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	<title>peak-oil.com &#187; Leonardo Maugeri</title>
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	<description>Wie wollen wir leben, wenn das Erdöl ausgeht?</description>
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		<title>Technology Review schiebt &#214;ldiskussion voran</title>
		<link>http://www.peak-oil.com/2012/10/technology-review-schiebt-oldiskussion-voran/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Oct 2012 09:05:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert Rost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
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		<category><![CDATA[fracking]]></category>
		<category><![CDATA[Leonardo Maugeri]]></category>
		<category><![CDATA[Technology Review]]></category>

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		<description><![CDATA[Die neue Ausgabe der Technology Review vom Heise-Verlag befasst sich mit der Renaissance von &#214;l und Gas basierend auf den neuen F&#246;rdertechnologien wie Fracking. Die dazugeh&#246;rige Pressemitteilung der Heise Medien-Gruppe findet sich daher auch bei prestigecars.de und bei finanztreff.de. Letztere &#252;bernahmen sie von BoerseGo, wo der Hinweis auf Erneuerbare Energien, der in der Original-Meldung noch [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die neue <a href="http://www.heise.de/tr/magazin/" target="_blank">Ausgabe der Technology Review</a> vom Heise-Verlag befasst sich mit der Renaissance von &#214;l und Gas basierend auf den neuen F&#246;rdertechnologien wie Fracking. Die dazugeh&#246;rige <a href="http://www.heise-medien.de/presse/Technology-Review-ueber-den-neuen-Oel-Boom-1736535.html" target="_blank">Pressemitteilung der Heise Medien-Gruppe</a> findet sich daher auch bei <a href="http://www.prestigecars.de/industrie-magazin/2012/technology-review-uber-den-neuen-ol-boom-oko-energie-in-gefahr/48595" target="_blank">prestigecars.de</a> und bei <a href="http://nachrichten.finanztreff.de/news_news.htn?sektion=uebersicht&amp;id=8646045" target="_blank">finanztreff.de</a>. Letztere &#252;bernahmen sie von <a href="http://www.boerse-go.de/nachricht/Neuer-OEl-Boom-Vorraete-fuer-125-Jahre-vorhanden-Brent-Crude-Rohoel-WTI-Oel,a2950491.html" target="_blank">BoerseGo</a>, wo der Hinweis auf Erneuerbare Energien, der in der Original-Meldung noch erhalten war, fehlt. Auf den Finanz-Webseiten dominiert somit die Nachricht, die Bundesanstalt f&#252;r Geowissenchaften und Rohstoffe (BGR) datiert den Peak in der globalen &#214;lf&#246;rderung auf Mitte der 2030er Jahre und die Versorgungskapazit&#228;ten werden vor allem durch Schiefer&#246;l, &#214;lsande und Tiefsee&#246;l steigen. Verwiesen wird auf die <a title="Monbiots Erwachen" href="http://www.peak-oil.com/2012/07/monbiots-erwachen/">Studie von Leonardo Maugeri</a>, zu der bei TheOilDrum inzwischen mehrere <a href="http://www.theoildrum.com/node/9547" target="_blank">kritische Analysen</a> vorliegen.</p>
<p>In der Tat: Die BGR datierte in ihrer <a title="BGR optimistisch: Peak Oil erst 2036?" href="http://www.peak-oil.com/2012/02/bgr-optimistisch-peak-oil-erst-2036/">Kurzstudie von November vergangenen Jahres</a> den Peak der globalen &#214;lf&#246;rderung auf etwa 2036. Detailinformationen transport die Heise-Pressemeldung wie auch ihre Kopien auf den unterschiedlichen Publikationen leider nicht. So geht die BGR von einem Plateau der konventionellen F&#246;rderung aus, das Mitte der 2030er Jahre dann abbricht. Nur durch &#214;lsande und Fl&#252;ssiggase (NGL, natural gas liquids) kann die mengenm&#228;&#223;ige F&#246;rderung weiter gesteigert werden, allerdings sagen die Mengen wenig &#252;ber die Energieausbeute<del>, denn gerade NGL haben eine geringere Energiedichte als rohes &#214;l</del> (Nachtrag zur Streichung: Das BGR nutzt Tonnen/Jahr (Gewicht/Zeit) zur Berechnung, da hat NGL sogar eine h&#246;here Energiedichte als crude oil. Bei Angaben in Barrel/Jahr (Volumen/Zeit) ist es genau umgekehrt):</p>
<div id="attachment_1116" class="wp-caption alignnone" style="width: 660px"><a href="http://www.peak-oil.com/2012/02/bgr-optimistisch-peak-oil-erst-2036/"><img title="BGR-Projektion 2011" src="http://www.peak-oil.com/wp-content/uploads/2012/02/BGR-Projektion2011.jpg" alt="" width="650" /></a><p class="wp-caption-text">Projektion der Erd&#246;l-F&#246;rderung durch die Bundesanstalt f&#252;r Geowissenschaften und Rohstoffe, 2011</p></div>
<p><span id="more-2382"></span>In ihrer Studie betonte die BGR (siehe auch Bildunterschrift), dass es sich bei der Projektion um <strong>geowissenschaftlich-technische Aspekte</strong> handelt, die beleuchtet wurden. Es f&#228;llt schlicht nicht ins Aufgabengebiet der BGR, geopolitische oder &#246;konomische Aspekte zu untersuchen. Allein die sich verlangsamende Steigerung der &#214;lf&#246;rderung hat &#246;konomische Auswirkungen, wenn die Nachfrage nach &#214;l schneller steigen sollte. Dr. Steffen Bukold beleuchtet diesen Aspekt regelm&#228;&#223;ig mit dem <a title="Update: Peak Oil Barometer Oktober 2012" href="http://www.peak-oil.com/2012/10/update-peak-oil-barometer-oktober-2012/">Peak-Oil-Barometer</a>, wo sichtbar wird, dass mit Fortschreiten des Entwicklung die freien F&#246;rderkapazit&#228;ten immer knapper werden und mithin selbst kleinste F&#246;rderunterbrechungen oder Nachfragesteigerungen starke Auswirkungen auf die &#214;lpreise haben k&#246;nnen.</p>
