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Verbrennungsmotorfreie Stadt Dresden

Liebe Peak-Oil.com-Community.

Ich habe mich rar gemacht, nahezu wie sich das Peak-Oil-Thema rar gemacht hat. Mein letzter inhaltlicher Beitrag war hier im Sommer 2016, also vor 2 Jahren. Seitdem hält H.C. hier das Banner hoch, Danke!

Ich war keineswegs untätig, nur - aus Peak-Oil-Sicht - auf Seitenpfaden unterwegs. Seit Sommer 2015 leite ich in Dresden ein Forschungs-Beteiligungs-Projekt-Hybrid: Zukunftsstadt. Das vom BMBF als Städtewettbewerb im Rahmenforschungsprogramm Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA) durchgeführte Programm hat mich in die Stadtverwaltung geführt. Wir haben in 2 Projektphasen seit 2015 eine Art ko-produktives Beteiligungsverfahren erdacht und erprobt, aus dem 8 bürgergetragene und 2 verwaltungsgetragene "Transformations-Experimente" hervorgegangen sind, mit denen wir uns jetzt für die 3. Wettbewerbsphase beworben haben. Dresden soll eine von 8 Städten werden, die sich besonders um die Transformation zur Nachhaltigen Zukunftsstadt bemühen. Wir greifen da klar Ansätze der Transition Towns auf und übersetzen diese in eine Beteiligungsmaßnahme: lokal handeln, Resilienz mitdenken, bottom-up trifft top-down, mit positiven Zukunftsvisionen arbeiten.

Eines der Transformationsexperimente, das nicht ich mir ausgedacht habe, sondern auf "BürgerInnens Mist" gewachsen ist, ist die Idee einer Woche des Guten Lebens, bei der die Dresdner äußere Neustadt für eine Woche autofrei gemacht werden soll, und der Stadtraum den Anwohnern zum Alltagserleben "zurückgegeben" werden soll. Das durchzusetzen wird ein hartes Stück Arbeit, sofern das BMBF Dresden als "Zukunftsstadt" auswählt. Der Bogen zu Thema dieses Blogs ist offensichtlich: Zu erproben, wie ein Teil des Stadtraums inklusive Gewerbetreibenden auch ohne Autos funktionieren kann, ist Teil des Reallabors. Peak Oil steht da keineswegs vorn, das Projektteam ist eher von der Idee des Guten Lebens getrieben. Zwei Diskussionen mit verwandtem Thema haben wir als "Wissensreihe" im renommierten Hygiene-Museum durchgeführt, die Diskussionen sind online abrufbar.

Zu vermelden ist außerdem, dass wir in dieser Woche ein weiteres Forschungsprojekt genehmigt bekamen. Titel: Transformation zu einem emissionsfreien Stadtverkehr in Dresden und St. Petersburg. Arbeitstitel: "Verbrennungsmotorfreie Stadt". Kurzform: TransVer. Pressemitteilung: TransVer: Wie geht die verbrennungsmotorfreie Stadt? Die Einladung, solch ein Projekt zu entwickeln, erfolgte bereits im Frühjahr 2017. Das BMBF lud alle Zukunftsstadt-Teilnehmer-Städte mit russischer Partnerstadt ein, ein kooperatives Forschungsprojekt mit Zukunftsstadt-Bezug zu konzipieren. Stolz darf ich sagen, dass unser Vorschlag gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) das einzige Projekt ist, das letztlich über diese Schiene gefördert wird. Die Idee, Mobilität in den Mittelpunkt solch einer deutsch-russischen Kooperation zu stellen, lag nahe. Das Wort "verbrennungsmotorfrei" hatten wir zuvor bereits in der Zukunftsvision der nachhaltigen Zukunftsstadt verwendet, nun soll mittels TransVer in zwei Jahren eine Strategie entwickelt werden, wie das für Dresden tatsächlich gehen kann. Das Wort "verbrennungsmotorfrei" hat seit 2 Jahren eine interessante Karriere gemacht, wurde es doch im Zusammenhang mit dem Dieselbetrug und dem fortschreitenden Klimawandel immer öfter benutzt. Spannend!

Was wir in Dresden methodisch zur Strategieentwicklung erproben und was inhaltlich dabei erarbeitet wird, soll wiederum der Partnerstadt St. Petersburg angeboten werden, damit diese im Idealfall die Erfahrungen für eigene Stadtentwicklung nutzt. Spannend ist, dass just dieser Tag mal wieder Peak Oil zum Medienthema wurde, konkret: Der Peak Russlands. Wer will, kann dieses Blog nach alten Artikel über Russland durchforsten. Schon 2013 hat Lukoil vor Peak-Situationen in Russland öffentlich gewarnt. Und auch 2018 kommen solche Warnungen aus diesem Unternehmen. Im Artikel von 2013 hatte ich natürlich auch auf die Öl-Verbindungen zwischen Russland und Deutschlands hingewiesen, was mit solchen Charts ja sehr anschaulich geht:

Vielleicht finden sich ja unter den LeserInnen welche, die Lust haben, diese "alten Daten" mal zu updaten. Die Zahlen finden sich wunderbar sortiert beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, versteckt hinter dem Reiter "Zum Thema".

Zum Thema Peak Oil sei gesagt: Das Grundproblem hoher systemischer Risiken bleibt bestehen. Egal ob seitens der Versorgung (Input von Erdöl ins zivilisatorische System) oder seitens der Entsorgung (Output von CO2 ins atmopshärische System): Grenzen sind vorhanden, Grenzen werden erreicht werden, Anpassung und Transformation wird notwendig werden. Per Design or per Desaster. Dass wir nun unser TransVer-Projekt ausgerechnet im Zusammenspiel mit St. Petersburg, einer der wichtigsten Städte des Russlands durchführen werden, ist umso spannender. Wer will, kann am Thema dranbleiben mit dem TransVer-Newsletter. Ich freue mich auf konstruktiv-kritische Beobachter, Begleiter und Unterstützer.

Grüße aus Dresden.

N.R.

 

44 Kommentare to “Verbrennungsmotorfreie Stadt Dresden”

  1. Hannelore Fränken sagt:

    Ich komme aus der Transition Town Bewegung.
    Wenn wir die Umwelt als alleinigen Maßstab nehmen, müssen wir den öffentlichen Nahverkehr mit Bus und Bahn so ausbauen, dass wir das Auto nicht mehr vermissen.
    Weniger ist mehr!

  2. Hendrik Altmann sagt:

    Was ich in all den Jahren gelernt habe über das System, dass Systemtransformationen völlig automatisch geschehen nach dem Ausschlußsystem, was nicht heißt das ich gegen dieses Projekt bin.

    Ein Auto bietet auch Anehmlichkeiten auf die nicht jeder verzichten will, hier gibt es dann ein Intressenkonflikt denn die Umwelt ist nicht für jederman der einzige Maßstab.

