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Zukunft 2030: Wir haben gelernt.

Für den 25. Januar 2013 lud die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung zu einem Tag unter dem Motto "Sachsen 2030 - Quo vadis?" ein. Diskutiert werden sollte "Zukunft". Im Folgenden wird der Redebeitrag von Michael Beleites dokumentiert. Er betonte, da er über Zukunft spreche, ist der Text natürlich im Konjunktiv gehalten:

Wir haben gelernt.

Die eigentliche Krise haben wir wohl noch vor uns. Es ist zu befürchten, dass irgendwann das auf Verschuldung gebaute Spekulationssystem aus dem Ruder läuft. Es könnte sein, dass die Finanzkrise eines Tages zu einer drastischen Geldabwertung führt, die die gesamte westliche Welt betrifft - und diese unmittelbar in eine schwere Ölkrise einmündet. Aus einer Ölkrise erwächst hier schnell eine Mobilitäts- und Produktionskrise. Und daraus folgt eine Versorgungskrise. Nach 75 satten Jahren könnte wieder Hunger einkehren. Es ist keineswegs auszuschließen, dass auch künftig Notzeiten kommen, in denen sehr viele Menschen hungern und auch verhungern; frieren und auch erfrieren. Auch in Sachsen. (mehr …)

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Vortrag: Peak Oil und die Sachsen-Studie

Christoph Senz war am 25. Oktober 2011 nach Dresden eingeladen, einen Überblick über Peak Oil zu geben, den ich ab Minute 49 mit Erkenntnissen zur Situation in Sachsen angereichert habe. Die Vorträge wurden aufgenommen und mitgeschnitten:

 

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Sachsen? Nicht auf Peak Oil vorbereitet! – auf Telepolis

Für Telepolis habe ich einige Erkenntnisse der Studie "Peak Oil - Herausforderung für Sachsen" zusammengefasst. Der Artikel ist heute erschienen:

Telepolis: Sachsen? Nicht auf Peak Oil vorbereitet!

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“Es gibt kein Menschenrecht auf ein Auto”

Die unruhige Wirtschaftslage, der selbst die Parlamentarier recht ideenlos gegenüberstehen, macht es möglich, dass manch grundsätzlichere Stimme erhoben wird. Wer sich mit Peak Oil befasst ahnt, dass die Regeln, nach denen unser Wirtschaftsleben abläuft, sich massiv wandeln könnten. Eine dieser krassen Stimmen ist jetzt in der ZEIT zu hören: Im Interview sagt der malaysische Unternehmer Chandran Nair, dass wir Menschen auf Verzicht vorbereitet werden müssen und argumentiert durchaus für Verbote von Autos: (mehr …)

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PEAK Oil-Studie – GRÜNE: Wie gut ist Sachsens Wirtschaft und Politik auf das Ende billigen Erdöls vorbereitet?

Heute wird in Dresden die von uns im Auftrag der Grünen Landtagsfraktion erarbeitete Studie vorgestellt - sowohl per Pressekonferenz als auch in einer öffentlichen Veranstaltung um 19 Uhr im Stadtteilhaus der Dresdner Neustadt.

Die Pressemitteilung der Fraktion sowie die Links zum Eckpunktepapier und Teil 1 und 2 der Studie (Teil 3 - Transition Towns folgt später):

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Dresden. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag hat heute eine Studie vorgelegt, in der die Anpassungsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft auf plötzliche rasante Preisanstiege für Mineralöl untersucht wird. Hintergrund der Studie ist das Eintreten des sogenannten 'Peak Oil'. Damit wird die Situation beschrieben, an dem die Nachfrage nach Erdöl die Fördermenge übersteigt. Möglicherweise ist der Zustand bereits 2008 erreicht worden.

"Das Geschäftsmodell nahezu aller Unternehmen basiert auf der Annahme, Erdöl sei zu dauerhaft niedrigen Preisen verfügbar. Sachsen ist zu 100 Prozent auf den Import des Rohstoffs angewiesen", so Norbert Rost vom Büro für postfossile Regionalentwicklung Dresden, der die Studie erstellt hatte. "Der absehbare Preisanstieg würde im Verkehrsbereich, in der chemischen Industrie und im Energiebereich weitreichende Folgen haben."