<p>Hier liegen auch die gr&#246;&#223;ten kurz- bis mittelfristigen Risiken: Nicht die globale &#214;lf&#246;rderung ist f&#252;r europ&#228;ische Kommunen und Unternehmen ein Problem, sondern m&#246;gliche Verwerfungen in den derzeitigen Lieferl&#228;ndern. Vor allem die unruhige politische Situation im arabischen Raum gilt als Risiko. Unbeachtet bleibt meist auch, dass der Eigenverbrauch in vielen F&#246;rderl&#228;ndern (wie beispielsweise <a title="Saudi Arabien: Vom &#214;l-Exporteur zum Importeur bis 2030?" href="http://www.peak-oil.com/2012/09/saudi-arabien-vom-ol-exporteur-zum-importeur-bis-2030/">Saudi Arabien</a>) st&#228;ndig steigt - und zwar oft schneller als die F&#246;rderung. Daraus folgt, dass die Exportmengen nicht zwingend mit dem F&#246;rdermengen steigen, sondern trotz Ausweitung der F&#246;rderung sinken. EIA-Daten sagen, dass seit 2004 die auf den M&#228;rkten gehandelten Mengen stagnieren, wer genau hinschaut erkennt sogar einen leichten R&#252;ckgang, der jedoch auch mit der sinkenden Nachfrage im Zuge der Weltwirtschaftskrise zu tun haben k&#246;nnte:</p>
<p><a href="http://www.peak-oil.com/wp-content/uploads/2012/10/oelexporte-weltweit.jpg"><img title="&#214;lexporte weltweit" src="http://www.peak-oil.com/wp-content/uploads/2012/10/oelexporte-weltweit.jpg" alt="" width="650" /></a></p>
<p>Im Ergebnis ist f&#252;r L&#228;nder wie Deutschland, die zu 97 bis 98% von Importen abh&#228;ngig sind nicht relevant, wieviel &#214;l im Boden lagert und auch zweitrangig, wieviel davon gef&#246;rdert wird, relevant ist vor allem, wieviel davon zum Export zur Verf&#252;gung steht.</p>
<p>In der auf Pressemitteilungs-Niveau verk&#252;rzten Diskussion wird mal wieder die im Boden vorhandenen Gesamtmengen (ca. 500 Milliarden Tonnen) durch den aktuellen Jahresverbrauch (ca. 4 Milliarden Tonnen) geteilt, um mit einer angeblichen Reichweite von 125 Jahren Sicherheit zu suggieren. Dass mit der heutigen Technologie nur ein Drittel der Ressourcen f&#246;rderbar ist und dass es stark darauf ankommt, mit welcher Geschwindigkeit diese F&#246;rderungen geschehen, bleibt ungesagt. Ungesagt bleibt auch, dass eine starke Steigerung der Fracking-F&#246;rderung dazu f&#252;hren d&#252;rfte, dass mit dem &#220;berschreiten des geologischen Peak Oil die F&#246;rdergeschwindigkeit sehr viel schneller sinken d&#252;rfte als es bei den herk&#246;mmlichen F&#246;rdermethoden &#252;blich ist. <a title="Europa am Peak" href="http://www.peak-oil.com/2012/07/europa-am-peak/">Europa verliert derzeit 5,5% seiner F&#246;rderung pro Jahr</a>. Doch die Abfallraten der Fracking-Technologie sind weitaus rasanter: Eine F&#246;rderstelle f&#246;rdert am ersten Tag die gr&#246;&#223;te Menge und sofort l&#228;&#223;t die Ausbeute nach, um binnen drei Jahren auf 10 bis 20% der Erst-Tags-F&#246;rderung einzubrechen. Der Peak einer Fracking-Bohrung liegt also am Beginn ihres F&#246;rderlebens und nicht in der Mitte, wie bei den glockenf&#246;rmigen Verl&#228;ufen der konventionellen F&#246;rdermethoden. Eine Umstellung der weltweiten F&#246;rderung hin zu mehr Fracking w&#252;rde daher mit &#220;berschreiten des Peaks zu einem rasanten Einbruch der F&#246;rdermengen f&#252;hren.</p>
<p>Der Tenor der Technology Review hei&#223;t denn auch:<a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Experten-befuerchten-neuen-Oelboom-1736245.html" target="_blank"> "Experten bef&#252;rchten neuen &#214;lboom"</a> - so ist ein Artikel im Heise-Newsticker &#252;berschrieben, der beispielsweise <a href="http://www.hannover-zeitung.net/aktuell/wirtschaft/47200606-neuer-oel-boom-gefaehrdet-oekoenergie" target="_blank">in der Hannover-Zeitung</a> aufgegriffen wird. Die <em>Bef&#252;rchtung</em> r&#252;hrt daher, dass eine kurz- bis mittelfristige Steigerung der &#214;lf&#246;rderung zu vergleichweise niedrigen &#214;lpreisen und damit zu einer Verschleierung k&#252;nftiger Gefahren f&#252;hren k&#246;nnte. Statt einen konsequenten Ausbau hin zu postfossilen Strukturen anzugehen, k&#246;nnten wir uns in falscher Sicherheit wiegen, deren Ende uns dann noch unerwarteter und h&#228;rter trifft.</p>
<p>Zwei Nebenaspekte bleiben von der Diskussion bislang ausgespart. Das ist die Konfliktfrage, die das Dezernat Zukunftsanalyse, das jetzt im neuen Planungsamt der Bundeswehr angesiedelt ist, <a href="http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/NYu7DsIwEAT_yBdXGDoiC4kiDU1IGuQkp3DCj-i44IaPxy7YlaaZXRihNLoPrU4oRefhDsNMpymrKS-o3Et29B7fKiMJMj7kiQEj9PVYBnOKKJWCUahwZSeJ1ZZYfDU7czGKFhgabVt9aP7RXzPaS9cZc7TX9gZbCOcfRzH_Jg!!/" target="_blank">mit einer frischen Pressemitteilung</a> nochmal aufgreift - und auf die lesenswerte Studie "Peak Oil - Sicherheitspolitische Implikationen knapper Ressourcen" verweist. Und das ist die Umweltfrage, die sich kaum besser aufzeigen l&#228;&#223;t als mit <a title="Tar Sands/&#214;lsande in Kanada" href="http://www.dailymail.co.uk/news/article-2219240/Tar-Sands-Canada-worlds-largest-oil-reserve-173billion-untouched-barrels.html" target="_blank">dutzenden Bildern aus Alberta/Kanada in der Daily Mail</a>, wo der Abbau von &#214;lsanden die Zukunft der weltweiten Energieversorgung sein soll...<br />
<img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/759e1fd9570e41febfa8c3fe8783b084" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Weitere News:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.derboersianer.com/news/usa/artikel/details/neuer-l-boom-vorrte-fr-125-jahre-vorhanden300774.html" target="_blank">Auch DerB&#246;rsianer &#252;bernimmt den BoerseGo-Text</a></li>
<li><a href="http://www.heise.de/tr/artikel/Vollgas-zurueck-1733704.html" target="_blank">Technology Review: Vollgas zur&#252;ck?</a></li>
<li><a href="http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/indisches-interesse-fuer-kanadas-erdoel-1.17642470" target="_blank">um kanadische &#214;lsande gibt es Bietergefechte: Auch China, Indien, Kuwait, Malaysia haben Interesse an Albertas Bitumen</a></li>
<li><a href="http://www.zerohedge.com/news/2012-10-21/historic-first-china-begins-oil-extraction-afghanistan" target="_blank">zerohedge: Eine &#220;bernahme von &#214;lsand-Anteilen durch Malaysia liegt nicht in kanadischem Interesse, China beginnt mit &#214;lf&#246;rderung in Afghanistan</a></li>
<li><a href="http://www.ad-hoc-news.de/schlumberger-gibt-ergebnisse-des-dritten-quartals-2012--/de/News/24525553" target="_blank">&#214;lf&#246;rder-Zulieferer Schlumberger vermeldet Rekordzahlen, l&#228;&#223;t zugleich durchblicken, dass die Fracking-Aktivit&#228;ten in Nordamerika schw&#228;cheln</a></li>
