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Preissprung nach Sabotage-Gerüchten: Explosion von Ölpipeline in Saudi Arabien dementiert

Um fast 5 US$ ging der Ölpreis gestern nach oben, nachdem über eine Explosion einer saudi-arabischen Öl-Pipeline berichtet wurde. Die fragliche Pipeline soll 6 Millionen Barrel Öl pro Tag transportieren können und dürfte damit tatsächlich eine der Hauptadern der internationalen Ölversorgung darstellen. Presseberichten zufolge wurde das Gerücht aus dem Iran gestreut, eine entsprechende Meldung findet sich tatsächlich auf presstv.ir. Ein Dementi der Explosion, so wie in den westlichen Medien derzeit zu lesen, berichtet die iranische Webseite nicht. Ein Feuer in der Nähe der Ölanlagen scheint es jedoch tatsächlich gegeben zu haben, laut dpa bestätigte das saudische Innenministerium ein Feuer, welches aber nicht zu Schäden an Ölanlagen geführt hat. Inzwischen sind die Preise wieder gesunken.

Unabhängig davon, ob es sich um psychologische Kriegsführung, Unachtsamkeit oder Verschleierung handelt, zeigt das Ereignis doch die Nervosität an den Ölmärkten und die Auswirkungen, die solch eine Pipeline-Explosion hätte. Denn der Preissprung an den Rohstoffbörsen war enorm. Er zeigt, was passiert, wenn die Ölinfrastruktur in kriegerische Auseinandersetzungen hineingezogen wird. Zugleich zeigt das Ereignis auch, dass es nicht zu echter Zerstörung kommen muss, um den Ölpreis in die Höhe zu treiben. Auch Gerüchte und Medienberichte reichen.

Sind steigende Ölpreise wirklich so schlecht?

TheOilDrum.com brachte dieser Tage einen interessanten Artikel von Tobias Rasmussen und Agustin Roitman, Mitarbeiter des Internationalen Währungsfonds, die den Zusammenhang zwischen steigenden Ölpreisen und dem Bruttoinlandsprodukt der einzelnen Länder untersucht haben. Ihr unerwartetes Fazit: Steigende Ölpreise sind nicht unbedingt schlecht für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts - selbst bei Importländern. Ihre Erklärung: Die Kaufkraft, die durch steigende Ölpreise von den Öl-Importeuren zu den Öl-Exporteuren "gesaugt" wird, fließt in Form neuer Aufträge in die Importländer zurück. Diese exportieren im Gegenzug also heimische Produkte, um ihren Ölimport zu finanzieren. Dies löst verstärkte wirtschaftliche Aktivitäten aus, die sich in einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts niederschlagen. (mehr …)

Steigende Benzinpreise – Ist Peak Oil die Ursache?

Mit den Benzinpreisen steigen auf Peak-Oil.com auch die Besucherzahlen. Deshalb soll es für "Neulinge" mal einen Überblick zum Stand des Peak Oil geben.

Peak Oil läßt sich am besten übersetzen mit "Gipfel der Ölförderung". Der Begriff wurde in den 1950ern vom Geologen Marion King Hubbert geprägt. Trägt man die Fördermengen aus einem Ölfeld über die Zeit in ein Diagramm ein, wird ein typisches Muster erkennbar: Ölförderung verläuft ähnlich einer Glockenkurve:

Was für ein Ölfeld gilt, gilt auch für die Summe mehrerer Ölfelder, so dass das Peak-Prinzip auch auf die globale Ölförderung anwendbar ist. (mehr …)

Elektromobilität erst ab Spritpreis von 2 Euro lohnend?

Peak-Oil.com dokumentiert einen Artikel von Martin Randelhoff von Zukunft-Mobilitaet.net. Das Original findet sich hier.

