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Die Geschichte eines MOBIpunktes

Die Verkehrswende braucht Beispiele. Das Beispiel, von dem hier die Rede ist, heißt „MOBIpunkt“ und seine Geschichte beginnt im Jahr 2012. Damals hatte die in Magdeburg gegründete und in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aktive Carsharing-Genossenschaft „teilAuto“ sich für Dresden zwei Elektroautos angeschafft.

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53 Kommentare to “Die Geschichte eines MOBIpunktes”

  1. h.c. sagt:

    Anbei ein kurzer Hinweis für einen neuen Gastbeitrag zum ETP-Model von Bernd Warm: https://limitstogrowth.de/2020/01/17/etp-modell-weshalb-faellt-der-mittlere-rohoelpreis-seit-2008-oder-thermodynamik-der-oelfoerderung-von-berndt-warm

    Über eine Diskussion zum Thema hier bei den Kommentaren würde ich mich freuen.

    LG
    H.C.

  2. Berndt sagt:

    Vielen Dank HC, für das Einstellen des Berichts. Ich habe vor, in einigen Wochen eine umfangreichere Version dieses Bericht zu erstellen. Insbesondere will ich noch etwas über Ölförderung einbauen, und die Formeln zur Berechnung von ETP in deutsch erwähnen.
    Und wenn Fragen kommen, auch die Antworten einbauen.

    • Peter sagt:

      Hallo Berndt, vielen Dank für deine umfangreichen Recherchen und Ausführungen.
      Grundsätzlich kann ich das nachvollziehen.
      Meine Frage wäre aber, inwieweit sind denn in dem Modell die sogenannten technischen Fortschritte bei der Ausbeutung bereits bekannte Felder berücksichtigt? Ich meine hiermit, inwieweit sich z.B. die Ausbeute eines Feldes um mehrere Prozent erhöhen lässt. Des weiteren wäre vielleicht zu hinterfragen ob sich durch eine entsprechende technische Verbesserung der Förderung in z.B. Ländern wie dem Iran oder dem Irak, die Förderquoten zu einem angemessenen Energieeinsatz ebenfalls erhöhen lassen.
      Natürlich würde das dazu führen, das laufende System noch eine weitere Anzahl von Jahren am Laufen zu halten, aber evtl. wird dies dazu führen, dass die im Modell angegebenen Zeiträume auf später verlagert werden müssen.
      Sind denn solche technischen Szenarien in dem Modell berücksichtigt?
      Das würde letztendlich ja auf ein BAU hinauslaufen, bei gleichzeitiger Erhöhung ebenfalls anstehender dringender Probleme, wie z.B. den massiven Verlust der Artenvielfalt, intakten Ackerlandes sowie sauberen Trinkwassers, welches uns die ökologischen Grundlagen zur Aufrechterhaltung unserer Zivilisation entziehen wird.

      • Michael Egloff sagt:

        Das sind 2 sehr interessante Aspekte, Peter.
        1. zur Perspektive der Ölföderung.
        In etlichen wichtigen Ölförderländern konnte sowohl in der Verngangenheit als auch gegenwärtig die mögliche Ölförderkapazität bei weitem nicht ausgeschöpft werden.
        Vor allem duch Faktoren wie fördertechnologische Rückständigkeit der nationalen Ölgesellschaften, innenpolitische Unruhen (siehe z.B. Irak, Syrien oder Libyen), geopolitische Hemmnisse (z.B. Iran oder Venezuela) oder generelles Mißmanagement und Korruption.
        In nicht wenigen Förderländern außerhalb des Westens wirken mehrere dieser limitierenden Faktoren zusammen. Nun weiß niemend, wie sich diese Faktoren in den wichtigen Förderländern weiter entwickeln werden. Sowohl eine Verbesserung der Lage als auch eine Verschlechterung sind vorstellbar. Deshalb ist es generell nicht möglich, eine Prognose für die weitere Mengenentwicklung der Ölförderung zu geben. Bei optimaler technologischer und politischer/geopolitischer Entwicklung in den heutigen Problem-Förderländern könnte ich mir vorstellen, dass ein Fördermengenplateau von ca. 120 mb/d zu erreichen und 10 Jahre aufrecht zu erhalten wäre. Länder wie der Iran, der Irak, Libyen oder Venezuela hätten unter optimalen Bedingungen gewaltiges Steigerungspotenzial. Der Irak hat das in den letzten 10 Jahren ja schon ansatzweise mit fast einer Verdopplung des Outputs bewiesen, aber keineswegs in maximal möglicher Weise. Ich denke, dass alleine der Irak das theoretische Potenzial einer nochmaligen Verdopplung hätte auf Basis modernster Fördertechniken und optimaler innenpolitischer Bedingungen. Libyen könnte auf dieser Basis vermutlich seinen Output verdreifachen, usw.
        Natürlich werden diese theoretischen Potenziale nicht ausgeschöpft werden. Aber wir sehen: die Geologie und selbst die zu erreichende Wirtschaftlichkeit der Förderung ist gegenwärtig (noch) nicht der entscheidende limitierende Faktor.

        Ist das theoretische Potenzial für die weitere Erhöhung der globalen Ölförderung nun eine gute Nachricht? Leider nein.
        Denn da kommen wir zu dem, was Du in den letzten 3 Zeilen geschrieben hast. Eine mögliche Verlängerung des Status Quo ist bestenfalls eine gute Nachricht, wenn man es auf der Basis der ganz persönlichen Sicht eines previlegierten OECD-Bürgers betrachtet auf einer Zeitschiene von 10 oder 20 Jahren.
        Immer weitere Verlängerung des (bequemen) Status Quo heißt eben auch: weiteres stürmisches Bevölkerungswachstum, Fortführung der größten Urbanisierungswelle der Menschheitsgeschichte, noch mehr Infrastrukturen, die sich nur bei städigem neuen Wachstum überhaupt aufrecht erhalten ließen, noch mehr Emissionen aller Art ( von CO2, Methan über Tenside, Pharmaka und Schwermetalle bis hin zu diversen Plastikabfällen).
        Und natürlich: weitere Beschleunigung des Klimawandels und Verschlechterung der Situation bei den natürlichen Basisressourcen wie sauberes Süßwasser, Ackerboden, Fisch, Holz usw.
        Wir können also “wählen” zwischen einem Absturz in den 20er Jahren durch Peak Oil usw. oder einem noch krasseren Absturz in 20…25 Jahren sowohl dann durch Peak Oil und einen endgültig versauten Planeten. Wenngleich regional etwas unterschiedlich versaut – in Finnland weniger als z.B. in Pakistan.

      • Berndt sagt:

        Hi Peter,

        Die mir bekannten technischen Fortschritte (Enhanced Oil Recovery Verfahren https://en.wikipedia.org/wiki/Enhanced_oil_recovery) sind für das Modell ohne Bedeutung. Das Modell rechnet nur die für die Wärmeumverteilung nötige Energie aus, und diese Energie ist unabhängig davon, welche technische Verfahren zum Einsatz kommen. Ein theoretisches Verfahren, dass keine Umverteilung bewirkt, wäre ein Ausnahme, das ist mir aber nicht bekannt.

        Eine gewisse Korrelation ist trotzdem gegeben, denn die technischen Fortschritte (Enhanced Oil Recovery) benötigen deutlich mehr Energie als die einfacheren. Das ist genau, was das Modell aussagt, im Lauf der Zeit wird immer mehr Förderenergie notwendig.

        Für die Zeitskala nehme ich die Preiskurve aus Abbildung 1 des Berichts. Damit diese Zeitskala ungültig wird, müsste sich in der Wirtschaft eine gravierende Änderung im Energiebereich ergeben, beispielsweise die flächendeckende Einführung von Fusionsenergie, oder Dilitium-Technologie. Derartige Technologiesprünge erscheinen mir extrem unwahrscheinlich.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Warum flächendeckende Einführung von Fusionsenergie?
          Energie aus thermonuklearen Kraftwerken hat einen sehr schlechten RoI oder wird einen sehr schlechten RoI haben.
          Nicht nur das die Vorausinvestitionen noch höher sind als die ohnehin schon sehr hohen Investitionen bei Kernkraftwerken auch das aufrechterhalten des Plasmas und deren Abschirmung kostet nahezu die gleiche Energie als produziert wird, was den RoI letztendlich Negativ dreht oder zumindest sehr niedrig hält, viel zu niedrig um auf absehbare Zeit ökonomisch zu sein.
          Der ITER der in Frankreich gebaut wird müsste wahrscheinlich 300 Jahre laufen um ökonomisch Sinn zu machen…
          und letztendlich wird dieses experimentelle Kraftwerk nur eins beweisen das Fusionsenergie nicht ökonomisch ist auf absehbare Zeit.

          Kernkraftwerke der 4.ten Generation sind da bei weitem vielversprechender aber auch diese werden einen recht geringen Erntefaktor aufweisen aber wohl immer noch höher als die Erneuerbaren + Speicher.

          Und natürlich haben Effizienzverbesserungen einen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Ölförderung, bei den EOR Verfahren kommen nur dann zum Einsatz wenn es wirtschaftlich Sinn macht, sprich wenn es einen Profit zu erwirtschaften gilt.

          Bei den Effizienzverbesserungen in bei der Ölförderung reden wir aber nicht nur von EOR Maßnahmen sondern auch von höherer Effizienz bei den Maschinen die zum Einsatz kommen, wie Trucks, Generatoren, Powerstations, Pumpen, weniger Arbeitskräften die Notwendig sind aufgrund von mehr Elektronik und Maschinen, Arbeitskräfte kosten in den entwickelten Industriestaaten wesentlich mehr als Automatisierung als Beispiel.

