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Warum folgt der Ölpreis nicht dem ETP-Modell?

Folien zu: Why does the price does not follow the ETP-Model

Folien zu: Why does the price does not follow the ETP-Model

Anbei ein neuer Gast-Artikel von Berndt Warm in Bezug auf das ETP-Modell. Er hat sich Gedanken gemacht, warum der Ölpreis (aktuell) nicht der Vorhersage der HillsGroup entspricht (-> Grundsätzlich immer weiter sinkender Ölpreis) und kommt zu einem interessanten Schluss.

Schönen Gruß an alle Leser,

H.C.


Das ETP-Modell der HillsGroup basiert auf der „Entropie-Bilanzgleichung für offene Systeme“, hat daher einen recht theoretischen Ansatz. Da es eine Preisvorhersage für das Barrel Rohöl enthält, hat man eine Möglichkeit, die Theorie zu verfolgen und zu prüfen. Seit dem Kennenlernen des Modells habe ich den Ölpreis genau beobachtet, um sicher zu sein, nicht einer fixen Idee zu erliegen. Oder um Fehler bzw. Ungenauigkeiten in dem Modell zu erkennen.

Bis Anfang dieses Jahres ist der Ölpreis der Kurve für den „Maximum Affordable Price“ artig gefolgt, seither liegt er deutlich darüber. Es gab aber schon vorher zwei Punkte im Kurvenverlauf, die nicht mit der Theorie im Einklang waren:

  • Der Ölpreis ist 2014 statt 2012 gecrasht.
  • Er lag lange Zeit viel zu tief unter dem MAP-Wert.

Und außerdem gab es das Argument der Wirtschaftsfachleute, dass nur Fracking am Ölpreisverfall schuld ist.

Auf der Suche nach der Ursache für den Ölpreisanstieg dieses Jahres habe ich verschiedene potentielle Ursachen untersucht, und habe die wahrscheinlichste Ursache in einem Foliensatz niedergeschrieben.

LG Berndt

Anlagen: Präsentationsfolien in Englisch (V1.03)


Andere Artikel zum ETP-Modell auf Peak-Oil.com & Co.:

39 Kommentare to “Warum folgt der Ölpreis nicht dem ETP-Modell?”

  1. Hendrik Altmann sagt:

    Also ich sehe 2019 noch keinen Ölpreiscrash außer es kommt zu einer generellen Kontraktionsphase in der Weltwirtschaft.

    Die Investitionen in Exploration sind seit Jahren viel zu niedrig und bei der Menge an neu gefundenem Öl sieht es noch düsterer aus.

    Nächstes Jahr soll die Nachfrage um 1.0-1.4 mb/d steigen plus den Jährlichen 3.3-3.5 mb/d kompensierter Decline Felder, macht 4.3-4.9mb/d was an neuen Produktionskapazitäten 2019 dazu kommen muss, nur damit der Ölpreis nicht explodiert.

    Und wie so oft schon gesagt an der Ölförderung ist Energie beteiligt aus Erdgas, Wasserkraft, Windkraft, Biomasse, Kernkraft, Solar, Kohle, usw.

    Natürlich gibt es bei der Wandlung Verlusste aber Öl wird nicht mit Energie aus Öl gefördert, nahezu alle Energieerzeugungsarten sind beteiligt.

    Sehr viele Öl Analysten sehen den Ölpreis in einer Range von 65-85 Dollar am Ende diesen Jahres Q3-Q4 und in einer Range von 55-90 Dollar im nächsten Jahr.

    Wenn nur Energie aus der Ölproduktion für die Ölförderung aufgebracht werden würde, dann wären wohl die Preisvorstellungen der Hills Group korrekt.

    Ich denke das Ölpreis bis zum Jahr 2025 sogar noch mal die 100 Dollar Marke sehen wird, vorrausgesetzt es kommt nicht zu einer großen Kontraktionsphase, eine große Kontraktionsphase ist allerdings sehr wahrscheinlich in diesem Zeitraum, da die letzte recht lange zurück liegt und der aufkommende Protektionismus und die wieder aufflammenden Ambitionen der Isolation von den USA keine guten Anzeichen sind, dazu kommen steigende Zinsen für Schulden in Dollar und weiter steigende Kosten für Energie.

    Und natürlich immer höhere Schäden/Aufwände/Kosten in Folge durch die starken Veränderungen im Klima.

    Wie auch schon so oft gesagt Berndt glaube ich das dass ETP Modell richtig liegt, nur bei der Preisbildung für Öl spielen alle Faktoren mit ein, nicht nur das ETP Modell für Öl, hier fehlen noch die Modelle für Gas, und Kohle.

    Sowie die Modelle für Wind, Solar, Wasserkraft, Kernkraft usw. falls dies möglich ist.

    Der Ölpreis ist komplexer als nur das ETP Modell für Öl.

  2. Michael Egloff sagt:

    Mal kurz vom Thema des Beitrags abweichend: Was derzeit bei der Witterung in manchen Regionen abgeht, ist unglaublich.
    33,7 Grad Tagestemperatur in der Nähe des Nordkaps und unfassbare 25,2 Grad als Tiefsttemperatur dort in der Nacht, also weit in dem Bereich, der als “Tropennacht” gilt.
    Die Ostsee hat vor Helsinki derzeit eine Oberflächentemperatur von 23 Grad, normal sind für den Zeitraum um den 20. Juli dort 14 bis 16 Grad. Vielleicht wird bis zum Jahresmaximum Mitte August sogar noch die 25-Grad-Marke erreicht, denn die Hitzewelle in Nordeuropa soll noch mindestens 14 Tage andauern.
    Ebenfallls von einer ungewöhnlichen Hitzewelle betroffen ist der gesamte Breich des zentralen Nordsibirien, wo seit etlichen Wochen die Temperaturniveaus stabil um 6 bis 8 Grad über dem Durchschnitt liegen.
    In den USA treten derzeit ziemlich starke Tornados auf, deutlich außerhalb der Tornadosaison im Frühjahr und im Herbst.
    In Teilen Japans wird nach etremen Niederschlägen vor 7…10 Tagen von den Behörden vor einer “lebensbedrohlichen Hitzewelle” gewarnt.
    Und auch mir fällt der starke Vegetationsvorsprung bei uns auf: meine schwarzen Johannisbeeren habe ich in unserer bergigen Region dieses Jahr zwischen dem 1. und 3. Juli geerntet, normalerweise ist das etwa um den 20. Juli bisher der Fall gewesen.
    Und das alles zu einer Zeit, die eher El Nina-geprägt ist, also einem Zyklus, der eher als klimastabilisierend und relativ kühl gilt. Bin mal gespannt, was los ist, wenn der nächste, für das 2. Halbjahr 2019 vorhergesagte El Nino-Zyklus beginnt.
    Manche “Klima-Hysteriker”, die die negativsten Szenarien vertraten, waren mir ja bisher ähnlich supekt, wie die sogenannten “Klima-Skeptiker”.
    Aber mittlerweile befürchte ich, dass die Veränderungen schneller voranschreiten könnten, als die Vorhersagen des IPCC bisher unterstellten. Und die ja schon bedenklich genug waren.