    Alles hat seinen Preis solange wir es uns leisten können die Städte von Verbrennungsmotoren zu befreien wird dies gelingen, andernfalls nicht.

    Was bedeutet die Kosten für Verbrennungsmotoren müssen steigen oder die für elektrische Mobilität sinken.

    Wirklich wirksam wird solch eine Transition nur über den Geldbeutel.

  3. h.c. sagt:

    Danke Dir Norbert :-)

    Thematisch ggf. etwas verwand zu diesem Artikel: http://limitstogrowth.de/2018/10/11/aktuelle-co2-berichte-in-den-medien-die-realitaet-in-der-arktis/

    Da gehe ich etwas auf die Hybris der neues CO2-Limits für Pkw & Co. in der EU ein – sowie auf die dramatischen (Fehl-) Entwicklungen beim Klima.

    Da Norbert gerade erst diesen Artikel hier eingestellt hat, werde ich meinen neuen Artikel bei LtG nicht hier einstellen.

    LG
    H.C.

  4. Hendrik Altmann sagt:

    https://www.youtube.com/watch?v=5C43i3yclec

    Gehört jetzt hier nicht rein ist aber für die Themen die hier oft besprochen werden sehr interessant, ein Interviev mit Ray Dalio über das Wirtschaftsystem/Finanzsystem/Geopolitik.

  5. F. Schubert sagt:

    Habe mal die neuesten deutschen Öldaten von 2017 zusammengestellt, wie es Norbert gern wollte. Die kompletten Daten für 2018 werden wohl so ca. im Mai 2019 bereit stehen.
    Hier die Grafik:
    https://www.bilder-upload.eu/upload/b208ed-1539483804.jpg

    Es hat sich erwartungsgemäß nicht wesentlich was verändert. Die große Abhängigkeit von Russland hat sogar noch zugenommen. Der Eigenanteil von Deutschland ist dem Langzeittrend folgend weiter gefallen, von 2,8 auf 2,4 Prozent.
    Bei den “Sonstigen” liegen alle unter drei Prozent – erwähnenswert sind dort noch Aserbeidschan, Algerien und Ägypten mit jeweils um die 2 Prozent.
    Besonders erstaunlich für fast jeden, der diese Daten sieht, ist der extrem geringe Anteil von Saudi-Arabien. Man meint die für uns so wichtigen Saudis müssten mit ihrem Öl doch zumindest irgendwo in den Top 3 liegen. Dabei steuern sie gerade einmal knapp über 1 Prozent bei, also fast nichts.
    Anders formuliert: Es erreicht uns weniger Öl aus Saudi-Arabien, als wir hier selbst fördern! Russland ist sozusagen für uns 30 Mal wichtiger als die Saudis!

      • F. Schubert sagt:

        Gerne! War auch für mich interessant das mal zu machen.

        Hier noch die wichtigsten Rohdaten in Textform, falls jemand noch eine bessere oder andere Grafik machen möchte, z.B. mit Nachkommastelle, größerer Schrift oder anderen Farben (bin kein Excel-Pro):

        Russland 36,1
        Norwegen 11,1
        Großbritannien 9,2
        Kasachstan 8,7
        Libyen 7,4
        Nigeria 5,3
        Irak 5,0

        Deutschland 2,4
        Sonstige 14,8

        • Hendrik Altmann sagt:

          https://oilprice.com/Energy/Crude-Oil/Saudi-Arabia-Calls-The-End-Of-Russias-Oil-Prowess.html

          Da streiten sich die großen Ölproduzenten darüber wer zuerst seinen Förderpeak erreicht…

          https://oilprice.com/Energy/Crude-Oil/US-Shales-Glory-Days-Are-Numbered.html

          Eine Studie von Goldman Sachs sieht die Zukunft der Shaleoilproduktion kritisch und verweist auf problematische Indikatoren die für einen Peak zwischen 2020 und 2030 sprechen.

          Ich denke Öl wird in Zukunft in einer Preisregion zwischen 60-100 Dollar bleiben bis in der zweiten Hälfte der 20er Versorgungsengpässe drohen könnten.

          • Berndt sagt:

            Steve Ludlum war einer der wenigen, die den Ölpreiscrash 2014 vorhergesagt haben. Hier ist ein neuer Post von ihm:
            https://www.economic-undertow.com/2018/10/06/finance-crisis-political-crisis/

            Durch Verbinden der Preispeaks 2008, 2014 mit einer Linie landet er genau beim heutigen Ölpreis. Er nennt diesen Verlauf “Triangle of Doom” und erwartet einen baldigen Preisrückgang.

            The political crisis is the finance crisis … both are the energy crisis!

            • Hendrik Altmann sagt:

              Um mal zur Beschäftigung zu kommen, je weniger Energie mit hohem Erntefaktor zur Verfügung steht desto höher wird der Druck das Abläufe im System effizienter werden.

              Das bedeutet das der Druck wächst das Menschen die brach liegende Produktionskapazitäten zur Verfügung haben diese auch nutzen, das System kann sich praktisch nicht leisten das Menschen die arbeiten können auf dem Sofa zu hause sitzen und nichts tun.

              Das ist ein systemischer Prozess und ist nicht aufhaltbar, bevor Energie mit hohem Erntefaktor zur Verfügung stand hat praktisch jeder gearbeitet der irgendwie arbeiten konnte Kinder ab 8 Jahren bis zum geschundenem Greis, wenn man überhaupt so alt wurde…

              Diese Entwicklung ist weltweit jetzt auch wieder zu beobachten, somit teile ich die Ansicht das ein Beschäftigungsproblem in naher Zukunft nicht mehr existent sein wird, wie hoch diese Arbeit dann bezahlt wird ist eine andere Geschichte.

              Ich denke das es Zukunft auch ein zurechtstutzen der Sozialsysteme geben wird, denn diese sind unter den Bedingungen in der Zukunft nicht nachhaltig zu unterhalten.

              Der Ölpreis den wir heute sehen ist ein Pris unter dem die Produzenten !noch! die Produktion ausbauen können, würde er bei 50 Dollar liegen würden wohl die Reserveproduktionskapazitäten spätestens bis 2025 aufgebraucht sein…dies wird nicht passieren, Energie ist wichtiger als Anehmlichkeiten, zuerst würde woanders gespaart werden am Wohlstand, Sozialsysteme sind hier ganz vorne dabei.

              Die Lage in Venezuela wird spätestens dann gelöst werden sobald der Ölpreis an der 100 Dollar Marke kratzt, die USA haben wohl gerade zu viel anderes zu tun um sich um Venuzuela zu kümmern, allerdings glaube ich das dort schon Kräfte am Werk sind, diese Situation direkt vor der Haustür der USA wird jedenfalls nicht lange akzeptiert werden, wahrscheinlich wurde nur unterschätzt wie lange der Kollaps des dortigen Regimes dauert…

  6. Hendrik Altmann sagt:

    https://oilprice.com/Latest-Energy-News/World-News/Europes-Fuel-Oil-Traders-Wary-Of-Closing-2019-Deals.html

    Ich frage mich gerade wie diese und weitere Maßnahmen die Luft sauberer zu bekommen das Phänomen global dimming beinflusst und ob dies die globale Erwärmung noch weiter verschärfen wird.