          Über kurz oder lang sind diese Effizienzmaßnahmen allerdings ausgeschöpft, siehe Grenznutzenkurve oder Ertragsgesetz, bei der Ölförderung kommen auch immer bessere Explorationssysteme zum Einsatz was das Auffinden von Ölvorkommen besonders Offshore immer Erfolgreicher macht, der Großteil neuer Erdöllagerstätten wird heute Offshore gefunden.

          Wir haben heute genau eine Födermethode die nicht rentabel ist und das ist Fracking in den Shalevorkommen der USA oder natürlich auch sonst wo auf der Welt, würde das Produktionsvolumen aus der Frackingförderung wegfallen wären wir im Produktionsrückgang bei der Ölförderung weltweit und wäre Fracking nie in Angriff genommen worden wären wir seit Jahren im Föderabfall.

          Bei der Frage wie sich das System dann trotzdem diese hohe Produktion aus Shale Fracking leisten kann müssen wir auf die anderen Eenrgiebereitstellungsverfahren im System schauen.
          Denn in den Systemen gilt immer die Energiequelle mit dem höchsten RoI trägt alle anderen Energiequllen mit niedrigerem RoI mit, im Gesamtsystem zählt nur der Gesamterntefaktor, dieser bestimmt auch letztendlich die Kaufkraft oder die mögliche Produktivität im Gesamtsystem.

          Bei der Ölförderung kommen als Beispiel Maschienen zum Einsatz sowie Baumaterial und Werkzeuge vom Anfang in den Minen über die Schmelzen bis zu den fertigen Endprodukten fließt Energie von allen Bereitstellungformen in diese Produkte.

          Das gleiche bei den Arbeitskräften von Geburt eines Menschen über das heranwachsen Zuhause, den Kindergarten, Schule, Abitur, Universität, Ausbildung im Betrieb fließen alle Energiebereitstellungsformen in eine Arbeitskraft und eben auch in die Arbeitskräfte bei der Ölförderung.

          Wenn wir gesamtsystemische Prognosen wagen müssen wir auch alle relevanten systemischen Vorgänge in diese Prognosen mit einbeziehen.

          Steigt der geologische Aufwand bei der Ölförderung an? Mit Sicherheit und dies wird die Ölproduktion auch in relativ kurzer Zeit peaken gleichzeitig sinken aber andere Aufwände, wird dies reichen um die immer höheren geologischen Aufwände zu kompensieren, definitiv nicht, denn die Aufwände steigen im Geologiesektor unbegrenzt weiter, während die Effizienzverbesserungen immer mehr in eine Grenznutzenkurve laufen.

          Das ETP Modell auf Öl bezogen ist natürlich richtig ein höherer Geologischer Aufwand resultiert in mehr Energieaufwand bei der Förderung.

          Bei den gesamtsystemischen Prognosen wäre ich allerdings vorsichtig, da das Gesamtsystem wesentlich komplexer ist als der Anteil der Ölförderung im Gesamtsystem, hier spielen deutlich mehr Aufwände hinein als nur der geologische Förderaufwand bei Öl.

          Als Beispiel könnte wir Umweltaufwände nennen die alle am steigen sind durch A) Klimawandel und B) Übernutzung von natürlichen Ressourcen.

          Dann wären hier noch zu nennen Überalterung der Gesellschaft was menschliche Arbeitskraft verknappt und teurer macht, sprich weniger Produktivität im System aber auch ein höherer Aufwand für die verbleibenden Arbeitskräfte, höhere Löhne bedeutet nichts anderes als ein höherer Energieaufwand für jede einzelne Arbeitskraft.

          Dann steigt der geologische Förderaufwand nicht nur bei Öl sondern bei praktisch allen Ressourcen die wir aus der Umwelt extrahieren, auch Wasser.

          Durch den Klimawandel enstehen dazu auch wesentlich größere Aufwände bei nachwachsenden Ressourcen, der Flächenertrag bei Land, Forst und Fischwirtschaft wird in Zukunft immer weiter sinken was dazu führt das der Flächenaufwand steigen muss, für den selben Ertrag müssen immer größere Flächen bewirtschaftet werden.

          Weiter wären zu nennen immer größere Schäden durch Fluten, Stürme und Brände und auch deren Prävention ist ein Aufwandsfaktor der immer stärker immer schneller steigen wird in Zukunft.

          https://www.welt.de/wirtschaft/article205247957/So-hart-trifft-der-demografische-Knick-die-Bundeslaender.html

          Hier noch ein paar interessante Zahlen für unser Demokratie Problem in Deutschland in der Welt heute, allein diese Problematik allein wird uns die nächsten 30 Jahre unser gesamtes Wachstum kosten und unsere Wirtschaft muss wieder schrumpfen Klimawandel und Energiewende/Umbau des Wirtschaftssystems jetzt mal komplett außen vor gelassen…

          Ich denke die rosigen Zeiten gehen in diesem Jahrzehnt zuende, die Weltwirtschaft wird wahrscheinlich noch in diesem Jahrzehnt in eine Stagnationsphase gehen und ab 40/50 dann schrumpfen.
          Nicht weil wir ein Problem haben nein, weil es ein ganzer Berg ist von Problemen der sich über uns aufgetürmt hat.

          • h.c. sagt:

            @Hendrik

            Berndt hatte explizit auch die Dilithium-Technologie nach Scotty angeführt – ich würde noch mehrere Stargate Zero-Point Module ergänzen bzw. die Anzapfung eines Parallel-Universums mit anderen physikalischen Grundgesetzten und den dadurch ggf. möglichen Elektronenfluss nach Asimov.

            VG
            H.C.

            • h.c. sagt:

              Hatte ich vergessen: 8->

              • Hendrik Altmann sagt:

                Es ist einfach die schiere Gesamtzahl an Aufwandsfaktoren die am steigen ist im System, es ist nicht ein einzelner Faktor der unser Zivilisationsmodell bedroht sondern die Masse an Faktoren.

                Es ist auch eine Frage wie leidensfähig unsere Gesellschaft in Zukunft sein wird und noch funktioniert, wie viel sind wir bereit zu opfern bevor wie anfangen aufzugeben, ich meine Gesellschaften funktionieren nur wenn der Großteil bereit ist sich weiter an die Regeln zu halten die eine große Gesellschaft funktional hält, wenn die Belastungen zu groß werden könnte dies schnell anfangen zu kippen was dann allerdings den Niedergang nur noch weiter beschleunigt.

  3. Hendrik Altmann sagt:

    Ein Punkt der wohl immer noch schwer verstanden wird ist der Erntefaktor oder RoI in Systemen des Lebens.

    Oder warum sich die Systeme des Lebens so stark an Energie klammern die eine schlechten RoI liefern.

    Erst mal vorne weg alles ab einen RoI von 1,1 ist gut für die Systeme des Lebens, das bedeutet es ist ein Überschuss von Energie vorhanden der in Wachstum investiert werden kann, ein RoI von 1,0 bedeutet das System stirbt den ohne RoI über 1 ist kein Nachwuchs möglich, keine Reproduktion nur der pure selbsterhalt.

    Stellen wir uns unser Wirtschaftssystem vor das nur auf billiger Kohle und Erdgas läuft als theoretisches Beispiel mit einem Gesamterntefaktor von 30, als Beispiel läuft unser Wirtschaftssystem mit 1000 Watt, das bedeutet wir investieren 3,3% in unsere Energiebereitstellung, also 33 Watt wieder zurück in die Energiebereitstellung damit alles am laufen bleibt.

    Nun bietet sich die Möglichkeit Öl dazu zu kaufen mit einem Erntefaktor von 10…hmm hört sich schlecht an aber wir kaufen 1000 Watt an Öl dazu, haben also 2000 Watt zur Verfügung, unser Gesamterntefaktor reduziert sich so auf 20 und wir investieren 5% zurück in die Energiebereitstellung entspricht bei 2000 Watt 50 Watt.
    Natürlich kann unser Wirtschaftssystem bei 2000 Watt kräftig wachsen, denn Netto bezahlen wir für die extra 1000 Watt nur 17 Watt als Reinvestition für Energie mehr.
    Das einzige Problem dabei ist das wir jetzt irgendwo 1,7% einsparen müssen ob das nun Gesundheitswesen, Verteidigung, Sozialleistungen oder sonst was ist.
    Dies ist der Komplexitätsverlust im System der durch einen niedrigeren Erntefaktor entsteht, in der Vergangenheit wurde dieser Verlust an Komplexität durch eine immer höhere Gesamteffizienz überkompensiert, die Komplexität im System musste so nicht sinken, dies wird aber in Zukunft nicht mehr möglich sein da Effizienzfortschritte immer gegen null laufen je weiter wir uns auf der Zeitachse bewegen.

    Was auch erwähnenswert ist, je größer die Effizienzfortschritte in der Vergangenheit desto schneller laufen wir in die Grenznutzenkurve in der Zukunft.

    Aber zurück zum Beispiel. die 2000 Watt sind es alle mal wert 1,7% mehr in die Energiebereitstellung zu investieren, die Energiemenge hat sich so verdoppelt und so kann sich auch die Produktivität verdoppeln, in Wettkampfsystemen ein entscheidender Faktor, solange relativ unwichtige Systemteile für mehr Energie geopfert werden können werden die Systeme immer mehr Energie wählen und im Gegenzug Komplexität abgeben, das Ziel von Ökosystemen/Systemen des Lebens ist immer eine möglichst hohe Gesamtproduktivität und Ausdehnung, je größer die Ausdehnung und Gesamtproduktivität desto größer sind die Wettbewerbschancen.

    Deshalb werden werden wir auch weiter Energiebereitstellungsformen ausbauen die einen geringen Erntefaktor haben, solange wir so weiter wachsen können, in Zukunft werden wir dafür Systemteile opfern die nicht unbedingt nötig sind, allen voran soziale Leistungen im Gesamtsystem.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Oh ops sorry, in dem Beispiel bei 2000 Watt und einem Erntefaktor von 20 müssen wir jetzt 100 Watt zurück investieren also 66 Watt mehr als bei 1000 Watt und einem Erntefaktor von 30.

