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BGR-Energiestudie 2013: Zwischen gigantischen fossilen Ressourcen und nahender Ölknappheit

Unsere Lebensweise stützt sich auf fossile Energierohstoffe. Für Deutschland beobachtet die "Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe" (BGR) mit Sitz in Hannover die Versorgungslage mit diesen Rohstoffen. Seit 1976 über 17 mal und seit 2004 jährlich erstellte die Behörde eine Energiestudie mit dem Untertitel "Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen". Darin wird erläutert, wie sich die aktuelle Versorgungslage aus geologischer Sicht entwickelt. Die diesjährige Studie leitet mit dem Satz ein:

"Ein globales Maximum der Erdölproduktion, auch bekannt als „Peak Oil“, rückt näher."

In erster Linie dienen die jährlichen Analysen der Beratung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), kurz: Dem Wirtschaftsministerium. Seit dem Mitgliederentscheid der SPD ist klar, dass dieses Ministerium in der kommenden Regierungsperiode vom SPD-Chef Sigmar Gabriel geleitet wird und dass die Energiepolitik des Landes ebenfalls in diesem Ministerium konzentriert wird. Die neue BGR-Studie enthält also Fundamental-Informationen für dieses Ressort und wird dort hoffentlich intensiv diskutiert. (mehr …)

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Kommentarlos, Teil 34

Das ist keine Routine. [..] Die Offiziere üben zum ersten Mal gemeinsam für den Ernstfall: eine Ölkatastrophe in der Arktis, an der Beringstraße mitten im Nirgendwo zwischen Amerika und Russland. [..] Das gemeinsame Katastrophentraining vor einigen Wochen hat einen einfachen Grund: Die Katastrophe wird wahrscheinlicher. Hoch oben im Norden, wo einst nur Forscher und Entdecker wie Vitus Bering auf todbringender Mission waren, steigt wegen der Eisschmelze der Schiffsverkehr - vor allem von Öltankern. [..] Doch es geht nicht nur um die Schifffahrt, sondern auch um Rohstoffe, um Öl, Gas, Erze, Edelmetalle und seltene Erden. Neue Förderregionen werden zugänglich, wenn das Eis schmilzt. Ölkonzerne haben bereits Bohrgenehmigungen. [..] Aber mittelfristig würden die Konzerne dort fördern, glauben Experten, zumal leichter erreichbare Rohstoffquellen versiegen. [..] Und all die Rohstoffe müssen abtransportiert werden.

Süddeutsche: Ölpest volle Kraft voraus

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Total-Chef Christophe de Margerie warnt vor Ölförderung in der Arktis

"Dank" einer rasanten Erwärmung der Erdatmosphäre schmelzen die Eispanzer am Nord- und Südpol. Ein gutes Viertel weniger Eisvolumen führt die Arktis heute im Vergleich von vor 10 Jahren. Das Abschmelzen der Pole ruft Hoffnungen hervor, dort Rohstoffe zu fördern. Laut USGS könnten im bislang unzugänglichen Norden des Planeten ein Fünftel der noch unentdeckten nutzbaren Öl- und Gasreserven liegen. Ihre Ausbeutung könnte Peak Oil in die Zukunft verschieben und ein kleines bißchen Weiter-So erlauben.

Vor der Ausbeutung dieser Ressourcen hat nun der Chef des französischen Ölkonzerns Total Christophe de Margerie gewarnt. Die Risiken seien zu hoch, insbesondere was die Gefährdung der sensiblen Umweltbedingungen im Norden betrifft aber auch, was das Image jenes Konzerns betrifft, der es zu einer Ölkatastrophe kommen läßt. Dass die Tiefsee-Förderung hohen Risiken ausgesetzt ist, zeigte 2010 die Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. Im Norden herrschen teils noch krassere Umweltbedingungen als im warmen mexikanischen Golf! Zwar wärmt sich die Atmosphäre auf, das bedeutet aber nicht, dass man im Norden Sommertemperaturen erwartet. Frost und Eis werden weiter da sein und vor allem: Dunkelheit. Nur weil die Atmosphäre sich erwärmt bedeutet dies keine Neigung der Erdachse: Die Sonne geht im Sommer nicht unter und im Winter gar nicht erst auf. Psychisch extrem belastende Bedingungen für dort arbeitende Menschen. Und auf das Risiko der Tiefseebohrungen - ala Deepwater Horizon - kommt in der Arktis Eis und Kälte noch hinzu.

