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Das globale Ölfördermaximum steht bevor: PEAK OIL.

Dieburg: Ölpreisabsturz – Alles wieder gut?

Ein Vortrag und Diskussion über Energiesparen, Peak-Oil und Klimawandel im Licht der aktuellen Ölpreisentwicklung

Eher ungläubig steht der Bürger vor der Tankstelle und staunt über seine Heizölrechnung. Darf er sich angesichts des Klimawandels über die günstige Energiepreise überhaupt  freuen?

War nicht das Ende des Erdölzeitalters ausgerufen? Sollten die Preise nicht in astronomische Höhen steigen? Gibt es doch „Öl ohne Ende“ wie die FAZ schreibt?

Norbert Rost, unter anderem Autor zweier Studien, die Peak-Oil auf Thüringen und Sachsen heruntergebrochen haben, lädt uns ein, sich gemeinsam über die aktuelle Situation auf dem Energiemarkt Gedanken zu machen. Mit Sachverstand und vielen Hintergrundinformationen beleuchtet er die Entwicklungen (und die Prognosen) der letzten Jahre.  Ebenso werden die Auswirkungen von möglichen Entwicklungen auf dem Ölmarkt diskutiert  – global, national und regional.

 

  •  4. März 2015, 19:30 bis ca. 21:30 Uhr
  • Pater Delp Haus, Steinstraße 5, 64807 Dieburg
  • es lädt ein: Bürger-Energie-Tisch Dieburg

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Öl: Buffett steigt aus, Soros steigt ein. Handelsblatt diskutiert Europas Gas-Knappheit

Anknüpfend an die Erdbeben in der Region Groningen berichtet Benjamin Reuter im Handelsblatt über die Grundsatzfrage der europäischen Gas-Versorgung: Wie soll diese aufrecht erhalten werden, wenn Risiko-Gasförderung wie in Groningen gedrosselt werden muss, während zugleich immer mehr europäische Gasfelder keine nennenswerten Erträge mehr bringen? Eine überzeugend einfache Lösung hat auch dieser Artikel nicht zu bieten, beachtenswert ist aber, dass er nicht an einem Einzelproblem stehenbleibt, sondern den Bogen zur Gesamtversorgung schlägt:

Ging es bisher um die Sicherheit der Gasversorgung in Europa, war meist Russland das Thema. Dabei übersehen viele: Noch abhängiger ist die Europäische Union von der eigenen Erdgasproduktion. Denn fast die Hälfte des Energieträgers, den Verbraucher zwischen Lappland und Sizilien nutzen, kommt aus Norwegen, den Niederlanden und Großbritannien. In Deutschland fließt sogar zu zwei Dritteln europäisches Gas durch die Leitungen.

Aber die Förderraten in West- und Nordeuropa sinken dramatisch: Die Produktion könnte sich im schlimmsten Fall in den nächsten zehn Jahren halbieren. In Deutschland versiegen die aktiven Felder voraussichtlich 2025 komplett.

Währenddessen mehren sich die Berichte, die den Ölpreis über längere Zeit niedrig sehen. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE prognostiziert der ehemalige Energiechef im US-Außenministerium Carlos Pascual, dass der Ölpreis bis Mitte 2016 auf dem heutigen Niveau bleiben könnte. Pascual arbeitet inzwischen als Vize-Chef der Energieberatungsfirma IHS. Der Tenor seines Interviews: Europa solle mehr Terminals ausbauen, mit denen Flüssiggas angelandet werden kann. Seine Ansage, dass dann Norwegen mehr Gas liefern könnte, steht im Widerspruch zum Artikel von Benjamin Reuter, der den Osloer Analysten Harris Utne mit der Aussage zur norwegischen Gasförderung zitiert: "Seit 2010 wurde kein größeres Gasfeld mehr entdeckt." Pascual liegt mit seinen Aussagen auf einer Linie mit der US-Außenpolitik, die seit geraumer Zeit in Richtung Europa drängt, man möge mehr auf Flüssiggas setzen.

In diese Kerbe schlägt auch der jüngste BP Energy Outlook 2035. Die WELT sieht eine Umkehr der Gas-Ströme von bislang Ost nach West nach künftig West nach Ost. Pipelines würden weniger wichtig. Betitelt ist der Artikel mit "Ära der Gas-Supertanker stürzt Russland ins Unglück". Ob die riesigen Gasmengen anderswo auf dem Planeten tatsächlich gefördert werden?

