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Internationale Energieagentur: Keine neuen Öl- und Gasfelder!

Ich habe die Original-Studie nicht gelesen, beziehe mich daher nur auf den FAZ-Artikel "Internationale Energieagentur: Keine neuen Öl- und Gasfelder!". Laut diesem Artikel hat die IEA empfohlen, dass keine neuen Investitionen in die Erschließung neuer Öl- und Gasfelder mehr erfolgen sollen und Verkäufe von PKW mit Verbrennungsmotoren nach 2035 weltweit einzustellen. Dies vor dem Hintergrund des Klimawandels.

Mit diesem Statement wird die Klimawandel-Politik auf eine neue Ebene gehoben. Bislang war die Politik der IEA eher auf die Energieversorgung der Welt ausgerichtet, nun bezieht sie offenbar den Klimawandel so stark in ihre Empfehlungen ein, dass sie selbst zum Advokaten für Klimaschutz wird. Die Implikationen sind enorm, denn: Die Erschließung neuer Öl- und Gasquellen sind ja der Startpunkt sowohl der Energieversorgung mit diesen Rohstoffen, wie auch die Emission von Treibhausgasen - die ja am Ende der Versorgungskette steht. Was nicht erschlossen wird und im Boden bleibt kann nicht als Emission in der Atmosphäre landen. Soweit so einleuchtend. Und doch bedeutet die Empfehlung der IEA eine Art "Sterbeurkunde" für die Öl- und Gasindustrie, jedenfalls dann, wenn die IEA-Empfehlung in Gesetze oder unternehmerische Entscheidungen mündet.

Dieses Blog diskutiert(e) das Phänomen des Peak Oil, überwiegend aus der Perspektive heraus, dass die Ölversorgung durch ökonomisch-technisch-physikalische Limitierungen an eine Gipfel-Grenze gerät. Diese Peak-Oil-Perspektive wurde zwischenzeitlich erweitert durch die Möglichkeit, die Nachfrage nach Öl würde durch eine zunehmende Elektrifizierung des Verkehrsbereichs sinken. Jetzt scheint eine dritte Option denkbar zu sein, nämlich eine bewusste Nicht-Investition in Ölquellen durch politisch-unternehmerische Entscheidungen vor dem Hintergrund des Klimawandels. Vor Jahren noch hätten wir daraus in diesem Blog geschlussfolgert, dass die dadurch resultierenden Ölpreise durch die Decke gehen werden, weil die Nachfrage-Elastizität bei Öl als gering eingestuft wurde. Offenbar hat sich bei den Analysten der IEA die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Klimawandel eine ausreichend große Bedrohung einerseits, die Transformation im Verkehrsbereich eine akzeptable Veränderung andererseits ist: in ihrer Kombination scheinen Ölpreis-Spitzen nicht mehr in dieser Massivität zu erwarten sein. Die Energieversorgung der Welt scheint durch die Brille der IEA also realisierbar, auch ohne Öl und Gas - offenbar allein auf Basis erneuerbarer Energiequellen. Das sollte Hoffnung machen.

32 Kommentare to “Internationale Energieagentur: Keine neuen Öl- und Gasfelder!”

  1. Michael Egloff sagt:

    Danke, Norbert,
    für diesen substanziellen Input. Nachdem ja das Niveau in Richtung “Malle-Urlaub, ja oder nein und wenn ja wie” abzugleiten drohte.

    Mit Absichtserklärungen zum Thema Klimaschutz ist das so eine Sache.
    Die Empfehlungen der IEA sind freilich sehr zu begrüßen. Offensichtlich gibt es in dieser Organisation Fachleute zum Thema des Klimaschutzes, die ihren Einfluss ausbauen konnten.
    Aber solche sehr richtigen und überfälligen Empfehlungen sind eben noch kein konkretes Handeln der Regierungen, der Konzerne und vor allem der Verbraucher.
    Ich sehe immer mehr “Stadtpanzer” durch die Gegend fahren, die trotz verbesserter Effizienz der Verbrennermotoren die Senkung des Flottenverbrauchs torpedieren.
    Und klar: dank extrem üppiger staatlicher Subventionierung gibt es jetzt einen E-Car-Push.
    China Zeigt, was passiert, wenn solche starken Subventionen reduziert werden: die Kaufzahlen sinken wieder.
    Und ist z.B. ein Tesla “nachhaltig”?
    Mit einem Gewicht, je nach Modell, zwischen 1,6 und 2,4 Tonnen ist wohl kaum von Nachhaltigkeit zu sprechen.
    Heute sah ich in einem Skoda-Autohaus einen “Stromer” nicht mal supergroßer Ausführung, dessen Gewicht mit 2,15 Tonnen angegeben war.
    Man stelle sich das vor: 100 oder 150 Kilo “Fleischeinlage mit Knochen” umgeben von mehr als 2 Tonnen Metall, Kunststoff und sonstigen Ressourcen. Irre, bei demnächst 8 Milliarden Menschen.
    Und sollte mal tatsächlich das selbstfahrende Auto im Sinne von Stufe 4 und 5 der Autonomität kommen, dann will ja der von allen Lenk- und sonstigen Fahrfunktionen entlastete Autofahrer auch mal bequem ein Nickerchen machen, auf großen Displays gestreamte Filme sehen und es sich richtig bequem machen. Also: noch mehr Platzbedarf und noch schwerere Fahrzeuge. Und von den 25 bis 39 Terabyte Daten, die pro Fahrstunde von autonom fahrenden Autos der Stufe 4 bis 5 entstehen und verarbeitet werden müssen mal ganz zu schweigen. Plus von zig Millionen Sensoren und Signalgebern, die in die Straßeninfrastruktur integriert werden müssen und mit Energie versorgt werden müssen.

