auch zu höheren Preisen Angeboten werden, und in einer Welt voller Konkurrenz musst du halt mitmachen oder dein Unternehmen schlissen weil es keinen Gewinn macht, oder aber einen Absatzmarkt finden der bereit ist für den Umstand der biologisch verträglichen und nachhaltigen Produktion höhere Preise zu bezahlen(Weidemilch), das ist auch bei vielen anderen Produkten und Dingen der Fall dadurch das man sich ständig mit allen in Konkurrenz befindet (ein Grundsatz des Lebens) muss man immer den effektivsten Weg fahren und das ist halt eine Produktion bzw ein Leben mit Fossieler Energie, weil diese Energie so unglaublich billig ist(noch), wenn nur ein Milchbauer seine Produktion umstellt von biologischer auf Maschinell industrielle Viehhaltung dann müssen die anderen gezwungener maßen mitziehen, sonst werden Sie aus dem Geschäft gedrängt weil Sie nicht so billig produzieren können.

    • Ert sagt:

      @Hendrik & Wolfswut

      Ja, genau so ist es – Energie war/ist so billig, das themodramatischer Unsinn möglich war – weil die äquivalente Menschliche Arbeitskraft im Vergleich zu billiger Energie zu ‚teuer‘ ist.

      Weiterhin war die Industrialisierung geplant und wurde massiv unterstützt. Auch ist ein schlecht bezahlter Job auf den Land bzw. der Landwirtschaft bei weitem nicht so attraktiv wie es auf dem Stuhl, mit Regelarbeitszeiten und 6 Wochen Urlaub im Büro zu verdienen. Ich weiß wovon ich spreche… Silos saubermachen, Beregnung umbauen, Rohre Schleppen, Heu und Stroh laden und auf den Boden stapeln, hinter dem Rübenroder laufen bzw. die Spur vorbereiten, Klette, Stockrüben, etc. ausziehen – also ich hätte mir in meiner Jugend während der Ferien bessere Beschäftigungen vorstellen können.

    • wolfswurt sagt:

      Nun, das Ergebnis ihrer Auffassung vom schweren Landleben sehen wir im Mangel an Nachwuchs bei den Landwirten und in der Verweigerung der noch vorhandenen Nachfolger den landwirtschaftlichen Betrieb zu übernehmen.
      14-18 Stunden auf einem bequemen luftgefederten Schleppersitz ist eben auch kein Anreiz sein Leben so zu vollbringen.
      Die Landwirte in meiner Umgebung suchen händeringend nach Helfern – vergebens.
      300 – 1000 ha sind für einen Landwirt mit 70 jährigen Vater und 10 jährigen Sohn nicht mehr zu bewältigen ohne Gefahr zu laufen in der Klapse zu enden.
      Ganz zu schweigen von den Schulden die auf allen Höfen lasten, denn die sind der Preis der Technisierung und der Größe.
      Der andere Preis ist die Gesundheit. Jeder Landwirt der Massentierhaltung betreibt kommt bei Einlieferung ins Krankenhaus erst mal in Quarantäne aus Furcht vor MRK und sei auch nur der Arm gebrochen.

      Das es auch anders geht beweist eine Bäuerin mit 12 Milchkühen 18ha Land ohne Nebenjob. Mit ihren beiden Eltern auf dem Hof kommt sie trotz aller angeblichen Fortschrittsargumente klar.

      Sie folgte nicht dem Ruf der Banken, Landwirtschaftskammern und der Industrie.

      • Patrick sagt:

        Wenn es bei Ihnen in der Nähe so viele Landwirte gibt, die Probleme haben, Mitarbeiter und/oder Nachfolger zu finden, bietet sich doch das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft hervorragend an.
        Es gibt nämlich auch genügend Projekte, die händeringend Höfe, Bauern und Land suchen.

        Hier (in der Nähe von Dortmund) wurde z.B. kürzlich ein neues Projekt gegründet:
        http://solawi-dortmund.org/
        Nächsten Monat werde ich erstmals zu einem Treffen fahren um mehr zu erfahren und evtl. selbst Mitglied zu werden.

        Schlagen Sie doch den Bauern bei Ihnen einmal dieses Konzept vor. Im Internet finden Sie eine Menge Informationen dazu.

        • wolfswurt sagt:

          Lieber Patrick,

          Bauern, welche ihre seit Jahrhunderten mit Hand aufgeworfenen Rundstücke(Marschland) durch Einsatz von enormer Technik einebnen und Drainagieren und im Winter dann mit dem Spaten erneute Ablaufgräben ausheben um die Seelandschaft(Tonboden hochverdichtet durch mittlerweile 18to Güllefässer) auf den Äckern und Weiden zu beseitigen, mit welchem Geistesinnhalt sind wohl diese Bauern gesprächsmäßig noch zu erreichen?

          Wer seinen klaren Blick für das Wesentliche und Natürliche verloren hat, dem ist leider nicht mehr beizukommen.
          Das ist keine Prognose sondern Erfahrung.

      • Stephan sagt:

        „Die Landwirte in meiner Umgebung suchen händeringend nach Helfern – vergebens.
        300 – 1000 ha sind für einen Landwirt mit 70 jährigen Vater und 10 jährigen Sohn nicht mehr zu bewältigen ohne Gefahr zu laufen in der Klapse zu enden.“

        Darf man fragen um welches Bundesland es sich da handelt?
        Geht es bei dem Bedarf nur um Saison-Kräfte?
        Darf man fragen wie hoch die Bezahlung als Helfer Brutto pro Monat etwa ist und wieviele Stunden pro Woche angesetzt sind?
        Was für Arbeiten sind das und braucht man dafür eine Ausbildung?
        Werden die Vorzüge der biologischen Landwirtschaft diskutiert?

