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Neuigkeiten aus der Ölwirtschaft: RWE, Hess, Rosneft

Seit Mitte Februar sinkt der Ölpreis. Die Ausgabenkürzungen im US-Haushalt, die die Konjunkturaussichten trübt sowie das anstehende Sommerhalbjahr auf der Nordhalbkugel dürften nicht unbedingt die Nachfrage nach Öl steigen lassen - daher ist über den Sommer mit einem weiteren Sinken des Ölpreises zu rechnen. (Wenn nichts unplanmäßiges dazwischenkommt.)

RWE

Im Ölgeschäft passieren kleinere, aber interessante Dinge: RWE, der große deutsche Energiekonzern, stellt seinen Öl- und Gas-Förderer RWE Dea zum Verkauf. Begründet wird dieser Schritt unter anderem damit, dass man sich von künftigen Investitionen entlasten will. Reuters zitiert unternehmensnahe Personen mit der Aussage, dass die hohen Investitionen in die Firma sich erst sehr viel später auszahlen. Anders gesagt: Um Öl zu finden und es förderbar zu machen, muss sehr viel Geld für lange Zeiträume bereitgestellt werden. Und dennoch bleibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Explorationsaktivitäten nicht jene Mengen zutage fördern, wie die Geologen errechnet haben. RWE ist unter Druck, da durch den Atomausstieg und den Einspeisevorrang der Erneuerbaren Energien in Deutschland das alte Geschäftsmodell nicht mehr richtig funktioniert ("no business as usual") und die Bilanz aufgepeppt werden soll. Doch das Beispiel macht deutlich, dass sich das Ölgeschäft vom Bäckerhandwerk grundsätzlich unterscheidet.

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ARTE: Das große Spiel um Macht und Öl

Gestern Abend liefen auf ARTE drei Sendungen mit einem Öl-Schwerpunkt. Sie sind noch 7 Tage online zu sehen und wer die Mediathek-Software der Öffentlich-Rechtlichen benutzt kann sich die ersten beiden sogar auf die Festplatte laden und später anschauen:

Vor diesen Sendungen zur Prime-Time um 20:15 Uhr brachte ARTE zudem eine Sendung über den Einfluss der US-Bank Goldman Sachs auf das Finanzsystem und damit die Welt: Goldman Sachs - Eine Bank lenkt die Welt. Da der Einfluss der steigenden Geldmengen auf die Ölpreise beachtenswert ist (wie auch Klaus Bergmann von esyoil thematisisiert), ist es nicht unwichtig, aus welchem Netzwerk der Lenker der Europäischen Zentralbank stammt.

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Peak Oil und China

Bei TheOilDrum wurde auf einen interessanten Artikel von Lin Shi und Yuhan Zhang von der Columbia University verwiesen, die sich kritisch mit Peak Oil in Bezug auf China auseinandersetzen. Sie argumentieren, die "Peak-Oil-Theorie" beinhalte eine "statische Sichtweise" und sei deshalb nicht geeignet, die Entwicklungen zu erklären. Als Beleg führen sie an, dass die US-Produktion 2010 etwa 3,5mal höher war, als M.K. Hubbert prognostizierte. Peak-Oil-Theoretiker ignorierten angeblich Preiseffekte sowie technologische Entwicklungen. Höhere Preise, so die Autoren, würden bislang unwirtschaftliche Ressourcen förderbar machen und neue Technologien würden unkonventionelle Fördermethoden ermöglichen. Diese unkonventionellen Ressourcen würden von Peak-Oil-Theoretikern ignoriert, so Shi und Zhang. (mehr …)

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Öl-Sanktionen gegen Iran, Streiks in Nigeria

Laut Zeitungsberichten haben sich die EU-Länder grundsätzlich auf ein Öl-Embargo gegen Iran geeinigt, der Startzeitpunkt steht noch nicht fest. In die EU exportiert der Iran 450.000 Barrel pro Tag, insbesondere nach Italien, Spanien und Griechenland. Die Iraner meinen, ihr Öl leicht an andere Kunden verkaufen zu können, doch das scheint angesichts eines Streits mit China nicht sicher. China hat seine Importe aus Iran im Januar und Februar halbiert, da man ein Zahlungsziel von 90 Tagen wünscht, während der Iran nur 60 Tage auf sein Geld warten will. Auch wenn die Chinesen also öffentlich das EU-Embargo mangels internationalem Vorgehen (über die UNO?) kritisieren, spielt die Situation doch in ihre Hände. Vielleicht ist ja Indien an mehr iranischem Öl interessiert? (mehr …)

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News mit Öl-Bezug

Eher Off-Topic:

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Öl-Konflikt zwischen China und Indien

Während Neuseeland eine Ölkatastrophe droht und ein neuer Heizspiegel Ölheizungen für das vergangene Jahr um ein Drittel höhere Kosten ausweist, zanken sich China und Indien um vietnamesisches Öl.

