Zum Textbeginn springen . Zur Navigation springen .

Kanadisches Öl für 3,82 US$, Peak Demand und Transformation

Für Finanzmarktwelt.de hat Dirk Schumanns einen sehr lesenswerten Artikel über die aktuellen Phänomene am Ölmarkt geschrieben. Sein Aufhänger: Die kanadische Ölsorte Western Canadian Select wird aktuell für 3,82 US$ gehandelt, während Saudi Arabien die Fördermenge sogar ausweitet, um die anderen Ölförderer auf Linie zu bringen. Sehr lesenswert!

Dirk Schuhmans: Ölpreis im freien Fall – neuer Tiefstand in Kanada bei 3,82 US-Dollar!

Was wir derzeit im Ölmarkt erleben sind Auswirkungen eines überschrittenen Peak Demand: Die Nachfrage nach dem Energierohstoff ist massiv eingebrochen, weil Flugzeuge, Autos und viele LKW derzeit stillstehen. Tanken ist billig, dennoch tun es viel weniger Leute, weil wir weniger unterwegs sind. Die politischen Reaktionen auf die Corona-Verbreitung und die wirtschaftlichen Reaktionen sorgen haben so viele wirtschaftliche Aktivitäten verlangsamt, dass auch die Nachfrage nach Öl stark zurückgegangen ist: Der Nachfragegipfel ist überschritten. Und zwar sehr plötzlich.

Viele Menschen gehen davon aus, dass diese Pandemiephase vorübergehend sein wird. Sie erwarten, dass nach einer gewissen Ruhephase eine Rückkehr zu den altbekannten Handlungsmustern passiert. Sie hoffen das auch deshalb, weil das Altbekannte Sicherheit bietet. Allerdings sollten wir uns alle fragen, ob nicht unsere bisherigen Handlungsmuster, unsere Art (wirtschaftliche) Prioritäten zu setzen,Vorsorge zu treffen usw., ob diese Handlungsmuster nicht Teil jener Probleme sind, in denen wir jetzt stecken. Globale Wertschöpfungsketten, verletzliche Unternehmen und Kommunen, überbordender Flugverkehr, ... In der Pandemie-Krise steckt die Chance, eben nicht zu den alten, verletzbaren Strukturen zurückzukehren, sondern die Krise zur Transformation zu nutzen. Wer sich fragt "Wohin?", der sei an die 17 Nachhaltigkeitsziele/Sustainable Development Goals (SDG) erinnert, die ein gutes Zielbild abgeben.

Außerdem:

156 Kommentare to “Kanadisches Öl für 3,82 US$, Peak Demand und Transformation”

  1. Hendrik Altmann sagt:

    Solange es keine Einigung gibt auf riesige Förderkürzungen wird der Preis weiter fallen, wenn die Lager alle voll sind, muss der Preis praktisch fallen oder die Produktion geht zwangsweise vom Markt.

    Was gegen Förderkürzungen spricht ist das diese so gewaltig sein müssten das weitere Probleme entstehen und natürlich würde man wieder den USA zuspielen.

    Dafür spricht das ein Krieg gegen die US Fracker schwierig ist, da diese die Produktion bei höheren Preisen wieder hochfahren könnten besonders die großen Ölmultis.
    Dazu kommt das viele OPEC Staaten hoch abhängig sind von den Einnahmen aus dem Öl und Gas Geschäft und das die Ölnachfrage selbst nächstes Jahr noch unter der von 2019 stehen dürfte.

    Ich glaube nicht das viele OPEC Länder oder aber auch Russland eine lange Durststrecke über Jahre aushalten können, die so oder so da wäre aber durch das Pumpen als gäbe es kein Morgen nur noch deutlich verschärft wird, ich denke die Länder werden sich auf neue Förderquoten einigen müssen oder wir sehen einen nie dagewesenes Chaos in der Ölindustrie und auch in den Ländern die so abhängig sind von den Öleinnahmen.

    Nach der modernen Wirtschaftstheorie gibt es immer eine Einigung wenn alle durch so eine Einigung profitieren und alle ohne solch eine Einigung verlieren, ich würde also sagen das eine Einigung sehr wahrscheinlich ist.

  2. Michael Egloff sagt:

    Trump will jetzt zwischen Russland und Saudi-Arabien vermitteln, um den Ölförderkrieg dort zu beenden.
    Nur selbst wenn ihm das gelingt, wird daraus wohl nicht ein dauerhafter Anstieg der Ölpreise über 30 Dollar resultieren.

    Die Abfertigungszahlen auf deutschen Flughäfen liegen 95% tiefer als vor einem Jahr und dürften wohl noch etwas sinken, wenn die Rückholaktion beendet ist. Selbst bei Frachtflügen liegt der Rückgang bei 20%.
    Der Tourismus liegt weltweit in Agonie mit weitestgehendem Ausfall an Bus-, Bahn-, Flugzeug- und Schiffsreisen.
    Die USA geraten erst jetzt zunehmend flächendeckend in eine Lockdown-Situation, was den Autoverkehr auch dort massiv einschränken wird.

    Der Nachbestellboom bei Heizöl auf Grund der günstigen Preise wird auch in wenigen Wochen zum Erliegen kommen und dann die Nachfrage mindestens bis zum Herbst einbrechen lassen.

    So viel kann garnicht freiwillig von den Förderländern reduziert werden, um den prozentual und nominal weitaus größten Nachfrageeinbruch der letzten 7 Jahrezehnte auszugleichen.
    Ich vermute, Brent und WTI werden für einen längeren Zeitraum zwischen 20 und 30 Dollar schwanken.
    Und wird jegliche Neuexploration zum Erliegen bringen.
    Was allerdings auf Sicht von 3…4 Jahren bei Wiederanspringen der weltweiten Ölnachfrage zu einem drastischen Angebotsengpass führen könnte. Und dann zu plötzlich steigenden Preisen.

  3. Michael Egloff sagt:

    Wahnsinn!

    Die Erstanträge auf Arbeitslosengeld sind in den USA vom letztwöchigen Rekordwert noch einmal drastisch nach oben geschossen:

    https://www.n-tv.de/newsletter/breakingnews/Massiver-Einbruc…

    Solch eine steile Kurve gab es noch nie in den USA in einer Krise. Meilenweit vom Lehman-Desaster entfernt.
    Jetzt wird es zum Blutbad an den Börsen kommen.

  4. M.U. sagt:

    Zum Schluss sterben dann mehr an Hunger als an Corona. Zum Glück zählt die keiner. Weiter machen!

    • Hendrik Altmann sagt:

      Die wirtschaftliche Aktivität wird nur eine Zeit lang durch die Politik reduziert da wo es Sinn macht, um die Infektionskurve herunter zu drücken.

      Es gibt Zwei gründe warum wir die Infektionskurve herunter drücken müssen, einmal um ein überlasten der Gesundheitssystems zu verhindern und zum zweiten das wir eben nicht eine so hohe Durchseuchung vor dem eintreffen des Impfstoffes erreichen.

      Beides wird viele tausend Menschenleben retten, ich glaube nicht das durch eine zeitlich begrenzte Teillahmlegung bestimmter Wirtschaftsbereiche gleich viele Menschen verhungern…

      Wir müssen hier vielleicht mal wieder ein wenig Empathie mit der kranken und schwachen der Gesellschaft lernen, was einen großen Teil der Bevölkerung ausmacht, nicht Jeder ist so stark und gesund und kann diesen Virus so einfach abschütteln.

  5. MM sagt:

    @Bernd

    So wie ich das sehe, kann es gerade sehr teuer werden, wenn man sich auf dem Ölmarkt mit einem Contract verspekuliert, daher glaube ich, wir sind auch etwas näher am realen Preis, den sich die Wirtschaft leisten kann.
    Das bedeutet dann, Kanadisches Öl ist energetisch gesprochen “Junk”.

  6. Hendrik Altmann sagt:

    Der Virus stagniert jetzt in Deutschland, was bedeutet das die Zahl der Infizierten weder schrumpft noch steigt, das ist zwar einerseits erfreulich andererseits habe ich mir und wahrscheinlich viele andere Leute sich mehr erhofft von den Maßnahmen der Bundesregierung.

    Eine Entwicklung wie in Süd Korea konnten wir bis jetzt nicht wiederholen aber wir haben ja noch 2 Wochen Zeit Fortschritte zu machen, jetzt können wir nur noch hoffen das die Produktion der Schnelltests von Siemens in großer Menge schnell anläuft und das die Bevölkerung genug Disziplin zeigt in ihrem Sozialverhalten.

    Aber ich habe die Befürchtung das die Stagnation im besten Fall bis zum 20. April anhält und das der Virus dann wieder wächst in Deutschland, natürlich hoffe das das Wachstum dann recht langsam verläuft.

    • M.U. sagt:

      “andererseits habe ich mir und wahrscheinlich viele andere Leute sich mehr erhofft von den Maßnahmen der Bundesregierung.”

      Das da konkret wäre? Vor dem Sinken kommt hat erst einmal die Stagnation. Man kann keine Wunder erwarten. Und das erst recht nicht von einen Tag auf den anderen.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Nun die Lockdownphase läuft ja nicht nur einen Tag und eine Stagnation der Infizierten ist auch weit weg von einem Wunder.
        Wenn die Maßnahmen am 20. April wieder gelockert werden könnten die Zahlen weider steigen.

        Zum Vergleich Südkorea konnte mit seinen Maßnahmen den Virus eindämmen, die Zahl der Neuinfektionen ist auf ein kleines Maß zurück geschrumpft und der Virus ist komplett unter Kontrolle.

        Dann bleibt wohl nur noch die große Test Offensive und eventuell noch eine Maskenpflicht, Masken scheinen eine gute Wirkung zu zeigen, in Österreich sind die Zahlen der Neuinfektionen viel stärker zurück gegangen als in Deutschland und hier gibt es eine Maskenpflicht im Supermarkt, insgesamt schlägt sich Asien hier auch besser, hier werden auch viel mehr Masken getragen…

        Schmierinfektionen scheinen kaum eine Rolle zu spielen beim SARS-2 Virus aber hier müssen wir noch die Studien abwarten für eine 100% tige sichere Aussage, was bedeutet das der Hauptverbreitungsweg Speichel aus dem Mund/Rachenraum ist, einfachste Masken könnten so die Verbreitung bremsen, in Kombinationen mit den Verhaltensregeln die wir hoffentlich sowieso einhalten sollte das den Virus schon allein deutlich behindern.

      • Michael Egloff sagt:

        Viele verkennen, dass es schon ein gewaltiger Fortschritt ist, dass wir aus der exponentiellen Kurve raus sind. Ohne die Maßnahmen der letzten 2…3 Wochen hätten wir in Deutschland bereits Verhältnisse wie in New York oder Madrid. Trotz höherer Kapazitäten in der Intensivmedizin.

        Zu den Masken: sollte man so schnell wie möglich flächendeckend einführen. Aber woher nehmen und nicht stehlen? Denn die professionell produzierten Masken sind völlig für die Bereiche zu reservieren, die diese am meisten brauchen: Kliniken, Arztpraxen, Pflegeheime usw.
        Antwort: nähen, nähen, nähen. In Vielmillionenfacher Anzahl.
        Deshalb: erst Empfehlung geben, selbstgenähten Mund-Nasenschutz zu tragen (z.B. ab Ostern), und ab Mai dann Verpflichtung dazu im öffentlichen Raum.

        Aber: auch da keine Wunder erwarten. Selbst Japan mit fast 100% Tragepraxis verzeichnete in den letzten Tagen einen exponentiellen Anstieg der Neuinfiziertenfälle, allerdings von vergleichsweise niedrigem Niveau kommend. Ein Shutdown wurde deshalb selbst dort schon angekündigt.

        Und was die Tracking-App angeht: auch dort keine Wunder erwarten. Denn selbst wenn alle diese App haben und ihr Smartphone immer bei sich tragen, ist ja nur etwa ein Fünftel aller Infizierten als Signalgeber im System enthalten, wenn wir realistischerweise von einer Dunkelziffen von 5 ausgehen.
        Aber alles ist ein notwendiger Baustein, ohne Wunder bewirken zu können.

        Jedenfalls kann man dann die wirtschaftsstrangulierenden Maßnahmen etwas eher lockern und eventuell ein gewisses Maß an Kontrolle über die Infektionsketten wieder zurückerlangen ab Mai/Juni.

        Unbedingt ansehen:

        https://www.youtube.com/watch?v=3z0gnXgK8Do

        • M.U. sagt:

          Absolut korrekt.

          Ich wäre ja dafür die junge Dame zum Pressesprecher unserer Regierung zu machen. Dann könnten wir viele von den Pfeifen die man uns sonst so vorsetzt in die Wüste schicken.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Natürlich würden ganz normale Stoffmasken einen Effekt haben der die Ausbreitung bremsen würde, wenn wir die Maßnahmen lockern wollen muss die Maskenpflicht kommen, dem Gesundheitswesen wird hier auch nichts weggenommen da der Mundschutz nichts mit den Schutzmasken zu tun hat die im Gesundheitswesen zum Einsatz kommen, ein Bandana um den Mund würde schon einen Effekt haben, beim ganz normalen sprechen können Speicheltropfen bis zu 2 Meter weit fliegen.

  7. Michael Egloff sagt:

    Die nächste zyklische Krise war eigentlich nach über 10 Jahren künstlich verlägertem Konjunkturzyklus ohnehin fällig. Jetzt kann man es auf das böse Virus schieben. Aber klar: die Pandemie macht die Krise deutlich intensiver. Das hat es noch nie gegeben, dass ganze Branchen, wenngleich vorübergehend, auf Umsatz nahe Null gefallen sind: Tourismus, Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel außerhalb des Lebensmittelhandels, Autoproduktion (wahrscheinlich nachfolgend auch die Zulieferer), Flugzeugproduktion…

    Alleine die Tourismusbranche steht weltweit für Umsätze von 6,6 Billionen Dollar. In manchen Ländern wie Italien und Spanien hat der Tourismus einen Anteil von 15% am BiP. In Deutschland dürften es immerhin knapp 10% sein.
    Diese massiven Einbrüche gehen deutlich über eine normale zyklische Krise hinaus. Jetzt kommt es noch auf die Zeitdauer der Einschränkungen an.
    Selbst Virologen beginnen schon über eine gesteuerte Ansteckungswelle zu diskutieren, um in Richtung Herdenimmunität zu kommen.
    Was wohl heißen soll, dass sie die Aussischt auf ein wirksames und sicheres Impfserum, das zudem noch alleine für Europa in hundertemillionen Dosen zur Verfügung stehen müsste, innerhalb der nächsten 12 Monate keineswegs für gesichert halten.

    Ein solches Experiment, via Ansteckung (sprich Erkrankung) diese Massenimmunisierung zu erreichen gleicht wohl einem Ritt auf einem ungebändigten Gaul.

    Es gibt allerdings auch einen positiven Aspekt. Nicht erst bei 66% Ansteckung gibt es eine Entspannung, sondern schon deutlich vorher.
    Bei 33% Immunisierung sinkt R0 des Virus schon von 3 auf 2 (effektiv). Wer sich mit Exponentialität auskennt, weiß, dass dies ein gewaltiger Unterschied ist. Ob die Zahlenreihe 3…9…27…81 ist, oder 2…4…8…16, das ist enorm im Unterschied der Dynamik. Das heißt, bei einer Immunitätsrate von 33% würden wir schon mit deutlich reduzierten Eindämmungsmaßnahmen zum Erfolg kommen und gezielter agieren können, weil Ausbrüche eine deutlich geringere Dynamik hätten.
    Und bei 50% Immunitätsanteil wären wir schon bei R0 1,5. Insofern kann man über eine solche Strategie zumindest nachdenken.
    Schwierig, da eine Entscheidung zu treffen.

    Peak Oil und die Folgen | wallstreet-online.de – Vollständige Diskussion unter:
    https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1157619-14541-14550/peak-oil-und-die-folgen

    • Hendrik Altmann sagt:

      Die Wirtschaft wird so oder so Ende April gestartet werden müssen, wahrscheinlich mit Maskenpflicht im öffentlichem Raum und besonderen Verhaltensregeln, ein längerer Lockdown würde zu viel Risiken mitbringen.

      Wie du schon sagtest die wirtschaftlichen Folgen sind immens und können eine Dynamik erreichen die schwer vorher zu sagen ist, mit möglichen schwer wiegenden Folgen in der Geopolitik und destabilisierten Gesellschaften in Staaten die nicht über ein gutes Sozialsystem verfügen.

      Eine Maskenpflich + Verhaltensänderungen + große Produktionskapazitäten von Schnelltests werden die einzigen Möglichkeiten bleiben die Schäden und Todesfälle so begrenzt wie möglich zu halten.

      Der R0 Faktor definiert die Basisreproduktionsrate, der Rt definiert die Nettoreproduktionsrate, der R0 bleibt also auch bei 33% und 50% Immunisierung bei 3,0 gleich da dies die Basisreproduktionsrate ist, der Rt würde dann auf 1,5 sinken bei 50% Immunisierung, also die Nettoreproduktionsrate (Rt) wäre dann 1,5

      Jede Maßnahme die den Rt senkt ist also willkommen, ob Änderungen im Sozial/Arbeitsverhalten, ein Mund/Nasenschutz, oder eine Überblick wer Infiziert war oder gerade ist.

      Wirksamer wäre es natürlich den Virus so weit Einzudämmen das es voll kontrolliert ist wie in Südkorea, dann kann die Wirtschaft auch wieder deutlich besser funktionieren, ohne eine starke Reduktion der Infizierten und vor allem ein Überblick wer infiziert ist und wer nicht, werden Veranstaltungen und allgemein größere Menschenansammlungen wohl weiter untersagt bleiben müssen, sprich Fußballspiele ohne Zuschauer auf der Bühne, Konzerte fallen weiterhin aus, usw.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Da der Virus in Deutschland nicht mehr weiter wächst oder sogar leicht schrumpft, könnten uns 4 weitere Wochen im Lockdown an dem Punkt bringen wo Südkorea heute ist, wenn wir weiter aggressiv testen und die Kapazitäten noch erweitern, dies würde den Vorteil mit sich bringen das viele Bereiche in der Wirtschaft wieder relativ normal funktionieren könnten und der Virus nur noch mit niedrigen Neuinfektionen vor sich hindümpelt, ähnlich wie in Südkorea.

        Bauen wir die Maßnahmen zu schnell ab stagniert der Virus wohl bei 100-200 tausend Infizierten weiter vor sich hin und viele Bereich müssten trotzdem mit großen Einschränkungen leben.

        In Südkorea gibt es vielleicht noch 100-250 Neuinfektionen pro Tag, bei einer Bevölkerung von knapp 52 Mio Menschen.

        Auch in anderen Ländern wie in Österreich und Australien haben wir eine positive Entwicklung, genügend Testkapazitäten und weitere Vorsicht voraus gesetzt, ist der Virus in vielen Ländern kontrollierbar.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Was ich mich die ganze Zeit frage ist ob Herdenimmunität überhaupt das Ziel sein sollte bevor wir einen Impfstoff zur Verfügung haben.
          Bei 33% Durchseuchung hätten wir bei einer Sterblichkeitsrate von 1,5% 406000 Tote, über die Sterblichkeitsrate lässt sich natürlich streiten, ich lege hier einfach die Metadaten von Südkorea zugrunde wo die Sterblichkeitsrate immer noch weiter ansteigt und die Zahl der Infizierten mit der geringsten Ungenauigkeit erfasst ist, dicht gefolgt von Deutschland, wo aber noch viel mehr Menschen sterben werden, weil wir noch lange nicht so weit fortgeschritten sind wie Südkorea auf der Infektionskurve.