Aufmerksamkeit bekam dieser Tage die Meldung von Warren Buffets Investmentfirma Berkshire Hathaway, die bis Dezember alle Anteile an ExxonMobil und ConocoPhillips verkauft hatte. Als Begründung wurde der niedrige Ölpreis nachgereicht. Ganz aus dem Sektor hat sich der Investmentriese aber nicht zurückgezogen, am kanadischen Ölsand-Förderer Suncor Energy hat die Firma ihre Anteile sogar aufgestockt, auch an National Oilwell Varco ist Buffett weiter beteiligt. Insofern stellt der Rückzug keinen grundsätzlichen Rückzug aus der Branche dar. Einen Tag nach der Bekanntgabe von Buffetts Devestment explodierte nahe Los Angeles eine Exxon-Raffinerie, die einen Tagesdurchsatz von 155.000 Barrel pro Tag verarbeiten kann. Die Stahlarbeiter-Gewerkschaft fühlt sich in ihren Befürchtungen hinsicherlich der Sicherheitsstandards in der Branche bestätigt.

Während Buffett bei Exxon und ConocoPhillips aussteigt, steigt George Soros bei Devon Energy und Transocean ein. Das Manager-Magazin findet diese gegensätzliche Positionierung der beiden "Investment-Riesen" bemerkenswert. Allerdings sind die Größenordnungen sehr unterschiedlich: Während Buffett seit September 3,7 Milliarden Dollar abzog, steckte Soros 24,4 Millionen Dollar rein. Da liegt also eine Größenordnung von 100:1 dazwischen.

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IEA sieht Russland am Öl-Peak, Fatih Birol wird neuer IEA-Direktor

Im jüngsten Ölmarktbericht nennt die Internationale Energieagentur den Ölpreisabsturz sowohl durch das erhöhte Angebot (USA, Irak) wie auch durch die Nachfrageseite getrieben: Die Welt werde mehr digital, was den Bedarf an Treibstoffen verringert. Großer Verlierer der Krise sei Russland, das durch einen einbrechenden Ölpreis, westliche Sanktionen und eine starke Rubel-Abwertung am meisten zu verlieren hat. Von 2014 bis 2020 werde die russische Tages-Ölförderung durch mangelnde Investitionen um 560.000 Barrel zurückgehen. Bei N-TV (via: dpa) klingt diese Meldung ein wenig wie ein "Sieg der Sanktionen". Dabei ist die russische Ölförderung heute wesentlich für die Ölversorgung Europas verantwortlich. Bei etwas über 10 Millionen Barrel derzeitiger Ölförderung pro Tag und einem Exportvolumen von 7 Millionen Barrel sind ein halbes Millionen Barrel zwar nur etwa 7% des Exportvolumens. Dennoch bedeutet dies, dass Russlands Käufer diese Menge an Treibstoffen bis 2020 einsparen oder aus anderen Weltregionen zukaufen müssen. Die IEA erwartet, dass der US-Fracking-Boom nicht am Ende ist, sondern nur eine Pause einlegt. Demnach könnte US-Light-Tight-Oil den Rückgang russischer Ölförderung ausgleichen und die globalen Exportrouten verändern. Dennoch bedeutet die Aussage der IEA, dass einer der Top-3-Ölförderer der Welt seinen Peak im Laufe der kommenden 5 Jahre überschreiten wird. Die IEA macht keine Aussage, mit welcher Geschwindigkeit die Ölförderung Russlands nach dem Jahr 2020 schrumpft.

Die IEA teilt dieser Tage außerdem mit, dass Fatih Birol ab September ihr neuer Direktor wird. Der bislang als Chefökonom der Agentur arbeitende Birol hat OPEC-Erfahrung und das Peak-Thema in dem von ihm verantworteten World Energy Outlook regelmäßig verarbeitet. Er wird oft mit dem Satz zitiert "Wir müssen das Öl verlassen, bevor es uns verläßt" und auf ihn gehen starke Bilder zurück wie das von den vier Saudi-Arabiens, die die Welt bis 2030 finden müsse, um den Rückgang der alten Ölfelder auszugleichen. Mit ihm rückt ein fachlich versierter Peak-Oil-Kenner, der Warner aber kein Doomer ist, an die Spitze der wichtigsten Energie-Organisation der Industrieländer (OECD).

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Auswirkungen des EU-Gasstresstests auf Sachsen? Unbedenklich!

