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Ölreiche ostlibysche Region Cyrenaika erklärt Autonomie

Die ölreiche Region Cyrenaika in Libyen hat sich zur halbautonomem Republik erklärt. Einige sehen das als Einrichtung eines modernen Föderalismus, andere sehen die Spaltung Libyens bevorstehen. Von Bengasi, der wichtigsten Stadt der Region, ging die Revolution gegen Gaddafi aus. Rund um die Stadt liegen auch die wichtigsten Öl-Fördergebiete des Landes. Der Rohstoffreichtum wird der Region sicherlich helfen. Doch was bedeutet dies für die anderen, weniger ölreichen Regionen des nordafrikanischen Landes? Könnten neue Konflikte im Land entstehen?

Unruhen in Kasachstan – Ölarbeiter fordern mehr Geld

In Kasachstan kamen laut Medienberichten gestern 10 Menschen bei Zusammenstößen ums Leben. Über die Öl-Stadt Schanaosen wurde der Ausnahmezustand verhängt. Offenbar fordern Ölarbeiter höhere Löhne. Kasachstan ist für die weltweite Ölversorgung wichtig, laut CIA-Factbook produzierte das Land in 2010 1,6 Millionen Barrel Erdöl pro Tag und liegt damit auf Platz 19 der weltgrößten Förderer, direkt nach Libyen, dessen Förderausfall im Februar den Ölpreis von 100 auf über 120 US$ katapultierte und dazu führte, (weiterlesen …)

Ölverbrauchsprognosen gesenkt

Angesichts der Finanzkrise, die auf die Realwirtschaft übergreift, wird voraussichtlich weniger Öl verbraucht als prognostiziert. Die Angaben in Millionen Barrel pro Tag:

alte Prognose für 2011 neue Prognose 2011 Prognose 2012
OPEC 88,15 88,0 89,3
IEA 89,3 89,5 90,7

Obwohl die Prognosen gesenkt wurden, wird in der Tendenz mit einem steigenden Verbrauch gerechnet. Kein Wunder: In Asien ist der pro-Kopf-Verbrauch noch weit vom westlichen Niveau entfernt.

Die IEA rechnet damit, dass Libyen bis Ende 2011 wieder 300.000 Faß Öl pro Tag liefert, bis Ende 2012 könnte die Produktion auf 1,1 Millionen Faß gesteigert werden. (Quelle: FTD) Anzunehmen ist jedoch, dass bei Anhalten des Bürgerkriegs die Öl-Infrastrukturen bevorzugtes Angriffsziel sein dürften - so wie gestern eine Raffinerie.

Ein paar Blicke in die Öl-Presse

Ein paar Nadeln aus dem großen Heuhaufen:

IEA-Länder zapfen Ölreserven an: Preisrutsch am Ölmarkt

Allein die Ankündigung sorgte gestern für einen 5%igen Preisrutsch an den Ölmärkten: Die Internationale Energieagentur (IEA) will im Zusammenspiel mit seinen Mitgliedsländern 60 Millionen Barrel Öl in den Markt geben. Quelle für dieses Öl sind die strategischen Reserven der Länder und der IEA. Die Hälfte dieser Menge kommt von den USA, Deutschland trägt 4,2 Millionen Barrel bei. Als Begründung wird der Libyen-Konflikt genannt, der zu einem Ausbleiben von 132 Millionen Barrel bis Ende Mai führte.

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Die Spekulanten stehen noch an der Seitenlinie

Die Rohstoffpreise legen kräftig zu und wir dürfen als Verbraucher weiter rätseln, was der Grund dafür sein könnte. Tagesaktuelle, herausragende neue Nachrichten in nennenswertem Umfang, die neue Jahreshochs erlauben würden, gibt es nicht.

Denn im Prinzip liegen alle Fakten auf dem Tisch - angefangen bei der reichlichen Versorung der Märkte mit Liquidität, über Wirtschaftswachstum, den bekannten Problemen in den Ölförderstaaten - bis hin zur Abkehr von der Atomenergie, die mit fossilen Energieträgern aufgefangen wird und den möglichen umfangreichen Käufen ziviler und militärischer Einrichtungen, die sich auf Krisengebiete, Evakuierungen usw. einrichten müssen.

