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Regierungsfraktionen machen Fracking-Regelungsvorschläge

Die Arbeitsgruppe "Fracking" der CDU/CSU/FDP-Bundestagsfraktionen haben eine Empfehlung für den Umgang mit Fracking in Deutschland erarbeitet und per Schreiben an das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium gesendet

Schwerpunkt der Empfehlung ist die Festlegung einer Umweltverträglichkeitsprüfung für Fracking-Maßnahmen sowie ein Ausschluss von Wasserschutzgebieten für die Fracking-Technologie. Den Grünen im Bundestag, die dieses Schreiben verbreiten, geht dies nicht weit genug. Man bemängelt fehlende Langzeitsicherheit von Bohrlöchern und den grundsätzlichen Umgang mit Chemikalien im Zusammenhang mit Fracking. Ungeklärt sei auch, ob diese Regelung nur für Gas aus Schiefergestein oder auch aus Kohleflözen gelten soll (und ich ergänze: Für die Förderung von Öl). Ein entsprechendes Gesetz dürfte damit in Formulierung gehen, der Bundesrat fordert strenge Auflagen. Bulgarien hat die Methode im Januar mit Verweis auf Umweltfragen verboten.

Weiterhin verläuft die Debatte um Anwendung der Technologie ohne intensivere Diskussion der Hintergründe, die die aufwändige Technologie überhaupt notwendig erscheinen lassen: Das Erreichen von Gas- und Ölfördermaxima.

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33 Kommentare to “Regierungsfraktionen machen Fracking-Regelungsvorschläge”

  1. Patrick sagt:

    Wenn das Thema “Fracking” zur Zeit derart im Fokus ist, sollte doch eigentlich genau jetzt der Brückenschlag zu Peak Oil / Gas gemacht werden.
    Jetzt sollte alles unternommen werden, um die GRÜNDE dafür aufzuzeigen. Alle Vernebelungen aufzuzeigen und den Menschen begreiflich machen: Peak conventional Oil liegt hinter uns. Jetzt kommt ein anderes Kapitel und darauf müssen wir uns einstellen. Da kann uns Fracking nur einen Zeitgewinn bringen.
    Wenn wir diesen jetzt wieder nicht nutzen….wird demnächst eng.

    Die Zeit müsste jetzt günstig sein, dieses Thema verstärkt in die Presselandschaft und Politik zu bringen. Und zwar von kommunaler bis zur Bundesebene.

    • Chriwstofer sagt:

      Patrick, 25 Jahre aktive Arbeit im Bereich Energie- und Umwelt haben mich gelehrt, das zwar viele die Probleme erkennen, aber leider keinen Zusammenhang sehen wenn es darum geht das man selber, bzw. sein Verhalten Teil des Problems ist.
      Man müsste damit auch zugeben das unser Wirtschaftssystem nicht funktioniert, denn Suffizienz ist das Gegenteil von Wachstum. Da man das nicht will macht man also so weiter und fährt alles vor die Wand. Erkennen wird man dann erst etwas wenn es zu spät ist. Ich verwende meine Energie inzischen damit ein “Rettungsboot” zu bauen, um suffizient, effizent und möglichst autark leben zu können und lehre das auch meine Kinder. Dann bleibt mir nur noch die Hoffnung das man irgendwann die Verantwortlichen angemessen zur Verantwortung zieht.

      • Heinz Galaske sagt:

        Ergänzend kann noch gesagt werden, dass die Natur immer ein Gleichgewicht auf niedrigst möglichen Niveau anstrebt. Unsere Lebensweise verlangt genau das Gegenteil, nämlich ein Gleichgewicht auf höchstem Niveau. Wir wundern uns ständig, wenn wir dieses Gleichgewicht nicht erreichen, sondern Instabilität in allen Systemen, seien diese technisch, politisch, sozial oder gesellschaftlich. Es wird immer mehr Geld (Energie)hinein gepumpt (Geld ist gespeicherte Energie)um alle diese Systeme entgegen dem Wollen der Natur aufrechtzuerhalten. Wie hieß der alte Grieche noch, Sisiphos?