          Ich denke Herdenimmunität sollte nicht das Ziel sein ohne einen funktionierenden Impfstoff, weil das zu viele Todesfälle bedeuten würde, stattdessen sollte der Virus im Wachstum so weit eingedämmt werden durch Maßnahmen, das die Zahl der aktiven Infizierten so weit abfällt das der Virus gut kontrollierbar bleibt, wiederum Beispiel Südkorea.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Und zulassen das sich nur die fitten, gesunden und jungen infizieren, wobei die Risikogruppe isoliert bleibt, halte ich für zu schwer durchführbar.

            • Michael Egloff sagt:

              Du hast recht, Hendrik,
              die Isolierung von etlichen Millionen Menschen ist NICHT möglich.
              Wie wir sehen, noch nicht einmal in dem Bereich, in dem es noch am ehesten möglich sein würde: in den Alten- und Pflegeheimen. Die Liste von Infektionsketten dort ist mittlerweile schon beträchtlich. Nicht nur in Deutschland.

              Und: in den Heimen (etwa 14 000) werden etwa 1 Million Menschen betreut. In den Familien hingegen 2,5 Millionen. Die sind noch weniger zu schützen.
              Ganz zu schweigen von den Nicht-Hochbetagten, die jedoch zur Risikogruppe gehören: Herz- und Lungenkranke, Diabetiker, Leute mit schweren Autoimmunkrankheiten, Asthmatiker, starke Raucher usw.

              Die Isolierungsdiskussion ist völlig weltfremd. Und ich gebe zu: damit auch die Strategie, bis zum Herbst wenigstens ein Drittel der Bevölkerung per Erkrankung zu immunisieren, um dann im nächsten Winterhalbjahr, das wohl eine weitere Verschärfung der Situation bringen wird (sagt jedenfalls Prof. Drosten), einigermaßen die Kontrolle zu behalten.
              Wir würden eben auf dem Weg dorthin immer wieder zyklisch die Kontrolle verlieren bei der Immunisierungs-Startegie. Das würde erhebliche ethische und rechtliche Problematiken mit sich bringen.

              Eines ist wohl auch wahrscheinlich: es wird unsere Wirtschaft, das Finanzsystem und die soziale Ordnung ziemlich zerlegen in den nächsten 12 Monaten. Denn wir werden in Intervallen die Zügel immer wieder anziehen müssen und zumindest immer mal wieder einen soft-Lockdown durchsetzen müssen. Das Virus ist einfach zu ausbreitungsfreudig für ein normales gesellschaftliches Leben beim jetzigen minimlen Immunisierungsgrad.

            • Michael Egloff sagt:

              Hier ein Kommentar der maiLab-Macherin in den Tagesthemen
              (sie ist Doktor der Chemie):

              https://www.youtube.com/watch?v=N8R_p-awmgI

              • Hendrik Altmann sagt:

                Es gibt aber auch viele Lichtblicke am Horizont, neue Behandlungs Therapien,die Schnelltests die kommen sollen, sowie immer mehr Staaten die das Wachstum stark verlangsamen konnten.

                https://www.youtube.com/watch?v=cNDE12HymYc

                Hydroxychloroquine in Kombination mit Zink scheint in der Intensiv Behandlung gute Ergebnisse erreicht zu haben, mal sehen was aus dieser Richtung noch kommt und ob diese Behandlungsform tatsächlich so gut anschlägt.

              • h.c. sagt:

                @Hendrik,

                macht auch sinn, wenn das stimmt was ich am Ende meines Artikels beschrieben habe…

                https://hcfricke.com/2020/04/08/corona-reflektionen-quo-vadis-cui-bono-von-fehlenden-roten-faeden-und-viel-theaterdonner/

                VG
                H.C.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Wenn eine Obduktion vorgenommen wird und es sich zeigt der die Person einen Herzstillstand oder Herzinfarkt hatte aber auch an der Virusinfektion mir SARS-2 litt, wäre die Person auch ohne die Virusinfektion an diesem Tag an einem Herzstillstand oder Herzinfarkt gestorben?

                Diese frage können wir nicht zu 100% beantworten, deswegen werden auch Personen die (als Beispiel) an einem Herzstillstand sterben und mit dem Virus infiziert waren als SARS-2 Tote gezählt.

                Und das wir bis jetzt “nur” knapp 100000 Tote haben durch SARS-2, liegt auch an den starken Maßnahmen die die Staaten am laufen haben, ansonsten wäre die Zahl viel höher und würde auch noch rasant wachsen.

                100% Einigung über die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen wird es nicht geben, weder in der Öffentlichkeit, noch im Gesundheitswesen oder bei den Experten aber die große Mehrheit ist für diese Maßnahmen und nur das zählt oder?

              • Michael Egloff sagt:

                O.k.
                dann rechnet eben 2% von den Verstorbenenzahlen ab, die zufällig am gleichen Tag an einer Vorerkrankung gestorben wären.

                Und wo ist dann der entscheidende Unterschied?

                Aber: z.B. in Italien und Frankreich wurden bei Weitem nicht alle an Covid Verstorbenen erfasst. Diese Lücke ist sehr viel größer, als das zufällige Zusammentreffen von 2 Todesursachen.

              • h.c. sagt:

                @Michael

                Wenn jemand hoch-krank ist und Corona kommt, war Corona der Auslöser – aber nicht die Ursache. nach allen Daten sterben aber Alte und Hochkranke. Alter und Hochkrank sind die primären Risikofaktoren.

                Bei beiden würde auch eine Salmonellen-Salami reichen für den höchstwarscheinlichen Exitus…. oder was auch immer.

                Dieses Konzept scheint irgendwie nicht begriffen zu werden…

                VG
                H.C.

  8. Michael Egloff sagt:

    Hier mal Kopien von 2 meiner Beiträge aus einem anderen Thread:

    “Die Ölpreise setzen ihre Erholung trotz der anhaltenden Nachfrageschwäche fortgesetzt. Am Morgen kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni 33,14 US-Dollar und damit 30 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI mit Lieferung im Mai steigt um 72 Cent auf 25,81 Dollar. Im Verlauf des Tages wollen führende Ölförderländer über eine Förderkürzung beraten und damit eine Lösung im Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland herbeiführen. Die russische Regierung hatte im Vorfeld bereits ihre Bereitschaft zur Reduzierung der täglichen Fördermenge signalisiert, was die Erholung des Ölpreises zuletzt stützte.

    Der Nachfrageausfall infolge der Corona-Epidemie hält derweil an. Marktbeobachter sprachen in einigen Weltregionen von einem Rückgang um 70 Prozent.
    In den USA werden zurzeit laut Angaben der Regierung nur noch 14,4 Millionen Barrel am Tag nachgefragt, das wäre das niedrigste Niveau seit 1990.” Zitat Ende, Quelle: N-TV

    Da war ich mit meiner Schätzung ja übervorsichtig. In manchen Regionen bis 70% Verbrauchsrückgang – da kann man wohl gemittelt von 50% Rückgang ausgehen. Also 50 Mio Barrel am Tag. Und die 14,4 Mio Barrel Verbrauch in den USA sind vermutlich auch nicht mehr gaz aktuell. Denn in vielen Bundesstaaten sind erst in den letzten Tagen Lockdown-Maßnahmen in Kraft getreten. Ich denke, die sind mittlerweile auch bei fast 50% Rückgang, also irgenwo bei 10 Mio Barrel am Tag.

    zweiter Beitrag:

    Nach meiner Einschätzung hat New York ein Plateau erreicht, dass heißt einen linaeren Zuwachs an Infizierten und keinen exponentiellen mehr.

    Dafür geht jetzt im Großraum Detroit, Chicago, Südflorida und New Orleans offensichtlich die Post ab.

    Übrigens kann man auf treasuary direct sehr gut tagesaktuell den Fortgang der US-Staatsverschuldungsorgie verfolgen.

    https://treasurydirect.gov/NP/debt/current

    Zuletzt, vor Corona, betrug der Anstieg etwa 1,2 Billionen (in US-Rechnung Trillionen) Dollar p.a.
    In den letzten 20 Tagen ist der Verschuldungsstand um 0,6 Billionen (= Trillionen) gestiegen, von 23,4 auf gut 24,0 Billionen.
    Das will ich jetzt lieber nicht auf´s Jahr hochrechnen. Würde wahrscheinlich auch ein falsches Bild ergeben.
    Aber selbst 3 Billionen auf´s Jahr hochgerechnet wäre schon ein Desaster. Zumal ja die Ratio zum BiP sich ohnehin verschlechtert, weil das BiP derzeit abnimmt (ich vermute mal um 10% im Jahr 2020).
    In Europa sieht es keineswegs besser aus. Ich denke, der Verschuldungsgrad des Staates (USA) im Verhältnis zum BiP wird bis Ende des Jahres von 110% auf 150…160% hochschnellen. Man hat es ja im Jahr 2009 z.B. in Irland und Spanien gesehen, wie schnell diese Verhältniszahl steigen kann. Von damals 40% auf über 100% in nur 2 Jahren.

  9. Hendrik Altmann sagt:

    Zur Staatsverschuldung, es wird sehr wahrscheinlich dieses und nächstes Jahr eine recht starke Inflation geben, weil viel weniger produziert wird und viel mehr Geld von Staaten und Zentralbanken bereit gestellt wird.

    Letztendlich denke ich werden die Schulden und Geldvermögen einfach über die Zeit entwertet, durch einen immer stärkeren Anstieg der Inflation, denn die Staatsschulden werden in Zukunft nicht mehr bedient werden können.

    Aktienmärkte, Immobilienmärkte, der Kunstmarkt waren ja schon vor der Pandemie überbewertet, weil einfach zu viel Geld da war und es irgendwo hin musste, dies wird sich in und nach der Krise weiter fortsetzen, das Geld muss investiert werden da es zu schnell an wert verlieren wird.

    Die Menschen die am stärksten darunter leiden werden sind die wieder die Ärmsten, den ihre Löhne steigen nicht mit der selben Geschwindigkeit wie die Entwertung voranschreitet, die Folge werden schneller steigende Mieten, und Nahrungsmittelpreise sein sowie allgemein schneller steigende Kosten.

    Wir haben auch immer weniger Produktivität für unsere tägliche Nutzung zur Verfügung, da immer mehr Produktivität in die Krisen und den Schutz vor diesen investiert werden muss, wie den Klimawandel, Umweltprobleme allgemein, geopolitische Risiken, sowie diese Krise hier aufzeigt in die Seuchen Abwehr.

    2020-2030 wird wohl das Jahrzehnt werden wo unsere modernen Zivilisationen ihren Peak erreichen und dann 2020-2040 in den Schrumpfungsprozess übergehen werden, ich hoffe natürlich das ich mich hier total irre und alles gut wird aber es sieht an allen Fronten nicht wirklich danach aus.

  10. Hendrik Altmann sagt:

    https://www.youtube.com/watch?v=VnrHamW8OXQ

    Hier werden die vorläufigen Ergebnisse der Heinsberg Studie besprochen.

  11. Hendrik Altmann sagt:

    https://oilprice.com/Energy/Oil-Prices/Oil-Could-Fall-Back-To-20.html

    Der weltweite Nachfragerückgang bei Erdöl beträgt ca. 27 mb/d, die 10 mb/d Förderkürzungen werden also nicht reichen, aber auch Nordamerika wird mit etwas Verzögerung deutliche Förderrückgänge zu verzeichnen haben, im Shale und auch Teersand Bereich.

    • Michael Egloff sagt:

      Die Förderkürzung der OPEC++ (also inklusive Russland und USA) von 10 mb/d ist ein Witz.
      Laut Bloomberg betrug der Verbrauchsrückgang zuletzt 35 mb/d, Tendenz steigend.
      Kein Wunder also, dass zum Handelsende und nach Bekanntwerden der Einigung die Ölpreise deutlich runtergingen.
      Die Öltrader wissen natürlich, dass diese Kürzung überhaupt nicht ausreicht. Mindestens das Doppelte wäre nötig gewesen.

      Wir werden wohl demnächst Bilder von Öltankern sehen, die vor den Importterminals vollbeladen vor Anker liegen und ihre Fracht nicht loswerden.
      Bisher haben die Verarbeitungsketten die nicht mehr benötigten Ölmengen noch absorbiert. Aber das System ist jetzt wahrscheinlich übervoll. Und auch der kleine Boom bei Heizölbestellungen wird bald zum Ende kommen und dann das letzte stützende Element wegfallen.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Bis zu einem bestimmten Punkt, dann werden einfach Arbeiter massiv entlassen und Produktion geht nicht gewollt sondern zwangsweise vom Netz.

        Aber ich denke die Ölnachfrage könnte im 3. Quadral schon wieder anfangen zu steigen, vielleicht schon Ende 2. Quadral, da viele Länder in den nächsten Wochen ihre Lockdown Maßnahmen wieder aufweichen werden.

        • Markus Mayr sagt:

          Hallo Allerseits,
          was mir zu der aktuellen Situation einfällt:

          In der Krise werden aktuell sehr viele Erfahrungen gesammelt, was man an Öl und Gas benötigt um eine Gesellschaft noch gerade so am laufen zu halten.

          Mich würde es nicht wundern, wenn wir in Zukunft immer wieder nach diesr Erfahrung auch in kürzeren abständen: Wirtschaftskrisen, “Corona-Shutdowns” oder andere Krisen erleben werden, vor dem Hintergrund, das das billige Öl knapp wird.
          Jeder Shutdown nutzt dem System, in dem die Lager wieder aufgefüllt(regeneriert) werden.
          Das aktuelle Geldsystem “stabilisiert” sich in dem Staaten Schulden machen und Firmen zum überleben ebenfalls gezwungen werden Schulden zu machen. Wer kein Einkommen hat, muss sein Sparguthaben angreifen und dieses verbrauchen.
          Anleger verlieren Geld an der Börse usw.
          Was das aktuelle Geldsystem ebenfalls stabilisiert,
          da das Verhältnis Guthaben zu Schulden wieder mehr übereinstimmt.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Das Verhältnis Schulden zu Guthaben ist immer im Gleichgewicht, heute morgen und gestern da Schulden immer die Vermögen anderer sind.

            Was du meinst ist ob diese Schulden durch hartes Kapital abgesichert werden wie Grundstücke oder Immobilien oder anderer realer Werte, was definitiv in dieser Krise weniger hinterfragt wird.

            Wenn der Schuldner dann die Schulden nicht mehr bedienen kann und sich herausstellt das er gar nicht die entsprechenden Kapitalwerte besitzt um die Schulden abzusichern, sind die Vermögen die den Schulden gegenüberstanden meistens futsch.

            Dies wird sich aber in dieser Krise nicht verbessern, da in der Wirtschaft weniger produziert wird und weniger gehandelt wird in der Krise was weniger Absicherung für Schulden bedeutet, gleichzeitig ist die Antwort der Zentralbanken und Staaten die Märkte mit Geld zu fluten, es steht also immer mehr Geld immer weniger realem Kapital gegenüber, dies führt zwangsläufig zu Inflation.

            Die Pandemie ist keine Krise des Finanzsystems, sondern eine Krise des realem Wirtschaftssystems, die reale Produktion unserer Wirtschaft geht zurück, es werden also weniger Waren und Leistungen produziert und der Handel mit Waren und Leistungen bricht ein.

            Und die Öllager/Gaslager waren schon vor der Krise voll….

            Die Preise für Erdgas waren schon vor der Krise extrem niedrig, da zu viel produziert wurde und die Nachfrage nicht schnell genug wuchs, dabei boomte der Erdgasmarkt bereits aber die Produktionskapazitäten wuchsen noch schneller, (Shaleboom).

            Bei Erdöl hatten wir ein ähnliches Bild.

            Was wir natürlich auch schon vor der Krise hatten war das der gesamte Shalebereich nicht profitabel war im Gesamtbild, was bedeutet hätte das der Ausbau der Shale Produktionskapazitäten in naher Zukunft gepeakt wäre, völlig ohne zutun der SARS-2 Pandemie, die Pandemie hat dies jetzt nur vorgezogen, ich glaube nicht mehr das die Ölproduktion noch einmal die alten Höchststände erreicht und wenn dann nur sehr kurz.

            Was die Finanzmärkte wirklich “heilen” oder “fixen” wird ist die Inflation, sowie die Neubewertung von Währungen, dies war schon in der Vergangenheit so (geht zurück bis ins römische Reich) und wird auch so in Zukunft sein.

            Denn Phasen mit hoher Inflation mit einer anschließenden Neubewertung/Neuaufsetzung der Währung entwertet die Schulden die die Wirtschaft belasten, so haben sich schon immer Länder wieder entschuldet über Zeit.

            Auch in dieser Pandemie werden wir mit wachsender Inflation leben müssen, dies wird sich in den nächsten Monaten und Jahren erst richtig zeigen, weil wir mit einer Verzögerung leben bis die Geldflut überall angekommen ist.

            Hier spricht Jemand der sehr viel Ahnung hat wir Wirtschaftssysteme und Finanzsysteme funktionieren und den ich sehr schätze, über die Folgen der SARS-2 Pandemie.

            https://www.youtube.com/watch?v=yrxYhv2O3wU

  12. Berndt sagt:

    Nachruf

    Kaum einer hat es gemerkt: Peak Oil ist von uns gegangen. Bereits im November 2018 ist es gestorben. Seine Anhänger haben es nicht mit bekommen, seine Gegner hätten es sowieso ignoriert. Während die Anhänger ein dramatisches Ende von Peak Oil erwarteten, mit langen Schlangen an den Tankstellen, Hungersnöten und Aufständen, ist es still und heimlich an Auszehrung gestorben. Geologen und Ökonomen haben erwartet, das Peak Oil zum Schluss noch einmal richtig einen draufmacht. Sie wollten dem Ende von Peak Oil mit Preisorgien huldigen, und Spekulanten haben darauf gesetzt, am Ende von Peak Oil sich noch einmal die Taschen voll zu stopfen.

    Peak Oil hat sie alle enttäuscht. Seine Lebensenergie wurde aus einem banalem Grund aufgerieben: Es starb an einer Art Fieber, einer Temperaturstörung zwischen Kopf und Füßen, zwischen oben und unten, einer Zunahme an Entropie. Einzelne Ärzte haben die Krankheit erkannt, aber die hochbezahlten Nutznießer des Ölzeitalters haben die Ärzte ignoriert, und trotz der Krankheit weiter auf Konsumorgien gesetzt. Keiner hat irgendwelche Rücksichten auf den Kranken genommen. Hätte uns die andere Krankheit, der Virus, nicht gehörig durchgeschüttelt, hätten wir den Tod nicht einmal gemerkt.

    Auch der Bruder von Peak Oil, das Ölzeitalter, ist totkrank. Er hat dasselbe Fieber und hat nur noch wenige Jahre zu leben. Lasst uns darauf mehr Rücksicht nehmen. Das Ölzeitalter hat uns schliesslich viele Jahre lang mit Nahrung, Wohlstand, und sogar Autos für viele versorgt. Ohne das Ölzeitalter wird unser Leben deutlich anders werden. Wenn wir den Konsum beschränken, kann das Ölzeitalter noch etwas länger durchhalten. Und es wird uns leichter fallen, ohne das Ölzeitalter weiter zu leben.

