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Algen als Kerosin-Ersatz: Zum Stand der Forschung

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) hat den Zeitungen einen Artikel von Elke Silberer angeboten. Überschrift: "Algen sind das Kerosin der Zukunft". Zur Erinnerung: Kerosin ist der erdölbasierte Treibstoff für Flugzeuge. Er wird in Deutschland im Gegensatz zu Benzin (65,45 Cent pro Liter) und Diesel (47,04 Cent pro Liter) nicht besteuert. Bereits heute ist Kerosin und damit die gesamte Luftfahrtbranche also hochsubventioniert. Preisschwankungen am Rohölmarkt schlagen mangels puffernden Steuern auch regelmäßig auf die Wirtschaftlichkeit der Fluglinien durch.

Die dpa-Journalistin hat ein Forschungszentrum in Jülich besucht, wo aus tausenden Algenarten die wirtschaftlichste gesucht wird: Sie soll möglichst schnell wachsen und möglichst hohe Fett-/Öl-Anteile beinhalten. Die Hoffnung der Forscher: Da Algen im gleichen Zeitraum sieben- bis zehnmal mehr Biomasse heranwachsen lassen als Landpflanzen, erhofft man sich hohe Erträge. Allerdings ist der Stand der Forschung der, dass der aus Algen hergestellte Treibstoff fünf- bis zehnmal so teuer sei wie der heute aus Öl hergestellte. Dabei bleibt der dpa-Artikel ungenau: Er sagt nicht, ob diese Zahl sich auf den Ölpreis bezieht, auf den Herstellungspreis von Kerosin oder auf den durch spürbare Steuersätze teureren Endverkaufspreis von Benzin oder Diesel. So oder so sagt ein fünf- bis zehnfacher Preis aber, dass dieser Weg keiner ist, der von heute auf morgen mal eben Erdöl-Kerosin aus dem Flugverkehr verdrängen kann. Ein fünf- bis zehnmal so hoher Treibstoffpreis für Fluglinien würde nicht nur die Ticketpreise massiv erhöhen, sondern auch so manchen Flug und weitere Flughäfen unwirtschaftlich machen. Mit dem Regionalflughafen Zweibrücken bei Saarbrücken geht dieser Tage grade der nächste Kleinflughafen in die Abwicklung, mit dem Berliner Giga-Projekt BER wird derzeit ja möglicherweise ein gigantisches Infrastrukturgrab ausgehoben. Eine Verfünffachung der Treibstoffkosten würde die Kapazitäten des BER als völlig überdimensioniert dastehen lassen.

Doch nicht nur die Kostenfrage ist in dem dpa-Artikel im Nebensatz versteckt. Auch die Mengenproblematik: Das Jülicher Forschungsprojekt erprobt die Algen-Zucht auf 1500 Quadratmetern und ist damit offenbar das größte europäische Projekt dieser Art. Ein Flugzeug könnte mit der auf dieser Fläche geernteten Jahresmenge grade mal 6 Minuten lang fliegen, sagt der dpa-Artikel. Zum Vergleich: Greenpeace kalkulierte 1997 für einen Flug Frankfurt-New York 78.000 Kilogramm benötigten Treibstoff. Der Flug dauert heute etwa 8 Stunden und 20 Minuten, insgesamt also 500 Minuten, also das 83fache der Jülicher Jahresernte. Demnach müßte man 12,5 Hektar (125.000 qm) ein Jahr lang mit Algenanbau belegen, um einen Flug Frankfurt-New York zu ermöglichen. Und dies eben nicht in einer Freiland-Variante, sondern in laborähnlich aufwändiger Umgebung. Der schlechte Wirkungsgrad der Verbrennungstechnologie läßt grüßen.

Obwohl der Artikel letztlich Vergleiche wie den 6-Minuten-Flugzeit-pro-Jahresernte bringt, wird dem Leser durch die Überschrift suggeriert, Algen würden jenes Kerosin herstellen, mit denen er seinen Urlaubsflug in der Zukunft antreten wird. Dabei sind die zu erwartenden Mengen bei den zu erwartenden Kosten ein krasser Unterschied zur heutigen Situation. Warum man diese aufwändige Forschung trotzdem macht und warum die Bundesbehörden 5,7 Millionen Euro Fördermittel in solch ein Projekt stecken, erklärt der Artikel ebenfalls nicht. Sollten sie es tun, um damit "alternative Kraftstoffe mit besserer CO2-Bilanz in Verkehr zu bringen" (Zitat dpa), so ist das verdammt viel Geld für eine naive Schnapsidee. Ehrlich wäre der Artikel dann, wenn er klarstellt: Wir wissen nicht, womit wir in 20 Jahren unsere Flugzeuge betanken sollen. Und wenn uns da nicht bald was Bahnbrechendes einfällt, wird der extrem energieaufwändige Flugverkehr wohl zu großen Teilen zum Erliegen kommen. Was es bedeutet, wenn Gesellschaften sich auf die ständige Verfügbarkeit internationaler Flugverbindungen verlassen, erleben derzeit die Israelis hautnah. Ulrike Putz schreibt für SPIEGEL ONLINE von einem immensen wirtschaftlichen Schaden, der durch die gekappten Flüge nach Tel Aviv zu erwarten sei.