      Die 1,7% mehr Reinvestition in das Energiesystem bleibt gleich.

  4. Hendrik Altmann sagt:

    https://oilprice.com/Energy/Energy-General/US-Shale-Patch-Sees-Huge-Jump-In-Bankruptcies.html

    Nick Cunningham berichtet seit Jahren über die großen Schwierigkeiten die die Shaleoil Produktion in den USA für die beteiligten Unternehmen mitgebracht hat, das ansammeln großer Schulden in den Unternehmen, die Vielzahl an Unternehmenspleiten und der Tatsache das die Shaleoilproduktion über all die Jahre die meiste Zeit keine Profite generiert hat für die Industrie.

    Dabei wurden die Berichte von Nick Cunningham immer düsterer über den Zustand der Ölindustrie in den Shale Plays.

    Dabei dürfen wir nicht vergessen das der Großteil der weltweiten Ausweitung der Ölproduktion der Shaleoil Förderung in den USA zu verdanken ist, kommt der Produktionsboom in den USA die nächsten Jahre zum Ende ist der Produktionspeak bei Öl weltweit nicht mehr weit weg.

    So erwarte ich weitere düstere Berichte von Nick Cunningham die nächsten Jahre über den Verlauf der Shaleoil Produktion in den USA.

    Wobei die Shalegas Produktion ähnliche Probleme erfährt und die USA unter einer Gas Schwemme leidet mit Gaspreisen so niedrig das fast nur noch das abfackeln als einzige valide Lösung übrig bleibt…

  5. Michael Egloff sagt:

    Da kann man mal sehen, wie nicht voraussehbare Ereignisse innerhalb weniger Tage massive wirtschaftliche Folgen haben können (die Mehrzahl der wirtschaftlichen Folgen liegt wohl noch vor uns in den nächsten Wochen).

    Der Hauptdarsteller: das Corona-Virus. Weit weniger tödlich als ein durchschnittliches Grippe-Virus – tötet zudem fast ausschließlich Menschen, die durch Vorerkrankungen deutlich geschädigt sind.
    Und übrigens weit weniger tödlich, als unsere moderne Ernährungs- und Lebensweise.

    Aber eine Gemeinheit zeichnet das Virus schon aus: offensichtlich können Menschen bis zu 12 Tagen infektiös sein, ohne dass das geringste Symptom auftritt. Können also duch Kontaktübertragung (Handläufe an Treppen, Wasserhähne u.v.a.) theoretisch dutzende weitere Menschen infizieren,bevor Symptome auftreten. Weshalb der Anstieg der Neuinfiziertenzahlen weitaus steiler ist als seinerzeit beim Sars-Virus mit seiner allerdings etwas höheren Mortalitätsrate.
    Die Folgen schon jetzt: in der Region um Wuhan und in Wuhan selbst stehen etwa 56 Mio Menschen weitgehend unter Quarantäne. Es sind kaum Geschäfte geöffnet (was wohl zeitnah zu einer schweren Versorungskrise z.B. auch bei Lebensmitteln führen wird), das öffentliche Leben ist praktisch zum Erliegen gekommen. In und vor den Krankenhäusern herrschen chaotische Zustände: wartende Menschenmassen (vermutlich eine Mischung aus tatsächlich Erkrankten und aus Gesunden oder anderweitig Erkrankten, die vermuten, dass sie an dem Virus erkrankt sind), die bei völlig überfordertem Personal dichtgedrängt zusammenstehen oder sitzen. Ein Freudenfest für solch ein Virus. Denn die normalen Mundmasken, die die meisten tragen, sind weitgehend wirkungslos.
    Auch in Peking und Umland (mehrere zig Millionen EW), sind bereits ähnliche Folgen wie in Wuhan selbst zu beobachten, was das öffentliche Leben angeht.
    Der Tourismus von China ins Ausland, vom Ausland nach China aber auch innerhalb Chinas steht offensichtlich vor dem Kollaps. Russland hat seine Grenze zu China komplett abgeriegelt. Dienstreisen vom Ausland nach China und umgekehrt werden wohl weitgehnd zum Erliegen kommen.
    Ein Kreuzfahrtschiff mit 7000 chinesischen Passagieren vor der italienischen Küste steht unter Quarantäne wegen eines infizierten Passagiers.

    Um es kurz zu machen: diese Infektionswelle hat die Kapazität, zumindest in China eine schwere Wirtschaftkrise auszulösen, wenn nicht binnen kurzer Zeit sich die Neuinfektionen eindämmen lassen und vor allem örtlich begrenzen lassen. China hat ja ohnehin tickende Zeitbomben in Form überschuldeter Unternehmen und eines außer Kontrolle sich befindendem Schattenbankenmarktes riesiger Dimension (in die auch normale Banken teilweise außerhalb ihrer Bilanzen involviert sind wegen sehr lukrativer Schuldverzinsung), sowie wegen zunehmender Überkapazitäten in der Industrie.

    Im Worst Case könnte in diesem Jahr ein veritabler chinesischer und womöglich weltweiter Wirtschaftscrash daraus resultieren. Wohlgemerkt: nicht durch das Virus und seiner sehr niedrigen Mortalität selbst, sondern wegen der indirekten Folgen.

    Natürlich könnte sich die Situation auch wieder schnell beruhigen. Wir werden sehen. Aber es wird spannend.

    An Ölpreis ist die Relevanz auch zu erkennen.

    • Berndt sagt:

      Hallo,

      HC hat soeben das Update zu meinem Artikel https://limitstogrowth.de/2020/01/17/etp-modell-weshalb-faellt-der-mittlere-rohoelpreis-seit-2008-oder-thermodynamik-der-oelfoerderung-von-berndt-warm online gestellt. Neu sind die Formeln zur Berechnung des Temperatur-Ungleichgewichts, relevante Informationen zu Ölfeldern und Anwendung der Formeln auf eine typische Shale-Oil-Quelle im Bakken. Einige der Diagramme haben zusätzliche Daten zum Dezember. Damit betrachte ich den Artikel als abgeschlossen und vollständig.

    • Hendrik Altmann sagt:

      So viel ich weiß soll die Mortalitätsrate deutlich höher liegen als bei der Grippe nach den offiziellen Daten aus China und der WHO.
      Natürlich sterben vor allem Kranke, Alte oder Kleinkinder.

      Die Sterblichkeitsrate liegt derzeit bei ca. 2% was deutlich höher liegt als bei den derzeitigen Grippeviren.

      Bei den 2% muss man aber vorsichtig sein da die Zahl der Infizierten noch rasant steigt, was bedeutet das wir die endgültige Sterblichkeitsrate erst sehen werden wenn die Epidemie….Pandemie vorüber ist.

      Natürlich ist es so das je mehr Menschen sich infizieren auch die Chance steigt das der Virus mutiert, dabei können neue Virusstämme entstehen die tödlicher sind oder sich noch einfacher schneller verbreiten können, dies war der Fall bei der Spanischen Grippe wo erst die mutierten Virusstämme in einer weiteren Welle noch tödlicher waren.

      Wir als Spezies haben uns über die gesamte Erde stark verbreitet, mit einer großen Zahl an Nutz und Haustieren in und auch in großer Diversität an Spezies, natürlich kommen wir selbst aber auch Nutztier und Haustierbestände immer wieder in Kontakt mit der tierischen Umwelt dabei können Krankheiten auf uns oder unsere Nutz und Haustierbestände überspringen und dann weiter mutieren, unser Wachstum hat also auch die Chance erhöht das Krankheiten von Wildtieren auf uns oder unsere Nutztiere/Haustieren überspringen, einfach aus den Zahlen heraus, dazu leben wir heute in einer stark vernetzten Welt was es diesen Krankheiten auch ermöglicht schnell und einfach zu reisen.

      Wir werden also solche Ereignisse immer wieder sehen solange wir diese Ausbreitungsgrad haben als Spezies+ riesigen Nutztier und Haustierbeständen aber auch solange Krankheiten so einfach mit uns so schnell überall in die Welt reisen können.

      Wir dürfen nicht vergessen das die Viren AIDS,Ebola,MERS,SARS,H1N1 und auch der Coronavirus von Wildtieren auf Menschen übertragen wurde und das die gehäufte Zahl dieser Vorfälle in den letzten 100 Jahren darauf zurück geht das wir uns so stark auf der Welt verbreitet haben, auch die mit uns explodierte Zahl an Nutz und Haustieren erhöht das Risiko für diese Sprünge von Viren zwischen verschiedenen Spezies erheblich.

      Der stark gestiegene globale Schiffs und Flugverkehr multipliziert das Risiko von großen Epidemien und Pandemien natürlich noch.

      Das alles ist also keine Frage ob sondern nur wann wieder und wie heftig.

