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Das globale Ölfördermaximum steht bevor: PEAK OIL.

Weltweite Ernährungssicherung durch Wüstenbegrünung – Teil 1

25.05.2015

Unsere heutige Ernährung ist in großem Maße von billiger Energie abhängig: Große Maschinen pflügen, säen, spritzen Pflanzenschutzmittel oder ernten dann die Nutzpflanzen, bringen sie über weite Strecke in Verarbeitungszentren wo sie dann entweder in Plastik verpackt oder tiefgekühlt in Supermärkte in ganz Deutschland verteilt werden. Auch die Herstellung der Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel ist energieaufwendig, speziell die des Kunstdüngers.
Zwar ist die Getreidemenge als auch die Getreideanbaufläche in den letzten Jahren noch gestiegen (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Getreide#Weltgetreideernte ), aber es gibt gleichzeitig immer mehr Probleme durch Erosion, resistente Unkräuter, Versalzung von Böden durch falsche Bewässerung oder aber auch Flächenschwund durch militärische Auseinandersetzungen (Landminen oder Splitterbomben) oder industrielle Verunreinigungen (Erdöl, Uranerz, Braunkohletagebaue, Fracking, Goldgewinnung etc.). Und natürlich steigt die Weltbevölkerung immer weiter an. Dies führt in manchen Regionen zu extrem hohen Bevölkerungsdichten mit entsprechenden Problemen bei der Lebensmittelversorgung, z.B. in Südostasien.

Wie kann man also auch in Zukunft die Ernährung der Welt sicherstellen, wenn alle heutigen Landwirtschaftsflächen voll ausgelastet sind und vor allem, wenn keine billige Energie mehr zur Verfügung steht?
Um es gleich vorweg zu nehmen: Es wird kein Geoengineering wie Wolkenimpfung oder eine andere lustige Erfindung benötigt. Die Lösung liegt zum einen in der Umstellung auf die Biolandwirtschaft und zum anderen in der Erschließung von bisher brachliegenden, „unfruchtbaren“ Gebieten in Wüsten, Halbwüsten und Savannen wie z.B. in der Sahara, Saudi-Arabien, Australien, aber auch etwa in Spanien.

Heutzutage sieht die Fruchtbarmachung der Wüste noch so aus (Bewässerungsfelder in Saudi-Arabien, siehe auch weiter unten das Google-Maps-Bild):

Copyright: Craig Mackintosh
Quelle:
http://permaculturenews.org/2010/08/06/letters-from-jordan-on-consultation-at-jordans-largest-farm-and-contemplating-transition/

Schon Ende der Antike gab es Gedanken daran die Sahara zu bewässern. Und in neuerer Zeit, im 19. Jahrhundert waren es die Franzosen, die in Libyen das Sirte-Becken, das Tiefbecken südlich der Bucht der Großen Syrte, zu einem großen See mit Hilfe eines Durchstichs zum Mittelmeer machen wollten ( hier zu lesen: „1.500 Oasen in der Sahara “ aus "Die letzte Chance" von Annie Francé-Harrar: http://www.ddbpage.net/btq/Die_Letzte_Chance_-_PDF_-_2010.pdf ). (mehr …)

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Barcelona Social Club

Das, was man heutzutage "Krise" nennt, kommt in Mitteleuropa ja noch gar nicht richtig an. Zwangsenteignungen sind selten, Rentenkürzungen ebenfalls, Massenentlassungen aus Behörden und Unternehmen sind rar. Begründet wird die Krise im Süden Europas vor allem mit dem Verweis auf Schulden und einem Konsum-Produktion-Ungleichgewicht.

Mag der Ölpreis derzeit auch gesunken sein, ganz wirkungsfrei ist das Drei-Jahres-Hoch 2011-2014 in Kombination mit der gesunkenen Eigenförderung in Europa nicht. Mehr bezahlen und zugleich mehr vom Stoff kaufen zu müssen, geht an die finanzielle Substanz. Wie stark die europäische Finanzkrise mit der europäischen Energiekrise zusammenhängt, werden wohl erst Historiker in der Rückschau klarer einordnen können. Befreit von heutigen politisch-ideologischen Sichtgläsern.