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Libyen: Öl kriegsentscheidend?

Über 120 US$ kostet heute ein Fass Erdöl und ist damit keine 30 Dollar mehr vom Höchststand von 2008 entfernt. In Libyen wurde nun der erste Tanker der "Rebellen" auf den Weg geschickt. Wert der Ladung: 125 Millionen US-Dollar. Damit ließe sich die eine oder andere Waffenladung oder auch das eine oder andere Bestechungsgeschenk finanzieren - aber natürlich auch Lebensmittel oder andere Lieferungen. Grade deswegen wird vermutet, dass die Truppen des Gaddafi-Regimes jetzt gezielt die Ölförder- und Transportanlagen angreifen könnten. Öl ist schon immer strategische Ressource, gerade in Kriegszeiten. Für Libyen könnte das bedeuten, dass im Fortgang des Bürgerkriegs jene Strukturen zerstört werden, die das Land - egal unter welcher Herrschaft - dringend brauchen könnte. Der internationale Ölmarkt und die Importländer im übrigen auch...

Ölhandel aus Libyen steht still

Wie der Spiegel berichtet, steht der Handel mit libyschem Öl still. Hintergrund ist jedoch weniger, dass die lokalen Produktionsstätten nicht fördern, sondern dass die Zahlungen von und nach Libyen in Dollar blockiert sind. Allerdings haben die ausländischen Ölproduzenten eine Vielzahl an Mitarbeitern abgezogen, so dass fraglich ist, ob das Land überhaupt in der Lage wäre, nennenswerte Mengen zu liefern.

Währenddessen befasst sich für die Nachdenkseiten Jens Berger mit "dem Ölpreis als Achillesferse der Konjunktur". Lesenswert.

Libyen-Krise: IEA erwägt Verkauf der eigenen Ölreserven

Laut Financial Times Deutschland erwägt die Internationale Energieagentur, einen Teil der eigenen Ölvorräte auf den Markt zu werfen. "Wir können täglich zwei Millionen Barrel auf den Markt bringen, und das zwei Jahre lang ununterbrochen" wird IEA-Chefvolkswirt Fatih Birol zitiert. Das wäre mehr als die 1,6 Millionen Barrel, die Libyen bislang täglich lieferte.

Hintergrund ist, dass Libyens Staatschef Gaddafi ankündigte, das Land werde die Ölförderung und die Exporte einstellen. Laut Spiegel betrachtet Gaddafi die Ölförderstrukturen als unter seiner Kontrolle. drs.ch berichtet, dass die ostlibysche Stadt Brega Ort intensiveren Kampfgeschehens ist. Dort befindet sich ein wichtiger Ölhafen.

Libyens Beitrag zur globalen Ölversorgung beträgt etwa 2%. Dass die IEA angesichts des Ausfalls dieser auf den ersten Blick geringen Menge den Zugriff auf die eigenen Reserven für denkbar hält, zeigt wie eng der Spielraum zwischen Angebot und Nachfrage ist. FTD: "Zwei Drittel der IEA-Vorräte sind bei der Ölindustrie gelagert, rund ein Drittel untersteht unmittelbar dem Zugriff der Mitgliedsregierungen."

Kritis(ch): Iraks größe Ölraffinerie nach Anschlag geschlossen

Laut Reuters wurde die größte irakische Ölraffinerie heute bei einem Bombenanschlag beschädigt. Die Produktion wurde stillgelegt. Auch eine zweite kleinere Raffinerie brannte - offenbar aufgrund eines technischen Defekts. Nach Angaben der Nachrichtenagentur exportiert der Irak bislang noch keine Erdölprodukte, weil jegliche Produktion für den Eigenverbrauch im Land benötigt wird. Die Lagervorräte "reichen für mindestens sieben Tage". Zum Vergleich: In allen Mitgliedsländern der Internationalen Energieagentur (IEA), so auch Deutschland, lagern 90-Tage-Reserven. (weiterlesen …)