Laut Daten des Kraftfahrtbundesamtes wurden im Jahr 2011 2.154 neue Elektroautos in Deutschland zugelassen (Vorjahr: 541 Fahrzeuge). Der Bestand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 96,84 Prozent auf 4.541 Fahrzeuge (Vorjahr: 2.307).

Somit hat sich der Bestand an Elektroautos im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt, bleibt aber bei einem Gesamtbestand von 42,927 Millionen zugelassenen Fahrzeugen weiterhin in der Nische. Zusammen mit Hybridfahrzeugen (Bestand 01.01.2012: 47.642) stellen Fahrzeuge mit Elektromotor einen Anteil von 1,4 Prozent am gesamtdeutschen -Bestand.

Um das politische Ziel, einen Bestand von 1,0 Millionen Elektrofahrzeugen zum 01.01.2020, zu erreichen, müssen die stark steigen:

 

Zulassungszahlen Bestand Elektroautos 2011 Millionenziel der Bundesregierung Trend

 

Bestand an Elektrofahrzeugen in Deutschland im Vergleich zum Ziel der , Stand: 01.01.2012, Daten: KBA, eigene Darstellung – CC BY-NC 3.0

In einer mikroskopischen Ansicht lässt sich für die letzten zwei Jahre ein leichter Trend erkennen, auch (mehr …)

Öl, Ölpreis, Staatsschulden – und Revolutionen

In ihrem Report vom 21. September 2011 (PDF) stellten die Mitarbeiter des Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Gesprächen mit Saudi Arabien fest: Der Preis, den das Land für Erdöl auf den Weltmärkten erzielen muss, um den Staatshaushalt stabil zu halten, liegt inzwischen bei 80 US$ pro Barrel. Noch bis zum Jahr 2008 waren das nur 40 US$. Diese Preisschwelle nennen die Autoren den "break-even oil price" (BEOP), also den Preis, ab dem Saudi Arabien "in den schwarzen Zahlen ist". Betrachtet man das Land als Konzern, so müssen die Staatsausgaben logischerweise aus den Staatseinnahmen gedeckt werden oder per Kredit finanziert werden. In den vergangenen Jahren sind die Ausgaben des Staates so stark gestiegen, dass der BEOP nun also bei 80 US$ liegt - und er liegt sogar höher, (mehr …)

Gescheiterte Algenzucht, E-Mobilität ohne Markt, Ölpreisspekulation bei 150 US$

Zum 1.1.2010 waren von 41,7 Millionen PKW in Deutschland gerade einmal 1.588 reine Elektrofahrzeuge. 28.862 Hybrid-PKW waren auf den Straßen unterwegs und 437.945 PKW fuhren mit Flüssig- oder Erdgas. Der Anteil der nicht durch Mineralöl angetriebenen PKWs lag also bei schlichten 1,1% der Gesamtflotte, weiterhin ist der PKW-Verkehr also zu 98,9% von Mineralöl abhängig. Die Zielstellung der Bundesregierung, bis 2020 1 Millionen Elektroautos auf den Straßen zu haben, wird nun in einem STERN-Artikel als Träumerei bezeichnet, denn in 2011 wurden bislang grade mal 1808 Elektroautos angemeldet, wovon nur 101 Stück an Privatpersonen gingen. Offenbar sehen die Hersteller die Entwicklung stark ernüchtert. In Amsterdam will man jedoch weiter mit Elektromobilität vorangehen, der Verkehr der Stadt soll bis 2040 nur noch auf Elektrobasis rollen - bis 2015 sollen es 10.000 sein, bis 2020 sogar 40.000 Elektro-PKW. Amsterdam ist bereits Vorbildstadt was den Radverkehr betrifft.

Ernüchtert ist man auch in Senftenberg, wo eine Algenzucht-Anlage aus dem Vattenfall-Kraftwerk "Schwarze Pumpe" zusätzlichen Treibstoff gewinnen sollte. Der Energieaufwand (ERoEI) für die Abscheidung des für das Algenwachstum benötigten Kohlendioxid aus den Verbrennungsgasen ist zu hoch, die CO2-Ausbeute zu niedrig. Die Anlage steht vor dem Aus und die Algenzucht-Firma ecoduna will sich künftig auf die Gewinnung von Rohstoffen statt auf Energieerzeugung konzentrieren (Nahrungsergänzungsmittel, Tierfutter, Kunststoffe).