Wer ein Ohr in die Zukunft werfen will, sollte sich eine Stunde Radio-Zeit nehmen. Das Feature von Annette Blaschke "Barcelona Social Club - Was Spanien aus der Krise lernt" ist ein Blick in eine europäische Großstadt, in der krisenbedingt ein neuer Umgang mit Geld, Konsum und Lebensstilen heranwächst:

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Die Sicherheit des Stromnetzes: Gedanken eines Peak Oilers

Der Workshop und seine Ergebnisse

Am 24. April fand im Düsseldorfer Landtag ein Workshop zum Thema "Damit das Licht nicht ausgeht: Energiesicherheit, Digitalisierung und die Folgen eines Blackouts" statt. Als Zugabe war Marc Elsberg, der Autor von "Blackout", eingeladen. Die insgesamt sechs Stunden teilten sich auf in einen Einführungsvortrag von Prof. Dr. Schwenzfeier-Hellkamp: "Die Evolution des Stroms: Wie Digitalisierung und erneuerbare Energien die Stromproduktion auf den Kopf stellen". Danach gab es drei Themenblöcke, einen zur Sicherheit der Stromversorgung, mit einem Vortrag von Prof. Strüker: "Von intelligenten Netzen bis erneuerbare Energien: Wie gestalten wir das Stromsystem der Zukunft versorgungssicher?", einen zweiten von Klaus Müller mit dem Thema "Intelligente Netze: Anfällig und gläsern? Herausforderung für Datenschutz und Datensicherheit" und einen dritten mit Benno Fritzen zu dem Thema "Katastrophenfall Blackout: Herausforderungen für Politik sowie Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen". Nach den Parallelworkshops gab es eine gemeinsame Abschlussrunde, bei der dann auch Marc Elsberg über die Entstehung seines Buches redete und ein wenig daraus vorlas, bis dann in einer Podiumsdiskussion alle Vortragenden noch einmal miteinander über ihre Erfahrungen erzählen durften.

Die Organisatoren von der Grünen Fraktion des NRW Landtags hatten nach eigenem Bekunden vor allem das Ziel, sich zu vergewissern, wie sicher das Stromnetz ist angesichts der zunehmenden Rolle der erneuerbaren Energien. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Problem, dass Wind- und Sonnenenergie nicht immer zur Verfügung stehen und das Netz somit flexibler gestaltet werden muss. Aus dieser Sicht sandte der Workshop eine klare Botschaft: die Flexibilisierung des Netzes ist kein Problem, die ist zu bewerkstelligen. Die Datensicherheit ist ebenfalls gesichert, nur beim Datenschutz wird man nachbessern müssen.

Der für mich ergiebigste Teil war die Zusammenfassung des THW und der Feuerwehr. Das Fazit ist, dass der Katastrophenschutz ziemlich vernachlässigt worden ist, wobei THW und Feuerwehr das Thema jetzt energischer angehen und sich besser vorbereitet fühlen, wohingegen die Einbeziehung des Bevölkerung noch ein Schwachpunkt ist, den es in Zukunft anzupacken gilt. Denn natürlich ist es auf der einen Seite nötig, den Ernstfall eines Blackouts zu üben und auch Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, etwa ständig Vorräte für zwei Wochen zu haben. Auf der anderen Seite möchte man aber keine Panik verursachen in einer Bevölkerung, die einen solchen Ernstfall nur aus Erzählungen kennt und deswegen nervös reagieren könnte. Wie es scheint, sind derartige Sorgen wohl unbegründet, die Menschen verstehen durchaus den Sinn dieser Maßnahmen. Und es gibt zahlreiche Maßnahmen, die nur die Menschen selber wirkungsvoll durchführen können, weil die Hilfswerke im Ernstfall überfordert wären. Man müsste sie also nur dazu befähigen bzw. ermuntern.