2014 war „Jahr Eins“ des Ukraine-Krieges. Am 16. März fand das umstrittene Referendum auf der Krim statt, nach welchem die Halbinsel dem russischen Territorium zugeschlagen wurde. Weil die Ukraine Transit-Land für russisches Gas und Öl in die EU ist und weil die EU und Russland über die Entwicklung (in) der Ukraine in Widerstreit liegen, wurde erstmals die Energieversorgungssicherheit Europas in größerem Maße öffentlich diskutiert. Am 27. Juni beschloss die EU-Kommission, einen sogenannten „Gasstresstest“ durchzuführen um herauszuarbeiten, wie anfällig die europäische Gasversorgung bei einem Gas-Boykott aus dem Osten wäre. Für diesen Stresstest holte sich die EU-Kommission offenbar Zuarbeit von den nationalen Behörden ein. Aus der internen Regierungsanalyse, die die Bundesregierung unter dem grünen Energiestaatssekretär Rainer Braake erstellte, schlußfolgerte SPIEGEL ONLINE: „Russischer Gasboykott träfe Deutschland hart“. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse des Gasstresstests am 16. Oktober und die zugehörige Pressemitteilung beinhaltete die Aufforderung:

Staatliche Eingriffe sollten auf regionaler Ebene sorgfältig vorbereitet
und nur vorgenommen werden, wenn dies notwendig ist.
http://europa.eu/rapid/press-release_IP-14-1162_de.htm

Die Beamten der EU als Nationalstaaten-Bund wissen sehr wohl zu unterscheiden, ob sie die nationale oder die regionale Ebene ansprechen. Obige Formulierung adressiert offensichtlich eine Ebene unterhalb der nationalstaatlichen Ebene. In Deutschland dürften daher die Bundesländer zu den Adressaten dieser Mitteilung gehören. Daher liegt es nahe, die jeweiligen Landesregierungen zu fragen, was sie tun, um den von der EU vorgelegten Stresstest mit echten Handlungen zu untermauern. 5 Fragen, die mich am meisten interessieren, sandte ich daraufhin an zwei Landtagsabgeordnete unterschiedlicher Fraktionen im Sächsischen Landtag und bat darum, diese Fragen als „Kleine Anfrage“ einzureichen. Dr. Gerd Lippold, energiepolitischer Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fragte daher am 6. Januar 2015:

Auf Basis des Gas-Stresstests empfiehlt die EU-Kommission,
staatliche Eingriffe auf regionaler Ebene sorgfältig vorzubereiten:

  • Welche Eingriffe bereitet die Staatsregierung vor und wie erfolgt diese Vorbereitung?
  • Welche Wirkungen eines russischen Gas-Boykotts auf sächsische Unternehmen und Haushalte werden erwartet?
  • Welche Empfehlungen an Haushalte, Unternehmen, Kraftwerksbetreiber und Kommunalverwaltungen gibt die Staatsregierung auf Basis der Stresstest-Ergebnisse und der vorzubereitenden Eingriffe?
  • Welche Änderungen an der Energiestrategie der Landesregierung ergeben sich?
  • Inwieweit hält die Landesregierung es angesichts der hohen Ölabhängigkeit gegenüber Russland für notwendig, Stresstests hinsichtlich eines Ölboykott-Szenarios durchzuführen?

 

Die vollständig ausgeschöpfte Frist zur Beantwortung dieser „Kleinen Anfrage“ endete am 6. Februar. Das Original-Dokument des Sächsischen Wirtschaftsministeriums ist im Parlamentsdokumentationssystem des Sächsischen Landtags abrufbar. Ich empfehle erst das 3seitige Dokument und danach die folgende Beurteilung zu lesen:

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Erdgas-Beben in Groningen: Gebäudesanierung kostet 6,5 Mrd. Euro

Das Groningen-Erdgasfeld im Norden der Niederlande ist das größte Europas und das zehntgrößte der Welt. Entdeckt 1959 und befördert seit 1963 wird es seit ersten Erdbeben ab 1986 verdächtigt, für zahlreiche Erdbeben verantwortlich zu sein. Oder besser gesagt: Die Gasförderung aus diesem Feld. Das jüngste Erdbeben ereignete sich zwischen Weihnachten und Neujahr. Eine Bebenstärke von 2,8 auf der Richterskala wurde gemessen.