Nachtrag:

54 Kommentare to “Algen als Kerosin-Ersatz: Zum Stand der Forschung”

  1. Nützliche Klarstellungen! Die Medienbeobachtung sollte man noch intensivieren, da zu oft quantitative und ökonomische Aspekte innovativer “Lösungen” einfach ignoriert werden. Da fehlt dann die Zeit oder die Lust zur vertieften Recherche. Oder die Lobby diktiert in die Feder…

    • Hendrik Altmann sagt:

      die Andere Sache an der Massenhaften Züchtung im Meer ist, das sich schnell unliebsame
      Mitesser einfinden, bei einer so großen Monokultur, so das man dort auch ordentlich mit der Chemiekeule hantieren muss, was dem angeschlagenen Meer bestimmt gut tut, falls das überhaupt möglich ist,(da Pestizide Fungizide usw nie im Meer getestet wurden).

  2. peakenergy sagt:

    Eine weitere wichtige Frage wäre auch: Woher kommen denn die ganzen Nährstoffe, die zur Zucht von Algen benötigt werden? Biomasse entsteht ja nicht einfach so, da braucht es ja auch Input Faktoren wie Dünger, Licht etc.
    Am Ende des Tages stellt sich jede Form der Erzeugung von Biomasse als eine Art der Forstwirtschaft mit etwas Technologie dar. Die Erträge lassen sich nicht beliebig erhöhen, jedenfalls nicht “Sustainable”, wie es heute so schön heißt. Jede Biomasseproduktion auf der Erde hat eine, im Vergleich zu fossilen Energieträgern, geringe Energiedichte und somit einen hohen Flächenverbrauch. So sind nun einmal die physikalischen und biologischen Gesetzmäßigkeiten auf unserem Planeten. Technologisch ausgerichtete Forschung in diesen Bereichen ist aus meiner Sicht daher in den meisten Fällen überflüssig, da sie am Ende immer zu mehr Zerstörung der Umwelt und unserer Lebensgrundlagen führt.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Da hast du vollkommen Recht, es ist nichts anderes wie Forstwirtschaft, man sieht an diesen verzweifelten Versuchen wie sehr sich an den Luxus der unerschöpflichen Energie geklammert wird, anstatt Konzepte zu entwickeln und zu verwirklichen, wie ohne elektrische Energie gelebt werden kann, und das natürlich mit einer geringeren Bevölkerung als heute, es ging doch auch 200000 Jahre vor dem fossilen Energieträgern, oder Uran, ich mein jetzt mal ganz ehrlich, wie lange nutzen wir Öl, Gas, Kohle, Uran im Verhältnis zu unserem dasein auf diesem Planeten, wird doch wohl möglich sein wieder den richtigen Weg zu finden, ohne den Mist der uns anhängig wie ein Junkie gemacht hat, und diesen Planeten verschmutzt und verseucht hat.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Kommt auf ERoEI an, die meist sehr bescheiden ist wenn man Öl als Grundenergie herausnimmt, mit Öl als Grundenergie wird es wohl Profit bringen, genau wie die derzeitigen Windparks, Biogasanlagen.

  3. M.U. sagt:

    Ich fände das Klasse und wenn’s gelingt sollten wir das ganze Meer mit diesen Dingern impfen. Dann könnten wir im Öl baden, es trinken, es essen, darin angeln, drin rum tauchen, darüber hinweg fliegen, unsere Tanker darüber rutschen lassen. Da friert nichts und da schwappt nichts. Ein Ozean aus Öl, ein Menschheitstraum wird war.

  4. Michael Egloff sagt:

    Sagen wir es doch ganz schlicht heraus: wenn die eine Kubikmeile Öl pro Jahr (man stelle sich das Teil als Gefäß in der Landschaft vor) auch nur zu einer Hälfte (vorrangig die Hälfte für die Öl-Habenichtse = Exportöl) wegfällt, dann leben wir wertschöpfungsmäßig in einer anderen Welt.
    Es wird in dieser Menge kein Substitut geben. Punkt.
    Und die aufwändigen Teilsubstitute für vielleicht 5 oder 10% dieser Menge treffen dann auch kaum noch auf eine KAUFKRÄFTIGE Nachfrage. Weil ein viel größerer Teil der Einkommen dann für die Befriedigung der Basisbedürfnisse (Ernährung, Kleidung, Wohnung, reduzierte Heizung) ausgegeben werden muss. Für eine Flugreise nach Bali oder selbst nach Rom wird dann einfach kein verfügbares Einkommen für wahrscheinlich über 90% der Bevölkerung übrig sein.
    Ich denke, dieses wesentlich geringere Wertschöpfungslevel wird in den 40er Jahren für die nicht/kaum ölbesitzenden Länder erreicht sein.
    Die gesamte Infrastruktur und die Arbeitsmarkt- und Berufsausbildungsstruktur des Ölzeitalters werden dann in großen Teilen obsolet. Um so mehr, wenn die Schrumpfung der Ölverfügbarkeit in den importabhängigen Ländern durch wahrscheinliche Finanzmarktzusammenbrüche oder durch heute unkalkulierbare geopolitische Krisen plötzlich erfolgen sollte. Mit einem linearen Prozess der Öl-Verfügbarkeitsschrumpfung ist wohl eher nicht zu rechnen. Was auf der Welt ist schon linear, von unseren Denkmodellen mal abgesehen?