    Welt-Erdölproduktion C&C 2018 82923 Mb/d
    Welt-Erdölproduktion C&C 2019: 82275 Mb/d
    Welt-Erdölproduktion 2020: deutlich weniger
    Welt-Erdölproduktion 2021: höchstwahrscheinlich deutlich weniger

    Das Maximum der monatlichen Ölproduktion war im November 2018; dieser Wert wurde bis März 2020 nicht mehr erreicht und wird ab jetzt weiter fallen.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Nicht ganz richtig, die Ölproduktion wird durch die Pandemie erst mal weiter fallen aber sich danach wieder erholen, wohl aber nicht mehr die alten Höchststände erreichen.

      Wohlgemerkt wäre die Ölproduktion wohl noch weiter gestiegen wenn die Pandemie nicht in die Quere gekommen wäre, denn die Nachfrage wäre ohne die Pandemie 2020 weiter gestiegen um rund 1,0 mB/d
      und auch 2021 wäre die Nachfrage weiter gestiegen ohne den Ausbruch.

      Was die Folgerung zulässt das die Pandemie den Peakoil vorgezogen hat.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Und die Erdölproduktion wird uns noch viele Jahre begleiten, wir reden hier über einen Jahrzehnte langen Förderrückgang.

        Es wird nicht so sein das die Erdölproduktion innerhalb von einigen Jahren verschwindet.

        Insgesamt denke ich werden wir sogar noch weiter einen Produktionsausbau in der Förderung von fossilen Energieressourcen sehen die nächsten 2 Jahrzehnte, allen voran Erdgas und vielleicht sogar wieder das steigen der Kohleförderung.

        Denn was wir nicht unterschätzen dürfen ist der Wachstumsdrang den die Systeme des Lebens antreiben, wobei alle erreichbare Energie auch für Wachstum genutzt wird.

        Das hier ist noch nicht das Ende, aber es wird immer schwieriger für unsere Wirtschaftssysteme zu wachsen.

        • Berndt sagt:

          Hallo Hendrik,

          schau dir bitte noch mal Abbildung 6 in https://limitstogrowth.de/wp-content/uploads/2020/01/JAN_2020_Thermo_080.pdf an, Speziell die grüne gestrichelte Linie. Und die Bemerkung dazu auf Seite 10.
          Bisher kenne ich keinen Grund, weshalb die grüne Linie ungültig werden sollte. Diese grüne Linie heisst, das Ölförderung nur noch einige Jahre dauern wird. Die physikalische Begründung, weshalb ess die grüne Linie gibt, ist:
          Der Energieaufwand zur Ölförderung übersteigt den Energieinhalt von Öl.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Aber der Förderaufwand ist nicht gleichmäßig auf jedes Vorkommen verteilt, das bedeutet das nicht die Ölförderung an einem bestimmten Datum endet, sondern das die Förderung vom Netz geht wo die Förderung am aufwändigsten ist, was wohl zuerst die Shaleöl Förderung sein wird und die Teersandförderung, wobei hier die Fremdenergienutzung noch höher ist.

            Dazu, wie schon so oft von mir darauf hingewiesen kommt bei der Ölförderung viel Fremdenergie zum Einsatz, das Öl eine schlechte Nettoenergie Bilanz aufweist ist ja nicht erst seit heute so, sondern schon seit vielen Jahren, wir fördern Öl schon lange nicht mehr wegen dem “guten” ERoEI, sondern wegen den Eigenschaften den Ölprodukte uns liefern, sprich leichte Handhabung, hohe Energiedichte (besonders im Flugverkehr und für das Militär wichtig ) Temperaturstabilität.

            Sprich ohne die Fremdenergie von Erdgas, Kohle und Wasserkraft wäre die Ölförderung schon vor 15-20 Jahren gepeakt.

            Deine physikalische Begründungen für den Förderpeak habe ich hier schon auf der Seite diskutiert bevor überhaupt das ETP Modell zur Sprache kam, übrigens immer auf der Pro Seite für die physikalische Begründung für den aufkommenden Förderpeak.

            Womit ich aber ein Problem habe, ist deine Darstellung den Förderpeak auf das Datum genau berechnen zu können, was zwar theoretisch möglich ist, aber weit mehr Faktoren beinhaltet als den schlichten geologischen Förderaufwand bei Erdöl.

            Dazu müsstest du genau berechen können wie viel Fremdenergie von anderen Bereitstellungsformen bei der Erdölförderung zum Einsatz kommt, dann müsstest du genau berechnen können wie genau das Nettoenergieverhältnis bei Erdgas, Kohle, Wasserkraft, Atomkraft, Bioenergie, Windkraft, Solarenergie usw. ist und die Gesamtenergieeffizienz im gesamten Wirtschaftssystem berechnen können.

            Aber, Berndt ich bin auf deiner Seite und zwar seit dem du hier das ETP Modell der HillsGroup vorgestellt hast, den es gibt einen guten Indikator in welchem Zeitrahmen etwa der Förderpeak bei Erdöl eintreffen wird aber eben nicht genau auf das Jahr genau.

            Das ETP Modell hilft also enorm bei der Abschätzung.

            Der Preis für Erdöl ist ein sehr komplexes Gebilde und wird hauptsächlich von der Kaufkraft für Erdöl bestimmt, die Kaufkraft wiederum wird von der Produktivität bestimmt, welche wiederum von der Gesamteffizienz und dem Gesamterntefaktor im gesamten Wirtschaftssystem bestimmt wird, der Gesamterntefaktor wiederum wird aus dem Nettoenergieverhältnis !aller! Energiebereitstellungsformen berechnet.

            Das ETP Modell deutet auf einen Förderpeak zwischen 2020 und 2030 hin, allerdings ehr der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts wenn man berücksichtigt das die Fremdenergie aus Erdgas, Kohle und Wasserkraft den Förderpeak bei Erdöl um einige Jahre verzögert, bzw. 1-2 Jahrzehnte.

            Wie gesagt ohne! die Fremdenergie aus anderen Energie Bereitstellungsformen hätte es nie einen Shale boom gegeben und es hätte nie den Teersand Abbau in Kanada in diesem Ausmaß gegeben, die Ölförderung wäre ohne Fremdenergie aus anderen Energie Bereitstellungsformen sehr wahrscheinlich irgendwo zwischen dem Jahr 2000 und 2010 gepeakt.

            Die Aussage auf Seite 10 ist übrigens falsch, der Energiemix bei der bei Ölförderung hat sich definitiv geändert, hauptsächlich gab es einen Switch von Kohleenergie hin zu Energie aus Erdgas, besonders in den USA, dieser Switch bedeute wohl das Erdgas aus der Shaleförderung billiger ist als die Kohleförderung, was Sinn macht da die Kohleförderung in den Appalachen ehr teuer ist.

            Den Preis den die Weltwirtschaft für Öl zahlen kann (kann, ist noch einmal ein großer Unterschied zu will) wird vom allen Bereitstellungsformen für Energie und deren ERoEI Verhältnis bestimmt, dieses können wir derzeit zwar theoretisch bestimmen aber in der Praxis hat sich gezeigt das verschiedene Studien zu stark unterschiedlichen Ergebnissen gekommen sind…, was bedeutet das wir heute nicht genau sagen können welchen ERoEI bei welcher Bereitstellungsform genau anlieg, das sich hier die Wissenschaft zu uneinig ist, besonders bei der Herleitung.

            Um zu sagen welche Kaufkraft für Erdöl genau zur Verfügung steht, brauchen wir also das exakte Nettoenergieverhältnis für jede Energiebereitstellungsform und auch die genau Gesamtenergieeffizienz, was eine Mammutaufgabe wäre dies zu erfassen.

            Denn das Wirtschaftssystem des Menschen oder alle Ökosysteme auf diesen Planeten sind so hoch komplex und durch so viele Faktoren beeinflusst, das auf das Jahr genaue Vorhersagen praktisch unmöglich sind, deswegen braucht es hoch komplexe Modelle von Supercomputern berechnet, um wenigstens Zeitrahmen für Vorhersagen zu liefern in den Systemen des Lebens auf diesen Planeten.

            So liefert das ETP Modell eine sehr genaue Berechnung für den geologischen Förderaufwand für Erdöl und auch einen guten Hinweis auf den Zeitrahmen für den möglichen Förderpeak für Erdöl aber der mögliche Preis für Erdöl wird durch die Nachfrage bestimmt, welche durch die Kaufkraft bestimmt wird, welche durch die Produktivität bestimmt wird, welche durch alle Energiebereitstellungsformen und der Gesamtenergieeffizienz bestimmt wird, das System für die Preisherleitung ist also viel komplexer als dies das ETP Modell alleine herleiten könnte.

            Der Preis für Erdöl ist also noch mal ein viel komplexeres Thema als der Förderaufwand für Erdöl allein.

            Deswegen Berndt stimme ich mit dem ETP Modell auf jeden Fall überein und zwar seit dem es hier vorgestellt wurde, aber nicht mit der Herleitung des Preises für Erdöl und der daraus folgenden Herleitung des genauen Datums für Tag X.

            • Hendrik Altmann sagt:

              So sagt das ETP Modell aus das die Ölförderung bald enden wird? Definitiv Ja.

              Kann das ETP Modell voraussagen in welchem Jahr genau die Ölförderung peakt?

              Nein, den hier spielen noch mehr Faktoren eine Rolle als das ETP Modell diese abbilden könnte.

              Wie gesagt Berdt bin ich beim ETP Modell komplett auf deiner Seite und bin wirklich froh das es diese ETP Modell für Erdöl gibt, aber ich stimme nicht komlett mit der Preiskurve überein.

              Und ich bin immer auf deiner Seite wenn es um die physikalischen Ursachen für systemischen Abläufe auf dieser Welt geht, allerdings müssen auch immer alle physikalischen Faktoren berücksichtigt werden.

              • Berndt sagt:

                Hallo Hendrik,

                mal vorweg: Alle deine Anmerkungen haben ihren Sinn. Die gesamte Ölförderung ist ein komplexes Thema, und das ETP-Modell auch. An manchen Stellen will ich aber etwas glattziehen.

                Natürlich ist der Förderaufwand bei jeder Quelle unterschiedlich, und bei Shale und Teersand besonders hoch. Deswegen gilt ETP nicht dafür. Das steht auf Seite 21: „ Der Grund für das Weglassen der unkonventonellen Öle ist, dass diese zum einen deutlich anders gefördert
                werden, zum anderen, dass deren Förderung noch mehr Energie benötigt als das konventionelle Öl (siehe
                Beispiel Shale Öl).“ Die ETP-Förderenergie Abbildung 28 gilt nur für konventionelles Öl (Hätte ich dort vielleicht noch hinschreiben sollen). In den Preiskurven steckt natürlich alles drin, auch Shale.

                Shale habe ich deshalb ein eigenes Unterkapitel gewidmet, (10.7). Bei meiner Beispielquelle kommt raus, dass sie fast energienegativ ist, also fast soviel Energie reingeht wie rauskommt. Und meine Beispielquelle hat eine kleineren Wasseranteil als typisch ist. (Die thermodynamisch berechneten Energiemengen sind Mindestmengen, man kann durchaus mehr Energie verbraten, alle die Berechnungen sind „Best Case“)

                Zum Energiemix: In den USA wird heute deutlich mehr Strom aus Gas als früher erzeugt, Kohle geht zurück. Strom ist nur ein kleiner Teil der verwendeten Inputenergien, und die USA sind aber nur ein kleiner Teil der Welt. (Ich liebe den Ausdruck ROW der Amis – Rest Of World – alles außer den USA) Die meiste Energie kommt immer noch aus dem Rohöl selber, fast alle Motoren der PKWs und Laster laufen immer noch mit Öl, fast aller Stahl wird immer noch mit Kohle erzeugt. Der Mix ändert sich nur langsam.

                Und zuletzt nochmal zum Preis: Die dargestellten Preiskurven sind die tatsächlichen, die realen. Ich leite keine Preiskurve her, ich extrapoliere das vorhandene mit Geraden. Ich gebe dir recht, aus dem ETP-Modell Preise zu berechnen ist ein Heidenaufwand. Für meine Aussagen nutze ich deshalb nur die echten Preismaxima, und davon die letzten 12 Jahre. Im Report habe ich auch die Minima verwendet, Abbildung 6, aber aufgrund der Kollision von Maxima und Minima war klar, dass die Minimakurve ungültig werden muss.

                Die Preismaxima fallen seit 12 Jahren. Meine zeitlichen Extrapolationen stammen aus den echten Preiskurven.

                Aus der physikalischen Sicht: Es gibt eine Berechnung, die sagt, dass die Preise fallen müssen, und die Preise tun es tatsächlich. Aus physikalischer Sicht heisst, dass die Berechnung als richtig zu betrachten ist, und es müßte ein Wunder geschehen, damit sich das betrachtete System plötzlich anders verhält.

                Aus wirtschaftlicher Sicht: Jeder Firmenlenker würde sofort meine physikalische Sichtweise übernehmen, außer jemand kann sehr gute Argumente für das Wunder zeigen.

                Zusätzlich gibt es noch eine wirtschaftstheoretische Sichtweise, die ich so beschreibe: „Wir haben keine Ahnung, wie die Ölpreise zustande kommen, das ist eben Angebot und Nachfrage, aber das geht nur zur Erklärung der Vergangenheit, also ist in Zukunft alles möglich“

                Und dann muss es noch eine echte wirtschaftswissenschaftliche Sichtweise geben, die kenne ich aber nicht. Wahrscheinlich gibt es sogar mehrere, sich widersprechende, von verfeindeten Autoren.

                Und als letztes : Peak Oil ist das Maximum der Ölförderung, völlig egal, wie das Maximum zustande kommt. Das bisherige Maximum war 1,5 Jahre vor Corona, und wegen Corona sieht es so aus wie das finale Maximum.

              • Michael Egloff sagt:

                Etwa bis zum Jahr 2005 galt als unumstößliche Gewissheit: der Peak der Ölförderung in den USA war 1971. Nie wieder wird es möglich sein, eine ähnliche Fördermenge pro Tag zu erreichen.
                Jetzt wissen wir: 47 Jahre nach dem vermeintlichen Peak US-Oil wurde eine Menge gefördert, die fast um enorme 25% über dem Peak von 1971 lag. Hätte wohl jeder im Jahr 2005 für verrückt erklärt, solch eine Annahme. Einschließlich wohl fast aller US-Ölexperten selbst.

                Ich behaupte nicht, dass sich ähnliches global wiederholt in diesem Ausmaß und in diesem zeitlichen Abstand. Gewiss nicht.
                Aber eines habe ich daraus gelernt: hüten wir uns vor Gewissheiten, was die Zukunft angeht. Das ist schon (jedenfalls bei mir) oft genug in die Hose gegangen.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Natürlich liegt das ETP Modell in den Berechnungen des Förderaufwands richtig aber bei dem Energiemix der eingesetzt wird kommt dennoch auch viel Strom zum Einsatz, wie gesagt müssen wir das System als ganzes sehen, Stahl wird überwiegend mit Kohleenergie erzeugt das ist richtig aber Fabriken, Schulen, Wohnungen usw. werden mit Strom beleuchtet, Nahrung wird mit Strom zubereitet, Wäsche wird mit Strom gewaschen usw.

                Was hat das mit der Ölförderung zu tun?

                Die Arbeitskräfte die bei der Ölförderung zum Einsatz kommen müssen vom System erst geschaffen werden und unterhalten werden und bei der Ölförderung und Weiterverarbeitung, Transport arbeiten wirklich viele Menschen mit, auch der Energieaufwand für Arbeitskräfte muss beachtet werden und hier kommt sehr viel elektrische Energie zum Einsatz welche aus allen verfügbaren Quellen kommt, wichtig sind hier aber nur die Quellen die einen hohen Erntefaktor aufweisen und das wären Strom aus Erdgas, Kohle und Wasserkraft, bei Atomkraft könnte man sich streiten…

                Die Fahrzeuge und andere Maschinen sowie die Bohrausrüstung haben einen sehr hohen Energieaufwand bei der Erzeugung, Kohle und Erdgas kommen hier im hohen Maße zum Einsatz nicht nur beim schmelzen der Metalle, Metalle zu formen, schleifen und weiter zu verarbeiten sind sehr Strom intensiv und natürlich kommen auch hier Arbeitskräfte zum Einsatz, die Ausbildung von Arbeitskräften ist auch sehr Strom intensiv, es wird also viel elektrische Energie gebraucht um Arbeitskräften von klein auf zu effizienten Arbeitskräften auszubilden und auch um diese zu unterhalten kommt viel elektrische Energie zum Einsatz.

                Der Anteil an elektrischer Energie der bei der Produktion von Trucks oder Bohrausrüstung benötigt wird ist also hoch, nur auf das schmelzen der Metall Erze zu schauen reicht hier noch nicht, wie wollen ja den gesamten Energieaufwand erfassen der letztendlich in die Ölförderung fließt.

                Verstehe mich bitte nicht falsch, das ETP Modell gibt einen sehr guten Hinweis wann der Förderpeak für Erdöl zu erwarten ist, wahrscheinlich den besten Hinweis von allen zur Verfügung stehenden Modellen, aber bei der Vielzahl an Faktoren die noch zu beachten sind, ist eine auf das Jahr genaue Prognose nicht möglich, aber auch hier nicht falsch verstehen, eine Prognose mit 5-10 Jahren Abweichung ist hier immer noch als sehr genau zu betrachten.

                Das Wirtschaftsmodell welches auf Nachfrage und Angebot basiert, basiert letztendlich auch auf der physikalischen Welt und ihren Gesetzten und ist deswegen genauso ernst zu nehmen und zu beachten, alle Wirtschaftssysteme basieren auf der physikalischen Welt und ihren Gesetzen.

                Wie gesagt bei der Ölförderung kommen alle Formen der Energiebereitstellung zum Einsatz auch elektrische Energie, zu einem nicht unerheblichen Anteil, die Ausbildung von Arbeitskräften und deren Unterhalt ist nicht nur sehr intensiv beim Anteil von elektrischer Energie, auch die Menge an elektrischer Energie ist hier sehr hoch.
                Nicht umsonst ist der Anteil an kosten für Arbeitskräfte so hoch bei den Förderunternhmen oder bei jedem anderen Unternehmen.

                Und natürlich stimmt deine Aussage das bei der Shaleförderung und der Teersandförderung der Nettoenergieanteil wahrscheinlich schon negativ ist, deswegen meine Aussage ohne Fremdenergie hätten wir den Peak schon mindestens 10 Jahre früher gesehen in der Ölförderung.

                aber Öl hat auch seine Vorteile die besonders im Flugverkehr sehr groß sind und teilweise über deren Nettoenergieverhältnis gehen und das sind Energiedichte, sehr wichtig bei Flugzeugen und die leichte Handhabung von Treibstoffen aus Erdöl, sowie beim Militär wo Reichweite der Flugzeuge oder Flugobjekte, sowie Leistungsfähigkeit sehr wichtig sind um Konkurrenzfähig zu sein.
                Speziell beim Flugverkehr schient es sich also noch zu lohnen Fremdenergie in die Ölförderung zu investieren um diese Vorteile zu erlangen, selbst wenn das Nettoenergieverhältnis, uns aus energetischer sich sagt die Förderung macht keinen Sinn mehr.