    Ob Verbrenner oder nicht-Verbrenner: die Menschheit ist komplett auf dem Irrweg. Nichts von dem, was derzeit in Funktion ist oder als zukünftiges Heilsversprechen verkauft wird, ist irgendwie nachhaltig. Unser Lebensstil ist ganz prinzipiell nicht nachhaltig und wird immer mehr nicht-nachhaltiger.
    Einziger Ausweg: ein Maß an Suffizienz (sprich Bescheidenheit), die selbst mir als relativ Einsichtigem als blanke Zumutung erscheinen würde.

    Was mit einer Weltbevölkerung von 100 Millionen als Lebensstil durchaus dauerhaft durchhaltbar wäre, geht eben bei der 80- und demnächst 100-fachen Anzahl an Menschen nicht auf Dauer. Einfache Mathematik.

    Ich schreibe derzeit ein Buch, wahrscheinlich mit dem Titel: “Nachdenkereien. Über eine Welt der Widersprüche”. Ausgehend von dem Romananfang von Charles Dickens “A tale of two cities”
    (“Es war die beste aller Zeiten, es war die schlechteste aller Zeiten” – bitte googeln) werde ich eine Reihe relevanter Themen behandeln. Nicht nur Klimawandel und Energie, aber natürlich auch diese Themen. Und werde darstellen, in welchem Ausmaß wir Menschen uns in kaum auflösbare Widersprüche verheddert haben in den 10000 Jahren unserer bisher unaufhaltbaren Erfolgsstory.
    In etwa einem Jahr soll das Buch erscheinen. Denn die Faktenrecherchen erfordern mehr Zeitaufwand, als das Schreiben selbst.

  2. Berndt sagt:

    Meine Autoempfehlung:
    https://www.roadandtrack.com/new-cars/future-cars/a36463693/the-new-electric-hummer-will-weigh-as-much-as-four-miatas/
    4100 kg mit Benzinmotor wäre viel zu viel CO2, elektrisch ist er ok.

    Der IEA-Report bezieht sich im wesentlichen aufs Klima, alle anderen Problemkreise werden kaum noch erwähnt. Es kommt mir immer so vor, als ob keiner die Resourcenproblematik nennt, weil alle meinen, die Klimathemen überfordern die Menschen sowieso.

    • Michael Egloff sagt:

      Hallo Berndt,
      genau darum wird es in meinem Buch gehen. Um natürliche Ressourcen, deren zügiger Erschöpfung, die ich an Hand von Ländern wie Ägypten, Pakistan, Indien und Madagaskar darlegen werde.
      Um die Hyper-Urbanisierung (2,5 Milliarden zusätzliche Stadtbewohner in den nächsten 30 Jahren) und die daraus resultierende zunehmend dramatische Knappheit bei Bausand, Kies, Bauholz (gerade ein Thema) usw.
      Ich werde eine begründete Prognose aufstellen, dass sich die Mehrheit der Mittelklasse selbst in den reicheren Ländern in 30 Jahren absolut kein Eigenheim mehr leisten können wird und dass Teile der Infrastrukturen zerfallen werden. Weil einerseits die Kosten für deren Erhaltung steil nach oben gehen werden, andererseits die Steuereinnahmen der Staaten auf Grund der Wohlstandsverluste breiter Bevölkerungsschichten allmählich geringer werden.
      Mal sehen, auf was die schicken selbstfahrenden E-Autos dann fahren werden…
      Zunehmend auf Buckelpisten und immer maroderen Brücken. Ansätze kann man schon heute beobachten. Aber das ist nichts gegen das, was noch kommt.
      Oder auf dem Gebiet der Ernährung. Da werde ich eine ebenfalls begründete Prognose abgeben, dass einige große Nahrungsdefizitländer einen dramatischen Anstieg ihres Nahrungsmittelimportbedarfs verzeichnen werden, andererseits einige Nahrungsüberschussländer wie Argentinien, die USA oder Russland eher weniger werden exportieren können.
      So wird z.B. Indien auf Grund des weitgehenden Versiegens der fossilen Grundwasservorkommen von seinen 1,7 Milliarden Einwohnern nur noch bestenfalls 800 Millionen selbst ernähren können, Pakistan dann nur noch die Hälfte seiner dann über 300 Millionen Bürger, Nigeria auch kaum die Hälfte seiner dann über 400 Mio EW, und Ägypten bestenfalls ein Viertel seiner etwa 160 Mio EW im Jahr 2050. Um nur einige Beispiele zu nennen.
      Das wird zu einer dramatischen Überforderung des Weltagrarhandels führen, zu einer massiven Nahrungsunterversorgung in etlichen bevölkerungsreichen Ländern und zu einer humanitären Notlage, wie sie die Menschheit in dieser Dimension bisher nicht annähernd erlebt hat.
      Alleine die Darstellung der Entwicklung in Ägypten wird sich etwa über 6 bis 8 Seiten erstrecken, inkl. der Darstellung von Faktoren wie z.B. der Ressource des Nubischen Grundwasseraquifers. An meinen Prognosen wird also nichts aus dem Ärmel geschüttelt, sondern in jeglicher Hinsicht detailliert begründet.

      • el mar sagt:

        Na, da wird es wohl mehrere Soll-Bruchstellen geben, bevor die Verknappungen akut werden.
        Die Rationierungen werden ja schon eingeleitet, mit Virus-Panik. Aber einen Reset wird es nicht geben.
        Der Kolbenfresser wird sehr bald und überraschend kommen. Denn “Degrowth” ist mit dem kapitalistischen Steigerungsspiel nicht vereinbar.
        Ich glaube nicht, dass unsere jetzige Zivilisation das Jahr 2030 erreicht. Sie wird zerbrechen und die Risse sind überall sichtbar.