  5. Stefan Wietzke sagt:

    Wie schon die Mitkommentatoren schreiben: Es ändert nichts daran, dass das auch wieder einfach Biomasseproduktion ist, die mit allen anderen Verwendungen konkurriert. Von den Nahrungsmitteln bis zu zum Bauholz. Wir sind ja gerade auf fossile Energieträger umgstiegen, weil die Biomasse eben NICHT gereicht hat (sonst müssten wir ja nicht den ganzen Planeten nach dem Zeug umgraben). Und wenn wir die Landwirtschaft auf Nachhaltigkeit ohne Kunstdünger umstellen (was geht) kann ich nicht mal die “Reststoffe” verwerten. Ich muss die dann nämlich in Form von Naturdünger wieder in den Kreislauf einbringen.

    • Hendrik Altmann sagt:

      In dem Punkt ist auch das Schicksal der Osterinsel interessant, ich meine Holz wird wohl für viele ein begehrter Brennstoff, für den Winter, wenn die fossilen immer knapper und teurer werden, dazu gibt es auch einen Film, Rapa Nui für die, die es interessiert.

      • Flint sagt:

        Oh Ja , guter Film. Und das was auf den Osterinseln passiert ist ..wird wohl leider Global passieren… komplette Abholzung in den kälteren Breitengraden !

    • Michael Egloff sagt:

      Richtig! Was dann auch das Thema “Energie aus Biomasse” recht ernüchternd eindampft.
      Denn Biomasseverwertung für energetische Zwecke ist z.B. eine Phosphor-Einbahnstraße.
      Und in stofflichen Einbahnstraßen sind wir heutigen Menschen ja Spitze, keineswegs nur bei Öl. Nur funktioniert das eben nicht ewig.

      • Michael Egloff sagt:

        Kleine Korrektur: bei Vergärung von Pflanzen (Biogasproduktion) und Wiederaufbringung der Gärreste auf die Felder handelt es sich nicht um eine Phosphor-Einbahnstraße, nur bei Verbrennung.
        So viel Genauigkeit muss sein.
        Aber prinzipiell ist richtig, dass Ernteabfälle (also vor allem Stroh) auf den Feldern als Mulch verbleiben müssten, um der Bodenerosion in der vegetationsarmen Zeit entgegenzuwirken.

        • Patrick sagt:

          Ganz genau!
          Wenn der Erde zurück gegeben wird, was ihr entnommen wurde, ist es auch keine Einbahnstraße mehr. Alle Erntereste können einfach auf dem Feld verbleiben.

          So sollte nur ein Teil des Phosphors dem Boden entnommen werden, nämlich der Teil, der in den Pflanzenteilen sitzt, die gegessen werden.
          Selbst (ungekochte) Speisereste könnten via Kompostierung wieder auf das Feld gelangen, so dass der Verluste noch geringer wäre.

          Und wie man die Phosphate, die der Mensch aufgenommen hat und wieder ausscheidet, zurückgewinnen kann, dazu gibt es ja auch erste Ansätze.

          Prinzipiell sollte ein Kreislauf wieder möglich sein.
          Nur eben nicht mit den industriellen Methoden der Landwirtschaft. Das schließt sich aus!

          • Michael Egloff sagt:

            Natürlich gibt es einen stetigen Verlust von Phosphor durch Ausschwemmung via Regenwasser, in die Flüsse und ins Grundwasser.
            Selbst eine wesentlich nachhaltigere Landwirtschaft, die wesentlich weniger bodeninvasiv wäre als die heutige, und übrigens auch nicht die heutigen Hektarerträge ermöglichen würde, könnte nicht den Phosphorkreislauf herstellen, der in ständig dicht, artenreich und mit Mehrgenerationsbewuchs ausgestatteten Biotopen vor der Zeit der menschlichen Nutzung die Regel war. Ackerfläche hat eben saisonal weniger Bewuchs und selbst in der Vergetationsphase mehr oder weniger monokulturellen Charakter und 1-Generations-Bewuchs. Zwar kann die Erosion und der Phosphorverlust durch eine andere und wesentlich arbeitintensivere (!) Landwirtschaft deutlich vermindert werden – was ja das Ziel sein sollte. Aber von wirklichen Kreisläufen ist man selbst dann noch ein Stück entfernt.
            Die heutigen Pilotprojekte der Phosporrückgewinnung aus menschlichen Exkrementen (zum Beispiel in Berlin) zeichnen sich wiederum durch eine nicht sehr niedrige Energieintensität aus. Wie künstliche Stoffkreisläufe (also nicht die der Urzeit) IMMER ziemlich energieintensiv sind – exponentiell ansteigend, je mehr man sich dem 100%-Recycling nähert.

            • Stefan Wietzke sagt:

              Wir müssen ja auch nicht alle Probleme der nächsten Jahrtausende sofort lösen. Wenn wir dafür sorgen, dass wir den Engpass erst mal für einige Jahrhunderte nach hinten schieben, ist schon viel gewonnen. Nicht Veränderung an sich ist ja das Problem, sondern die die so schnell erfolgt, dass sich Systeme nicht evolutionär anpassen können.

              • Michael Egloff sagt:

                Hallo Stefan,
                das Problem ist nur, dass bis zur Mitte des Jahrhunderts noch fast 30 mal die Einwohnerzahl des heutigen Deutschland hinzukommt – fast ausschließlich in Städten und fast ausschließlich in Regionen, die schon heute eine Übernutzung natürlicher Basisressourcen aufweisen.
                Und das in Zeiten eines vermutlich in Gang kommenden Klimawandels – vorrangig eben diese dichbesidelten Regionen betreffend – in Zeiten eines rückläufigen Energieinputs für die Landwirtschaft und vermutlich auch in Zeiten eines nicht mehr wie heute funktionierenden Weltagrarhandels, der heute noch regionale Defizite in der Nahrunsmittelherstellung ausgleichen kann.
                Und natürlich eben in Zeiten zunehmender alternativer Verwenung von Agrargürtern für energetische Zwecke.
                Oder anders gesagt: zur Mitte des Jahrhunderts, wenn die Menschheit eigentlich noch deutlich mehr auf energetische Biomassenutzung angewiesen wäre, wird sie sich diese energetische Nutzung aus ethischen Gründen kaum noch leisten können, sollen nicht Milliarden Menschen verhungern.

