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Internationale Energieagentur: Keine neuen Öl- und Gasfelder!

Ich habe die Original-Studie nicht gelesen, beziehe mich daher nur auf den FAZ-Artikel "Internationale Energieagentur: Keine neuen Öl- und Gasfelder!". Laut diesem Artikel hat die IEA empfohlen, dass keine neuen Investitionen in die Erschließung neuer Öl- und Gasfelder mehr erfolgen sollen und Verkäufe von PKW mit Verbrennungsmotoren nach 2035 weltweit einzustellen. Dies vor dem Hintergrund des Klimawandels.

Mit diesem Statement wird die Klimawandel-Politik auf eine neue Ebene gehoben. Bislang war die Politik der IEA eher auf die Energieversorgung der Welt ausgerichtet, nun bezieht sie offenbar den Klimawandel so stark in ihre Empfehlungen ein, dass sie selbst zum Advokaten für Klimaschutz wird. Die Implikationen sind enorm, denn: Die Erschließung neuer Öl- und Gasquellen sind ja der Startpunkt sowohl der Energieversorgung mit diesen Rohstoffen, wie auch die Emission von Treibhausgasen - die ja am Ende der Versorgungskette steht. Was nicht erschlossen wird und im Boden bleibt kann nicht als Emission in der Atmosphäre landen. Soweit so einleuchtend. Und doch bedeutet die Empfehlung der IEA eine Art "Sterbeurkunde" für die Öl- und Gasindustrie, jedenfalls dann, wenn die IEA-Empfehlung in Gesetze oder unternehmerische Entscheidungen mündet.

Dieses Blog diskutiert(e) das Phänomen des Peak Oil, überwiegend aus der Perspektive heraus, dass die Ölversorgung durch ökonomisch-technisch-physikalische Limitierungen an eine Gipfel-Grenze gerät. Diese Peak-Oil-Perspektive wurde zwischenzeitlich erweitert durch die Möglichkeit, die Nachfrage nach Öl würde durch eine zunehmende Elektrifizierung des Verkehrsbereichs sinken. Jetzt scheint eine dritte Option denkbar zu sein, nämlich eine bewusste Nicht-Investition in Ölquellen durch politisch-unternehmerische Entscheidungen vor dem Hintergrund des Klimawandels. Vor Jahren noch hätten wir daraus in diesem Blog geschlussfolgert, dass die dadurch resultierenden Ölpreise durch die Decke gehen werden, weil die Nachfrage-Elastizität bei Öl als gering eingestuft wurde. Offenbar hat sich bei den Analysten der IEA die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Klimawandel eine ausreichend große Bedrohung einerseits, die Transformation im Verkehrsbereich eine akzeptable Veränderung andererseits ist: in ihrer Kombination scheinen Ölpreis-Spitzen nicht mehr in dieser Massivität zu erwarten sein. Die Energieversorgung der Welt scheint durch die Brille der IEA also realisierbar, auch ohne Öl und Gas - offenbar allein auf Basis erneuerbarer Energiequellen. Das sollte Hoffnung machen.

12 Kommentare to “Internationale Energieagentur: Keine neuen Öl- und Gasfelder!”

  1. Michael Egloff sagt:

    Danke, Norbert,
    für diesen substanziellen Input. Nachdem ja das Niveau in Richtung “Malle-Urlaub, ja oder nein und wenn ja wie” abzugleiten drohte.