      Der Virus scheint außer Kontrolle in China einem der bevölkerungsreichsten Länder auf der Erde, die wirtschaftlichen Folgen sind noch nicht abzusehen aber schon jetzt für China eine Katastrophe…

      • Michael Egloff sagt:

        Die OPEC+ beruft ein Krisentreffen ein:

        https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oelproduzenten-berufen-krisentreffen-ein-a-70a9e675-9a5f-4ef1-8b8b-a63e2aefcd28

        Einige wirtschaftliche Konsequenzen sind hier beschrieben:

        https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/coronavirus-uebersicht-der-folgen-fuer-weltwirtschaft-und-globale-finanzmaerkte-a-c0187655-268d-4b48-98a4-7073ee1735bc

        Etliche Flugunternehmen haben ihre Verbindungen nach China deutlich verringert oder teils komplett eingestellt. Tourismus und Dienstreisen aus und nach China dürften in den nächsten Tagen weitgehend zum Erliegen kommen.
        Das Problem ist nicht mehr nur auf die abgeschottete Provinz Hubei beschränkt, denn in anderen bevölkerungsreichen Provinzen entwickeln sich die (offiziellen und erkannten!) Neuinfiziertenzahlen steil nach oben. Allen voran die Provinz Guangdong, die das gesamte Perflussdelte mit seiner städtischen Großregion von fast 70Mio EW. umfasst. Dort werden jetzt offiziell über 700 Erkrankte gemeldet, die Zahl der Infizierten dürfte erheblich höher liegen.
        Auch die bevölkerungsreiche Provinz Zheijang an der Küste meldet übber 700 offiziell Erkrankte, Shanghai und Peking liegen mit jeweils über 200 noch deutlich dahinter.
        Ich gehen davon aus, dass sich innerhalb der nächsten 10 Tage in allen chinesischen Provinzen die Zahlen stark weiter erhöhen werden, zumal jetzt das Neujahrsfest zu Ende ist und sich Millionen von Menschen wieder auf der Rückreise in ihre Arbeitsorte befinden (außer aus der abgeriegelten Provinz Hubei.
        Wir dürften also innerhalb der nächsten Tage in allen bevölkerungsreichen Provinzen eine Art Quarantäne-Situation erleben, sowohl was den Verkehr innerhalb Chinas angeht und erst recht in Richtung Ausland.

        International ist mit 183 offiziell Erkrankten die Situation noch unter Kontrolle. Wobei man diesen Zahlen misstrauen muss. Denn Afrika z.B. ist mit 0 Erkrankten angegeben. Ein Kontinent, auf dem 250000 Chinesen arbeiten, mehr als sonstwo außerhalb Chinas. Von denen werden viele das Neujahrsfest in ihrer Heimat verbracht haben. Und umgekehrt leben alleine in Guangzhou 16000 Afrikaner (die größte afrikanische Community in Asien), die ebenfalls vermutlich in großer Zahl die freien Tage des Neujahrsfestes in ihrer Heimat verbracht haben.

        Die offiziellen Zahlen sind also stark zu hinterfragen, nicht nur wegen des Zeitversatzes von der Infektion zu den ersten Symptomen, sondern z.B. auch, weil in den stark betroffenen Städten garnicht genügend Testkapazitäten zur Verfügung stehen.

        OPEC-Länder und die US-Fracker können sich schon mal warm anziehen. Ölpreise um 40 Dollar bis Ende Febrar halte ich nicht für ausgeschlossen.

  6. Berndt sagt:

    Hier ist ein Link zu einem Bericht, der in etwa dasselbe aussagt wie mein Report (s.o.) https://www.vice.com/en_us/article/8848g5/government-agency-warns-global-oil-industry-is-on-the-brink-of-a-meltdown

    “The report says we are not running out of oil—vast reserves exist—but says that it is becoming uneconomical to exploit it. The plateauing of crude oil production was “a decisive turning point for the industrial ecosystem,” with demand shortfall being made up from liquid fuels which are far more expensive and difficult to extract—namely, unconventional oil sources like crude oil from deep offshore sources, oil sands, and especially shale oil (also known as “tight oil,” extracted by fracking).

    These sources require far more elaborate and expensive methods of extraction, refining and processing than conventional crude mined onshore, which has driven up costs of production and operations.”

    Der Kommentar von Nate Hagens am Ende gibt genau meine Meinung wieder.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Im Kern stimmt dir da ja auch jeder zu, 2020-2030 werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit wohl den endgültigen Förderpeak bei Erdöl sehen wobei Shaleoil/gas und die Teersandförderung in Kanada den Wendepunkt einläuten werden.

      Über die weiteren systemischen Folgen lässt es sich freilich Wundervoll diskutieren :)

      • Michael Egloff sagt:

        Für dieses Jahr rechne ich erst einmal mit einem leichten Rückgang des Ölverbrauchs und insofern auch der Ölförderung. Größenordnung um 1 bis 3%.
        Einfach deswegen, weil ich für dieses Jahr den Beginn einer zyklischen Krise vermute infolge einer etwas länger andauernden Corona-Krise. Die für sich genommen eigentlich lächerlich ist gegenüber z.B. einer ausgeprägteren internationalen Grippewelle, oder erst recht gegenüber der Pandemie aus Adipositas, Diabetes, Autoimmunkrankheiten und anderen Begleiterscheinungen “moderner” Lebensweise. Selbst die Opiatkrise in den USA hat bezüglich der Opferzahlen größere Auswirkungen mit kumuliert weit mehr als 100000 Toten.
        Nur wird die Corona-Krise bei allem, was sich jetzt abzeichnet, die Handelsströme und die extreme internationale Arbeitsteilung erheblich beeinträchtigen können.

        Den geologischen/wirtschaftlichen Peak Oil vermute ich zum Ende dieses Jahrzehnts. Was auch dann noch nicht das Ende der Globalisierungs- und Industrialisierungsblase bedeutet, weil für eine gewisse Zeit verminderte Ölmengen durch Erdgas und zu Beginn auch durch erneuerbare Energien ausgeglichen werden können.

        Eher als eine globale Energiekrise vermute ich den Ausbruch einer (zunächst vorübergehnden) Ernährungskrise im Laufe dieses Jahrzehnts, die aber nicht alle Länder in gleicher Weise betreffen wird. Aber die politischen Folgen in großen Regionen könnten dramatisch sein. Erinnern wir uns: in Syrien und dem Irak gab es von 2007 bis 2009 drei Mißernten in Folge.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Ich sehe alles ähnlich bis auf den schlechten Vergleich von Grippe Viren mit dem Coronavirus der durch alle Medien geistert.

          Der Coronavirus hat eine Sterblichkeitsrate von 2-3% was wesentlich höher ist als bei den Grippe Viren.

          In Deutschland sterben jährlich ca. 100 Menschen an der Grippe bei ca. hunderttausend Infizierten, das macht eine Sterblichkeitsrate von 0,1% !

          Desweiteren kommt es bei 20% der Infizierten mit dem Coronavirus zum Teil zu schweren Verläufen.
          Natürlich kann sich der Grippevirus mit dem Coronavirus überlappen was für die Betroffenen die Chancen für schwere Verläufe deutlich erhöht.

          Das Worstcase Szenario wäre eine Mutation des Virus hin zu Virusstämmen die sich schneller und einfacher verbreiten oder die Sterblichkeit erhöhen, was überhaupt nicht so unwahrscheinlich ist besonders je mehr sich der Virus verbreiten kann, je mehr Menschen der Virus infiziert desto größer die Chancen das leistungsstärkere Virusstämme enstehen.

          Und natürlich ist es nie besonders gut wenn sich neue Virusarten in der Menschheit festsetzen, dies verursacht für lange Zeit erhebliche Kosten und Produktivitätsausfälle und birgt immer die Gefahr für so genannte Outbreaks wo mutierte Viren immer wieder größere Prozentsätze der Bevölkerung töten oder schädigen.

          Derzeit hat der Coronavirus eine höhere oder mindestens die selbe Ansteckungsgefahr wie die Grippe, bei deutlich schweren Verläufen und einer um den Faktor 10-20 Fach höheren Sterblichkeitsrate.

        • Berndt sagt:

          Hendrik und Michael, ihr beide macht Extrapolationen, dass der Ölpeak sich bis 2030 hinziehen kann. Ihr beide ignoriert dabei die Ölpreisentwicklung seit 2008. Der Ölpreis fällt und fällt. Das ist ein harter Fakt. Man kann einen Fakt ignorieren, wenn man gute Argumente zur Begründung hat. Wenn der Fakt mit einer physikalischen Theorie hinterlegt ist, braucht man sogar verdammt gute Argumente.

          Wieso ignoriert ihr die Preisentwicklung ?

          • Hendrik Altmann sagt:

            Klar fällt der Ölpreis aber gleichzeitig steigt die Produktion, von einem Peak reden wir aber erst wenn die Produktion auch sinkt und nicht jedes Jahr steigt, 2016-18 stieg die Produktion sogar besonders stark.

            Was besonders auffällig ist das die Produktion weiter stieg obwohl der Preis gesunken ist für Rohöl.

            Wie gesagt von einer Krise reden wir erst wenn die Produktion UND die Nachfrage einbricht und dann müssen wir sehen ob nicht auch andere Gründe dafür verantwortlich sind als ein gestiegener geologischer Aufwand bei der Ölförderung wie die sich derzeitig entwickelnde Epidemie/Pandemie.

            Eine systemische Krise findet auch erst dann statt wenn der Gesamterntefaktor auf ein kritisches Niveau fällt.

            Auch fällt der Erntefaktor bei Öl nur noch sehr langsam weil der Erntefaktor bei Öl schon so niedrig ist.

            Der geologische Förderaufwand bei Öl ist nur ein Aufwandsfaktor von hunderten im System, wohl ein sehr wichtiger aber dieser Aufwandsfaktor steigt erst einmal nicht mehr so schnell an wie in der Vergangenheit sondern auch ist der Anteil von Erdöl am Gesamtenergiemix seit Jahren am sinken.

            Wir werden den Peak in diesem Jahrzehnt mit hoher Wahrscheinlichkeit sehen wobei die Produktion aber dann auch nicht innerhalb von wenigen Jahren kollabiert, sondern die Produktion wird langsam genug sinken um durch andere Energiebereitstellung ersetzt zu werden.

            Auch falls wir einen Systempeak dieses oder nächstes Jahrzehnt sehen werden wird dieser nicht auf den einzelnen Aufwandsfaktor Ölförderung beruhen, sondern auf einer Vielzahl von steigenden Aufwandfaktoren im System basieren, allen voran Aufwandsfaktoren die auf die Übernutzung der Umwelt und der Veränderung der Atmosphäre beruhen und deren Folgen.