Am Mittwoch hatte der indische Staatskonzern Oil and Natural Gas bekanntgegeben, mit PetroVietnam bei der Erkundung neuer Ölfelder zusammenzuarbeiten - für die Chinesen ein nicht hinnehmbarer Affront. (Quelle: SPON)

Beide Länder mit Milliardenbevölkerung brauchen für ihr rasantes Wirtschaftswachstum Rohstoffe, und Öl spielt auch dort eine entscheidende Rolle. Da ist man nicht zimperlich, wenn es um Zugriffsrechte geht. Dort wo man fördern will, verlaufen nicht nur wichtige Schiffahrtsrouten, sondern eine ganze Handvoll Länder erhebt Ansprüche auf Grund, Boden und darin befindliche Rohstoffe: Neben Vietnam und China eben auch die Philippinen, Brunei, Malaysia und Taiwan. Was on-shore durch Wegsteine leicht markierbar ist, ist off-shore eben sehr liquide: Grenzen. Analog zum Streit zwischen der Türkei, Zypern und Griechenland im Mittelmeer streitet man sich künftig also auch im südchinesischen Meer?

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Ressourcennationalismus am Beispiel „Seltene Erden“

Laut SPIEGEL Online ist noch in diesem Quartal mit einem Anstieg der Preise für Festplatten von bis zu 10% zu rechnen. In der Computerbranche sind Preisanstiege eher eine Seltenheit. Hintergrund dieser Entwicklung ist Chinas Exportpolitik für die als "Seltene Erden" bekannten Metalle, die vor allem in der Hochtechnologie benötigt werden. Zwar hat China im Juli die Exportbeschränkungen leicht gelockert, trotzdem sollen laut Handelsblatt die exportierten Mengen von 30.258 Tonnen in 2010 auf 30.148 Tonnen in 2011 sinken. Praktisch exportiert China damit dieselbe Menge an "Seltenen Erden" wie 2010, aus Sicht der importierenden Länder entspricht diese Entwicklung quasi dem Erreichen eines Peaks: Der Peak Seltene Erden.

China hat bei diesen Rohstoffen einen Weltmarktanteil von 95%, darf also als Monopolist angesehen werden. Dieser Peak kommt vermutlich weniger deshalb zustande, weil die Förderung der Rohstoffe stagniert sondern vielmehr deshalb, weil China sich einen strategischen Vorteil beim Aufbau der eigenen Hochtechnologie-Branche sichern will. Deshalb macht es Sinn, die heimischen Rohstoffe auch zuhause zu verarbeiten und zu veredeln, statt sie zu exportieren. Ein klassisches Beispiel für Ressourcennationalismus. Aus Sicht der Import-Länder ist der Grund für diesen Peak jedoch relativ egal: Er ist da und in jedem Fall müssen höhere Preise bezahlt werden, was sich bereits sichtbar auf die Preise der Endprodukte niederschlägt - wie das Beispiel der Festplatten zeigt.

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Update: Peak Oil Barometer

Das Peak-Oil-Barometer zeigt zwei Anpassungen, sowohl im Preisszenario für die kommenden 12 Monate als auch beim Ölversorgungsrisikoindex.

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Ölpreisprognosen aufwärts, Plastiktütenverbot in Italien

2011 beginnt aus Peak-Oil-Sicht dramatisch. Den Rückblicken im Dezember folgt im Januar traditionell der Blick in die Zukunft. Heute morgen war nach der Andacht im DRadio gleich mal Werner Zittel zu hören, der seiner Meinung Ausdruck gab, die globale Ölförderung läßt sich nicht weiter steigern.

Auf Capital.de wird vor den Auswirkungen steigender Ölpreise auf die US-Autobauer gewarnt. Die Erholung der letzten Jahre könnte schon wieder gefährdet sein.

Unter den Top-10 der - laut Handelsblatt - wertvollsten Unternehmen der Welt finden sich drei Ölkonzerne. Darunter Exxon als wertvollstes Unternehmen der Welt, gleich gefolgt von Petrochina...

Seit dem 1. Januar liefert Russland erstmals Öl per Pipeline nach China. Russlands Abhängigkeit von Lieferungen nach Europa dürfte damit geringer werden, dafür steigt die Abhängigkeit Europas: Denn Russland kann künftig viel schneller die Richtung wechseln, in die das Erdöl fließt.

Im Umfeld von Gorleben gibt es offenbar Öl- und Gasreserven, die den Atom-Endlagerbetrieb infrage stellen. Die Grünen fordern eine Offenlegung der verfügbaren Daten.

In Italien tritt ein Verbot von Plastik-Tüten auf Erdöl-Basis in Kraft.

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