              • @Michael Egloff: Ich finde Stefans Aussage trotzdem sehr, sehr wichtig! Und zwar von psychologischer Seite her. Ich empfinde Diskussionen in diesem Blog immer sehr belastend, wenn sie keinerlei konstruktiven Anschluss zeigen. Mag ja sein, dass die Weltbevölkerung weiter wächst, mag auch sein, dass Phosphor neben Öl ein Problem ist, mag noch dieses und jenes Problem hinzukommen.

                Doch wenn jene, die hier mitlesen, dadurch nur in Depressionen und Inaktivität gestürzt werden, weil ein Problempunkt auf den nächsten gehäuft wird, sind wir nicht besser als die Menschen, die mit der Verfassung von “Ignoranz ist ein Segen” rumlaufen. Dann sind nämlich WIR diejenigen, die das Problem darstellen: Weil sie als einzigen Weg nur aufzeigen, dass man sich eigentlich gleich die Kugel geben kann.

                Also: Wo ist das Konstruktive in deiner Aussage, mit der ich IRGENDWIE etwas anfangen kann? Denn die Leute, die ich kenne, die haben irgendwie gar keine Lust, zu verhungern. Weder heute noch in 40 Jahren.

                Da ist mir Stefans Ansage weitaus lieber: Mensch, hört doch mal auf, in der 2050er Dimension zu denken, wenn euch dazu nur Kaninchen-vor-der-Schlange-Gedanken einfallen. Das führt doch nirgends hin! Wenn das Große und Ganze erkannt und analysiert ist, dürden gern wieder Zeithorizonte auf die eigene Handlungseben verkürzt werden, damit sichtbar wird, wie der Einzelne nun damit umgehen soll. Denn auch wenn die Erkenntnis banal ist: Wir leben noch nicht in 2050, sondern HEUTE!

              • Michael Egloff sagt:

                Hallo Norbert,
                hier mein konstruktiver Vorschlag: sich zunehmend auf seine Basisbedürfnisse besinnen und sich trotzdem des Lebens freuen.
                Denn etwas anderes wird uns nicht übrigbleiben.
                Will man als Mensch mit anderen 9 Milliarden Menschen ethisch zusammen leben, hat man halt weit weniger Optionen, als wenn man z.B. nur ein Hundertstel dessen an Erdmitbewohnern hat, wie das zu Zeiten des alten Ägypten der Fall war.

                Diese Einsicht liegt so sehr auf der Hand, dass ich sie nicht in jedem zweiten Kommentar erwähne. Aber ich habe diese Schlussgolgerung hier schon beschrieben.
                Und ich finde diese Einsicht konstruktiv.

  6. Marcus Kracht sagt:

    Ich erinnere an das Buch von Roger Bezdek, Robert Hirsch (der von Hirsch Report) und Robert Wendling: “The Impending World Energy Mess. What It Is and What It Means for YOU!”. Darin wurde die Rechnung aufgemacht, wieviel Agrarfläche man opfern müsste, würde man in den USA alles auf Agrosprit umstellen. Fazit: so ziemlich die gesamte Ackerfläche würde umgewidmet werden müssen. Das bedarf eigentlich keines weiteren Kommentars.

    • Michael Egloff sagt:

      Und dann wäre noch die Frage, womit die Aussaat und Ernte sowie der Transport der energetisch zu verwertenden Agrarprodukte erfolgen könnte…
      Doch nicht etwa mit… Öl?

  7. Bruno Mller sagt:

    Gute Kommentare, gute Diskussion. Alles gut und fundiert auf den Punkt gebracht.

    Um so stärker zeigt sich der Kontrast – und das ist sehr traurig, wie diese Thematik in der Öffentlichkeit dargestellt und diskutiert wird, angeleitet von Forschern, Industrie, Presse und Politikern.

    Doch sollte es gelingen, dort den Groschen zum fallen zu bringen, fügt sich schon das nächste Thema an, das bei der Energiediskussion meistens vergessen wird:

    Auch wenn sich ein unendlich verfügbarer “Wundersprit” aus dem Nichts oder aus der Freien Energie, Lebensenergie oder woher auch immer herausdestillieren lassen könnte, so ist noch immer nicht die Frage geklärt, woher die vielen Rohstoffe für all die Transport- und Mobilitäts-Geräte wie Schiffe, Flugzeuge, LKWs, PKWs, dann kommen sollen. Wir wissen, dass die besten Mineralstoffvorkommen bereits ausgebeutet sind und für den kläglichen Rest, derzeit viel Energie (derzeit Erdöl) und Chemie (derzeit Erdöl) eingesetzt wird. (Buchtipp: Ugo Bardi, “Der geplünderte Planet”)

    • Ert sagt:

      @Bruno

      Könntest Du Ugos Buch zusammenfassen? Bringt das lesen für die hier aktiven noch neue und relevante Erkenntnisse?