        Im Vortrag von Friedrich Wenz, Biobauer, wird die Halbierung des Treibstoffverbrauchs sowie eine starke Reduzierung der Arbeitsleistung (ab Min. 8:45) erwähnt:

        moderner biologischer Landbau Teil 1
        http://www.youtube.com/watch?v=s1YJ2fWQGPE

        • wolfswurt sagt:

          Nordwestliches Niedersachsen.
          Milchviehbauern von bis zu 800 Tieren.
          Kräfte für das ganze Jahr im Bereich Melken-Füttern-Silage einbringen-Gülle fahren.
          Die Höhe des Entgeldes ca. ab 8,-€.

          • wolfswurt sagt:

            Nachtrag:
            Eine Ausbildung ist nicht von Nöten, denn es finden sich auch keine Arbeitskräfte ohne Ausbildung.

            Diskutieren kann man gerne aber ist fruchtlos wie die Wüste.

            • wolfswurt sagt:

              Nachtrag zum Nachtrag:

              Um keine falschen Vorstellungen von den Bauerhöfen ala Werbung auf Lebensmittelprodukten zu bekommen: es handelt sich um industrielle Agrarbetriebe mit alteingesessenen Hoferben deren tun die Kammern, Banken und die Subventionsrichtlinien bestimmen.

  6. Frank Bell sagt:

    Wenn die Maut bürokratisch ist, dann wird sie mit Sicherheit kommen.

    1. Kann man da einige Parteigenossen mit schönen, gut bezahlten Posten „belohnen“ und

    2. hält der CDU/SPD-Wähler feige das Maul, denn „Mutti“ ist ja ach so toll…

  7. Frank Bell sagt:

    A propos:

    Das Beispiel Gera wird die Politik verwenden, um NOCH MEHR zu privatisieren.

    TISA lässt grüssen… :-(

  8. Bruno Müller sagt:

    Eine bemerkenswerte Nacht. Es wird geschossen. In Israel, im Gaza-Streifen, in der Ostukraine und vor der eigenen Haustür.

    Die Einen leben in Todesangst wegen Raketen, die anderen freuen sich des Lebens wegen Fußball und feuern Feuerwerksraketen ab.

    Es taucht immer wieder dieses Titanicbild auf. Während die Einen das kommende Ende bereits spüren, sind die Anderen dem Verdrängungsrausch verfallen und feiern Party.

    • Flint sagt:

      Das Ende dieser Party wird früher oder später kommen, denn mit was sollten wir diese unglaubliche Energiequelle die sich Erdöl nennt ersetzen. Ich denke nicht das die Erneuerbaren das ohne billige Grundenergie leisten können, leider.

      • Frank Bell sagt:

        Na ja, die Untergangspropheten haben sich immer wieder geirrt. Es ist schon erstaunlich, wie es die Menschheit immer wieder schafft.

        Da aufgrund der unkonventionelle Ölförderung und aufgrund der Teersande in Kanada noch viel möglich ist, bin ich wirklich gespannt, wie diese Geschichte ausgeht.

        Der „Peak“ wurde jedenfalls erst einmal abgesagt in dem Sinne, dass alles weiter geht wie bisher.

        Schon erstaunlich.

        Und auf einen Börsencrash oder so hoffe ich nicht mehr. Was soll das auch für ein Crash sein, in dem der DAX um 20 % abstürzt. Er steht dann immer noch sehr, sehr hoch.

        Und bei den Menschen da draussen kommen diese unsere Sorgen doch gar nicht an!

        Die freuen sich, weil ein Haufen Millionäre gestern Fussball gespielt haben, ohne dass sie etwas davon hätten.

        Ansonsten gilt unverändert: Urlaub, Zweitauto, Eigenheim. Wachstum!

        • Marcel Sastre sagt:

          @Frank,

          Erstaunlich ist fuer mich, wie weit die Meinungen selbst hier im Forum auseinander gehen!

          Die Weltgeschichte ist doch voller Katastrophen und Untergaenge, bei denen Millionen von Menschen buchstaeblich auf der Strecke blieben. Die, die uebrigblieben mussten dann aus den Truemmern etwas neues erschaffen, was dann eines Tages auch zusammenbrach. Die Pessimisten sind doch die einzige Zunft, die immer wieder recht behaelt – auch wenn die genaue Terminierung der Ereignisse zuweilen schwerfaellt. Was sich allerdings erhoeht, sind die Ausschlaege nach oben und unten!