<li><a href="http://derstandard.at/1350259318987/Die-Stadt-vom-Auto-befreien" target="_blank">Kommentar im Standard: Die Stadt vom Auto befreien</a></li>
<li><a href="http://xwer.de/content/die-letzte-heiz%C3%B6l-lieferung-meines-lebens" target="_blank">xwer.de: Die letzte Heiz&#246;llieferung meines Lebens</a></li>
<li><a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/exxon-mobil-manager-nicholas-mockford-in-bruessel-erschossen-a-863581.html" target="_blank">Manager von Exxon-Mobil in Br&#252;ssel erschossen</a></li>
</ul> <p><a href="http://www.peak-oil.com/?flattrss_redirect&amp;id=2382&amp;md5=780b9df59505495711cae1f6557c00e4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.peak-oil.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sch&#246;ne neue Zahlen</title>
		<link>http://www.peak-oil.com/2012/07/schoene-neue-zahlen/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Jul 2012 06:07:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert Rost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[george monbiot]]></category>
		<category><![CDATA[Leonardo Maugeri]]></category>
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		<description><![CDATA[Dies ist ein Gastbeitrag von Marcus Kracht, nachlesbar auch in seinem "Lexikon des Zerfalls". My make-up may be flaking but my smile still stays on. — Queen: The show must go on Zahlenkosmetik In der modernen Welt sind Zahlen etwas ganz wichtiges geworden. Zahlen haben den Mythos des Objektiven. Wer also nicht subjektiv erscheinen will, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist ein Gastbeitrag von Marcus Kracht, nachlesbar auch in seinem <a href="http://www.domokos-kracht.eu/marcus/" target="_blank">"Lexikon des Zerfalls"</a>.</p>
<blockquote><p>My make-up may be flaking<br />
but my smile still stays on.</p>
<p>— Queen: The show must go on</p></blockquote>
<h4>Zahlenkosmetik</h4>
<p>In der modernen Welt sind Zahlen etwas ganz wichtiges geworden. Zahlen haben den Mythos des Objektiven. Wer also nicht subjektiv erscheinen will, der tr&#228;gt viele Zahlen im Tornister mit sich herum und verteilt sie gro&#223;z&#252;gig unter die Menschheit. Denn was w&#228;re die Wissenschaft ohne Statistik, mit der man aus einem Gewirr von Daten eine Aussage herausdestillieren und auf das Podest des Wissens heben kann? Abgesichert durch eine mathematische Disziplin, wohlgemerkt. Und was w&#228;re eine moderne Verwaltung ohne ein Zahlenwerk, das ihr erlaubt, Entscheidungen objektiv und zielgenau zu treffen?</p>
<p>Wenn es denn so einfach w&#228;re.</p>
<p>Ich will aber nicht den Kritiker der Zahlen spielen, auch wenn das gewiss n&#246;tig w&#228;re. Ich will auf etwas Anderes hinweisen, das sich in die K&#246;pfe und Herzen einschleicht: das st&#228;ndige Starren auf Indikatoren und die damit einhergehende Verengung des Horizonts. Und zwar so lange, bis das eigentliche Ziel aus dem Blick ger&#228;t.<span id="more-1956"></span></p>
<p>Nun ist es allgemein bekannt, dass die Zahlen nicht so heilig und objektiv sind, wie immer gerne von ihnen behauptet wird. Regierungen h&#252;bschen schon seit geraumer Zeit ihre Zahlen auf. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Inflation ebenso? Besser, es wird nichts offiziell bekannt. Die USA machen das seit ein paar Jahrzehnten <em>sogar ganz offiziell</em> und auf ganz professionelle Art, siehe die Seite <a href="http://www.shadowstats.com/" target="_blank">Shadowstats</a>. Man kann sich nat&#252;rlich fragen, warum Regierungen das &#252;berhaupt n&#246;tig haben. Die Antwort ist schlicht die, dass sie Opfer der eigenen Politik geworden sind. Wer die Indikatoren st&#228;ndig zum Beweis des eigenen Erfolgs hochh&#228;lt, muss sich schon etwas einfallen lassen, wenn ebendiese Indikatoren nicht mehr so rosig sind.</p>
<p>Da passt ins Bild, was dieser Tage von der Barclay's Bank bekannt wurde. Offenbar hat die Bank (und nicht nur sie) den Interbankensatz (sogenannter Libor oder <em>London Interbank Offered Rate</em>) um bis zu 10 Prozent zu niedrig angegeben. Und dies mit Wissen der Bank of England, deren Aufgabe es eigentlich ist, die Banken zu beaufsichtigen. Aber wie gesagt: das Problem ist ja, dass schlechte Zahlen auch schlechte Stimmung verursachen, im Gegensatz zu guten Zahlen. Es reicht ja, wenn die Verantwortlichen die wahre Lage kennen. Also lieber nichts sagen. Jedenfalls nicht &#246;ffentlich.</p>
<p>Zahlenkosmetik hat also seine Ursache letztlich darin, dass die Zahlen, insofern sie einigerma&#223;en unabh&#228;ngig entstehen, nicht immer genehm sind. Wer aber gute Stimmung braucht, schweigt &#252;ber sie. So hat die Regierung Bush 2005 pl&#246;tzlich keine Angaben mehr &#252;ber den Geldmengenindikator M3 gemacht; so war k&#252;rzlich geplant, keine Daten &#252;ber &#214;lf&#246;rdermengen durch die US Energy Administration mehr zu erheben (siehe den <a href="http://www.theoildrum.com/node/7874" target="_blank">Artikel auf The Oil Drum</a>). Und so weiter. Wer nicht schweigt, sch&#246;nt die Zahlen ein wenig. Der Versuchung, sie frei zu erfinden, sind die westlichen Regierungen noch nicht erlegen, aber das kann noch kommen.</p>
<h4>Good bye, Peak Oil?</h4>
<p>Politiker wollen gute Stimmung, denn dann l&#228;sst sich leichter regieren. Darum sind so viele regierungs- und wirtschaftskritische Organisationen ganz schnell in der Defensive. Denn da sie gegen die Regierung argumentieren, sind sie ganz klar die Miesmacher. Und die haben schlechte Karten. Kein geringerer als Dennis Meadows hat die Peak Oil Szene davor gewarnt, immer nur schlechte Nachrichten zu verbreiten. Sie k&#246;nnte sich dadurch n&#228;mlich schlicht marginalisieren, weil niemand solche Nachrichten auf Dauer h&#246;ren m&#246;chte.</p>