Titelte das Oil&Gas-Journal zum 50jährigen Entdeckungsjubiläum 2009 noch, das "Groningen-Gasfeld werde weitere 50 Jahre Gas bereitstellen", so wurde die Kürzung der Förderung Anfang 2014 durch die niederländische Regierung beschlossen. Nun berichtet der Telegraaf basierend auf einem Ingenieur-Bericht, dass Ertüchtigung von 30.000 bis 90.000 Gebäuden in der Region notwendig ist, um den zahlreichen Beben zu widerstehen. 6,5 Milliarden Euro könnte der Umbau kosten. Beauftragt wurde die Studie vom niederländischen Wirtschaftsminister Kamp, nachdem 2012 ein Beben von der Stärke 3,6 gemessen wurde. Laut Telegraaf hatten Seismologen solche Bebenstärken zuvor nicht für möglich gehalten und kamen danach zu dem Schluss, dass die durch die Gasförderung ausgelösten Beben stärker sein könnten, als gedacht. Der Umbau der Häuser ist ein Mega-Unterfangen, bei dem die Region von zahlreichen Baugerüsten geprägt sein dürfte und bei dem die Bewohner zumindest zwischenzeitlich ihre Wohnungen verlassen müssen.

Bis 2013 erzielte die niederländische Regierung Erlöse von ca. 12 Milliarden Euro jährlich aus dem Gasfeld. Durch die angestrebten Förderkürzungen von 49 bis 54 Millionen Kubikmeter auf bis zu 40 Millionen Kubikmeter in 2016 sinken die staatlichen Erlöse vorausichtlich um 600 Millionen Euro in 2014, 700 Millionen in 2015 und 1 Milliarde ab 2016. Über 2 Billionen Kubikmeter Gasvolumen wurden der Erdkruste in der Region seit Förderbeginn entnommen. Kaum verwunderlich, dass sich die Erdkruste neu "zurechtbewegt". Ob die Förderkürzung tatsächlich auch die Beben reduziert muss sich erst noch zeigen. Das Beben zum Jahreswechsel verdeutlicht, dass die Erdbeben nicht einfach aufhören, weil man weniger Gas entnimmt. Zu den schrumpfenden Fördererlösen kommen nun also noch zusätzliche Milliardenausgaben für die Ertüchtigung der Gebäude in der Region. Das Verhältnis zwischen Staatsschulden und Wirtschaftsleistung stieg von 58,5% in 2009 auf 73,5% in 2014, Mindereinnahmen und Zusatzausgaben verschärfen das Schuldenproblem.

Die Niederlande erreichten ihr Ölfördermaximum 1994 und ihr Gasfördermaximum 1996. Das Land ist dennoch der elftgrößte Gasförderer der Welt und lieferte 2013 mehr als ein Viertel der deutschen Gasimporte. Die Niederländische Regierung erließ im Dezember ein Fracking-Moratorium, was es bis 2016 verbietet, Fracking-Aktivitäten vorzunehmen. Diese Haltung verwundert angesichts der Erdbeben-Frage nicht, wird doch auch Fracking für Erdbeben verantwortlich gemacht.

(Dank an Jurriaan)

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Kehrtwende am Ölmarkt?

Die große Gefahr für die Ölversorgung der Zukunft besteht darin, dass der Ölpreis durch Marktübertreibungen aus einem Stabilitätskorridor ausbricht, dessen Untergrenze die Minimalkosten für die Ölförderung darstellt und dessen Obergrenze die Tragbarkeitskosten für die Volkswirtschaften ist. Kostet Öl weniger als das, was für die Bereitstellung künftiger Ölförderung notwendig ist, werden Investitionen in Ölförderung verschoben oder gar beiseite gelegt. Die daraufhin entstehende Zukunftsknappheit hebt den Ölpreis später wieder an und hebt ihn damit wieder in den Stabilitätskorridor. Allerdings liegt in der Verschiebung der Investition schon ein möglicher Keim für die Übertreibung nach oben: Denn fehlt künftiges Öl zum Marktgleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage kann es aufgrund des hohen Zeitaufwands für Ölprojekte nicht eben von einem Monat zum nächsten verfügbar gemacht werden. Kostet Öl mehr, als für die Konsumten tragbar ist, müssen sie ihre Arbeitsweise so umstellen, dass sie auf den zu teuren Stoff verzichten, was aber für viele Geschäftsmodelle bedeutet, dass ihnen die Funktionsgrundlage fehlt. Pleiten sind die Folge und damit wirtschaftliche Verwerfungen. Die darauf entstehende Nachfragesenkung senkt auch den Ölpreis später wieder ab und senkt ihn zurück in den Stabilitätskorridor. Allerdings liegt in einer dauerhaft rückgehenden Ölnachfrage schon ein möglicher Keim für die Übertreibung nach unten: Denn ist ein Ölüberschuss zum Marktgleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage vorhanden, kann dieser aufgrund einer dauerhaften Nachfragezerstörung nur durch ein Stilllegen von Ölförderprojekten abgebaut werden. Ein Ölpreis, der nach unten aus dem Stabilitätskorridor ausbricht ist ein mächtiges Signal, genau dies zu tun: Ölförderprojekte stilllegen. Das Preisrisiko in einem Peak-Oil-Umfeld besteht also darin, dass der Ölpreis in enormen Schwankungen immer über den Stabilitätskorridor hinauspendelt und mit jeder Übertreibung in die eine Richtung die Grundlage für die Übertreibung in die andere Richtung legt. Planungssicherheit geht verloren und damit Vertrauen sowohl in die Ölversorgung als Geschäft wie auch in ein stabiles wirtschaftliches Umfeld.