    • @Michael

      Ja, das aktuelle globale Wetter ist schon krass & erinnert mich oft an Guy McPherson.

      Ich hatte ja vor ca. 4 Jahren selber mal einiges zur Klima-Situation recherchiert… CO2 ist ja nur ein ganz kleiner Teil der Abbruchkanten dort. (-> http://limitstogrowth.de/buchprojekt/)

      Kevin Hester, der den ‘Nature Bats Last’ Podcast von McPherson übernommen hat klingt auch nicht gut. Bespricht die Situation in der Artis im aktuellen Podcast und im letzten hatte er dann Paul Ehrlich (Autor von ‘Polulation Bomb’) im Interview… alles nicht schön. (-> https://naturebatslast.podbean.com/)

      Es scheint immer mehr auf das Scenario hinauszulaufen, welches auch Sam Canara (Kunstname, hinter dem sich wohl 2-3 anonyme Schreiber verstecken) im Arctic News Blog beschreibt. (-> https://arctic-news.blogspot.com/). Das Thema wird Todgeschwiegen.. auch in der Presse. Dr. Peter Wadhams hatte ja erlebt was es bedeutet, wenn man damit zu offen umgeht. Deswegen ist wohl Arctic News auch Anonym… die Forscher & Co. wollen/müssen auch leben.

      Die IPCC Vorhersagen jedoch preisen ganz viele Faktoren gar nicht ein – u.a. Methan und viele Feedbacks, die auch McPherson beschreibt. Er mal nutzen die nur abgehangene Peer-review Artikel, dann die ganze politische Konsens-Suppe… und das alles ‘laggt’ dann am Ende min. 10 Jahre hinter den Erkenntnissen hinterher…

      Schaun wir mal. Der Drops beim Klima scheint sowieso gelutscht – und wir sind die Beifahrer dabei.

  3. Hendrik Altmann sagt:

    Das CO2 Kreislauf System funktioniert so das je Wärmer es wird desto stärker entleeren sich die natürlichen CO2 Speicher, wie die Ozeane, Permafrostböden, Sümpfe usw.

    Der Konter für diese Bewegung wäre eine Zunahme an Vegetation, nur das hier unser Wirtschaftssystem im Weg steht und verhindert das sich Regenwälder, Sümpfe, Wälder und Buschland ausbreiten können, im Gegenteil die Versiegelung durch Straßen und Städte, Trockenlegung von Sümpfen, Rodung und Versteppung durch falsche Viehhaltung verhindert das überschüssiges CO2 in einem Boom der Pflanzenwelt gebunden wird.

    Selbst wenn wir gar keine fossilen Energieträger mehr verbrennen würden wäre der CO2 Kreislauf zugunsten einer starken Zunahme in der Atmosphäre gestört.

    All das wird zu immer höheren Kosten Jahr für Jahr führen, oben drauf als Bonus zu der sich weiter verteuernden Energie, ich denke der Großteil der Bevölkerung wird das in Zukunft deutlich im Geldbeutel zu spüren bekommen, der Wohlstand sollte drastisch sinken für 90% der Bevölkerung.

    @Michael du hast die Brände vergessen in Schweden und die Hitzewelle in Skandinavien, die Hitzewelle in Kanada, die Hizewelle und Dürre in Korea.

    In Afrika sieht es auch nicht gut aus, für ein El Nina Jahr und der Tatsache das wir in einem Minimum der Sonneflecken Aktivität stecken bemerkenswert.

  4. m.sastre sagt:

    Kaum ist eine Theorie/ein Modell veröffentlicht, schon müssen sich ihre Verfechter damit beschäftigen,warum es die Realität gerade in diesem oder jenem Fall nicht erklären kann. Und so beginnen dann die die Reparaturversuche und die Suche nach ausserordentlichen Faktoren, die eine an sich richtige Modellierung ,ausnahmeweise versteht sich,scheitern lassen.

    Die Verknappung der Nettoenergie durch steigende Energiezuflüsse bei der Förderung impliziert, das nicht mehr für alle realwirtschaftlichen Verwendungen genügend Energie vorhanden ist, ergo ein Wettbewerb um die knappen Ressourcen auf dem Markt über das derzeit gängige Instrument des steigenden Preises entsteht. Die Preise steigen dann solange, bis genügend Nachfrager ausgeschieden sind. In einem marktwirtschaftlichen System ist dies die allgemeingültige Mechanik. Wenn dann Verwendungen wegfallen/nicht mehr möglich sind, kommt es zu einer Kontraktion der Wirtschaft und zu einem nachfragebedingten Nachgeben der Ölpreise, wobei diese Zickzack-Kurve die Tendenz nach oben haben wird.
    Fundamentale Marktgesetze haben auch weiterhin ihre Gültigkeit!
    Ich stehe dem ETP-Modell weiterhin sehr skeptisch gegenüber, solange es nicht gelingt die Theorie in die Praxis zu übersetzen.
    Mir konnte bis heute niemand erklären, wie konkret sich der energetische Aufwand eines Ölförderers durch die im ETP-Modell gemachten Aussagen erhöht. Eine Frage auch anderer Kommentatoren in anderen Foren die dort regelmässig unbeantwortet bleibt.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Individualverkehr wird so oder so deutlich teurer werden in der Zukunft oder deutlich effizienter xD

      Noch immer ist die Auslastung unterirdisch und das Nutzlastverhältnis sehr schlecht, Individualverkehr hat das größte Potential für Effizienzsteigerungen, besonders in den USA und Europa.

      Vielleicht werden wir zuerst komfort und Luxus im Individualverkehr der Effizienz opfern müssen.

      Leichte kleine Fahrzeuge werden die Norm werden, wahrscheinlich mit geringer Reichweite, in dieser Kombination braucht es keine großen Akkupacks und EV könnte zumindest in dieser Hinsicht wieder ein Stück attraktiver werden.