          Peak-Oil ist auch keineswegs abgesagt. Ganz im Gegenteil: Mir scheint es manchmal, als bewegten wir uns mit der Praezision eines schweizer Uhrwerks unaufhoerlich auf diesen Punkt zu, den ich noch in diesem Jahrzehnt vermute. Alle Entwicklungen in diesem noch jungen Jahrhundert, die Kriege im Nahen Osten, die Preisentwicklung, der exorbitant steigende Aufwand der Foerderung selbst, die Aufweichung von Umwelt- und die Bagatellisierung von Menschenrechtsstandards in den Foerderlaendern uvm. sind fuer mich untruegliche Anzeichen einer nahenden Verknappung diverser Ressourcen. Waehrend wir jedoch 2007/08 quasi mit dem Schwung einer kraeftig wachsenden Weltwirtschaft in die Oelpreisspirale gerauscht sind, tasten wir uns nun wirtschaftlich kraenkelnd an die jeweils gerade noch tragbaren Hoechstmarken heran.
          Wenn in Aegypten die Subventionierung von Treibstoffen auslaeuft, bedeutet dies bereits konkret Peak-Oil fuer die dort lebenden Menschen, waehrend wir uns in den Industriestaaten ueber die freiwerdenden Kontingente freuen, die wir dank noch vorhandener Devisen/Handelsueberschuesse aufkaufen koennen.
          Die Aktienkurse sind wahrlich kein geeignetes Parameter um den Zustand von irgendetwas, ausser vielleicht einer paranoiden Erwartungshaltung zu bestimmen! Genausowenig wird sich die Entwicklung von der Business-as-usual Haltung deiner Mitmenschen, die du wohl richtig wahrnimmst, beeindrucken lassen.

          Die Menscheit wird auch diesmal nicht aussterben. Die Frage wird aber sein, wie viele Menschen unter welchen Bedingungen werden weiterleben duerfen.

          • Patrick sagt:

            Ganz genau! Die Frage ist nicht, ob die Menschheit ausstirbt oder nicht. Selbst bei einer nuklearen Auseinandersetzung größeren Ausmaßes werden immer Menschen überleben.
            Die Frage, um die es eigentlich geht, ist doch: Wie viele Menschen können zukünftig ein Leben unter „menschenwürdigen“ Bedingungen führen?

            • M.U. sagt:

              Was ist den dieses „menschenwürdig”?

              • Michael Egloff sagt:

                Das ist die spannende Fage, M.U.
                Denn die heutige Definition von „menschenwürdig“ ist oft ölbasiert: viel Kultur, modernes Gesundheitswesen, reisen, reisen, in die weite Ferne, warme Wohnung in allen Zimmern usw.

                Könnte sein, dass sich die Definition von „menschenwürdig“ in den nächsten Jahren immer mehr verändert: hin zur Sicherung der existenziellen Grundbedürfnisse.
                Also die Definition, die die Menschheit fast in der ganzen Zeit ihrer Existenz hatte, und sogar heute noch – außerhalb der Wohlstandsfestungen.

              • Patrick sagt:

                Genau das sollte dringend definiert werden.
                Mit Sicherheit ist damit nicht der heutige, westliche Konsumismus gemeint. Ein Leben im Dreck ebensowenig.

                Ich denke, genau hier muss der Begriff der Nachhaltigkeit eingepflegt werden. Und zwar wirklich als echtes Leitbild, nicht dieses ständige Greenwashing.

                Es sollte ein Dasein ermöglichen, dass die Möglichkeiten anderer Menschen weder heute noch in Zukunft einschränkt.
                Es muss um eine faire Verteilung der Ressourcen gehen, in der es akzeptable Spannbreiten gibt.

                Bisher scheint es keinen Konsenz zu geben, was genau „menschenwürdig“ ist.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Ich weiss nur das sich der Mensch gerne über die Naturgesetze und Mathematisch Physikalischen Gesetze stellt, oft wird das Wort Gerechtigkeit geschrieben, es gibt nur ein Recht im Universum und zwar das der Naturgesetze wer sich diesen wiedersetzt wird von den Kräften die dieses Universum zusammen halten und lenken vernichtet, auch auf der Erde gelten diese Gesetze und werden in der Biologie, Physik, Mathematik und Chemie zur genüge Erforscht, Gut und Böse, Gerechtigkeit, Würde sind Hirngespinste und Existieren nicht, so funktioniert die Welt nicht, nach der Evolution auf der Erde gab es schon immer einen massiven Konkurrenzkampf um Raum und Ressourcen und um das Recht sein Gencode weiter geben zu dürfen und das seit 2 Milliarden Jahren, auch der Mensch befindet sich im ständiger Konkurrenz zu allen anderen Lebensformen und auch zu jedem anderen Menschen, in unserer Überflussgesellschaft haben wir das fast völlig verdrängt, die billigen Energieträger aus der Erde gaben uns die Macht alle anderen Lebensformen hier auf der Erde zu dominieren und auszubeuten was jetzt aber nicht Böse, Ungerecht oder Unfair ist sondern das nennt sich Evolution (in der es sowas wie Gerechtigkeit, Würde oder gut und böse nicht gibt) wenn die Energieträger aus gründen der Effizienz nicht mehr aus der Erde geholt werden können, werden die Karten wieder neu gemischt und diese Dominanz wird wieder zurückgehen, vielleicht sogar gebrochen. Der der sich in diesem gnadenlosen Konkurrenzkampf hier auf der Erde als der stärkere besser Angepasstere herausstellt, hat den Vorteil den groß teil der Ressourcen zu bekommen bis ein stärkerer kommt und auch Ihn wieder verdrängt, so läuft das heute und so ging das schon vor hunderten Millionen Jahren vor sich, nix mit Gerechtigkeit oder Würde nein das Recht des Stärkeren gilt auch für uns, wer denkt es gäbe für uns Menschen Sonderregeln mit den Namen Würde oder Gerechtigkeit der leidet an etwas was sich Hybris nennt, die Naturgesetze machen keine Ausnahmen.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Nachtrag, die Nutzung von Öl Gas Kohle Uran als effiziente Energiequelle Ja selbst Holz, ist ein direkter Vorteil gegenüber jeder anderer Lebensform hier auf der Erde, das zementiert unsere brutale Dominanz in diesem Ökosystem, erst wenn es uns nicht mehr gelingt diese Energiequellen zu nutzen bzw durch Nutzung unser Ökosystem zu schnell zu Verändern besteht die Chance unsere Dominanz zu brechen.