      Ich bin aktuell dabei Literatur die den (schlimmen) Status-Quo beschreibt kaum noch zu lesen, weil ich meine Entscheidungen/Konsequenzen schon getroffen habe und diese Literatur mir deswegen (so meine ich) nichts mehr bringt – außer das noch eine Referenz nennen kann.

      • Stefan Wietzke sagt:

        Er erklärt am Beispiel des Bergbaus, dass nicht die absolute Menge von Ressourcen das Problem ist, sondern wie schnell und mit welchem Aufwand sie förderbar sind. Er unterlegt das dann mit Fakten und Beispielen. Und die einzige Lösungsmöglichkeit ist da eben nur: Den Zuwachs beenden und geschlossene Kreisläufe bilden (ganz geschlossen müssen die gar nicht sein).

        Im Endeffekt wird folgende Begrenzungskaskade aufgebaut:

        1. Ressourcen in Place
        2. Ressourcen physikalisch überhaupt förderbar
        3. Ressourcn technisch förderbar
        4. Ressourcen wirtschaftlich förderbar

        Und das was nach 4. raus kommt ist eben nur ein Bruchteil von dem was in 1 noch die Ausgangslage bildet.

        Und er geht noch mal auf die besondere Rolle von Energie ein, da diese Ressource eben auch die Grundlage für alle anderen Ressourcen bildet.

        • Michael Egloff sagt:

          Und dann wäre noch als Punkt 5 zu ergänzen: wie ist die Verteilung auf der Erde (bei Eisenerz z.B. relativ weite Verbreitung, bei Neodym oder Phosphor eine wesentlich ungleichere Verteilung) und was ergibt sich daraus an geopolitischem Konfliktpotenzial hinsichtlich des einzelnen Rohstoffs.

          • Bruno Müller sagt:

            Vielen Dank an die Herren für die Übernahme der guten Zusammenfassung.

            Also Ert, sicher nicht sehr viel Neues für Dich, evtl. für Neuleser.

            Gibst Du Deine (persönlich?)gezogenen Konsequenzen hier bekannt, oder evtl. im September in Leipzig?

            • Ert sagt:

              @Bruno

              Ich bin in Leipzig – das ist gebongt… dort ist dann sicher viel Zeit um sich da im Detail auszutauschen.

              Ich verfolge ja noch die aktuellen klimatischen Entwicklungen (http://www.ecoshock.info/ und http://arctic-news.blogspot.de/ – McPherson braucht es da gar nicht) – das was global aktuell passiert sieht alles andere als gut aus. Das das US Militär im Sep 2018 mit einer eisfreien Arktis rechnet und den Klimawandel als gegeben ansieht ist nur der Zuckerhut auf der ganzen Sache.

              Radio Ecoshock hat sehr viele Interviews und ist wirklich seriös – auch das hier ist u.a. der Hammer: “You will hear former Bush Treasury Secretary Hank Paulson say the climate threat to the economy is far greater than the 2007-2008 economic crash he helped stave off. The famous New York City Mayor Michael Bloomberg, himself a billionaire, explains we are heading into climate catastrophe. John Hopkins specialist Dr. Al Summers explains how heat deaths work. And Clinton Treasury Secretary Bob Rubin warns we may not even be aware of the worst to come.”. Die wissen alle was läuft… und wie schnell das ab jetzt weitergehen kann…

              Ich sehe die Zeit davonlaufen – deswegen war u.a. das was ich an der Peak-Oil & Klimafront sehe Teil davon das ich beruflich kürzer trete um mein Wissen im Bereich persönliche Entwicklung, Garten/Permakultur und Ernährung auszudehnen. Fliegen ist für mich ebenfalls Passe – Auto habe ich schon lange keines mehr.

              Ich sehe absolut keinen Sinn mehr darin im aktuellen System noch der Karotte am Stock hinterherzulaufen. Mit Peak-Öl & Klima sind auch alle Rentensysteme, die Weltwirtschaft, zukünftige Ansprüche, Kaufkraft, etc. pp. dahin und müssen im besten Falle neu geregelt werden.

              So möchte ich u.a. jetzt mehr zu leben – und für mich alternative Ziele und Qualifikationen zu schaffen und diese passioniert verfolgen… plus ein paar andere Sachen bei denen ich mir aber noch nicht sicher bin. Das geht nur mit Lebenszeit und hat nichts mit Hedonismus und zusätzlichem Verbrauch zu tun… sondern u.a. mit runter-fahren und das ganze System nicht noch zusätzlich anheizen. Denn Geld das ich nicht verdiene kann ich auch nicht ausgeben oder sparen. Jeder muss aber für sich hier seine persönliche Variante finden….

  8. Ert sagt:

    Tom Murphy hat auch einen sehr guten Artikel zu Biofuels, den Flächen, EROIE, etc. : http://physics.ucsd.edu/do-the-math/2011/11/the-biofuel-grind/

    Weiterhin spannend: Physical Limits to Large Scale Global Biomass Generation for Replacing Fossil Fuels, Round Table on Forestry, 22.9.2006, H. Burkhard, http://www.scienceforpeace.ca/files/july07-burkhardt-proof1.pdf – daraus: “Due to the lower efficiency of biological collection of solar energy the land area needed for bulk replacement of fossil and nuclear energy is 4000 m2 per person; this is not feasible due to several reasons. There is a global shortage of biologically productive land, water, and fertilizer; furthermore, energy farming is in direct competition with food production, and contributes to further reduction of biodiversity in the Earth’s ecosystem.”