"'Peak Oil' wird bislang in politischen, kommunalen aber auch unternehmerischen Entscheidungen nicht angemessen berücksichtigt", so Michael Weichert, wirtschaftspolitischer Sprecher der GRÜNEN-Fraktion.
"Die Staatsregierung sollte das Problem nicht weiter auf die 'lange Bank' schieben und Handlungsstrategien entwickeln. Dabei sollte es vor allem um die Frage gehen, bis wann Öl als Kraftstoff ersetzt werden kann. Denn Erdöl ist für die Verbrennung - auch in Motoren - ein viel zu kostbarer Rohstoff. Das gilt auch für unsere heimische Kohle."

Rost wies am Beispiel der Elektromobilität darauf hin, welche Herausforderung ein Umsteuern im Verkehrsbereich bedeuten würde. "Elektromobilität ist dabei eine angemessene Teilstrategie. Sie findet aber bisher vor allem in den Medien statt, auf Sachsens Straßen spielen Elektro-PKW bislang jedoch kaum eine Rolle. Zum 01.01.2010 waren ganze 51 reine Elektro-PKW und 1.733 Hybride im Freistaat angemeldet - bei über 2 Mio. sächsischen PKW. Das Kamenzer Werk der Firma Li-Tec Battery GmbH wird in seiner vollen Ausbaustufe gerade einmal Batteriezellen für etwa 30.000 Kleinwagen der Smart-Klasse pro Jahr herstellen. Allein in Sachsen wurden 2009 aber 170.000 PKWs neu zugelassen."

Nach Weichert Einschätzung muss 'Peak Oil darum Querschnittsaufgabe für die Forschung an sächsischen Hochschulen werden. "Sowohl technische Lösungen für den Umbau unserer Gesellschaft auf eine postfossile Wirtschaftsweise als auch die geisteswissenschaftlichen Grundlagen eines postfossilen Zeitalters müssen erforscht werden."
"Die Förderung von Technologien und Strategien zum Energiesparen, zur Energieeffizienz und zum Einsatz erneuerbarer Energien sollten von der Staatregierung deutlich verstärkt werden. Alle Verkehrsprognosen müssen auf der Basis realistischer Energiepreisannahmen neu erstellt und die Planungen aktueller Verkehrs-Infrastrukturprojekte angepasst werden. Der ÖPNV ist zu erhalten, auszubauen und zunehmend zu elektrifizieren. Künftige Politik sollte eine Mobilität ermöglichen, die über den eigenen PKW mit Verbrennungsmotor hinaus reicht. Das beinhaltet auch eine explizite Fahrradpolitik in Sachsen."

Das Eckpunktepapier der GRÜNEN-Fraktion zur 'Peak Oil'-Studie
http://www.gruene-fraktion-sachsen.de/d424ec70.l

Studie "'PEAK Oil' - Herausforderung für Sachsen" (PDF)
http://www.peak-oil.com/wp-content/uploads/2014/02/Peak-Oil-in-Sachsen_Fassung-2012.pdf

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Ich danke den Unterstützern, insbesondere den Akteuren des Postfossil-Instituts.

Pressereaktionen werden untenstehend dokumentiert:

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Grüne Sachsen fordern sächsische Peak Oil-Strategie

Auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz am vergangenen Wochenende in Dresden stimmten die sächsischen Grünen mit nur einer Stimme Enthaltung für einen Antrag, die Sächsische Landesregierung zu einer Peak-Oil-Strategie aufzufordern.

Darin heißt es:

Peak Oil bezeichnet den Höhepunkt der globalen Erdölförderung oder auch das Ölfördermaximum. [...] Bislang findet eine angemessene Auseinandersetzung mit den Herausforderungen des Peak Oil weder innerhalb der Sächsischen  Staatsregierung noch in der sächsischen Wirtschaft statt. [...] Da unsere Wirtschafts- und Lebensweise hochgradig abhängig vom Rohstoff Erdöl ist, wird Peak Oil einen grundlegenden Strukturwandel anstoßen, der die Gesellschaft in das Zeitalter nach dem Erdöl führt – ins postfossile Zeitalter. Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen begreifen Peak Oil als (politisches) Problem und wollen diesen Strukturwandel konstruktiv und vorausschauend zu begleiten. Wir fordern die Sächsische Staatsregierung auf, ebenfalls tätig zu werden und [die] genannten Fragestellungen aufzugreifen.

Quelle: Antrag und Änderungs-/Erweiterungsantrag

Der Antrag ist auch Resultat einer Studie, die die Landtagsfraktion in Auftrag gab.

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