                Ich persönlich bin ein großer Fan der Physik und deren Erklärungen für die Probleme und Sorgen unserer Welt, deswegen verstehe meine Kritik nicht falsch, es war Niemals die Absicht das ETP Modell schlecht zu reden oder als falsch darzustellen, ich war immer der Überzeugung das dieses Modell eine richtige Erklärung für den immer größer werdenden Förderaufwand für Erdöl darstellt, nur einige Details lassen mir keine Ruhe, welche nicht das Modell in Frage stellen sondern es letztendlich vervollständigen wo es noch Ungewissheiten geben könnte, wie speziell der Faktor der Fremdenergie, Fremdenergie wird letztendlich nichts am Endergebnis ändern auf welches das ETP Modell hindeutet, aber Fremdenergie kann den Förderabfall etwas bremsen und auch den Punkt des Förderpeaks etwas nach hinten verschieben.

                Denn Förderpeak hätten wir nach meiner Meinung in der Mitte des Jahzehnts gesehen ohne die Pandemie, warum?
                Weil die Nachfrage noch weiter gestiegen ist mit etwas 1 mB/d jedes Jahr auch 2020 und 2021 wäre die Nachfrage noch weiter mit ca dieser Rate gestiegen, natürlich ohne den Pandemie Ausbruch, was nahelegt das die Förderung doch noch mal einen höheren Peak erreichen hätte können um die Mitte diese Jahrzehntes, was dann wohl aber der letzte Höhepunkt gewesen sein dürfte, die Pandemie hat praktisch alles vorgezogen, ich glaube nicht mehr das die Förderung in Nordamerika oder insgesamt der Welt an die alten Höchststände anknüpfen kann, wir reden hier über einen Einschnitt in die Weltwirtschaft welcher uns noch Jahre danach verfolgen wird und auf die Nachfrage drücken wird.

                Um ehrlich zu sein kennen wir die wirtschaftlichen Folgen dieser Pandemie noch gar nicht, jede Prognose hierzu ist mit Vorsicht zu sehen, Niemand kann die Folgen hier als ganzes abschätzen, da das System hier zu komplex und dynamisch ist.
                Was wir wissen ist das die Folgen sehr groß sein werden selbst wenn die Banken und Staaten Geld wie verrückt.

                Einen geringeren Produktionsoutput kann Geld allein nicht fixen, für können versuchen die Strukturen so lange wie möglich am leben zu halten bis die Krise abflaut, aber wer kommt dafür auf das wir Strukturen am leben halten die nichts oder viel weniger produzieren?

                Richtig wir alle werden dafür aufkommen müssen.

  13. Tengri Lethos sagt:

    Jetzt scheinen sogar die Lager überzulaufen in den USA. NAch dem 1. Mai kann nchts mehr aufgenommen werden. Dazu sind zig Supertanker in die USA unterwegs.
    Jetzt mal weltweit …
    Was passiert denn, wenn die Lager weltweit zum bersten voll sind und die Förderung nicht heruntergefahren werden KANN, wie bei Shale Oil und anderen. Und warum sollten andere Förderer die das könnten, das machen ?

    Was passiert mit dem ganzen Zeug ?

    • Hendrik Altmann sagt:

      Die Unternehmen müssten dicht machen, ganz einfach, Öl lagern kostet nicht nichts, sondern ist mit laufenden Kosten verbunden, hier steckt ein Aufwand dahinter, je mehr Öl gelagert wird, desto höher werden die laufenden Kosten.

      Im den USA wird gerade diskutiert ob es eine Option wäre wenn der Staat Förderunternehmen dafür bezahlt das sie nichts fördern, das meine ich mit lebensverlängernden Maßnahmen für Strukturen.

      Das Problem bei der Ölförderung ist aber das die Nachfrage noch für viele Monate oder einige Jahre gedrückt sein wird, die Nachfrage wird sich erst langsam wieder regenerieren, aber wir wissen gar nicht ob die Nachfrage überhaupt noch mal die alten Werte erreichen wird wie vor der Pandemie.

      Es könnte sogar noch mal einen weiteren Lockdown geben falls die Virus wieder zu wachsen anfängt in den Ländern wo die Maßnahmen gerade wieder gelockert werden, die Tourismus Branche wird noch für Monate leiden oder Jahre?

      Die Wahrheit ist das die Shaleindustrie in den USA ihre beste Zeit hinter sich hatte und die beste Zeit bestand darin auf Schulden Öl zu produzieren, die Shaleindustrie konnte nicht mal den Schuldenberg abarbeiten der schon so auf ihr lastete, wie soll sie den Schuldenberg abarbeiten der jetzt noch einmal durch die Pandemie auf ihr jeden Tag wächst?

      Ich denke das war es mit dem Peakoil, davon wird sich die Shaleindustrie einfach nicht mehr erholen können und wir wissen noch nicht einmal wie es im Nahen Osten weiter gehen wird, auch hier rollen große Probleme auf die Förderländer zu, Geopolitische und Innenpolitische.

      Das wird noch alle eine raue Zeit werden in der wir in Zukunft leben, jahrelang haben wir hier über die Folgen der Energiekrise + Klimawandel + anderer Umweltprobleme diskutiert und es las fern ab abgetan oder es wird mich schon nicht so hart treffen, aber das erwachen kommt wohl schneller als wir alle dachten.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Ein anderer Effekt ist das die Ölspeicher in hoher Nachfrage sind, durch die starke Überproduktion im Verhältnis zur Nachfrage.

        Dies führt dazu das die Lagerkosten immer höher steigen, da Anbieter von Lagerkapazitäten hier natürlich ihre Profit Spanne auf Kosten der Produzenten erhöhen.

        Viele Produzenten werden sich durch die Folgen der Pandemie nicht mehr erholen können und hier hier hat Berndt ja im ETP Modell ja schon darauf hingewiesen, das die Produzenten schon über Jahre an einer immer niedrigeren Profitspanne leiden und Krisen wie diese immer weniger verkraften und eine Erholung von diesen immer schwieriger wird wenn nicht unmöglich, besonders im Shale und Teersand Bereich, wo wir wohl eine große weitere Beschleunigung der Firmenpleiten und Übernahmen sehen werden und letztendlich das endgültige Ende des Shale Abenteuers/Boom.

        https://oilprice.com/Energy/Crude-Oil/The-Surprising-Winners-And-Losers-Of-The-Global-Oil-Glut.html

        • Tengri Lethos sagt:

          Es ist für mein Dorf fantastisch! Ich lebe in Schleswig-Holstein und “nebenan” sollte die erste Fracking Teslbohrung/Förderung entstehen. Durch die Entwicklung hoffe ich das dieses Thema nicht mehr so ganz interessant sein wird, bzw. gehe sogar davon aus das es aus KOSTENGRÜNDEN nicht gemacht wird. Ist zwar Erdgas, aber so what. Wird identisch sein.

      • Tengri Lethos sagt:

        Sehr richtig, die Energiekrise. Ich habe für mich zumindest gehandelt und einen Energiespeicher aus Nevada angeschafft. Damit habe ich 96% Energieautarkie seit März, im April och mehr, über das ganze Jahr werde ich bei ca. 85% liegen. Der Rest kann locker aus heimischer Produktion (Faulgase Hamburg) bezugen werden. Völlig krisensicher :)
        Meine PV Anlage ist nun seit 11 Jahren wartungsfrei am Laufen und erzeugt immer noch so viel Strom wie am ersten Tag. Gestern alleine 64,6 kWh, da sind dann gleich mal 20 in den Tesla geflossen.

  14. Hendrik Altmann sagt:

    Auch die Verschärfung der Folgen des Klimawandels macht keine Pause nur weil wir gerade von einer Pandemie gepeinigt werden, die Folgen des Klimawandels werden weiter immer schneller voran schreiten und uns auch einen immer größeren Anteil aus unserem Wohlstandskuchen abbeißen.

    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-energie-und-umwelt/landwirtschaft-deutschland-droht-schon-der-naechste-duerresommer-16732096.html

    • Tengri Lethos sagt:

      Das stimmt, man wird aber erst aufwachen, wenn 50-300 Millionen Klimaflüchtlinge hier einfallen über die nächsten Jahre.
      Anfangen wird es mit Spaniern die nach Norddeutschland ziehen. Sind natürlich inner – EU Flüchtlinge aber in Südspanien ist es jetzt schon viel zu warm.

      • Michael Egloff sagt:

        Dieses Jahr wird es vorraussichtlich ein besonderes Doppel-Phänomen geben:
        einerseits werden die CO2-Emissionen krisenbedingt um Größenordnungen von vielleicht 10% sinken, alleine schon wegen des zumindest vorübergehend drastisch geringeren Verkehrs und des kollabierenden Tourismus. Natürlich wird dieser Effekt viel zu gering sein und zudem zu kurzfristig, um einen wahrnehmbaren Verzögerungsbeitrag zum Tempo des Klimawandels zu leisten. Aber Deutschland und einige andere Länder werden völlig unvorhergesehen ihre Emissionsziele für 2020 erreichen, und zwar locker.

        Andererseits kann es gut sein, dass wir dieses Jahr einen anderen Effekt bekommen, nämlich einen Temperaturschub irgenwo zwischen 0,2 und 0,5 Grad zusätzlich. Wegen des (vorübergehenden) Nachlassens des global dimming und in manchen dichtbesiedelten Regionen mit ansonsten starker Luftverschmutzung (Ostchina, Indien, Norditalien, Nordosten der USA) auch des “local dimming”.

        Ich habe mal gelesen, dass z.B. für Indien dieser Effekt des global/local dimming sich etwa um 0,5 Grad temperatursenkend auswirkt.

        Beide Effekte sind allerdings nur vorübergehender Natur und änern nichts an der generellen Entwicklung.

        Wir werden allerdings vermutlich in diesem Jahr ein drastisches Nahrungsversorgungsproblem und ein zusätzliches Verarmungsproblem in etlichen Ländern bekommen. Bestandteile dieses Problems sind:
        – wegbrechende Tourismuseinnahmen in etlichen Entwicklungsländern, von Ägypten über die Dominikanische Republik bis zu den Philippinen.
        – wegbrechende Überweisungen von vielen millionen Auslandsarbeitern z.B. aus Pakistan, Indien, Bangladesch, Ägypten usw. Diese Überweisungen haben zig Millionen Familien in der Vergangeheit über Wasser gehalten und das Armutsproblem in etlichen Ländern wenigstens etwas abgemildert. Und die meist tiefrote Leistungsbilanz dieser Länder etwas entlastet.
        – einige Länder (z.B. Vietnam) haben schon angekündigt, Nahrungsmittelexporte dieses Jahr aussetzen oder reduzieren zu wollen. Der Weltagrarhandel wird also leiden und damit die Bevölkerung der Länder mit Nahrungsmitteldefizit.
        – zusätzlich kommen natürlich noch die direkten Effekte auf die einzelnen Volkswritschaften durch steigende Massenarbeitslosigkeit und z.B. Wegfall vieler Jobs für Wanderarbeiter in Indien.

        Ich sage für die nächsten 12 Monate soziale Unruhen bis hin zu Revolutionen oder gar Bürgerkriegen in etlichen Ländern voraus. Und eine starke Zunahme von Migrationsströmen, die allerdings als grenzüberschreitende Migration zu drastischen Abschottungsmaßnahmen der jeweiligen Nachbarländer fürhren wird.

        Diese Krise wird ohnehin vorhandene soziale und politische Schieflagen (z.B. Korruption, ethnische Diskriminierung) in vielen Ländern dramatisch offenlegen und verstärken.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Ja ich habe auch eine Studie mit 0.5 Grad Celsius Temperaturanstieg gelesen, allerdings nur dort wo viele Emissionen vorlagen und diese dann vollständig entfallen sind, insgesamt auf dem gesamten Globus dürfte der Effekt viel geringer sein und auch entfallen ja nicht alle Emissionen, der Effekt global dürfte also “nur” 0,1 Grad umfassen.

          Aber nichts desto trotz nimmt der Klimawandel weiter immer schneller an Fahrt auf und die Folgen werden immer weiter wachsen.

          Übrigens der gewöhnliche 11 Jährige Sonnenzyklus verursacht auch eine ca. 0.1 Grad Schwankung in der Temperatur.

          Und der Ölpreis sorgt gerade dafür das wohl die nächsten Wochen Produktion vom Netz gehen muss und nicht kann aber wer wird zuerst reduzieren?
          Ich denke das die kleineren Shaleproduzenten zuerst pleite gehen werden wenn keine staatliche Hilfe kommt.
          Aber auch die größeren Produzenten werden Produktion stilllegen müssen.

          Wenn die Krise Monate lang weitergeht könnte es auch zu Verstaatlichungen von Förderunternehmen kommen

          Bad Times für die Ölproduzenten…

  15. Michael Egloff sagt:

    Quelle N-TV:

    “Der Ölpreis der Marke WTI ist auf neues Rekordtief gestürzt. Er verlor mehr als 90 Prozent auf bis zu 1,02 US-Dollar.”

    Das kann man als völligen Kollaps des Ölmarktes bezeichnen.
    Der große Deal des besten US-Präsidenten aller Zeiten mit der OPEC+ ist fehlgeschlagen.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Geil ist das nicht, wir sind immer noch zum großen Teil abhängig von der Ölindustrie und die Probleme der Ölindustrie werden nach einer Verzögerung von einigen Monaten oder Jahren unser aller Probleme sein.

    • Markus Mayr sagt:

      Vorallem wenn zuviele Marktteilnehmer auf Seiten der Produzenten insolvent gehen, überschießt der Ölpreis anschließend dermaßen.
      Daher müssten eigentlich alle Ölheizungsbesitzer jetzt Heizöl ordern,um den Markt zu stabilisieren, sonst kommt die dicke Rechnung in ein zwei Jahren mit wucht.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Die Frage ist wie lange braucht die Wirtschaft um überhaupt wieder auf die Nachfrage zu kommen wie vor der Pandemie.
        Ich denke in einem Jahr schaffen wir noch nicht wieder da hin zu kommen ich zweifel sogar das wir in 2 Jahren wieder dort stehen werden vielleicht komme wir auch gar nicht mehr dorthin.

        Die Tourismus Branche und der Flugverkehr werden noch über die Pandemie hinaus mit reduzierter Nachfrage rechnen müssen und die Pandemie ist längst noch nicht vorbei.

        Das bedeutet das die Durststrecke für die Ölindustrie noch viel länger dauert als viele vermuten.

        Und wenn wir jetzt betrachten wie lange es dauern würde bis sich die Ölindustrie wieder erholen würde, kollidiert das mit den Vorhersagen der Öl Branche und anderer Experten für Peakoil.

        Peakoil wäre ohnehin dieses Jahrzehnt gekommen, bzw. nach Berndt’s Aussage schon vorher, die Pandemie hat denke ich ein für alle mal verhindert das wir noch einmal Neue Höchststände bei der Ölproduktion sehen werden, wie wohl auch bei der Nachfrage.

        Ohne die Pandemie hätte es vielleicht noch mal einen kurzen neuen Höchststand gegeben, irgendwo zwischen 2020 und 2025, da die Nachfrage ja noch langsam weiter gestiegen ist, aber die Pandemie hat dafür gesorgt das es diesen neuen Spike so nicht mehr geben wird.

        So wird wohl die Ölnachfrage wieder steigen während die Ölproduktion wohl zurück gehen wird über die nächsten Jahre.

        Wie gesagt die Ölnachfrage wird eine längere Zeit brauchen um wieder da zu stehen wo sie einmal war, wenn sie dies überhaupt erreicht.
        Die Ölproduktion wird aber definitiv fallen, durch Pleiten und Investorenflucht sowie Banken die kein Bock mehr Haben Geld in eine Industrie zu stecken die im Abwind ist.

        Das bedeutet aber auch nicht das die Ölindustrie über Nacht verschwinden wird, für die Flugindustrie, den Straßenbau, Petrochemie und Medizin, Dünger und Pestizide wird die Ölförderung noch sehr wichtig bleiben, hier wird einfach der Anteil an Fremdenergie weiter steigen müssen.

        Denn letztendlich sind wir ein stark Kohlenstoff abhängiges System, wie alle Systeme des Lebens auch.

        Die Krise ist mit den Lockerungen längst nicht zu Ende, die Wirtschaft wird Jahre brauchen um sich davon zu erholen und die Produktionsausfälle kommen zu einem Preis den wir alle zahlen müssen.

      • Michael Egloff sagt:

        Genau das machen jetzt die Ölheizungsbesitzer. Ich denke, dass bis Ende Mai alle Heizungstanks nahezu randvoll sind, weil natürlich jeder selbst dann schon bei den jetzigen Preisen Heizöl ordert, wenn sein Tank noch halbvoll ist. Den kleinen Mindermengenaufschlag, den er dafür zahlen muss, wird durch die niedrigen Heizölpreise deutlich überkompensiert.
        Also haben wir ab Juni dann die Situation, dass nicht nur die Heizsaison für mehrere Monate vorbei ist, sondern auch das allmähliche Nachfüllgeschäft. Sprich: die Heizölnachfrage tendiert im Sommer bis in den Herbst hinein gegen Null.
        Dann werden auch sämtliche Reservetanks der Staaten, Firmen und Raffinerien randvoll sein.
        Wenn dann z.B. infolge von zwischenzeitlichen Lockerungen die Infektionszahlen wieder nach oben gehen sollten und die Mobilitätsbeschränkungen wieder verstärkt werden müssen, dann ist der perfekte Kollaps des Ölhandels vorprogrammiert.

        Prof. Drosten und die Fachleute von Helmholtz sagen ganz eindeutig: wie haben in keiner Weise einen Sieg über das Virus erreicht, sondern nur eine vorübergehende Stabilisierung. Und je deutlicher wir uns (verständlicherweise) in Richtung einer Normalisierung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens bewegen, desto heftiger wird die zweite Welle. Jeder kann das wissen, der die Statements der Pamdemie- und Virenexperten nicht als dümmliches Geschwätz abtut oder sich einfach nicht dafür interessiert.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Guter Artikel,

      Aktuell wird schon Produktion herunter gefahren und ja es kostet Geld diese herunter zu fahren und es kostet Geld diese wieder hoch zu fahren, bzw. kann das die absolute Fördermenge reduzieren aber wenn die Kosten für die Lagerung noch höher ausfallen gibt es hier nur eine richtige Entscheidung und das ist Produktion vom Netz zu nehmen.

      https://oilprice.com/Energy/Energy-General/A-Massive-Wave-Of-Shut-Ins-Fails-To-Halt-Oil-Price-Crash.html

      Die Mengen an Produktion die insgesamt ausfallen wird ist bedenklich und ich teile hier die Meinung das die Produktion wohl nicht mehr auf das alte Niveau hoch gefahren werden kann, die Druckverluste in den Quellen sowie eine Schädigung der Infrastruktur werden die Folge sein von größeren Produktionsbeschränkungen, auch viel Personal wird entlassen werden müssen, welches sich versuchen wird woanders einen Job zu suchen, denn die Jobs in der Ölindustrie werden immer unbeständiger.

      Ganz so düster sehe ich die Folgen für Mitteleuropa allerdings in Sachen Energieressourcen noch nicht, Erdgas und wahrscheinlich Kohle werden noch wichtiger werden für uns, der Kohleausstieg könnte rückgängig gemacht werden.

      Wichtig ist das wir ohnehin auf die Klippe mit hohem Tempo zu gesteuert sind, da hat Spahn auch nicht schuld dran, es wäre ohne die Pandemie nur einige Jahre später dazu gekommen.