      Was die Effizienz erhöht sind ein gutes Nutzlastverhältnis, eine hohe Auslastung und eine lange Lebensdauer/geringer Verschleiß.

      Öl ist praktisch ein Dinosaurier, die geringen Investitionen und niedrigen Erfolge in die Ölexploration zeigen das eindeutig auf, die Transition in EV und Erdgas betriebene Mobilität wird wohl Niemand mehr aufhalten.

      Strom wird allerdings mit ziemlicher Sicherheit weiter teurer werden.

      • Michael Egloff sagt:

        Die reicheren Autofahrer (mehrere hundert Millionen weltweit) werden auch noch die nächsten 15 Jahre Dickschiffe fahren, selbst wenn sich die Ölpreise mehr als verdoppeln sollten. Wenn Gutverdiener heute im Monat ca. 150 Euro im Monat für Benzin ausgeben, bei Netto-Einkommen von 3000,- Euro und teils deutlich mehr, dann ist das ein zu vernachlässigender Betrag. Und wenn aus diesen 150,- Euro mal 300,- Euro werden, ist das für die auch noch nicht dramatisch.
        Aber es werden immer mehr Menschen kein Auto mehr haben können und immer mehr unter genereller Energiearmut leben. Die Spaltung der Gesellschaft, sowohl national aber auch inernational, wird sich immer weiter vertiefen.
        Und eine Verdopplung der Benzinpreise bedeutet ja, dass sich die Rohölpreise mehr als verdreifachen könnten, bevor die obere Mittelschicht über verbrauchsärmere Autos nachdenkt, wegen des fixen Steueranteils im Benzinpreis.
        Und die Oberschicht hat noch mehr Spielraum.

        • @Michael

          So einfach ist das auch wieder nicht. Aktuell zahlen auch “die kleinen” über Nutzungs- und Verbrauchssteuern einen Großteil der Infrastrukturkosten des Straßenverkehrs.

          In einer wirtschaftlichen Krise, mit Wegfall von sagen wir mal 50% der Bezahler, wird die existierende Infrastruktur nicht so einfach aufrechtzuerhalten sein. Dazu kommt ja noch, das alles ‘tun’ dann auch (energetisch) mehr kostet -> Das System würgt sich sozusagen selber ab.

          Optimal ist es natürlich, wenn man in solch eine Phase mit einer Top ausgebauten und neuen Infrastruktur einsteigt – dann kann man noch viel eingebettete Energie kanabalisieren. Da sehe ich jedoch für DE eher schwarz… weil schon heute viel verkommen ist und ein dramatischer Investitions- (bzw. Reparatur-) Stau besteht.

        • m.sastre sagt:

          Bezueglich der reinen Treibstoffkosten mag es angehen, dass so mancher Besserverdiener noch zusetzen koennte und auch deutlich hoehere Benzinpreise tragbar erscheinen. Es werden sich dann aber nicht nur die Mobilitaetskosten erhoehen. In Bereichen mit geringerem Steueranteil (Heizen, Lebensmittel,Flugreisen,energieintensive Produkte wie Elektronik etc.)werden hoehere Oelpreise deutlich staerker durchschlagen und das frei verfuegbare Einkommen schmaelern. Ob DANN noch genuegend Spielraum fuer die bisherige Mobilitaet vorhanden ist, ist fraglich.
          Darueber hinaus bedeuten auch bei Besserverdienern erhoehte Konsumkosten im einen Bereich zwangslaufig Konsumverzicht in anderen. Fliesst mehr Geld, und damit Kaufkraft, in erdoelexportierende Laender verlagert sich auch der Konsum dorthin. Die dann geringere Inlandsnachfrage wird sich in einer geringeren Auslastung der heimischen Wirtschaft niederschlagen. Geht mehr Geld in OPEC-Staaten, dann erleidet die heimische Wirtschaft Nachfrageverluste und verliert Wertschoepfung.
          In unserem System bedeutet ja schon der Verzicht auf ueberfluessigen Konsum ein realwirtschaftliches Problem. Die geringere Auslastung der bundesdeutschen Fahrzeugflotte durch den Verzicht ueberfluessiger Nutzung zu Freizeitzwecken, bedeutet ein weniger an Steuereinnahmen fuer den Staat, weniger Werkstattbedarf, weniger Ersatzteilbedarf und weniger Bedarf an Neufahrzeugen. Die vielen Appelle der Politik zu vernuenftiger Ressourcennutzung sind nur deshalb bisher nicht schaedlich geworden, weil sie zwar gerne gehoert und debattiert, aber kaum ernstgenommmen und umgesetzt werden.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Wenn sich Öl verteuert, verteuert sich erstmal alles, in jedem Produkt, jede Dienstleistung benötigt heute die Energie aus Öl, zumindest ist das heute noch der Fall.

          Ein Ölpreis von 150 Dollar würde die Weltwirtschaft in eine schwere Krise stürzen, viele arme Länder würden einfach kollabieren, die reicheren Länder würden mit eine Rezession kämpfen.

          Die Ölindustrie selbst würde ein solches Szenario nicht begrüßen da der Ölpreis in Folge der starken Rezession einbrechen würde, auf niedrige Preise. Diese Volatilität schadet der Ölindustrie mehr als alles andere.

          So oder so wird es heiß zugehen in der Ölindustrie, die Nachrichten überschlagen sich ja nur noch die letzten zwei Jahre, besonders wichtig Öl wird in Dollar gehandelt und der Dollar ist stark die Zinsen in den USA steigen wärend andere Währungen abwerten, das alles sind keine guten Anzeichen.

  5. Hendrik Altmann sagt:

    https://www.welt.de/wirtschaft/energie/article180184444/Gaskraftwerke-koennten-Braunkohle-vollstaendig-ersetzen.html

    Interessanter Artikel in der Welt über die Möglichkeit Braunkohlekraftwerke durch bestehende Gaskraftwerke zu ersetzen.

    • m.sastre sagt:

      Natürlich könnte man das – aber wozu solche gigantischen Investitionen, nur um von einem fossilen Energieträger auf den anderen zu wechseln? Diese Gaskraftwerke müssten dann auch garantiert einige Jahrzehnte laufen um sich zu rentieren. Als Investor würde ich davor ohne staatliche Garantien zurückschrecken, gerade in der derzeitigen Umbruchphase.
      Und in welchen Ländern könnten sich die Menschen diesen Strom noch leisten?
      Das Gas per se umweltfreundlicher ist, wenn man den Verlust an Schlupfgasen bei der Förderung und den Energieaufwand bei LNG mitberücksichtigt, ist auch fraglich.