        • m.sastre sagt:

          Das genau sind auch meine Prognosen! Wir brauchen gar nicht auf das Jahr 2050 oder gar 2070 hochrechnen, wie sich die Bevölkerung, die Nahrungsmittelversorgung, die Wasserreserven etc. entwickeln werden. Die entscheidenden Krisen (Sollbruchstellen) beginnen schon JETZT und werden bis zum Jahr 2025 die jetzige Weltordnung völlig aus den Angeln heben. Eine Weltbevölkerung von 9 oder 10 Milliarden Menschen wird es nicht mehr geben, weil es in den nächsten Jahren bereits zu einem Massensterben kommen wird. Das ist auch “gut” so, den je länger das Bevölkerungswachstum anhalten wird, desto mehr Menschen werden auf aeusserst unangenehme Weise als Konsumenten und damit letztendlich existenziell ausscheiden müssen, um zu einem neuen Gleichgewicht zwischen der Anzahl der Menschen auf diesem Planeten und den vorhandenen natürlichen Ressourcen zu gelangen. Dieser Druck auf grosse Bevölkerungsgruppen wird dazu noch verstärkt werden, weil sich die Eliten nicht am Rückbau beteiligen werden, sondern ihren Lebensstil beibehalten werden. Schon jetzt fliegen alleine die deutschen Bundestagsabgeordneten jeden Tag auf Steuerzahlerkosten fast einmal um die Welt, dabei ist die Bundestagsfraktion der Gruenen der Vielflieger unter allen Parteien. Die als “Great Reset” nun in die Diskussion getragene Idee sieht nichts anderes vor, als mit oeko-diktatorischen Massnahmen den Verbrauch der Durchschnittsbevölkerung drastisch zu senken, während die Protagonisten dieser Politik ihre Privilegien erhalten werden. Die Dystopie beginnt jetzt und der angeblich coronabedingte Lockdown der Wirtschaften in der westlichen Welt ist erst der bescheidene Anfang, der zudem mit Massen an durch inflationiertem Geld finanzierten Hilfsmaßnahmen noch erträglich gehalten wird. Sobald EURO und Dollar in die Hyperinflation übergehen, wird auch China nicht mehr bereit sein, uns mit den Waren zu versorgen, die hier bei uns nicht mehr hergestellt werden. China wird dann noch einige Jahre wachsen können, weil die in Europa nicht mehr verwendbaren Rohstoffe dort Verwendung finden werden. Insbesondere Europa steht am Anfang einer gross angelegten Deindustrialisierung, in deren Folge existenzielle Infrastrukturen wie Stromversorgung, Internet und Kommunikation, Logistik uvm. nicht mehr funktionieren werden. All diejenigen, die glauben, Hungersnöte seien eine Sache von Entwicklungsländern wird dann eines besseren belehrt werden. Wer auf grossen Füße lebt, der fällt umso tiefer. Insofern wird Michaels Buch sicherlich lesenswert, vielmehr wuerde mich jedoch ein profaner Ausblick auf die nächsten fünf bis zehn Jahre interessieren, in denen sicherlich mehr, und Wesentlicheres(!), geschehen wird als im Jahre 2030 2040, 2050 oder später. Die Weichen werden jetzt gestellt.

          • Patrick sagt:

            m.sastre, da sehe ich ganz genau so.

            Die ganze Orakelei rund um das Jahr 2050 oder 2100 ist doch völlig daneben.

            Und das IEA-Papier ist natürlich ein völliger Nonsens, die reinste Lachnummer.

            Der Bericht faselt vom Netto-Null-Co2 Energiesystem bis 2050, bei gleichzeitig stabiler und erschwinglicher (auf “Erneuerbare” basierend) Energieversorgung mit universellem Zugang und welches “robustes Wirtschaftswachstum ermöglichen wird”

            Also mal wieder eine Veröffentlichung aus dem völligen Märchenland.

            Warum das hier in diesem Forum überhaupt “auf den Tisch” kommt und auch nur ansatatzweise als irgendwie positiv, glaubhaft oder realistisch eingestuft wird….das erschließt sich mir nicht.

            Ich denke, es hat auch seinen Grund, warum hier seit über einem Jahr nichts neues erschienen ist.
            Das lag wohl weniger an meinen Mallorca Erkundigungen…

            Der ganze Corona-Zirkus ist eine Blaupause gewesen, jetzt wo das am Abklingen ist, wird wieder “Klima” serviert.
            Und die Regierungen haben gefallen daran gefunden, jetzt viel einfacher durchregierne zu können.
            Zukünftige Einschränkungen lassen sich nun viel einfacher installieren, der Rechtsrahmen dafür ist ja in Deutschland bereits gesetzt und das Parlament ist zum reinen Klatsch- und Abnickverein degradiert worden.

            Für mich zeigt sich immer mehr, dass Frau Tverberg wohl am richtigsten liegt.
            Die “Klimawandel” Thematik geht davon aus, dass wir noch gewaltige Fossile Ressourcen haben, die wir verbrennen können, die dann den Klimawandel schlimmer machen, aber das scheint wenig realistisch zu sein, weil wir voll im Overshoot-Modus sind und sehr bald schon der Niedergangs- bzw. höchst wahrscheinlich der Kollaps-Prozess einsetzen wird.

            Sehr große Mengen fossiler Energien werden im Boden bleiben.

            Das Papier der IEA soll lediglich eine “hübschere Story” liefern, warum das so sein wird.
            Nur wird die Realität kein Happy End haben.

    • Michael Egloff sagt:

      Hier ein Beispiel für die Hybris, die immer mehr um sich greift.

      https://www.youtube.com/watch?v=MLNfcZ01mHA

      Als hätten wir 3 Erden zur Verfügung.
      Als hätten wir keine dringenderen Probleme als die Errichtung immer gewaltigerer Wolkenkratzer.