Mein eigenes Fazit

Bevor ich mich anmeldete, hatte ich etwas andere Vorstellungen von dem Problem der Sicherheit des Stromnetzes. Für mich stellt sich dies nicht nur als Verteilungsproblem dar sondern auch als Mengenproblem. Die ganze Diskussion um Effizienz könnte man sich ja teilweise schenken, wenn immer genug Strom da wäre. Dass dem nicht so ist, sei es wegen der erneuerbaren Energien, sei es wegen des Atomausstiegs, das ist das eigentliche Problem. Die Verteilungsprobleme sind also auch Mangelprobleme. Diese wurden aber nicht oder jedenfalls nicht unter diesem Blickwinkel diskutiert. Es ist in diesem Land nach wie vor nicht schick, über Mangel zu reden. Ich hatte mich für den ersten Themenblock entschieden, den mit Prof. Strüker, weil ich annahm, er würde etwas über die Dimensionen des verteilbaren Stroms sagen können. Der stellte sich aber als Wirtschaftsinformatiker heraus und diskutierte die Energiewende letztendlich als Problem der korrekten Bepreisung von Strom. Meine Frage nach dem Wieviel blieb unbeantwortet.

Nur bei der anschließenden Pause sagte mir so mancher, dass dies wohl die eigentliche Frage gewesen sei. Ich nehme an, die gehörten eher zum THW oder zur Feuerwehr, denn das restliche Publikum schien eher aus dem Wirtschaftssektor zu kommen und wollte gewisse Probleme nicht sehen. Einer sagte mir, es gebe genug eneuerbaren Strom. Ich glaube aber nicht daran, und ich bin nicht alleine.

Das hat mich nachdenklich gemacht. Wie es scheint, mag man bei vielen Grünen nicht so gerne darüber nachdenken, dass der Wandel (die "Wende") nicht einfach nur bedeuten kann, dass man auf Erneuerbare umsteigt, sondern dass es da auch um eine massive Einschränkung geht. Es herrscht bei einigen eine Technikgläubigkeit, die mir sehr altbacken vorkommt.

Doch zurück zu dem Workhop. Da der erneuerbare Strom nicht so zuverlässig fließt, muss man an der Verbrauchsseite etwas ändern. Was kann die Lösung sein? Das Wort Einschränkung fiel wie gesagt nicht. So etwas kommt irgendwie bei Wirtschaftlern nicht vor. Die haben eine ganz andere Denke: für sie ist alles nur eine Frage des richtigen Preises. Wo früher ein Kraftwerksbetreiber mit nichts als der Lastkurve ausgekommen ist, sieht der moderne Ökonom, dass das Verteilungsproblem nicht etwa durch die Physik gelöst werden müsste sondern durch den Markt. Die Nachfrager würden schon aufhören nachzufragen, wenn der Strom nur teuer genug wird. Umgekehrt werden sie ihn massenhaft verbrauchen, sofern er nur billig genug ist.

Und das, so wurde mir irgendwann klar, erklärt dann auch die Notwendigkeit des Smart Grids beziehungsweise der zahllosen intelligenten Geräte, die ständig irgendwelche Daten zum Netzbetreiber senden oder von diesem empfangen. Sie werden nicht primär dafür gebraucht, um Stromangebot und -nachfrage zur Deckung zu bringen (das würde ja Zwangsabschaltungen beinhalten), sondern, um den Marktpreis zu finden, der Angebot und Nachfrage von selbst dahin bringt, im Gleichgewicht zu sein.