              • Frank Bell sagt:

                Das einzige Recht hier auf der Erde ist das des Stärkeren.

                Leider.

              • Norbert Rost sagt:

                @Frank Bell: Ganz ehrlich: Ich möchte solche Aussagen nicht in diesem Blog lesen, genausowenig wie unterschwellige Ansagen von so manchem Kommentator, dass Gewalt in einem Peak-Oil-Umfeld zwangsläufig ist und man sich daher besser mit Waffen ausstattet.

                Ich will es nicht deshalb lesen, weil es mir nicht gefällt (das auch!), sondern weil solchen Aussagen die Macht selbsterfüllender Prophezeiungen innewohnt.

                Der Grund, warum ich auf diesem Blog regelmäßig auf den Transition-Ansatz hinweise ist, dass Peak Oil NICHT aus einen individuellen Blickwinkel „handhabbar“ ist. Ein konstruktives Durchkommen durch den Abstieg vom Ölgipfel ist so oder so nur in Form von Gemeinschaften möglich. Wir leben tagtäglich in solchen Gemeinschaften, machen uns dies aber nicht bewusst. Jedes Leben in Städten und Dörfern und jedes Nachgehen einer Nicht-Selbstversorgenden Arbeit ist gemeinschaftliches Tun. Der Aufruf, die Waffe griffbereit zu haben ist, legt die Grundlage dafür, dass Gemeinschaften zerschlagen werden. Es ist reichlich illusorisch anzunehmen, man könne sein Überleben mit einer Waffe „verteidigen“ und es gelte jederzeit das Recht des Stärkeren. Die Kultur, in die wir uns in Mitteleuropa eingefunden haben, zeigt, dass dem eben nicht so ist. Seit Jahrzehnten leben wir relativ stark entlang des Rechts des Rechtes, das wir uns als Gemeinschaft gegeben haben. Und es sollte Ziel eines jeden sein, diese Kultur am Leben zu halten. Denn die Alternative ist alles andere als wünschenswert für JEDEN.

                Daher bitte ich mir das Hausrecht aus, in diesem Blog Aufrufe zu Bewaffnung ebenso zu unterlassen wie andere Formen der Suggestion selbsterfüllender Propheiungen, sofern diese selbstverstärkende destruktive Dynamiken hervorrufen können! Und möchte jeden Leser und Schreiber bitten, solchen Argumenten etwas entgegenzusetzen und für eine Kultur des gemeinschaftlichen Durchstehens künftiger Entwicklungen zu trommeln.

                Menschen sind überwiegend keine rein egoistischen Wesen, wir sind SOZIALE Wesen! Und diesen Teil in uns werden wir BRAUCHEN, um lebenswerte Strukturen zu erhalten.

                Wer diesen Gedanken weiterfolgen will möge beispielsweise hier zum Thema Homo Oeconomicus weiterlesen:

                http://www.dreigliederung.de/download/2008-12-001.pdf

              • Patrick sagt:

                Danke, Norbert!

                bei aller Hilflosigkeit, die einem manchmal überkommt, muss man doch den Kopf oben behalten und genau wie du schreibst haben ja auch viele andere (Christian Felber, Harald Welzer etc.) angemerkt, dass Menschen in erster Linie soziale Wesen sind, die an gelingenden Beziehungen interessiert sind. Wir haben ein Über-Ich entwickelt und können daher Dinge gestalten, zu der andere Spezien nunmal nicht in der Lage sind.

                Ich glaube, dass ein Grund, aus dem hier und da diese extrem negative Zukunftserwartung kommt, vor allem mit dem aktuellen Weltgeschehen zusammenhängt.
                Jeder hier weiß, in welche Richtung es gehen sollte…und doch geht es genau in die andere Richtung. Kriege, Konflikte, Demokratieabbau, völlige Ökonomisierung aller Gesellschaftsteile, Totalüberwachung, Konzern- und Bankendiktatur, dämmernde Bevölkerung, Politik müssen wir nicht drüber reden etc. sind Entwicklungen, die einfach alle absolut kontraproduktiv sind und eben den „Glauben“ daran, dass wir als Menschen das noch hinkriegen eben auf ein Minimum abschmelzen lassen.

                Deshalb – wie in diesem tollen Blog auch immer wieder geschrieben wurde – muss man versuchen, im kleinen etwas dagegen zu setzen, nämlich irgendwie aktiv sein, etwas unternehmen und darüber ins Gespräch kommen.

                Kurzum: ich kann diese aufkommende Lethargie schon irgendwo nachvollziehen, aber dieses „Das Recht des Stärkeren“ Gerede, dass aus der Evolution abgeleitet wird, für völlig antiquiertes Denken und absolut fehl am Platz, ignoriert es doch alles, was die Sozialwissenschaft in der Vergangenheit gezeigt hat.
                Und eine persönliche Bewaffnung kann ja wohl keine ernsthafte Verbesserung der Lage mit sich bringen!