            Der Ölpreis wäre dieses Jahr ohne den Coronavirus bei 50-60 Dollar geblieben ähnlich wie letztes Jahr, die Nachfrage wäre dies Jahr gestiegen wie auch die Produktion…
            Das einzige was hier massiv gerade dazwischen Funkt ist sich weiter entwickelnde Epidemie/Pandemie.

          • Michael Egloff sagt:

            Hallo Bernd,
            keineswegs ignoriere ich Preisentwicklungen. Allegs messe ich ihnen auch nicht ein übertriebenes Maß an Bedeutung zu.
            2008 z.B. war es an den Rohstoffbörsen angesagt, relativ kurzfristige Knappheitsszenarien für alle möglichen Rohstoffe einzupreisen, von sämtlichen seltene-Erden Metallen und vielen weiteren Metallen bis hin zu Erdöl und Erdgas.
            Bei Öl war dies auch in etwas geringerem Maß noch zwischen 2010 und 2014 der Fall. Überall wurde damals vom Peak Oil in naher Zukunft gesprochen und beeinflusste die Kurse.
            Da die Rohstoff-“Experten” unter anderem (!) durch den US-Förderanstieg infolge technologischer Durchbrüche erkannten, dass Peak Oil wohl doch nicht zeitnah eintreten wird, gab es Entspannung bei den Preisen.
            Im Gegenteil: die übertriebene kurzfristige Verknappungsangst wurde abgelöst durch einen ebenso übertriebenen Optimismus, dass auf sehr lange Sicht Verknappungen nicht auftreten werden. Was ja dann zu einem regelrechten Kollaps der Ölpreise im Jahr 2015/16 führte.
            Beide Denkschulen sind nach meiner Meinung falsch: weder kurzfristige Verknappungsängste noch sehr langfristig ausgelegter Technologie-Optimismus bilden die Realität richtig ab.
            Als richtig wird sich wohl herausstellen: ja, wir bewegen uns auf ein Zeitalter der deutlicher Verknappungen nicht nur bei Öl zu. Aber eben bei weitem nicht so schnell, wie wir es vor 10…12 Jahren vermutet haben. Weil auch technologische Fortschritte der Rohstoffförderung für eine gewisse Zeit (!) bisher nicht wirtschaftlich auszubeutende Vorkommen wirtschaftlich werden lassen.
            Nur verkennen die Technologieoptimisten, dass die Physik auch den modernsten Verfahren der Förderung irgendwann Grenzen setzen wird. Und diesen Grenzen nähern wir uns allmählich an in den nächsten Jahren.

            Und was den von mir als (regional) deutlich wichtigeren Aspekt der natürlichen Basisressourcen angeht, ist die Physik noch unerbittlicher: ein einmal erschöpftes fossiles Süßwasserreservoir ist weg, ebenso wie erodiertes Ackerland. Und dafür gibt es kein Substitut.

            • Berndt sagt:

              Erstmal der Fakt zu den Ölpreisen:
              2008 war ein Maximum von knapp 150 Dollar.
              2014 lag das Maximum bei 110 Dollar.
              2018 war es bei 75 Dollar.
              2019 gab es zwei Peaks im Preis bei 68 $ aufgrund von Kriegshandlungen.
              Heute ist er ca. 55$, weil die OPEC+ die Förderung kürzt, sonst wäre er noch deutlich tiefer.
              Genau wie die Maxima geht der mittlere Ölpreis nach unten.
              Meine Extrapolation:
              Maximaler und mittlerer Ölpreis werden, wenn es so weiter geht, irgendwann zwischen 2022 und 2025 den Wert 30 Dollar erreichen, dann werden in großem Masstab Ölquellen dicht gemacht werden. Peak Oil ist das Maximum der Ölförderung, dass muss irgendwann jetzt sein. Nov 2018 war wahrscheinlich dieser Peak.
              Eure Extrapolation: Peak Oil kann sich bis 2030 hinziehen.
              Beide eure Extrapolationen gehen nicht auf den Fakt des langfristig fallenden Preises ein. Auch Hendriks Erklärung nicht. Hendrik scheint den Ölpreis für ziemlich irrelvant zu halten.
              Michael glaubt, dass der Verfall der Ölpreise durch den US-Förderanstieg (LTO) zustande gekommen ist. Ein weiteres Argument von ihm ist, dass Spekulation den Peak 2008 („Einpreisen“) und 2010-14 bewirkt hat.

              Die thermodynamische Erklärung von mir ist bei beiden von euch bisher überhaupt nicht angekommen. Für die thermodynamische Erklärung ist der zeitliche Verlauf des Ölpreises sehr wichtig, weil er die wichtigste direkte Beobachtungsgröße ist. Das ist euch beiden nicht klar.

              Das der Energieaufwand für die Ölförderung eine Rolle spielt, ist bei Hendrik angekommen, wird aber als umgehbar angesehen, und bei Michael gar nicht einbezogen.
              EROI wird von Hendrik als geologischer Förderaufwand erwähnt, bei Michael nicht.
              Verschlechterung des Förderaufwands ist bei Hendrik erwähnt, aber als unbedeutend eingestuft, bei Michael durch Technolgie zu umgehen.

              Im Gegensatz zu euch halte ich den seit 2008 im Durchschnitt fallenden Ölpreis für einen ganz wichtigen Fakt.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Wir haben aber auch seit Jahren eine Überproduktion von ÖL, es wird zu viel Öl produziert als nachgefragt wird, das bedeutet zwangsläufig einen Preisdruck nach unten, nicht nur der Förderaufwand spielt hier alleine herein.

                Und ich halte den Ölpreis nicht für irrelevant, natürlich wird die Produktion einbrechen wenn der Preis zu niedrig fällt, das sollte auch so sein denn ist der Preis zu niedrig bedeutet dies das zu viel Öl auf dem Markt ist welches nicht gebraucht wird.

                Und ob der Peak nun 2022,2025 oder 2030 kommt ist natürlich völlig irrelevant, denn ein Zeitfenster von 10 Jahren ist ein sehr kleiner Zeitrahmen in den systemischen Abläufen diese Planeten.
                Wie seit Jahren gesagt halte ich 2020-2030 für den Zeitrahmen wo wir Peakoil erleben werden, die thermodynamische Betrachtung des Ölfördermaximums die du hier heran ziehst mag zwar allein für Öl richtig sein aber lässt alle anderen Energiebereitstellungsformen außen vor, an der Ölförderung sind aber alle Energiebereitstellungsformen beteiligt, dies kann die Peakoil bis 2030 hinauszögern, wenn die Welt bereit ist den Gesamterntefaktor aller Energieformen abzusinken um die Produktion von Erdöl weiter auszuweiten.

                Wir müssen für Peakoil vor allem die Erdölnachfrage im Auge behalten, die Nachfrage wäre diese Jahr ohne dem Coronavirus 2019-nCoV wieder gestiegen, mit dem Virus noch nicht unter Kontrolle sind wir hier auf unbekanntem Gebiet und können keine energetisch Korrekte Aussage dieses Jahr abgeben.

                Auf der Produktionsseite ist die Frackingproduktion wohl der erste Stein der Fallen wird und hier müsse wir sehen wie sich die Lage entwickelt, ich gehe davon aus das wir hier einen Produktionspeak deutlich vor 2030 sehen werden aber nur um eine relativ sichere Aussage machen zu können nenne ich lieber 2020-2030 um mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig zu liegen mit meiner Schätzung…

                2030 scheint mir auch zu weit weg wenn wir den Zustand der Frackingindustrie in den USA oder der Teersandproduktion in Kanada sehen, aber nur um nicht als Blödmann dar zu stehen hängt man natürlich ein paar Jahre an die Schätzung ran um wirklich sicher zu sein.

                Persönlich denke ich sowieso das wir weg müssen vom Öl, ich würde Peakoil heute lieber früher als später sehen, die Aufwände die durch Veränderungen in unser Umwelt immer mehr ansteigen werden wohl den gestiegenen Förderaufwand bei Öl gesamtsystemisch ohnehin in den Schatten stellen und viel größere Auswirkungen auf unsere Zivilisationen haben, wir reden schließlich hier über viele Aufwandsfaktoren die schnell am steigen sind, schnell meint hier trotzdem viele Dekaden, was immer noch extrem schnell ist in der Entwicklung von Ökosystemen, deswegen mach dich nicht so verrückt Berndt ob wir heute, morgen oder übermorgen Peakoil sehen werden, ich denke ein Zeitrahmen von 2020-2030 ist hier schnell genug.

              • Michael Egloff sagt:

                Hallo Berndt,
                natürlich ist mir die Wichtigkeit des ERoEI bewusst bei Wirtschaftlichkeit der Ölförderung.
                Aber durch erhebliche technologische Fortschtitte insbesondere in den letzten 15 Jahren, nicht nur auf das Fracking bezogen sondern auch auf die konventionelle Ölförderung oder die Teersandausbeutung, ist es gelungen, den Trend zu immer niedrigeren ERoEIs zu stoppen und sogar umzukehren.
                Das betrifft auch die Exploration. Die alte Minerweisheit, dass es vor der Spitzhacke oder in diesem Fall dem Bohrkopf dunkel ist, gilt eben heute nicht mehr. Mit modernsten 4D-Seismikmethoden kann man heute Ölvorkommen so perfekt modellieren und durch fortgeschrittenste Bohrtechniken den maximalen Reservoirkontakt so perfekt herstellen, wie man es sich selbst vor 20 Jahren noch nicht vorstellen konnte. Selbst Experten wurden von der Tragweite dieser Fortschritte überrascht. Mit der Erkundungs- und Fördertechnologie, die vor 20…30 Jahren zur Verfügung stand, hätten wir den geologisch-wirtschaftlichen Peak vermutlich bereits hinter uns.
                ETP bildet diesen ERoEI-Gewinn durch den technologischen Fortschritt nicht ab. Und er bildet auch mögliche geopolitische Verbesserungen oder Verschlechterungen ebenso wenig ab, wie innenpolitische Verbesserungen oder Verschlechterungen in wichtigen Förderländern.
                Oder bedeutende Nachfrageschwankungen zum Beispiel im (möglichen) Falle einer globalen Pandemie mit einer Quarantänesituation in wichtigen Verbrauchsregionen und daraus resultiernedem wirtschaftlichem Stillstand. Oder im Umkehrschluss nach einer Pandemie dem wieder stark ansteigenden Verbrauch.