Das hat in mir einen Sturm von Fragen ausgelöst, die ich nicht im Einzelnen auflisten will. Ich möchte nur soviel zu bedenken geben: die Idee, die physikalischen Mechanismen stets durch Preismechanismen zu ersetzen, ist Teil einer weitgehenden Ökonomisierung, die vorgeblich ohne Zwänge auskommt, weil ja alles durch den Markt geregelt wird. Dass die Teilnahme am Markt in dieser Form selbst schon eine Zwangsveranstaltung ist, wird selten diskutiert. Dass aber der Verzicht eines Nachfragers mangels Geld für ihn irgendwie dasselbe ist als wie wenn aus anderen Gründen kein Strom da ist, sollte doch klar sein. Der Marktsprech ist nichts als die Tünche, die alles schöner aussehen lässt, und die es geschickt vermeidet, über die Dinge so zu sprechen, wie sie sich uns zeigen.

Konkret: es gibt schon jetzt Menschen in Deutschland, die keinen Strom haben, weil sie ihn nicht bezahlen können. In den USA gibt es Menschen, denen sogar der Wasseranschluss gesperrt wurde. Was nützt ihnen der Gedanke, dass Strom und Wasser verfügbar ist, sie nur leider nicht bereit (?) sind, den Preis zu bezahlen? Umgekehrt: wenn man Geld dazu hat, ist man in der Marktlogik berechtigt, so viel zu verbrauchen, wie möchte.

Wenn die Energie erneuerbar ist, mag das irgendwie angehen. Aber im Ernst glaube ich nicht, dass es in naher Zukunft so weit kommt. Bis dahin ist die Idee, die Rechtfertigung für Stromverbrauch allein in der Fähigkeit zu sehen, ihn auch bezahlen zu können, absurd. Sie leistet letztlich der weltweiten Zerstörung Vorschub. Denn noch immer leben wir nach der Devise, dass wir ein Anrecht auf die Dinge haben, solange wir sie nur bezahlen können.

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Schulprojekttag Elektromobilität und eine Tesla-Fahrt

Vor einigen Jahren haben wir im Rahmen unserer Vereinsarbeit ein Bildungsmodul zu Elektromobilität entwickelt. Die sächsischen Schulen können dieses Modul wie auch andere über die Sächsische Energieagentur SAENA buchen. Die Kosten übernimmt die SAENA, die Schulen dürfen die Projekttage in ihre Unterrichtsabläufe einbauen. Um weitere Schulen zu gewinnen und zugleich den Projektansatz mal zu dokumentieren entstand auf Basis von 2013er Filmaufnahmen nun ein kurzes Info-Video, das die Bildungs-Bausteine darstellt:

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Kommentarlos, Teil 63

Als "Giganten" 1956 in die Kinos kommt, sind die USA bereits der größte Ölförderer weltweit. Aus Autos werden damals Straßenkreuzer. Aus Bundesstraßen achtspurige Highways. Amerika wird zum Land des unbegrenzten Energiekonsums.

Doch bereits 1956 warnt ein Mann vor dem baldigen Ende des heimischen Ölrausches. Sein Name: Marion King Hubbert. Der texanische Öl-Geologe hat das Fördermaximum, den von ihm sogenannten Peak Oil, für Anfang der 70er-Jahre berechnet. Danach werden sich die amerikanischen Ölfelder in der Summe allmählich erschöpfen. Hubbert wird damals von seinen Kollegen verlacht. Doch die Peak-Oil-Theorie erweist sich als korrekt: 1970 werden 533 Millionen Tonnen des schwarzen Goldes aus der amerikanischen Prärie gepumpt. Dann geht es abwärts. Langsam, aber stetig, Jahr für Jahr. So wie inzwischen auch in vielen anderen Ölförderländern.

Deutschlandradio Kultur über den Stand am Peak Oil

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Ölpreisdiskussion im April: Berlin und Bielefeld

Der niedrige Ölpreis hat ökonomische und energiepolitische Auswirkungen. Er treibt Firmen und Politiker um und jene, die sich fragen: War's das jetzt mit "Peak Oil"?