      • Michael Egloff sagt:

        Die schlechte Klimabilanz des Erdgases ist längst eine gesicherte Erkenntnis, auch wenn es ausgedehnte wissenschaftliche Untersuchungen dazu bisher nicht gibt, Denn Ehrlichkeit gehört ohnehin nicht zu den Kennzeichen der sogenannten Klimapolitik. Und erst recht nicht zu den Kennzeichen der Veröffentlichungen der Energiekonzerne.
        Bei herkömmlicher Erdgasförderung geht man von von Gasverlusten von 3…4 % aus bei Förderung, Transport und Distribution in der Fläche. Es werden aber nur die CO2-Emissionen bei der Verbrennung berücksichtigt, was zu der gravierenden Fehleinschätzung führt, dass Gas gegenüber Öl eine fast 25% bessere Klimabilanz hat, gegenüber der Braunkohle sogar um 50% besser.
        Bezieht man die Methanemissionen bei konventioneller Förderung mit ein, dürfte die Klima-Gesamtbilanz des Erdgases irgendwo bei der von Steinkohle liegen, also schlechter als die des Erdöls.
        Weitaus grottiger sieht es bei Shalegas aus. Dort liegen die Schätzungen der Gasverluste in erster Linie bei der Förderung zwischen 7 und 11%. Was die Klimabilanz pro erzeugter Kilowattstunde weit schlecht schlechter ausfallen lassen würde, als die von Braunkohle.
        Noch schlimmer sieht es aus, wenn Shalegas als LNG um die Welt geschippert wird, wie das ja von Trump beabsichtigt wird. Dann kommen die Emissionen für den Energieinput für die Verflüssigung und den LNG-Tankertransport noch hinzu.

        Unbegreiflich, dass es zu den Gesamtklimabilanzen bisher keine wirklich akkuraten wissenschaftlichen Untersuchungen gibt. Das heißt: eigentlich ist es begreiflich. Denn das Gasbusiness ist ein Billionengeschäft. Da stört Ehrlichkeit.
        Um so schlimmer, dass sogar auf Seiten der Klimaaktivisten oft genug das Märchen des relativ “sauberen Erdgases” immer wieder aufgewärmt wird und als “Brücke ins nachfossile Zeitalter” angesehen wird.

        • Michael Egloff sagt:

          Noch ein weiteres Beispiel für die extreme Witterung in weiten Teilen der Nordhalbkugel:
          derzeit ist ja das Thema Landwirtschaft/Wetter in Deutschland das Nummer-1-Thema in allen Nachrichtensendungen.
          In anderen Regionen sieht es teils wesentlich dramatischer aus. Beispiel Iran und Pakistan.
          Gerade Pakistan müsste jetzt mitten im Monsun mit seinen üppigen Regenfällen sein, aber der Monsun ist bisher dort (im Gegensatz zu Ostindien und Südostasien) nahezu ausgefallen. Auch die Wetterprognosen für die nächsten 2 Wochen verheißen landesweit praktisch keine Niederschläge, selbst in den Hochgebirgsregionen Nordpakistans nicht.
          Beipiel Sukkur mitten in den Landwirtschaftsgebieten des Pundjab:

          https://www.wetteronline.de/wetter/sukkur

          Wenn bis Ende September nicht noch das Niederschlagsdefizit der letzten Monate aufgeholt wird, steht den gut 200 Millionen Pakistanern eine dramatische Mißernte bevor.
          2050 wird Pakistan zwischen 330 und 370 Millionen Einwohner haben, mit jährlichen nominalen Zuwächsen, die von 4.1 Millionen derzeit auf 6…7 Millionen p.a. hochschnellen werden.
          So viel zum Thema “Fluchtursachen beseitigen”. Der größte Bullshit, den ich je gehört habe.

          Selbst wenn wider alle realistischen Annahmen das Energieproblem für die nächsten 50 Jahre gelöst werden könnte, wäre für die Menschheit nichts gewonnen.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Ja bei den Gas Verlusten bin ich auch skeptisch ob die CO2 Bilanz dann letztendlich so gut ist.

            Ein Vorteil wäre natürlich auch der allgemein niedrigere Ausstoß von Schadstoffen.

            Aber letztendlich wird natürlich der Ausstoß von CO2 weiter steigen solange das System wächst und zwar nicht nur durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen deren Nachfrage natürlich trotzdem noch zunimmt.

            Ich denke hier ist aber dennoch völlig falsch die moralische Frage zu stellen, denn Moral hat in den Systemen des Lebens keinen wesentlichen Einfluss auf dessen Funktion.

            Die entscheidende Frage wird sein Fortschritt oder Untergang, gelingt es den Fortschritt schnell genug voran zu bringen um den Untergang weiter davon zu laufen.

            Denn wenn Fortschritt nicht mehr funktioniert bleibt nur noch der Untergang, das ist übrigens was wir bereits seit tausenden Jahren machen dem Untergang ein Schippchen schlagen, bislang hat dies immer noch funktioniert.

            Die Alternativen für die fossilen müssen weiter effizienter werden, das System muss weiter effizienter werden, nur so können wir vielleicht weiter wachsen.

            Nur steigen die Kosten für den Klimawandel immer schneller und stärker an Jahr für Jahr in Kobination mit teurer werdender Energie keine gute Kombination, es wird so schwieriger in Fortschritt zu investieren.

            Übrigens, vermutlich existieren in den Permafrostböden und wohl auch in Grönland und der Antarktis noch riesige Mengen fossiler Brennstoffe, denn tatsächlich existierte das Leben wesentlich länger in heissen Klimaphasen als in kalten Klimaphasen.

            In diesen heissen Klimaphasen waren die Pole stark besiedelt durch Urwälder und wohl auch vielen Tieren was wohl auch eine große Menge Kohlenstoff in dieser Region vermuten lässt, in den heissen Klimaphasen waren die Temperaturen für das Leben an den Polen optimal und wie gesat überwogen diese Phasen den kalten in der Häufigkeit deutlich.

            So gibt es in Nord Kanada riesige Kohlepflötze in den Permafrostböden und wohl noch mehr fossile Bodenschätze in den Pol Regionen.

