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Die Geschichte eines MOBIpunktes

Die Verkehrswende braucht Beispiele. Das Beispiel, von dem hier die Rede ist, heißt „MOBIpunkt“ und seine Geschichte beginnt im Jahr 2012. Damals hatte die in Magdeburg gegründete und in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aktive Carsharing-Genossenschaft „teilAuto“ sich für Dresden zwei Elektroautos angeschafft.

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Verbrennungsmotorfreie Stadt Dresden

Liebe Peak-Oil.com-Community.

Ich habe mich rar gemacht, nahezu wie sich das Peak-Oil-Thema rar gemacht hat. Mein letzter inhaltlicher Beitrag war hier im Sommer 2016, also vor 2 Jahren. Seitdem hält H.C. hier das Banner hoch, Danke!

Ich war keineswegs untätig, nur - aus Peak-Oil-Sicht - auf Seitenpfaden unterwegs. Seit Sommer 2015 leite ich in Dresden ein Forschungs-Beteiligungs-Projekt-Hybrid: Zukunftsstadt. Das vom BMBF als Städtewettbewerb im Rahmenforschungsprogramm Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA) durchgeführte Programm hat mich in die Stadtverwaltung geführt. (mehr …)

Schweizer Bundesamt für Energie legt Risikobewertung für die Erdgasversorgung der Schweiz vor, Öl medial kein Thema

Das Schweizer Bundesamt für Energie, welches dem Ministerium für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation untersteht, hat eine Risikobewertung für die Erdgasversorgung der Schweiz vorlegt. Das 32seitige Papier soll dazu dienen, die Schweiz näher an die "Gas-Koordinierungs-Gruppe" der EU heranzuführen. Dieses Gremium wurde von der EU in Folge der russisch-ukrainischen Gaskrise von 2009 eingesetzt.

Allerdings läßt ein Papier zu diesem Thema in diesen Zeiten mehr erwarten, als es letztlich liefert. Das Papier untersucht genaugenommen nur, "ob die Gasinfrastruktur technisch in der Lage ist, die gesamte Gasnachfrage in einem berechneten Gebiet bei Ausfall der größten einzelnen Gasinfrastruktur während eines Tages mit außergewöhnlich hoher Gasnachfrage [..] zu decken". Diese Anforderung an das Versorgungsnetz, solch einen Störfall auszuhalten, wird durch eine EU-Verordnung Nr. 994/2010 formuliert - und da die Schweiz sich stärker in die Aktivitäten der EU zur sicheren Gasversorgung einbringen will, testet die vorliegende Studie das Erfüllen dieser Verordnung. Den genannten "Ausfall der größten einzelnen Gasinfrastruktur" hält die Schweizer Gasversorgung laut Risikobewertung aus.

Das Papier thematisiert auch weitergehende Störszenarien. Ein Ausfall des größten Gaseinspeisepunktes Wallbach wäre laut der Untersuchung handhabbar, genau wie es die Unterbrechung einer Transitgasleitung von Juni bis Dezember 2010 war. Der kurze Abschnitt zur Ukraine-Russland-Gaskrise von 2009 hält lapidar fest, dass es damals keine Versorgungsprobleme gab, weil Gasleitungen durch Weißrussland und Polen verstärkt genutzt und zusätzliche Lieferungen aus Norwegen, den Niederlanden und als LNG erfolgten.

Das Umweltamt bat diverse Institutionen um Beurteilung der Risikobewertung. Von economiesuisse wurde angeregt, die aktuelle Ukraine-Krise im Papier zu berücksichtigen. Die Autoren der Studie lehnten dies jedoch mit dem Zweck des Papiers, nämlich der EU-Verordnung zu genügen, ab. (mehr …)

Pressemitteilung: Kurzstudie: Dresden hochgradig verletzlich gegenüber Gas- und Ölkrisen