    • Norbert Rost sagt:

      @Patrick: Lokal könnten das wohl derzeit am besten die Fracking-Bürgerinitiativen, deren Akteure ja selbst schon stark sensibilisiert sind für diese Themen und deren Umfeld bereits diese Sensibilität spüren sollte. Ansonsten darf man Leserbrief-Schreiben oder Termin bei Lokalpolitikern auch gern mal locker als Spiel betrachten, um herauszufinden, wie das System funktioniert.

      Ich kann @Christofers Ansicht zwar verstehen, aber in den Exzess getrieben bedeutet sie dann doch wieder: Jeder für sich. Das dürfte bisschen wenig sein im Fall des Falles, auch wenn es für jeden Einzelnen erstmal die passendste Option ist, wenn sich keine Mitstreiter finden.

      • Christofer sagt:

        @Norbert Rost, ja da gebe ich Dir recht das es darauf hinausläuft “Jeder für sich”. Aber wie gesagt, 25 Jahre aktive Arbeit. Die brachte bisher keinerlei Erfolge, im Gegenteil, die Reaktionen waren meistens: “Unverständnis”, “Leugnung der Tatsachen”, sogar “Anfeindungen” habe ich erlebt. Eine Zeit lang konnte ich das noch mit Sarkasmus kompensieren inzwischen bin ich einfach erschöpft und entäuscht. Die Enegie dafür ist weg. Ich gehe jetzt den Weg den Heinz Galaske beschrieben hat “Ergänzend kann noch gesagt werden, dass die Natur immer ein Gleichgewicht auf niedrigst möglichen Niveau anstrebt.” Und nach den Erfahrungen habe ich damit auch keinerlei Problem mehr.

  2. Patrick sagt:

    Mit dieser Verhaltensbeschreibung hast du leider absolut recht. Ich dachte natürlich auch nicht an die “träge Masse” unserer Obersten, sondern an diejenigen, die die Zusammenhänge sehen und die Notwendigkeiten draus ableiten können. Es muss doch Fraktionen geben, die sich eben nicht scheuen, die Dinge beim Namen zu nennen. Die Äre des Wachstums ist im Großen und Ganzen nunmal zu Ende und es muss einfach Menschen geben, die das ganze jetzt in dieser Zeit in die Masse quasi “quetschen”.
    Es muss im Bundestag, in den Landesregierungen, auf Kommunalebene, und ganz wichtig in die (Massen-)Medien. Es muss Reporter und Pressehäuser geben, die sich für die großen Zusammenhänge interessieren und darüber schreiben. Der “Druck” muss von unten aus der Bevölkerung kommen. Dazu müssen sie davon erfahren.
    Hohe Benzinpreise, Fracking in den Medien, die sogenannte Euro-Krise…ich meine, was benötigt es denn noch, um die Menschen aufmerksam zu machen? Man sollte meinen, das der richtige Zeitpunkt jetzt gekommen ist.
    Das ist wie bei unserem völlig kranken Geldsystem = wenn die Masse der Menschen es verstehen würde, würde es einen “Sturm” geben!

    • Christofer sagt:

      @Patrick, Du glaubst noch an das Gute im Menschen, das ist ok. Die Leute die sich hier auf dieser Seite tummeln sind sich der Problematik ja anscheinend bewusst und so wie ich lese können sie auch die Konsequenzen für sich abschätzen, bzw. erkennen das sie Teil des Problems sind. Das ist aber leider die absolute Minderheit.
      Ich bin inzwischen der Meinung das unsere Gesellschaft vor die Wand fahren muß, da die Menschheit so dekadent geworden ist das sie es anders nicht begreift. Es wird so passieren wie vielen Kulturen vor uns. Jared Diamond beschreibt das in seinem Buch “Kollaps” ganz anschaulich. Die Menschheit hat seit dem nichts gelernt.

    • GermanStacker sagt:

      Es ist überhautp nicht sicher, ob “nachhaltiges Handeln” oder Projekte a la Transition Town dem Individuum oder der Gesellschaft für das Überleben in der Zukunft irgendwelche Vorteile bringt, deswegen lese ich diesen Blog jeden Sonntag gerne, aber auch skeptisch.