    Auch spannend wie diese neuen schärferen Umweltauflagen die Preise für Öl und Kraftstoffe beinflussen werden und damit weiter die wirtschaftliche Entwicklung 2019 negativ beinflusst.

  7. Hendrik Altmann sagt:

    https://oilprice.com/Energy/Crude-Oil/Exxon-Is-Betting-On-Africa-For-Its-Next-Big-Find.html

    Wer jetzt denkt wow vier Milliarden Barrel Öl ist jetzt unglaublich viel, der weltweite Verbrauch beträgt jedes Jahr 36,5 Milliarden Barrel Öl/Liquids und die Endeckung solch großer Vorkommen sind heutzutage eine Seltenheit geworden.

    Da noch nach den letzten Reserven gesucht wird die sich in irgend einer Ecke verstecken sollte auch stark an der Absicht gezweifelt werden die CO2 Emissionen begrenzen zu wollen.

    Wenn man dann liest das die Bodenpreise and Nord und Ostsee in die Höhe schiessen, speziell auf den Inseln dann kann man sich nur an den Kopf fassen…, ich denke das Erosion und steigende Meeresspiegel den Inseln und Küsten dort sehr stark zusetzen werden und die Preise dort eigentlich ehr fallen müssten.

  8. Hendrik Altmann sagt:

    Jetzt wo China schwächelt wird die USA wohl noch mal den Finger drauf halten, die beste Gelegenheit den Hauptrivalen zu weiter zu schwächen und China vielleicht zu Zugeständnissen zu bewegen.

    Derweil werden die Vermögen weiter umverteilt von den Aktienmärkten zu anderen Anlageformen/Vermögenssicherug.

    Nur ein Strohfeuer oder Auftakt zu einem Erdrutsch?

    https://oilprice.com/Energy/Energy-General/Oil-Markets-Tremble-As-Chinese-Stocks-Crash.html

  9. Hendrik Altmann sagt:

    https://www.youtube.com/watch?v=cpCxc_CLHvw

    Ein Interview mit Guy McPherson über den Klimawandel.

    Ich habe/hatte immer eine ehr kritische Einstellungen zu seinen doch sehr extremen Einschätzungen wie schnell der Klimawandel kritische Folgen für uns haben wird aber die Daten in der Arktis die nahe legen das wir den ersten eisfreien Monat in der wohl schon in 5-10 Jahren sehen werden lassen seine Vohersagen nicht mehr ganz so extrem wirken.

    Ich glaube zwar nicht das die Menschheit die nächsten 100 Jahre aussterben wird aber ein Zivilisationskollaps ist sehr wahrscheinlich in diesem Zeitrahmen.

    Eine eisfreie Arktis bedeutet mit hoher Sicherheit ein freisetzen von gigantischen Mengen Methan in den Permafrostböden und ein freisetzen von Methan aus den Mathanhydraten in den Ozeanen, was partisch ein garant ist für einen Temperaturanstieg von 7-10 Crad Celsius in einem kurzen Zeitrahmen 100-500 Jahre.

    Allein das Methan aus diesen beiden Quellen wird den CO2 Gehalt in der Atmosphäre auf 1000 oder über 1000ppm weiter ansteigen lassen, was bei heutiger Sonneneinstrahlung zu diesen hohen Temperaturanstieg führen wird.

    Natürlich wird das kombiniert eintreten mit hohen Energiepreisen/ niedrigen Erntefaktoren, dem Verlust von Mutterböden durch industrielle Überbewitschaftung in der Landwirtschaft, Phosphormangel.

    Dem Verlust von Flüssen und Seen als konstante Süßwasserquelle.

    Und mehr militärische Konflikte sowie ein explodieren von Migrationsbewegungen.

    Also allgemein dem erreichen der Grenzen des Wachstums.

    Bei den Cocktail an schlechten Nachrichten brauchen wahrscheinlich selbst Psychologen und Psychiater hilfe bei der Verarbeitung und ich bin mir sicher das ich noch einige Sachen vergessen habe.

    Nun ja auf der Party folgt der Kater und es war eine epische Party aber leider wird der Kater wohl ebenso legendär…

    • Patrick sagt:

      Soweit man weiß war aber die Artkis vor längerer Zeit auch schonmal eine ganze Weile lang im Sommer eisfrei.
      Und die Co2 Konzentration der Atmosphäre war ebenfalls schonmal deutlich höher als heute.

      So gesehen wäre das nun erdgeschichtlich überhaupt nichts Neues, vor allem wenn es tatsächlich stimmt, dass wir uns am Ende einer kleinen Eiszeit befinden.

      Dann sind das wohl weitestgehend eher natürliche Schwankungen, mit denen wir einfach umgehen müssen.
      Deshalb halte ich das ganze grüne Geschrei für völlig Fehl am Platz.
      Wir müssen die Zivilisation vor dem Klima retten und nicht umgekehrt!
      So oder so werden wir uns darauf einstellen und vorbereiten müssen. Das ist dann auch Pragmatismus gefragt. Aber insbesondere in Deutschland ist davon ja gar nichts zu sehen…da wird ja fröhlich erst die Nukleartechnik, dann die Kohle verdammt und lieber auf Wind/Sonne gesetzt, dazu ein Millionenheer von Migranten angelockt…
      Da fragt man sich wirklich wo das bitte schön hinführen soll – insbesondere angesichts der von dir genannten Aussichten.

      • Patrick sagt:

        Das kommt wohl auf die Perspektive an, denn im Wikipedia lese ich jedoch folgendes:

        “Heute können wir uns eine Erde ohne Eis nicht vorstellen, jedoch sind Eiszeiten eher die Ausnahme als die Regel. Die Vereisung beider Polkappen bedeutet, dass sich unsere Erde klimatisch derzeit in einem Eiszeitalter befindet. Dieses ist eine „Ausnahmesituation“, da eisfreie Pole – auch „akryogenes (nicht eisbildendes) Warmklima“ genannt – der eigentliche „Normalzustand“ der Erde sind. Während des größten Teils der Klimageschichte war die Erde, ausgenommen von manchen Hochgebirgen, nahezu eisfrei. Diese wärmeren Zeiträume machen etwa 80 bis 90 Prozent der Erdgeschichte aus.
        (…)
        Das letzte Eiszeitalter begann vor 2,6 Millionen Jahren und hält bis heute an.
        Neben sehr kalten Phasen, den Kaltzeiten (Glaziale), in denen weite Teile Antarktikas, Europas, Asiens, Süd- und Nordamerikas vergletschert waren, gab es auch Warmzeiten (Interglaziale), in denen das Klima ungefähr dem heutigen entsprach. Das bis heute andauernde Holozän, das etwa 9620 v. Chr. begann, ist ein solches Interglazial. (…)
        Gemessen an der Klimageschichte der letzten 100 Millionen Jahre ist es derzeit kalt, da wir uns im quartären Eiszeitalter bewegen. Innerhalb dieses Eiszeitalters ist es aber derzeit relativ warm, weil wir uns seit etwa 11.625 Jahren in einer Warmzeit des Eiszeitalters befinden, dem Holozän. (…)

        Festzuhalten bleibt, dass wir uns nun in einer relativ warmen Phase einer Warmzeit befinden, die wiederum Bestandteil eines Eiszeitalters ist.”