Anläßlich der Ukraine-Krise ergab eine Kurzstudie des Büro für postfossile Regionalentwicklung eine hohe Anfälligkeit Dresdens für Krisen in der Öl- und Gasversorgung. Die Energieversorgung Dresdens beruht zu 80% auf Öl und Gas, davon kommt der Großteil aus russischen Quellen. Die Ukraine-Krise zeigt, dass dieser hohe Anteil die Stadt verletzlich macht. Letztlich stammt etwa ein Drittel der Dresdner Energiezuflüsse aus Russland. Dabei ist der überregionale LKW- und Flugverkehr, der für die Versorgung und wirtschaftliche Prosperität der Stadt wichtig ist, noch nicht einmal einbezogen, weil diese Bereiche bei der Erstellung des Dresdner Energiekonzepts ausgeblendet wurden. Eine akute Öl- oder Gaskrise, die Preissteigerungen oder Lieferverzögerungen zur Folge hätte, würde die Stadtgesellschaft hart treffen.

Eine Anfrage des Grünen Stadtrats Dr. Wolfgang Daniels an die Stadtverwaltung bestätigt die groben Zahlen der Studie. Demzufolge fließen aus den Brieftaschen der Dresdner jährlich bis zu 500 Millionen Euro für den Import von Öl und Gas aus den regionalen Wirtschaftskreisläufen ab. "Diese Kaufkraft ließe sich umlenken, wenn Dresden den Anteil der regionalen Selbstversorgung mit Energie erhöhen würde" sagt Norbert Rost, Autor der Studie und Leiter des Büros. Dies hätte starke regionalwirtschaftliche Effekte. Der örtlich produzierte erneuerbare Stromanteil von gerade einmal 4,1% ist für eine prosperierende Stadt wie Dresden unwürdig und zeigt zugleich das noch brachliegende lokale Potential.

Rost empfiehlt, das Energiekonzept der Stadt unter dem Blickwinkel der Versorgungssicherheit erneut zu überarbeiten. Angesichts der schrumpfenden europäischen Öl- und Gasförderung sollten alle Ämter der Dresdner Stadtverwaltung ihre Arbeit unter Energiegesichtspunkten beleuchten. Er begrüßt die derzeit laufende Zukunftsdebatte in der Stadt und fordert die Bewohner Dresdens auf, ihre Meinungen und Fragen an die Stadtverwaltung und den neu gewählten Stadtrat zu richten. Gelegenheit dafür bietet die Woche zur "Ressourcenschonenden Stadt" im Rahmen der "Dresdner Debatte".

Pressemitteilung: Dresdner Transition-Initiative lädt zum Wandel-Wochenende

Als die Lokale Agenda ins Kulturrathaus zum Energiewirtschaftlichen Kolloquium lud, wurde das mangelnde Interesse der breiten Dresdner Bürgerschaft bedauert. Um Klimawandel, Ölfördermaximum oder die mit der Energiewende verbundene Kulturwende zu Otto Normalbürger zu tragen, bedarf es offenbar anderer Methoden als Fach-Vorträge. Zu einem gänzlich anderen Wochenende zu den bedeutenden Themen unserer Zeit lädt die Dresdner Transition-Initiative:

Wochenend-Seminar "Werkzeuge des Wandels"

10./11. Mai 2014, Dresden

Im Mittelpunkt der zwei Tage steht die Frage, wie sich unsere Städte und Dörfer angesichts des großen globalen Wandels verändern und wie der Einzelne diesen Wandel konstruktiv mitgestalten kann. "Werkzeuge des Wandels" sollen erlernt und ausprobiert werden. Miteinander statt jeder für sich sollen Veränderungen in die Welt gebracht werden. Das Wandel-Wochenende wird jene zusammenbringen und mit hilfreichen Werkzeugen ausstatten, für die der Klimawandel nicht nur eine Geschichte aus der Zeitung ist, sondern eine Entwicklung die zu uns nach Dresden kommt. Denen die Endlichkeit der Rohstoffe Sorgen bereitet. Die Wandel kommen sehen oder herbeiführen wollen.