  9. Hendrik Altmann sagt:

    @Frank
    Ich stimme dir da voll zu in die Zukunft sehen kann niemand,
    zum Tight Oil kann ich nur sagen das die Mehrheit der Förderbrunnen Verluste einfährt, nur sehr wenige Anlagen sind profitabel und diese sind wiederum sehr schnell leergepumpt weil die besten Stellen am Anfang besetzt wurden, 2017 – 2020 ist mit einem Förderrückgang der Tightöl Produktion allgemein zu rechnen, Die Teer Sande haben da noch Ausbaufähigkeit aber lange nicht genug um den Rückgang der Konventionellen Förderung zu Kompensieren, zumal auch hier die Profitspanne sehr klein ist und das Risiko hoch, ein höherer Öl Preis könnte für Abhilfe schaffen wobei wiederum die Risiken hoch sind die Wirtschaft abzuwürgen, über die Wirtschaftlichkeit der Förderung an den Polen gibt es bis jetzt nur theoretische Studien, alles im allen ist nix abgesagt.

    • Mario sagt:

      Der Peak (und deren Auswirkungen) ist und wird nie abgesagt sein. Das ist auch gleichzeitig das Problem. Er wird immer wieder nach hinten geschoben…irgendwann glaubt man auch nicht mehr daran, dass er jemals (in den nächsten paar Jahren) eintreffen wird.
      Denn solange grenzenlos Schulden aufgenommen werden können, wird die Party weiter gehen.
      Ich glaube auch nicht, dass sich jemals etwas ändern wird. Konsum ohne Ende, ohne dass jemand ansatzweise darüber nachdenken würde.
      Niemand in meiner Nähe (Arbeit, Verwandschaft etc.) macht sich in irgendeiner Form Gedanken, wie der Lebensstil zustande kommt, den wir leben.

      Daher denke ich manchmal auch: Scheiß drauf, Geld ausgeben, Kaufen, Party und alles super!! Bis „irgendwann“ der Laden in die Luft fliegt.

      Aber vielleicht gibt es auch bald einen größeren Krieg (über den Nahen Osten, Ukraine, Syrien, Irak etc.) hinaus, so dass sich die Gesellschaft neu sortieren muss und andere Dinge als Konsum im Kopf haben wird.

      • Tom Schülke sagt:

        Schulden sind selbstverständlich keine Lösung.. nicht mal mehr mittelfristig. Das System ist auch bereits ohne PO aufgeladen mit gigantischen Risiken, die an allen nur erdenklichen Stellen jederzeit losbrechen können.. Eine einzige Pleite wie Lehmann, und niemand kann noch mal irgendwelche Bail outs produzieren um den Tippingpoint zu verhindern. Das Problem ist das die Psychologie, der verlust in den Glauben an Wachtum implodieren würde und jeder sein Kapital aus dem Kartenhaus abziehen würde. Ich befürchte das die vielen vernetzungen mit den zugrundeliegenden Problemen einer nicht mehr physikalisch wachstenden Weltwirtschfaft dabei vollkommen aus den Augen verloren würden. Die Folge… Lösungen wie immer.. In so fern würde eine kurzfristige spührbare explosion der Öl und Energiekosten aus Ressourcenverknappungsgründen am Markt mir besser schmecken. Wenn die Leute begreifen das es das Fundament ist das Wackelt und nicht das Dach…

  10. Michael Egloff sagt:

    Zu dem ersten Kommentar von wolfswut:
    Was ist Fortschritt?
    Wenn ein Eskimo von seinem Iglu in eine beheizte Wohnung umzieht und sich eine Arbeit in der Stadt sucht, um sich einen Kühlschrank kaufen zu können.

    Zum Thema Infrastruktur: die wird in den rohstoffimportabhängigen Ländern in 30 Jahren in keiner Weise mehr aufrecht zu erhalten sein. In keinem OECD-Land und in keinem Schwellenland mit umfangreicherer Infrastruktur.
    In Zeiten explodierender Transportkosten, und Kosten z.B. für Bitumen und einem finanziell immer handlungsunfähigerem Staat sind die Strukturen der Epoche des Wertschöpfungsmaximums dann Makulatur.
    Das wird dann übrigens auch die relativ Begüterten treffen. Wer zwar in der Lage ist, für 8 Euro pro Liter noch zu tanken, aber über zerbröselnde Straßen und unsicher werdende Brücken brettern muss, wird auch bald die Lust am Individualverkehr verlieren. Selbst derjenige mit einem Elektroauto.
    Die Infrastruktur des Ölzeitalters ist viel zu umfangreich und kostenintensiv geworden, um sie im Nachölzeitalter bei gestörten Finanzmärkten und sinkenden staatlichen Finanzmitteln noch einigermaßen in Schuss halten zu können.
    Schon heute, im noch andauernden Ölzeitalter, zeigen sich immer deutlicher Erosionserscheinungen.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Fortschritt im Sinne von zivilisatorischem Fortschritt ist recht einfach definierbar. Obwohl die konkrete Zieldefinition teilweise kulturabhängig ist, gibt es viele globale Wertmaßstäbe, die wir nutzen können.
      Und die haben oberhalb der materiellen Basissicherung unserer Existenz wenig mit Verbrauch zu tun. Sondern hier geht es um
      – Gerechtigkeit
      – Menschenwürde
      – Emanzipation
      – Entfaltungsmöglichkeiten
      – Sichere soziale Umstände
      – Wissensvermehrung
      – Sinn
      – Eigenwirksamkeit
      – und und und…

      Und entgegen dem materiellen Wachstum ist zivilisatorischer Fortschritt unbeschränkt möglich. Nur unserer Vorstellungskraft setzt hier Grenzen. Ziele müssen wir uns ja gar nicht neu ausdenken.
      Ich erinnere nur mal daran das vor 2000 Jahren ein Zimmermann in Galiläa auf die einfache, aber glorreiche Idee kam, mal Konfrontation durch Kooperation zu ersetzen. Einfache Idee, aber schwer umzusetzen.