      Bei der Global Dimming Studie bezieht sich der Wert von 1 Grad Celsius aber auf das Jahr 2100 und dem RCP 4.5 Szenario.
      Für 2100 halte ich die Werte für realistisch, heute ist der Effekt allerdings wohl noch nicht so hoch.

      Die 1 Grad Celsius + der Temperatur in dem RCP 4.5 Szenario würde dann auch mit den historischen Temperaturen übereinstimmen, die bei 500 ppm CO2 und mehr erreicht werden, zum Beispiel im Miozän.

      Bei 500 ppm CO2 sollte sich die Welt schon um bis zu 3,5-4 Grad erwärmen bis zum Ende des Jahrhunderts, jedenfalls legen das die Temperaturen im Miozän nahe wo das Klimaoptimum bei 500-700 ppm CO2 lag und die Welt bis zu 5 Grad wärmer war.
      Die Energie die wir heute von der Sonne erhalten ist aber minimal höher als im Miozän Klimaoptimum, im Gegenzug war die Vergletscherung nicht so ausgeprägt, aber auch da bewegen wir uns ja in die Richtung wie im Miozän.

      Die Frage ist natürlich auch ob wir weiter die Kohlenutzung bewusst weiter reduzieren oder ob wir Kohle weiter für das Wachstum des Systems nutzen werden und sogar wieder ausbauen werden.

      Ich sehe das so, wenn Öl immer unwichtiger wird im Energiemix werden wir Kohle und Erdgas stärker ausbeuten, hier werden wir dann sehen ob uns der Wohlstand den wir gewohnt waren wichtiger ist als der Umweltschutz und unsere Zukunft.

  16. Patrick sagt:

    Gail Tverbergs neuester Artikel klingt fast schon apokalyptisch und fasst vieles zusammen, was hier im Blog für die Post-Peak Oil Zeit immer mal befürchtet wurde.

    https://ourfiniteworld.com/2020/04/21/covid-19-and-oil-at-1-is-there-a-way-forward/

  17. Michael Egloff sagt:

    “02.25 Uhr: Robert Redfield, Direktor der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC), blickt mit Sorge auf die möglichen Folgen der Coronavirus-Pandemie im Winter. “Es besteht die Möglichkeit, dass der Angriff des Virus auf unser Land im nächsten Winter sogar noch härter sein wird als der, den wir gerade durchgemacht haben”, sagte Redfield der “Washington Post”.

    “Wir werden die Grippe-Epidemie und die Coronavirus-Epidemie zur gleichen Zeit haben”, sagte der Virologe. Die Kombination könne das Gesundheitssystem des Landes noch stärker belasten als der erste Ausbruch des Coronavirus im Land.”

    Zitat Ende, Quelle: Spiegel

    Damit befindet sich Redfield in Übereinstimmung mit Christian Drosten, der schon vor einigen Wochen gesagt hatte, dass ihm die Zeit ab Herbst mehr Sorgen bereite, als die erste Welle.

    Zwar hat ja offensichtlich das Sars-Cov2-Virus keine so starke Saisonalität wie andere Corona-Viren, aber trotzdem dürfte sich die Situation im Winter alleine schon wegen der parallel laufenden Grippe- und Erkältungs-Saison wieder verschärfen.
    Außerdem würde sich eine zweite bzw. dritte Welle nicht mehr vor allem auf Hot Spots konzentrieren, die sich relativ gut eingrenzen lassen, sondern relativ gleichmäßig über das Bundesgebiet verteilen. Das gilt auch für andere Länder.
    Darauf hat auch Drosten hingewiesen, dass sich die Unterschiede im Infektionsgeschehen sowohl zwischen den Regionen als auch z.B. in den Alterskohorten immer mehr angleichen wird.
    Das ist die negative Seite.

    Die positive ist, dass wir im Herbst sehr viel mehr Testkapazitäten und eine bessere personelle Ausstattung der Gesundheitsämter haben werden, einen besseren Kenntnisstand über das Virus und womöglich auch verbesserte therapeutische Möglichkeiten bei der Behandlung von schweren Verläufen. Vielleicht gleicht das die negative Seite zum großen Teil aus.
    Aber ein erneuter Shutdown im Laufe dieses Jahres (vielleicht auch 2 mal) ist wohl wahrscheinlich. Um so wahrscheinlicher, je mehr wir die Wirtschaft zwischenzeitlich wieder hochfahren.

    Dershalb ist ein Szenario einer V-förmigen Konjunkturentwicklung, von dem die Börsianer anscheinend ausgehen, ziemlich illusorisch.

  18. Hendrik Altmann sagt:

    @h.c.

    Was noch fehlt in dem Artikel, dieses Jahr und letztes Jahr das Heuschrecken Problem in Afrika, welches große Teile der Ernten vieler Länder stark gemindert hat, ging ein bisschen unter in den Medien bei all den anderen Katastrophen.

    Es ist wohl so wie in den anderen hoch entwickelten Zivilisationen in der Vergangenheit, es war nicht die eine große Ursache die eine Zivilisation zum Untergang verdammte, es war eine Vielzahl von Gründen die einen perfekten Sturm bildete.

    • Hendrik Altmann sagt:

      PS: In deinem Artikel über die Jetstreams, diese verlangsamen sich durch den sich immer weiter verringerten Temperaturanstieg, dieser kommt dadurch zustande das sich der Nordpol deutlich schneller erwärmt als die mittleren Breiten, die gesamte Arktis erwärmt sich schon über Jahrzehnte wesentlich schneller als die Äquator Regionen, die sich mit am langsamsten erwärmen.

      Mit der sich immer weiter reduzierenden Meereis Ausdehnung in der Arktis, wird dieser Effekt auch immer weiter verstärkt.
      So wird angenommen das wir zwischen 2030 und 2040 den ersten Meereis freien Spätsommer/Herbst sehen werden.

      Sobald das Meereis nicht mehr vorhanden ist in der Arktis oder die Ausdehnung nur noch sehr gering ist, steigen die Meerestemperaturen in der Arktis stark an, da es viel Energie benötigt Eis zu Wasser zu schmelzen und diese Energie dann komplett in die Erwärmung des Wassers geht.

      Das würde dann auch den absoluten Kältepol in der nördlichen Hemisphäre weiter zu Grönland verschieben, was bedeutet das mehr feuchte warme Luft aus dem Süden stärker Richtung Nordwesten gezogen wird, aus der Perspektive Europas, was wiederum weniger Niederschläge in Europa bedeutet, besonders weniger Wasser vom Atlantik.

      Und natürlich eine weitere Zunahmen der Waldbrände in Sibirien und Skandinavien, diese Regionen erwärmen sich außerordentlich stark, die Brände hier sind praktisch eine Transformation zu einer anderen Biosphäre, da boreale Wälder bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius im Sommer Probleme bekommen, zudem wird Zentral Asien wie auch Europa immer trockener, was den Stress für die borealen Wälder weiter erhöht.

      Die Vegetation wird sich also in den nördlichen Breiten rasch ändern müssen, durch die schnellen klimatischen Veränderungen, die Fauna wird sich natürlich auch rasch ändern.

      Dieser große Stress Faktor für die Biosysteme macht sich auch in einer Zunahme von Parasiten und Krankheiten sichtbar, welche leichtes Spiel haben mit den geschwächten Pflanzen und Tieren.

      Das austrocknen von Zentral Asien und Zentral Europa liegt aber nicht nur an der neuen Ausrichtung der Luft und Meeresströmungen, auch nimmt die Verdunstung immer weiter zu in den Kontinenten, dieses Problem forciert sich dann in den großen Zentralregionen der großen Kontinente.

      • Hendrik Altmann sagt:

        PS: Temperaturdifferenz nicht Anstieg, verschiedene Potentiale versuchen sich immer auszugleichen, dies treibt letztendlich auch die Jetstreams an, verringert sich die Diffenrenz, verlangsamen sich dann auch die Jetstreams, bzw. auch Meeresströmungen welches durch die Temperaturdifferenz angetrieben werden.

  19. Hendrik Altmann sagt:

    https://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-droht-iran-mit-angriffen-auf-boote-a-794a1881-089e-4b16-b1be-982f5c77a944

    Auch oder gerade wegen der Pandemie liegen die Nerven geopolitisch immer mehr blank, es ist nicht auszuschließen das Konflikte schneller eskalieren in diesem Jahr, da viele Staatsführungen deutlich mehr unter Druck stehen.

    Die letzte Drohung von Donald Trump könnte auch nur eine Ablenkung sein um von seinen großen Fehlern in der Pandemie abzulenken, zudem hat sie noch den Effekt die Ölpreise kurzzeitig zu pushen, welcher aber sehr schnell wieder verpuffen wird bei den Lagerständen an Erdöl und der Geschwindigkeit wie diese ansteigen.

    Mich würde es aber auch nicht wundern wenn es noch größere Eskalationen gibt, die türkische Wirtschaft legt gerade einen Tiefflug hin unter den neuen Lockdown Maßnahmen und Saudi Arabien steht sowieso unter hohem Stress, die USA müssen stärke zeigen als das von der Pandemie am härtesten betroffene Land, dies ist die perfekte Mischung das der Funke im Nahen Osten überschlagen kann und uns alles dort um die Ohren fliegt.

  20. Michael Egloff sagt:

    Rezo in Höchstform:

    https://www.youtube.com/watch?v=ZiYLQXS-ufs

    Er wird im Laufe des Videos immer besser!

    • Michael Egloff sagt:

      Manchmal sind es kleine, unscheinbare Meldungen, die eine hohe Relevanz haben können.
      Wie diese hier:

      “Der Leiter der Notfallaufnahme in Innsbruck, Frank Hartig, konnte bei Tauchern schwere Lungenschäden durch Covid-19 nachweisen. Obwohl die Sportler ihre Erkrankung in häuslicher Quarantäne auskurieren konnten, seien sie nun wahrscheinlich lebenslange Pantienten, sagte der Mediziner der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Sie könnten ihren Sport vorerst nicht wieder ausüben.”

      Also gibt es offensichtlich in diesen Fällen nach leichteren Krankheitsverläufen gravierende Folgeschäden. Und die Taucher werden wohl kaum zu einer Risikogruppe (sehr alt oder stärkere Vorerkrankungen) gehören.

      Hoffen wir mal, dass diese Beobachtung aus irgenwelchen Gründen ein Zufall ist. Ansonsten hätte diese Meldung eine unglaubliche Tragweite.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Ja auf die leichte Schulter sollte der Virus definitiv nicht genommen werden, insgesamt muss ich aber die deutsche Bundesregierung für ihre Maßnahmen loben, wo ich die anfänglich Sorglosigkeit noch sehr kritisch gesehen haben.

        Nach wie vor gilt wir sollten versuchen uns nicht zu infizieren, nicht nur die Lunge wird angegriffen auch andere Organe aber hier fehlen noch Daten ob es auch hier zu dauerhaften Folgeschäden kommen kann.

        Nach wie vor gilt den Reproduktionsfaktor unter 1 zu halten bis ein Impfstoff zur Verfügung steht oder eine andere Medikamentöse Therapie die die Folgen wirksam abmildert.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Also ein Mund, Nasenschutz reduziert die Fähigkeit des Virus sich zu Reproduzieren, es geht hauptsächlich darum, das deine Partikel die du beim sprechen, niesen, husten auswirfst nicht so weit fliegen.

            Der Mundschutz auch nicht speziell behandelt werden, einfaches waschen reicht, das sich im Mundschutz Viren befinden wenn du infiziert bist ist okay, da er den Zweck den er erfüllen soll trotzdem erfüllt.

            Deswegen reicht eine einfach Mund, Nasen Bedeckung völlig aus.

            Natürlich hat das RKI Fehler gemacht bei der Kommunikation und wird sicher weiter Fehler machen(Weil Menschen machen Fehler) aber solange aus den Fehlern gelernt wird ist das okay.

            Ein Reproduktionsfaktor von unter 1 bedeutet das der Virus schrumpft, sprich eine Reproduktionsfaktor von 0,9 über einen lange genug dauernden Zeitraum bedeutet das der Virus aussterben würde, es gibt keine Verdoppelung mehr ab einem Reproduktionsfaktor von unter 1.

            Und “den Lockdown” so gab es nicht, die Maßnahmen wurden schrittweise immer weiter verschärft, Menschen haben schrittweise ihr Verhalten angepasst, Anpassungsprozesse in so großen komplexen Systemen geschehen nicht an einem bestimmten Datum sondern über Zeiträume.

            Der Reproduktionsfaktor sank also aus einer ganzen Menge an Gründen, natürlich ganz weit vorne die sich immer weiter verschärfenden Maßnahmen, dann natürlich eine gewisse Immunisierung der Bevölkerung(dieser Faktor ist aber jetzt noch recht klein) aber auch wärmere Temperaturen(auch dieser Faktor ist beim SARS-2 Virus recht klein)

            Und natürlich wissen wir noch nicht alles über das Virus SARS-2, aber da das Ziel noch weiterhin besteht Menschenleben zu schützen und die Gesundheit, wird davon ausgegangen was wir wissen.

            Wir werden sehen was die nächsten Wochen und Monate bringen aber wenn die Lockerungen auf die so viele drängen letztendlich so einer weiteren Boom Phase führt bei der Virusausbreitung, gibt es natürlich wieder Beschränkungsmaßnahmen, das sollte jeder dabei beachten der sich jetzt unvorsichtig verhält, denn für unvorsichtiges Verhalten werden wir letztendlich alle bitter und teuer bezahlen, besonders im Geldbeutel.

            Und natürlich steht der Infektionsschutz in einer Pandemie über dem Vermummungsgesetz, also die beste Zeit mit Hoodie, aufgesetzter Kaputze, schwarzer Sonnenbrille und Bandana im fleck tarn Muster in die Sparkasse zu gehen oder den Supermarkt ;)

  21. Michael Egloff sagt:

    Hier mal ein guter Artikel zum Thema Rückbau von Offshore-Windkraftanlagen:

    https://www.golem.de/news/windparks-ausgedreht-2004-147881.html

  22. Hendrik Altmann sagt:

    https://www.youtube.com/watch?v=fh2cDKyFdyU

    Eine etwas ältere Dokumentation der BBC, über die öffentliche Wahrnehmung und Realität und wie sie von verschiedensten Seiten manipuliert und analysiert wird.
    Die Dokumentation passt wie ich finde sehr gut zum aktuellen Zeitgeschehen, wo in der Pandemie Krise auch von allen Seiten um die öffentliche Wahrnehmung gekämpft wird oder einfach nur ein wenig mehr gekämpft wird.

  23. Patrick sagt:

    Ein neuer Artikel von Gail.

    Das unterstützt weiterhin meine Meinung, dass die zuletzt ergriffenen Maßnahmen mehr Schaden als alles andere anrichten werden.
    Einigeln war okay, um die Lage zu sondieren, dann die Daten waren sehr unübersichtlich, unklar und widersprüchlich.
    Mittlerweile sollte klar sein, Corona ist definitiv kein harmloser Schnupfen. Tödlicher als das Influenza Virus ist es aber auch nicht unbedingt. Todesrate deutlich unter 1 % und dafür zerdeppern wir die Ökonomie mit unkalkulierbaren Langzeitfolgen.

    Die Verhältnismäßigkeit ist für mich absolut nicht mehr gegeben.
    Und vom Wunder-Impfmittel in wenigen Monaten, im Schnelldurchgang übers Knie gebrochen für ein Virus, dass sich bis dahin längst verändert hat, kann man höchstens träumen.

    Ich bleibe bei dem, was ich schon vor Wochen schrieb:
    Wir können nur die Risikogruppen schützen und unterstützen
    – Bewegung, frische Luft, Sonne
    – psychisch unterstützen, Sozialkontakte (statt einsperren)
    – so gut wie möglich schützen durch maximale Hygiene usw.
    – vitalstoffreiche Ernährung und gezielte Supplemente wie Vitamin C und D

    Sowas könnte die Regierung mal sinnvollerweise subventionieren für alle ab 65 Jahren beispielsweise.
    Alles viel günstiger und zielführender als das was wir erleben.

    Ja, für solche Meinungen wird man wieder schnell einen Shitstorm ernten, aber so sehe ich die Lage.

    Hier der Link zu Gails Artikel:

    https://ourfiniteworld.com/2020/05/13/understanding-our-pandemic-economy-predicament/?fbclid=IwAR3r775E2s_OrOinPTkHVVv4tecDJSvpFxdSvRVFMN0wwuwcbifVfvD7pu8

    • Michael Egloff sagt:

      Du erntest keinen Shitstorm, Patrick. Schon garnicht hier in diesem Forum, wo fast ausschließlich gesittete Menschen diskutieren.
      Und Meinungsverschiedenheiten sind ja das Normalste, was es gibt. Das wäre doch eine armselige Gesellschaft, in der alle die gleiche Meinung haben.

      Hier mal die Punkte, in der ich eine andere Meinung habe: gute Ernährung mit ausreichendem Vitamin- und Spurenelementegehalt ist immer gut, aber bezüglich einer Vireninfektion leider ziemlich irrelevant. Die Erkrankungsschwere hängt natürlich vom Zustand der organischen und zellulären Gesundheit ab, aber ganz entscheidend ist z.B. die Virenlast, die jemand abbekommt.

      Weit mehr als 10 Millionen Ältere und relevant Vorerkrankte “schützen” zu wollen ist leider völlig praxisfremd. Nicht mal in Hot Spots der Hochbetagten und Vorerkrankten (Senioren-und Pflegeheime) hat das mit dem “Schützen” geklappt, um so weniger bei der 2,5 Millionen Menschen, die zu Hause gepflegt werden oder z.B. bei den vielen Diabetikern oder sonstigen Vorerkrankten, die nicht in Pflegeeinrichtungen sind. Diesen Punkt kann man getrost als in der Breite undurchführbar streichen.

      Was den Vergleich mit der Grippe angeht: sowohl R0 als auch die Mortalität liegen deutlich über denen der Grippe.
      Die errechnete Mortalität aus der Heinsberg-Studie von 0,37 (ebenfalls schon deutlich über der Grippe) ist völlig unrepräsentativ, weil in der untersuchten Kohorte die Hochbetagten deutlich unterrepräsentiert waren. Kein einziger Ausbruch z.B. in einem Altersheim war in dieser Studie enthalten.
      Außerdem konnte der verwendete Antikörpertest nicht sicher zwischen Antikörpern einer Sars-Cov2-Infektion und einer sonstigen Corona-Infektion der bereits endemischen Stämme unterscheiden. Die Grundbedinungen für eine saubere und voll aussagekräftige wissenschaftliche Arbeit wurden nicht erfüllt.

      Auch die Experten wissen vieles über das neue Virus noch nicht:
      – z.B. Häufigkeit von Folgeschäden an verschiedenen Organen durch Covid19, die vielleicht sogar zeitversetzt zu Organversagen und einer Postmortalität führen können. Einige Klinikärzte vermuten solche Fälle für die Zukunft.
      – ständig werden neue Symptomatiken bekannt, die mit Covid19 im Zusammenhang stehen. Entgegen erster Thesen handelt es sich eben nicht um eine reine Lungenkrankheit. Auch hier ein starker Unterschied zur Grippe: die Spanne der Symptome bei einer Infektion ist sehr viel größer. Von symptomlos bis hin zu einem Multi-Organversagen.
      Um die Mortalität halbwegs sicher bestimmen zu können, müssten alle auf eine Covid19-Infektion getestet werden, die z.B. an Nierenversagen, Herzinfarkten, Lungenembolien, Schlaganfällen usw. verstorben sind. Denn alle diese Todesursachen können auch durch Covid herbeigeführt werden.