            Hier ist ein sehr spannender Beitrag auf Youtube dazu.

            https://www.youtube.com/watch?v=q-2mTOh0m24

            • Michael Egloff sagt:

              Hallo Hendrik,
              ich diskutiere auch garnicht in moralischen Kategorien, sondern versuche nur Fakten in den Blick zu nehmen. Ohne moralische Wertung.
              Klar, bisher ist bis auf vorübergehnde Krisenzeiten wie Pestepidemien oder große Kriege, alles immer besser geworden für die Menschheit. Immer mehr Menschen konnten ernährt (oder sogar überernährt) werden, die Alphabetisierungsrate wurde immer höher, die Mütter- und Kindersterblichkeit wurde drastisch gesenkt, Infektionskrankheiten mit früher extremen Opferzahlen zurückgedrängt, natürliche Ressourcen wurden immer besser erschlossen und nutzbar gemacht, und vieles Andere. Ein goldenes Zeitalter, wie es die Menschheit nie vorher auch nur ansatzweise erlebt hatte und von der die Menschen vor 200…500…1000…5000 Jahren nur träumen konnten.
              Selbst ein extremer Optimist hätte das früher kaum vorrauszusehen gewagt.
              Doch die heutigen (gerade auch jungen) Menschen und die, die noch hinzukommen, werden ihr Leben eben in der Zukunft verbringen. Die Zukunft ist also das einzig Relevante. Und da zeigen fast alle Fakten in die falsche Richtung, bezogen auf den Rest diese Jahrhunderts:
              – zu hoher und stetig steigender Verbrauch an Rohstoffen, von Sand bis hin zu Phosphaten, von Öl und Gas ganz zu schweigen,
              – Zusammenballung immer größerer Menschenmengen in klimatisch und ökologisch zunehmend problematischen Regionen (z.B. in den Einzugsbereichen des Nil, des Niger oder des Indus),
              – Akkumulation von immer mehr Schadstoffen verschiedenster Art in Böden, im Grundwasser und in den Meeren, gerade auch in dicht besiedelten Gebieten,
              – Wiedererstarken unserer letzten natürlichen Feinde in Form multiresistenter Keime,
              – erkennbare Tendenz zu steigenden Konflikten um natürliche Ressourcen bei immer höherem Bewaffnungsgrad,
              – erkennbare Tendenz zu verstärkter nationaler Abschottung,
              – der schon besprochene, in Fahrt kommende Klimawandel,
              und viele andere Faktoren wie z.B. eine irgendwann nicht mehr aufrecht zu erhaltende Tendenz zu immer höherer Kapitalintensität der Hochertragslandwirtschaft, kombiniert mit historisch beispielloser Landflucht und in etlichen Ländern Überalterung der Landwirte (in den USA 58 Jahre und in Japan 61 Jahre Durchschnittsalter).
              Wenn dann noch inerhalb der nächsten Jahrzehnte ein weitgehnder Zusammenbruch des Welthandels mit Agrargütern dazukommt, wovon ich aus mehreren Gründen ausgehe, dann ist das goldene Zeitalter der letzten 10000 Jahre definitiv zu Ende. Dann wird es schon verdammt schwierig werden, heute selbstverständlich zivilisatorische Standards des Zeitalters der Aufklärung halbwegs aufrecht zu erhalten.
              Ich spreche dabei von den nächsten 100 Jahren. Bei dem Versuch von genaueren Terminierungen setzt man sich ohnehin in die Nesseln.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Das sind alles die Herausforderungen des Fortschritts, wobei Fortschritt im wesentlichen die Erhöhung der Effizienz von Prozessen darstellt, ob dies nun die Landwirtschaft, die Bereitstellung von Energie und Wasser betrifft oder anderes, nur eine stetige Erhöhung der Effizienz kann sicherstellen das sich dieses Hochtechnologiesystem weiter behaupten kann.

                Wenn wir die Ökosysteme betrachten ist in der Evolution genau das selbe passiert, die Ökosysteme sind hocheffizient, an der Grenze des physikalisch möglichen, da geht einfach nicht mehr.

                Viele der heutigen technischen Effizienzverbesserungen gründen sich aus der Beobachtung aus den Ökosystemen der Erde und wir versuchen sie technisch zu kopieren.

                All die Probleme die sich auftun regulieren dieses System etweder automatisch, das Wachstum würde stoppen und das System würde sich entschlacken, der Kollpas oder crash, oder Fortschritt ermöglicht ein weitere Wachstum, es ist schön so etwas live miterleben zu können, Systeme des Lebens sind ein einziges Wunder und zu verstehen wie sie funktionieren eine enorme Befriedigung, denn in einem jeden von uns nagt die Frage warum und welchen Sinn macht das alles.

                Aber es legt auch die Machlosigkeit von Individuen für die Macroabläufe in diesen Systemen dar, praktisch werden all diese Systeme vom Wettkampf gesteuert und geordnet und nicht von Individuen.

                Wir haben keine Macht über diese Systeme sondern diese Systeme kontrollieren uns und die Systeme des Lebens zeichnet ein extrem starker Wachstums und Expansionsdrang aus, diesen Zwang können wir uns nicht und sollten wir uns nicht entledigen, den ohne diesen Druck für weitere Wachstum funktioniert keines dieser Systeme.

                Ohne die Option die Funktion dieser Systeme zu ändern bleibt nur dessen Dokumentation und daraus zu lernen, das wichtigste in Wettkampf orientierten Systemen ist der Erfolg und zu den Gewinnern zu gehören und darauf sein individuelles Leben zu optimieren, wer heute gewinnt erhöht damit auch die Chancen morgen zu gewinnen.

                Macht und Geld/Kapital erhöhen die Chancen mehr Macht und Kapital/Geld zu akkumulieren, das Leben ist ein Wettkampf und die Schlachten werden im hier und jetzt geschlagen, natürlich geht es auch um die Zukunft aber wenn ich heute im hier und jetzt verlieren dann sieht es für die Zukunft auch nicht rosig aus.

                Wer sich heute durchsetzen kann und Erfolg hat im System, der wird dies auch in Zukunft tun, denn die Regeln nach dennen diese Systeme funktionieren sind alle haar genau die selben und haben sich seit dem es diese Systeme gibt kein Stück verändert.

                Die Frage ist nicht wie groß dein ökologischer Fussabdruck ist oder wie viel Energie du verbrauchst, die Frage ist wie groß dein Erfolg ist bei dem was du tust und wie stark es dich im Leben weiterbringt bzw. deine Familie, der ökologische Fussabdruck spielt dabei keine Rolle oder wie viel Energie du dabei einsetzt, whatever it takes…, dies gilt heute wie vor hunderten von Millionen Jahren wie auch in der Zukunft, die Systeme funktionieren so das es nur wenige Gewinner und viele Verlierer geben muss und man selbst hat in der Vielzahl von Entscheidungen im Leben die Wahl zu welcher Gruppe man gehören will und natürlich spielt auch eine gewisse Portion Glück und Pech mit hinein aber drauf sollte man sich nicht ausruhen bzw. Entschuldigungen suchen.