      Unsere Vorfahren haben 10.000 Jahre lang unglaubliche Hochkulturen entwickelt, die teilweise mehrere 1000 Jahre stabil geblieben sind. Und das ohne Öl, Kohle und Gas.

      Das Blöde ist ja: Eigentlich ist es ganz einfach. Alle technischen Lösungen für eine nachhaltige und gerechte Welt auch für 7 Mrd. Menschen sind da. Die müssen gar nicht mehr erfunden werden.
      Die moderne (nicht die industrialisierte) Landwirtschaft gibt uns die Möglichkeit ohne Kunstdünger und ohne Zerstörung der Böden 7-8 Mrd. Menschen gut zu ernähren (ist aber arbeitsintensiver und kleinteiliger).
      Die Wasserprobleme sind lösbar, und und und…
      Aber es geht eben NICHT MIT UNSEREM EXPANSIVEN LEBENSSTIL. Den kann keine Technik retten.

      Und wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe:

      Früher haben wir die Erde zerstört, damit es uns kurzfristig besser geht. Heute sind wir soweit, dass wir die Erde zerstören, damit es uns kurzfristig schlechter geht.

      Wie bescheuert ist das denn?

    • Frank Bell sagt:

      „In Zeiten explodierender Transportkosten“?

      Die haben wir NICHT.

      Denn noch immer wird just in time gefertigt, noch immer ersetzt die Landstrasse Lagerhallen, noch immer werden unsinnigste Lieferfahrten unternommen.

  11. Stephan sagt:

    Eine Rede eines 17jährigen Abiturienten aus Freiburg beim Abschlussball seiner Schule im Juni 2014, die zeigt, dass trotz der Berieselung aus allen möglichen Kanälen und der Ablenkung durch die Möglichkeiten eines Smartphones oder eines Computers, auch hier in Deutschland noch längst nicht Hopfen und Malz verloren sind:

    http://www.barth-engelbart.de/?p=11246

  12. Hendrik Altmann sagt:

    Ich möchte auch noch mal darauf hinweisen das das verschwinden der Fossielen Energieträger nicht das Ende der Welt oder der Menschheit bedeutet, es heisst nur das sich unser Leben und unsere Zivilisation verändern wird und muss, der Öl Rausch war eine grosse Party und Peak Oil kann man als begin einer Kater Phase sehen, einem Entzug, wir werden wieder zu dem Leben zurückkehren müssen was Wir vor der Nutzung durch Kohle, Gas, Öl und Uran geführt haben, auch wenn das heisst das wieder 90% der Bevölkerung 16 Stunden am Tag 7 Tage die Woche damit beschäftigt sein werden die Nahrungs und Wasserversorgung aufrecht zu erhalten, und zwar nur mit Muskelkraft und Traditionellen Wind und Wassermühlen, je früher wir das akzeptieren und unser Leben dahingehend umbauen um so leichter wird der Übergang werden, nur die, die am alten sterbenden System Festhalten oder nicht die Mittel haben, werden auf der Strecke bleiben.

    • Michael Egloff sagt:

      Mehr noch, Hendrik,
      noch 200 Jahre fossiles Zeitalter wären wahrscheinlich das „Ende der Welt“, wie wir sie heute kennen.
      Das Ende des Ölzeitalters könnte gerde noch rechtzeitig kommen, um auch für viele weitere Jahrtausende menschliches Leben auf der Erde möglich zu machen. Natürlich unter anderen Prämissen, als der gegenwärtigen Irrsinnsepoche, die wir ja für höchst normal halten.

  13. Hendrik Altmann sagt:

    @Norbert Rost, Ich denke das jeder hier weiß das er in einer Gemeinschaft lebt, ausser er lebt als Eremit irgendwo tief im Wald allein als Selbstversorger, aber auch Gemeinschaften müssen sich schützen dürfen solange sie Frei und Selbstbestimmt überleben wollen, so werden heute Städte und Gemeinden von Polizei und Sondereinheiten beschützt, der Staat selbst durch das Militär, all unsere Werte als Gesellschaft unsere Gesetze werden von diesen Institutionen durchgesetzt und Verteidigt, ja sogar Global in form des Nato Bündnis, die Frage die sich mir stellt ist, was passiert wenn infolge abfallender Öl Produktion, einer langanhaltende Rezession die Wirtschaft zusammenbricht und der Staat nicht mehr Fähig ist Polizei und Militär zu finanzieren und zu Versorgen,
    dazu kommt das es schwer wird in Zukunft 8 Milliarden Menschen zu Ernähren ohne ausreichende Versorgung mit Öl, die konventionelle Landwirtschaft die nicht auf Öl basiert erwirtschaftet weitaus geringere Erträge, zumal uns das wissen und die Saatgut Vielfalt um diese Bewirtschaftung allmählich abhanden kommt, ganz ehrlich ich glaube das ohne Öl basierte Landwirtschaft höchstens 2 Milliarden Menschen möglich sind zu Versorgen, wie halt vor dem Ölzeitalter, wobei da die Ozeane noch relativ voll und sauber waren und der Boden nicht so stark erodiert und verseucht war, auch der Klimawandel könnte uns da noch in die Suppe spucken bzw Peak Kohle und Peak Gas klopfen dann auch bald an die Tür. Wie versorgt man die restlichen 6 Milliarden Menschen? Freiwillig werden die nicht verhungern oder verdursten, das es zu keinen Verteilungskämpfen kommen wird zwischen den Gemeinschaften halte ich für eine recht Gewagte Annahme, die Menschliche Geschichte und Psychologie hat uns da was anderes Gelehrt.