      Und selbst, wenn man 5 Riesenstädte von der Dimension New Cairos in die Wüste klotzen würde, wären damit nur die Hälfte der Menschen mit Wohnraum versorgt, die in den nächsten 30 Jahren in Ägypten hinzukommen. Und bis etwa 2070 wären dann die fossilen Wasserreserven in den neu besiedelten Wüstengebieten erschöpft.
      Diese gigantischen Städte würden also buchstäblich auf dem Trockenen sitzen. Inklusive der unzähligen Kreisberegnungsanlagen, die jetzt ebenfalls in die Randgebiete der Wüste geklotzt werden und ebenfalls mit fossilem Wasser gespeist werden.

      • m.sastre sagt:

        Vielleicht ist es Hybris, vielleicht aber auch lediglich der ablenkende Versuch, durch grosse nationale Projekte die Menschen hinter einer gemeinsamen Idee zu versammeln, ähnlich wie der Bau der Pyramiden im Altertum. Eine gemeinsame Kraftanstrengung um den Eindruck einer Perspektive zu erzeugen, hinter der man die Menschen in Krisenzeiten versammeln kann. Ähnlich auch den “New Deal”, oder dem Raumfahrtprogramm in den USA, oder den vielen Kriegen, die geführt wurden, um innenpolitische Krisen zu überdecken und Kritiker auf Regierungslinie zu zwingen. Gerade der derzeitige aegyptische Präsident regiert mit sehr harter Hand. Dieses Vorhaben kann und wird nicht realisiert werden, dafür aber in den naechsten Jahren ein prima Aushängeschild für das Regime abgeben.

  3. m. sastre sagt:

    “Danke, Norbert,
    für diesen substanziellen Input. Nachdem ja das Niveau in Richtung “Malle-Urlaub, ja oder nein und wenn ja wie” abzugleiten drohte.”

    Nachdem zum letzten redaktionellen Beitrag kaum noch thematische Kommentare einliefen, ist die punktuelle Nutzung der Kommentarfunktion zu einem zugegebenermassen abseitigen, rein privaten Thema wohl verzeihlich. Wer sich substantiell haette aeussern wollen, konnte dies ja auch weiterhin tun und brauchte sich nicht weiter um Patricks und meine Konversation kuemmern. Aber zum letzten Beitrag gab es wohl erkennbar keinen Diskussionsbedarf mehr!

    Zum aktuelen Thema hatte ich auch kuerzlich gelesen und dies hat meine Wertschaetzung fuer die internationale Energieagentur weiter sinken lassen und mich an den duemmlichen Vergleich von dort erinnert, das Ende Steinzeit sei ja auch nicht durch einen Mangel an Steinen verursacht worden.

    Offenkundig werden immer mehr Institutionen von politischem Wunschdenken geleitet, denn von realen und damit nachpruefbaren Fakten. War es Michael Greer der in diesem Zusammenhang vom “Magischen Denken” sprach? Man wuenscht sich einen als gut und notwendig erachteten Zustand, zerstoert das NOCH leidlich Funktionierende und hofft fest darauf, das irgendwelche Wissenschaftler, Entwickler, Ingenieure oder schlicht “die Wirtschaft” einem dann schon das liefern, was man sich in kindlicher Naivitaet als Idealzustand wuenscht, unabhaengig vom Stand des des derzeit verfuegbaren Koennens und Wissens. Iregndwer in einem weissen Kittel wird schon das Perpetuum Mobile zur Verfuegung stellen.

    Das Problem der Verfuegbarkeit von fossilen Energietraegern und der aus deren Nutzung resultierenden Probleme wird nicht dadurch geloest, dass man deren Foerderung nun zwangsweise zurueckfaehrt, genausowenig wie die ersatzlose Abschaltung von Kraftwerken keine Auswirkung auf die Verfuegbarkeit von Elektrizitaet haben wuerde.

    Insofern halte ich die von der IEA gestellten Forderungen fuer irrelevant, weil vollkommen realitaetsfern. Wenn jemand anderer Meinung sein sollte, dann bitte ich um Widerspruch, aber unter der Bedingung, mir gleichzeitig zu erklaeren, wie man dem dann sehr schnell fortschreitenden Rueckgang der Oel- und Gasfoerderung (Und was ist mit der Kohle? Werden dann Staaten wie etwa China die hunderten in den letzten Jahren gebauten Kohlekraftwerke auch einfach stillegen?) dann kompensieren koennte ohne einen kompletten Zusammenbruch der weltweiten Wirtschaft, der Lebensmittelversorgung etc. zu erzwingen.

    So wie es derzeit ausschaut, ist doch der weltweite Nachrageeinbruch nach fossilen Energietraegern (ausser wiederum in China, das jegliche fuer und in der westlichen Welt freiwerdende Produktion regelrecht aufsaugt) der einzige Grund dafuer, das Oel und Gas am Markt noch keiner Verknappung unterliegen. Es ist allerdings wohl nur eine Frage der Zeit, wann der Rueckgang der Foerdung den Rueckgang der Nachfrage ueberkompensiert und eine echte Verknappung eintritt. Und dies ganz ohne die Empfehlungen der IEA.

    Dann wird es sehr schnell zappenduster bei uns.

  4. m. sastre sagt:

    Laut einem Artikel in den Deutschen Wirtschaftsnachrichten emittiert China nun erstmals mehr CO2 als alle anderen Industrienationen zusammen!