    Mit Absichtserklärungen zum Thema Klimaschutz ist das so eine Sache.
    Die Empfehlungen der IEA sind freilich sehr zu begrüßen. Offensichtlich gibt es in dieser Organisation Fachleute zum Thema des Klimaschutzes, die ihren Einfluss ausbauen konnten.
    Aber solche sehr richtigen und überfälligen Empfehlungen sind eben noch kein konkretes Handeln der Regierungen, der Konzerne und vor allem der Verbraucher.
    Ich sehe immer mehr “Stadtpanzer” durch die Gegend fahren, die trotz verbesserter Effizienz der Verbrennermotoren die Senkung des Flottenverbrauchs torpedieren.
    Und klar: dank extrem üppiger staatlicher Subventionierung gibt es jetzt einen E-Car-Push.
    China Zeigt, was passiert, wenn solche starken Subventionen reduziert werden: die Kaufzahlen sinken wieder.
    Und ist z.B. ein Tesla “nachhaltig”?
    Mit einem Gewicht, je nach Modell, zwischen 1,6 und 2,4 Tonnen ist wohl kaum von Nachhaltigkeit zu sprechen.
    Heute sah ich in einem Skoda-Autohaus einen “Stromer” nicht mal supergroßer Ausführung, dessen Gewicht mit 2,15 Tonnen angegeben war.
    Man stelle sich das vor: 100 oder 150 Kilo “Fleischeinlage mit Knochen” umgeben von mehr als 2 Tonnen Metall, Kunststoff und sonstigen Ressourcen. Irre, bei demnächst 8 Milliarden Menschen.
    Und sollte mal tatsächlich das selbstfahrende Auto im Sinne von Stufe 4 und 5 der Autonomität kommen, dann will ja der von allen Lenk- und sonstigen Fahrfunktionen entlastete Autofahrer auch mal bequem ein Nickerchen machen, auf großen Displays gestreamte Filme sehen und es sich richtig bequem machen. Also: noch mehr Platzbedarf und noch schwerere Fahrzeuge. Und von den 25 bis 39 Terabyte Daten, die pro Fahrstunde von autonom fahrenden Autos der Stufe 4 bis 5 entstehen und verarbeitet werden müssen mal ganz zu schweigen. Plus von zig Millionen Sensoren und Signalgebern, die in die Straßeninfrastruktur integriert werden müssen und mit Energie versorgt werden müssen.

    Ob Verbrenner oder nicht-Verbrenner: die Menschheit ist komplett auf dem Irrweg. Nichts von dem, was derzeit in Funktion ist oder als zukünftiges Heilsversprechen verkauft wird, ist irgendwie nachhaltig. Unser Lebensstil ist ganz prinzipiell nicht nachhaltig und wird immer mehr nicht-nachhaltiger.
    Einziger Ausweg: ein Maß an Suffizienz (sprich Bescheidenheit), die selbst mir als relativ Einsichtigem als blanke Zumutung erscheinen würde.

    Was mit einer Weltbevölkerung von 100 Millionen als Lebensstil durchaus dauerhaft durchhaltbar wäre, geht eben bei der 80- und demnächst 100-fachen Anzahl an Menschen nicht auf Dauer. Einfache Mathematik.

    Ich schreibe derzeit ein Buch, wahrscheinlich mit dem Titel: “Nachdenkereien. Über eine Welt der Widersprüche”. Ausgehend von dem Romananfang von Charles Dickens “A tale of two cities”
    (“Es war die beste aller Zeiten, es war die schlechteste aller Zeiten” – bitte googeln) werde ich eine Reihe relevanter Themen behandeln. Nicht nur Klimawandel und Energie, aber natürlich auch diese Themen. Und werde darstellen, in welchem Ausmaß wir Menschen uns in kaum auflösbare Widersprüche verheddert haben in den 10000 Jahren unserer bisher unaufhaltbaren Erfolgsstory.
    In etwa einem Jahr soll das Buch erscheinen. Denn die Faktenrecherchen erfordern mehr Zeitaufwand, als das Schreiben selbst.

  2. Berndt sagt:

    Meine Autoempfehlung:
    https://www.roadandtrack.com/new-cars/future-cars/a36463693/the-new-electric-hummer-will-weigh-as-much-as-four-miatas/
    4100 kg mit Benzinmotor wäre viel zu viel CO2, elektrisch ist er ok.

    Der IEA-Report bezieht sich im wesentlichen aufs Klima, alle anderen Problemkreise werden kaum noch erwähnt. Es kommt mir immer so vor, als ob keiner die Resourcenproblematik nennt, weil alle meinen, die Klimathemen überfordern die Menschen sowieso.

    • Michael Egloff sagt:

      Hallo Berndt,
      genau darum wird es in meinem Buch gehen. Um natürliche Ressourcen, deren zügiger Erschöpfung, die ich an Hand von Ländern wie Ägypten, Pakistan, Indien und Madagaskar darlegen werde.
      Um die Hyper-Urbanisierung (2,5 Milliarden zusätzliche Stadtbewohner in den nächsten 30 Jahren) und die daraus resultierende zunehmend dramatische Knappheit bei Bausand, Kies, Bauholz (gerade ein Thema) usw.
      Ich werde eine begründete Prognose aufstellen, dass sich die Mehrheit der Mittelklasse selbst in den reicheren Ländern in 30 Jahren absolut kein Eigenheim mehr leisten können wird und dass Teile der Infrastrukturen zerfallen werden. Weil einerseits die Kosten für deren Erhaltung steil nach oben gehen werden, andererseits die Steuereinnahmen der Staaten auf Grund der Wohlstandsverluste breiter Bevölkerungsschichten allmählich geringer werden.
      Mal sehen, auf was die schicken selbstfahrenden E-Autos dann fahren werden…
      Zunehmend auf Buckelpisten und immer maroderen Brücken. Ansätze kann man schon heute beobachten. Aber das ist nichts gegen das, was noch kommt.
      Oder auf dem Gebiet der Ernährung. Da werde ich eine ebenfalls begründete Prognose abgeben, dass einige große Nahrungsdefizitländer einen dramatischen Anstieg ihres Nahrungsmittelimportbedarfs verzeichnen werden, andererseits einige Nahrungsüberschussländer wie Argentinien, die USA oder Russland eher weniger werden exportieren können.
      So wird z.B. Indien auf Grund des weitgehenden Versiegens der fossilen Grundwasservorkommen von seinen 1,7 Milliarden Einwohnern nur noch bestenfalls 800 Millionen selbst ernähren können, Pakistan dann nur noch die Hälfte seiner dann über 300 Millionen Bürger, Nigeria auch kaum die Hälfte seiner dann über 400 Mio EW, und Ägypten bestenfalls ein Viertel seiner etwa 160 Mio EW im Jahr 2050. Um nur einige Beispiele zu nennen.
      Das wird zu einer dramatischen Überforderung des Weltagrarhandels führen, zu einer massiven Nahrungsunterversorgung in etlichen bevölkerungsreichen Ländern und zu einer humanitären Notlage, wie sie die Menschheit in dieser Dimension bisher nicht annähernd erlebt hat.
      Alleine die Darstellung der Entwicklung in Ägypten wird sich etwa über 6 bis 8 Seiten erstrecken, inkl. der Darstellung von Faktoren wie z.B. der Ressource des Nubischen Grundwasseraquifers. An meinen Prognosen wird also nichts aus dem Ärmel geschüttelt, sondern in jeglicher Hinsicht detailliert begründet.

      • el mar sagt:

        Na, da wird es wohl mehrere Soll-Bruchstellen geben, bevor die Verknappungen akut werden.
        Die Rationierungen werden ja schon eingeleitet, mit Virus-Panik. Aber einen Reset wird es nicht geben.
        Der Kolbenfresser wird sehr bald und überraschend kommen. Denn “Degrowth” ist mit dem kapitalistischen Steigerungsspiel nicht vereinbar.
        Ich glaube nicht, dass unsere jetzige Zivilisation das Jahr 2030 erreicht. Sie wird zerbrechen und die Risse sind überall sichtbar.

        • m.sastre sagt:

          Das genau sind auch meine Prognosen! Wir brauchen gar nicht auf das Jahr 2050 oder gar 2070 hochrechnen, wie sich die Bevölkerung, die Nahrungsmittelversorgung, die Wasserreserven etc. entwickeln werden. Die entscheidenden Krisen (Sollbruchstellen) beginnen schon JETZT und werden bis zum Jahr 2025 die jetzige Weltordnung völlig aus den Angeln heben. Eine Weltbevölkerung von 9 oder 10 Milliarden Menschen wird es nicht mehr geben, weil es in den nächsten Jahren bereits zu einem Massensterben kommen wird. Das ist auch “gut” so, den je länger das Bevölkerungswachstum anhalten wird, desto mehr Menschen werden auf aeusserst unangenehme Weise als Konsumenten und damit letztendlich existenziell ausscheiden müssen, um zu einem neuen Gleichgewicht zwischen der Anzahl der Menschen auf diesem Planeten und den vorhandenen natürlichen Ressourcen zu gelangen. Dieser Druck auf grosse Bevölkerungsgruppen wird dazu noch verstärkt werden, weil sich die Eliten nicht am Rückbau beteiligen werden, sondern ihren Lebensstil beibehalten werden. Schon jetzt fliegen alleine die deutschen Bundestagsabgeordneten jeden Tag auf Steuerzahlerkosten fast einmal um die Welt, dabei ist die Bundestagsfraktion der Gruenen der Vielflieger unter allen Parteien. Die als “Great Reset” nun in die Diskussion getragene Idee sieht nichts anderes vor, als mit oeko-diktatorischen Massnahmen den Verbrauch der Durchschnittsbevölkerung drastisch zu senken, während die Protagonisten dieser Politik ihre Privilegien erhalten werden. Die Dystopie beginnt jetzt und der angeblich coronabedingte Lockdown der Wirtschaften in der westlichen Welt ist erst der bescheidene Anfang, der zudem mit Massen an durch inflationiertem Geld finanzierten Hilfsmaßnahmen noch erträglich gehalten wird. Sobald EURO und Dollar in die Hyperinflation übergehen, wird auch China nicht mehr bereit sein, uns mit den Waren zu versorgen, die hier bei uns nicht mehr hergestellt werden. China wird dann noch einige Jahre wachsen können, weil die in Europa nicht mehr verwendbaren Rohstoffe dort Verwendung finden werden. Insbesondere Europa steht am Anfang einer gross angelegten Deindustrialisierung, in deren Folge existenzielle Infrastrukturen wie Stromversorgung, Internet und Kommunikation, Logistik uvm. nicht mehr funktionieren werden. All diejenigen, die glauben, Hungersnöte seien eine Sache von Entwicklungsländern wird dann eines besseren belehrt werden. Wer auf grossen Füße lebt, der fällt umso tiefer. Insofern wird Michaels Buch sicherlich lesenswert, vielmehr wuerde mich jedoch ein profaner Ausblick auf die nächsten fünf bis zehn Jahre interessieren, in denen sicherlich mehr, und Wesentlicheres(!), geschehen wird als im Jahre 2030 2040, 2050 oder später. Die Weichen werden jetzt gestellt.