        So weit so gut. Und für die Zukunft sieht es nun so aus als dass die Temperaturen tendenziell ansteigen. Das ist dann an sich ja erstmal besser als wenn sie merklich fallen würden.

        Von einer allmählich wieder beginnenden oder anstehenden “kalten Phase” scheint ja noch nichts in Sicht zu sein.

        Das grundsätzliche Problem liegt für uns wohl nicht darin, ob jetzt allmählich eine kältere oder wärmere Phase anbricht, sondern wie schnell die Veränderung eintritt. Wenn wir von Jahrtausenden oder mehreren Jahrhunderten sprechen, braucht uns das ja nicht weiter zu interessieren für den Moment.
        Wenn wir von Dekaden reden natürlich schon, das wäre aber extrem schnell.
        Und niemand wird wissen, wie realistisch das tatsächlich ist.

        Insofern stimme ich auch Michael zu. Die größte Gefahr de facto geht daraus hervor, dass die Bevölkerungsdichte so hoch ist und es daher kaum noch Ausweichmöglichkeiten gibt. Größere Völkerwanderungen wie früher werden nicht mehr wirklich möglich sein. Statt dessen wird es zu gewaltigen Konflikten kommen, ich denke das ist unausweichbar.
        Aber auch größere Ernteausfälle innerhalb weniger Jahre könnten genau das gleiche verursachen.

        Das Klima werden wir nicht retten können (konnten wir wahrscheinlich nie), aber die Zivilisation könnte womöglich überdauern, zumindest ein Teil davon.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Also erstmal befinden wir uns am Ende einer Warmzeit und nicht am Ende einer Eiszeit/Kaltzeit, die nächste Eiszeit müsste eigentlich sehr bald beginnen oder schon begonnen haben.

      Weder das römische noch das mittalterliche Klimaoptimum kommen auch nur annähernd an die heutige schon erreichte Klimaerwärmung dran, wir sind dort schon weit darüber.

      Bei einem CO2 Gehalt von den jetzigen 400-410 ppm werden die Meeresspiegel um 25-30 Meter steigen sowie alle Alpengletscher verschwinden, die Arktis wird 4-6 Monate eisfrei bleiben.

      Mit dem Verlust der Gletscher in Europa wird die Wasserversorgung eine große Herausforderung werden und ungleich teurer, die boralen Wälder werden immensen Stress ausgesetzt und wahrscheinlich zum großen Teil verschwinden.

      Gab es schon mal solche Warmzeiten?

      Der großteil der Erdegeschichte ist von Warmzeiten dominiert worden und auch in diesen hat das Leben floriert, auch wenn Teile der Erde nur von Reptilien und Insekten dominiert wurden und Säugetiere nur eine Nebenrolle gespielt haben.

      Das Problem ist das der schnelle Umschwung von Kalt zu Warmzeit fast immer mit einem Massenausterben einherging, dabei ist das Massenaussterben um so stärker ausgefallen je schneller und signifikanter der Wechsel vonstatten ging.

      Das stärkste Massenausterben mit über 90% Aussterberate war folge der stärksten und schnellsten Erwärmung, wir werden diesen Rekord brechen, da diese Erwärmung noch schneller voranschreitet als diese in der Vergangenheit schnellste und mit den gespeicherten Methanvorräten die auch größer sind als in der Vergangenheit wird auch die Erwärmung von 10C keine utopie darstellen.

      Und die Erwärmung die wir heute sehen ist wenn wir uns Menschen als Natur betrachten auch vollkommen natürlich, nur ändert das wahrscheinlich nichts daran das wir ganz natürlich unter diesen Folgen eventuell aussterben werden.

      Denn ohne Ökosysteme wird es schwierig werden unsere Zivilisationen am laufen zu halten…, wir müssten alles was die Ökosysteme uns nahezu kostenlos liefern selbst herstellen was ich heute nicht als möglich betrachte.

      Nach den Daten die gesehen habe ist sobald die Arktis regelmässig auch nur einen Monat eisfei wird der Klimawandel zu einer Heiszeit völlig autonom von unserem tun.

      Die Kohlenstoffsenken werden eine nach der anderen versagen oder sogar zu Produzenten kovertieren, was wir nebenbei jetzt schon beobachten können.

      Es sieht sogar so aus das selbst wenn wir die CO2 Emissionen aus fossilen Quellen schon morgen auf null reduzieren der Klimawandel schon heute sich selbst weiter verstärken würde, wir sind hier bloss noch der Turbolader um geologisch/biologische Rekorde zu knacken…

      Mit dem Verlust des Arktiseises werden so viele verstärkende Effekte getriggert das dies wohl schon ausreichen wird die Kosten für Ausfälle von Ernteerträgen und Schäden durch Stürme und Fluten auf ganz neue Level zu heben.

      Ich glaube wir werden es nicht schaffen die Folgen des Klimawandels auch nur annähernd zu beherschen, alleine die 25-30 Meter Meeresanstieg stellen uns wohl vor zu große Herausforderungen und dies ist nur ein Teil der Folgen und wahrscheinlich nicht mal einer der schlimmsten.

      Falls die Metahnreserven in den Permafrostböden und in den Ozeanen getriggert werden steigt der CO2 Geahlt in 250-500 Jahren auf 1000-1500ppm was ein Anstieg der Meeresspiegel um 60-70 Meter bedeutet und tropische Verhältnisse in der Arktis und Antarktis.

      Übrigens stellt sich die Frage gar nicht mehr ob die Methanreserven getriggert werden, der Gehalt von Methan in der Atmosphäre steigt rasend schnell, so hat sich die Methankonzentration in der Atmosphäre bereits verdoppelt und dieser Prozess beschleunigt sich extrem schnell immer weiter.