<p>Aber das ist nur die eine Seite. Was da allerdings fehlt, ist die langfristige Perspektive. Was ist denn, wenn sich irgendwann das Gef&#252;hl einschleicht, mit den Zahlen stimmt etwas nicht? Wird dann nicht die Stimmung umschlagen und genau diejenigen werden ein Problem bekommen, die vorher keins gesehen haben? Kann es sein, dass sich Beharrlichkeit im Umgang mit Fakten auszahlt? Ich denke schon. Und das hat etwas mit <em>Glaubw&#252;rdigkeit</em> zu tun. Wenn wir nicht mehr von Peak Oil reden, verlieren wir unsere Glaubw&#252;rdigkeit, erst vor uns, und irgendwann auch vor anderen. Ob nun oder nicht Peak Oil etwas Schlimmes ist oder ob sich (wie ich glaube) durchaus sehr positive Aspekte finden lassen: ich wei&#223; ehrlich gesagt nicht, wie sich Peak Oil tats&#228;chlich als positive Botschaft <em>verkaufen</em> l&#228;sst. Daf&#252;r bin zu wenig Stratege. Aber Glaubw&#252;rdigkeit beginnt viel fr&#252;her: n&#228;mlich bei der Frage, ob wir den Tatsachen (oder was wir daf&#252;r halten) wirklich ins Auge sehen.</p>
<p>In dieser Woche machte die Nachricht die Runde, Citicorp habe ein neues Gutachten &#252;ber &#214;lvorr&#228;te erstellen lassen und sei zu dem Schluss gekommen, es sei unglaublich viel &#214;l vorhanden und die F&#246;rdermenge k&#246;nne man zudem bis 2020 auf sage und schreibe 110 Millionen Barrel am Tag ausdehnen. Peak Oil w&#228;re damit bis auf Weiteres erledigt. Sogar George Monbiot vom Telegraph stellte irritiert fest, dass wir wohl genug &#214;l haben, um uns zu braten (<a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2012/jul/02/peak-oil-we-we-wrong" target="_blank">We were wrong on peak oil. There's enough to fry us all</a>). Daf&#252;r hat er viel Kritik und H&#228;me einstecken m&#252;ssen, siehe etwa die sch&#246;ne Zusammenfassung von <a href="http://www.peak-oil.com/2012/07/monbiots-erwachen/#more-1901" target="_blank">Norbert Rost</a>.</p>
<p>Es gibt, wie man dort lesen kann, genug Gr&#252;nde, die Zahlen anzuzweifeln. Ich tue hier aber etwas anderes: ich nehme sie hin und frage mich, was wir davon haben und warum eigentlich dieser Kampf n&#246;tig ist.</p>
<p>Zuerst die gute Nachricht: die Industrie hat verstanden! Das Thema ist da, es wird wahrgenommen, und man f&#252;hlt sich gem&#252;&#223;igt, darauf zu antworten. Und nun, wie angedeutet, die Frage: was haben wir davon, wenn die Welt 110 Millionen Barrel &#214;l f&#246;rdert? Wird es noch mehr werden? Die Studie scheint irgendwie zu sagen, dass dann endg&#252;ltig Schluss ist. Im Jahr 2020. Das ist gar nicht so weit hin. In diesem Jahr also wird China endg&#252;ltig aufh&#246;ren m&#252;ssen, mehr &#214;l zu verbrauchen, und nicht nur China. Mit anderen Worten: das Wachstum wird weltweit zu Ende sein, wenn nicht schon vorher (siehe den Eintrag <a href="http://www.domokos-kracht.eu/marcus/wachstum.html" target="_blank">Wachstum — welches Wachstum?</a>). Also noch 8 Jahre Zeit, und dann ist Schluss? Und was machen wir bis dahin? Noch mehr Kernkraftwerke bauen, wie Fatih Birol vorschl&#228;gt? S&#228;mtliche Banken retten, damit es keine Depression wie 1930 gibt? Hat eigentlich irgendjemand einen Plan, was in dem Fall passieren wird, dass die Weltwirtschaft nicht mehr wachsen kann? Und wenn nicht, was ist jetzt eigentlich so schlimm daran, wenn Peak Oil <em>jetzt</em> ist im Gegensatz zu ein wenig sp&#228;ter?</p>
<p>In seinem Aufsatz zu der Bakken Formation hat <a href="http://www.theoildrum.com/node/9085" target="_blank">Robert Rapier</a> die Frage analysiert, wieviel &#214;l jetzt eigentlich in den USA vorhanden ist. Wie dem Aufsatz zu entnehmen ist, ist viel von dem wunderbaren neuen &#214;l nur eines: entsetzlich teuer und umweltsch&#228;dlich. Die folgende Analogie dr&#228;ngt sich auf. Sie haben sich ein sch&#246;nes Grundst&#252;ck am Fu&#223;e der Alpen gekauft, mit allem drum und dran, einschlie&#223;lich eigenem Wasser vom Brunnen. Jahrelang geht das gut, bis der Brunnen anf&#228;ngt zu versiegen. Sie sind besorgt, bis eines Tages jemand Ihnen freudig berichtet, dass es durchaus Wasser in der Gegend gibt, eine Quelle, 1000 Meter hangaufw&#228;rts von Ihrem Grundst&#252;ck aus. Es gibt also Wasser — aber um es zu bekommen, m&#252;ssen Sie betr&#228;chtliche Strecken gehen. Sofort ist Ihnen klar, dass das keine sehr attraktive L&#246;sung ist. Warum? Weil Sie <em>selber</em> gehen m&#252;ssen. Ganz im Gegensatz zum &#214;l, dessen F&#246;rderung wir anderen &#252;berlassen. Da f&#228;llt es leicht, sich mit der Feststellung abspeisen zu lassen, man k&#246;nne ja irgendwo in Amerika noch unkonventionelles &#214;l f&#246;rdern. Schlie&#223;lich werden die ja wissen, wovon die reden. Und das wissen die auch, nur dass sie ihr Wissen nicht dazu benutzen, um uns einen Gefallen zu tun, sondern weil es ein Gesch&#228;ft zu machen gilt.</p>
<p>Man bedenke es wohl: w&#228;hrend die heutige &#214;lf&#246;rderung immer noch eine Energierendite von um die 20 abwirft, ist die Energierendite von &#214;l aus &#214;lschiefer um die 1, so eine <a href="http://www.westernresourceadvocates.org/land/oseroi.php" target="_blank">Studie von Cutler Cleveland</a>. (Bei Biodiesel und &#228;hnlichen Ersatzstoffen ist sie sogar noch schlechter.) Die Rendite misst wie bei Geld den Ertrag, den die Energieinvestition tats&#228;chlich abwirft. Investieren Sie in &#214;lschiefer 1 Barrel &#214;l, bekommen Sie eines dazu, haben also jetzt zwei. Von diesem m&#252;ssen Sie aber leider eines wieder zur&#252;cklegen, damit Sie diese Menge erneut f&#246;rdern k&#246;nnen. Anders ausgedr&#252;ckt, bei der F&#246;rderung aus solchen Quellen m&#252;ssen Sie die H&#228;lfte (!) einbehalten, nur um die Produktion aufrecht zu erhalten. Bei einer Rendite von 20 sind es dagegen keine 5 Prozent. Der ganze Fetisch um die F&#246;rdermengen relativiert sich damit ziemlich schnell.</p>
<h4>Die Verk&#252;mmerung des Denkens</h4>
