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Luftfahrt vor dem Absturz?

Die gute Nachricht zuerst: Der U.S. Geological Survey (USGS) hat in einer neuen Schätzung die weltweit technisch verfügbaren, aber noch unentdeckten Mengen an Erdgas um 20% auf 5,606 Billionen Kubikfuss angehoben. Die schlechte Nachricht: Die Mengen an technisch förderbarem, noch unentdecktem Erdöl wurden um 13% auf 565 Milliarden Barrel gesenkt. Die letzte Schätzung dieser Art wurde im Jahr 2000 vorgenommen.

Dies sind keine übermäßig besonderen Zahlen, sie bestätigen nur, was sowieso in den Zeitungen steht: Öl wird teurer, Öl wird knapper. Das merkte zuletzt unter anderem die Luftfahrt. (weiterlesen …)

Medienhype: Statoil entdeckt 7-Welt-Tages-Reserve-Ölfeld

300 Millionen Barrel Erdöl soll das neue Statoil-Ölfeld haben, was das Handelsblatt von einem "Riesenfund" sprechen läßt. Zusammen mit dem Vorgängerfund haben die zwei Felder Havis und Skrugard in der arktischen Barentssee 600 Millionen Fass, bei einem Welt-Tagesverbrauch von 85 Millionen Fass entspricht das also 7 Welt-Tages-Verbräuchen. "Riesenfund"? Ähnlich hysterisch klangen die Schlagzeilen vergangenen August, als Statoil ebenfalls ein "riesiges Ölfeld in der Nordsee" fand und im November, als eine 11-Tages-Reserve gefunden wurde. Seit der August-Meldung sind inzwischen über 120 Tage vergangen, der kritische Geist mag selbst berechnen, wie relevant die neuen Funde sind. (weiterlesen …)

“Rohstoffjäger finden riesiges Ölfeld in der Nordsee”

Der halbstaatliche norwegische Ölkonzern Statoil hat einen Fund eines großen Ölfeldes in der Nordsee bekanntgegeben. Zwischen 500 und 1200 Millionen Barrel Erdöl sollen dort lagern. SPIEGEL ONLINE ist dies die Schlagzeile "Rohstoffjäger finden riesiges Ölfeld in der Nordsee" wert. Teilt man die geschätzten 1,2 Milliarden Barrel durch den Welt-Tagesverbrauch von 86 Millionen Barrel, so wird deutlich: Global betrachtet reicht die Neuentdeckung für grade mal 14 Tage Verlängerung des Fackelzeitalters.

Für Norwegen ist das trotzdem schön. Das Land mit 4,6 Millionen Einwohnern legt jährlich einen ausgeglichenen Staatshaushalt vor und hat dank Öl-Einkommen über 40.000 Euro pro Einwohner auf der hohen Kante. Verwaltet wird das alles in einem Fond, der auch für die Zeit nach dem Öl dienen soll. Zu großen Teilen gefüllt wird dieser Fond, aus dem der norwegische Staat jährlich maximal 4% entnehmen darf, vom deutschen Tankstellenbesucher, denn 14% seiner Lieferungen erhält Deutschland aus Norwegen. Nur Russland steht mit 35% noch weiter oben auf der Lieferanten-Skala.

Schön für Norweger, schön für Deutsche. Die einen sparen weiter für die Ewigkeit (während viele Öl-Importländer Schuldenprobleme haben - wenn es da mal nicht einen Zusammenhang gibt), die anderen dürfen weiter tanken, was der Zapfhahn hält (würden die 1,2 Milliarden Fass allein nach Deutschland gehen, würde dies das Ölzeitalter hierzulande bei einem Tagesverbrauch von 2,4 Millionen Barrel immerhin um 500 Tage verlängern). Und der SPIEGEL kriegt 'ne schöne, wenn auch "leicht übertriebene" Schlagzeile.

 

PS: Und während Statoil neue Ölfelder entdeckt, entdeckt Shell neue Lecks. Auch in der Nordsee.

Öl(förder)branche legt Quartalszahlen vor

Wie andere Branchen auch legte die Ölförderbranche Zahlen zum vergangenen Quartal vor. Shell (holländisch), Statoil (norwegisch), Exxon und BP (britisch) aber auch der russische Ölkonzern Tatneft verdienen gutes Geld und die Presseberichte sind eindeutig: Ursache dafür ist der hohe Ölpreis. Nach der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko musste BP sogar Anlagen verkaufen, um frisches Geld für die Schadensbehebung verfügbar zu machen. Doch so wie das Thema aus den Medien (fast) verschwunden ist, so sind auch die Verluste des Unternehmens verschwunden. Auch wenn der Gewinn von Repsoil (spanisch) nicht wie bei der Konkurrenz stieg, ist eine halbe Milliarde Euro Überschuss kein Pappenstil. Die Firma hat mit den Produktionsausfällen in Libyen zu kämpfen. Wie viel Geld mit Öl zu machen ist zeigt vielleicht der texanische Konzern Marathon Oil. Bei 3,87 Milliarden Dollar Umsatz blieben 996 Millionen Dollar als Gewinn hängen: Also mehr als ein Viertel des Umsatzes. Solche Gewinnmargen sind für andere Branchen Traumwerte.

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