                Also was sind die Lösungen für zu wenig Ressourcen, zu wenig Raum, zu wenig Erde ist es sparen, Effizienz, Geburtenkontrolle, Selbstmord?

                Die Antwort ist einfach, versuchen zu den Gewinnern zu gehören, denn sparen und Effizienz führt nur zu mehr Wachstum und der Endeffekt ist immer der selbe, Selbstmord ist aufgeben und sollte für Niemanden eine Option sein.

                Zu den Gewinnern zu gehören heisst sehr wahrscheinlich überleben und zwar gut zu überleben und ist so die einzig in Betracht zu ziehende Strategie.

                Ressorcenarmut, Konflikte, Nahrungs und Wasserknapheit, Klimawandel trifft immer zuerst die Verlierer, die untersten Bevölkerungsschichten stehen immer in der vordersten Front, somit ist klar was die Ziele im Leben sind.

                Das hört sich brutal an aber damit das Chaos/Leben vom Wettkampf auf den Weg des Erfolgs gebracht werden kann muss ständig gesiebt werden, nur kann sichgestellt werden das sich das Leben auf einem gesunden Weg weiterentwickelt, es gibt einfach keine Alternative wie Chaos anders effektiv geordnet werden und positiv entwickelt werden kann.

  6. Hendrik Altmann sagt:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/usa-los-angeles-will-hoover-damm-in-riesenbatterie-umbauen-a-1220703.html

    Es gibt Pläne den Hoover Damm in eine Art Pumpspeicher Kraftwerk umzubauen, für die Speicherung von Energie aus ernuerbaren Quellen.

  7. Hendrik Altmann sagt:

    https://oilprice.com/Energy/Energy-General/LNG-Prices-Soar-As-Heatwave-Hits-Eastern-Asia.html

    Je mehr extreme Wetter Ereignisse, desto mehr Energie wird benötigt auch aus fossilen Quellen…

    Da wir ja jetzt alle 10-20 Jahre einen Jahrhundertsommer haben, komisch wie viele Jahrhundertsommer schon jetzt in ein Jahrhundert passen xD

    • Berndt sagt:

      Zur Hitzewelle ein Kommentar von Ugo Bardi:
      We are not making it.

      Suddenly, everyone seems to have been reaching the same conclusion: we are not making it. We are, actually, going back. Investments in renewable energy are falling, those on fossil fuels are surging.

      und ein Link:
      https://www.economist.com/leaders/2018/08/02/the-world-is-losing-the-war-against-climate-change

      Der Ausstoß von Kohlendioxid hat den Jetstream stark verändert. Die Eiskappe der Arktis schmilzt ab, dass läßt sich nicht mehr aufhalten. Genauso wenig läßt sich das Freisetzen von Methanhydraten in Polargebieten noch aufhalten. Die Menschheit hat die Mitkopplungseffekte der Erde in Gang gesetzt, die eigentlich mit dem Zwei-Grad-Ziel verhindert werden sollten.

      Giovanni Marochi: With this wave of heat….there should be something boiling also in the political scene, but it is weird to see that our leaders are cools as ever, they speak and act as if there are living in another planet.
      In fact we are in war.

      Wir sind im Krieg.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Es ist unmöglich für Politiker die kurzfristigen und mittelfristigen Vorteile im Wettbewerb den fossile Energieträger mit sich bringen zu ignorieren, das würde Wettbewerbsnachteile in der eigenen Karriere und auch für das Land und die Bürger bedeuten.

        Höhere Zölle auf Solar Panels für die in China produzierten Panels haben die Investitionen in diese Anlagen in den USA reduziert, diese Panels werden in China vorwiegend mit billigem Kohlestrom produziert.

        Die Daten in der Arktis sind natürlich erschreckend, kollabiert der arktische Wirbel und verlangsamen sich die Jetstreams weiter ändert sich das Klima noch viel schneller als jetzt schon, alle Daten zeigen das wenn die CO2 Emmissionen jetzt auf null gefahren werden die Arktis trotzdem kollabieren würde und die Permafrostböden auftauen würden, das dauert zwar lange aber es enthalten die Permafrostböden und die Methanhydratvorkommen in der Arktis/Nordpolarmeer ca. 3-4 mal so viel gespeichertes CO2 als wir jetzt in der Atmosphäre haben.

        Dazu kommen mehr Wald und Buschbrände, eine Ausdehnung der Wüstenbiome sowie mehr Vulkanismus durch das abschmelzen von gigantischen Eismassen im Moment noch vor allem in Grönland und der Westantarktis und ob die Regenwälder bestand haben werden in der Zukunft ist noch ungewiss, all diese Veränderungen bedeuten noch mehr CO2 in der Atmosphäre.

        langfristig werden wohl wieder 1000 ppm erreicht werden.

        Was diese klimatischen Veränderungen für unseren Wohlstand bedeuten ist noch gar nicht abzuschätzen.

        Ob wir jetzt noch die letzten wirtschaftlich zu fördernden fossilen Vorkommen ausbeuten macht im wesentlichen keinen Unterschied mehr.

  8. Hendrik Altmann sagt:

    https://oilprice.com/Energy/Crude-Oil/The-US-Oil-Production-Mirage.html

    Die fracking Industrie kämpft wohl mit Problemen die Produktion nach Plan auszubauen, Pipline Kapazitäten und höhere Kosten behindern den Ausbau der Produktionskapazitäten und die Produktion blaibt hinter den Erwartungen zurück.

    Auch scheint die USA nicht mehr sehr weit vom Produktionsmaximum entfernt zu sein.

    • Berndt sagt:

      Man kann die ETP-Gleichung auch auf einzelne Fracking-Bohrungen anwenden. Z,B. im Bakken sind die Bohrlöcher viel tiefer als bei konventionellen Quellen, deswegen ist das herauskommende Öl auch viel wärmer als sonst. Der zweite Hauptsatz verlangt auch hier, dass die gesamte Wärmeenergie durch externe Quellen aufgebracht wird. Wenn man das durchrechnet, kommt man schnell darauf, das Fracking energie-negativ ist. Es wird gemacht, weil billige Energie (Gas, Kohle) eingesetzt wird und (mit genügend Glück) ein finanzieller Gewinn möglich ist. Glück heißt: Keine trockenen Quellen, hoher Ölfluß, kein Wasseranteil. Je höher die Energiepreise, desto teurer wird Fracking.