<p>Neulich &#252;berraschte eine <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/tomaten-zucht-auf-farbe-ging-auf-kosten-des-geschmacks-a-841457.html" target="_bkan">Studie</a> mit der Erkenntnis, warum die Tomaten heutzutage nicht mehr schmecken. Grund sei die Tatsache, dass Forscher nur geforscht haben, wie man sch&#246;ne runde rote Tomaten bekommt. Der Geschmack war schlicht irrelevant. H&#228;tte man Geschmack als Z&#252;chtungskriterium genommen, w&#228;ren vielleicht andere Tomaten dabei herausgekommen. Hat man aber nicht. Und so bleibt es bei geschmacklosen roten Tomaten.</p>
<p>Und genauso sieht es &#252;berall aus. Niemand fragt mehr, ob die Zahlen irgendetwas bringen. Hauptsache, wir k&#246;nnen etwas messen. Wissenschaftler werden also nach Publikationszahlen und Impact-Faktoren bewertet, und es ist v&#246;llig abzusehen, dass man bekommen wird, wonach man sucht: Forscher mit lupenreinen Impact-Faktoren und unglaublich vielen Ver&#246;ffentlichungen. Alle wissen das eigentlich, aber Kritik wird abgeb&#252;gelt. Besser ein schlechtes Kriterium als gar keines. Die unterschwellige Botschaft: wer keine Zahlen nimmt, um Forschung zu beurteilen, arbeitet v&#246;llig beliebig und subjektiv.</p>
<p>Auf diese Art schafft sich das Denken selber ab. Es bringt den Typus des Zahlenjongleurs hervor, der auf alles irgendwelche Zahlen liefern kann, die irgendwas belegen, man wei&#223; nur oft nicht, was.</p>
<p>Und die Industrie spielt kr&#228;ftig mit. F&#252;r alle unsere Bedenken hat sie Zahlen parat. Solche, die belegen, dass alles in Ordnung ist, wenn wir so weiter machen, wie bisher. Die belegen, dass die Zukunft rosig ist, vor allem, wenn wir den Kr&#228;ften der M&#228;rkte vertrauen. Die uns Hoffnung machen sollen.</p>
<p>Es ist meiner Meinung nach v&#246;llig sinnlos, das Spiel mit Zahlen gewinnen zu wollen, auch wenn ich nichts lieber t&#228;te. Das Problem ist immer das Gleiche. Die Frage muss lauten: warum bekommen wir diese Zahlen? Warum gerade jetzt? Wer liefert sie uns? Was hat er davon? Was sagt uns das? Wer diese Fragen nicht stellt und trotzdem glaubt, ehrliche Antworten zu bekommen, liefert sich dem n&#228;chsten Kredithai in die F&#228;nge. Oder glaubt halt alle m&#246;glichen rosaroten Geschichten &#252;ber unsere Zukunft.</p>
<p>Die Zahlen von Maugeri sind nicht frei erfunden. G&#246;nnen wir sie ihm. Aber die Geschichte, die er und vor allem andere daraus machen, ist ein Witz. Was haben wir eigentlich davon, dass Peak Oil nicht jetzt ist sondern in ein paar Jahren? Wird bis dahin die Energierevolution kommen, werden Bank- und Staatspleiten der Geschichte angeh&#246;ren? Und was soll es uns sagen, dass die USA auf absehbare Zeit ihr eigenes &#214;l f&#246;rdern k&#246;nnen? Das k&#246;nnten sie ja auch schon jetzt, wenn sie nur weniger verbrauchten.</p>
<p>Aber das w&#228;re ja wohl zuviel verlangt.</p> <p><a href="http://www.peak-oil.com/?flattrss_redirect&amp;id=1956&amp;md5=92b7f0b77c20831759d34f0f18a8db9b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.peak-oil.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Monbiots Erwachen</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jul 2012 14:48:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert Rost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[fracking]]></category>
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		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Leonardo Maugeri]]></category>
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		<description><![CDATA[&#196;hnlich wie Enten, die grade noch am Ufer eines Sees schwammen und in deren Mitte ein Schuss losgeht, flattert derzeit die (englischsprachige) Peak-Oil-Szenerie erschrocken auf. Nachdem Leonardo Maugeri seine Studie &#252;ber die M&#246;glichkeit einer neuen &#214;lrevolution ver&#246;ffentlichte, schwor der Guardian-Kolumnist und Umweltaktivist George Monbiot vom Glauben an ein &#214;lf&#246;rdermaximum ab: We were wrong on Peak [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#196;hnlich wie Enten, die grade noch am Ufer eines Sees schwammen und in deren Mitte ein Schuss losgeht, flattert derzeit die (englischsprachige) Peak-Oil-Szenerie erschrocken auf. Nachdem <a title="Leonardo Maugeri und die Revolution der &#214;lf&#246;rderung" href="http://www.peak-oil.com/2012/06/leonardo-maugeri-und-die-revolution-der-olforderung/">Leonardo Maugeri seine Studie</a> &#252;ber die M&#246;glichkeit einer neuen &#214;lrevolution ver&#246;ffentlichte, schwor der Guardian-Kolumnist und Umweltaktivist <strong>George Monbiot</strong> vom Glauben an ein &#214;lf&#246;rdermaximum ab: <a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2012/jul/02/peak-oil-we-we-wrong" target="_blank">We were wrong on Peak Oil - There's enough to fry us all</a> (Wir lagen falsch mit Peak Oil - es gibt genug, um uns alle zu r&#246;sten) hei&#223;t der Artikel, der dem Schuss im Ententeich gleich kommt. <a title="wikipedia:George Monbiot" href="http://de.wikipedia.org/wiki/George_Monbiot" target="_blank">George Monbiot</a> gilt als wichtiges Sprachrohr der britischen Umweltbewegung, sein Wort hat Gewicht und es wird in der englischsprachigen Welt wahrgenommen. Sein Kernthema ist der Klimawandel, weshalb er Kernenergie als CO2-freien Weg der Energieerzeugung f&#252;r akzeptabel h&#228;lt. Als Reaktion auf diesen Artikel erscheinen derzeit weltweit Antworten in Artikelform:<span id="more-1901"></span></p>
<ul>
<li><a href="http://www.energybulletin.net/stories/2012-07-04/treehugger-monbiot-and-peak-oil-over" target="_blank">Sharon Astyk nimmt sich f&#252;r EnergyBulletin die Zahlen vor</a>, die Maugeri seiner optimistischen und auf unkonventionellen F&#246;rdermethoden beruhenden &#214;lrevolution zugrunde legt und die Monbiot veranlasste, Peak Oil beiseite zu legen</li>