          • Patrick sagt:

            m.sastre, da sehe ich ganz genau so.

            Die ganze Orakelei rund um das Jahr 2050 oder 2100 ist doch völlig daneben.

            Und das IEA-Papier ist natürlich ein völliger Nonsens, die reinste Lachnummer.

            Der Bericht faselt vom Netto-Null-Co2 Energiesystem bis 2050, bei gleichzeitig stabiler und erschwinglicher (auf “Erneuerbare” basierend) Energieversorgung mit universellem Zugang und welches “robustes Wirtschaftswachstum ermöglichen wird”

            Also mal wieder eine Veröffentlichung aus dem völligen Märchenland.

            Warum das hier in diesem Forum überhaupt “auf den Tisch” kommt und auch nur ansatatzweise als irgendwie positiv, glaubhaft oder realistisch eingestuft wird….das erschließt sich mir nicht.

            Ich denke, es hat auch seinen Grund, warum hier seit über einem Jahr nichts neues erschienen ist.
            Das lag wohl weniger an meinen Mallorca Erkundigungen…

            Der ganze Corona-Zirkus ist eine Blaupause gewesen, jetzt wo das am Abklingen ist, wird wieder “Klima” serviert.
            Und die Regierungen haben gefallen daran gefunden, jetzt viel einfacher durchregierne zu können.
            Zukünftige Einschränkungen lassen sich nun viel einfacher installieren, der Rechtsrahmen dafür ist ja in Deutschland bereits gesetzt und das Parlament ist zum reinen Klatsch- und Abnickverein degradiert worden.

            Für mich zeigt sich immer mehr, dass Frau Tverberg wohl am richtigsten liegt.
            Die “Klimawandel” Thematik geht davon aus, dass wir noch gewaltige Fossile Ressourcen haben, die wir verbrennen können, die dann den Klimawandel schlimmer machen, aber das scheint wenig realistisch zu sein, weil wir voll im Overshoot-Modus sind und sehr bald schon der Niedergangs- bzw. höchst wahrscheinlich der Kollaps-Prozess einsetzen wird.

            Sehr große Mengen fossiler Energien werden im Boden bleiben.

            Das Papier der IEA soll lediglich eine “hübschere Story” liefern, warum das so sein wird.
            Nur wird die Realität kein Happy End haben.

    • Michael Egloff sagt:

      Hier ein Beispiel für die Hybris, die immer mehr um sich greift.

      https://www.youtube.com/watch?v=MLNfcZ01mHA

      Als hätten wir 3 Erden zur Verfügung.
      Als hätten wir keine dringenderen Probleme als die Errichtung immer gewaltigerer Wolkenkratzer.

