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Kommentarlos, Teil 59

Sollten die Ölpreise niedrig bleiben, werden Länder mit ohnehin labilen Haushalten in kurzer Zeit zusammenbrechen. Venezuela und Nigeria könnte es schon 2015 als erste treffen. Nach zwei bis drei Jahren wäre auch Russland, das zudem noch von den Sanktionen hart getroffen wird, zahlungsunfähig – oder Moskau müsste den Sozial- und Militärhaushalt radikal kürzen. Viele mittelständische Schieferölproduzenten in den USA werden insolvent und von finanzkräftigeren Konkurrenten geschluckt. Saudi-Arabien, Kuweit und die Emirate können dank großer Finanzpolster noch ein paar Jahre länger durchhalten.

Steffen Bukold für die ZEIT

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4 Kommentare to “Kommentarlos, Teil 59”

  1. Michael Egloff sagt:

    Ich bin mir garnicht sicher, ob die vielen kleineren Frackingfirmen, die schon bei Ölpreisen um 100 Dollar tiefrote Bilanzen hatten, im Falle einer Insolvenz wirklich geschluckt werden. Zumal bei den stark gesunkenen Ölpreisen.
    Denn der Erwerber dieser Firmen hätte wohl auch wenig Aussicht auf Gewinne, selbst wenn er sie für Schnäppchenpreise bekommen würde.
    Diese hochdefizitären Firmen haben wohl einfach keine ausreichend produktiven Bereiche in den Shales zur Förderung abbekommen.
    Meiner Ansicht nach ist die extrem unterschiedliche Profitabilität der Tight-Oil- Förderfirmen ein Hinweis auf die große geologische Inhomogenität der Shales, sowohl innerhalb eines Shales, als auch im Vergleich der verschiedenen Shales.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Ich denke die gesamte Shale Geschichte ist ein großer Fail, Wirtschaftlich gesehen.

      Warum etwas Übernehmen was im großen und ganzen nie Profite oder Renditen abwirft oder abwerfen wird.

      Wenn der Preis jetzt tatsächlich 1-2 Jahre so niedrig bleibt ist fracking tot, ich meine dann müssten schon 1-2 Jahre mit einem Ölpreis von 200 Dollar folgen um das wieder wett zu machen, und die Shales werden ja mit der Zeit nicht profitabler, sondern ehr das Gegenteil ist Realität, mit zunehmender Zeit und Förderung wird es gar keine „guten“ Förderspots mehr geben sondern nur noch „schlechte“ trash spots.

      Das alles Bedeutet das die Föderkosten pro Well ansteigen werden, siehe auch das „Red Queen“ Prinzip.

      Meine Befürchtung ist ehr das wir von dem totalen Kollapse der fracking Industrie gar nicht mehr so weit entfernt sind.

      Was wir hier sehen ist nichts anderes als ein wirtschaftlicher Weltkrieg zwischen den Ölförder Nationen, mit ungewissem Ausgang für die Weltwirtschaft, Ungewiss inwiefern der Schaden sein wird…

    • Stefan Wietzke sagt:

      „Übernehmen“ bedeutet ja nicht, das dafür viel gezahlt wird. Der Erstinvestor hat die Anfangskosten getragen und der Verlust bleibt hier hängen.

      Wenn der Käufer nur die laufenden Kosten tragen muss, lohnt sich so ein Geschäft auch bei niedrigen Ölpreisen noch. Die angebohrten Quellen wird man also weiter fördern.

      Aber die Neuerschließung lohnt sich dann weiterhin nicht. Die wird man erst wieder aufnehemen, wenn der Preis hoch genug ist.

      • Michael Egloff sagt:

        Davon kann man natürlich ausgehen, dass bei den bereits gedrillten und gefrackten Stellen weiter die Ölförderung stattfindet.
        Aber wir wissen ja, wie relativ schnell diese Förderstellen quasi zu Stripper-Wells werden mit unrelevanten Ölmengen pro Förderstelle.

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