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Kommentarlos, Teil 61

Ein kleiner Ort in Texas ist zum Zentrum eines irrwitzigen Ölbooms geworden – und mit ein Grund dafür, dass der Ölpreis immer weiter fällt. Der Grund: Fracking. Die neue Fördermethode hat aus Ranchern Millionäre gemacht. Doch es gibt eine Gefahr. Einer sagt: "Wir gehen hier einen Pakt mit dem Teufel ein".

Die Welt: Die Millionäre von Karnes City

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Zukunftssteuer auf Mineralöl einführen!

Der DIHK feiert den Ölpreisabsturz als "milliardenschweres Konjunkturpaket". Beobachter des Ölpreiscrashs befürchten zugleich, dass Investitionen in Ölprojekte zurückgefahren werden und kommende Ölpreisanstiege umso heftiger ausfallen könnten. Die Nordsee-Förderer sehen beim aktuellen Preisniveau wirtschaftliche Schwierigkeiten, N-TV fragt, ob das Nordsee-Öl am Ende sei, was für die sowieso schrumpfende europäische Ölförderung keine gute Nachricht wäre. Der Chef des italienischen Energiekonzerns ENI warnt bereits, der nächste Ölpreisanstieg könne auf 200 US$ laufen.

Die deutsche Volkswirtschaft sparte von 2013 auf 2014 bereits etwa 6,5 Milliarden Euro für den Import von Öl: Waren es 2013 noch 55,4 Milliarden Euro, die für den Import von 90 Millionen Tonnen Öl ausgegeben wurden, dürften Ende 2014 nur noch etwa 48,9 Milliarden Euro für 88,5 Millionen Tonnen auf der Import-Rechnung stehen. Hält der aktuelle Ölpreis (und der aktuelle Euro-Dollar-Kurs) über das Jahr 2014 an, so stehen am Jahresende etwa 35,5 Milliarden Euro auf der Rechnung. Gegenüber 2013 hätte die deutsche Volkswirtschaft demnach 20 Milliarden Euro Importkosten gespart. Das ist in der Tat ein nennenswerter Kaufkrafteffekt. (Zahlen auf Basis der BAFA-Veröffentlichungen und eigenen Hochrechnungen)

Allerdings stellt sich die Frage: Wofür wird das Geld eingesetzt? Zum Schuhe kaufen? Zum Nägel lackieren? Mal wieder einen neuen IKEA-Schrank anschaffen, der nach 5 Jahren zusammenfällt? Ein neues Verbrennungsfahrzeug gekauft? Oder werden damit Häuser saniert und Heizungen auf dezentrale Energiequellen umgestellt, die Elektromobil- und ÖPNV-Infrastruktur ausgebaut, kurz: künftigen Ölpreissprüngen vorgebeugt? Wird die Ersparnis zum Konsum oder zur Investition verwendet?

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die deutsche Volkswirtschaft mit einem Ölpreisniveau von 100 bis 110 US$ wunderbar umgehen kann. Die Benzinpreise waren für viele Menschen lästig, aber offenbar erträglich. Würde der Gesetzgeber den aktuellen Ölpreisverfall durch eine entsprechende Steuer abschöpfen und die Steuereinnahmen in Zukunftsinvestionen lenken, stünden mal eben 20 Milliarden Investitionskapital zur Verfügung. Fast soviel wie die EEG-Umlage für 2014, die 21,5 Milliarden Euro betrug. Zwei Effekte würden erreicht:

  1. Es stünden nennenswerte Summen bereit, die Zukunftsinvestitionen ermöglichen.
  2. Es würden Fehlallokationen vermieden, zu denen der aktuelle Ölpreis verführt: Dieser suggeriert, Öl sei nicht knapp und man müsse daher auch bei Investitionen nicht auf einen Abschied vom Öl setzen.