      Im Grunde bedeutet Fracking: Reine Blindleistung mit hohem CO2-Ausstoß.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Das ist der Punkt worauf ich immer hinaus wollte, fracking oder der Teersandabbau sind praktisch unmöglich ohne Fremdenergie aus anderen fossilen Quellen oder Wasserkraft, wobei Wasserkraft nur beschränkt zur Verfügung steht.

        Der Erntefaktor aus Quellen wie fracking oder Teersandabbau ist schlicht zu niedrig um die Förderung zu rechtfertigen, nur die noch recht hohen Erntefaktoren aus der Gasförderung, Kohle und Wasserkraft verhinderten das die Ölproduktion eingebrochen ist.

        https://oilprice.com/Energy/Natural-Gas/The-US-Remains-The-Natural-Gas-King.html

        Erdgas bommt immer stärker weil es neben einen etwas niedrigeren CO2 Ausstoß einen noch passablen Ertefaktor aufweisst, die Produktion von Erdgas wächst von allen fossilen Energieträgern mit Abstand am stärksten.

  9. Berndt sagt:

    Ein historischer Beitrag:

    https://www.nytimes.com/1972/04/02/archives/the-limits-to-growth-a-report-for-the-club-of-romes-project-on-the.html

    Aus heutiger Sicht ein klassischer Beitrag der Religion des Wachstums und der unsichtbaren Hand, d

  10. Berndt sagt:

    Aus heutiger Sicht ein klassischer Beitrag der Religion des Wachstums und der unsichtbaren Hand. Die Autoren haben damals fest geglaubt, heute würde Fusionsenergie zur Verfügung stehen und alle Probleme lösen.

    Art Berman: “Americans have more faith in technology that has not been invented yet than they do in God.”

  11. Berndt sagt:

    Und noch eines:
    Werft einen Blick auf Folie 21 “Change of Energy Intensity Curve”. Diese Kurve ist in den letzten Jahren in einen völlig flachen Verlauf übergegangen. Ich habe diese Kurve immer als die Auswirkung des technischen Fortschritts angesehen. Früher hat der technische Fortschritt dazu geführt, das eine konstante Energiemenge ein immer größeres GDP erlaubte. Die flache Kurve heißt nichts anderes als: “Es gibt keinen technischen Fortschritt mehr”

    Rex Tillerson zum Klimawandel: Rex Tillerson publicly announced humans will adapt….as they always have and technology will provide the solutions.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Nur die Hoffnung das Technologie das System weiter wachsen lässt, den Wohlstand an den wir uns gewöhnt haben bewahrt ist die einzige Hoffnung die wir für die Zukunft haben.

      Niemand gibt freiwillig seinen Wohlstand auf, im Gegenteil das Ziel ist doch diesen zu mehren für die ungewisse Altersversorgung und/oder den Kindern einen besseren Start zu ermöglichen.

      Technologie bleibt letztendlich ein scharfes Schwert in der Welt des Wettkampfes, die Alternative ist Aufgeben, sich hinlegen um zu sterben, das mag vielleicht für einige eine Option sein, aber Marcroökonomisch ist dies in all den vielen Millionen Jahren seit dem es das Leben gibt nie passiert, das Leben kannte immer nur einen Weg den es so sturr wie man nur sein kann gegangen ist und der war so viel wie möglich so schnell wie möglich, nichts wird die Mechaniken des Wettkampfes aufbrechen nach dem das Leben funktioniert, so natürlich ist Technologie die Religion zu der wir beten weil Technologie Vorteile bringt die uns da hin gebracht haben wo wir heute stehen, an der Spitze, wir dominieren das Leben auf der Erde und haben mehr erreicht als jede andere Spezies die je auf diesem Planeten existiert hat, villt sogar im Universum existiert hat…

      So was sollen wir anbeten und verehren wenn nicht Technologie, die einzige Religion die wirklich was für die Menscheit gebracht hat…, no offense ;)

    • Hendrik Altmann sagt:

      Schwer zu sagen, Iran bleibt die Wildcard hier.

      Insgesamt aber natürlich steuern wir auf höhere Ölpreise zu wenn die Nachfrage weiter wächst, da die Investitionen in Exploration seit Jahren zu niedrig sind und zu wenig neues Öl gefunden wird.

  12. Hendrik Altmann sagt:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/rekordsommer-fuer-klimageraete-hersteller-15731477.html

    “Die Vereinigten Staaten allein verbrauchten mit ihren Klimaanlagen so viel Energie wie ganz Afrika insgesamt.”

  13. Mario sagt:

    Die Lira stürzt ins Bodenlose, Russland droht USA mit einem Wirtschaftskrieg, jede Woche noch mehr Strafzölle auf Seiten USA und China und Rekordtemperaturen und Unwetter sowie kaputte Ernten. Israel, Yemen, Venezuela und Syrien runden das Bild ab. Die Endzeit wird eingeläutet!! Und obwohl wir noch genug Energie haben. Was passiert erst, wenn das Öl nicht mehr ganz so günstig sprudelt? In diesem Sinne: genießt das Wochenende!

  14. Mario sagt:

    Was in Genua passiert ist heute ist tragisch. Wird aber auch uns mal treffen. In und um Köln wird auch jede zweite Brücke notsaniert. Alles Flickenschusterei. Das wird nicht der letzte Einsturz werden.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Brücken und Strassen neu zu bauen bedeutet aber auch oft höhere Kosten die auf die Bevölkerung umgelegt werden müsste, was die ohnehin schon sehr hohen Abgaben und Steuern weiter in die Höhe treiben würde.

      Die Todeszahlen in Deutschland durch beschädigte Infrastruktur stehen in keinem Vergleich zu den Zahlen durch Tabak oder Alkoholkonsum als Beispiel, ich denke das darf man hier noch nicht so dramatisch sehen.

      In anderen ärmeren Staaten mit hoher Korruption ist das sicherlich ein größeres Problem.

  15. Hendrik Altmann sagt:

    http://www.faz.net/aktuell/wissen/erde-klima/kippt-das-klima-auch-bei-erreichen-des-zwei-grad-zieles-15733333.html

    Man muss sich nur mal die Klimadaten der letzten 20 Jahre auf der Nordhalbkugel anschauen, es ist ziemlich eindeutig das die Permafrostböden auftauen werden und das wir im Sommer einen eisfreien Norpol/Nordpolarmeer bekommen werden.