Gleich zwei Veranstaltungen laden im April dazu ein, den gesunkenen Ölpreis und dessen Auswirkungen zu diskutieren:

  • 21. April, 19:30 Uhr, Bielefeld, Universität, Hörsaal 4
  • 22. April, 15:00 Uhr, Berlin, Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus

Beide Veranstaltungen laufen unter zentraler Beteiligung von Akteuren des Postfossil-Institut e.V.: Zur Veranstaltung der Grünen Bundestagsfraktion nach Berlin ist Dr. Steffen Bukold von EnergyComment eingeladen. In Bielefeld darf ich auf Einladung der Transition-Initiative Bielefeld vortragen und diskutieren:

Für den Folgetag (22. April) ist ein Workshop zu lokalen Handlungsmöglichkeiten betreffs Peak Oil und Ölversorgungsrisiken angedacht. Interessenten mögen sich bei mir oder der Bielefelder Transition-Initiative melden.

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Fusion: Halliburton + Baker Hughes, während immer mehr Ölfirmen Finanzprobleme haben

Zwei der wichtigsten globalen Zulieferer zur Öl- und Gasindustrie fusionieren: Halliburton und Baker Hughes. Der Deal ist 35 Milliarden US$ schwer. Das ganze passiert in einer Zeit, in der die niedrigen Ölpreise diversen Ölfirmen die Geldströme abwürgt. Die Ratingagentur Moody's weist darauf hin, dass von den 28 Unternehmen, die neu auf die Liste schlechter BBB- und schlechterer Bonität gekommen sind, 12 aus dem Öl- und Gassektor kommen: 43%. Damit halten Öl- und Gasfirmen einen Anteil von 14% dieser Liste, den höchsten Anteil, den die Branche je auf dieser Liste innehatte und das größte Segment aller vertretenen Branchen. Der Hauptgrund, warum Firmen diese Liste verlassen, ist nicht, weil sie ihre Bonität verbessern. Der derzeitige Hauptgrund ist die Insolvenz. (Eine interessante Grafik, die den Ölpreis und die Länge der BBB--Firmen-Liste in Zusammenhang bringt, zeigt der australische Business Insider.)

Der US-Ölmilliardär T. Boone Pickens wird in der Financial Times mit der Aussage zitiert, die US-Fracking-Firmen hätten eine Überproduktion verursacht und sollten daher ihre Aktivitäten zurückschrauben. Laut jüngster Statistiken geht sein Wunsch gerade in Erfüllung. Doch Pickens, der selbst barrelweise Geld durch Fracking verdient, macht deshalb keine Abkehr von der Fördermethode. Er bewirbt derzeit seinen "Pickens Plan", der die USA durch Fracking importunabhängig machen soll. Geschäftstüchtig wie er ist, wettet er laut Financial Times auf einen Preisanstieg auf 70 US$ bis Ende 2015. Auch diese Marke teilt er mit der US-Energiestatistikbehörde EIA. Was die Bedeutung des Frackings für die globale Ölversorgung betrifft, liegt der Ölmagnat voll auf Linie dieses Blogs:

“If you did not have the US oil today . . . do you know where you’d be? You’d be at $150 to $200 [per barrel] oil. The United States is the one that saved the world from a very, very high oil price. Do they get credit for it? Hell no. Give ‘em credit for it.”

"Wenn du heute nicht das US-Öl hättest ... weist du, wo du wärst? Du wärest bei 150 bis 200 US$ pro Barrel Öl. Die USA sind diejenigen, die die Welt vor einem sehr, sehr hohen Ölpreis bewahrt haben. Wird ihnen das angerechnet? Verdammt nochmal: nein. Du solltest es ihnen aber anrechnen."

Zur Erinnerung: Nordamerika, also die USA und Kanada, ist die Weltregion, die noch signifikanten Zuwachs zur Welt-Ölförderung leistet. Alle anderen Weltregionen zusammen sind bereits seit 2005 beim Ölfördermaximum angekommen.