      In vielleicht 2 Jahren werden wir die Gefährlichkeit des Virus einigermaßen kennen. Dann sind nicht in erster Linie die Virologen und Epidemiologen die Haupterkenntnisbringer, sondern Kardiologen, Nephrologen, Pneumologen und andere internistische Fachleute.

      Jetzt eine fundierte Meinung zu dem Virus und seinen Folgewirkungen äußern zu wollen, zumal als Fachfremder, ist schlicht nicht möglich.

      Interessant:

      https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/covid-19-belastete-troepfchen-machen-geschlossene-raeume-zu-infektionsherden-a-7522885d-7553-4acc-ac5d-ac603552ed06

      • Patrick sagt:

        Wenn wir in zwei Jahren schlauer sind und bis dahin mehr oder weniger im Lockdown Modus unterwegs sind, wird von der ökonomischen Grundlage unserer Zivilisation nicht mehr allzu viel übrigbleiben.

        Sollte das mit den Aerosolen wirklich der Hauptübertragungsweg sein, macht das die Lage auch nicht gerade besser.

        Was ist also die Alternative?

        Die organische und zelluläre Gesundheit dürfte außerdem stark mit dem Lifestyle zusammenhängen.
        Also hier sehe ich sehr wohl einige Stellschrauben.

        Fraglich ist bisher wohl so ziemlich alles, was wir über Corona wissen. Da niemand weiß, wie viele Infizierte es national oder global gibt, ist jede Sterblichkeitsrate eine ziemlich vage Angelegenheit.

        Ich würde mich jedenfalls lieber im Sommer anstecken, als im Winter, wenn ohnehin immer Erkältungen unterwegs sind.

        Übrigens kann ich auch die vielen älteren Leute verstehen, die trotzdem raus gehen, ganz normal einkaufen, ihre Kinder und Enkel treffen usw.
        Denn sie haben doch Recht, wenn sie sagen “okay, ich bin jetzt 75 und damit alt. Und die letzten Jahre meines Lebens möchte ich mich doch nicht einsperren lassen, sondern noch etwas das Leben genießen.”
        Und davon gibts eine ganze Menge.

        • Michael Egloff sagt:

          Richtig, Selbstbestimmung ist wichtig, auch für Ältere.
          Und für mich (67) geht es durchaus zusammen, mich viel im Freien zu bewegen, einzukaufen sowieso, und trotzdem unnötige Risiken zu vermeiden. Zu unsicher ist die Datenlage, die auf mögliche Folgeschäden auch bei überstandener Krankheit schließen lässt. Die Fälle der 6 österreichischen Taucher, die alle nach moderater Covid-Erkrankung nach Angeben ihres Lungenfacharztes bleibende Lungenschäden zurückbehalten werden, haben mich noch vorsichtiger werden lassen.

          Ist halt offensichtlich ein anderes Kaliber als die Influenza. Und deutlich unberechenbarer.

          Und gemessen an Italien, Spanien, Frankreich, UK oder New York hatten wir eigentlich keinen wirklich harten Lockdown.

          • Patrick sagt:

            Also jedem muss ja klar sein, dass das Ding nicht verschwindet. Also müssen wir wohl oder übel da durch, die einen wollen das schneller (Schweden), andere langsamer. Aber einen Ausweg gibt es nicht. Vielleicht wäre das Beste, was uns passieren kann, dass wir Medikamente finden, die die schlimmen Symptome deutlich mildern.
            An eine Impfung, die wirksam ist und ohne unkalkulierbare Nebenwirkungen (weil alles im Eilverfahren durchgeprügelt wird), glaube ich nicht. Zumal es dann eh eine Lotterie wird, genau wie bei Inflenza. Dazu wird sich das Virus wohl viel zu schnell verändern.

            In sofern finde ich es richtig, dass jetzt wieder viel geöffnet wird, das Gesundheitssystem ist nun besser vorbereitet und bisher war alles kein Problem. Also der nächste “Schwung” an Ansteckungen kann erfolgen.

            Das mit den Tauchern habe ich auch gehört, aber hier muss man sicherlich weitere Erfahrungen abwarten, ob das nicht eine sehr spezifische Sache war. Vielleicht erhöht Tauchen irgendwie das Risiko?

            Irre auch, wie oft es neue Meldungen gibt, die denen vor ein paar Wochen maximal widersprechen.
            Anfangs galten Asthmatiker noch als Risikogruppe, vor 2 Tagen las ich einen Artikel, dass Asthmatiker, die Cortison sprühen, möglicherweise sogar besser geschützt sind.

            Also sehr sehr viel wissen wir einfach nicht was Corona angeht.

            Was wir aber wissen:
            – wir müssen da durch
            – zu >90% sterben alte Menschen mit Vorerkrankungen
            – unsere Ökonomie kann keine ständigen Lockdowns verkraften
            – Finanziell wird es in einigen Monaten sicherlich sehr übel aussehen in der Welt

            • h.c. sagt:

              @Patrick

              Cortison? Klar – dämpft ein überschiessendes Immunsystem. Aber Cortison ist Scheisse weil andere Probleme – da gibts besseres…

              Der Zytokinsturm, u.a. von TH17 freigesetztes IL-6 ist ein Problem. Aber IL-6 ist hoch, wenn DHEA niedrig ist -> Alter!

              Genau das gleiche bei Melatonin (-> aus 5-HTP -> Serotonin), was Zink & B6 zur Bildung braucht – bei vielen im Mangel.

              Über Vitamin D will ich erst gar nicht sprechen. 95% der Covid-19 Patienten mit Mangel sterben – aber nur 5% ohne einen Mangel.

              Eigentlich alles ganz einfach :-)

              VG
              H.C.

              • Michael Egloff sagt:

                Das ist sensationell, die Sache mit dem Vitamin-D-Mangel.
                Gibt es dazu eine repräsentative Studie?

                Klar – auch ich kenne die Bedeutung des Vitamin D. Ich selbst supplementiere täglich.
                Aber es hat meines Wissens nicht die geringste antivirale Wirkung.

              • h.c. sagt:

                Hier im Artikel ist auch der Link zu Vitamin D: https://hcfricke.com/2020/05/09/impfen-teil-3-von-rna-dna-viren-corona-sars-zytokinkaskaden-dem-immunsystem-falschen-behandlungen-einer-impf-pflicht-und-alternativen-die-zu-wenig-kosten/

                Hier zu Melatonin: https://hcfricke.com/2020/03/14/gedanken-zum-corona-virus-sars-cov2-covid-19-etwas-zu-risiko-ausbreitung-sozialer-distanz-supplementen-dem-immunsystem-desinfektionsmitteln-der-zukunft-co/

                Hier zu HPU – haben sehr viele >10% Bevölkerung & macht Mangel an B6, Zink & Häm – wenig Serotonin, Melatonin, GSH, etc. pp: https://hcfricke.com/2019/02/12/etwas-zur-hpu-haemopyrrollaktamurie-und-kpu-kryptopyrrolurie-entgiftung-vitamin-b6-p5p-zink-mangan-kupfer-co/

                Alles lang und breit bekannt – und was macht das deutsche Gesundheitssystem? Nichts bzw. bestreitet die Existenz z.B. der HPU. Krankheit bedeutet eben Umsatz & BIP. Gesunde Menschen konsumieren keine Krankheitsdienste.

                VG
                H.C.

              • Patrick sagt:

                “Aber Cortison ist Scheisse weil andere Probleme – da gibts besseres…”

                Das stimmt, darauf weisen ja auch Ärtze immer hin.
                Aber wenn das jemand halt schon nimmt (Asthma/allergisches Asthma), hat er immerhin vielleicht einen kleinen positiven Begleiteffekt.

                Was mich bei dem Vitamin D nur wundert: die Studie stammt ja glaube ich aus Indonesien, also dort, wo es Sonne pur gibt. Wie kommt es wohl, dass dort die Leute Vitamin D Mangel haben?

                Für Deutschland kann ich mir das sehr gut vorstellen.

                Das mit dem HPU wäre äußerst beunruhigend, wenn das zutrifft.
                Ich selbst habe auch noch 2 – 3 restliche Amalgam Füllungen, die ich mir eigentlich schon längst mal entfernen lassen wollte. Vielleicht gehe ich das in den nächsten Monaten mal an.

                H.C., du bist ja auf dem Gebiet mittlerweile gut unterwegs.
                Hast du Tipps, wo man noch ein gutes (!) – sprich moderates und ausgewogenes – Multivitamin bekommen kann?

                Ich setze seit ca. 2 Jahren auf das Multi von Edubily, aber das ist seit Corona nicht mehr lieferbar und auch nicht absehbar, wann es wieder lieferbar sein wird.

              • Michael Egloff sagt:

                Andere Vitamine als Vitamin D muss man nicht supplementieren, wenn man kein Veganer ist.
                Eine abwechslungsreiche Kost mit einem ausgewogenen Verhältnis aus pflanzlichen und tierischen Produkten (75%…80% können pflanzlich sein) liefert alle benötigten Vitamine in ausreichender Menge.
                Das angegebene Verhältnis aus pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln ist übrigens auch gut für den Säure-Basen-Haushalt. Zu viel tierische Lebensmittel wirken zu stark säurebildend.
                Wichtig: reichlich Ballaststoffe, Antioxidanzien und ein möglichst gutes Verhältnis aus Omega 3- und Omega 6-Fettsäuren. Mindestens 1 : 5, besser 1 : 3.

              • h.c. sagt:

                @Michael

                Absoluter Unsinn.

                https://hcfricke.com/2016/06/22/immer-weniger-mineralien-in-der-nahrung/

                https://hcfricke.com/2019/02/12/etwas-zur-hpu-haemopyrrollaktamurie-und-kpu-kryptopyrrolurie-entgiftung-vitamin-b6-p5p-zink-mangan-kupfer-co/

                Un eine HPU haben ganz viele Menschen… teils geschätzt >20-30%.

                Magnesium ist universell im Mangel – weniger Zufuhr, mehr bedarf, u.a. durch aktuelle Lebensweise, EMF & Co.

                Endlose Liste…

                VG
                H.C.

              • Patrick sagt:

                @Michael

                Ja, ich glaube diese Sichtweise ist mittlerweile schon deutlich veraltet.
                Nur unsere “Qualitätsmedien” schieben Supplemente nach wie vor meist in die Schmuddlecke. Genau wie Prepper usw.
                Immer die einfachsten Muster…

                Es scheint wohl inzw. Studien im Übermaß zu geben, die aufzeigen, dass eine Supplementierung bestimmter Mineralien/Vitamine sinnvoll oder sogar mehr ist.

                Dass zu viel tierisches evtl. Probleme macht, mag sein (hallo sonstiger Lifestyle), zu wenig kann das aber ebenso.
                Hier scheint es sehr unterschiedlich zu sein.
                Genetik & Co. lassen da auch grüßen, aber natürlich auch gerade die Qualität beim tierischen Zeug ist sehr wichtig.
                Denn freigrasende Mammuts gibts heute ja eher selten, dennoch sind wir ja Jäger und Sammler.
                Das “Kleingedruckte” ist wichtig.

              • Michael Egloff sagt:

                Ich bleibe dabei: wer auf seinem Speiseplan genügend Gemüse wie Grünkohl, Spinat usw. hat, sowie Obst, Fisch, Nüsse usw., der braucht außer Vitamin D keine Vitamin-Supplementierung.
                Klar, bei häufigem Verzehr von Industrie-Food kann das anders aussehen. Trifft aber auf mich nicht zu.
                Und klar ist auch: zu einer Vitamin-D-Supplementierung gehört auch immer zusätzliches Magnesium dazu. Siehe die entsprechenden youtube-Beiträge von Dr. Spitzner.

                Ich finde es herrlich, in einem Land mit Meinungsfreiheit zu leben.
                Und das ist eben meine Meinung. Leuten mit anderer Meinung werfe ich nicht vor, “absoluten Unsinn” kundzutun. Sondern respektiere deren Meinung.

                Da dies jedoch kein Erhährungs-Thread ist, ist dies mein Letzter Beitrag zu dem Thema. Ich werde mich ab jetzt mehr an den Themen des Ursprungsbeitrags orientieren.

              • Patrick sagt:

                Das ist korrekt, jedem seine Meinung.

                Fakt ist jedoch, es gibt inzw. unzählige Studien, die eine Supplementierung nahelegen.
                Vielleicht kann man es so sehen:
                Ohne geht sicher (sehr oft) auch, weil man damit sicher “ausreichend” versorgt ist.
                Nur wahrscheinlich eben nicht “optimal” – insbesondere bei älteren Menschen wird das sicherlich einen Unterschied ausmachen können.
                Soll jeder daraus machen, was er möchte :-)

              • Hendrik Altmann sagt:

                Nicht zu vergessen wo die unzähligen Studien herkommen für eine zusätzliche Einnahme von Ernährungsergänzungsmitteln, dies ist weltweit ein riesiger Markt geworden in den letzten Jahren, mit traumhaften Wachstumsraten…

                Übrigens wer zu lange, zu hohe Dosen des Prohormons “Vitamin D” zu sich nimmt riskiert eine Hypercalcämie, was unangenehme Folgen haben kann wie Nieren und Galensteine, Herzprobleme usw…

                Besonders da viele der Präparate zu hoch dosiert sind und dazu die Konsumenten dann noch viel mehr konsumieren als auf der Verpackung steht, was natürlich zu einem gefährlichen Konsummuster führt und nicht selten zu den entsprechenden Erkrankungen.

                “Vitamin D” kann für bis zu 10-14 Tage in der Leber gespeichert werden und der tägliche Bedarf kann an sonnigen Tagen in Minuten selbst vom Körper produziert werden, in Kombination mit der recht guten Speicherkapazität des Körpers sollte ein Mangel selten sein, da auch noch Nahrungsmittel “Vitamin D” enthalten.

                Aber jedem das seine, wenn ich 15-30 Minuten jeden Tag an die frische Luft gehe erlebe ich keinen “Vtamin D Mangel”

              • Michael Egloff sagt:

                Hallo Hendrik,
                Vitamin D wird über die Haut nur durch UV-B-Strahlung gebildet. Und die gibt es nur bei Sonnenständen über 40…45 Grad, also im Sommerhalbjahr in der Zeit zwischen 9.00 Uhr und 16.00 Uhr (circa). Im Winterhalbjahr praktisch garnicht.
                Dazu kommt noch, wie viel unserer Haut diese Strahlung überhaupt abbekommt. Bei längärmliger Kleidung gerade mal etwa 5%…10% der Körperoberfläche, bei kurzen Ärmeln und Hosen immerhin schon an die 40…50%. Aber nie so viel, wie unsere sehr viel älteren Vorfahren oder heutige Eingebohrenenstämme, als der natürliche Vitamin-D-Haushalt evolutionär “eingestellt” wurde. Es sei denn, wir sind am Strand (was ich äußerst selten bin).
                Wichtig ist: zusammen mit Vitamin D immer Magnesium supplementieren (insbesondere, wenn man wie ich viel Sport treibt).
                Wenn man dann noch die Vitamin-D-Dosierung beachtet (2000…3000 I.E. im Sommer und 4000 im Winter) braucht man keine Angst vor den von Dir beschriebenen Risiken zu haben. Für eine Überdosierung braucht es wesentlich größere Mengen.

              • Patrick sagt:

                Hochdosen von egal was sind wohl nur in den seltensten Fällen sinnvoll.
                Z.B. bei akuten Problemen, so wie es nun bei Corona-Patienten gemacht wurde und das wohl recht erfolgreich.

                Wer das im Stil der Amis beim Aspirin macht (viel hilft viel), der ist halt einfach saublöd!

                Im normalen Alltag kann es immer nur um eine morderate Basisversorgung gehen, da wir teilweise Mangelgebiet sind, teilweise die Ernährung nicht optimal ist, teilweise weil wir einfach nicht mehr “natürlich” leben und zusätzlich immer mehr Stressoren und Umweltbelastungen durch die Zivilisation akkumulieren.

                Nein, es gibt unzählige Studien, nicht nicht gleich von bösen Pharmaunternehmen oder sonst wem gesponsert sind. Das ist eher das typische Geschreibsel der Bullshitmedien.
                Natürlich gibts die Gefälligkeits- und Auftragsstudien AUCH in diesem Sektor, so wie überall und ständig. So viel sollte hoffentlich jedem klar sein.
                Aber die Evidenz ist hier längst äußerst klar.

                Vitamin D Mangel ist im nordeuropäischen Winterhalbjahr sicherlich viel mehr verbreitet als bekannt.
                Da schließe ich mich Michales Kommentar an.

    • h.c. sagt:

      @Patrick

      Es ist noch viel schlimmer – die Lockdown-Maßnahmen selber sind schon Gesundheitsgefährdent. Alles komplett Irrational, Kontraproduktiv und bescheuert – und das ist schon seit vielen Wochen eindeutig anhand der Daten klar! Selbst Steinmeier weiß Bescheid und handelt klar gegen die “Maßnahmen”.

      https://hcfricke.com/2020/05/16/corona-4-kaum-da-schon-wieder-weg-sowie-was-zu-bundespraesident-steinmeier-der-wohl-keine-masken-mag/

      VG
      H.C.

  24. Nimrod sagt:

    17 Nachhaltigkeitsziele. Klingt zunächst mal gut.

    Ist es aber nicht der Versuch den Materialismus, egal ob Kapitalismus oder Kommunismus, in das Zeitalter der Ressourcenverknappung zu retten?

    Will eine geistige Oberschicht, welche den im In- und Ausland produzierten Wohlstand mit abschöpft, auch in Zukunft profitieren?

    Es ist einfach sich hinter einer übergroßen Moral zu verstecken. Wer aber ist zu Verantwortung und der zwangsläufig dabei entstehenden Schuld bereit?

    Ich fürchte auch dieser Versuch der Selbstvergötterung wird in der Tyrannei enden.

  25. h.c. sagt:

    Falle es wen interessiert: https://limitstogrowth.de/2020/05/22/alles-haengt-von-allen-ab/

    Was zu Corona, Energie, Aktionen der Staaten, meine Sicht auf das was kommen wird – und ganz zum Schluss ein paar Gedanken warum das passiert was gerade passiert… bzw. ein paar Aspekte die so verstörend sind – das ich da selber etwas sprachlos bin…

  26. h.c. sagt:

    Da hier keiner kommentiert – habe ich bei Limits die Kommentarfunktion für den Beitrag freigeschaltet – ggf. ergibt sich ja dort eine konstruktive Diskussion.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Also ich will nicht auf alles eingehen, weil da fehlt mir einfach die Lust aber vergleichen wir mal Schweden und Deutschland im Verhältnis:

      Deutschland: 8323 Tote
      Schweden: 4029 Tote

      Hey Schweden hat ja nur halb so viele Tote, also ja der Weg von Schweden war der richtige nicht ganz so krasse Maßnahmen wie Deutschland zu erlassen, weil Schweden hat ja nur halb so viele Tote, ganz klar.

      Warte irgendwas juckt mich da aber im Finger, hmm Moment, Schweden hat 10,3 Millionen Einwohner, Deutschland hat 83 Millionen Einwohner, also rund 8 mal so viel wie Schweden.

