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Peak-Oil-Brettspiel

Für die Realisierung eines Peak-Oil-Brettspieles, wird noch Crowdfunding-Geld gesucht:

https://www.spiele-offensive.de/Spieleschmiede/Peak-Oil

 

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9 Kommentare to “Peak-Oil-Brettspiel”

  1. Mario sagt:

    Die rig counts in USA steigen seid etwa einem Jahr wieder kontinuierlich an. Eine Verdoppelung. Trotz niedrigen Öl Preis. Hat jemand eine Erklärung?

    • Michael Egloff sagt:

      Offensichtlich ist die Technologie so deutlich verbessert worden in den letzten Jahren, dass die sweet spots zu den derzeitigen Ölpreisen noch zumindest kostendeckend oder teilweise profitabel ausgebeutet werden können.
      Für Shalegas trifft das anscheinend etwas weniger zu, denn da sind die Rigzahlen deutlich langsamer gestiegen, als in den Tight-Oil-Feldern.

  2. Stefan Wietzke sagt:

    Der Ölpreis hat sich inzwischen bei etwa 44-45$ pro Barrel für WTI stabilisiert.
    Inflationsbereinigt sind das zu Preisen von 1973 8$, womit der Ölpreis heute 1/3 niedriger liegt als in der „Preisschockphase“ 1973.

    Und das bei einer Förderung die sich seitdem fast verdoppelt hat.

    Das Thema „Knappheit“ ist erst mal vom Tisch.
    Aktuell verschieben sich auch die Gewichte zwischen den Energieträgern wieder. Gas und Ölverbrauch steigen auf Grund der niedrigen Preise ihren Anteil wieder.

    • Norbert Rost sagt:

      Aufgrund der extrem hohen und auf lebenswichtige, kritische Systeme zielende Abhängigkeit der westlichen Hemisphäre bleiben relevante Risiken bestehen. Sie haben ihre Ursache nur weniger in technologisch-geologischen Räumen, sondern in politischen und militärischen Räumen.

      Die Situation im Nahen Osten bleibt angespannt und hat sich durch die noch unkalkulierbare Nahost-Politik der US-Regierung nicht gerade verbessert. Saudi Arabien und Iran führen Stellvertreterkriege, der militärisch-industrielle Komplex liefert neue physikalische Waffen, die neuen Medien verstärken Gruppen-Stimmungen, die Computerisierung und die Aufrüstung im IKT-Waffen-Lager, die unaufgelösten Risiken in den Finanzsystemen, und, und, und… alles mit potenziellen Auswirkungen auf das Energiesystem und dabei durchaus auf die Mineralölversorgung.

      Szenario:
      Militärische Auseinandersetzung im Persischen Golf,
      immer noch zentrales Nadelöhr in der globalen Erdölversorgung,
      dezente Preisreaktionen werden durch medial verstärkte Gerüchteküchen aufgekocht,
      die riesige, in den letzten Jahren ausgegossene Liquidität fließt in den aufstrebenden Bullenmarkt
      und fabriziert solche Ausreißer wie bei VW 2008:
      http://www.boerse.de/boersenwissen/boersengeschichte/Kurskapriolen-der-VW-Aktie-2008–45

      Den Rest des Szenarios spare ich mir: Post-Peak-Szenarien haben wir hier schon oft genug diskutiert.
      Lasst uns mal mehr Prä-Peak-Szenarien schreiben!

      • Stefan Wietzke sagt:

        Na ja,ich bin mir nicht sicher ob die amerikanische Nahostpolitik heute unkalkulierbarer als in den letzen 10 Jahren ist.

        Natürlich steht immer noch am Horizont das eine größere miltiärische Auseinandersetzung zur vorübergehenden Schließung der Strasse von Hormus führen kann was mit Sicherheit erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Weltwirtschaft haben würde (mit allen sozialen und politischen Folgen). Aber wenn es darum geht sind sich die Großmächte im Notfall heute ganz schnell einig und dann ist die Gegend chnell unter deren militärischer Kontrolle.