Die Transition-Bewegung hat ausgehend von Großbritannien inzwischen viele Städte auf dem Planeten erreicht. Es herrscht der Gedanke vor: Global denken, lokal handeln, regional wirtschaften. Die eigene Stadt krisenfest gegenüber globalen Entwicklungen zu machen motiviert viele Menschen, die Entwicklungen nicht nur passiv zu ertragen, sondern aktiv mitzugestalten. Denn die eigene Stadt ist jedem nah, so dass jeder tatsächlich Einfluss nehmen kann. In Dresden sieht man Spuren dieses Ansatzes in den Gemeinschaftsgärten, in Energiegenossenschaften, in der Verbrauchergemeinschaft.

Bereits über 30 erfolgreiche Kurse fanden seit 2010 im deutschsprachigen Raum statt. 95% der TeilnehmerInnen beurteilen ihre Erfahrungen mit gut oder sehr gut. Das Wochenend-Seminar am 10. und 11. Mai wird das zweite Training in Dresden sein. Aus dem 2011er Training ging beispielsweise die Veranstaltung "Dresden im Wandel" im Oktober 2013 im Hygiene-Museum mit 150 Besuchern hervor.

Das Wochenende steht natürlich auch Nicht-Dresdnern offen!

Als Begleiter für das Transition-Training kommt Gerd Wessling aus Bielefeld an die Elbe; zusammen mit Iljana Dorn (Dragon Dreaming, Transition-Trainerin) vom Ammersee. Er ist nicht nur ein seit 2010 erfahrener Transition-Trainer, sondern auch im Vorstand des frisch gegründeten Transition Netzwerk e.V. Zuletzt wirkte er als Übersetzer & Mit-Autor des jüngsten Rob-Hopkins- Buchs "Einfach. Jetzt. Machen!" Presse-Vertretern wäre es möglich, in Abstimmung mit den Veranstaltern vorab ein kurzes Telefon-Interview mit ihm über das Wochenende in Dresden oder die Transition-Bewegung im deutschsprachigen Raum und international zu führen.

Mehr Informationen:

Dresden: Bei Stromausfall treibstofflos

Resilienz ist die Fähigkeit eines Systems, Störungen zu tolerieren.

Wir alle sind auf funktionsfähige Systeme angewiesen, an denen wir angedockt oder in die wir eingebettet sind. Das Dorf oder die Stadt, in der jede(r) von uns lebt, ist solch ein System. Ich will inzwischen wissen: Wie resilient ist meine Stadt?

Daher habe ich im Dezember eine Anfrage formuliert und über die Stadtratsfraktion Bündnis Freie Bürger an die Stadtverwaltung Dresden gestellt:

  • Wie lange können die Notstromaggregate der Dresdner Krankenhäuser diese im Fall eines längeren Stromausfalls versorgen?
  • Welche Einschränkungen sind im Notstrombetrieb hinzunehmen?
  • Wie viele der Dresdner Tankstellen können im Fall eines Stromausfalls dennoch Treibstoffe an Kunden ausgeben? Wie viele nicht?
  • Welche Treibstoffkapazitäten (in Liter und Streckenkilometer) halten die Dresdner Feuerwehren und die Dresdner Polizeistationen bereit, um ihre Grundfunktionen zu erfüllen?
  • Wie sichern Polizei und Feuerwehren ihre Funktionstüchtigkeit bei Stromausfall ab? Welcher Stromausfallzeitraum kann mit den vorhandenen Mitteln überbrückt werden?

Die Antworten sind jetzt öffentlich, insbesondere jene auf Frage 3 ist aus Sicht der Treibstoffversorgung interessant:

Keine der öffentlichen Tankstellen im Stadtgebiet ist in der Lage, bei Stromausfall Treibstoffe zu verkaufen.

Bleibt zu hoffen, dass die steigende Zahl an Eingriffen ins Stromnetz nicht dazu führt, dass wir einmal einen längeren Blackout ertragen müssen. Dafür ist nicht vorgesorgt.

Peak Oil. Oder: Warum Dresden einen Ölkrisen-Vorsorgeplan braucht

Ohne Öl stünde der motorisierte Individual- sowie der Versorgungsverkehr in Dresden still. Die Stadt ist hochgradig verletzlich gegenüber Ölkrisen. Die finale Ölkrise steht jedoch bevor: Der Höhepunkt in der globalen Ölversorgung (Peak Oil), nach dessen Überschreiten stark steigende Ölpreise und Treibstoff-Verknappung zu erwarten sind. Der Vortrag diskutiert den Stand der globalen Ölversorgung und dessen Risiken sowie notwendige Schlußfolgerungen für die Daseinsvorsorge in Dresden.