Auch wenn der Ölpreis derzeit eher sinkt, erwartet die Händler langfristig offenbar steigende Preise und preisen auch einen Iran-Konflikt schon mit ein - so zumindest sieht es die Financial Times und Bloomberg. Demnach kaufen die Händler heute bereits Optionen, ein Fass Öl im Dezember 2012 zu 150 US$ erwerben zu dürfen. Solche Geschäfte gelten als Absicherung gegen aber auch als Spekulation auf steigende Ölpreise. Morgen trifft sich die OPEC um über ihre Förderquoten zu beraten.

Beim Dialog Kölner Klimawandel hat beim Wettbewerb um die besten Ideen für einen "grünen Masterplan für die Stadt" im Bereich Verkehr die Idee "Kölner Sonntag der Nachhaltigkeit" von Davide Brocchi gewonnen, der sich sehr stark auf Peak Oil bezieht. DIE ZEIT bemüht sich derzeit intensiv um gesellschaftliche Entwürfe "jenseits des Kapitalismus", die sehr oft in Verbindung stehen zum Ölfördermaximum und Ausdruck einer gesellschaftlichen Suche sind:

Nachtrag: C. Neumann wies mich darauf hin, dass die Kündigung des Kyoto-Abkommens durch Kanada mit der Ölproduktion des Landes zusammenhängen dürfte: Der Abbau der Teersande in Alberta ist kaum kompatibel mit der Dämpfung von Kohlendioxid-Emissionen. Ein Plan, ein Importverbot für Öl aus Teersanden zu verhängen, wie es wohl die EU-Kommission vorsieht, dürfte wenig Einfluss haben. Das kanadische Öl wird hauptsächlich auf dem nordamerikanischen Markt verbraucht.

Öl und das Ende des Wachstums

Noch bis Mitte 2004 lag der Ölpreis unter 40 US-Dollar. Nur einmal hat der Preis in den vergangenen 7 Jahren diese Preismarke für wenige Tage wieder unterschritten: Nach seinen absoluten Hoch von 147 US$ im Sommer 2007, als die Wirtschaft weltweit schrumpfte. Immer öfter wird auf den Zusammenhang hingewiesen, dass die Wirtschaftskrise, die uns seit einigen Jahren quält, nicht nur mit den Subprime-Krediten in den USA zusammenhängt, sondern auch mit den historisch höchsten Ölpreisen, die jemals gezahlt werden mussten. (mehr …)

Internationale Energieagentur warnt vor Ölkrise ab 2015

Die Internationale Energieagentur hat ihren Jahresbericht vorgelegt, der mehr Anstrengungen zum Klimawandel fordert, die PKW-Zahlen bis 2035 auf 1,7 Milliarden wachsen sieht und vor einer Ölkrise ab 2015 warnt:

Diese Krise kann entstehen, wenn nicht genügend Invesitionen im Nahen Osten und Nordafrika getätigt werden. Gemäß der IEA ist der Höhepunkt der Förderung von konventionellem Öl erreicht, seine Förderung soll weiterhin stagnieren und bis 2030 sogar auf 68 mb/d (Millionen Barrel pro Tag) leicht sinken. Um dieses leichte Sinken zu ermöglichen (und um es nicht noch größer werden zu lassen), werden jedoch zusätzliche Förderkapazitäten benötigt: Demnach sind "Brutto-Kapazitätserweiterungen im Umfang von 47 mb/d erforderlich, was dem Doppelten der derzeitigen Förderung aller OPEC‑Länder im Nahen Osten zusammen entspricht." (mehr …)

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