    Auch mit Algen wir es nicht viel besser… und wenn dazu noch Becken, Tanks, Rohre und Anlagen zur Umwandlung/Extraktion von ölähnlichen Stoffen aus den Algen hinzukommen… dann wird das ganze Dilemma klar. Ich denke nicht, das sich damit irgendwie auch nur ein annähernd akzeptabler EROIE generieren lässt.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Absolut nicht vor allem da Energie aus Biomasse, Wind, Sonne heutzutage noch massiv von den fossilen subventioniert wird, wenn diese Subventionierung aus Mangel irgendwann wegfällt, ist die ERoIE so schlecht, das diese Energiegewinnung zumindest wie sie heutzutage praktiziert wird, komplett Unwirtschaftlich ist.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Die Lösung des Kernproblems liegt wieder mal in unserer Vergangenheit, das Ziel unserer Gesellschaft sollte sein, Mobilität wieder auf einen nachhaltigen Weg zu lenken, und zwar Fortbewegung zu Fuß oder mit Tieren auf dem Lande, oder mit Schiffen aus Holz und Segeln zu Wasser, die Ressourcen für diese Art Mobilität sind in Deutschland vorhanden, bzw. können angebaut werden, auch sollte das Heim nahe am Arbeitsplatz liegen, Märkte nahe an den beliefernden Betrieben, allgemein sollten Wege kurz gehalten werden, besonders bei Waren des täglichen Bedarfs. Als Vorbild für ein post fossiles Leben, könnte man die Lebensweise der Ureinwohner Nordamerikas übernehmen, sie waren sehr glücklich mit Ihrem Leben und das ganz ohne Öl, Kohle, Gas, und Uran, nur von dem Luxus des fossilen Zeitalters müssen wir uns verabschieden und uns an dem erfreuen was wesentlich ist, ein schützendes Heim was zu Essen und Trinken und die Menschen in unserer Gemeinschaft um uns herum.

  9. Michael Egloff sagt:

    Genau das ist auch mein Ansatz, Hendrik: zunehmende Besinnung auf seine Basisbedürfnisse. Verbunden mit purer Freude am Leben.
    Am Wichtigsten wäre mir, dass die Menschen bei allen Umwälzungen ihre zivilisatorischen Errungenschaften nicht verraten.
    Wobei genau betrachtet das heutige bei einigen Menschen vorhandene extreme Streben nach persönlicher Bereicherung kaum als zivilisatorische Errungenschaft betrachtet werden kann.
    Der (erzwungene) Abschied vom heutigen Status Quo könnte durchaus die Chance sein, mehr Aufklärung im Kant´schen Sinne zu erreichen.
    “Der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir”, wie Kant sagte, statt “Ich will alles, und ich will es jetzt”.
    Eine Vision, für die es sich einzusetzen lohnt. Auch im Sinne der Selbsterziehung, die auch bei mir selbst duchaus noch zu leisten ist.

    • Michael Egloff sagt:

      Hier mal ein Spon-Artikel zu dem Thema, das ich üblicherweise mit “Erosion der Bsisressourcen” bezeichne.
      Die Auswirkungen, die sich daraus ergeben, sind letzten Endes erheblicher als Peak Oil:

      http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/grundwasser-verlust-in-usa-droht-duerre-folgen-zu-verschaerfen-a-982897.html

      Weit über 95% ihrer Existenz hat die Menschheit ohne Öl gelebt (in geringerer Anzahl), aber nie ohne ausreichendes, sauberes Süßwasser.
      Wirklich schade wäre es um Las Vegas oder Phoenix nicht, aber schon um die Menschen, die dort ihre Lebensgrundlage verlieren könnten. Ebenso wie in Indien, Teilen Chinas, Agypten und anderen Wassernotstandsregionen.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Die Verschwendung von fossilem
        Wasser in Afrika und anderswo ist höchst Bedenklich, das stimmt, aber nicht das Ende der Welt, es wird sich regenerieren wenn die Bevölkerungsdichte dort abnimmt, auch Kalifornien ist bei weitem zu stark bevölkert, für eine so trockene Region, die Lösung der Problematik der Überbevölkerung, wird die schwierigste Herausforderung dieses Jahrhunderts werden denke ich, einfache Lösungsansätze fallen mir da gar nicht ein, auf jeden Fall muss die Bevölkerung sich reduzieren, Geburtenkontrolle wäre eine Möglichkeit, was aber unweigerlich zu einer starken Überalterung führen würde, man könnte auch gar nichts tun und abwarten, das Ökosystem Erde hat sich bis jetzt schon immer selbst reguliert, das Ziel muss sein ohne fossile Energieträger so viel Nahrung und Wasser bereitzustellen wie möglich, um ohne eine humanitäre Katastrophe, die Übergangsphase in eine post fossile Welt zu schaffen, den ich denke, das es nicht machbar ist, die Bevölkerung schnell zu reduzieren, bevor wir in den weltweiten Decline rutschen, den dann wird alles viel komplizierter, wir brauchen jetzt Lösungen für diese Probleme, solange Wir sie noch umsetzen können.