    Damit waere wohl die Aussage, durch den Lockdown in der westlichen Welt sei zumindest ungewollt ein positiver Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstosses erbracht worden, ziemlich fragwuerdig geworden. Denn natuerlich wurde infolge des Einbruches der Oelnachfrage insgesamt wohl weniger Kohlendioxid ausgestossen. Da aber im Westen der Rueckgang der Produktion zu einem grossen Teil durch Importe aus China aufgefangen wurde und die dortigen Produktionsmethoden deutlich geringeren Umweltstandards unterliegen und sich diese Methode, fehlende eigene Produktionskapazitaet durch steigende Importe zu verschleiern wohl verfestigen wird, sehe ich dadurch zusaetzlich mittel- und langfristig eine zunehmend negative Oekobilanz auf diesem Globus.

    Obwohl China sich meines Wissens bis heute keiner verbindlichen Verpflichtung zur CO2-Reduktion unterworfen hat, fordert es von der westlichen Welt entsprechende Beitraege mit der Folge, dass in Europa die steigenden Umweltstandards, die gewollte Verteuerung des Ressourcenverbrauchs etc. zu einer zunehmenden Verlagerung der Gueterproduktion gen Osten fuehren wird.
    Wir werden dann die vergleichsweise umweltfreundlichste Industrieproduktion vorweisen koennen, unter der entscheidenden Einschraenkung, dass diese Produktion verschwindend gering sein wird.

    Aehnlich wie bei der Energiewende, bei der entweder ueberschuessiger (wertloser) Strom zu Negativtarifen verklappt werden muss, waehrend bei Dunkelflaute Atomstrom aus Frankreich oder Kohlestrom aus Polen importiert werden muss.
    Von den ebenfalls hohen CO2-Emissionen (+weiteren Umweltschaedigungen), die von der alternativen Energieerzeugung ausgehen (erkennbar an den hohen Investitions- und Betriebskosten fuer diese Anlagen, die auch indirekter Ausdruck fuer deren Ressourcenverbrauch sind) einmal ganz abgesehen.

    Ich schreibe dies durchaus in der selben Ueberzeugung wie Ihr, dass wir von den bisherigen Formen des Wirtschaftens wegkommen muessen. Ich bin durchaus nicht fuer ein “weiter so”.

    Reine Gesinnungsethik ohne Ruecksicht auf die Konsequenzen!

  5. Patrick sagt:

    Immerhin…die Aufarbeitung von Corona (was es de facto war/ist und was daraus gemacht wurde) beginnt scheinbar allmählich.
    Schleppend ja, aber immerhin.
    Historiker dürften in nächster Zeit viel zu tun bekommen, um dieses Desaster des polit-medialen Establishments aufzuarbeiten.

    Beispiel:
    diese hervorragende 90 minütige Sendung lief bei ServusTV.
    Sehr sehenswert!

    https://www.servustv.com/videos/aa-27juub3a91w11/

    Und selbst im ZDF lief neulich eine Sendung, wo endlich einmal kritische Fragen zu der unglaublich schlechten Datenlage gestellt worden sind.

    Persönlich fühle ich mich jedenfalls enorm in meiner Sicht von letztem Sommer bestätigt.
    Und das häufig kritisierte Schweden scheint weitestgehend alles richtig gemacht zu haben.

    Die Schweiz, Ungarn, viele Bundesstaaten der USA und andere machen es ja längst vor, dass es seit Monaten funktionieren kann.
    Diese elenden Covidioten…

  6. M.U. sagt:

    Wir haben fähige Personen, nur hört auf die Niemand.

    Sind unsere Städte noch zu retten?

    Danke Öffentlich-rechtlicher Rundfunk.

  7. M.U. sagt:

    Hier mal noch ein evtl. interessantes Fundstück. Tom Murphy (Do the Math Blog) hat ebenfalls ein Buch geschrieben.
    while-we-wait
    Energy and Human Ambitions on a Finite Planet

  8. MM sagt:

    Hallo peak-oil fans und faninnen!

    Ich wollte bitte gerne mal @Berndt fragen, wie der letzte Stand zum ETP sei.
    Ich meine, wir gingen danach ja mal davon aus, dass die Nutzbare Energie global gesehen aus dem Öl in 2022 bei Null ankommen soll.
    Frau Tverberg und auch Herr Bardi sind ja kein Fan der Geschichte. Ich weiss nicht, es gibt diesen seltsamen Franzosen mit einem seltsamen Energiedevice das nie kam, aber er hat immerhin gute Präsentationen gemacht.
    Die peakoils haben irgendwann den shortonoil verschoben auf nimmerwiedersehen und mir meinen Account nach den Ersten (!) Post gesperrt.

    Also liebe ETP-fans und faninnen: Ich würde mich sehr über ein update freuen!

    Ich würde mich dann auch gerne hier wieder mehr beteiligen, schläft ja grad ein bisschen. Ist ja auch verständlich, denn es ist ja schon lange alles gesagt.
    Ich finde allerdings schon, dass man das Weltgeschehen hin und wieder auf Muster (des ETP-Modells) durchleuchten kann.
    Da wäre die FED und die Entwicklungen in Asien / Taiwan und in der Landwirtschaft….

    Bis bald
    MM

    • Berndt sagt:

      Tja, MM, da könnte ich eine Menge zu schreiben.
      Ich habe das Modell und die Berechnungen mit Hilfe des 2.ten HS einigen Leuten vorgestellt, aber bei der Thermodynamik passiert immer das gleiche: Jeder hat seine eigene Vorstellung von Wärmeenergie und fängt dann an mir zu erklären, dass das Modell nicht stimmen kann. Aber keiner liest vorher meine Begründung mit dem 2.HS durch. Was die Leute nicht verstehen: Wenn aus dem 2.HS folgt, dass die Ölförderung zu Ende geht, kann man das nicht widerlegen, indem man den 2.HS nicht beachtet. Logik für Anfänger.

