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Kommentarlos, Teil 17

Am Nachmittag beginnen die ersten Supermärkte, Gemüse, Obst und Tiefkühlprodukte auf die Straße zu stellen - die Ware wird schlecht nach Tagen ohne Strom. Sofort bilden sich Menschentrauben. Denn wer Verpflegung einkaufen will, muss weite Wege gehen, bis hinauf zur Demarkationslinie: Sobald man die 40. Straße überschreitet, die Grenze zur Elektrizität, scheint es fast, als sei nichts passiert. Die Restaurants sind voll, alle haben ihre Smartphones gezückt. Im ersten Starbucks nach der Stromgrenze stehen die Menschen Schlange bis auf die Straße. "Endlich wieder Zivilisation", ruft einer erleichtert, als er seinen Kaffee in der Hand hält.

Ausschnitt aus einem SPIEGEL-Artikel über New York nach "Sandy": Stadt ohne Strom und Massenmobilität

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Ohne Strom ohne Öl

Krisenfestigkeit sieht anders aus (nicht nur in Zypern): Bereits nach 2 Tagen ohne Strom würde in Berlin das Chaos ausbrechen. Das ist das Resultat einer Studie, die das Bumdesministerium für Bildung und Forschung (unter anderem) in Kooperation mit dem Mineralölwirtschaftsverband erstellt hat. Das Hauptproblem: Tankstellen brauchen Strom, damit die Pumpen laufen, die den Sprit aus den Tanks holen. Ohne Strom kein Sprit, ohne Sprit kein Verkehr, kein Nachschub für die Notstromaggregate, kein Krankenhaus- und Polizeibetrieb.

Im Rahmen des Projekts sind diverse (Bachelor-)Arbeiten entstanden, die von der Projektwebseite abrufbar sind: TankNotStrom.info Ziel des Projekts ist es insbesondere, die Funktionsfähigkeit von Tankstellen auch bei Stromausfällen sicherzustellen. Die Ergebnisse, die beispielhaft für Berlin und Brandenburg entwickelt werden, sollen auch anderen Kommunen und Regionen verfügbar gemacht werden.

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Mangelhafte Krisenfestigkeit: Zypern ohne Strom

Wie anfällig einzelne Volkswirtschaften sein können zeigt sich derzeit in Zypern. Dort explodierte vor zwei Wochen ein Munitionsdepot, bei dem auch ein ölgetriebenes Kraftwerk beschädigt wurde. Dieses liegt seitdem still, 2 Stunden täglich fällt deshalb der Strom in dem EU-Mitgliedsland aus, was bei 8 Stunden Arbeitstagen 25% Produktionsausfall bedeutet. Die Ratingagenturen stufen das Land herab und das Land befindet sich in einem Dilemma: 2 Milliarden Euro werden benötigt, um das Kraftwerk zu reparieren, doch die Wirtschaft lahmt aufgrund des fehlenden Stroms, so dass weniger Einnahmen zu erzielen sind. Das Ergebnis: Eine Abwärtsspirale droht. Und nun ist auch noch die aktuelle Regierung zerbrochen...

Was lernen wir daraus? Munition sollte nicht in der Nähe wichtiger Kraftwerke gelagert werden. Und es sollte ausreichend Energiekapazität bereitstehen, um Ausfälle einzelner Energieproduzenten abfangen zu können. Krisenfestigkeit wird nicht nur für Zypern wichtig, denn heute ist es eine Explosion, die das Kraftwerk lahm legt, mit dem Fortschreiten von Peak Oil wird dem Kraftwerk auch der Rohstoff teuer werden.

Mehr Infos beim STANDARD.

Um Krisenfestigkeit hiesigen Kommunen kümmert sich zunehmend die Transition-Town-Bewegung. Aus dieser Szenerie zwei Neuigkeiten:

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