<li>Jeremy Leggett, Gr&#252;nder der <a href="http://peakoiltaskforce.net/" target="_blank">UK industry task force</a> on peak oil and energy security <a href="http://www.guardian.co.uk/environment/blog/2012/jul/04/monbiot-wrong-peak-oil?intcmp=122" target="_blank">antwortet im Guardian</a> mit Verweis auf die ausgeblendeten Warnungen vor der Finanzkrise und zieht Analogien zu den ausgeblendeten Warnungen vor der kommenden &#214;lkrise und kritisiert Monbiots mangelndes Verst&#228;ndnis, was <em>Peak Oil eigentlich bedeutet:</em> N&#228;mlich dass es nicht um im Boden lagernde &#214;lmengen geht, sondern um die nachlassende Geschwindigkeit, mit der wir diese f&#246;rdern</li>
<li>Rob Hopkins, der Hebammrich der Transition-Town-Kultur, f&#252;hlt sich (durch eine Vielzahl von Anfragen) <a href="http://transitionculture.org/2012/07/04/transition-reflections-on-george-monbiots-announcement-that-we-were-wrong-on-peak-oil/" target="_blank">gen&#246;tigt, nochmal zu erkl&#228;ren, was Peak Oil ist</a> und dass er nie - im Gegensatz zu George Monbiot - annahm, dass Peak Oil dem Klimawandel im Wege steht. Hopkins hat jederzeit vertreten, dass Peak Oil und Klimawandel zwei Entwicklungen sind, deren getrennte Sichtweise zu fatalen Schl&#252;ssen f&#252;hren kann - und dass deshalb beide Probleme bei der Ma&#223;nahmenwahl ber&#252;cksichtigt werden m&#252;ssen. So argumentiert er auch in seiner Monbiot-Replik.</li>
</ul>
<p>Das k&#246;nnte dann wohl auch eines der gro&#223;en Mi&#223;verst&#228;ndnisse sein, die Monbiot mit sich herumtrug, bis Maugeris &#246;lrevolution&#228;re Studie ihm die Augen &#246;ffnete: <strong>Peak Oil bedeutet nicht, dass uns das &#214;l ausgeht.</strong> Es ist tats&#228;chlich genug &#214;l und Gas und Kohle im Boden, um unser Klima grundlegend zu verwandeln. Peak Oil bedeutet, dass die<strong> t&#228;glich verf&#252;gbaren</strong> &#214;lmengen begrenzt sind, ein <strong>Tages-F&#246;rder-Maximum</strong> erreichen werden und in sp&#252;rbar kurzer Zeit zu sinken beginnen werden. In diesem Sinne ist Peak Oil vermutlich weitaus eher sp&#252;rbar als der Klimawandel:</p>
<ul>
<li>erst in Form von steigenden &#214;l- und Energiepreisen</li>
<li>dann in Form von unruhiger wirtschaftlicher Lage</li>
<li>dann in Form einer physischen Verknappung des Rohstoffs</li>
<li>Klimawandelwirkungen d&#252;rften vergleichsweise schleichend und subtiler und in ihrer Heftigkeit noch langfristiger wirken.</li>
</ul>
<p>Maugeris Studie, sozusagen der Schuss, der Monbiot das Flattern beibrachte, wurde dieser Tage auch <a href="http://www.theoildrum.com/node/9292" target="_blank">auf TheOilDrum.com analysiert</a>, nur halb letztlich, da der Autor angesichts der &#252;beroptimistischen Annahmen Maugeris ausrief:</p>
<blockquote><p>Enough, already! There are too many unrealistic assumptions to make this worth spending more time on.</p></blockquote>
<blockquote><p>Genug, es reicht! Das sind zu viele unrealistische Annahmen, um dem noch mehr Zeit zu widmen.</p></blockquote>
<p><a href="http://transitionculture.org/2012/07/04/transition-reflections-on-george-monbiots-announcement-that-we-were-wrong-on-peak-oil/"><img class="imgre" title="Rob Hopkins: Die zwei Halbzeiten des &#214;lspiels" src="http://transitionculture.org/wp-content/uploads/The-Oil-Age-a-Game-of-Two-Halves-490x303.jpg" alt="" width="420" /></a>Rob Hopkins schreibt selbstkritisch, dass auch er die Anpassungsf&#228;higkeit des industriellen Systems zeitweise nicht wahrnahm und damit die unkonventionellen F&#246;rdermethoden nicht auf dem Schirm hatte. Er betont, dass diese Suche nach neuen technischen Methoden, um &#214;l zu extrahieren <em>aber auch typisch sind</em> f&#252;r die Probleml&#246;sung unseres Wirtschaftssystems. Eine Anpassung "nach unten" (im Sinne eines bewusst initiierten Verbrauchsr&#252;ckgangs) wird gar nicht in Betracht gezogen, rausholen, was rauszuholen ist, ist die einzig erkennbare Agenda. Die zweite Halbzeit des &#214;lspiels (siehe Grafik) wird deshalb nicht nur gepr&#228;gt sein von schrumpfenden &#214;lmengen und steigenden Preisen, sondern auch von weitaus schmutzigeren Quellen, die wir anzapfen. Dass dabei die Hoffnung, die auf diese Techniken gesetzt wird, &#252;bertrieben sein k&#246;nnten, zeigt ein aktueller Blick in die Presse:</p>
<p>Auch in Th&#252;ringen soll m&#246;glicherweise "gefrackt" werden, weshalb sich nun auch dort <a href="http://m&#252;hlhausen.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/politik/detail/-/specific/Buergerinitiative-eint-die-Fracking-Gegner-71497528" target="_blank">B&#252;rgerinitiativen formieren</a>, denen sauberes Trinkwasser wichtiger ist, als ein voller Tank. Sogar <a href="http://eichsfeld.tlz.de/web/lokal/politik/detail/-/specific/Fracking-bisher-nicht-auf-der-Agenda-des-Eichsfelder-Kreistags-756238575" target="_blank">auf Kreistagsebene</a> befasst man sich deshalb neuerdings mit geologischen Fragestellungen, es bleibt zu hoffen, dass die Kreistagspolitiker auch <em>den Grund</em> erfahren, warum man &#252;berhaupt auf solche F&#246;rdermethoden zur&#252;ckgreifen will. Innerhalb der FDP gibt es auf Bundesebene Stimmen, die sich der <a title="B&#252;ndnis90/Gr&#252;ne vermurkst Fracking-Moratorium + &#196;rger im Iran" href="http://www.peak-oil.com/2012/05/bundnis90grune-vermurkst-fracking-moratorium-arger-im-iran/">gr&#252;nen Position</a> anschlie&#223;en und <a href="http://www.n-tv.de/politik/FDP-denkt-ueber-Moratorium-nach-article6623076.html" target="_blank">ein Fracking-Moratorium fordern</a>, also ein zeitweises Verbot der Methode, um ihre Auswirkungen zu erforschen. Polens Schiefergas-Hoffnungen zerplatzen derweil: <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/daempfer-fuer-polens-schiefergas-hoffnungen-1.17309417" target="_blank">ExxonMobil zieht sich aus dem Gesch&#228;ft zur&#252;ck</a>, doch man wei&#223; noch nicht, ob es - wie offiziell verk&#252;ndet - an den kommerziell nicht interessanten Mengen liegt oder an politischem Druck aus Russland. Die einen verbinden Hoffnungen mit den unkonventionellen Techniken, f&#252;r andere <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/37/37025/1.html" target="_blank">wie Werner Zittel</a> sind sie eher Ausdruck einer Ver&#228;nderung im F&#246;rdergesch&#228;ft: Wozu w&#252;rde man diese teuren und aufw&#228;ndigen Methoden anwenden, wenn man ausreichend &#214;l und Gas mit den herk&#246;mmlichen Verfahren f&#246;rdern kann? Ist die Ausweitung von Fracking nicht eher ein Beleg daf&#252;r, dass die herk&#246;mmlichen Wege nicht mehr genug hergeben, dass also die bisherigen Quellen zunehmend ersch&#246;pfen und ein F&#246;rdermaximum erreichen? Peak Oil eben?</p>
