Zum Textbeginn springen . Zur Navigation springen .

Ausgebrannt – Andreas Eschbachs Roman zu Peak Oil – eine Rezension

Andreas Eschbach ist ein begnadeter Erzähler. Mit verschiedenen Themen und unterhaltsamen Geschichten macht Eschbach schon mit "Das Jesus-Video" oder "Eine Billion Dollar" auf seine Schreib-Kunst aufmerksam. Anfang 2007 erschien "Ausgebrannt", ein Roman, dessen Thema "Peak Oil" ist.

Markus Westermann ist auf der Suche nach dem amerikanischen Traum. Die erste Stufe, die ihn in die Lokalisierungs-Abteilung einer Softwarefirma in die USA führt, währt nur kurz. Der Zufall will es, daß er einen Menschen trifft, der die Öl-Industrie mit einer neuen Methode zum Aufspüren von Ölvorkommen revolutionieren will. Markus investiert das Erbe seines Vaters in die neue Firma und schafft es, eine große Investmentfirma davon zu überzeugen, noch viel mehr Geld einzuschießen. Sein Traum: Ein großer, gläserner Büroturm als Sitz seiner eigenen Firma und er, Markus, der Chef.

Der Weg des Protagonisten ins Öl-Geschäft ist Eschbach Anlaß, den Leser an Wissenswertem rund um das Schwarze Gold teilhaben zu lassen. Wir begegnen nicht nur Theorien zur Öl-Entstehung, wir werden auch in geopolitische Verflechtungen eingeführt, die Erdöl zusammenhält: Die Wirtschaft in den USA und ihre Verbindungen nach Saudi-Arabien, die Aktivitäten der CIA und der Tatsache, daß Verwandte von Osama bin Ladin nach dem 11. September 2001 die USA per Sondergenehmigung verlassen durften, während alle anderen Flugzeuge am Boden festsaßen. Wir lernen die Struktur der deutschen Automobilindustrie und ihre Abhängigkeit vom Öl kennen.

Das Haupt-Thema des Buches, der Höhepunkt der Ölförderung Peak Oil, wird zwar erst spät, dafür aber umso mächtiger eingeführt, mit all seinen befürchteten (und von manchen vielleicht erhofften) Auswirkungen auf die große Politik. Und auf das Leben des kleinen Mannes (und seiner Frau). So begleiten wir ein Paar, welches sich wundert, warum der Besitzer einer glamorösen Villa (mit Pool) das Anwesen so günstig verkaufen will, einer Dorfgemeinschaft, die sich in radikaler Selbstversorgung übt, einem Scheich, der statt Öl in Solar machen will und einem Programmierer, der in seiner Freizeit Autos auf Frittenöl umrüstet.

Kaum ein Buch, welches aktuelle Entwicklungen und notwendige Sichtweisen so faszinierend kombiniert. "Ausgebrannt" gibt einen Einblick, wie eine Welt während und nach Peak Oil aussehen könnte - eingebettet in eine spannende Geschichte.

(Und wer nicht lesen will, kann hören: Als Hörbuch wird "Ausgebrannt" gelesen von Ulrich Noethen)

Infos & Bestellung bei Amazon: Broschiert - Gebundene Fassung - Hörbuch - Interview mit Andreas Eschbach über das Buch beim Peak-Oil-Forum

InfoBox

Letzte Kommentare

  • h.c.: Bei Freizahn.de gibts eine tolle Zusammenfassung einer neuen Studie von Dr. Michael Dittmar, einem Physiker am...
  • Markus Mayr: Für mich ist der Drop gelutscht. Ich schau einfach, das ich mich mit sowenig Aufwand wie möglich ohne...
  • Hendrik Altmann: Nicht nur die Ölproduktion hat sich mehr als halbiert seit dem Peak in der EU auch die Gasproduktion...
  • Hendrik Altmann: Es wird aber schon seit Jahren gewarnt das es um die europäische Zukunft der Gasförderung schlecht...
  • Hansi: https://agsi.gie.eu/#/ Die Gasvorräte in Europa sind in den letzten Wochen stark zurück gegangen. Das könnte...

Barometer

Peak-Oil Barometer

Newsletter

Newsletter abonnieren