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	<title>peak-oil.com &#187; Ökosteuer</title>
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	<description>Wie wollen wir leben, wenn das Erdöl ausgeht?</description>
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		<title>Benzinpreis zwischen &#8220;&#214;kosteuern&#8221; und &#8220;Pendlerpauschale&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 09:15:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert Rost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Energiesteuer]]></category>
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		<category><![CDATA[Staatsbankrott]]></category>

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		<description><![CDATA[Seitdem Sprit 1,70 Euro kostet hat die deutsche Polit- und Medienlandschaft ein neues Thema gefunden, mit dem man sich (angesichts zahlreicher bevorstehender Landtagswahlen) profilieren kann: "&#214;kosteuern" und "Pendlerpauschale". Die Diskussion kreist haupts&#228;chlich um die Frage, wie man "den Autofahrer entlasten" kann. "Entlastung", so der Tenor, bedeutet im Sinne der Diskussion die finanziellen Ausgaben zu deckeln. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Seitdem Sprit 1,70 Euro kostet hat die deutsche Polit- und Medienlandschaft ein neues Thema gefunden, mit dem man sich (angesichts zahlreicher bevorstehender Landtagswahlen) profilieren kann: "&#214;kosteuern" und "Pendlerpauschale". Die Diskussion kreist haupts&#228;chlich um die Frage, wie man "den Autofahrer entlasten" kann. "Entlastung", so der Tenor, bedeutet im Sinne der Diskussion die finanziellen Ausgaben zu deckeln. Obwohl wir inflationsbereinigt immer noch im Zeitalter des extrem billigen Sprits leben, m&#252;sse das Recht auf verbrennungsmotorisierte Bewegung beibehalten werden, so als ob die Verfassung oder die universalen Menschenrechte vor allem diesen Punkt garantieren.</p>
<p>Die "&#214;kosteuern" hei&#223;en gar nicht mehr so, sie sind vor einiger Zeit entstigmatisiert "Energiesteuern" genannt worden. Das ist ein fester Betrag pro Liter: Seit 2003 sind das 65,5 Cent pro Liter Benzin und 47 Cent pro Liter Diesel. Die Steuern steigen und sinken also nicht mit, wenn der &#214;lpreis sinkt oder steigt. Die Einnahmen werden zu gro&#223;en Teilen zum Stra&#223;enbau verwendet aber auch zur Quersubventionierung der Rentent&#246;pfe. Wer diese Staatseinnahmen senken will, muss also sich also klarmachen, dass im gleichen Ma&#223;e der Staatshaushalt <strong>be</strong>lastet w&#252;rde. Die finanzielle "<strong>Ent</strong>lastung" des Autofahrers w&#252;rde spiegelbildlich eine "<strong>Be</strong>lastung" des Staatshaushalts bedeuten. Jeder Cent, der pro Liter weniger an Energiesteuern erhoben wird, flie&#223;t millionenfach weniger in die klammen Staatskassen. Bereits heute nimmt der Staat Jahr f&#252;r Jahr weniger Geld ein, als er ausgibt, was in dem sch&#246;nen Wort "Neuverschuldung" gipfelt. Dass die Staatsschuld jemals r&#252;ckzahlbar ist, ist fragw&#252;rdig: Einerseits, aufgrund ihrer schieren Gr&#246;&#223;e, andererseits aufgrund des Geld-Schuld-Mechanismus, der eine Verkleinerung der gesamtgesellschaftlichen Geldschulden nur durch eine Verkleinerung der gesamtgesellschaftlichen Geldverm&#246;gen erlaubt. Doch wenn wir die Staatsschuld schneller aufbl&#228;hen, indem wir Autofahrern heute Steuergeschenke machen, beschleunigen wir den Weg zum Staatsbankrott. Angesichts der fragilen Finanzsituation in Europa k&#246;nnte sich ein Steuergeschenk als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Danaergeschenk" target="_blank">Danaergeschenk</a> erweisen: Steuergeschenke an der Tankstelle kommen als Banken-Zusammenbr&#252;che teuer zu uns zur&#252;ck. Es sei denn: Der Staat spart beim Stra&#223;enbau oder den Renten.</p>
