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Debatte: Energieausbeute bei Erneuerbaren

In der deutschsprachigen Internetszenerie läuft derzeit eine Debatte um die Zukunftsfähigkeit der erneuerbaren Energien. Diese Debatte kommt offenbar nicht aus der Lobby der fossilen Energieträgerverwerter, sondern aus der kritischen Avantgarde, die das Thema seit Jahren begleitet. Im Kern steht der "Energy Return on Energy Invested" (EROEI) zur Diskussion: Das Verhältnis zwischen investierter und nutzbarer Energie. Diese Kennzahl wird in der Diskussion um den Peak Oil immer wieder betont, hat es jedoch bislang noch nicht angemessen in die Öffentlichkeit geschafft. Denn es gilt auch bei der Ölförderung: Als man begann, Erdöl zu fördern, waren die Reservoirs noch leicht erreichbar und der Energieaufwand überschaubar, den man investieren mußte. Heute verfügen wir über neue Explorations- und Fördertechniken, aber deren Energieaufwand ist weitaus höher! Das zeigt bereits der Fakt, dass wir heute kilometertief ins Erdinnere müssen, wofür Bohrer und Rohrleitungen geschaffen werden müssen, deren Material gefördert, transportiert, geschmolzen und geformt werden muss. Jede menschengemachte Energie-Erzeugungsanlage benötigt zuerst Energie, um sie zu produzieren, erst dann kann sie Energie abwerfen. Doch während das Verhältnis zum Höhepunkt der Ölförderung durchaus bei 1:100 lag (Energie von 1 Fass Erdöl investieren, um 100 Fass Erdöl zu ernten) sinkt das Verhältnis inzwischen drastisch (1:14 in den USA). Windkraftanlagen und Photovoltaik-Anlagen arbeiten mit einer weitaus weniger energiedichten Quelle: Dem Sonnenlicht und dem Wind. Zwar besitzen wir heute die Technologie, daraus für uns nutzbare Energie zu zapfen, aber es ist fraglich, ob wir mit Erneuerbaren jemals dieselben Energiemengen ernten können, wie sie uns heute durch Öl, Gas und Kohle gebracht werden. Einfach ein paar PV-Anlagen auf die Dächer krachen ist kein Garant für das "über den Berg kommen".

Deshalb dokumentieren wir hier einen Beitrag von Saral Sarkar:

Noch einmal über "grüne Energie"

Ich verfolge die Debatte seit den frühen 1990er Jahren und bin immer noch nicht klüger geworden. (weiterlesen …)

Erneuerbare liefern mehr als 20% des Stroms

In aller Kürze:

Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft trugen im ersten Halbjahr 2011 die Kraftwerke auf Basis erneuerbarer Energien mehr als 20% zur deutschen Stromversorgung bei. Gleichzeitig ist absehbar, dass die Kosten für Solarstrom relativ schnell sinken, wie die Frankfurter Rundschau aus Berechnungen des Chemiekonzerns Wacker erfahren hat:

Eine Freiflächenanlage werde 2016 nur noch einen Euro statt derzeit 1,80 Euro pro Watt Leistung kosten.

Das ist schön. Ändert jedoch wenig daran, dass der Verkehrssektor weiterhin hemmungslos abhängig von Öl als Treibstoff ist und Strom in diesem Bereich eine winzige Nische füllt, deren Wachstum nicht ansatzweise mit dem der Stromerzeugung mithalten kann.