<p>(Wer wissen will, was "Fracking" genau ist und wie es funktioniert, kann beim Oklahoma Energy Ressources Board Antworten finden. <a title="Film: Wie funktioniert Fracking?" href="http://www.oerb.com/Default.aspx?tabid=242" target="_blank">Dieser Animationsfilm zeigt sehr anschaulich</a>, wie der F&#246;rdervorgang verl&#228;uft, wie "horizontales Bohren" abl&#228;uft und wie die Gesteinsschichten unterirdisch aufgebrochen werden.)</p>
<p>Ein Schuss im Ententeich sorgt anf&#228;nglich immer f&#252;r chaotisches Geflatter, aufgeregtes Gequake und den Versuch des Gefl&#252;gels, schnell wegzukommen. Doch wenn sich die aufgescheuchte Schar die Sache aus der Entfernung ansieht, so stellt sie fest: Okay, Opfer, die auf der Strecke geblieben sind, gibt es immer welche, wenn der J&#228;ger auftaucht. Der Schwarm wird neu formiert, die Reise fortgesetzt und anderswo gelandet. Aus diesem Blickwinkel d&#252;rfte Maugeris Studie, Monbiots Erwachen und die Reaktionen der Peak-Oil-Beobachter eher daf&#252;r sorgen, dass der Schuss nicht nur im Ententeich geh&#246;rt wird...</p>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/0727a291e8ab4097b1ce31e4a9c01c9c" alt="" width="1" height="1" /></p> <p><a href="http://www.peak-oil.com/?flattrss_redirect&amp;id=1901&amp;md5=8e6cc18e85a86f6a4f9212f263385ec8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.peak-oil.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Leonardo Maugeri und die Revolution der &#214;lf&#246;rderung</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jun 2012 15:58:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert Rost</dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Derzeit erzeugt eine <a href="http://belfercenter.ksg.harvard.edu/publication/22144/oil.html" target="_blank">Studie von Leonardo Maugeri</a> eine Menge Aufmerksamkeit im Internet, in der dieser die n&#228;chste &#214;l-Revolution ausruft und die bereits kurz nach Ver&#246;ffentlichung genutzt wird, um Peak Oil als M&#228;rchen der ewigen Weltuntergangspropheten darzustellen. Demnach ist es kein Problem, die heutige &#214;lf&#246;rdermenge von etwas &#252;ber 90 Millionen Barrel Tagesproduktion auf &#252;ber 110 Millionen Barrel Tagesproduktion in 2020 zu steigern. Dazu sei auch nicht mehr als ein &#214;lpreis von 70 US$ pro Barrel n&#246;tig. Alles was n&#246;tig ist, ist eben ein angemessener Preis, die passende Technologie und politische Rahmenbedingungen, damit die Dinge ihren Lauf nehmen. Das gr&#246;&#223;te Risiko f&#252;r die weltweite &#214;lversorgung ergibt sich demnach nicht aus der begrenzten &#214;lmenge im Boden, sondern aus geopolitischen Entwicklungen. Peak Oil, so stellt die Studie unmi&#223;verst&#228;ndlich klar, ist jedoch nicht absehbar und in diesem Sinne heute nicht relevant.<span id="more-1837"></span></p>
<p>Die Studie wurde erstellt am <em>Belfer Center for Science and International Affairs</em> an der <em>Harvard Kennedy School</em> im Rahmen des <em>Geopolitics of Energy Project</em>. <a title="wikipedia: Leonardo Maugeri" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Leonardo_Maugeri" target="_blank">Leonardo Maugeri ist nicht irgendwer.</a> Er war 10 Jahre lang Top-Manager beim italienischen &#214;l- und Gas-Riesen <em>Eni</em> sowie in dessen Petrochemischem Zweig <em>Polimeri Europa</em>. Man kann sagen: Der Mann hat Einblick.</p>
<p>Man kann aber auch sagen, BP hat sich von dem Eni-Kollegen eine wissenschaftlich zitierf&#228;hige Studie erstellen lassen, die die Aufmerksamkeit weg von den Risiken von Peak Oil hin zu den unkonventionellen F&#246;rdermethoden lenken soll und den politischen Raum auf passende Entscheidungen vorbereiten soll. Denn Maugeri bedankt sich artig im Vorwort der Studie bei BP:</p>
<blockquote><p>I owe a special thanks to BP for its funding of the Geopolitics of Energy Project that made my study possible.</p></blockquote>
<p>Ein Sponsoring ist noch kein Meinungskauf und es ist Maugeri anzurechnen, dass er den Sponsor des Projekts offen benennt, aber es sieht sehr danach aus, als h&#228;tten sich hier zwei gefunden: Der BP-Chef&#246;konom <em>Christof R&#252;hl</em>, der gern betont, dass &#214;konomen (quasi) keine Knappheit kennen, sondern nur Preise und in diesem Sinne so schnell kein Peak-Problem auftreten wird sowie der Eni-Manager <em>Leonardo Maugeri</em> (dessen Ausflug nach Harvard Teil seines derzeitigen Sabbaticals ist), der sich in diversen Publikationen kritisch mit dem Peak-Oil-Konzept auseinandergesetzt hat - zwei M&#228;nner, die sich schon l&#228;nger kennen. Darauf deutet jedenfalls die offizielle Internetseite von BP hin, wo man konstruktiv kritisch auf Peak Oil schaut und wo der Name Maugeri <a title="BP zu Peak Oil" href="http://www.deutschebp.de/sectiongenericarticle.do?categoryId=9005587&amp;contentId=7011246" target="_blank">gleich viermal auftaucht</a>.</p>
