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Summer Academy des Club of Rome (Gastbeitrag)

Standard Run Szenario aus dem Buch "Limits to Growth" (1972), mit einer aktualisierten Grafik von Charles Hall und John Day aus "Revisiting Limits to Growth After Peak Oil"

Ich veröffentliche hier einen Gastbeitrag von Michael, der an der Summer Academy des CoR 2017 teilgenommen hat.

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit den Themen Ressourcen und Nachhaltigkeit. Über viele Umwege habe ich erkannt, dass Energie dabei eine Schlüsselrolle darstellt. Jeder der sich mit den Problemen rund um diese Thematik beschäftigt wird nicht um den Club of Rome und dessen Modell herumkommen. Da in meinem sozialen Umfeld die Anzahl derer, welche ebenfalls sich mit der Materie auseinandersetzen, verschwindend gering ist empfand ich die erstmalig stattfindende Summer Academy des CoR als gute Gelegenheit mich mit gleichgesinnten Menschen auszutauschen.

Angekommen in Florenz wurden wir von Prof. Bardi und Graeme Maxton (Generalsekretär des CoR) empfangen. Bei den Teilnehmern dieser Veranstaltung handelt es sich aus Menschen aller Couleur jedoch für einen überwiegenden Anteil der Teilnehmer waren die Reporte des Clubs Neuland.  Auch muss erwähnt werden, dass die Mitglieder des CoR selber in zwei Lager gespalten sind. (mehr …)

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Energie, Rendite, Kapitalismus und Marktwirtschaft: Ein geniales Gespann mit endlicher Lebensdauer

Ich hatte ja vor einiger Zeit versprochen einmal meine Gedanken über den Zusammenhang von Energie und unserem Wirtschaftssystem in einen Artikel zu packen. Hier ist er nun.

Um zu verstehen wie sich ein Energiemangel auf die gesellschaftliche Entwicklung auswirkt ist es erforderlich die Funktionsweise unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems zu verstehen. Zentral sind dabei die Begriffe Rendite, Kapitalismus und Marktwirtschaft. Was die Sache besonders schwierig macht ist die Tatsache das diese Begriffe zwar häufig verwendet, aber entweder unterschiedlich definiert oder aber ohne jegliche Definition gleich als ideologische Kampfbegriffe verwendet werden. Erschwerend kommt hinzu dass sie oft synonym eingesetzt oder als grundlegend zusammenhängend betrachtet werden, was ebenfalls falsch ist.

Der wichtigste Begriff in diesem Zusammenhang ist nicht, für manche vielleicht erstaunlich, der des Kapitalismus, sondern der der Rendite. Renditen tauchen in der Geschichte in dem Moment auf als es gelang relevante Überschüsse zu produzieren. Dieser Zeitpunkt war erreicht, als die sich entwickelnde Landwirtschaft einen höheren Produktivitätslevel erreichte als das Jagen und Sammeln. Also der Moment als mit dem gleichen Arbeits- und Zeitaufwand von Bauern mehr Kalorien erzeugt wurden als von Jägern und Sammlern (ein äußerst zäher Prozess, der Jahrhunderte bis Jahrtausende dauerte). Als dieser Punkt erreicht war änderte sich schlagartig und für immer die Stellung des Menschen innerhalb der Biosphäre.

War es Menschen bis dahin gelungen durch ihre Intelligenz die Art nutzbarer Ressourcen auszudehnen und dadurch mit Ausnahme der Antarktis alle Landhabitate zu besetzen, so war doch die Arbeitsproduktivität nicht wesentlich gestiegen. Das bedeutete die verfügbaren Güter reichten zum Überleben der Art, aber auch nicht für mehr. Ist keine überschüssige Arbeitskraft oder Arbeitszeit vorhanden so ist deren Einsatz durch pure Notwendigkeiten weitgehend determiniert. Große materielle Unterschiede treten zwischen den Gesellschaftsmitgliedern nicht auf. Selbst starke Rangunterschiede führen nicht zu großen Unterschieden in der Güterverfügbarkeit, denn das würde sofort einen Teil der Gruppe in den Untergang treiben. Selbst die Möglichkeit, dass sich ranghöhere Gruppenmitglieder vor der Arbeit „drücken“ ist nur sehr begrenzt möglich, denn ohne Überschüsse ist es der Gruppe kaum möglich unzureichend produktive Mitglieder zu alimentieren.

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No.1 auf Romneys Agenda: „get us energy independent“

In der gestrigen Debatte um die US-Präsidentschaft hat Mitt Romney auf die Frage nach den Wirtschaftskonzepten fünf Punkte genannt, wobei Punkt Nummer 1 (!) auf die "Energieunabhängigkeit" Nord-Amerikas abzielt (3:55). 4 Millionen Jobs sollen laut Romney dadurch geschaffen werden. Ins Detail ging der Präsidentschaftskandidat dabei nicht. Es steht aber zu vermuten, dass er mit dieser Strategie nicht den Aufbau von Energieerzeugungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien ins Auge fasst, sondern den Ausbau der Förderung fossiler Energien. "Fracking" ist die Wundertechnik, die da durchklingt und mit deren Hilfe in der Tat der Abfall der US-Förderraten seit den 1970ern umgekehrt werden konnte. Dass Fracking 4 Millionen Jobs schafft, ist durchaus vorstellbar, schließlich ist diese Technologie sehr arbeits- aber auch energieintensiv. Möglich wurde die Technologie erst, nachdem die Umweltauflagen 2005 unter Bush/Cheney im Rahmen des "Halliburton Loophole" gelockert wurden und Fracking aus dem Safe Drinking Water Act herausgenommen wurden. Dies führt dazu, dass Diesel als Frack-Flüssigkeit eingesetzt wird und sich teilweise im Grundwasser wiederfindet. Auch Obama will "boost american energy production" (6:19) und spricht die zunehmende Ausbeute von Öl und Erdgas an. Obama verweist im Anschluss explizit auf die Notwendigkeit, die Energieerzeugung der Zukunft zu betrachten: Solar, Wind, Biotreibstoffe. Die Antwort von Romney folgt prompt: Unter Obama seien die Preise für Treibstoffe, Strom und Lebensmittel angestiegen (8:19). Dass die Förderung von Öl und Gas zunimmt, sei nicht Obama zuzurechnen, sondern dies sei trotz seiner Politik geschehen. (9:26) Romney werde sich als Präsident bemühen, Öl von Alaska und aus der Offshore-Förderung nutzbar zu machen - und zielt dabei auf Umweltauflagen nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und den zögerlichen Ausbau der Ölpipelines nach Norden ab. "And by the way: I like coal", genauer "clean coal", was als Synonym für Kohleverbrennung mit CO2-Abscheidung genutzt wird.

Damit befassen sich die ersten 10 Minuten der anderhalbstündigen Debatte extrem stark mit Energie-Themen, neben Fragen zur Bildung und - natürlich - Steuern.

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