        Dazu gibt es dort sozial stabile Staaten (insbesondere der Iran) der dann ganz schnell auf den Zug aufspringt und eine Menge Vorteile daraus ziehen wird.

        Um es mal aus Sicht z.B. eines Zbigniew Brzeziński zu sehen:
        Wenn interessiert es denn wirklich wenn sich die Jungs im Nahen Osten noch die nächsten 100 Jahre den Kopf einschlagen?
        Hat in Afrika die letzen 70 Jahre auch niemanden interessiert.

        Uns bricht hier eher eine völlig verfehlte Wirtschaftspolitik das Genick. Denn wenn der schleichende wirtschaftliche Niedergang in Europa sich weiterhin fortsetht werden das am Ende weder die EU noch andere supranationale Institutionen überstehen. Gewalt wie vom 17. bis 20. Jahrhundert wird in der Form trotzdem nicht entstehen. Die Alterstruktur gibt das nicht her. Eher wenden wir einen langsamen zivilisatorischen Niedergangsprozess erleben wie er schon häufig in der Geschichte vorgekommen ist.

        P.S. die wirklich gut ausgebildeten haben damit aber kein Problem. Die hauen dann einfach ab. Daher werden auch die sich politisch nicht dagegen stemmen (macht nur Streß und hilft am Ende sowieso nicht).

  3. Michael Egloff sagt:

    Hier ein Prä-Peak-Szenario:

    http://countrymeters.info/de/Nigeria

    (bitte runterscrollen zum Bevölkerungschart)
    Wobei Nigeria nur stellvertretend steht für ähnliche Verläufe in mindestens 40 Ländern, von Ägypten bis hin zum Irak oder den Philippinen.

    Peak Oil (wann immer der überschritten wird) wird noch unser geringeres Problem sein für die nächsten 20 Jahre.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Das einzige wesentliche Problem das da entsteht ist sozialer Natur, denn ein Youth-Bulk setzt Gesellschaften unter starken sozialen Streß der sich am Ende auch immer wieder in Gewalt ausdrückt und ein Teil dieser Probleme natürlich auch nach Außen (sprich in Richtung anderer Staaten) wirkt. Gunnar Heinsohn hat hierzu ausreichendes gesagt („Weltmacht und Söhne“).

      Wobei da nur die Staaten ein Probem bekommen die sich selbiges nicht aktiv vom Hals halten wollen oder können (wie der Rest der Welt zu Zeiten des europäischen Youth-Bulks leidvoll erfahren musste).

      Gleichzeitig lösst ein solcher sozialer Streß aber oft auch komplexe Veränderungs- und Modernisierungsbewegungen aus.

      Das geht mir in der aktuell von allen Seiten sehr eindimensional geführten politischen Diskussion unter.

      Auf Grund der hohen Bevölkerungsdynamik in den angesprochenen Ländern wird der politische und soziale Streß dort noch mindestens 50 Jahre anhalten (vorher normalisiert sich die Altersverteilung in diesen Staaten auf gar keinen Fall, denn Veränderungen im Geburtenverhalten wirken sich auf Grund der langen Generationenfolge erst nach etwa 30 Jahren deutlich aus). In Europa hat diese Phase mindestens 250 Jahre gedauert.

      Allerdings ist nur Europa von diesem Problem wirklich betroffen. Der Rest ist entweder weit weg oder macht einfach seine Grenzen (und das sehr erfolgreich und mit wenig Aufwand) dicht.

      P.S. Der Rest der Welt hat das PRoblem ohnehin nicht. Mit Ausnahme Afrikas liegt die Fertilitätsrate bei oder bereits unter 2,1 Kindern pro Frau, so dass sich die entsprechenden Probleme im Rest der Welt in den nächsten Jahrzehnten schlicht von selbst erledigen.