        • Michael Egloff sagt:

          Hallo Hendrik,
          die Erneuerung von Tiefengrundwasser/fossilem Wasser dauert meist Jahrtausende. Teils sind Tiefenaquifere durch die Bodenverdichtung nach dem Abpumpen für immer verloren.
          Oberflächennahe Grundwasserschichten füllen sich freilich schneller, sind aber gerade im Bereich von Ballungsräumen oft kontaminiert und in küstennahen Bereichen in nicht wenigen Fällen immer brackiger und somit zunehmend unbenutzbar. (Hängt mit dem entstehenden Unterdruck in den Aquiferen durch Abpumpen sowie dem langsam steigenden Meerespiegel zusammen – Salzwasser fließt in die Süßwasseraquifere nach)
          Selbst in Deutschland stehen wir in immer mehr Regionen vor dem Problem der Kontamination oberflächennaher Grundwasserschichten durch Schwermetalle, petrochemischen Substanzen usw.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Ja die Regeneration der Erde von dem fossil/Nuklearem Zeitalter, wird für unsere Verhältnisse sehr lange dauern, aber es wird eine Regeneration geben, wir müssen halt das beste daraus machen, im Nachhinein betrachtet, kommt es einem so vor, als ob wir einfach nicht reif genug sind, für unsere technischen Errungenschaften.

            • Flint sagt:

              Ja, es scheint fast so als ob der Grossteil nicht Reif genug wäre, unter anderem die Leute die Machtpositionen inne haben. Oder wie soll mann sich sonst erklären das wir für bedrucktes Papier und virtuelle Zahlen unseren Lebensraum zerstören,für Macht und aus Dummheit evtl .

          • Ja, zum Beispiel hier:
            http://www.braunespreewatch.de/

            Interessantes Hoheits-Problem: Da die Spree von Süd nach Nord fließt, transportiert sie in Sachsen entstehende Probleme ins Brandenburgische. Mal gucken, ob der Dreck bis Berlin kommt, damit die Städter endlich mal aufwachen.

  10. Ert sagt:

    Ohne weitere Worte: “The US can’t wage a physical war against Russia, it wouldn’t dare. But it can try and coax the Brussels fat old boys into a battlefield here and there. We have entered what should be regarded as a next phase not just in the Ukraine situation (and my, did that plane crash come in handy), but a next phase in geopolitics as a whole. All parties know that there will be a battle, either today or tomorrow, over – fossil – energy. And all are preparing for that battle, moving pawns across the board, planting ideas in people’s heads that will make them easy to direct when the time comes.”

    Quelle: http://www.theautomaticearth.com/debt-rattle-jul-25-2014-the-big-energy-power-battle-is-coming/

    • Ert sagt:

      Im Zusammengang mit den Energieressourcen möchte ich auch noch auf Gails aktuellsten Artikel verweise: http://ourfiniteworld.com/2014/07/23/world-oil-production-at-3312014-where-are-we-headed/.

      Gail schaut dabei auf den aktuellen Stand der Ölproduktion und versucht die Lage einzuschätzen. Letztendlich sieht es nicht gut aus wie u.a. die Liste der 10 größten Ölproduzierenden Länder aufzeigt.

      Für mich sind jedenfalls Anlagen in der Luftfahrtindustie schon alles “Stranded Assets”. Bei der Automobilindustrie – die teilweise noch massivst Kapazitäten aufbaut – sehe ich es nicht anders. Dort wird aktuell immer noch in den Ausbau und die Produktion von Verbrennern für viel zu große und schwere Kfz investiert. Sollte dann alles wirklich knautschiger werden – also noch dieses Jahrzehnt – dann nützt der sparsamste turboaufgeladene und voll Elektronisierte 100 oder 200 PS Motor nichts – weil er für folgend gebrauchte Fahrzeugkonzepte viel zu Stark, Schwer und Kostspielig ist. Ob sich dann die großen Konzerne noch die >50 Modelle leisten können, die heute Produziert werden…. ob die langfristigen Vorinvestitionen in diese Modelle wieder hereinkommen?

      • Hendrik Altmann sagt:

        @Ert

        zum ersten Punkt, also Ich denke das jeder von uns jeglicher Propaganda die uns in einen Krieg um Öl drängt, entgegen wirken muss, facto eine gegen Propaganda wirken, und die sollte in die Richtung gehen, das wir Europäer weg vom Öl müssen, das ist einfach die in meinen Augen der vernünftigste Weg, selbst wenn wir in 50 Jahren auf technischen Niveau des Mittelalters stehen werden, ist das noch immer deutlich besser als jeder Krieg, die Waffen heutzutage sind viel zu destruktiv als Ich einen Krieg damit erleben will, also sollte unsere Bemühungen dahingehen, die Menschen von einem Leben ohne fossile Energie zu überzeugen, und Ihnen aufzuzeigen was die schreckliche Alternative wäre. zum zweiten Punkt, bin ich ganz deine Meinung, jegliche Investition in eine Öl basierte Infrastruktur für die Zukunft halte ich für sinnlos verbrannte Energie und Geld, was besser in Projekte angelegt wär, die uns von den fossilen wegführen. Europa wird in wenigen Jahrzehnten ohne Öl dastehen ob es will oder nicht, wir müssen jetzt handeln, alle von uns, die Lobby verseuchte Politik wachrütteln.

        • Ich biete gern an, beim Formulieren von Anschreiben an eure Bürgermeister/Kommunalverwaltungen behilflich zu sein; sowie beim Durchdenken wirksamer Strategien zu helfen, wie das Thema in eurer Kommune ins Spiel gebracht werden kann.

          Das Dresdner Umweltamt hat nun eine Verletzlichkeitsanalyse in Auftrag gegeben und ich denke das läßt sich auch in anderen Kommunen anstoßen.