      Es geht ja gar nicht mehr darum ob wir einen extincion event triggern sondern nur noch darum ob wir es schaffen den jemals stärksten zu erzeugen…

  10. Michael Egloff sagt:

    Der Hinweis darauf, dass es in der Erdgeschichte schon immer Klimaextreme gegeben hat – von der “Schneeball-Erde” mit Gletschern bis in Äquatornähe bis hin zu subtropischem Klima an den Polen – ist völlig bedeutungslos. Weil es in diesen Zeiten ja keine Menschen gab, schon gar keine 7,65 Milliarden und demnächst über 10 Milliarden. Natürlich ist das Klima-Thema immer aus der Sicht so vieler Menschen zu betrachten. So gesehen also eine bisher einmalige Situation und nicht vergleichbar mit früheren Extremen.
    Man braucht garnicht mit Super-Extremvarianten von 10 Grad (was ich für unwahrscheinlich halte) zu spielen, um die Dramatik der Entwicklung zu unterstreichen.
    Schon heute hat der eigentlich erst beginnende Klimawandel schon in manchen Regionen drastische Folgen, obwohl wir temperaturmäßig noch im Bereich sowohl des römischen als auch des mittelalterlichen Klimaoptiums liegen, und immer noch deutlich (etwa 1,5 Grad) unter der EEM-Warmzeit vor 115000 Jahren.
    Nur ist heute und erst recht in der menschheitsgeschichtlich sehr nahen Zukunft die menschliche Besiedlungsdichte vielfach höher als früher (750-fach gegenüber dem Beginn des frühen Neolithikums und immerhin fast 40-fach gegenüber dem Beginn der Zeitrechnung). Und jedes Jahr (!) kommt eine Menschenmenge hinzu, die dem Neunfachen der Gesamtmenge der Menschen zu Beginn des Neolithikums entspricht – Tempo derzeit ansteigend.
    Und besonders zu beachten: die Zahl der Menschen steigt insbesondere südlich des 40. nördlichen Breitengrades besonders stark, also in Regionen, die weitaus weniger erwärmungstolerant sind, als z.B. im ohnehin relativ dünn besiedelten Skandinavien, Sibirien oder Kanada/Alaska.
    Während also die einen (relativ wenigen) Menschen auch in den nächsten 20…30 Jahren noch von einem “Klimaoptimum” sprechen können, werden immer mehr Menschen zunehmend jenseits eines halbwegs optimalen Klimas sein. Mit den entsprechenden geopolitischen Verwerfungen, die dann auch diejenigen nicht mehr völlig unberührt lassen, die zunächst noch auf der Gewinnerseite der Entwicklung sind.

    Und noch eines: zusätzlich ändert sich gerade in zunehmend dich besiedelten Regionen das Regionalklima durch menschliche Eingriffe besonders stark. So hatte beispielsweise Äthiopien ein wesentlich milderes und feuchteres Klima, als das Land vor wenigen Jahrhunderten noch zu 85% mit Wald bedeckt war, statt heute zu nur noch 14% .
    Besobders drastisch ist der regionale Klimawandel z.B. in der Aralsee-Region im Zuge des weitgehnden Versiegens dieses einst riesigen Sees.
    Oder z.B. die dichbesiedelte Region Sindh in Südpakistan oder das Nildelta verlieren derzeit ihre unterirdischen Süßwasserreserven durch das immer schnellere Eindringen des Salzwassers durch den ansteigenden Meeresspiegel in Kombination mit dem Abpumpen des Süßwassers zur menschlichen Nutzung. Ganze Megacities wie Bangkok oder Jakarta drohen durch diese Prozesse innerhalb der nächsten 20…30 Jahre buchstäblich im Meer zu versinken. Im Falle Jakarta beträgt die Absenkungsgeschwindigkeit bis zu 25 Zentimeter pro Jahr, im Nildelta und in Bangkok 2…4 Zentimeter.
    Die Beispiele für deutliche regionale Änderungen des Klimas und der Wasserkreisläufe sind schon heute zahlreich, bei gerade mal läppischen 1,1 Grad durchschnittlicher Erwärmung (in der Arktis weit über 2 Gard).
    Bei 3…4 Grad Erwärmung würde die physische Existenz von einigen Milliarden Menschen auf dem Spiel stehen. Und von Peak Oil/Peak anything (Bausand, Erdgas, Phosphate, Kobalt, Fisch, Holz, Agrarfläche usw.) in den nächsten Jahrzehnten haben wir da noch garnicht gesprochen.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Wobei Jakarta diesen Prozess beherschen könnte würde es das Grundwasser nicht abpumpen, auch Tokio wäre im Meer versunken hätten die Behörden nicht gehandeln und das Abpumpen beendet.

      Natürlich hat Jakarta nicht die Gelder hier zu handeln und wird so wahrscheinlich zu hälfte im Meer versinken, die Behörden suchen bereits nach einer neuen Hauptstadt deutlich höher über dem Meeresspiegel um auch den Folgen des Meeresspiegel anstieges zu kontern.

      Aber mal ehrlich viele Städte und Regionen werden einfach im Meer versinken und es wird gigantische Flüchtlingströme geben ganz unabhängig von Dürren und Fluten durch starkregen.

      Irgendwann in der Zukunft wenn auch das Grönlandeis und die Antarktis abgeschmolzen sind wird die Ostsee die Ruinen von Berlin überflutet haben…

  11. Hendrik Altmann sagt:

    http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Methan

    Hier sieht man das die heutigen Methankonzentrationen fast dreimal so hoch sind wie die höchsten peaks in 600000 Jahren Klimageschichte, aber das wird schon werden…:)

  12. Hendrik Altmann sagt:

    Ein Interview mit einem der führenden deutschen Klimaforscher, der gutes Basiswissen über den Klimawandel liefert.

    https://www.youtube.com/watch?v=9tRwY59GzaU

    In der Vergangenheit standen die Meeresspiegel bei einem CO2 Gehalt in der Atmosphäre von 410ppm 25-30 Meter höher.

    Es ist davon auszugehen das die Meeresspiegel nach dem Ende des Jahrhunderts sehr schnell weiter ansteigen werden, womöglich eben auf diese 25 bis 30 Meter aber nur unter Voraussetzung das der CO2 Gehalt bei 410ppm stoppt und die Methanreserven nicht gänzlich getriggert werden.

    Steigt der CO2 Gehalt allerdings weiter an und die Erwärmung steigt weiter so das die Methanspeicher getriggert werden wird es nicht bei den 25-30 Metern bleiben…

  13. Hendrik Altmann sagt:

    https://www.youtube.com/watch?v=9UP_-Bvf5fU

    Interessante Zahlen werden in diesem Video präsentiert über das erreichen vieler systemischer Wachstumsgrenzen.

    Alleine die Produktion von Süßwasser in gigantischem Ausmaß sowie die Bereitstellung von fruchtbaren Ackerböden oder deren immitation dürfte den Energieaufwand in Zukunft explodieren lassen und damit die Kosten.

    Durch das rasche plündern der Ökosysteme und Süßwasserquellen müssen wir all das was uns die Ökosysteme vorher billig bereit gestellt haben selbst produzieren.

    Das werden sehr sehr große Herausforderungen in der Zukunft werden.

  14. Michael Egloff sagt:

    Das Märchen vom Problemlöser Elektromobilität (die ja kaum richtig begonen hat):

    https://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/wirtschaft/Fluch-und-Segen-des-weissen-Goldes-article20709401.html

    Mal sehen, was passiert, wenn die Herstellung von E-Cars, E-Bussen und Großbatterien für die Stromspeicherung sich – sagen wir – verzwanzigfachen wollte.
    Von Kobalt haben wir da noch garnicht gesprochen, das wohl dann noch knappere und konfliktträchtigere Metall.