                Physik (und hier die Thermodynamik) sind freilich wichtige und unverhandelbare Grundlagen jeglicher Wirtschaft und sogar jeglicher Zivilisation. Aber es gibt eben auch noch etliche andere Variablen, die einen zumindest zeitlich begrenzten Einfluss haben und Nachfrage, Angebot oder ERoEI erheblich beeinflussen können. In die eine oder die andere Richtung, die technologische Entwicklung jedoch prinzipiell in Richtung einer Verbesserung des ERoEI und des Angebots.

                Natürlich wird die Physik irgendwann dieser technologischen Verbesserung des ERoEI Grenzen setzen. Da unterscheidet sich meine Meinung durchaus von der blinder Technologie-Enthusiasten. Aber bisher gibt es eben diesen “positiven” Einfluss, der langfristig für die Menschheit sich jedoch eher negativ auswirken wird. Habe ich hier schon ausführlich begründet.

                Und der Preis bildet sich nicht anhand von irgendwelchen Temperaturdifferenzen an irgendwelchen Bohrlöchern, sondern anhand von Anbegots-Nachfragerelationen und der Erwartungen, wie sich diese Relationen in absehbarer Zeit verändern werden. Dehalb: 2007/2008 Preisexlosion auf Grund einer heißgelaufenen Konjunktur und der Erwartung einer baldigen Angebotsverknappung (Peak Oil in den 10er Jahren), 2009 Preiscrash infolge der Weltwirtschaftskrise und dem als Verstärkung wirkenden Wechsel in Richtung Short-Spekulation, 2010 wieder höhere Preise durch anspringende Konjunktur und ab 2015 deutlich niedrigeres Preisniveau durch Technologieoptimismus, der ja zunächst auch seine Berechtigung hat.
                All das bildet ETP nicht ab.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Die Nachfrage Projektion der iea geht erstmal von einem Nachfragewachstum bis ca. 2025 aus.
                Wohl aber sieht auch die iea eine weitere Abschwächung der Nachfrage je näher wir dem Ende dieses Jahrzehnts kommen.

                Wir können jedenfalls davon ausgehen das die Shaleoil Industrie sehr bald nicht mehr wachsen wird und irgendwann in diesem Jahrzehnt anfangen wird zu schrumpfen.

                Ich bleibe bei 2020-2030 als wahrscheinlichstes Zeitfenster für Peakoil.

                https://www.iea.org/reports/market-report-series-oil-2019

              • Hendrik Altmann sagt:

                Der Punkt warum Effizienzverbesserungen den Gesamtaufwand bei der Ölförderung wenigstens stagnieren lassen hat ist vor allem weil der Förderaufwand nur noch recht langsam steigt.
                Der Hauptgrund dafür ist das die Vorkommen mit sehr hohem Erntefaktor(RoI) auch die kleinsten waren aber je niedriger der Erntefaktor sinkt desto größer werden die Vorkommen.
                Der nächste Grund ist das solange die Ölförderung einen hohen Erntefaktor verspricht auch das Wachstum der Förderung und der Ölnutzung sehr hoch ist, je niedriger der Erntefaktor fällt desto niedriger fällt auch dieses Wachstum.

                So ist am Anfang des 19. Jahrhunderts Erdöl im Gesamtenergiemix rasant gestiegen und konnte schnell seinen Anteil ausbauen aber je niedriger der Erntefaktor gefallen ist desto langsamer wuchs dieser Anteil bis sich das Wachstum in ein Schrumpfen gewandelt hat, heute schrumpft der Anteil von Erdöl am Gesamtenergiemix immer schneller und dies wird sich so fortsetzen.

                Kurz gesagt hoher Erntefaktor(ERoEI)= kleine Vorkommen und rasantes Entwicklung der Vorkommen.
                Niedriger ERoEI = große Vorkommen langsames Erschließen der Vorkommen.

                Das bedeutet natürlich das der Erntefaktor bei Erdöl nur noch sehr langsam absinkt, während diese Verhältnis(ERoEI) am Anfang des 19. Jahrhunderts sehr schnell gefallen ist.
                Das Verhältnis fällt heute so langsam das selbst kleine Effizienzverbesserungen dies weider kompensieren können und so den Status Quo verlängern.

                Und wir dürfen nicht vergessen je geringer der Anteil von Erdöl im Gesamtenergiemix wird, desto leichter kann die Förderung von anderen Energiebereitstellungsformen mit noch relativ hohem Erntefaktor subventioniert werden.

                Denn ob wir uns die Förderung von Erdöl noch leisten können darüber bestimmt der Gesamterntefaktor im System aller Energiebereitstellungsformen.

  7. Berndt sagt:

    Hallo Michael,

    Vor der eigentlichen Antwort hole ich erstmal etwas aus:
    Der zweite Hauptsatz ist eine der bedeutsamsten Gesetze der Physik. Er ist das Gesetz, dass den Fluß der Zeit bestimmt. Alle anderen physikalischen Gesetze sind zeitinvariant, bei denen ist egal, ob die Zeit vorwärts oder rückwärts fliesst. Nur der zweite Hauptsatz macht eine Aussage über den Fluss der Zeit.
    Mathematisch gesehen wird mit dem 2 HS die Zunahme der Abwärme berechnet. Erdölförderung ist ein Prozeß, bei bem Unmengen Abwärme entstehen.
    Man kann nicht gegen den zweiten HS verstoßen. Das ist nicht wie ein menschengemachtes Gesetz. Den Fluß der Zeit kann man nicht umkehren. Ugo Bardi hat es mal ungefähr so formuliert „Gegen den 2.HS kann man nicht gewinnen“.
    Mit dem Nichtanerkennen des 2HS haben sich schon viele Leute ruiniert, z.Bsp. Erbauer von sogenannten Perpetuum Mobiles.
    Das ETP-Modell ist einfach nur eine konsequente Anwendung des 2.HS. Die HG hat eine Formel aus dem Lehrbuch „Entropy Rate Balance for Control Volumes“ benutzt. Die Formel ist die mathematische Formulierung des zweiten HS. Sie haben damit eine Entropieänderung aufgrund der Ölproduktion betimmt. Die Temperaturänderung der Erdkruste ist letztendlich das, weswegen soviel Entropie nötig ist.
    Jetzt zu deiner Antwort:
    1. EROI ist nicht gleich ETP.
    2. Die ganzen technologische Fortschritte, die die Erdölförderung an bisher unzugänglichen Stellen möglich machen, sind mit einem höheren Energieaufwand verbunden.
    3. Solange warmes Öl aus der Erde gepumpt wird, nimmt die Förderenergie zu. Das beinhaltet die technologischen Fortschritte.
    4. Für mich war immer ein wichtiger Gesichtspunkt, dass in der Wirtschaft mit dem Einsatz von Öl (Benzin, Diesel) Geld verdient wird, und das man nicht mehr für Benzin zahlt, als man damit verdienen kann. Wegen der Erklärungsbedarfs für diese Idee erwähne ich sie kaum noch. Nichtsdestotrotz gilt die Idee. Genau das zeigt die fallende Preiskurve. Der Preis fällt, weil man mit Öl weniger verdienen kann.
    5. „All das bildet ETP nicht ab“. Doch, es wird alles abgebildet, da die energetischen Effekte berücksichtigt werden. Kurz zur Erinnerung: Die Wirtschaft läuft mit Energie, nicht mit Geld.
    Man kann nicht gegen den 2.HS gewinnen. Mit dem Nichtanerkennen werden wir unsere Gesellschaft ruinieren.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Zu 1. der ERoEI basiert aber auf den thermodynamischen Gesetzen und geht zu gerade zu in Punkt 4. über.

      Zu 4. was richtig ist es gibt ein Preisfenster für Öl bei welchem man Geld verdient, dieses Preisfenster wird aber nicht nur durch den Förderaufwand bei Öl bestimmt, das System ist wesentlich komplexer als nur auf das ETP Modell bei Erdöl bezogen, siehe andere Energiebereitstellungsformen die an der Erdölförderung beteiligt sind und auch noch andere Aufwände die Ebenfalls Entropie im System erzeugen und nicht von der Temperatur bei Öl abgebildet werden aber bei der Erdölförderung eine Rolle spielen, Transport als Beispiel.

      Zu 2. Technologien die die Erdölförderung an unzugänglichen Stellen möglich machen können dies nur weil sie den Energieinvest reduzieren der für die Erschließung nötig ist, die Erschließung war auch vorher möglich nur war der Energieinvest Anteil vorher höher, zu hoch das es sich lohnte diese Vorkommen zu erschließen.
      Das ist ja der Kern von Effizienzverbesserungen sie machen einen bestimmten Nutzen billiger im Anteil der Energieinvestitionen.

      Zu 5. Ja die Wirtschaft läuft mit Energie, das ETP Modell für Erdöl bildet aber auch nur den geologischen Förderaufwand für Erdöl ab, es lässt andere Aufwände in der Ölwirtschaft außen vor und ganz wichtig es lässt alle anderen Energiebereitstellungsformen außen vor, es gibt aber keine harten Grenzen die andere Energiebereitstellungsformen von der Ölförderung ausschließen, den es ist bei weitem nicht nur die Energie aus Erdöl die an der Förderung von Erdöl beteiligt ist.