          • Bruno Müller sagt:

            Norbert, Dein Angebot hört sich sehr verlockend an.
            Ich hoffe, es gibt bei der Degrowth 2014 in Leipzig die Gelegenheit darüber zu reden.
            ACHTUNG AN ALLE INTERESSIERTEN: Anmeldeschluss zur Degrowth 2014 am 11. August oder bei 2.500 gemeldeten Teilnehmern!

            • Ert sagt:

              @Bruno

              Danke für den Hinweis – ich hoffe das wir “Peak-Oil.com’ler” und da ohne Anmeldung treffen können – da ich da nur für den einen Tag hin fahren werde – und abends wieder zurück fahren will/muss.

  11. Frank Bell sagt:

    @ Ert

    Zu den Automobilen und den vielen Typen:

    Der LUXUSgüterbereich ist der Bereich, der zur Zeit ganz erheblich wächst.

    Im Gegensatz zu dem Bereich, wo der Mittelstand noch kauft und konsumiert. Da sind fast keine Gewinne mehr zu machen.

    Da der Reichtum sich immer stärker konzentriert – und ein Krieg gegen Russland wird das beschleunigen – ist auch dieser Bereich (Luxusgüter) für die nächsten 10 bis 15 Jahre gut gerüstet. Da sehe ich keine Probleme.

    Ärger sieht es, wie gesagt, im Mittelstand aus. Von den Armen (relativ, na klar) ganz zu schweigen.

    Was den Krieg angeht: Da gibt es eine grosse Koalition, die ihn will, von der CDU bis zur SPD und den Grünen.

    Wir haben keine Chance. Der Protest ist viel zu schwach.

    Man bräuchte wieder einen Georg Elser oder einen Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Ein Krieg wäre für jeden hier auf auf der Erde fatal, das darf einfach nicht passieren, die Nato wie auch Russland verfügen über hochentwickelte Massenvernichtungswaffen, in den Bereichen nuklearen chemischen und biologischen Waffen, jeder dieser Bereiche für sich genommen hat genügend Potential schwerste Schäden und Opferzahlen zu generieren, ich denke und hoffe das die Strategen der Nato und auch Russland, wissen was der großflächige Einsatz dieser Waffen bedeuten würde, und versuchen einen Krieg zwischen den Supermächten in jedem Szenario zu verhindern.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Krieg ist das letze was wir in hinblick auf peakoil gebrauchen können, wir benötigen alle Kräfte und Ressourcen für den Umbau der Gesellschaft, der Städte, der Wirtschaft, ja einfach von allem, die Bevölkerung muss Druck auf die Politik machen, das deeskalierende Maßnahmen getroffen werden in der jetzigen Krise, zwischen Nato und Russland.

        • Frank Bell sagt:

          Für NATO, die USA und die Super-Reichen wäre ein Krieg genau das, was zur Zeit gebraucht wird:

          – Man erschafft einen Gegner und lenkt von sich selbst ab. Der grösste Feind der normalen Bevölkerung sind zur Zeit die Super-Reichen.

          – Der Verbrauch von Waffen führt zu einem Beschaffungsdruck, der die Reichen noch reicher macht.

          – Der Krieg dezimiert die Zahl der Menschen. Für die Super-Reichen geradezu das Ziel ihrer Träume, siehe Georgia Guidestones.

          – Die Armen werden jubeln, denn bei einem Footballgame oder beim “War on Terror” jubeln die auch, ohne ihr Hirn einzuschalten. (Zum Vergleich: Sieg bei der Fussball-WM, wovon ganz effektiv 98 % der Deutschen REIN GAR NICHTS von haben. Nur eine kleine Clique von Millionären und Funktionären.)

          – Ein Krieg ermöglicht eine Kriegslenkung, eine dirigistische Wirtschaftspolitik, und, noch wichtiger für einen fast bankrotten Staat wie die USA, die Ausgabe von Kriegsanleihen (war bonds).
          DAMIT und der (moralischen) Verpflichtung, diese zu kaufen, können sich die USA komplett entschulden.

          – Die Reichen (zumindest eine Elite) dürfte ausreichend sichere Bunker haben. Ob das über 10 Jahre oder so schön ist, sei dahingestellt. Arbeiten muss dann die Bevölkerung, die draussen geblieben ist. Da bleibt alles beim alten.

          – Man hat anschliessend den Zugriff auf Ressourcen, die länger halten als jetzt projiziert. Dürfte für die Reichen sehr verlockend sein.

          • Flint sagt:

            Es gab schon Generäle in den USA die ernsthaft einen Erstschlag gegen die UdSSR gefordert haben und das auch durchziehen wollten, der Präsident hat das Gottseidank noch verhindert. Den meisten ist garnicht Klar was das Bedeutet, feuern wir nur die Hälfte der in den USA und Russland vorhandenen Atomsprenköpfe ab , was wohl bei einer drohenden Niederlage einer Seite möglich würde, dann ist dass das Goodbye für alle Menschen. Diesem Grad des Fallouts könnte wohl Niemand entkommen, diese Strahlungswolken würden sich überall hin verbreiten. Einen All Out Krieg zwischen USA und Russland würden wohl keine Menschen überleben. Es braucht nur einmal in einem langen Zeitraum ungüstigen Wind und der gesamte Planet ist Gammaverseucht.

  12. VG Bayer sagt:

    Warum erforscht man so was immer für solche überflüssigen Spaß- und Wohlstands-angebote.
    Eine Leselampe für jeden Menschen und heißer Tee für die, die keinen Solarkochr betreiben können, das wären Grundbedürfnisse, die man mit der Energie, egal wie hergestellt, als allererstes abdecken müsste.

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