      Das bedeutet im Verhältnis zur Bevölkerung hat Schweden 4 mal so viele Tote oder 400%

      Oder anders, wären wir so vorgegangen wie Schweden hätten wir mindestens 32000 Tote, mindestens deswegen weil große Teile von Schweden nur dünn besiedelt sind, was die Ausbreitung ehr hemmt im Gegenteil zum dicht besiedelten Deutschland.

      Wir wären also mit dem Schwedischen Modell genauso beschissen dran gewesen wie Italien, Spanien oder GB.

      Wobei man sagen muss das Schweden auch nicht gar keine Maßnahmen getroffen hat, nur eben weniger.

      Und ich denke das Deutschland in der Pandemie ehr gut durch gekommen ist und die wirtschaftlichen wie gesundheitlichen Schäden ehr noch milde sind im Vergleich mit vielen anderen Staaten, so muss ich sagen bin ich mit den Maßnahmen zufrieden die die Bundesregierung bisher getroffen hat, eine zu schnellen Abbau der Maßnahmen sehe ich ehr kritisch da dies wieder zu Lockdowns führen kann/wird, welche wieder große wirtschaftliche Einbussen bedeutet würden.

      Wir sind immer noch in einer großen Pandemie…

      • Michael Egloff sagt:

        Genau so ist das, Hendrik.
        Wobei ja Schweden noch den Vorteil gegenüber anderen schwerbetroffenen Ländern hatte, dass dort das Gesundheitswesen einen guten Standard hat und nicht hoffnungslos überfordert ist. Im Gegensatz zu Italien, Spanien, Teilen Frankreichs, Großbritanniens, New York, Moskau, Brasilien, Ecuador usw.

        Außerdem ist es nicht sinnvoll, nur auf die aktuelle Sterbilchkeitsrate zu schauen, sondern auf die noch nicht genau bezifferbaren Folgeschäden selbst teilweise bei moderaten Verläufen, erst recht bei schweren Verläufen.
        Was da auf etliche Gensene in der Zukunft noch zukommt auf Grund von chronischen Lungen-, Nieren- oder Herzschädigungen oder in Form von Thromben, die irgendwann zu Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Lungenembolien führen können, ist noch garnicht abzusehen. Dass es prinzipiell solche Folgeschäden gibt, ist jedoch eine gesicherte Erkenntnis.
        Es ist eben keine Influenza, dieses Covid19. Reine vergleichende Übersterblichkeitsbetrachtungen (in Amazonien/Manaus immerhin jetzt schon etwa 500%) zeigen nicht das ganze Bild.

        Und: auch Schweden hat eine satte Wirtschaftskrise.

    • Patrick sagt:

      Sehe das größtenteils wie du.

      Nachdem man Corona erst in die “rechte Verschwörungsecke” packen wollte, ist man dann komplett zurückgerudert und hat sich eingeigelt (Lockdown).
      Ja, man hatte offenbar keinerlei Pandemieplände. Man war bei allen möglichen Artikeln sogar komplett abhängig vom billigen Ausland.
      Trotz entsprechender Risiken-Szenarien/Analysen.

      Politisch ist das Totalversagen. Dass unsere “Qualitätsmedien” das viel zu wenig thematisieren…egal, wen jucken die noch?

      Dann hat man tatsächlich überzogen, sich als Krisenmanager profiliert…hier wollte natürlich auch keiner das Risiko eingehen, zu sanft zu handeln.
      Das kann ich sogar nachvollziehen – allerdings hat man sich auch (schon wieder!) einem Diskurs mit den verschiedenen Sichtweisen verweigert.

      Politik & Medien wieder im vertrauten Gleichschritt.
      Das ist das, was einem wirklich Sorgen machen sollte.

      Die Abstands- und Hygienemaßnahmen, sowie abgesagte Großveranstaltungen dürften die richtigen Schritte gewesen sein.
      Einiges andere war oft willkürlich und überzogen.

      Man sollte auf jeden Fall jetzt lockern und die Leute fordern das auch klar ein und ökonomisch ist es eh dringend nötig.

      Corona scheint sich schon ähnlich wie die Grippe zu verhalten, mit steigender Widerstandskraft der Menschen im Sommer und aufgrund der Maßnahmen denke ich, dass wir bis Nov/Dez wahrscheinlich erstmal “freie Fahrt” haben werden und erst dann wird es wieder spannend werden.
      Punktuelle / lokale Ausbrüche wird es natürlich geben, aber durch die hohen Testkapazitäten sollte das schnell einzudämmen und locker in den Griff zu bekommen sein.

      PS: hier ein recht gutes Video mit Prof. Hans-Werner Sinn:

      https://www.youtube.com/watch?v=O73C8lr8SEY

      • Michael Egloff sagt:

        Meine Wahrnehmung ist eine andere: “Die Medien” haben, soweit ich das verfolgen konnte, oft und ausführlich über die (anfängliche) Schutzmaskenmisere, das Corona-App-Theater, die coronabasierten Profilierungsorgien einiger Länder-Ministerpräsidenten, die Lockdown-Widersprüchlichkeiten, die Härten für kindererziehende Homeofficearbeiter, Künstler, Messebauer, Gastronomen und und und berichtet.
        Das politikhörige Komplettversagen “Der Medien” kann ich nicht konstatieren.

        Aber mitunter wurde auch von einem in Relation zu manchen anderen Ländern vergleichsweise maß- und sinnvollen Agieren der deutschen Politik berichtet. Was ich bei aller zahlreichen berechtigten Kritik auch so sehe.
        Deutschland ist nicht der schlechteste Ort, wenn man von einer Pandemie erwischt wird.
        Und auch wenige Länder wie z.B. Südkorea, die noch besser agiert haben, verzeichnen einen herben Wirtschaftseinbruch.

        • Patrick sagt:

          Also in der Tagesschau & den diversen Kommentaren einiger ÖR-Sendungen durfte ich mir über Wochen anhören, wie glorreich unsere Übermutti doch den Supertanker Deutschland durch die Krise manövriert.
          Da habe ich mehr als einmal die Kiste ausgemacht, weils mir einfach zu dumm wurde.
          Das Wort Alternativlos wurde einem Großteil der Bevölkerung wahrscheinlich schon zu tief ins Gehirn verpflanzt.

    • M.U. sagt:

      Hier steuert schon lange keiner mehr irgendwas, erst recht kein ultra schlauer und mega geheimer Lenkungsausschuss à la Bilderberger. Milliardenfacher Eigennutz bewegt sich halt in eine gewisse Richtung. Wir hier glauben für gewöhnlich es besser zu wissen dennoch kannst du die Ambivalenz des Lebens in jedem einzelnen Kommentar hier lesen. Jeder Tote und der wirtschaftliche Niedergang ist, langfristig gesehen, das Beste was uns passieren kann. Aber … ließ selbst.

  27. M.U. sagt:

    Zu den Folgeschäden: Meine Großmutter hatte nach dem Krieg schwere Tuberkulose mit etlichen OP’s, Kuren und der Entfernung größer Lungenteile. Die Dame ist dennoch 94 Jahre alt geworden. Was also soll uns diese Folgeschädendiskussion nun sagen? Und wenn, bei was wollen wir da anfangen? Rauchen, Alkohol, Fleisch, Umweltgifte, giftiges Gemüse, Verkehrstote … ? Im Vergleich dazu ist “Carola” nicht der rede wert.

    Tatsächlich hat man jüngst auch festgestellt, dass die Menschen sterblich sind. Aber solange wir das nicht akzeptieren können werden alle Rettungsversuche (im Sinn des Forums) ins Leere laufen.

    • Michael Egloff sagt:

      Stimmt.
      Und von Beteigeuze aus gesehen ist das hier alles praktisch garnicht existent.

      • M.U. sagt:

        Das war nicht speziell auf deine Beiträge bezogen. Es wäre halt schön, wenn wir bei anderen Sachen genauso energisch unterwegs wären. Also nicht falsch verstehen, schätze deine Beiträge sehr.

    • Michael Egloff sagt:

      Ja, Welzer hat neben Wissen auch ein gehöriges Quantum an Weisheit.
      Ersteres ist ein sehr stark verfügbares Gut, letzteres ein sehr rares in der heutigen Zeit.
      Mein Opa (zwischen 33 und 45 ein Mann der bekennenden Kirche und nicht der Nazis) zum Beispiel hatte vor 50 Jahren vergleichsweise wenig Wissen, aber ein hohes Maß an Weisheit. Was sich z.B. in Erkenntnissen niederschlug wie: “Was hoch steigt, kann auch tief fallen”. Kann man den heutigen Zustand der Menschheit kürzer und treffender beschreiben? Kaum.

      Wenn wir also die fiese Mücke Corona in 1…2…3 Jahren vertrieben haben werden, warten da immer noch die heranwachsenden Tiger Klimawandel und Planetenverschmutzung, Ressourcenschwund, Demographie/Hyperurbanisierung, Zivilisationskrankheiten bis hin zur “Depressionspandemie” usw. auf uns. Und die kriegen wir nicht mal eben weggeimpft.

      Trotzdem: für den Moment (!) ist Corona mit den sich daraus derzeit ergebenden Konsequenzen wirtschaftlicher, sozialer und geopolitischer Natur höchst relevant.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Nicht zu vergessen die sich immer weiter verschärfende geopolitische Krise zwischen den USA und seinen Verbündeten und China/Russland und seinen Verbündeten.
        Die nicht nur die Wirtschaft die nächsten Jahre/Jahrzehnte stark belasten wird, sondern auch wieder die Gefahr eines nuklearen Krieges verstärkt.

        An Herausforderungen wird es die nächsten Jahrzehnte jedenfalls nicht mangeln.

  28. Patrick sagt:

    https://www.n-tv.de/panorama/Streeck-erwartet-keine-zweite-Corona-Welle-article21803064.html?utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR1cGvvFN_JVwSkYX5dKYw0UxzOHjGSIVwJ4_X5pFzmN5zLuXWGV0uuFcfw#Echobox=1590424648

    Ich hoffe, der Streeck hat recht. Für kompetent halte ich ihn auf jeden Fall und irgendwie bleibt der für mich auch mehr in seinem Ressort, also da, wo er sich auskennt als der Drosten. Bei dem hatte ich zwischenzeitlich den Eindruck, der würde am liebsten die Regierung des Landes nach ausschließlich medizinischer Sicht einführen.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Was heißt medizinischer Sicht?

      Eine zweite Welle wäre wirtschaftlich doch genauso verheerend oder nicht, bzw. würde es die Wirtschaft härter treffen als die gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung.

      Eine zweite zweite Welle sollte daher wohl vermieden werden, was aber mit einem zu schnellen und kompletten zurück fahren der Maßnahmen geradezu provoziert werden könnte.

      • M.E. sagt:

        Der Sommer ist epidemisch gesehen unser Freund. Und zwar nicht wegen einer relevanten Witterungssensität des Virus, denn immerhin liegt die Region mit der gegenwärtig höchsten regionalen Übersterblichkeit in den Tropen, nämlich in Manaus mit sage und schreibe 500%.
        Die höchste nationale Übersterblichkeit in Relation zur Bevölkerungsgröße hat übrigens Großbritannien, mit derzeit etwa 60 000 mehr Toten seit Anfang März, als das statistische Mittel. Wesentlich mehr, als die offiziellen 38 000 Corona-Toten.

        Aber warum ist nun der Sommer unser Freund? Weil wesentlich mehr an Aktivitäten im Freien stattfinden. Und dort spielt der nach aktuellen Studien relevanteste Übertragungsweg kaum eine Rolle: der durch Aerosole. Die in Innenräumen ohne starke Durchlüftung ein erhebliches Problem darstellen, weshalb es auch nicht verwunderlich ist, dass praktisch alle Supersprader-Ereignisse sich in Innenräumen ereignet haben: in Kirchen, Gefängnissen, Altersheimen, auf Kreuzfahrtschiffen mit ihren vielen Innenräumen (an der Reeling gibt es dagegen eher kein Problem), in Kliniken oder in Partyhütten in den Alpen.

        Was sich jetzt positiv auswirkt, nämlich dass volle Innenräume jetzt wesentlich seltener sind, wird ab Oktober erneut zu einem heftigen Problem. Wenn die Gastronomen z.B. keine Biergärten mehr bewirtschaften können, sondern nur noch Gaststuben, in denen sie zudem nicht ständig die Fenster aufreißen können.

        Insofern würde ich die Aussage von Prof. Streek, es wäre keine zweite epidemiologische Welle mehr zu erwarten, als überaus mutig bewerten. Eine wissenschaftliche Studie dazu kann er wohl nicht vorlegen, da es sich ja um die Zukunft handelt.
        Bei der spanischen Grippe konnte diese zweite Welle nicht verhindert werden, war in vielnen Ländern sogar heftiger als die erste. Obwohl R0 bei dieser Pandemie niedriger lag als bei Covid19.
        Und soweit man weiß, war bei der spanischen Grippe lediglich die Tröpfcheninfektion relevant, und in geringerem Ausmaß die Kontakt- und Schmierinfektion. Aber eben kaum dieser schwer zu berechnende Übertragungsweg durch die Aerosole.

        Man stelle sich vor: man kann sich durchaus infizieren, wenn man einen Raum ohne Personen darin betritt. Wenn nämlich zum Beispiel 3 Minuten vorher Personen darin waren, die miteinander gesprochen haben, davon ein Infizierter, und seitdem kein größerer Luftaustausch in diesem Raum stattgefunden hat.

        Kaum zu glauben: über 200 Infizierte in Frankfurt durch einen einzigen Gottesdienst von vielleicht 1,5 Stunden Länge. Superspreading in seiner anschaulichsten Form.

        Und bis jetzt sind gerade mal 1…2% der deutschen Bevölkerung zeitweise gegen Covid19 immun, wenn wir mal eine Dunkelziffer bei den Infiziertenzahlen von Faktor 4 bis 8 unterstellen. Pandemisch also völlig “jungfräulich”, die hiesige Bevölkerung.
        Na mal sehen, ob Prof. Streek recht behält. Ansonsten ist er natürlich ein seriöser und guter Wissenschaftler.

        Und zu Prof. Drosten: er ist in Deutschland die Nr. 1 auf dem Gebiet der Coronaviren und gehört weltweit zu den Top Ten.
        Und klar: auch er muss bei einem neuen Virus ständig seine Einschätzung anpassen und korrigieren, auf der Basis ständig neuer Studien.
        So ist das in der Wissenschaft: These und Gegenthese. Ein guter Wissenschaftler irrt sich unentwegt aufwärts in Richtung Wahrheit.
        Für Verkünder absoluter Wahrheiten und Gewissheiten (also Ideologen), wie es sie auf manchen Marktplätzen gibt, ein schwer zu ertragender, mühsamer Prozess.

  29. Hendrik Altmann sagt:

    https://www.youtube.com/watch?v=BYc1nmmzqWg

    Wenn graphische Darstellungen von systemischen Macro Daten interessieren, sollte sich vielleicht mal dieses Youtube Video ansehen, welches diese Daten sehr interessant präsentiert.

  30. Michael Egloff sagt:

    Schade, mein letzter Beitrag ist verschollen.
    Übrigens sehr interessant ist der aktuelle Podcast mit Drosten von gestern. Das geht es um Dispersion der Virusausbreitung, stochastische Modellierungen usw.
    Geringfügig mühsamer, als ein Schild mit der Aufschrift “Gates noch?” hochzuhalten, aber eben sehr interessant.

    Übrigens sind bei einer einzigen Chorprobe der Berliner Domkantorei fast 90% der anwesenden 80 Sänger infiziert worden. Ein wirklich spezielles Virus.
    Und zum Schluss beschreibt Drosten die erfolgreiche Vorgehensweise in Japan. Dort hat man nur einen weniger rigiden Lockdown gewählt, der jetzt auch gelockert wird, dafür aber eine gezielte Fahndungsstrategie nach Superspreadings durchgeführt. Die so aussieht, dass bei jedem Neuinfizierten intensiv danach geforscht wird, ob er zu einem Cluster gehört. Und bei einer Erhärtung eines solchen Verdachts sofort alle Beteiligten an einer solchen sozialen Situation ohne PCR-Test in Quarantäne geschickt und als positiv klassifiziert.
    Der offensichtliche Erfolg gibt dieser Strategie recht. Damit kann ein genereller flächendeckender Lockdown gut umgangen werden und die Eindämmung sehr wirksam erfolgen.

    • Michael Egloff sagt:

      Hurra, der Beitrag war doch nicht verschollen.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Ja eine zweite Welle wäre natürlich würde schwer vorhersehbare Folgen mit sich bringen, auch und besonders innenpolitisch und geopolitisch.

        Die Unruhen die wir in den USA sehen sind nicht ausschließlich auf die Konflikte um Rassismus begründet, sondern auch zum Teil Folge der Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen, die USA könnten in dieser Pandemie endgültig ihren Supermachtstatus an China verlieren, noch nicht aus militärischer Sicht aber wirtschaftlich sieht es düster aus für die USA.
        Die Drogenkrise in den USA tut ihr übriges bei, dazu kommt die Shalekrise, Öl und Gas Unternehmen…
        Und natürlich die seit langen schwelende Schuldenkrise, besonders fatal hier im privaten Bereich, diese Krisen verstärken sich gegenseitig und die USA könnten durch diese Pandemie und die vielen anderen Probleme zum failed state werden, nicht zu vergessen das ein kompletter mad man das Land anführt…

  31. Doomina sagt:

    Also, ich gehöre ja bekanntlich NICHT zu den Corona-Verharmlosern.
    Das sagt ja schon mein Nickname hier, daß ich nicht zu den Optimisten gehöre, für die immer alles sooo gut wird – schönen Gruß an “Urlaub” aus dem WO-Peak-Oil-Thread, ohne den hätte ich mir diesen Nick nie ausgedacht.
    Mein ehemaliger Therapeut würde von “katastrophisieren” reden, wenn ich mal wieder allzu schwarz sehe.
    Hab ich offensichtlich auch bei Corona. Ja, ich habe mich geirrt, es ist nicht eingetreten, daß hier in Deutschland die Corona-Leichen unseren Weg gepflaster haben, zum Glück!
    Aber warum? Warum sind wir hier relativ glimpflich davongekommen? Zwar immer noch schlecht im Vergleich zu z.B. Taiwand, Südkorea, Hongkong… aber glimpflich im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn im Süden und Westen.
    Ich bin leider immer noch keine Virologin, aber als eine von 80 Millionen Hobby-Virologen hierzulande ;-) riskiere ich es jetzt einfach nochmal mich hier zu blamieren.
    Also, warum haben wir hier relativ wenig Tote?
    Das offenbar noch relativ gute Gesundheitssystem ist sicher ein wichtiger Punkt dabei, kann aber wohl nicht alles erklären.
    Was dann?
    Luftschadstoffe als Ausbreitungsbeschleuniger oder Einfallstor für Corona durch vorgeschädigte Lungen?
    Dann müssten hier in Stuttgart am Neckartor die Leute auch reihenweise tot umfallen.
    Geschädigte Lungen sind sicher ein Faktor, aber ich denke nicht der Entscheidende.
    Oder hohe Antibiotiakresistenz als Killer bei Corona?
    Dann müssten die Niederländer deutlich besser da stehen als wir hierzulande, tun sie aber nicht, im Gegenteil.
    Meine These ist:
    Es ist die Kultur, die den Unterschied macht.
    Ich hatte hier ja gewitzelt, daß die deutsche Sprache immun gegen Corona bzw. den Tod durch Corona zu machen scheint.
    Damals dachte ich, es liegt an der Todesstatistik, sprich in z.B. Italien wird nach dem Tod auf Corona getestet, in Deutschland dagegen nicht, was zu verschiedenen Zahlen von Coronatoten führt.
    Das mag ein Punkt sein, aber offensichtlich haben wir hierzulande keine italienischen Coronaverhältnisse bekommen, das kann also nicht der entscheidende Punkt sein.
    Entscheidende scheint meiner Ansicht nach stattdessen zu sein, ob man diesseits oder jenseits des Röstigrabens wohnt, also in der deutschsprachigen oder der romanischen Kultur lebt.