      Zur Hills Group: Die Berechnung mit der steady state entropy rate balance ist korrekt. Aus der Berechnung der Hills Group folgt, dass irgendwann zwischen 2021 und 2029 ein Kollaps der Ölförderung erfolgen soll. Als 2014 der Einbruch der Ölpreise in Verbindung mit der Shale-Förderung erfolgte, glaubte Hill, das frühe Datum 2021 sei gültig. Stimmte aber nicht. ETP hatte nur einen Anteil am Einbruch, war aber nicht der einzige Grund.
      Warum tritt der Kollaps später ein: Der Hauptgrund ist, dass Öl mit Hilfe von Exergie aus anderen fossilen Quellen gefördert wird, und diese Exergie einen Faktor 3-5 weniger kostet als die aus Erdöl. Meine letzte Berechnung aus Inflationswerten, Energieeffizienz und Ölpreisen ergibt, dass heute pro Liter Erdöl zur Förderung etwa 20% mehr Energie aufgebracht wird als der Energieinhalt des Öls ist. Deswegen schreibe ich jetzt statt ETP-Modell TNE-Modell (Thermodynamisch Notwendige Energie). Man kann/muss nämlich noch mehr Energie zur Ölförderung einsetzen als „Energy Total Production“ suggeriert.

      Etwa 2025 wird ein Grenzwert erreicht, bei dem auch der Einsatz anderer fossiler Rohstoffe sich finanziell nicht mehr lohnt. Und die Projektion der inflationskorrigierten Ölpreise (2008 bis heute) ist 2025 etwa bei Null Dollar angekommen.

      Allerdings: Seitdem ich mich mit dem Thema beschäftige, rutscht der Endtermin der Ölförderung pro zwei verstrichene Jahre ein Jahr nach hinten.

      Aus den Ölpreis- und Wirtschaftsdaten der letzten Jahre ergibt sich für mich etwa folgendes:
      Die ärmsten Länder kollabieren als erste: Libyen, Syrien, Libanon, Venezuela, Haiti u.a., andere erst viele Jahre später.
      In allen Ländern verschärft sich der Gegensatz Arm/Reich: z.Bsp. Indien mit Verarmung der Mittelschicht.
      Ernsthafte wirtschaftliche Folgen für Deutschland und die EU sehe ich für spätestens 2025. Die Projektionen der heutigen Autoproduktionszahlen und Autoexportzahlen erreichen dann den Wert Null.
      China wird sich am besten schlagen, da China unheimlich viel Kohle (coal, not money) und eigenes Erdöl zur Verfügung hat.
      Die USA kann ich nicht einschätzen; die USA saugen die Wirtschaft anderer Staaten mit Hilfe des Dollars aus und könnten deswegen auch lange durchhalten. Sie haben im letzten Jahr insgesamt etwa 6000 Milliarden Dollar aus dem Nichts erzeugt und damit überall eingekauft. (Der Fall wird aber besonders tief werden.)

      Und wenn du mehr Details wissen willst: Etwa in drei Monaten ist mein Buch dazu fertig.

      • Patrick sagt:

        “Die ärmsten Länder kollabieren als erste: Libyen, Syrien, Libanon, Venezuela, Haiti u.a., andere erst viele Jahre später”

        Das sehe ich ähnlich, die beginnende Krise wird sich ganz grob gesagt wohl in irgendeiner Form von der Peripherie beginnend in die Kernindustrieländer durchfressen.

        Frau Tverberg hat auch schon auf das ETP-Modell der Hills Group referiert, arbeitet aber generell eher mit einem höher angelegen Ansatz, nämlich stellt sie den Overshoot in den Fokus.
        Der wirderum speist sich aus zu vielen Menschen für zu wenig Ressourcen (in Form von fallenden Erträgen in immer mehr Sektoren, die Ölindustrie ist einer davon)

        Ich wäre auch sehr gespannt, was die neueren Daten dazu ergeben. :-)

      • MM sagt:

        Danke Berndt.

        Ich selber bin ja eigentlich auf der Seite des ETP/TNE aber ich habe weder die Daten, noch Lust diese Thermodynamischen Gleichungen zu lösen…
        Um so mehr freut es mich, wenn sich noch jemand die Mühe macht. Ich werde das mit Bucherwerb belohnen, wenn es recht sei.
        Ich glaube der Herr hieß Arnoux oder so, aber google spuckt ja nix mehr aus.
        Schreibt shortonoil noch wo oder hat der den Weg genommen wie TheOilDrum?
        Es ist eigentlich egal ob man Frau Tverberg folgt (die ich sehr schätze, weil sie gegen das Angebot/Nachfrage Modell schreibt, was eigenltich auch Ökonomen verstehen müssten, oder sogar dem World Energy outlook der vor 2 Jahren ausversehen noch von je 40% Rückgang in je einer Dekade schrieb.

        Mich interessiert eigentlich nur noch die Frage, wieviel Zivilisation wir retten können, aber da wir keine Maßnahmen (hehe) treffen, und ich höchstens noch die Nullinie sehen werde mache ich mir wenig Kopp.
        Aber ja, Wasserstoff muss ja nach dem 2.HS der absolute Knaller sein, bei dem was da gerade alles abgeht. Zumindest blauer Wassertstoff mit CCS, das klingt nach richtig effizient und grün und so.
        Vielleicht noch ein Kapitel im Buch?…

        Gruss
        MM

        • MM sagt:

          Also wegen dem Kopp machen:
          Den mache ich mir schon, aber leider ist der Wald unsichtbar und daher auch unbe- und angreifbar…

          • Berndt sagt:

            Hallo MM,
            zu Louis Arnoux habe ich schon lange keinen Kontakt mehr gehabt. Shortonoil hat vo einem Jahr aufgegeben zu posten. Bei beiden weiss ich nicht, ob sie noch irgendwie aktiv sind.