    So, jetzt wieder zurück zur Wünsch-Dir-Was-Sendung “E-Cars für alle for ever”.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Eine umfassende Transition wird hier nur gelingen wenn Batterien auf andere in deutlich größerem Umfang vorhandene Ressourcen basieren, was aber in Zukunft durchaus der Fall sein könnte.

      Zumindest gibt es große Anstregungen in die Entwicklung solcher Batterien und auch schon Fortschritte, es gibt kaum Alternativen da Peaköl in den nächsten 10 Jahren wohl kommen wird und sich die Produktionskapazitäten von Erdgas auch nicht ewig ausbauen lassen.

      Tesla scheint den wichtigsten Meilenstein tatsächlich geschafft zu haben und profitabel zu werden und nun das Potential einer der größten Automobilkonzerne der Welt zu werden, mit den weiteren Folgen des Klimawandels wird der Druck in der Öffentlichkeit immer größer werden für eine CO2 Steuer und dies wird dann wohl endgültig den Aufstieg für die Alternativen zu Erdöl basierter Mobilität sein.

      Der E-Mobilität wird ohne Frage die Zukunft gehören da immer noch deutlich viel mehr Öl verbraucht wird statt neu gefunden und das schon seit vielen Jahrzehten, das Ende ist hier schon lange absehbar.

      E-Mobilität für die breite Masse muss nur noch effizienter werden, sprich leichte Kleinstwagen für die Kurzstrecke in Städten, sowie Züge und schwere Mietwagen/Carsharing für die Langstrecke.

      Die Industrie, ja das gesamte Wirtschaftssystem muss in den nächsten Jahrzehten grundlegend umgebaut werden da die Förderung fossiler Energieressourcen immer teurer wird und da deren Verbrauch das Klimasystem zu stark und zu schnell verändert.

      Die Frage wird nur sein ob wir uns diesen schnellen Umbau überhaupt leisten können bevor es zu spät ist, den dieser Umbau kostet sehr viel Energie, gleichzeitig ziehen die Folgen des Klimawandels immer mehr Energie ab für die Beseitigung der Schäden bzw. für Prävention.

      Noch in diesem Jahrhundert wird sich entscheiden ob unser Zivilisationsmodell bestand haben wird.

      • Michael Egloff sagt:

        Ich vermute, nicht der E-Mobilität wird der Zukunft gehören, sondern der fehlenden Mobilität (gemessen am heutigen Hyper-Maß an Mobilität).
        Und dass unser heutiges Zivilisationsmodell bestand haben wird, kann man ja nicht wirklich hoffen oder vermuten. Angesichts von globalen Arbeitseinkommen zwischen wenigen Cent und zigtausenden Dollar die Stunde, angesichts von immer mehr und immer potenteren Waffen in immer mehr Händen, angesichts von mittlerweile globaler Vermüllung und Petrochemisierung der Umwelt (Pharmaka, Mikroklastik, Tenside, Schwermetalle usw.), angesichts immer stärkerer Verfettung von immer mehr Menschen, angesichts von immer stärkerer Übernutzung von Grundwasserressourcen in immer größeren Regionen, angesichts von gröbsten, ja geradezu kriminellen, millionenfachen Verstößen gegen ein halbwegs ausreichdes Tierwohl von Nutztieren, angesichts eines immer schneller voranschreitenden Artenschwundes, angesichts von immer größeren Schuldengebirgen und virtuellen Vermögensgebirgen, gegenüber denen sich der Himalaya als Hügelland ausnimmt und und und…

        Wer könnte jemals auf den Gedanken kommen, solch ein Modell könnte längere Zeit Bestand haben?

        Und ganz nebenbei: aus welchen Materialien sollen die Straßen in 100 oder gar 200 Jahren bestehen, auf denen Milliarden von Fahrzeugen rollen sollen?
        Kleiner Tip: weder auf Asphalt, noch aus Beton. Wegen extremem Mangel an Bitumen und geeignetem Sand.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Nun ich hoffe schon das dieses Modell bestand haben wird, denn dies ist die Chance für das Leben die Grenzen die ein Planet dem Leben aufzeigt zu durchbrechen und in das gigantische Universum zu expandieren und dies ist auch sehr wahrscheinlich die einzige Chance die das Leben hier auf diesem Planet hat.

          Die Frage ob es so weiter gehen kann ist eine reine Energiefrage, ob wir Sand oder Bitumen für Mobilität benutzen ist eine Energiefrage, wir könnten auch reines Goild benutzen wenn Energie billig genug ist…

          Ob wir unsere Abfälle in die Umwelt leiten ist auch eine Energiefrage, denn was wir da in die Umwelt leiten sind praktisch wertvolle Rohstoffe, nur das Rcycling dieser noch meist teurer ist als diese Stoffe aus der Umwelt zu entnehmen.

          Kriminalität ist etwas relatives, es gibt kein universelles moralisches Gesetzt in diesem Universum, wenn uns das Tierwohl etwas bedeuten würde, würden wir dann im Supermarkt Fleisch kaufen oder würde uns der Preis diese Fleisches interessieren?

          Das ausnutzen anderer Spezies für das eigene Wohl ist ehr ein Eckpfeiler des Lebens, wir leben in einem System des Wettkampfes, gerecht ist das die beste Lösung gewinnt und die schlechtere verliert und dies passiert automatisch, nur so konnte sich überhaupt höheres Leben entwickeln, dies ist der Filter der das Leben so erfolgreich macht.

          Es gibt jetzt praktisch nur noch zwei Entwicklungswege, vorwärts zu höchster Effizienz und der Entwicklung von Technologie zur Bereitstellung billiger Energie oder der Kollaps zurüch ins Mittelalter oder gar Aussterben(Klimawandel).

          Wir müssen gar die Energieproduktion und die effiziente Nutzung von Enrgie deutlich weiter erhöhen um den Klimawandel zu kontern und diese Hochtechnologiezivilisation in die Zukunft zu führen, Aufgeben steht weder für mich noch für das Leben an sich zur debatte, hat es nie in der Geschichte…

          Das ist das 6te Massenaussterben und das schnellste bislang, das Leben wird es dennoch immer wieder versuchen und vielleicht schafft es hier auf diesem Planeten ja den Sprung in das Universum, den Versuch ist es auf jeden Fall wert denke ich.

          Was wir Menschen hier tun ist übrigens nichts besonderes in der Welt des Lebens, das Leben versucht immer so weit und stark wie nur irgend möglich zu expandieren und dabei den höchst möglichen Entwicklungsstand einzunehmen um die höchst mögliche Effizienz zu erreichen bei allen Vorgängen.