      Und selbst, wenn man 5 Riesenstädte von der Dimension New Cairos in die Wüste klotzen würde, wären damit nur die Hälfte der Menschen mit Wohnraum versorgt, die in den nächsten 30 Jahren in Ägypten hinzukommen. Und bis etwa 2070 wären dann die fossilen Wasserreserven in den neu besiedelten Wüstengebieten erschöpft.
      Diese gigantischen Städte würden also buchstäblich auf dem Trockenen sitzen. Inklusive der unzähligen Kreisberegnungsanlagen, die jetzt ebenfalls in die Randgebiete der Wüste geklotzt werden und ebenfalls mit fossilem Wasser gespeist werden.

      • m.sastre sagt:

        Vielleicht ist es Hybris, vielleicht aber auch lediglich der ablenkende Versuch, durch grosse nationale Projekte die Menschen hinter einer gemeinsamen Idee zu versammeln, ähnlich wie der Bau der Pyramiden im Altertum. Eine gemeinsame Kraftanstrengung um den Eindruck einer Perspektive zu erzeugen, hinter der man die Menschen in Krisenzeiten versammeln kann. Ähnlich auch den “New Deal”, oder dem Raumfahrtprogramm in den USA, oder den vielen Kriegen, die geführt wurden, um innenpolitische Krisen zu überdecken und Kritiker auf Regierungslinie zu zwingen. Gerade der derzeitige aegyptische Präsident regiert mit sehr harter Hand. Dieses Vorhaben kann und wird nicht realisiert werden, dafür aber in den naechsten Jahren ein prima Aushängeschild für das Regime abgeben.

  3. m. sastre sagt:

    “Danke, Norbert,
    für diesen substanziellen Input. Nachdem ja das Niveau in Richtung “Malle-Urlaub, ja oder nein und wenn ja wie” abzugleiten drohte.”

    Nachdem zum letzten redaktionellen Beitrag kaum noch thematische Kommentare einliefen, ist die punktuelle Nutzung der Kommentarfunktion zu einem zugegebenermassen abseitigen, rein privaten Thema wohl verzeihlich. Wer sich substantiell haette aeussern wollen, konnte dies ja auch weiterhin tun und brauchte sich nicht weiter um Patricks und meine Konversation kuemmern. Aber zum letzten Beitrag gab es wohl erkennbar keinen Diskussionsbedarf mehr!

    Zum aktuelen Thema hatte ich auch kuerzlich gelesen und dies hat meine Wertschaetzung fuer die internationale Energieagentur weiter sinken lassen und mich an den duemmlichen Vergleich von dort erinnert, das Ende Steinzeit sei ja auch nicht durch einen Mangel an Steinen verursacht worden.

    Offenkundig werden immer mehr Institutionen von politischem Wunschdenken geleitet, denn von realen und damit nachpruefbaren Fakten. War es Michael Greer der in diesem Zusammenhang vom “Magischen Denken” sprach? Man wuenscht sich einen als gut und notwendig erachteten Zustand, zerstoert das NOCH leidlich Funktionierende und hofft fest darauf, das irgendwelche Wissenschaftler, Entwickler, Ingenieure oder schlicht “die Wirtschaft” einem dann schon das liefern, was man sich in kindlicher Naivitaet als Idealzustand wuenscht, unabhaengig vom Stand des des derzeit verfuegbaren Koennens und Wissens. Iregndwer in einem weissen Kittel wird schon das Perpetuum Mobile zur Verfuegung stellen.

    Das Problem der Verfuegbarkeit von fossilen Energietraegern und der aus deren Nutzung resultierenden Probleme wird nicht dadurch geloest, dass man deren Foerderung nun zwangsweise zurueckfaehrt, genausowenig wie die ersatzlose Abschaltung von Kraftwerken keine Auswirkung auf die Verfuegbarkeit von Elektrizitaet haben wuerde.

    Insofern halte ich die von der IEA gestellten Forderungen fuer irrelevant, weil vollkommen realitaetsfern. Wenn jemand anderer Meinung sein sollte, dann bitte ich um Widerspruch, aber unter der Bedingung, mir gleichzeitig zu erklaeren, wie man dem dann sehr schnell fortschreitenden Rueckgang der Oel- und Gasfoerderung (Und was ist mit der Kohle? Werden dann Staaten wie etwa China die hunderten in den letzten Jahren gebauten Kohlekraftwerke auch einfach stillegen?) dann kompensieren koennte ohne einen kompletten Zusammenbruch der weltweiten Wirtschaft, der Lebensmittelversorgung etc. zu erzwingen.

