Zum Textbeginn springen . Zur Navigation springen .

Unkonventionelles Öl – die Lösung für Peak Oil? Teil 4: Kohleverflüssigung (CtL)

Nachdem wir uns im letzten Artikel ausführlich mit dem Gas-to-Liquids Verfahren beschäftigt haben, geht es dieses mal  um ein sehr ähnliches Verfahren zur Herstellung flüssiger Treibstoffe: die sogenannte Kohleverflüssigung (englisch: Coal-to-Liquid). Dieses Verfahren wird häufig als die Lösung für „Peak Oil“ angesehen, da sich in den Köpfen vieler Menschen festgesetzt hat, dass Kohle der Menschheit noch für Jahrhunderte zur Verfügung stehen wird. Gestatten Sie mir daher, dass ich zunächst etwas ausführlicher auf die Ressource Kohle eingehe, bevor es um deren Umwandlung in flüssige Treibstoffe geht.

Wie entsteht Kohle?

Kohle ist fossile Biomasse, die meist in Sumpfwäldern gebildet wurde. Gerät diese Biomasse unter Luftabschluss, beispielsweise, weil das Land sich langsam (wenige mm bis cm pro Jahr) absenkt und die Pflanzen diese Absenkung eine Zeit lang ausgleichen können, bevor sie von anderen Sedimenten überdeckt werden, so können auf diese Weise extrem mächtige Horizonte entstehen, die einen sehr hohen Anteil an biogenem Kohlenstoff haben. Durch Druck- und Temperaturzunahme entsteht unter Luftabschluss Kohle! Die Reihenfolge der Kohleentstehung  ist - grob gegliedert - Torf, Braunkohle, Steinkohle und in folgendem Schaubild zu sehen.

Schematische Entstehung von Kohle     Quelle: Kjell Aleklett

(mehr …)

Ölpreis im Sinkflug: Ein Widerspruch zu Peak Oil-Szenarien?

Derzeit bewegt sich der Ölpreis so stark nach unten, dass manche vom "freien Fall" sprechen. Und in der Tat sank der Preis für BRENT seit April 2012 bis heute von 125 auf 90 US$, also um 28% - binnen 2 Monaten. Auf dem US-Markt kostet WTI nur noch 78 US$, im April waren es noch 110 US$ - eine Verringerung um 20%. Die starke Schwankung dürfte vor allem ein Vorgriff auf die Konjunkturentwicklung sein: Sowohl die hohe Arbeitslosigkeit in den USA (Arbeitslosenrate: 8%) wie auch die geschwundenen Wachstumsaussichten sowohl für die US- wie auch für die europäische und auch die chinesische Wirtschaft lassen erwarten, dass der Ölverbrauch sinkt. Darüber hinaus ist die Finanzkrise alles andere als ausgestanden, und die Unsicherheit hinsichtlich wirtschaftlicher Stabilität deshalb groß.

Den Peak-Oil-Szenarien widerspricht diese Entwicklung nicht. Starke Ölpreisschwankungen, insbesondere dann, wenn die Konjunktur einbricht, sind zu erwarten. Die "Krisenzone", bei der Ölpreis und Wachstumstendenzen sich gegenseitig "mitziehen", haben wir nicht verlassen. Vielmehr dürfte ein statistischer Blickwinkel interessant sein: Wie stark hat die vergangene Phase relativ hoher Ölpreise (mit bis zu 125 US$ pro Barrel in Europa) den jetzt offenbar bevorstehenden wirtschaftlichen Abschwung mit hervorgebracht? In welche Höhen klettert der Preis, wenn mit einem erneuten Aufschwungzyklus der Mineralölverbrauch wieder stärker anzieht? Welche Strategien zur Entkopplung von Ölverbrauch und Wirtschaftsdynamik gibt es, wo und wie werden sie umgesetzt?

Aus Peak-Oil-Sicht befinden wir uns also am Beginn einer Abschwungphase von Wirtschaftsleistung und Ölpreis innerhalb der Krisenzone und der Preisrutsch ist nur ein zwischenzeitliches Phänomen:

Krisenzone im Peak-Oil-Umfeld: Ende des Wachstums

Die grundlegende Frage, ob Wirtschaftswachstum in unseren ausgewachsenen Volkswirtschaften überhaupt noch nennenswert möglich ist - und vor allem: Ob es ökologisch und auch sozial überhaupt sinnvoll ist, weiteres Wirtschaftswachstum anzustreben, steckt in diesem Blickwinkel natürlich nur ein bisschen drin. Niko Paech, Professor für Produktionswirtschaft an der Uni Oldenburg, hat dabei einen recht radikalen Blickwinkel. Er bezweifelt die Nützlichkeit "grünen Wachstums" und legt dies aktuell in einem Artikel für DIE ZEIT dar. Sein Modell einer Postwachstumsökonomie stellt unser heutiges Wirtschaften grundsätzlich infrage. Diese Denkschule kann als Angriff auf gewohnte Lebenswelten gelten. Aber: Wird solch ein Angriff nicht durch den Peak of Oil sowie die systemimmanenten Instabilitäten unseres Finanzsystems nicht von systemischer Seite her ebenso geführt?