          Dies gilt für alle Spezies und das Leben an sich, unser Zivilisationsmodell ist also nich ein Modell des Menschen sondern ein universelles Modell für das Leben, wenn wir hier scheitern scheitert nicht die Menschheit sondern das Leben bei dem Versuch aus den Grenzen dieses Planeten auszubrechen.

          • Berndt sagt:

            @Hendrik

            Die Energieproduktion beizubehalten, oder gar zu erhöhen, mag noch für einen ganz kurzen Zeitraum möglich sein. Ugo Bardi und Sgouris Sgouridis haben ausgerechnet, dass Erneuerbare Energien um einen Faktor 5 schneller hochgefahren werden müssten. Damit könnte man den von ihnen angenommenen zeitlichen Abfall der Fossilen Energien gerade kompensieren. https://link.springer.com/article/10.1007/s41247-017-0031-2

            Der Abfall der FF, den UB und SS annehmen, wird nach meiner aber deutlich schneller stattfinden. Öl fällt schneller ab. Es wird nichts mit einer Kompensation.

            Übrigens: Meine Extrapolation der Ölpreise ist bis jetzt zutreffend. Der für den Herbst zu erwartende Preisverfall ist erfolgt.

            • Michael Egloff sagt:

              Bis 2022 fallen erst einmal 7 bis 8 GW Grundlaststrom (!) durch die Abschaltung der restlichen AKWs weg. Das wird die bisher nicht gelöste Speicherproblematik brutal sichtbar machen, weil diese Grundlastlücke ja mit Zappelstrom zu füllen wäre, wollte man die Kohle nicht vorübergehend wieder hochfahren müssen.
              Und dann sprechen wir ja nur über etwa 23% des Gesamtenergieverbrauchs, wenn wir über den Strom sprechen. Eine wirkliche Dekarbonisierung ist also überhaupt nicht in Sicht. Nicht ansatzweise.

            • Hendrik Altmann sagt:

              @Berndt das kann schon so zutreffen, nur wenn wir nicht schaffen die Transition zu anderen Formen der Energiebereitstellung zu meistern werden wir es nicht schaffen, es gibt nur ein weiter so oder Kollaps und vermutlich in einigen hundert bis tausend Jahren aussterben.

              Wir werden in Zukunft einen Großteil des Wassers den wir nutzen entsalzen müssen, wir werden Nahrungsmittel in geschlossenen Kreisläufen züchten müssen, alle in Folge des Klimawandels und der Übernutzung der Ökosysteme.

              All das kostet sehr viel Energie, die auch noch billig sein sollte wenn wir unseren Wohlsand nur ansatzweise erhalten wollen, also entweder wir bauen das System schnell genug um und machen auch noch die nötigen starken Effizienzsprünge oder die Menschhaeit wird es wohl nicht schaffen.

              Es gibt keinen Weg zurück, der Weg zurück ist eine Sackgasse, ohne unsere Hightech Zivilisation könne wir diesem Klimawandel nicht die Stirn bieten, ohne unmengen an Energie und hohe Produktivität ist es einfach nicht möglich.

              Wir werden in Zukunft einen starken Rückgang der Produktivität der Landwirtschaft unter freien Himmel sehen als Folge des Klimawadels.

              Wenn die Gletcher geschmolzen sind wird die Bereitstellung von Süßwasser ein ganz anderes Level erreichen, was nur mit der Errichtung großer Regenwasserspeichervolumen und Entsalzungsanlagen geht die unterhalten werden wollen, was energieintesiv ist.

              Nuklear und Chemieanlagen müssen von den Küsten entweder weit weg von den Küsten gebracht werden oder speziell umbaut und gesichert werden, wie das gehen soll, keine Ahnung aber es wird sehr energieintensiv, Errosion wird durch das verschwinden vieler Wälder und Buschland neue Dimensionen erreichen auch hier sind Kontermassnahmen sehr teuer.

              Natürlich wirkt es unmöglich all das zu schaffen besonders da die Förderung von fossiler Energie für diesen Zweck immer mehr in Frage gestellt werden muss.

              • Berndt sagt:

                @Michael
                Da zitiere ich mal Nate Hagens:
                Because climate change isn’t the problem – it’s one of many symptom the the growth/surplus dynamic set in motion in the neolithic, and can’t be solved by voting with an uneducated populace, living in an economy optimizing quarterly earnings, in a world with 50-100x exosomatic surplus;

                It’s not like we are boycotting e.g. tuna, where we can choose to eat chicken or tofu. We have to use less energy, and that won’t be voted on other than people who are wealthy and educated and have free time (those reading this list in many cases). People want brain services which are 90%+ correlated with energy which is 85%+ correlated with fossil energy.

                As someone here pointed out a few months back, there has never been an energy transition – only an addition. We are using more biomass in todays world than we were before we found coal (because the Superorganism is on steroids (credit/globalization). Promoting and adding stochastic capacity -under a global economic regime pursuing GDP, we will not ever ‘subtract’ the bads, only add the ‘goods’ to the mix.

                We are now seriously growth constrained. 95% of US households have the same income after inflation than 18 years ago. Nearly 1/2 of americans can’t afford basics to live. 62% of US workers don’t make enough to afford middle class lifestyle. The headline statistics of ‘strong economy’ are top heavy (and misleading -US economy grew by 518 billion trailing 12 months but we grew debt by 1.35 trillion in same period). Economic opportunity is much worse than it used to be which is why populist politicians are winning (including Democratic ones like Bernie) the world over. LePen is now ahead of Macron in polls, etc.

                The real story of renewables, energy, climate and the future is that we are going to have a complete financial restructuring in the coming decade. It is now unavoidable with 350% and growing global GDP. We are going to have massive unemployment (over 30%) and dramatically lower resource prices due to deflationary pulse. Under market forces, renewables will be completely dead in that environment. We need education and enlightenment and planning TODAY to take advantage of that situation – only then can we have a bevy of meaningful environmental/sustainability initiatives like natural resource (carbon) taxes introduced (because doing them today would deleverage the system). Once the leverage is gone we can instead of having lowest price of energy clear the market like today, we can have a minimum price based on the lowest scalable stochastic source available (fully compensated for intermittence and back up). This higher energy price will be a) sustainable and b) allow for better behavioral options for people using less energy – as opposed to the energy gluttony ‘more is better’ dynamic currently in play by our credit-binging, kick-the-can-as-far-as-we-can-kick-it-collective-dynamic. It is going to be vital to have the best science and manufacturing on renewable/stochastic sources so that these can be combined with e.g. natural gas (hopefully no coal) to keep societies away from the steep Seneca cliff (the shallow Seneca cliff is now a certainty).

                In short, no one on this list seems to be talking about the real renewable energy transition, which is coupling stochastic technology with high value dispatchable NG in a post credit collapse world, which is speeding towards us by the month.