Norbert Rost leitet als Wirtschaftsinformatiker der Büro für postfossile Regionalentwicklung, ist Gründungsmitglied des Postfossil-Institut (Hamburg) und Mitglied im Ortsbeirat Dresden Altstadt.

Siehe auch:

 

Video: Dresden im Wandel

Im Jahr 2012 trafen Friedrich-Ebert-Stiftung und Deutsches Hygiene-Museum Dresden mit einer kleinen Gruppe Peak-Oil-Interessierter zusammen und organisierten zwei Abende unter dem Titel "Dresden auf Entzug - Wie funktioniert die Stadt ohne Öl?". Das Veranstaltungsformat fand später Anwendung in Chemnitz und Weimar. (Und will in weiteren Städten angewendet werden!)

Jeder der Abende war für die durchaus zahlreichen Anwesenden eine Inspiration. Doch es wurde auch klar: Einfache Antworten auf die Frage, wie eine Stadt ohne Öl funktioniert, gibt es nicht.

Vielmehr gilt: Die Energiewende muss als Kulturwende gedacht werden, als eine fundamentale Veränderung unserer Lebens- und Wirtschaftsweise. Dummerweise ist es unerheblich, ob wir diese Kulturwende wollen oder nicht: Unser kuschelig fossiles Nest ist in Auflösung begriffen, sobald die Zuflüsse aus fossilen Energieträgern nicht mehr wachsen, sondern schrumpfen. Wie aber geht es dann weiter?

Einfache Antworten sind nicht zu erwarten. Vielmehr ist ein Transformationsprozess notwendig, der vieles verändern wird. Ein hoffnungsvoller Ansatz, wie dieser Transformationsprozess aktiv gestaltet, statt passiv erduldet werden kann, ist der Transition-Town-Ansatz. Er zielt nicht darauf ab, die Ölfördermengen zu erhöhen oder der ganzen Welt ein "neues System" überzustülpen, er zielt darauf ab, die Nester in denen wir leben, krisenfest zu machen: Unsere Städte und Dörfer.

In Dresden wurde die durch "Transition" formulierte Haltung erstmals 2010 sichtbar, als sich zuvor unbekannte Akteure auf der Transition-Konferenz in Hannover trafen und beschlossen: Transition muss nach Dresden kommen. Die Aktivitäten rund um diese lokale Handlungsmethode sind mit dem Titel "Dresden im Wandel" überschrieben. Anknüpfend an die zwei Entzugs-Veranstaltungen von 2012 ging es im Oktober 2013 darum, zu zeigen, was in Dresden schon alles passiert. Daher luden wir ein Dutzend Initiativen ins Hygiene-Museum ein, um die Stimmen dieser vielfältigen Stadtwandler hörbar zu machen. Der Abend hieß "Dresden im Wandel" und die Ebert-Stiftung war wieder dabei. Und mit dabei waren außerdem:

Auch dieser Abend wurde wieder mitgeschnitten (Dank an Sebastian Veit). Auch jene die nicht da waren, dürfen nachträglich teilhaben:

Nicht-Dresdner finden auf www.transition-initiativen.de mögliche Mitmacher in ihrer eigenen Umgebung.

Dresdner (und Umgebungsbewohner) treffen sich offline zum nächsten Evoluzzer-Themenabend ("Netzwerke") und online auf Dresden-im-Wandel.de oder der zugehörigen Mailingliste.

Die nächste Gelegenheit, über Peak Oil von Angesicht zu Angesicht zu diskutieren, ist am 22. Januar 2014, 19 Uhr im Restaurant "Bacchus", Clara-Zetkin-Str. 15. Es lädt ein: Der FDP Ortsverband Dresden West. Titel:

"Peak Oil" oder: "Warum Dresden einen Ölkrisen-Vorsorgeplan braucht."