    So wie es derzeit ausschaut, ist doch der weltweite Nachrageeinbruch nach fossilen Energietraegern (ausser wiederum in China, das jegliche fuer und in der westlichen Welt freiwerdende Produktion regelrecht aufsaugt) der einzige Grund dafuer, das Oel und Gas am Markt noch keiner Verknappung unterliegen. Es ist allerdings wohl nur eine Frage der Zeit, wann der Rueckgang der Foerdung den Rueckgang der Nachfrage ueberkompensiert und eine echte Verknappung eintritt. Und dies ganz ohne die Empfehlungen der IEA.

    Dann wird es sehr schnell zappenduster bei uns.

  4. m. sastre sagt:

    Laut einem Artikel in den Deutschen Wirtschaftsnachrichten emittiert China nun erstmals mehr CO2 als alle anderen Industrienationen zusammen!

    Damit waere wohl die Aussage, durch den Lockdown in der westlichen Welt sei zumindest ungewollt ein positiver Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstosses erbracht worden, ziemlich fragwuerdig geworden. Denn natuerlich wurde infolge des Einbruches der Oelnachfrage insgesamt wohl weniger Kohlendioxid ausgestossen. Da aber im Westen der Rueckgang der Produktion zu einem grossen Teil durch Importe aus China aufgefangen wurde und die dortigen Produktionsmethoden deutlich geringeren Umweltstandards unterliegen und sich diese Methode, fehlende eigene Produktionskapazitaet durch steigende Importe zu verschleiern wohl verfestigen wird, sehe ich dadurch zusaetzlich mittel- und langfristig eine zunehmend negative Oekobilanz auf diesem Globus.

    Obwohl China sich meines Wissens bis heute keiner verbindlichen Verpflichtung zur CO2-Reduktion unterworfen hat, fordert es von der westlichen Welt entsprechende Beitraege mit der Folge, dass in Europa die steigenden Umweltstandards, die gewollte Verteuerung des Ressourcenverbrauchs etc. zu einer zunehmenden Verlagerung der Gueterproduktion gen Osten fuehren wird.
    Wir werden dann die vergleichsweise umweltfreundlichste Industrieproduktion vorweisen koennen, unter der entscheidenden Einschraenkung, dass diese Produktion verschwindend gering sein wird.

    Aehnlich wie bei der Energiewende, bei der entweder ueberschuessiger (wertloser) Strom zu Negativtarifen verklappt werden muss, waehrend bei Dunkelflaute Atomstrom aus Frankreich oder Kohlestrom aus Polen importiert werden muss.
    Von den ebenfalls hohen CO2-Emissionen (+weiteren Umweltschaedigungen), die von der alternativen Energieerzeugung ausgehen (erkennbar an den hohen Investitions- und Betriebskosten fuer diese Anlagen, die auch indirekter Ausdruck fuer deren Ressourcenverbrauch sind) einmal ganz abgesehen.

    Ich schreibe dies durchaus in der selben Ueberzeugung wie Ihr, dass wir von den bisherigen Formen des Wirtschaftens wegkommen muessen. Ich bin durchaus nicht fuer ein “weiter so”.

    Reine Gesinnungsethik ohne Ruecksicht auf die Konsequenzen!

  5. Patrick sagt:

    Immerhin…die Aufarbeitung von Corona (was es de facto war/ist und was daraus gemacht wurde) beginnt scheinbar allmählich.
    Schleppend ja, aber immerhin.
    Historiker dürften in nächster Zeit viel zu tun bekommen, um dieses Desaster des polit-medialen Establishments aufzuarbeiten.

    Beispiel:
    diese hervorragende 90 minütige Sendung lief bei ServusTV.
    Sehr sehenswert!

    https://www.servustv.com/videos/aa-27juub3a91w11/

    Und selbst im ZDF lief neulich eine Sendung, wo endlich einmal kritische Fragen zu der unglaublich schlechten Datenlage gestellt worden sind.

    Persönlich fühle ich mich jedenfalls enorm in meiner Sicht von letztem Sommer bestätigt.
    Und das häufig kritisierte Schweden scheint weitestgehend alles richtig gemacht zu haben.

    Die Schweiz, Ungarn, viele Bundesstaaten der USA und andere machen es ja längst vor, dass es seit Monaten funktionieren kann.
    Diese elenden Covidioten…

  6. M.U. sagt:

    Wir haben fähige Personen, nur hört auf die Niemand.

    Sind unsere Städte noch zu retten?

    Danke Öffentlich-rechtlicher Rundfunk.

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