Terminhinweis: Am 29.06. spricht Niko Paech an der TU Dresden über diese Fragen

Kommentarlos, Teil 3

ASPO 2012 in Wien – Ein Kurzbericht

Ein Bericht von Christoph Senz

Letzte Woche hat in Wien die 10. internationale Konferenz der Association for the study of peak oil and gas (ASPO) stattgefunden. Die Veranstaltung fand im Palais Niederösterreich, direkt neben der Wiener Hofburg statt und hatte rund 250 Teilnehmer!

Nate Hagens auf der ASPO 2012 in Wien Bildquelle: OEGUT

Dies sind deutlich mehr als bei der letzten Konferenz in Brüssel. Auch die Besucherliste hatte einige Überraschungen zu bieten: So war zum Beispiel die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ebenso vertreten, wie das Zentrum für Transformation der Bundeswehr, das bereits 2010 durch seine Aufsehen erregende Peak Oil Studie aufgefallen ist! Auch eine Vertreterin des  französischen "centre analyse stratégique" war in Wien anwesend. (mehr …)

Kommentarlos, Teil 2

Die Ölproduktion wird sich in den nächsten 20 Jahren ungefähr um die Hälfte reduzieren, selbst bei der Ausbeutung von Ölsand oder Schieferöl. Das passiert einfach zu schnell. Abgesehen davon lässt sich mit Öl ungleich mehr verdienen als mit alternativer Energie. Und mit Windrädern lassen sich keine Flugzeuge betreiben. Erst kürzlich hat der für die globale Airline-Industrie zuständige Weltbank-Direktor zu mir gemeint, das Problem von Peak-Oil wird in seiner Institution nicht diskutiert, es ist einfach tabu. Wer es trotzdem versucht, wird gefeuert oder versetzt. Denn Peak-Oil zerstört den Glauben an Wachstum. Man müsste ja alles ändern.

Weiterlesen auf format.at

Video: There’s no tomorrow

Seit Februar im Netz und mit ca. 300.000 Abrufen recht erfolgreich: Das Video "There's no tomorrow", entstanden in Zusammenarbeit mit dem Post Carbon Institute, thematisiert Peak Oil und Wachstumsgrenzen und bietet eine Gesamtschau der resultierenden globalen Probleme:

[youtube VOMWzjrRiBg&hl=de&cc_lang_pref=de&cc_load_policy=1&fs=1&width=640]

Untertitel sollten in Deutsch erscheinen (Übersetzerdank an Thaddl, KAOS, Max und Moritz!). Falls nicht, bitte bei "CC" auswählen... Dank an PeakDame für den Hinweis.

OILRIX 2012: Aktualisierung des Peak-Oil-Barometer

Dr. Steffen Bukold von EnergyComment hat eine Aktualisierung seines OILRIX vorgenommen, den Öl-Risikoindex, mit dem er aus Entwicklungen im Umfeld der internationalen Ölversorgung sowie der weltweiten Wirtschaftslage auf künftige Mengen- und Preisrisiken schließt. Weiterhin geht er von einem Ölpreis von 150 US$ ab 2013 aus, und sieht steigende Kapazitätsrisiken ab 2015. Hier entlang zum Peak-Oil-Barometer.

Der Osterhase ist unschuldig: Ein Peak-Oil-Artikel des Grünen Franz-Josef Fell für TheEuropean hat seinen Weg in die T-Online-Nachrichten gefunden.

Bei unserer Veranstaltung "Dresden auf Entzug" im Deutschen Hygiene-Museum Dresden waren ca. 140 Teilnehmer anwesend. Ein Mitschnitt wird demnächst auf Peak-Oil.com zu finden sein.

Peak Oil und China

Bei TheOilDrum wurde auf einen interessanten Artikel von Lin Shi und Yuhan Zhang von der Columbia University verwiesen, die sich kritisch mit Peak Oil in Bezug auf China auseinandersetzen. Sie argumentieren, die "Peak-Oil-Theorie" beinhalte eine "statische Sichtweise" und sei deshalb nicht geeignet, die Entwicklungen zu erklären. Als Beleg führen sie an, dass die US-Produktion 2010 etwa 3,5mal höher war, als M.K. Hubbert prognostizierte. Peak-Oil-Theoretiker ignorierten angeblich Preiseffekte sowie technologische Entwicklungen. Höhere Preise, so die Autoren, würden bislang unwirtschaftliche Ressourcen förderbar machen und neue Technologien würden unkonventionelle Fördermethoden ermöglichen. Diese unkonventionellen Ressourcen würden von Peak-Oil-Theoretikern ignoriert, so Shi und Zhang. (mehr …)

Pages: Prev 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Next