Würde eine flexible Zukunftssteuer derart gesetzt, dass der Benzinpreis sich in einem Korridor von 1,50 bis 1,60 Euro pro Liter bewegt, und Ölpreissenkungen abgeschöpft, würde zudem größere Planungssicherheit existieren. Denkbar wäre sogar, Überschüsse aus dieser Steuer dazu zu nutzen, Ölpreisanstiege abzudämpfen, um akute Ölpreisschocks zu vermeiden.

Zitiert sei in diesem Zusammenhang mal wieder die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, die seit mehreren Jahren folgende Aussage in ihrer jährlichen Energiestudie mitführt:

Erdöl ist der einzige nicht-erneuerbare Energierohstoff, bei dem in den kommenden Jahrzehnten eine steigende Nachfrage wahrscheinlich nicht mehr gedeckt werden kann. Angesichts der langen Zeiträume, die für eine Umstellung auf dem Energiesektor erforderlich sind, ist die rechtzeitige Entwicklung alternativer Energiesysteme notwendig.

PS: Am 24.01. lädt das Bündnis abgefrackt zu einer Fracking-Demonstration nach München

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Kommentarlos, Teil 60

Wie der Westen eine Rechnung ohne den Wirt machte: Dem Bürgerkrieg in der Ukraine gingen Planungen für eine Förderung von Erdgas im großen Maßstab voraus. Exxon, Chevron und Shell wollten dem Land mithilfe von Fracking-Technologie zur Unabhängigkeit von Russland verhelfen und Exporte in die Europäische Union beginnen. Ausgerechnet die an Gas reichen Regionen - die Krim und die Ostukraine - entschieden sich jedoch für einen anderen Weg.

Malte Daniljuk für Telepolis: "Neue Energie für Europa"

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Ölmacht Saudi Arabien: Ölgeld, Ölmonarchie und der Tod des Königs

Spätestens mit der Entscheidung des OPEC-Kartells im Herbst 2014, die Ölfördermengen nicht untereinander abzustimmen, fällt Saudi Arabiens neue Macht ins Auge. Die Sand-und-Öl-Monarchie am Persischen Golf hat sich geweigert, die große Last innerhalb der OPEC zu tragen und die übliche Rolle des Swing-Producers einzunehmen und für eine Stabilisierung des Ölpreises die eigene Ölförderung zu drosseln. Vielmehr hat man signalisiert: Liebe andere Kartell-Mitglieder Iran, Irak, Venezuela und liebe Nicht-Kartell-Mitglieder wie Russland: Drosselt selbst, wir Saudis sind nicht bereit auf Erlöse zu verzichten, wenn ihr es nicht auch tut. Das Ergebnis ist ein Ölpreiseinbruch ohnegleichen. Derzeit kosten WTI- und Brent-Öl etwas weniger als 50 US$ pro Barrel. Dieses Preisniveau bedroht die künftige Ölförderung, weil diverse, in Entwicklung befindliche Ölförderprojekte auf Basis eines doppelt so hohen Preisniveaus kalkuliert worden sind und den Projektverantwortlichen die Wirtschaftlichkeit der Projekte um die Ohren fliegen könnte. Unsicherheit ist das Ergebnis. Der große Ölförderausrüster Schlumberger hat in diesen Tagen 9000 Entlassungen angekündigt, der Konkurrent Halliburton hatte schon im Dezember 1000 Entlassungen angekündigt und die Firmen erwarten, dass es damit nicht erledigt ist. Shell entläßt 10% seiner 3000 Beschäftigten im Ölsand-Geschäft in Kanada. Saudi Aramco, der saudische Ölkonzern selbst, stoppte ein 2-Milliarden-Raffinerie-Projekt in Ras Tanura, baut aber sein Downstream-Geschäft weiter aus (Ölverarbeitung und Vertrieb Richtung Endkunde).

Öl: Ein Blick in die Daten

Folgendes Diagramm zeigt die saudische Ölförderung (blau) sowie den inländischen Ölverbrauch. (mehr …)

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