    Wären wir Bakterien in der Petrischale, die da von einem Virus befallen würden, die Infektion würde dem theoretischen Idealverlauf bei Infektionen folgen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Logistische_Funktion
    Das heisst, ein Verlauf wie ein langgezogenes S, erst langsam exponentiell ansteigend, dann ein steiler Anstieg, bis 50% der maximal infizierbaren infiziert sind, dann flacht die Infektion spiegelbildlich wieder ab, bis die berüchtigte Herdenimmunität erreicht ist, bei Corona also mutmasslich 60-70%.
    Wir sind aber keine Bakterien, wir sind Menschen und wir wissen was eine Infektionskrankheit ist und wissen zumindest ungefähr wie sie übertragen wird: in der Regel durch menschliche Kontakte.
    Also was passiert: wir vermeiden menschliche Kontakte und zwar sowohl dann, wenn es uns von der Regierung vorgeschrieben wird, als auch dann, wenn sie das nicht tut.
    Natürlich macht es einen Unterschied, ob die Regierung strenge Maßnahmen ergreift, oder nicht, aber auch ohne wird die Infektion nie so viele Opfer finden, wie sie theoretisch könnte, weil die Menschen Angst haben und Abstand halten.
    Und da bin ich wieder beim Röstigraben.
    Während im Süden und Westen – Italien, Frankreich, Spanien… – traditionell viel Körperkontakt gehalten wird und auch eher noch die Familien unter einem Dach leben, ist beides Hierzulande eher weniger üblich.
    Das führt dazu, daß in z.B. Italien das Virus sich schnell verbreiten konnte und eben per Familie auch schnell an die verletzlichen alten Menschen gelangt.
    (In dem Fall kam noch dazu, daß man dort fatalerweise viele erkrankte Alte in Pflegeheime verhelt hat, um die überlasteten Krankenhäuser zu entlasten, was natürlich verheerende Folgen für die Bewohner dort hatte…)
    Bei uns kamen dagegen viele Infektionen über junge sportliche gesunde Menschen aus den Skiorten im Süden, also Menschen die die Infektion meisst gut überstanden und die Alten waren oft in Altersheime und Pflegeheimen abseits ihren Familien und damit der Infektion.
    Das erklärt dann vielleicht auch, warum es in Schweden noch relativ gut läuft, obwohl der Staat dort wenig getan hat.
    Auch dort schützen die Menschen sich zumindest teilweise selber und auch dort ist enger Kontakt eher nicht so üblich wie im Süden Europas, dazu kommt noch, daß weite Teile Schwedens fast Menschenleer sind, was die Infektion außerhalb der Großstädte ausbremsen dürfte.
    Trotzdem hat Schweden mehr Tote als seine Nachbarländer, aber relativ eben nicht so viele wie z.B. Italien.
    Also zusammengefasst:
    Ja, Corona ist gefährlich und nicht nur ‘eine Grippe’, wie manche meinen, aber die ganz große Katastrophe ist ausgeblieben, weil die Menschen selbst und/oder die Regierungen sich schützen. Wie gut das gelingt hängt meiner Meinung nach entscheidend von kulturellen Faktoren ab und natürlich auch davon, wann mit den Schutzmaßnamen begonnen wurde.
    Italien wurde da kalt erwischt, wir waren zum Glück vorgewarnt.
    (Daß unsere Regierung es 2 1/2 Monate lang versäumt hat was zu tun, ist eine andere Geschichte…).
    Soweit zum bisherigen Verlauf.
    Bleibt die Frage, wie es weitergeht.
    Ich dachte ja auch, daß es eine zweite Welle geben wird, nachdem wir die erste erfolgreich bewältigt haben, aber inzwischen bezweifle ich das.
    Ja, bei z.B. der berüchtigten “Spanischen Grippe” gab es diese zweite Welle, aber ich glaube es gibt einen entscheidenden Unterschied:
    Corona scheint vor allem durch die berüchtigten “Superspreader” verbreitet zu werden.
    Das sind, so meine Vermutung vor allem extrovertierte, wenig gewissenhafte, reiselustige, eher wohlhabende und meisstens eher jüngere Menschen.
    Das sind Leute wie die, die in Ischgel in vollen Skihütten Party machten, während nebenan in Italien die Leute schon reihenweise starben, Leute die währenddessen zum Karneval oder zu Fußballspielen strömten, in die Kirche oder Moschee usw. eben Leute, die ständig viele Kontakte haben und so nicht einen sondern eventuell gleich hunderte anstecken.
    DAS sind die ersten, die sich anstecken und das sind diejenigen, die die Krankheit massenhaft verbreiten.
    Leute wie ich, für die sich kein Schwein interessiert und die darum an Pfingsten alleine zuhause sitzen und die Leser hier mit unqalifizierten Kommenntaren nerven ;-) stecken sich eher selten an und selbst wenn würde das arme Virus beim mir am langen Arm verhungern, weil es praktisch keine Chance hätte sich von mir aus weiterzuverbreiten.
    Was ich damit sagen will:
    Der größte Teil der Superspreader HAT sich mutmasslich bereits mit Corona infiziert und ist jetzt vermutlich immun.
    Übrig bleiben die paar wenige Superspreader, die bisher der Infektion irgendwie entgangen sind und der größte Teil der Bevölkerung, der sich mehr oder weniger vernünftig verhält und daher ein geringes Infektionsrisiko hat.
    Weg gehen wird die Infektion zwar nicht, aber ich sehe eine gute Chance, daß wir auch keine zweite Welle mehr bekommen.
    Christian Drosten scheint das ähnlich zu sehen:
    https://www.welt.de/wissenschaft/article208566881/Drosten-glaubt-so-langsam-an-keine-zweite-Corona-Welle-bis-Herbst.html
    Aber natürlich kann ich mich auch schon wieder irren und im Herbst kommt doch noch die große zweite Welle.
    Andererseits, wenn sogar ich bekennende Pessimistin ;-) Hoffnung habe, daß keine zweite Welle mehr kommt…
    Ach ja, eines noch:
    Wenn ich mich jetzt (erstmal) nicht mehr melden sollte, dann liegt das daran, daß mir mein Klugschisser-Geschreibsel hier peinlich ist ;-)… also:
    Ich wünsche noch schöne Pfingste und vor allem Gesundheit!

  32. Doomina sagt:

    Nachtrag zum Röstigraben:
    Ich habe die Daten nicht nachgeprüft, aber es soll wohl so sein, daß in der Schweiz die Todeszahlen in den deutschsprachigen Kantonen signifikant niedriger sind als in den italienisch- und französischsprachigen, ebenso soll die Todesrate in Südtirol in den vorwiegend deutschsprachigen Gemeinden deutlich unter der in den vorwiegend italienischsprachigen Gemeinden sein.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Hier ein Einwand, Schweden hat es relativ sehr wohl so hart wie Spanien, Italien oder GB getroffen, denn du musst die Zahlen der Infizierten und Verstorbenen natürlich mit der Bevölkerungszahl ins Verhältnis setzen.
      Und wie du schon sagtest wäre die Bevölkerungsdichte in Schweden auf den Niveau von GB oder Italien sowie wären die Familienverhältnisse/Verhalten so wie in den südlichen Ländern der EU dann wäre wohl Schweden sogar noch schlimmer dran gewesen wie Italien und Spanien/GB.

      Und zur zweiten Welle, wenn die Reproduktions Zahl weiterhin über 1 bleibt dann sind wir praktisch schon in der zweiten Welle, denn eine Reproduktionszahl über 1 bedeutet das der Virus sich wieder aubreitet/Wachstum, alles wieder zu öffnen als wären wir nicht mehr in einer Pandemie ist wohl doch nicht so klug…

      Und wenn wir dann ab Herbst wieder alle in Gebäuden rumhängen wird der Reproduktionsfaktor wohl auch wieder steigen ohne die Maßnahmen wieder zu verschärfen…

      Also wir sind noch weit Weg von alles ist wieder gut…

      • Hendrik Altmann sagt:

        Das Land was in Europa mit Abstand am besten durch die Pandemie bisher gekommen ist Deutschland, mit 8540 Toten bei 83 Mio Menschen in Deutschland.

        Zum Vergleich, Schweden hat 4400 Tote bei 10 Mio Menschen Bevölkerung.

        Um unsere Toten ins Verhältnis mit Schweden zu setzen müssten wir unsere Zahlen mit 8 multiplizieren, dann wären wir auf dem Stand von Schweden aber ich weiß wirklich nicht ob wir da hin wollen, dazu kommt das Schwedens Zahlen auch noch wesentlich schneller wachsen als unsere.

        All diese Informationen kannst du aus diesen Daten entnehmen.
        https://www.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

        • Michael Egloff sagt:

          Sehr gute Analyse, Hendrik.
          Und es kommt noch dazu: Schweden hat genau so eine Wirtschaftskrise wie der Durchschnitt aller anderen europäischen Länder. Klar, die Gastronomen sind dort etwas besser über die letzten 2 Monate gekommen, aber zum Beispiel der Tourismus liegt ebenso am Boden.
          Und die Konsumlaune ist dort ebenso im Eimer.
          Und die internationalen Lieferketten sind auch für die schwedische Industrie zerrissen. All das kann nationale Politik praktisch nicht beeinflussen.

          Übrigens Tourismus: Schweden hatte gestern 639 Neuinfizierte, hochgerehnet auf die deutsche Bevölkerung wären das fast 5000. Also so viel, wie wir in Spitzenzeiten.
          Es glaubt doch wohl keiner, dass schedische Bürger bei solch einer fortgesetzten Infektionsentwicklung zu Reisen in irgendein Land gelassen werden ohne Quarantäne (= nicht-Urlaub).
          Könnte also sein, dass Bürger Deutschlands, Österreichs und anderer Länder mit erfolgreicher Eindämmung wieder begrenzt reisen können, die Schweden hingegen nicht.
          Mal sehen, wie dann das “liberale” schwedische Modell bei den Bürgern ankommt.

  33. M.E. sagt:

    Sehr interessante Studie zum schwedischen Sonderweg:

    https://www.spiegel.de/politik/ausland/corona-krise-schwedens-sonderweg-eine-zwischenbilanz-in-zahlen-a-c7b3cea2-63be-4072-8df9-afdb765afb54

    Bemerkenswert: der prognostizierte Rückgang des BiP liegt in Schweden fast genau so hoch wie in Deutschland.
    Wirtschaftlich hat der schwedische Weg also offensichtlich keine Pluspunkte gebracht.
    Wäre das wenigstens der Fall gewesen, wäre das ja eine Rechtfertigung gewesen.

  34. Patrick sagt:

    Ich denke, im Kern hat Doomina das richtig beschrieben.
    Etwas ganz ähnliches hatte ich schon vor einigen Wochen auch an irgeneiner anderen Stelle im Internet gelesen, nämlich dass man die geprägte Kultur nicht vergessen sollte.
    Die Mittel- und Nordeuropäer sind da völlig anders als Südeuropäer. Noch dazu sind z.B. gerade die Deutschen auch sehr leicht “erziehbar”, sprich Anweisungen der Regierung werden i.d.R. schon recht schnell befolgt.
    Das ist in Frankreich und Italien ganz sicher so nicht der Fall.
    Das kann halt mal gut und mal schlecht sein…mit Blick auf Corona war das gut.

    Und auch der zweite Aspekt, dass nämlich gerade die Südeurpäer durch die Euro/Schuldenkrise viel “enger” im Familienverbund leben, hat die Lage für die Risikogruppe deutlich verschlechtert.

    Der Sommer ist auf jeden Fall unser Freund – genau aufgrund der beschriebenen Umstände und weil unser Immunsystem besser dasteht.

    Von daher sehe ich bis zum Herbst erstmal “freie Fahrt” – wobei es ja immer noch sehr viele Einschränkungen gibt, ob Gastronomie oder Freibäder oder oder oder.

    Also ich denke wir sind da sehr gut aufgestellt. Und dass die Zahlen im Herbst/Winter wieder ansteigen ist klar.
    Das können sie ja auch. Lernkurven sind gegeben und das Gesundheitssystem hat genug Zeit, sich einzustellen.
    Also ich sehe da absolut keinen Grund zur Panik.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Ich sehe das wie M.E. der Virus verbreitet sich über Tröpfchen und Aerosole, und bei warmen Temperaturen sind wir wesentlich öfter im freien oder haben Fenster für eine gute Durchlüftung offen, das behindert die Verbreitung des Virus enorm, natürlich spielen die anderen Gründe auch eine wichtige Rolle Patrick.

      Eine gute Durchlüftung von Gebäuden ist also mindestens so wichtig wie das tragen von Masken in geschlossenen Einrichtungen und Transportmitteln, es ist sogar deutlich wichtiger, da Masken in Gebäuden oder Transportmitteln mit schlechter Belüftung nur schlecht helfen, hier bringt es mehr die Durchlüftung zu verbessern.

      In Indien oder Südamerika haben wir das Problem das viele Menschen sehr dicht gedrängt leben, wodurch der Virus auch hier leichtes Spiel ha,t obwohl die Belüftung recht gut ist in diesen Regionen aber wenn Menschen auf engsten Raum leben und arbeiten müssen hilft das auch nicht mehr so viel.

      • Hendrik Altmann sagt:

        PS: Die Durchlüftung sollte natürlich durch offenen Fenster erfolgen, eine Durchlüftung von Raum zu Raum durch ein Belüftungssystem wie oft in der USA benutzt hilft ehr weniger, da der Virus hier sogar von Raum zu Raum getragen wird…

        In den USA werden oft Klimasysteme mit Umlüftung der Räume genutzt und Fester geschlossen gehalten, dies hilft ehr dem Virus, was aber den Virus behindert wäre wenn in jedem Raum wo möglich ein Fester angeklappt wäre.

      • Patrick sagt:

        Auf jeden Fall, Belüftung ist äußerst hilfreich. Ich denke, bei diesem Punkt sind sich wirklich alle einig.

        Deshalb sage ich ja, im Sommer dürften wir eigentlich relativ freie Bahn haben. Einschränkungen machen hier nur noch Sinn, wo sich wirklich viele Leute auf engem Raum aufhalten (z.B. im Fußballstadtion), ansonstn wird das erst wieder im Herbst relevant.
        Ich bin wirklich gespannt, wie viele Hallen/Spaßbäder/Freizeitbäder/Sauna- und Wellnessbetriebe das überstehen. Die sind ja zu einem großen Teil immer noch geschlossen und das seit so vielen Wochen.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Naja, alles kann nicht so ohne weiteres geöffnet werden, überall da wo sich viele Menschen auf engen Raum treffen und wo eine gute Belüftung schwierig ist müssen weiterhin spezielle Regeln oder Maßnahmen gelten, zumindest bis wir einen Impfstoff zur Verfügung haben.

          Die meisten Betriebe sollten aber mit der entsprechenden Anpassung wieder laufen können.

          Der Verzicht auf Körperkontakt sowie ein Tuch vor Mund und Nase in Gebäuden sollte aber weiter beibehalten werden.

          Wir werden ja sehen was jetzt passiert, die Erfahrung wird uns hier lehren wir wir uns zu in solchen Situationen in Zukunft zu verhalten haben.

          • Michael Egloff sagt:

            Zur Erlangung eines Erkenntnisgewinns ist es auch gut, dass die verschiedenen Länder so unterschiedlich reagieren.
            Und man somit am Ende der Pandemie feststellen kann, welche Strategie der jeweiligen Bevölkerung am dienlichsten war.

            Zwischenfazits lassen sich jetzt schon ziehen. Schwedens einflussteichster Virologe hat schon selbstkritische Töne anklingen lassen:

            https://www.n-tv.de/panorama/Epidemiologe-Tegnell-uebt-Selbstkritik-article21821317.html

            Prinzpiell kann man wohl sagen, dass nicht unbedingt die Länder die erfolgreichsten waren, die einen möglichst brutalen allgemeinen Lockdown durchgezogen haben (China mal ausgenommen), sondern diejenigen, die zielgerichteter und schneller auf Clusterbildungen reagiert haben. Wie z.B. Japan und Südkorea.
            Auf diesen Weg sind wir ja jetzt auch eingeschwenkt mit der 7-Tage-Inzidenz auf Kreisebene. Deshalb bin ich trotz immer weiterer Lockerungen für die nächste Zeit noch optimistisch, was die weitere Entwicklung bei uns angeht.

            Übrigens: nicht nur die Testkapazität ist entscheidend, sondern auch die Tracing-Kapazität. Nicht mal in erster Linie die digitale, sondern vor allem auch die analoge durch die Gesundheitsämter.
            Da sind wir relativ gut aufgestellt, im Gegensatz zum Beispiel zu den USA. Ich habe gehört, dass es in den USA nur etwa 11000 Tracer gibt. Notwendig wären hingegen mehr als 150000.
            Kein Wunder, dass die hohen Infizirtenzahlen dort nur sehr langsam absinken.

  35. Patrick sagt:

    Gail Tverberg hat einen neuen Artikel mit aktuellem Bezug online gestellt:

    https://ourfiniteworld.com/2020/06/03/increased-violence-reflects-an-energy-problem/?fbclid=IwAR0UsWHcPRhHwDjqOzlw1_2_1FjUb9F4J_ocR9TZk3fFbR_VXnd4ThbKJFU

    Auch von Marc Friedrich & Matthias Weik gibt es ein Video zu den Ausschreitungen in den USA, was ich gar nicht so schlecht finde – während die dt. Presse in gewohnter Manier nichts anderes kann, als auf Trump einzuhämmern.

    https://www.youtube.com/watch?v=HcW5psxlzXU&fbclid=IwAR2eocomFh1M7M1RWtNLOhVKBezLcIZLgpwE9HXE1hBUIGORy_mPj8AoHmA&app=desktop

    • Hendrik Altmann sagt:

      Natürlich hämmert die Presse auf Trump ein, Trump hat der freien Presse ja auch mehrmals den Krieg erklärt und deren Auslöschung gefordert…

      Trump ist praktisch ein Bilderbuchautokrat in einem noch demokratischen Staat…

  36. Hendrik Altmann sagt:

    https://www.welt.de/wirtschaft/article208978847/Ende-des-EEG-Jetzt-wird-der-Oekostrom-Irrtum-korrigiert.html

    Ein Artikel in der Welt Online der sehr interessant ist für peak-oil.com

Diesen Eintrag kommentieren:

* Hinweis: Dieses Formular speichert Name, E-Mail und Inhalt, damit wir den Ueberblick ueber auf dieser Webseite veroeffentlichte Kommentare behalten. Fuer detaillierte Informationen, wo, wie und warum wir deine Daten speichern, welche Loesch- und Auskunftsrechte Du hast - wirf bitte einen Blick in unsere Datenschutzerklaerung.