  4. Michael Egloff sagt:

    Hallo Stefan,
    das Problem ist keineswegs nur auf den Youth-Bulk mit seinen Begleiterscheinungen beschränkt.
    So ist z.B. die Hauptenergiequelle für große Teile der afrikanischen Bevölkerung (Sub-Sahara) Holz oder Holzkohle. Der Raubbau an den Wäldern ist also vorprogrammiert, wenn nach der Verfünffachung der Bevölkerung in den letzten 65 Jahren sich diese bis 2050 noch einmal mindestens Verdoppelt und bis 2100 vervierfacht. Madagaskar z.B. hat 97% seiner Primär-Regenwälder verloren, in Sambia wird es bei fortbestehender heutiger Abholzungsrate (also unter Nichtberücksichtigung des Bevölkerungsanstiegs) in 35 Jahren keine Wälder mehr geben. Dabei ist Sambia gegenwärtig sogar noch relativ zu anderen afrikanischen Staaten dünn besiedelt. Zum Ende des Jahrhunderts droht Afrika ein weitgehend waldloser Kontinent zu werden. Mit gravierenden Auswirkungen auf die Luft- und Bodentemperatur, den Wasserhaushalt, die Bodenerosion gerade in den Tropen, die Desertifikation usw.
    Die prozentual weit stärker als die Gesamtbevölkerung wachsende Stadtbevölkerung birgt ebenfalls gewaltige Probleme. In Ermangelung von Kläranlagen werden in den immer zahlreicheren und größeren Urbanisierungszentren die Böden und Wasserressourcen immer mehr vergiftet.
    Die Küstenfischrei wird in den nächsten Jahrzehnten weitgehend zum Erliegen kommen. Selbst der noch vor 20 Jahren als Plage bezeichnete Viktoria-Barsch steht wegen Überfischung kurz vor dem Kollaps.
    Diese Beispiele der zukünftigen Probleme werden eine Modernisierungsbewegung ähnlich der in Europa ausschließen. Es droht, entgegen der partiellen Modernisierung der letzten Jahrzehnte, eher ein zivilisatorischer Rückschritt. Übrigens nicht nur in Afrika.
    Die Hot Spots der demographischen Entwicklung sind keineswegs auf Afrika beschränkt.
    Besonders gravierend wird die Bevölkerungsentwicklung z.B. im Nahen Osten (Irak, Libanon, Jordanien, die Palästinensergebiete, die arabische Halbinsel und sogar Israel weisen eine stark steigende Bevölkerung auf). Der Irak weist z.B. eine Steigerung von 3,3% p.a. auf. Das ist mehr als in Nigeria oder Äthiopien. Und schon heute liegt die Bevölkerungsdichte in den genannten Ländern weit über der natürlichen Tragfähigkeit, die in einer zukünftig ressourcenärmeren Welt wieder zum Tragen kommt.
    Ein weiterer Hot Spot ist Pakistan/Indien/Bangladesch. Die prozentuale Zuwachsrate stagniert gegenwärtig in diesen Ländern, so dass sie wieder in eine nominal exponentielle Entwicklung reingeraten. Und das bei schon heutigen Bevölkerungsdichten von um oder über 1000 EW/ in Bangladesch, in den fruchtbaren Landesteilen Pakistans (Sindh und Punjab) und in den am dichtesten besiedelten Bundesstaaten Indiens. Schon heute sind fast alle Wälder in Sind und Punjab verschwunden, alle 3 Länder fördern Tiefengrundwasser in riesigem Ausmaß, um die Bevölkerung zu ernähren, während die Oberflächengewässer immer mehr vergiftet werden. Und alle 3 Länder werden wahrscheinlich zu den Hauptbetroffenen des Klimawandels gehören. Der Monsun verkürzt sich in den letzten Jahren, bringt aber in manchen Jahren besonders verheerende Extremniederschläge mit riesigen Bodenerosionsfolgen.
    Bevölkerungsanstieg p.a.:
    Pakistan 4 Millionen, Tendenz steigend,
    Indien 16,7 Millionen, Tendenz in den letzten 5 Jahren wieder leicht steigend,
    Bangladesch knapp 2 Millionen, Tendenz seit 2009 wieder leicht steigend nach allmählichem Rückgang des nominalen Anstiegs etwa zwischen 1995 und 2008.

  5. h.c. sagt:

    Ich glaube das Brettspiel kommt mindestens 10 Jahre zu spät auf den Markt: https://trends.google.com/trends/explore?date=all&q=peak%20oil ;-)

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