    Was nichts anderes bedeutet das dieses dort gespeicherte Methan zum großen Teil freigegeben wird in die Atmosphäre, dieser Prozess hat schon begonnen und wird sich mit dem blue ozean event in der Zukunft deutlich beschleunigen.

    Die Nordhalbkugel erwärmt sich zudem wesentlich schneller als der Rest der Welt.

    Eine wärmere Welt ist nicht unbedingt schlechter für das Leben, sie könnte sogar mehr Biomasse bedeuten wie Daten aus der Vergangenheit zeigen nur die Veränderungsphase dorthin ist oft durch einen extinction event gekennzeichnet, besonders wenn die Veränderungen so schnell wie dieser durch Menschen verursachte Klimwandel stattfindet.

    Die Systeme des Lebens können sich einfach nicht so schnell neu anpassen, ein Kollaps der Ökosysteme wird die Folge sein.

    Die Kombination aus diesem extrem schnellen Klimawandel plus immer höherer Energiekosten wird eine epische Herausforderung sein für die Menschen in der Zukunft.

    Und bei der Frage ob diese Hitzewelle vom Menschen verursachten Klimawandel beinflusst ist, natürlich ist sie das wie jedes Wetterereigniss die letzten 80 Jahre, den der Klimawandel ist immer und überall präsent.

    Und zu der Frage ob dies hätte verhindert werden können ganz klar nein, die fossilen Energieträger boten einen zu großen Vorteil im globalen Wettbewerb und tun dies noch heute, der Produktion fossiler Energieträger nimmt weiter ständig zu und Sümpfe und Wälder müsse besonders in Entwicklungsländern weiterhin Agrarland und Viehweiden weichen.

    Und selbst falls wir es schaffen sollten in 25-50 Jahren die fossilen Energieträger zu verbannen wird dies dann keinen Effekt mehr haben.

    Somit stehen die großen Herausforderungen für die Menscheit in der Zukunft schon heute fest.

  16. Heinz sagt:

    Mit größtem Interesse habe ich den neuest Blogeintrag von Tverberg gelesen. Er verweist auf die Studie von Malhi. In meinen Recherchen bin ich dann auf Folgendes gestoßen: http://www.yadvindermalhi.org/uploads/1/8/7/6/18767612/malhi_2014_metabolism_of_a_human_dominated_planet.pdf
    Wenn nun Malhi recht hat und es spricht Einiges dafür, können wir der Falle nicht entkommen. Im Wesentlichen wird behauptet, der Energieverbrauch der menschlichen Bevölkerung ist eine Funktion der Bevölkerungsdichte. Mit einigen Abweichungen nach unten und nach oben. D.h. nach diesem Modell, dass jeder auf dieser Welt lebende Mensch, minimal pro Tag 55kWh pro Tag benötigt, um zu überleben. Weiter bedeutet das, dass das große Sterben beginnt sobald die tgl. Einkünfte nicht mehr ausreichen diese Energie zu bezahlen. Wobei gilt, dass die europäischen Industrienationen mit einer Bevölkerungsdichte von >300 gar nicht mehr in der Lage sind, nachhaltig zu überleben. Er hat es für England ausgeführt, aber er hat nachgewiesen, dass England ungefähr das Doppelte von dem verbraucht, was organisch von allen Lebenwesen auf dieser Fläche produziert werden kann. Nun, es gibt natürlich Hoffnung, weil die biologische Komponente des planetaren Ökosystems nur ca. 2% der eingefallenen Solarenergie nutzt. Es kann sein, dass der Mensch in dieser Hinsicht effizienter agiert. Nur bezweifle ich sehr stark, dass das ökologische Gleichgewicht gewahrt werden kann, wenn der Mensch in der Lage wäre 4% dieser Energie zu nutzen.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Welches Gleichgewicht, der Mensch ist dabei alle Funktionen der Ökosysteme zu übernehmen und zu kontrollieren, ist die Zeitkomponente nur lang genung werden wir die selbe Effizienz erreichen wie die natürlichen Ökosysteme bei einem wohl deutlich höherem Erntefaktor.

      Unser Wirtschaftssystem bewegt sich in die Richtung die heutige Komplexität bei einem Erntefaktor von 10 noch zu erhalten, das würde uns schon mehr Zeit kaufen.

      Effizeinzverbesserungen kontern einen fallenden Gesamterntefaktor, was bedeutet das wir unter umständen irgendwann jedwede Leistung die uns die Ökosysteme liefern selbst genauso günstig bereitstellen können.

      Im Moment wächst das Wirtschaftssystem immer weiter und wird auch noch immer effizienter, beides synergiert hier miteinander, es kann durchaus möglich sein das wir den natürlichen Grenzen des Wachstums entkommen können den uns dieser Planet aufzulegen scheint, das ist doch das Wunder des Lebens, der immer währende stoische Versuch die Grenzen zu durchbrechen.

      Das Leben ist ein Spiel, ein Wettkampf, der Mensch und sein Wirtschaftssystem ist der Versuch des Lebens in noch nie vorher erreichte Räume vorzudringen und diese zu erobern und vor allem ist es ein ständiger Kampf gegen die Zeit.

      Dabei kann keine Ressource geschont werden den alles was die Entwicklung verlangsamt würde das Ziel was erreicht werden möchte in Gefahr bringen.

      Wenn das Leben hier scheitert was dann?

      Wie immer es fängt wieder von vorne an und versuch es immer und immer wieder bis Leben nicht mehr möglich ist.

      Beim Leben ist es immer die Frage nach mehr Energie, billiger Energie, Systeme können nur mit Energie wachsen und sich entwickeln, je billiger die Energie desto komplexer werden Systeme.

      Je komplexer das System desto mehr Möglichkeiten an Energie zu kommen und hier liegt das Geheimniss, wir müssen immer größer und komplexer wachsen um neue Möglichkeiten der Energiegewinnung aufzuschliessen, das ist das Rennen gegen die Zeit.

      Villt werden die Erneuerbaren doch noch so effizient um einen Erntefaktor von 10 zu liefern oder neue Technologien in der Energieforschung aus Nukleartechnik, wer weiss das schon heute, gut ist jedenfalls der uerschüterliche Glaube des Lebens das es immer einen Weg gibt dort draussen, immer ein weiter, ein mehr, neue Möglichkeiten in den unendlichen Weiten die uns dieses Universum noch bietet.

      Die Moral die uns das Leben aus der Geschichte des Lebens lehrt ist, das man es immer wieder versuchen muss solange es nur irgendwie geht.

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