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Kommentarlos, Teil 20

Die Ölvorkommen, von denen Sie reden, sind nur unter hohen Kosten zu erschließen, und auch sie werden irgendwann erschöpft sein. Spätestens dann haben wir ein echtes Problem. Ein Beispiel: Ich habe eine reiche Nachbarin. Sie gibt vermutlich rund ein Prozent ihres Einkommens für Strom aus. Dann kam Hurrikan Sandy, und der Strom war wochenlang weg. Glauben Sie, dass die Lebensqualität meiner Nachbarin nur um ein Prozent gesunken ist? Natürlich nicht! Ihr Essen war verdorben, sie konnte nicht mehr arbeiten - ihr ganzes Leben kam zum Erliegen. Und so wird es auch unserer Wirtschaft ergehen. Schauen Sie sich um: Der Stuhl, auf dem Sie sitzen, das Glas der Fenster, das Licht an der Decke - alles gibt es nur aus einem Grund: Wir haben billige Energie.

SPIEGEL ONLINE im Interview mit Dennis Meadows

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6 Kommentare to “Kommentarlos, Teil 20”

  1. steffomio sagt:

    Das eigentliche Drama ist, dass die gesamte Menschheit -von ein paar Hinterwäldlern mal abgesehen- ihre Jahrtausende alte und wunderbar funktionierende Wirtschaft für ein paar Tropfen Öl komplett, mit Stumpf und Stiel in den Orkus geworfen hat.

    Natürlich konnte sich die Menschheit mithilfe des Öls erstaunlich vermehren, erstaunliche nie da gewesene Technologien entwickeln.
    Aber all das wird mit dem Öl auch wieder verschwinden.

    Dazu kommt, dass es Dekaden benötigt, um die alte Traditionelle Wirtschaft wieder zu beleben. Zusätzlich erschwert durch die Panik, die bald aufgrund des Öl- und Nahrungsmangels aufkommen wird.

    Ich kann nur jeden warnen, der sich Illusionen macht und von einem sanften Rückwärtsgang träumt. Der Kater nach der Öl-Party wird das schlimmste sein, was die Menschheit je erlebt hat.

    Es wundert mich, dass noch niemand einen Hollywood Film daraus gemacht hat. Wahrscheinlich ist das Drama darüber für niemanden mehr vorstellbar und Fantasien darüber niemandem zumutbar.

    • Jörg Andreas sagt:

      Zum Thema Film kann ich nur einen empfehlen: „Soylent Green“ aus dem Jahre 1973.
      Man glaubt es kaum, wie offensiv dieser Film die Folgen des Ölentzugs für die Städte der Menschheit thematisiert.
      Ich glaube nicht das Hollywood ein solches selbstgemachtes Problem der Wohlstandswelt überhaupt ansprechen würde. Für so viel „political incorrectness“ gibt doch keiner das Geld.

      http://www.imdb.com/title/tt0070723/plotsummary

      • steffomio sagt:

        Soylent Green ist etwas zu absurd.

        Future Shock lässt „heute“ Revue passieren, wie wir in diese schnelllebig genannte Zeit hinein geraten sind:
        http://www.youtube.com/user/invasive/videos?query=shock

        Lässt Revue passieren, dass unser gesamtes Leben durch das Öl, durch die moderne Technik komplett zerfetzt und in den Gully geworfen wurde.

        Die Zerstörung jeglicher Konsintenz ruft paradoxerweise ein neues „Lebensgefühl“ hervor, lieb umschrieben mit: Das Leben im steten Wandel.
        Was für eine Absurdität! Besser sollte es heißen: Das Leben inmitten der totalen Zerstörung.

        Totale Zerstörung, das ist es was die letzen hunderte Jahre passiert ist. Mal sehen wie lange es noch dauert, bis die ersten das begreifen…

  2. Marcus Kracht sagt:

    „Es gibt die Idee, das Bruttoinlandsprodukt vom Energieverbrauch zu entkoppeln. Dafür gibt es überhaupt keine empirische Evidenz.“ (Dennis Meadows im Interview mit der FAZ)

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

    • Tom Schülke sagt:

      Ja .. gabs da nicht vor kurzem eine Schweizer Studie, die den Energieverbrauch der Schweiz untersuchte…

      Dabei wurden die großen Erfolgsmeldungen am Ende damit erklärt, dass man halt deshalb massiv Energie eingespart habe, weil man halt schön die Energieintensiven Produktionen nun in Indien habe.. Lol

  3. Ert sagt:

    Ggf. im Dresden-Kontext interessant:

    „Studie TU Dresden: Autofahren ist für die Gesellschaft deutlich teurer als vermutet

    Jedes in der EU angemeldete Auto verursache jährlich zusätzliche Kosten von durchschnittlich 1600 Euro aus den Folgen von Lärm, Umweltverschmutzung oder Unfällen, sagte der Autor der Studie, der Verkehrswissenschaftler Udo Becker, am Donnerstag in Brüssel. ….“

    Weitere Infos: http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Studiede-TU-Dresden-Autofahren-ist-fuer-die-Gesellschaft-deutlich-teurer-als-vermutet-1140717284

    Im EU-Schnitt muß jeder Bürger 750€ pro Jahr zuschießen. Für Deutschland sind es 1077€ pro Kopf und Jahr.

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