            Zum ETP/TNE: Fakt ist, fast die gesamte Menschheit hat übersehen, dass ein wichtiges physikalisches Gesetz (2.HS) auch für die Ölförderung gilt. Das ist um so absurder, weil der 2.HS (fast) das einzige Gesetz ist, dass den Zeitablauf beschreibt.
            Welche Problemlösungskompetenz kann so ein Haufen haben ? Bei Peakoilbarrel war zuletzt ein Schreiber, der eine schöne neue Welt mit autonomen Elektroautos, billiger erneuerbarer Energie und billigen Speichern in 10 Jahren erwartet; natürlich für die USA. Was hat der alles übersehen ?
            Ich halte grünen Wasserstoff für einen gangbaren Weg, unter der Bedingung, das der Energieverbrauch pro Kopf auf etwa 20% reduziert wird. Grau und Blau ist Mist.

            • Heinz sagt:

              Hallo Berndt!
              Auf 20% reduzieren? Zur Zeit liegt der Prokopfverbrauch in Deutschland bei ca. 150 GJoule. Eine Reduzierung auf 20% ergibt einen Prokopfverbrauch von 30 GJoule. Das würde in etwa dem von Äthiopien entsprechen. Die müssen aber in der Regel keine Energie zur Beheizung ihrer Quartiere aufwenden. Zur Zeit verbrauchen wir in Deutschland ca. 27 GJoule pro Kopf für Raumwärme. Für Gesundheit, Verwaltung, Transport, Ernährung und den ganzen anderen Zivilisationsmüll bleiben dann nur mehr 3 GJoule übrig. Das geht sich nicht aus. Wir haben also nach Deiner Rechnung die Wahl zwischen Verhungern oder Erfrieren. Aber vielleicht haben wir dank Klimawandel nächstes Jahr im Jänner endlich 22 Grad Plus. IMHO ist keine industrielle Zivilisation unter 41 GJoule (== 1 Tonne Erdöl) pro Kopf möglich.
              Liebe Grüße
              Heinz

  9. MM sagt:

    Selbst in den absolut härtesten Kommentaren, wenn man sie denn überhaupt noch lesen will, kommt zum aktuellen Wahnsinn alles auf den Tisch, aber nirgends kommt die Energiefrage.
    Es gibt ein paar, die das Thema gegen die Grünen anwenden wollen wegen Blackout und Klimalüge und so, aber die sagen auch mit Gas Kohle oder Atom wäre alles easy.

    Also ja, die Menschheit hat ein Realitätsproblem und auch wenn unsere komplett durchgeknallte Zivilisation täglich in den Nachrichten deutlich gezeigt wird, es bleibt hartnäckig.
    Alle kämpfen täglich tapfer gegen den 2.HS und doch bleibt er unbesiegt. Beeindruckend.

    • h.c. sagt:

      Die Problemlösung ist doch am laufen – keine Panik!

      Wichtig aus Sicht des hypothetischen “World-Controllers” , Nennen wir Ihn mal Mustapha Mond, ist zuerst die Konsumenten zu reduzieren, die den größten Pro-Kopf Verbrauch an Energie haben. Das schafft Spielraum.

      Dann sollte die Lebenserwartung der restlichen Menschen minimiert werden. Passt auch.

      Schauen wir mal ob das alles auf geht.

      Gruß,
      H.C.

    • Berndt sagt:

      @MM
      Erstmal vorweg: Tom Murphy hat wieder angefangen zu schreiben, nach ca. 3 Jahren Pause.

      https://dothemath.ucsd.edu/2021/06/talking-to-other/#more-2021

      “Talking to other” geht darauf ein, weshalb die Sensationsnachricht viel besser wahrgenommen wird als die langweilige Nachricht. Das gilt mMn nicht nur für die Massenmedien, sondern auch Kommentare in Blogs. Beim Energiethema ändert sich normalerweise wenig. ETP/TNE wirkt nur ganz langsam, das ist langweilig. Schimpfen über Subventionen fürs Lastenrad ist viel interessanter.
      Dabei ist der Wahrheitsgehalt und die Bedeutung der langweiligen Nachricht oft hunderte mal höher als der der Sensation.

      ES gibt ein paar Blogs, wo ich oft reinsehe, aber ich habe das Gefühl, da schreiben fast nur Bekloppte. Das ist z.Bsp. EIKE oder DGF. Je mehr der einzelne Kommentator verfasst, desto mehr leidet er unter dem Dunning-Kruger Effekt.
      Kann ich das ändern ? Nein.

  10. MM sagt:

    Man könnte die verrückte Idee haben, dass jemand ganz schnell eine Kontollinfrastruktur nach chinesischem Vorbild aufbauen will, weil irgendwie was ausser Kontrolle geraten könnte bis 2025.

    Wenn dem aber so wäre, dann würde ich auf die Intention dahinter setzen, dass nach 2025 auch noch jemand was kontrollieren will oder wenigstens weit ab vom Schuss sein will.
    Betonung liegt auf jemand.

    Warum also nicht auch ich und du?

  11. MM sagt:

    @Berndt

    Wenn man sich anschaut, was die Golf Staaten so investieren gerade, dann machen sie 2 Dinge:
    Green Hydrogen (wo sie wohl eher blau meinen)
    Green Ammonia (also Nahrungsmittel mit Solar?)

