Zum Textbeginn springen . Zur Navigation springen .

Fracking – Verbot in der Diskussion

Nachdem der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer ein Verbot von Fracking für die nächsten 2 Jahre gefordert hat, kommt die Diskussion um die umstrittene Fördermethode langsam in Gang. Lokal haben diverse Bürgerinitiativen sich gewehrt, mit dem Ergebnis, dass Exxon Mobil selbst warten will, bis Fracking ohne giftige Chemikalien möglich ist. Alles ist Gift, es kommt immer auf die Dosis an - das wissen wir schon seit Paracelsus, der im 16. Jahrhundert sein alchimistisches Unwesen trieb. Auf europäischer Ebene wird in Sachen Verbot nicht viel passieren, die EU-Komission in Person des Energie-Komissars Günther Oettinger hält die Anpassung der EU-Gesetze nicht für nötig und verweist auf die nationale Ebene. (weiterlesen …)

EU beschließt Ölembargo gegen Iran

Jetzt ist es amtlich: Die EU beschließt ein Ölembargo gegen den Iran, um diesen von seinem Atomprogramm abzubringen. Das Embargo zielt darauf, die Einnahmen des Staates zu verringern. Geringere iranische Importe und ein größere Staatsschulden wären die direkte Folge, indirekt zielt das Embargo darauf, die Unzufriedenheit der Bevölkerung gegen die iranische Regierung zu richten. Auch kann das Embargo als Kriegsvorbereitung gesehen werden, da Ölprodukte zur Kriegsführung unerläßlich sind. Der Iran fördert zwar Erdöl, hat aber nur geringe Raffinieriekapazitäten und muss deshalb etwa 40% des verbrauchten Benzin und Diesel importieren.

Die Details des Embargos werden im Laufe des Tages öffentlich werden. Insbesondere wichtig ist, wann es genau startet, wie mit laufenden Verträgen umgegangen wird und wie die europäischen Länder, die auf iranisches Öl angewiesen sind (Italien, Spanien, Griechenland), künftig ihre Versorgung gestalten. Das betrifft insbesondere Griechenland,wohin aufgrund der Finanzkrise andere Länder nicht mehr liefern wollten. Kritische Stimmen meinen, die EU würde sich mit einem Embargo eher selbst schaden.

Auch gegenüber Syrien hat die EU ihr Embargo erweitert. Insbesondere auch hier wird der Öl- und der Finanzsektor getroffen.

Währenddessen trifft der US-Flugzeugträger "Abraham Lincoln" im arabischen Meer ein, der libysche Übergangsrat warnt nach Massenprotesten vor einem erneuten Bürgerkrieg in Libyen und auch in Nigeria wird ein Bürgerkrieg befürchtet.

 

Update 24.01.: Altverträge mit Iran sollen zum 1. Juli enden, neue Verträge soll es nicht geben. Das Gas-Projekt "Shah Deniz" in Aserbaidschan wird vom US-Embargo gegen Iran ausgenommen, obwohl die National Iranian Oil Company (NIOC) durch ein Subunternehmen zu 10% daran beteiligt ist. Dafür hat sich die EU und BP eingesetzt. BP ist genau wie Statoil ebenfalls an dem Projekt beteiligt und es soll die Abhängigkeit Europas von russischem Gas verringern. Das meldet Reuters. Bei N-TV ist ein Interview mit Axel Herlinghaus (DZ Bank) zu lesen, in welchem der Bogen vom Iran zu Peak Oil gezogen wird. Am 02. Februar spricht Daniele Ganser (ASPO CH) in Frutigen.

EU-Embargo gegen Iran + Syrien

Der SPIEGEL meldet, dass die EU ein Verbot von Öleinfuhren aus Iran vorbereitet. 5,8% des EU-Ölbedarfs stammen aus dem Iran und es wird insbesondere geliefert an Italien, Spanien, Belgien und Griechenland. Griechenland hat erst kürzlich seine Öl-Einfuhren auf Iran umlenken müssen, da andere Lieferländer aufgrund der Finanzsituation nicht mehr liefern wollten. Im Zuge des angekündigten Embargos ist man nicht begeistert:

Doch innerhalb der EU gibt es Widerstand: Griechenland, das stark von iranischen Öleinfuhren abhängig ist, habe Bedenken geltend gemacht, sagte Juppé. "Wir müssen das berücksichtigen und mit verschiedenen Partnern so zusammenarbeiten, dass die Unterbrechung der Lieferungen aus dem Iran durch einen Anstieg der Lieferungen aus anderen Ländern ausgeglichen wird." Juppé fügte hinzu: "Aber das ist machbar." (SPIEGEL)

Auch Syrien wird mit einem Boykott belegt. Dort geht es (noch?) nicht um Öl, aber um "ein Lieferverbot für Ausrüstung für den Öl- und Gassektor". So wird das vermutlich nichts werden mit Investitionen von 100 Milliarden US$ jährlich in die arabischen Ölförderländer, um - laut IEA - einen Ölpreis von 150 US$ in 2015 abzuwenden.

Die geplanten Maßnahmen umfassen neben dem Öl- auch den Finanzbereich. Syrien und Iran sind beides Länder der Strategischen Ellipse.

Zwischen VDI und Dennis Meadows

Der gestern berichtete Vortrag von Dennis Meadows in der Enquete-Kommission des Bundestags ist auch online anzuschauen. 3:30 Stunden für jene, die die Sitzung vollständig sehen wollen, ein Sprung zu Minute 54 und 30 Minuten Geduld für jene, die Dennis Meadows Vortrag sehen und hören wollen. Die Energieintensität unserer Zivilisation spricht er insbesondere zu Beginn der Diskussion an. Betonenswert ist wiederum: "Nachhaltigkeit" kommt zu spät, "Widerstandsfestigkeit" (Resilienz) sei das Gebot der Stunde, Worte sind schön, Handlungen stärker. Er prognostiziert für die nächsten 20 Jahre mehr Wandel, als in den vergangenen 100 Jahren:

(weiterlesen …)