<p>Fracking. Hydraulic Frackturing und Horizontalbohrungen sind in Kombination also der Tod des hohen &#214;lpreises, einzig f&#252;r Gro&#223;britannien, Norwegen, Mexiko und Iran sieht Maugeri einen echten Abfall der F&#246;rdermengen bis 2020. In Gro&#223;britannien und Norwegen ist schlicht zuletzt nichts mehr nennenswertes gefunden worden und der Kampf gegen die abfallende F&#246;rderung gibt auch Maugeri verloren. Dass die beiden L&#228;nder zu den <a href="http://www.peak-oil.com/2012/06/kommentarlos-teil-3/">Hauptversorgern Europas</a> geh&#246;ren und nun selbst bei Peak-Oil-Skeptikern als "verloren" gelten (was die &#214;lf&#246;rderung betrifft), l&#228;&#223;t f&#252;r Europa nichts gutes erahnen. In Mexiko ist nicht nur die Depletion Rate (also die Abfallrate in der F&#246;rderkurve) schuld an der Nicht-Teilnahme an der neuen &#214;lrevolution, sondern vor allem das Missmanagement beim &#214;lkonzern <em>Pemex</em> und die Regierungspolitik. Maugeri sieht den n&#228;chsten Pr&#228;sidentschaftswahlen in Mexiko deshalb optimistisch entgegen, denn beide Kandidaten h&#228;tten angek&#252;ndigt, <em>Pemex</em> zu restrukturieren. Hier zeigt sich die politische Dimension, deren Relevanz f&#252;r die Erd&#246;lf&#246;rderung Maugeri betont: Ein einfacher Regierungswechsel kann daf&#252;r sorgen, dass Sprit bezahlbar bleibt. F&#252;r den Iran ist der Autor "pessimistisch", weil die zunehmende Isolation des f&#252;nftgr&#246;&#223;ten &#214;lf&#246;rderers der Welt ihm neue Technologien und damit auch fremde &#214;lkonzerne fernh&#228;lt. Die n&#246;tigen Investitionen in H&#246;he von 180 Milliarden US$, um die F&#246;rdermengen aufrecht zu erhalten, werden wohl nicht flie&#223;en. Abgesehen von Indonesien, dessen &#214;lf&#246;rdersituation er f&#252;r unsicher h&#228;lt, geht es mit den &#214;lf&#246;rderraten ansonsten voraussichtlich bergauf und in den USA wird es eben insbesondere das Fracking sein, das den entscheidenden Beitrag leistet.</p>
<p>Fracking. Es ist erstaunlich, wie sehr sich die <a title="wikipedia:favicon" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Favicon" target="_blank">favicons</a> der beiden Webseiten &#228;hneln: Jenes von <em>BP</em> und jenes der <em>Gr&#252;nen</em>. Das f&#228;llt nur auf, wenn man beide Webseiten zeitgleich im Browser &#246;ffnet, um z.B. den aktuellen Bericht des gr&#252;nen Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer zum <a href="http://oliver-krischer.eu/detail/nachricht/fachgespraech-der-gruenen-bundestagsfraktion-zum-thema-unkonventionelle-erdgasfoerderung.html" target="_blank">Fachgespr&#228;ch &#252;ber Unkonventionelle Erdgasf&#246;rderung</a> - sprich: Fracking - zu lesen. (Und parallel einen Blick in die <a href="http://www.deutschebp.de/sectiongenericarticle.do?categoryId=9005587&amp;contentId=7011246" target="_blank">offiziellen Aussagen von BP zu Peak Oil</a> zu werfen.) <strong>B</strong>eyond <strong>P</strong>etroleum - nach dem &#214;l; bei diesem Slogan treffen sich wohl sogar gr&#252;ne Vorstellungen mit denen von BP. Jene Diskussion, die Maugeri mit dem Verweis auf den Einfluss der Politik auf die &#214;lf&#246;rderung deutlich machen will, findet hier bereits statt, denn die Politik entscheidet dar&#252;ber, ob Fracking erlaubt ist oder nicht oder zu welchen Bedingungen. Zwar geht es im Bundestag derzeit nicht um die &#214;lf&#246;rderung, sondern um die Gasf&#246;rderung mit unkonventionellen Methoden, wie austauschbar die Techniken und das Personal jeweils sind zeigt die gegenl&#228;ufige Entwicklung von "oil rigs" und "gas rigs" in dieser Grafik:</p>
<p><img class="alignnone" src="http://www.peak-oil.com/wp-content/uploads/2012/04/share-of-weekly-active-rig-counts-oil_gas-eia-this-week-in-petroleum1.jpg" alt="" width="600" height="428" /></p>
<p>Die statische Reichweite der Erdgas-Versorgung in Deutschland n&#228;hert sich laut der <a title="BGR" href="http://oliver-krischer.eu/fileadmin/user_upload/gruene_btf_krischer/2012/2012_06_25_Ladage_BGR_FG_Fracking.pdf" target="_blank">Pr&#228;sentation von Stefan Ladage</a> der Marke von 10 Jahren. Eigenversorgung mit Gas ist schon lange kein Thema in Deutschland, der Gro&#223;teil von &#214;l und Gas wird importiert. Mit dem vermuteten Schiefergaspotential k&#246;nnte sich Deutschland (<em>theoretisch</em>) f&#252;r 8 bis 27 Jahre selbst versorgen (<em>praktisch</em> lassen sich die F&#246;rdermengen nicht auf die deutsche Verbrauchsgeschwindigkeit beschleunigen). Das ist angesichts der Tatsache, dass die F&#246;rdermengen und die Reserven so drastisch zur&#252;ckgegangen sind, ein Fass, dass jeder Besitzer einer Gasheizung oder Kunde eines gasverbrennenden Stadtwerkes liebend gern aufmachen w&#252;rde. Doch die Risiken, das scheint auch dieses Fachgespr&#228;ch zu zeigen, sind nicht vollst&#228;ndig eliminierbar. Oder wie es Krischer formuliert:</p>
<blockquote><p>Es bleibt weiter unklar, wie eine F&#246;rderung von Unkonventionellem Erdgas jemals unter vertr&#228;glichen Umweltbedingungen durchgef&#252;hrt werden kann.</p></blockquote>
<p>Umweltfragen hat auch Maugeri im Auge, wenn er schreibt:</p>
<blockquote><p>A revolution in environmental and emission-curbing technologies is required to sustain the development of most unconventional oils – along with strong enforcement of existing rules. Without such a revolution, a continuous clash between the industry and environmental groups will force the governments to delay or constrain the development of new projects.</p></blockquote>
<p>Will sagen: Wenn die F&#246;rderkonzerne es nicht schaffen, die F&#246;rderung von &#214;l und Gas umweltfreundlich zu gestalten, wird die Auseinandersetzung zwischen Industrie und Umweltgruppen die Regierungen dazu zwingen, neue F&#246;rderprojekte zu verz&#246;gern oder zu behindern. Maugeris sch&#246;ne neue &#214;lrevolution w&#228;re dann wohl dahin. Zeigt er sich in dieser Aussage dann etwa doch: Der Verweis auf einen nahen Peak im &#214;l?</p>
<blockquote><p>As to the latter, this paper indicates that the problems are not beneath the surface, as “peak-oil” theorists suggest, but above it, being critically connected to political decisions and geopolitical risks. (S. 35)</p></blockquote>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/a6d0bec08be441098695bcff379c96da" alt="" width="1" height="1" /></p> <p><a href="http://www.peak-oil.com/?flattrss_redirect&amp;id=1837&amp;md5=a44221fa89a030ccadc99c66fea96353" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.peak-oil.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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