<p>Die "Pendlerpauschale", die eigentlich Entfernungspauschale hei&#223;t, erlaubt es dem Steuerzahler bis zu 4500 Euro j&#228;hrlich f&#252;r den Weg zur Arbeit als Fahrtkosten anzurechnen und entsprechend weniger Steuern zu bezahlen. "Entlastend" ist dieses Instrument also nur f&#252;r jene Menschen, die &#252;berhaupt Steuern bezahlen. Niedrigverdiener, die wenig oder gar keine Steuern zahlen, profitieren also von der "Pendlerpauschale" gar nicht. Sie zu erh&#246;hen w&#252;rde bedeuten, vor allem hochbesteuerten Einkommensbeziehern zus&#228;tzliche Steuerersparnis zu gew&#228;hren. Den Niedrigverdienern, die viel st&#228;rker unter den steigenden Spritkosten leiden, k&#228;me solch eine Entscheidung gar nicht zugute. Da die Entfernungspauschale jedoch nicht nur Autofahrern, sondern auch Fu&#223;g&#228;ngern, Fahrradfahrern und &#214;PNV-Nutzern (unabh&#228;ngig von ihren tats&#228;chlichen Kosten) gew&#228;hrt wird, k&#228;me ihre Anhebung auch jenen Gruppen zugute, die gar nicht direkt unter den steigenden Spritpreisen leiden. Zweifellos gerecht, aber nicht besonders problembezogen. W&#228;re es da nicht sinnvoller, die Autofahrer gleich dazu zu ermutigen, sich einer der anderen Gruppen anzuschlie&#223;en, sich den Sprit zu sparen und die Steuerersparnis dazu einzustreichen? Die Leipziger Verkehrsbetriebe machen derzeit vor, wie man Autofahrern den &#214;PNV schmackhaft macht: Dort kann man <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/sendungsbeitrag166770~_res-.html" target="_blank">diese Woche kostenfrei fahren</a>, wenn man seine Fahrzeugpapiere dabei hat.</p>
<p>Angesichts Peak Oil ist diese Diskussion um Steuererleichtungen ja aber eigentlich eine Nebelkerze: Viel Rauch um nichts wirklich Hilfreiches. Die globale &#214;lf&#246;rderung l&#228;&#223;t sich kaum noch steigern, die neuen F&#246;rdermethoden sind teuer, risikoreich und umweltsch&#228;digend (Deepwater Horizon, <a title="Elgin: Neuer H&#246;hepunkt des fossilen Zeitalters" href="http://www.peak-oil.com/2012/03/elgin-neuer-hohepunkt-des-fossilen-zeitalters/">Elgin</a>, <a title="NYT: Schiefergas-F&#246;rderung bef&#246;rdert Radioaktivit&#228;t ins Trinkwasser" href="http://www.peak-oil.com/2011/02/schiefergas-und-radioaktivitaet/">Fracking</a>). <a title="Steigende Benzinpreise – Ist Peak Oil die Ursache?" href="http://www.peak-oil.com/2012/02/steigende-benzinpreise-ist-peak-oil-die-ursache/">Weitere Preissteigerungen</a> sind deshalb absehbar. Genau wie die Verknappung des Rohstoffs. Diese Verknappung ist es letztlich, die grundlegendes Umdenken erfordert und sie kann nicht websubventioniert werden.</p>
<p>Weitblickendere oder auch zynische Zeitgenossen, wie das Film-Phantom "Tyler Durden" aus David Finchers Film <a href="http://www.imdb.de/title/tt0137523/" target="_blank">"Fight Club"</a> w&#252;rden die Entlastungsfrage eher aus dem Ballast-Blickwinkel betrachten. Oder um es mit dem wohl bekanntesten Zitat aus dem Film zu verschl&#252;sseln:</p>
<blockquote><p>"Alles, was du hast, hat irgendwann dich."</p></blockquote>
<p>In diesem Sinne: Zwiesp&#228;ltiges Tanken!</p>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/f072f5286c97481a98c350fe74fda3fc" width="1" height="1" alt=""></p> <p><a href="http://www.peak-oil.com/?flattrss_redirect&amp;id=1289&amp;md5=2e4a468ae3b2aae319ac7651e03daae8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.peak-oil.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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