      Ob und in welchem Umfang wir uns die Erdölförderung leisten können hängt vom Gesamterntefaktor aller Energiebereitstellungsformen im System ab, dieser Faktor bestimmt auch die mögliche Komplexität des Systems und auch die Kaufkraft(Produktivität) im System.

      Berndt du bist zu fokussiert auf Erdöl allein und verlierst dabei den Blick darauf das das System wesentlich komplexer ist als das ETP Modell für Erdöl, was ist Erdgas, Kohle, Wasserkraft,Atomkraft usw.

      Was ist mit den ganzen anderen Aufwänden bei der Erdölförderung wo Entropie entsteht welche nicht von der Temperatur in der Erdkruste abgebildet abgebildet wird, ich nenne hier mal den Transport wo Reibung entsteht und Wärme an die Atmosphäre abgegeben wird.

      • Hendrik Altmann sagt:

        PS: Noch ein großer Aufwandsfaktor bei der Erdölförderung sind Arbeitskräfte(Lohnkosten), dieser Faktor ist variabel und wird nicht von der Öltemperatur abgebildet.

      • Berndt sagt:

        Hendrik, damit wir auf vergleichbarem Niveau diskutieren, müßtest du mindestens zwei von den folgenden vier Dingen tun:
        1. Akzeptieren, dass physikalische Gesetze gelten
        2. Akzeptieren, dass Kurven aus der Realität gelten (Preiskurve)
        3. Meinen Report lesen.
        4. Den Report von Michaux lesen.
        Eigentlich alles, was du vermisst, ist in 3) und 4) enthalten. Bauchgefühl reicht nicht.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Berndt du verstehst ja noch nicht einmal wie die Preisbildung funktioniert, da kann man argumentieren wie man will, das einzige worauf du dich fokussierst ist der geologische Förderaufwand bei Öl, allein darauf bauen deine Systemprognosen auf…

          • h.c. sagt:

            verstehst ja noch nicht einmal wie die Preisbildung funktioniert

            Sorry Hendrik – so einfach ist das nicht! Auch Gail Tverberg argumentiert komplett anders – weil sie die Rückkopplungen sieht und bedenkt!

            VG
            H.C.

            • Hendrik Altmann sagt:

              Das ist ja der Punkt H.C., das Modell der Hills Group lässt viele Faktoren aus die auf die Preisbildung bei
              Erdöl wirken, allen voran das nicht nur der energetische Wert von Erdöl bei der Ölförderung zum tragen kommt sondern auch allen anderen Energieträger mit einfließen und auch das ist eben Physik…

              Dazu kommt das neben dem geologischen Förderaufwand noch andere Aufwände bei der Ölförderung entstehen, der geologische Förderaufwand bei Öl ist ein Aufwandsfaktor von mehreren.

              Energieeffizienz Fortschritte spielen bei allen Aufwandsfaktoren auch noch eine Rolle die mit bedacht werden müssen.

              Fortschritte in der Energieeffizienz bei der Erdölförderung haben den Förderabfall in GB und Norwegen gestoppt, das Förderoutput hat sogar wieder zugenommen und das in einem Niedrigpreisumfeld wo eigentlich Druck ensteht das die Produktionsmenge sinkt.
              Auch hat Russland seine Peakprognose für das eigene Land wieder zurück genommen.

              Wenn wir diese Jahr einen vorläufigen Förderpeak erreichen nicht wegen des Förderaufwandes sondern wegen des Coraonvirus und der daraus entstehenden Nachfragezerstörung.

              • Berndt sagt:

                Hallo Hendrik,
                für das ETP-Modell sind die Eingangsdaten teilweise nicht genau bekannt. Der Water cut hat einen Einfluss, Einsatz andere Energieformen (Hohle, Gas) könnte das Eintrittsdatum nach hinten verschieben, die angenommene Energieeffizienz von 62% erscheint mir zu hoch und würde das Eintrittsdatum deutlich nach vorn verschieben.
                Alle diese Effekte sind aber in der Preiskurve 2008 – 2020 mit enthalten und beeinflussen den Preis. Alle Effekte sind drin, auch sämtliche technologische Fortschritte bis heute. Kohle und Gas werden schon immer zur Ölförderung genutzt, und der Prozentsatz der Nutzung hat sich wenig geändert. Ich kann auch nicht erkennen, dass irgendeine Art technischer Fortschritt dazu führt, dass man in naher Zukunft mehr Kohle, mehr Gas oder gar erneuerbare Energien einsetzt, um Rohöl zu fördern.
                ETP allein hat eine begrenzte Aussagekraft, die Preiskurve allein auch, aber beide zusammen setzen die Randbedingungen für den Verlauf der Ölförderung in naher Zukunft.

                Das vorläufige Fördermaximum war Nov 2018, der Coronavirus wird dazu führen, dass in 2020 kein Überschreiten des bisherigen Maximums passieren wird.
                „Fortschritte in der Energieeffizienz haben den Abfall … in Norwegen gestoppt“ Da mischst du einiges. Norwegen hat vor Jahren das Feld „Johan Sverdrup“ entdeckt, das ab jetzt ausgebeutet wird. Norwegen versorgt die Ölplattformen mit Öko-Strom. Das hat aber überhaupt nichts mit verbesserter Energieeffizienz zu tun, kein einziger der genutzten Motoren ist energieeffizienter. Die machen das nur, damit mehr Öl und Gas zum Verkaufen übrig bleibt. Das ist nicht effizienter, das ist nur anders. Und außer den Norwegern wird auch kein anderer Ölförderer Öko-strom einsetzen, weil keiner soviel Wasserkraft zur Verfügung hat.

  8. Berndt sagt:

    Simon Michaux hat einen sehr interessanten Bericht zu Erdöl für die EU erstellt. Da der Link noch nicht genannt wurde:

    http://tupa.gtk.fi/raportti/arkisto/70_2019.pdf

    • h.c. sagt:

      Uff 500 Seiten…

      Gibt es irgendwelche Highlights?

      VG
      H.C.

      • Berndt sagt:

        Der Bericht ist ein echtes Monster. S.M hat alle möglichen Infos zur Ölproduktion zusammengetragen, damit ist der Bericht auch ein Nachschlagewerk. Ich bin auch noch am Anfang. Schaut mal auf Seite 258. Die Kurve ist meiner Kurve 2 ähnlich. Und lest nach wie er zur Frage steht:
        Was hat den Preiseinbruch 2014 verursacht ?
        Die Shale-Produktion ?
        Die Saudis, die keinen Preiskampf geführt haben und den Preis einbrechen liessen ?
        Das Ende von QE3 ?
        Die Verbraucher, denen das Öl zu teuer wurde ?

        • h.c. sagt:

          Danke!

          “Figure 258 shows that the window of oil market viability is closing. Also, the lower limit (before change
          is required by the market) for the oil price is also declining, even though the production price is going
          up. Either a substitute for oil energy will be found or oil production will not be accessible for the
          average consumer. Predicting the time the window will completely close is not appropriate as this is
          a nonlinear system with unknown influences. It could be postulated though that the window of viable
          operation could close between 2020 and 2025.”

          Keine weiteren Fragen.. in Linie mit Tverberg und ETP…..

          LG
          H.C.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Die Produktion die schneller stieg als die Nachfrage ist die Antwort, die Nachfrage nach Öl stieg weiter in der gewohnten Geschwindigkeit nicht aber die Produktion welche deutlich an Fahrt aufgenommen hat.

          Wenn die Lager sich schnell füllen wird natürlich der Preis gesenkt…
          Wichtig hier selbst mit den starken Preisenkungen stieg die Produktion immer schneller an, die Preise wären also noch weiter gesunken aber als Reaktion auf die gefallenen Preise stieg auch die Nachfrage wieder schneller an, was die Jahre 2016-2018 gut gezeigt haben.
          Wahrscheinlich haben die niedrigen Preise für Öl und Gas den jetzigen Wirtschaftszyklus ungewöhnlich verlängert aber jeder Wachstumszyklus kommt irgendwann zum Ende, die Handelskriege mit dem jetzigen Virus als Zuckerguss bilden den perfekten Sturm für das Ende des jetzigen Zyklus.

          • Hendrik Altmann sagt:

            PS: Das der Peak zwischen 2020 und 2030 recht wahrscheinlich wird sagen viele Modelle voraus, selbst Ölmultis wie BP oder Saudi Arabien haben drauf hingewiesen, damit die Nachfrage aber nachhaltig zerstört wird müssten die Preise erst einmal steigen, bei dem jetzigen Wert des Dollars reichen 50 oder 60 Dollar nicht aus um das Nachfragewachstum abzuwürgen.
            Für 2020 wird immer noch von einem Nachfrage Wachstum um die 1 Million Fass pro Tag Steigerung ausgegangen, natürlich nur wenn der Coronavirus schnell wieder eingedämmt werden kann wonach es nicht aussieht, solange die Nachfrage steigt für Erdöl wird es auch noch keinen Förderpeak geben.

  9. Michael Egloff sagt:

    Einfach irre: von den 100,1 Mio Barrel pro Tag, die im Januar 2020 weltweit gefördert wurden, kamen nur noch 29 mb/d aus den OPEC-Ländern. Also über 70 % (71 mb/d) aus Ländern, die nicht in der OPEC sind.
    So viel kann die OPEC garnicht ihre Förderung drosseln. Die Preise werden also weiter eher niedrig bleiben. Und wenn sich die Covid-19 Epidemie nicht eindämmen lässt, werden wir noch niedrigere Ölpreise sehen. Dann wäre sogar ein vorübergehender Peak demand nicht ausgeschlossen, wenn die Weltwirtschaft deswegen ins Rutschen kommt.
    Einige OPEC-Länder stehen vermutlich vor wirtschaftlichen und sozialen Turbulenzen.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Zeigt aber auch das wir bei 60 Dollar noch locker das Produktionsniveau einige Jahre über 100mb/d halten können…
      so viel zu Berndt’s rapiden Ölproduktions Kollaps der ja schon im November 2018 seinen Anfang hatte nach Bendts Theorie.