    • Norbert Rost sagt:

      @Hendrik Altmann: Vor wem will sich eine Gemeinschaft denn verteidigen, wenn sie sich als Gemeinschaft versteht?

      • Hendrik Altmann sagt:

        Wir Menschen leben ja nicht in nur einer Gemeinschaft sondern in vielen Fraktal Aufgesplittert, als Beispiel: als New Orleans vom Hurrican Kathrina getroffen wurde und die Strom und Wasser Versorgung zusammen brach haben sich kleine Gemeinschaften von Plünderern gebildet um Nahrung und Wasser zu beschaffen, weil es nicht alle raus schafften oder sie schlicht nicht die Mittel hatten zu gehen aber auch Polizei Einheiten haben patrouilliert um Plünderungen zu Verhindern, diese Polizeieinheiten und auch die Menschen die sich in Banden und Gangs organisiert haben sind Gemeinschaften, beide Seiten waren bewaffnet wobei die Polizisten weitaus besser bewaffnet waren, es kam auch zu Tötungen von Plünderern, was zeigt wenn die Versorgungslage kritisch wird werden die Leute nicht tatenlos rumsitzen und auf das Ende warten, sondern sich in Gemeinschaften organisieren (Banden, Gangs, usw.) und für Ihr Überleben zur not auch kämpfen.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Wenn wir nur in einer Gemeinschaft leben würden wären wir staatenbildende Individuen wie Ameisen oder Bienen, wir sind aber Gruppenbildende Individuen wie Shimpansen, Löwen, Wölfe oder Erdmännchen also leben bevorzugt in kleineren Gemeinschaften.

          • Norbert Rost sagt:

            Sind diese Kategorisierungen nicht nur Konstrukte, mit denen du deinen Ruf nach Vorbereitung auf Gewaltexzesse rechtfertigst?

            Es liegt doch bei dir, ob du dich mit einem Erdmännchen vergleichst oder – wenn es dir hilft – mit einer Biene. Und entsprechend liegt es an dir, ob du deinem Umfeld empfiehlst, sich (auch gegen dich!) zu bewaffnen oder ob sich (um in deinem Bild zu bleiben) als „bienenartig“ zu verstehen. Du bist mitverantwortlich für die selbsterfüllenden Komponenten, die du in deine Worte legst.

  14. Hendrik Altmann sagt:

    Vielleicht habe Ich mich mit der Empfehlung sich zu Bewaffnen ungünstig ausgedrückt,
    das worauf ich hinaus wollte ist auch an die Verteidigung von Gemeinschaften zu denken die sich mühsam aufgebaut und Unabhängig von fossilen Energieträgern gemacht haben und auch nur unter der Bedingung das die Polizei Ihre Schutzwirkung aus gründen des Ölmangels nicht mehr wahrnehmen kann. Ich glaube auch nicht an Gewaltexzesse, aber ich glaube daran das Menschen aus Verzweiflung fähig sind Dinge zu tun die wir von Ihnen nicht erwartet haben, auch glaube ich nicht an einen Nostradamus Effekt der mir inne wohnt und lehne es ab das meine Meinungen die Menschen hier im Kommentar Teil zu gewaltsamen Taten motiviert, auch liegen die Definition des Sozialverhalten einer Spezies nicht bei mir sondern bei den führenden Biologen die dieses Feld erforschen, genauso wenig kann ich bestimmen ob ich das Sozialverhalten einer Biene oder das eines Menschen befolge sondern das wird mir durch meine Genetik und einigen hunderttausend Jahren Evolution vorgegeben, auch finde ich es nicht richtig Gewalt nicht zu thematisieren, Gewalt ist nunmal ein Bestandteil unseres Sozialverhaltens und sollte realistisch und ungeschönt betrachtet werden.

    • Norbert Rost sagt:

      Da bin ich bei dir! Weder die Verleugnung möglicher Gewalt noch die Vernachlässigung von Schutz vor Gewalt sind hilfreich. Mir ist wichtig, dass solche Überlegungen aber zu angemessenen Reaktionen führen. Abrüstung auf allen Seiten scheint mir angemessener, als Aufrüstung.

      • Michael Egloff sagt:

        Die immer größere Anzahl von Waffen nicht nur in Besitz der Staaten, sondern in vielen Ländern auch im Besitz von nichtstaatlichen Milizen und Privatpersonen, lässt mich erschaudern.
        Jedes Jahr werden 12 Milliarden Stück Munition hergestellt, weltweit.