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Peak-Signale aus Fracking-Land

Es mehren sich die Zeichen, dass der geschrumpfte Ölpreis und die zurückgefahrenen Bohraktivitäten dazu führen, dass auch die Ölförderung in den USA nicht mehr steigt. Das zeigen die aktuellen Daten der Energie-Statistikbehörde EIA der USA. So stagnierte die Ölförderung im US-Kernland ("Lower 48 States", ohne Alaska und den Golf von Mexiko) in der Woche vom 13. März zur Woche des 20. März bei 8.911.000 Barrel täglich. Das ist angesichts der seit Jahren steigenden Förderzahlen bemerkenswert, sollte andererseits aufgrund des sehr kurzfristigen Wochen-Vergleichs nicht überbewertet werden. (Dank an: Markus)

Matt Mushalik, deutschstämmiger Australier, analysierte in seinem neuen Blogbeitrag auf CrudeOilPeak.info ausführlich die März-Daten des Short Term Energy Outlook (STEO) der EIA und bereitete sie grafisch auf. Dankenswerterweise erlaubt er, diese Grafiken hier vorzustellen:

Das folgende Diagramm zeigt die US-Gesamtförderung (schwarz), die Förderung im US-Kernland in die die Fracking-Ergebnisse einfließen (braun, Lower 48-Staaten), sowie Alaska und den Golf von Mexiko (blau) bis Februar 2015 (senkrechter Strich) und schreibt dann erwartete Förderergebnisse der EIA in die Zukunft fort. Dabei wird ein Trendbruch sichtbar: Die bis heute ansteigende Ölförderung verlangsamt ihren Anstieg künftig stark und die EIA erwartet einen zwischenzeitlichen Rückgang der US-Ölförderung. Die Förderung in den Lower-48-Staaten soll bis Anfang 2016 leicht zurückgehen und erst dann wieder leicht ansteigen. Dieser Anstieg ist laut dieser Vorhersage aber auch mit einem Preisanstieg verbunden (rot): 70 US$ soll Öl pro Barrel in 2016 wieder kosten. Vom jetzigen Niveau von etwa 45 US$/Barrel (WTI) bedeutet dies einen Anstieg um über 50% binnen eines Jahres.

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Kommentarlos, Teil 62

In unserer Krise ist es vielleicht tröstlich, wenn wir uns daran erinnern, dass Krisen die Zukunftslabore der Geschichte sind.

Yanis Varoufakis (inzwischen: Finanzminister Griechenlands) in seinem Buch "Der Globale Minotaurus - Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft"; abschließender Satz eines Kapitels über die Entwicklung des Wirtschaftens seit der Entstehung des Ackerbaus.

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Die Europäische Energieunion und die Energie-Versorgungssicherheit

In die europäische Energiepolitik kommt Schwung. "Der Europäische Rat hat die Energieunion auf den Weg gebracht" heißt es in einer Aussendung der deutschen Bundesregierung. "Bei der Energieunion steht die Energieversorgungssicherheit in den EU-Mitgliedstaaten im Mittelpunkt" heißt es, und die Bundesregierung macht mit dieser Aussage gleich mal Ernst, indem tatsächlich die Versorgungsabhängigkeiten Europas auf den Tisch kommen:

Die EU-Energieversorgung in Zahlen:

  • Sechs Mitgliedstaaten beziehen ihr Erdgas von einem einzigen Lieferanten aus einem Drittstaat,
  • die EU deckt 90 Prozent ihres Rohöl- und 66 Prozent ihres Erdgasbedarfs durch Importe,
  • 75 Prozent des Gebäudebestands in der EU ist nicht energieeffizient,
  • der Verkehr hängt zu 94 Prozent von Erdölprodukten ab, die zu 90 Prozent eingeführt werden,
  • die Großhandelspreise in der EU sind bei Strom 30 Prozent und bei Erdgas über 100 Prozent höher als in den Vereinigten Staaten.

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