  10. h.c. sagt:

    Ich habe mir mal wieder einiges von der Seele geschrieben…. ggf. interessiert es jemanden oder hat einige Punkte zum reflektieren bzw. Nachdenken: https://limitstogrowth.de/2020/02/16/automobilindustrie-einige-gedanken-zu-e-mobilitaet-diesel-krise-die-zukunft-der-automobilindustrie-und-weil-wir-es-koennen/

    LG
    H.C.

    • Berndt sagt:

      Hallo HC, toller Artikel.

      Ich habe den Eindruck, das Nachdenken über eine autolose Gesellschaft ist in Deutschland ein Tabuthema. Da denkt man eher über den eigenen Tod nach (auch ein Tabuthema), als sich vorzustellen, man hätte kein Auto mehr.
      Seit fast 80 Jahren wird Deutschland (und andere Länder) so umgebaut, dass alles nur noch für Autofahrer passt. Wer in der Stadt wohnt, zieht aufs Land, und fährt mit dem Auto zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Sport, zum Arzt usw. Auf dem Land gibt es aber keine Infrastruktur, die gibt es nur in der Stadt.

      Beispiel Niedersachsen: Dorf A hat eine Fabrik (unsichtbar, das ausserhalb des Dorfes) , da fahren alle aus Dorf B zum Arbeiten hin. Dorf B ist schöner, weil da keine Fabrik ist. In Dorf A gibt es so gut wie keine Infrastruktur mehr (Vor 30 Jahren gab es die noch), die ist nur noch in Dorf B. Also fahren alle aus Dorf B zum Einkaufen, zum Arzt, zum Restaurantbesuch nach Dorf A. Und alle Dorfbewohner A+B können jammern: „Auf dem Land braucht man zum Leben unbedingt ein Auto !!“

      Fangt mal schön mit dem Rückbauen an, die Zeit wird knapp.

      • h.c. sagt:

        @Berndt

        Danke für die Blumen :-)

        Ja, mit dem Artikel habe ich mir ca. 1,5 Jahre Unsinn in den Medien, der Politik und der Wirtschaft aus dem Kopf geschrieben. Es ist aus meiner Sicht einfach unfassbar wie wir von “Memes” und ideologischer Propaganda beherrscht werden.

        Sinnvolle Lösungen sehe ich selber kaum noch – nicht für 7,6 Milliarden… da ich selber schon zu denen gehöre die Ihre besten ‘biologischen’ Zeiten hinter sich haben – mache ich mir auch keine allzu großen Illusionen…

        In Bezug auf meine Kompetenzen scheint es auch nur wenige zu geben die da ein offenes Ohr haben – zu schmerzhaft scheinen die Daten & Fakten zu sein, die ich präsentiere und präsentieren kann.

        Letztens meinte doch sogar ein Lehrer, mit Fokus auf Umwelt & Co., zu mir (der keine Referenzen in Bezug auf seine Thesen oder aussagen nennen wollte) das ich extreme Positionen hätte und wenn ich nur lange genug selber suchen würde – dann würde ich seine Meinung teilen und entsprechende Stimmen (die er nicht nennen konnte oder wollte) finden.

        So einfach kann das sein… also mit dem faktenfreien Beibehalten der eigenen Illusionsblase.

        Ob nun Gesundheit (https://hcfricke.com) oder Grenzen des Wachstums – fast überall stoße ich auf Denkblockaden – von dem Handeln mal ganz abgesehen. Selbst wenn es die Menschen im absolutem Kern selber betrifft (-> Gesundheit) sehe ich fast nur komplette Ignoranz der Fakten und Daten…. wie wollen wir da globale Probleme im Hinblick auf die Zukunft und die nächsten Generationen lösen?

        LG
        H.C.

        • Gast sagt:

          “So einfach kann das sein… also mit dem faktenfreien Beibehalten der eigenen Illusionsblase.”

          Man darf nicht vergessen, das die Leute seit ihrer Jugend mit dem Fortschrittsglauben indoktriniert wurden, und immer noch werden.
          Es kann einfach nicht so schlimm sein und werden, wie es die Weltuntergangspropheten erzählen, weil ja der Fortschritt bisher immer alle Probleme gelöst hat. Warum sollte es also diesmal nicht auch so sein. Die da oben (Wissenschaft, Technik und Politik werden sich schon was einfallen lassen, hat doch bis jetzt auch immer geklappt.

          “Selbst wenn es die Menschen im absolutem Kern selber betrifft (-> Gesundheit) sehe ich fast nur komplette Ignoranz der Fakten und Daten…. wie wollen wir da globale Probleme im Hinblick auf die Zukunft und die nächsten Generationen lösen?”

          Nun, man kann doch nicht erwarten, das die zum pausenlosen Konsumieren konditionierten und Nicht-zum-Nachdenken-Zeit-habenden
          Hamsterradler plötzlich einen fundamentalen Sinneswandel unterliegen können.
          Dieser würde ja das Glaubenssystem an Wachstum, Fortschritt und “immer besser” völlig in Frage stellen. Und wer möchte schon freiwillig seiner verheißungsvollen Religion abschwören?

          • Michael Egloff sagt:

            Es gibt ein Zitat von Albert Schweitzer, das unser Dilemma offensichtlich macht:

            “Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.”

            Wie soll ein Lebewesen selbstverursachte globale Probleme lösen, wenn es noch nicht einmal in der Lage ist, selbstgewählte, teils gravierende Selbstschädigung zu beenden? Von Schrott-Ernährung und Bewegungsarmut, über Drogen- und Medikamentenmißbrauch bis hin zu Reiz- und Schrottinformationsüberflutung und Selbstbelastung durch immer mehr und immer stärkere elektromagnetische Felder (es lebe die Digitalisierung!).
            Begleitet vom Terror der ständigen Erreichbarkeit und der immer perfekteren Selbstvermarktung.

  11. Michael Egloff sagt:

    Wenn die Dinge sich weiter so entwickeln wie in den letzten 4 Wochen, werden wir dieses Jahr sowohl einen Preiseinbruch bei Öl sehen, als auch einen vorübergehenden ausgeprägten Peak demand Oil. Einen Rückgang von 3% (sprich: 3 mb/d) bei der Ölnachfrage halte ich nicht für ausgeschlossen.
    Das könnte dann als “Beweis” für das ETP-Modell interpretiert werden, obwohl es einen anderen Grund hat.

    Ihr ahnt es schon: die Corona-Ausbreitung plus ihrer psychologischen Auswirkungen.

    Diese strahlen jetzt allmählich auf den übrigen asiatischen Raum aus und werden wohl auch bald weltweite Auswirkungen zeigen.

    https://www.nzz.ch/wirtschaft/singapurs-wirtschaftskrise-kommt-ueber-nacht-und-trifft-eine-verwoehnte-gesellschaft-ld.1539756?utm_source=pocket-newtab

    Hier mal einige Aspekte der aktuellen Entwicklung. Es gibt einen Hot Spot, der von der Durchseuchungsrate von mittlerweile deutlich über 10% die Nr. 1 darstellt: das Kreuzfahrtschiff Diamond Princess. Begonnen hat es vor etwas mehr als 3 Wochen mit wahrscheinlich einem einzigen Infizierten (80-jähriger Mann) und hat jetzt eine Ausmaß von 454 Infizierten erreicht, trotz strikter Kabinen-Quarantäne in den letzten 14 Tagen. Somit hat also dieses Schiff mehr nachgewiesene Infektionsfälle als die gesamte Region Schanghai oder Peking mit jeweils etwa 20 Mio EW. Woran man sehen kann, wie unplausibel die offiziellen chinesischen zahlen sind.
    Und Indonesien und Afrika mit einer Community von jeweils etwa 250000 Chinesen, die zu einem gewissen Anteil das chinesische Neujahrsfest in der Heimat verbracht haben, weisen eine Anzahl von Null bzw. 1 Infizierten aus.
    Das, was die offiziellen Zahlen verkünden, ist wohl weniger als die berühmte Spitze des Eisberges.

    Wenn sich die statistishcen Zahlen in den nächsten Wochen etwas mehr der tatsächlichen Entwicklung annähern werden, rechne ich mit einem realwirtschaftlichen Schock.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Es gibt verschiedene Schätzungen von verschiedenen Organisationen die von 250-500 tausend infizierten ausgehen, leider versorgt uns China nur mit den allernötigsten Informationen und selbst bei diesen wissen wir nicht ob sie manipuliert sind.

      Wenn der Virus weiter expandieren kann können wir davon ausgehen das es eine Wirtschaftskrise geben wird die die von 2008/2009 deutlich in den Schatten stellen wird,zumal die Weltwirtschaft sich ohnehin auf eine Kontraktionsphase hin bewegt hatte.

      Natürlich sind Entwicklungsländer in Afrika oder aber auch in Asien besonders verwundbar für den Virus.

  12. Hendrik Altmann sagt:

    https://www.welt.de/wirtschaft/article205966173/Nord-Stream-2-Altmaier-setzt-auch-fuer-Wasserstoff-auf-russisches-Erdgas.html

    Da kann man nur noch den Kopf schütteln, Wasserstoff wird heute zum Großteil aus Erdgas hergestellt einem recht CO2 intensiven Prozess aber in der Öffentlichkeit wird das grüne Image verkauft…

    Eine Wasserwirtschaft auf basiert auf Windrädern und Solar wäre sehr teuer das wird anscheinend nicht realisiert.

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