De Margerie thematisierte Peak Oil im Dezember 2011 beim World Petroleum Congress in Doha (Katar). Nachdem er zuvor öffentlich davon sprach, Peak Oil stünde quasi vor der Tür, war die damalige Rede für Kjell Aleklett, Präsident der ASPO International, eine Enttäuschung. Technologie werde das Problem lösen, so argumentierte De Margerie branchentypisch. Was Peak Oil bedeutet weiß der Total-Chef aus eigener Anschauung: Der Förderpeak der Firma Total war 2004 mit 2,75 Millionen Barrel Tagesproduktion erreicht, die bis 2009 auf 2,5 Millionen und bis 2011 auf 2,35 Millionen Barrel absank. Derzeit bemüht sich Total offenbar um eine radikale Umstrukturierung: Der Konzern will sich laut Manager Magazin vor allem von Raffinerien und ausgereizten Öl- und Gasfeldern trennen und in den kommenden 2 Jahren Unternehmenswerte von 20 Milliarden Dollar verkaufen. Dieses Geld soll in die Ausweitung der Ölförderung gesteckt werden. Das 5-Jahres-Ziel: Die Fördermenge auf 3 Millionen Fass pro Tag zu steigern. Man könnte interpretieren: Total erwartet höhere Gewinne bei der Förderung von Öl als mit dessen Verarbeitung. Das sagt vermutlich einiges über den kommenden Ölpreis aber auch, dass De Margerie das Grundprinzip des Peak Oil in einer Unternehmensstrategie berücksichtigt: Ginge er von einer preisdrückenden Ölschwemme aus, wie sie sein italienischer Kollege Leonardo Maugerie vorhersagt, würde er dann den Konzern auf die Ölförderung konzentrieren? Auch mit Lecks bei der Öl- und Gasförderung kennt sich Total aus: Die Förderplattform Elgin in der Nordsee war von März bis Mai diesen Jahres havariert und das Leck abzustellen, war offensichtlich kein leichtes Unterfangen. Gut möglich, dass De Margerie diese Erfahrung im Hinterkopf hat, als er seine jüngste Warnung vor der Ölförderung in der Arktis aussprach.

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2 Euro pro Liter in Paris, Kriegsvorbereitungen der US-Marine

Eine einzelne Tankstelle in Frankreich hat einen (symbolischen) Rekord aufgestellt: 2 Euro pro Liter waren in der Rue Saint-Antoine die Tage zu zahlen. Im Rest Frankreichs liegt der Spritpreis bei etwa 1,65 Euro pro Liter Ottokraftstoff und bei 1,50 Euro pro Liter Diesel. Etwa 80% der französischen Privat-PKW benötigen Diesel. (Offizielle Kraftstoffinfos)

In Frankreich sind Präsidentschaftswahlen angesetzt und die Spritpreise dringen auch in den Wahlkampf vor. Michel-Edouard Leclerc, Chef und Inhaber der gleichnamigen Supermärkte, schlägt vor, (mehr …)

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ARTE-Themenabend zum Ölgeschäft

Eigentlich müßten nicht nur Zigarettenschachteln, sondern auch Zapfsäulen Warnungen tragen: Achtung, Tanken gefährdet ihre und die Gesundheit ihrer Kinder. Arte zeigte zwei Dokus zu den Geschäftspraktiken von Ölkonzernen. Sie sind 7 Tage nach Sendung online abrufbar:

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Öl in der Arktis: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Mit "Die Hoffnung stirbt zuletzt" ist ein Artikel im Spiegel unterschrieben, der sich mit den Ölförderhoffnungen im hohen Norden befasst. Sein Titel: Rohstoffförderung: Traum vom Arktis-Öl wird teuer. Darin wird beispielhaft ein erhofftes (aber noch nicht belegtes) Reservoir von 7,5 Milliarden Barrel genannt, von welchen sich bei 100 Dollar Marktpreis grade mal 2,5 Milliarden Barrel fördern ließen und bei 300 Dollar grade mal 4,1 Milliarden Barrel.

Auch wenn die Basis des Artikels sehr spekulativ ist, zeigt er doch zwei Dilemmata in denen wir hinsichtlich der Mineralölversorgung stecken:

  1. Neue Felder sind klein. 7,5 Milliarden Barrel decken beim heutiges globalen Tagesbedarf grade mal die Versorgung von 90 Tagen.
  2. Allein die Kosten für die Förderung steigen rasant: 300 Dollar sind bislang noch nichtmal ansatzweise im Gespräch, was die Weltmarktpreise betrifft, aber die Zahl zeigt, wohin die Reise geht, wenn wir auf schwer förderbare Vorkommen zurückgreifen müssen

Detail am Rande: Die Parlamentskorrespondenz hat die kürzliche Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen Fraktion zu einer Pressemitteilung verarbeitet. Darin wird auch nochmal die Bundeswehrstudie zu Peak Oil erwähnt und die Prognose betont, bis 2035 läßt sich die Ölfördermenge weiter steigern: PM: Förderung von Erdöl kann noch bis zum Jahr 2035 gesteigert werden

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