                @Hendrik: Wir haben keine anderen Formen der Energiebereitstellung gefunden. Alle Dinge in deiner Liste, die Energie fordern, werden nicht funktionieren. Wir werden wählen müssen, wofür Energie eingesetzt werden darf: Landwirtschaft, Medizin, Bildung. Nicht dazu gehören werden: Autos, Flugverkehr, Heizung, Straßen.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Naja die erneuerbaren wachsen heute am schnellsten und werden wohl irgendwann 1/3 der weltweiten Energiebereitstellung ausmachen, Erdgas wird weiter Kolhe und Erdöl im fossilen mix verdrängen, zumindest sieht die Entwicklung bis jetzt so aus, es kann natürlich sein das Kohle in Zukunft wieder boomt aus mangel an billiger Energie.

                Bis 2060-2080 werden die eropäischen Gletscher verschwunden sein ausser auf Island, was einmal höhere Temperaturen bedeutet und zu Süßwassermangel, auf anderen Kontinenten wird diese Entwicklung grvierender sein, das bedeutet das ein Großteil der Flüsse in der heutigen Form verschwiden wird.

                Das speichern von Regenwasser und Entsalzungsanlagen werden dann unabdingbar und zwar in gigantischem Ausmaß, Nuklearanlagen, Raffinerien, Industrieanlagen brauchen viel Wasser, dieses muss irgendwie neben Trinkwasser bereitgestellt werden.

                Der Golfstrom wird sich weiter abschwächen und zwar immer schneller gleichzeitig kollabiert der Nordpolarwirbel mit einer Verlaggerung der Jetstreams was zu großer Trockenheit in Europa führt, Nordeuropa wird Steppe, Südeuropa wird Wüste, dies ist geohistorisch nicht das erste mal das dies pasiert und belegt.

                Die Meerespiegel werden nach den neusten Modellen um 2 Meter ansteigen gegenüber vorindustriell bis 2100 und noch einmal um 4-6 Meter von 2100-2200, die Energiekosten um das alles zu kompensieren sind gigantisch.

                Können wir die Folgen des Klimawandels nicht kompensieren ist ein Kollaps der Zivilisation unausweichlich.

                Die Kosten werden jetzt jedes Jahr ansteigen und zwar immer schneller.

                http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/asiens-energiehunger-stellt-politik-vor-herausforderungen-15887961.html

                Und ja noch wächst die Menge an fossiler Energie die wir verbrauchen immer weiter an, ein Rückgang ist bis jetzt noch wunschdenken, mit dem Wassermangel/Meeresspiegelanstieg der auf uns zu kommt werden viele Nuklearkraftwerke zu dem Probleme in Zukunft bekommen.

  15. Hendrik Altmann sagt:

    Noch dramatischer wirkt die Erwärmung da sich die Sonnenfleckenaktivität auf einem Minimum bewegt, trotz dieses Minimums erreichen wir ständig neue Rekorde, eigentlich sinken die Temperaturen in einem Minimum um 0.2 -0.3 Celsius nun beobachten wir allerdings einen steilen Anstieg was nahelegt das der Klimawandel sich extrem verstärkt hat seit dem Jahr 2000.

    Sollte die Sonnefleckenaktivität wieder erwachen ist mit einer Beschleunigung der Erwärmung zu rechnen.

  16. Hendrik Altmann sagt:

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/riss-im-hochvogel-hunderttausende-kubikmeter-geroell-15887043.html

    Eine weitere Folge des Klimawandels und des Gletschersterbens ist eine beschleunigte Errosion der Gebirge wo vorher Gletscher und Permafrosböden wie Zement alles zusammen hielten.

  17. Hendrik Altmann sagt:

    https://www.youtube.com/watch?v=H5ORAK6BXEs

    Und natürlich noch etwas zu den riesigen Buschfeuern in Kalifornien…

    • Hendrik Altmann sagt:

      Praktisch der gesamte Südwesten und mittlere Westen der USA transformiert sich in ein Wüstenbiom wo heute 30% der weltweiten Nahrungsmittel angebaut werden, Süßwassermangel wird in diesen Regionen dramatisch werden da auch die Gletscher und der Winterschnee in diesen Regionen vollständig verschwinden wird.

      Durch das ausbeuten der unterirdischen Wasserspeicher die sich teils über tausende Jahre gebildet haben hat sich dort schon der Boden dramatisch gesenkt und es ist abzusehen sich diese Speicher schon bald erschöpft haben.

      • Berndt sagt:

        Ein Artikel zur Zukunft des Auto und des Elektroautos:

        https://www.rubikon.news/artikel/postapokalyptische-mobilitat

        Kurze Zusammenfassung: Es hat keine !

        • Hendrik Altmann sagt:

          Naja worauf er hinaus will sind wohl Kleinwagen/Transporter und Kleinstwagen oder anders ein besseres Verhältnis im Nutzlastverhältnis, diese Entwicklung werden wir aber überall auf der Welt automatisch sehen sobald sich individuelle Mobilität verteuert, natürlich werden diese Fahrzeuge wohl mit Elektromotoren angetrieben.

          Eine CO2 Steuer wird ziemlich sicher kommen, spätestens wenn viele überteuerte Imobilien der reichen und schönen an den Küsten wertloser Ramsch werden und industrielle Anlagen absehbar ein Wasserproblem bekommen wegen versiegender Flüsse und langer interkontinentaler Trockenperioden.

          Das wird aber nicht der einzige Grund sein warum sich Elektromobilität letztendlich durchsetzen wird, Öl basierte Treibstoffe werden schlicht zu teuer werden.

          Die Energie die heute aus Öl gewonnen wird ist teurer als Windenergie und sogar teurer als Energie aus Solaranlagen in Äquatornähe mit einem Ertefaktor von 2-3…Öl ist praktisch schon ein Dinosaurier als Quelle der Energiebereitstellung.

          Egal ob wir die Transition schaffen oder nicht, der Boommarkt in der Energieindustrie derzeit sind Batterien und Elektromobilität sowie die Erneuerbaren, ob das alles klappt ist die andere Sache aber das ist wohin sich das System derzeit entwickelt.

          Und ob das Automobil 5000Kg wiegt oder 300Kg macht denke ich keinen unterscheid bei der Definition des Automobils an sich, das Auto hat wohl eine Zukunft aber sie sieht heute anders aus als morgen, wahrscheinlich sehr viel leichter.

  18. Hendrik Altmann sagt:

    https://oilprice.com/Energy/Gas-Prices/Natural-Gas-Markets-Remain-Ultra-Tight.html

    Die Erdgaslagerreserven sind sehr niedrig und der Erdgaspreis stark gestiegen und das kurz vor dem Winter, dies könnte zu einem Mangel führen falls wieder Kältezungen aus der Arktis weit nach Europa und Nordamerika vordringen, was sehr wahrscheinlich ist und zu noch höheren Preisen für Energie und das Heizen.

    Durch den Klimawandel schwächt sich die Nordpolarzirkulation immer weiter ab und wird instabil, die Folge mehr Kälteinbrüche aus der Arktis bis tief nach Mitteleuropa und den nordamerikanischen Kontinent.

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