        Was passiert, wenn staatliche Strukturen sich in immer mehr Ländern auflösen? Verhältnisse wie schon heute im Kongo oder in Somalia?
        Ich möchte mir solche Szenarien nicht ausmalen. Man will ja nicht die Hoffnung verlieren.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Das ist genau der Punkt Gefahr der mehr Beachtung erfordert, das gleiche Problem sehen wir im Irak und der IS, eine Bande von Leuten die sich in einer Gemeinschaft zusammengeschlossen hat um Ihre zweifelhaften Motive und Ansichten dem Rest der Region mit Waffengewalt versucht aufzuzwingen, ziehen Sie plündernd von einer Stadt zur nächsten, die staatlichen Sicherheitsorgane funktionieren nicht mehr weil Sie unterbezahlt, demoralisiert und durch verschiedene Glaubensgemeinschaften gespalten sind, das Machtvakuum füllt jetzt der IS, diese Gruppe von Banditen richtet große Mengen von Menschen hin oder misshandelt Sie aufs gröbste, weil die Menschen dort niemanden haben der Sie Verteidigt gegen diese Barbaren, Millionen von Irakern sind geflohen, haben zum Teil Ihr ganzes Hab und Gut zurückgelassen und gehen in eine ungewisse Zukunft, ja Waffen sind nichts schönes gebaut um zu töten, aber dennoch brauchen wir Sie, wie auch mutige Menschen die die Werte unserer Gemeinschaften und Gesellschaft in denen wir zurzeit Leben vor genau solchen barbarischen Banditen zu Verteidigen, den niemand hier möchte unter plündernden gewaltsamen Menschen leben die Ihre Ansichten und Regeln jeden Tag brutalst durchsetzen.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Wobei ich sagen muss das solche Probleme bestimmt auch anders gelößt werden könnten als mit Waffengewalt, zumindest wenn im Vorfeld präventiv gehandelt wird, so das sich solche radikale Gruppierungen erst gar nicht so stark rüsten können, im hinblick auf immer knapper werdende Ressourcen wird genau das die grosse Herausforderung werden den Frieden und Konsenz zwischen den Gemeinschaften zu wahren und vor allem zu schauen das mit dem immer stärkerem schwinden der Öl Ressource niemand verhungern oder verdursten muss, das wie ich finde der wichtigste Punkt ist um Unruhen zu vermeiden.

            • Michael Egloff sagt:

              Das klingt wunderbar: „dass niemand verhungern muss“.
              Das wäre ja ein epochaler Fortschritt gegenüber dem heutigen Zustand. Denn jetzt sterben alleine etwa 15000 Kinder pro Tag (!) an Hunger und Unterernährung.
              Und alleine in den USA kommen schon heute, in Zeiten noch funktionierender staatlicher Strukturen, etwa 30000 Menschen pro Jahr durch Schusswaffen um. Weltweit sind es Millionen pro Jahr.
              Und nur in den USA gibt es 250 Millionen Schusswaffen – bis hin zum automatischen Maschinengewehr – in Privathand.
              Wohlgemerkt: das alles bei in den meisten Ländern noch halbwegs geordneten staatlichen und gesellschaftlichen Strukuren.
              Und bei noch vorhandener Handlungsfähigkeit von Hilfsorganisationen, die an den Brennpunkten von Hungerkatastrophen in großem Maße Hilfe organisieren und kurzfristig massenhaft Nahrungsmittel ranschaffen können.

              • Michael Egloff sagt:

                Übrigens: ich kann mir durchaus vorstellen, in einer Welt mit erheblich weniger Komfort und materiellen Möglichkeiten zu leben.
                Aber ich kann mir nicht vorstellen, in einer Welt zu leben, in der Jeder Jedem an die Gurgel geht und Gewaltexzesse an der Tagesordnung sind.
                Je schwieriger die Verhältnisse werden, desto mehr kommt es auf rationales Denken und Handeln und auf ethische Werte an.

                Wie heißt es so treffend im Song „The Family of man“:

                „Some people say the world’s a horrible place
                But it’s just as good or bad as the human race
                Dirt and misery or health and joy
                Man can build or can destroy“

      • Florian Hoppe sagt:

        Danke für diese Denkschrift zum Thema „Homo Oekonomicus“.

        In den U.S. wurde ja diese Ideologie noch weiter getrieben.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Objektivismus_%28Ayn_Rand%29

        Persönlich lehne ich sämtliche Gewaltaufrufe ebenfalls komplett ab.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Ich finde das ist so eine Sache mit den Ideologien und den moralischen Werten auch der Gerechtigkeit, Ich meine jeder Mensch jede Gemeinschaft oder Gesellschaft hat doch seine eigenen Vorstellungen davon, seinen eigenen Kodex aus Regeln und Werten. So nehmen wir zum Bsp. die Transition Bewegung auch Sie hat Ihre eigenen Regeln und Werte und stellt eine Sub Gemeinschaft dar mit Ihrer eigenen Ideologie, genau wie diese Transition Gemeinschaft gibt es sehr viele verschiedenen Gemeinschaften und Gruppen, manche ähneln sich andere sind grundverschieden, nun werden viele denken und sagen ja wunderbar dann lasst uns alle in Frieden sein, leben und leben lassen doch so einfach ist das nicht, es wird immer Gruppen und Gemeinschaften geben die so grundlegend unsere eigenen Werten und Ideologien widersprechen das Wir das nicht akzeptieren möchten das es so eine Gruppe Gemeinschaft oder Gesellschaft überhaupt geben darf bzw. das Sie Ihre Vorstellung von Moral Gerechtigkeit oder generell Ihre Ansichten auslebt. Denn wer sagt uns welche dieser Ideologien die Richtige ist, was Gerecht ist, ja was Moral und Ethik ist, wer nimmt sich das Recht heraus das für alle Menschen zu bestimmen und vorzugeben, ja selbst für andere Lebensformen (Tierhaltung, Jagd) gibt es Regeln von Moral und Ethik aber wer hat die geschrieben, was sind wir, Götter das wir darüber bestimmen können was Gerecht ist, was Moralisch ist, Ethisch für diesen Planeten oder sind wir nicht nur eine von vielen Millionen Lebensformen hier auf der Erde…?

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