    Einerseits könnte man sagen, das gibts vielleicht ein Problem mit fossilen (obwohl wirklich noch enorme Mengen an Natgas “da” sein sollen) oder Sie verstecken die Natgas Nutznung und verpressen das dort anfallende CO2 als CCS um mehr aus den Ölfedern rauszuholen.
    Wieso aber der Ammoniak da gebraucht wird, ist mir ausser der unwesentlichen Tatsache daß er zur Düngung gebraucht wird oder für Sprengstoff (Fracking) nicht ganz klar.
    Beim Thema Düngung müsste man auch sagen, dass seit jahrhuhnderten bekannt ist, dass es Pflanzen gibt, die man in einem Turnus anbauen kann, die den Stickstoff in den Boden bringen, es aber keine Pflanzen gibt, die das für Kali machen. Da haut der Herr Liebig mal wieder rein, der Böse. Und Kali, ja Kali…

  12. MM sagt:

    FT spuckt nur eine Headline aus gratis:
    https://www.ft.com/content/b2e7b6ed-fa14-48e1-a463-4d3b09c654dd

    Scheint etwas schwierig zu sein mit dem Brot, wenn zu wenig Gas da wäre, weil man es braucht um andere Löcher zu stopfen.
    Wie bereits erwähnt: Die Golf Region baut gerade massiv green hydrogen ammonia.

    Das Hemd wird etwas eng…

    • Berndt sagt:

      @MM
      Zum Ammoniak: Es ist auch ein Energiespeicher, deswegen rummst es als Explosivstoff so gut. Irgendeine Art Antrieb mit Ammoniak ist möglich, müsste ich selbst erstmal suchen.

      Zum Gas : Gas und Kohlen sind beide in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Der Spotpreis in Europa von Gas ist jetzt so hoch, dass es pro Enrgieeinheit teurer als Rohöl ist.
      https://www.barchart.com/futures/quotes/TG*1
      Gas in Europa ist jetzt etwa dreimal so teuer wie in USA. Und irgendwo habe ich die Info gelesen, dass die Gasspeicher in Europa nicht so voll sind wie sonst um diese Zeit. Könnte ein kalter und teurer Winter werden.

      • Michael Egloff sagt:

        Es gibt so viele Nebenwirkungen der Dekarbonisierung, über die niemand spricht.

        1. Erdöl ist der Schlüssel zu den meisten anderen Rohstoffen in heutiger Menge und zu heutigen Preisen. Ob Kupfer, Phosphate, Bausand und zig andere essentielle Rohstoffe – alles kann erst durch Großtechnik mit Verbrennungsmotoren im heutigen Umfang zu vertretbaren Preisen zur Verfügung gestellt werden.

        2. Erdöl macht erst die Straßeninfrastruktur in heutigem Ausmaß möglich, in gleich doppelter Hinsicht:
        erstens natürlich zum Betrieb der Tiefbautechnik, die global gesehen riesige Mengen an Treibstoffen verbraucht.
        Uns zweitens – und das ist sogar noch wichtiger – weil die gewaltigen und stetig zunehmenden Mengen an Bitumen für die Asphaltproduktion erst durch Erdölverarbeitung bereitgestellt werden können. Weit weniger als 50% des neu verarbeiteten Asphalts kommen aus dem Recycling. Der Recyclingasphalt würde bei Ausbleiben immer neuen Bitumens schnell zur Neige gehen.
        Ich bin mal gespannt, auf welchen Straßenbelägen die Super-Duper-selbstfahrenden E-Cars in der zweiten Jahrhunderthälfte rollen sollen.
        Und wenn jemand glaubt, man könne ja z.B. nur 10% des heutigen Ölmenge förrdern und daraus ausschließlich Bitumen und Kunststoffe herstellen und die klimagefährdenden Treibstoffe “abwählen” – falsch gedacht!
        Wer Erdöl verarbeitet, MUSS daraus mit neturgesetzlicher Konsequenz etwa zu 90% flüssige Treibstoffe und Heizöl herstellen. Anders funktioniert die Verarbeitung in den Kolonnen der Raffinerien garnicht.

        3. Erdöl und Erdgas sichern die Ernährung der immer mehr anwachsenden Weltbevölkerung.
        Ob die dank Großtechnik zur Verfügung gestellten riesigen Mengen an Kali, Phosphaten und Stickstoff, ob die immer energiehungrigere Großtechnik der hochmechanisierten Landwirtschaft selbst, ob der Weltagrarhandel zu Wasser, zu Land und in der Luft, ob die Produktion von Herbiziden, Pestiziden und Fungiziden usw…
        alles im heutigen Umfang und zu heutigen Preisen ohne Öl und Gas realistisch nicht machbar.

        Und was die Produktion von gewaltigen Mengen an E-Fuels für den luftverkehr, für Großtechnik und für große Teile der Schifffahrt angeht – vergesst es!
        Die Energieausbeute ist absolut lausig. Bei der Herstellung von E-Fuels aus Wind- und Solarenergie geht schon mal die Hälfte der Ausgangsenergie verloren. Dazu kommt dann noch der lausige Wirkungsgrad der Verbrennungsmotoren von ca. 30%, so dass von der Ausgangsenergie gerade mal 15% übrig bleiben. “Champagner der Energiewende” – welch treffender Vergleich.

        Die Aufzählung ist natürlich unvollständig. Klar, wir müssen möglichst schnell dekarbonisieren, wenn wir nicht menschheitsgefährdende Konsequenzen insbesondere für unsere Nachfahren in Kauf nehmen wollen. Aber unsere gewohntes Lebensumstände werden wir verlieren, komplett!
        Und zwar völlig unabhängig davon, ob wir uns um Klimaschutz bemühen oder nicht. Beim Nicht-Bemühen halt 20 Jahre später, aber mit noch verheerenderen Konsequenzen.
        Unsere Lebensweise ist nicht planetenkompatibel, nicht ansatzweise. Bei 100 Millionen Menschen wäre das vielleicht noch der Fall, aber nicht bei 8 oder 11 Milliarden Menschen.
        Never!

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