      Wer einmal länger in den Schwellenländern unterwegs war, muss unsere guten Absichten mit mehr als einer Prise Salz nehmen – dort ist Wachstum in den nächsten 5 Jahren alles was interessiert.

      Es kann sehr wohl sein, dass ein aus der Peak-Oil-Zukunft abgeleitetes Handeln in der Gegenwart (sei es durch Individuen oder Gruppen) das zukünftige Leben dieser Menschen überhaupt nicht verbessert, die potentiellen Veränderungen sind viel zu komplex und damit unsicher.

      Vielleicht ist es erfolgversprechender, seine Ressourcen möglichst “trocken” zu halten, und dann opportunistisch zu handeln, wenn es wirklich so weit ist. Echte Lösungen müssten global sein, und alle Ansätze dahin sind in den Kinderschuhen. Es bleibt individuell. Vor allem mental stark zu sein, den Körper gut zu behandeln, umzugsbereit zu sein wenn die eigene Region bröselt, finanziell diversifiziert, ein gutes soziales Netz, das Leben als Spiel betrachten. So haben die Menschen im zweiten Weltkrieg überlebt, nicht indem sie vorher geübt haben, sie waren vorher Lehrer oder Hausfrau und haben ganz normal gelebt. Bis zum echten Kollaps kann man genauso gut mit dem Auto rumfahren, wie Salat anzubauen, das ändert so gut wie nichts.

      • Ert sagt:

        @GermanStacker

        Hier gibts ein paar sehr gute Überlegungen und kritische Hinterfragungen zum Thema “Resilience” und “Transition”: http://mythodrome.net/thoughts-on-resilience

        Letztendlich ist die Frage doch: Wie überlebe ich Ökonomisch? Wie funktioniert (lokales) Wirtschaften.

        Wer heute und auch morgen kein Land oder eigenen Garten hat – bzw. nicht mehr hat weil der Kredit geplatzt ist, für den ist ‘teilsubsistenz’ kein Thema. Und selbst für die ‘teilsubsistenzler’ ist die Frage: ‘Was kann ich anbieten, das anderen so viel Wert ist, das ich damit überleben kann?’.

        Der Punkt des eigenen Lebensmittelanbaus finde ich aber wichtig: Das ist Wissen was früher normal war – und heute dramatisch fehlt. Zudem trägt es der eigenen Gesundheit bei.

        • GermanStacker sagt:

          Ich habe angefangen, in der Küche Sprossen zu ziehen, und kaufe dafür weniger Salat. Wobei ich da unsicher bin, wie aufwendig bzw. nachhaltig die Produktion der Sprossensaat ist…

  3. Landwirt sagt:

    Irgendwannn sollte man auch mal daran denken, daß der Boden, die “Scholle” nicht dazu geschaffen wurde, um sie als Energiespender umzugestalten, sondern um uns zu ernähren. Wieviel Erde braucht der Mensch, um zu überleben? Nachfolgend ein Beitrag eines Fachmannes, allerdings aus dem Jahre 2007, der sich um die Ernährungssituation hierzulande Gedanken gemacht hatte:

    “Deutschland hat bekanntlich offiziell 82,5 Mio Einwohner. Bei einer Gesamtfläche von 357 qkm ergibt sich eine Einwohnerzahl je von rund 230 qkm. Zum Vergleich: Frankreich hat nach meinen Recherchen von 1989 dagegen nur rund 101. Das Leben in Deutschland ist Käfighaltung.
    Weit wichtiger als die Einwohnerdichte ist jedoch das Ernährungspotential. D. kann jedem seiner 82,5 Mio Einwohner zur Versorgung einschl. der Versorgung des gesamten Viehbestandes und künftig auch zur Erzeugung von Bioenergie lediglich einen Streifen Ackerland von 100 m mal 14 m und einen Streifen Wiesenland von 6 m mal 100 m zur Verfügung stellen. Der größte Teil der Bodenfläche ist von geringer Bodenqualität.
    Jeder, auch wer mit Landwirtschaft nichts im Sinn hat, kann sich ausrechnen, das reicht hinten und vorne nicht. Der Selbstversorgungsgrad mit Nahrungsmitteln in D. beträgt noch gerade mal 82%. Er sinkt von Jahr zu Jahr. D.h., D. kann von seinen Einwohnern gerade mal 67 Mio ernähren. Um rein rechnerisch Nahrungsautarkie herzustellen, müßte D. bis zum Ende des Jahrzehnts, d.h. in vier Jahren um 15-16 Mio vermindern.
    Kein Problem wird man sagen, der Welthandel floriert und wir haben Devisen im Überfluß. Aber so einfach ist die Sache nicht Die Welterzeugung von Getreide reicht seit 2000 nicht mehr aus, um den Verbrauch zu decken. Während in den Jahren vor der Jahrtausendwende jedesmal mehr erzeugt wurde als verbraucht (wodurch ein Vorrat von über 500.000.000 Tonnen angehäuft wurde) lag die weltweite Getreideernte in den Jahren nach der Wende nur einmal über dem Verbrauch. Die Folge ist ein weitgehender Verbrauch der Überschüsse der vergangenen Jahre. Inzwischen reichen die Weltgetreidevorräte nur noch für 1 1/2 Monate.
    Hiervon ausgehend gilt: die Weltbevölkerung wächst jedes Jahr um 80 Millionen. Die Völker Asiens werden infolge ihres steigenden Wohlstandes mehr Veredelungserzeugnisse verbrauchen und Veredelung ist eine Energieverschwendung. (wenn man z.B. 1 kg Getreide an Hennen verfütternt, hat man in den Eiern noch etwa 1/3 der Energie des Futtergetreides.)
    Nach Vorstellungen der UNO ist 1/3 der Erdoberfläche von Austrocknung bedroht. Und zu allem soll in großem Umfang weltweit Energie aus Biomasse erzeugt werden.”

    • Norbert Rost sagt:

      @Landwirt: Ja, die Frage nach der Fläche und unserer Verwendung wird eine entscheidende. Siehe dazu auch das neue Buch von Michael Beleites namens “Leitbild Schweiz oder Kasachstan”

  4. Landwirt sagt:

    Danke, Norbert Rost, das Buch werde ich mir besorgen. Leider verstehen die meisten Leute nicht, daß – in Anlehnung an eine Brechtsche Weisheit – erst das Fressen kommt und dann die Energie.

  5. Marcus Kracht sagt:

    Danke für die erhellende Diskussion. Ich bin grundsätzlich gegen Fracking in Deutschland und dafür, es generell zu verbieten. Mir ist allerdings nicht klar, wie sich mit Fracking in D Geld verdienen lässt. Schon in den USA ist das ein windiges Geschäft, bei dem vor allem die Banken und Ausrüster verdienen. Mir hatte jemand mal erklärt, dass die Konzerne mit den Explorationslizenzen in D unter anderem ihren Börsenwert in die Höhe treiben wollen, ohne wirklich bohren zu wollen. Immerhin wäre das eine kleine Hoffnung für den Fall, dass sich unsere Regierung nicht zu einem Verbot durchringen kann.

    • Christofer sagt:

      @Markus Kracht, es läßt sich mit Fracking Geld verdienen weil die Energiepreise inzwischen so hoch sind, sonst wäre es unrentabel. Ob es energetisch sinnvoll ist steht auf einem anderen Blatt. Mich würde mal die “graue Energiebilanz” bzw. die “energetische Amortisation” von Fracking interessieren.

  6. Frank sagt:

    Ist es Zufall? Heute hatte auf der Berlinale – Promised Land – mit Matt Damon Premiere. Matt äußerte, dass es ihn wundert, dass der Film in den Staaten so wenig Resonanz hat.
    Termine Haus der Festspiele, heute, 20.45 Uhr; Friedrichstadtpalast, heute, 12 Uhr, 15.2., 22.45 Uhr und 17.2., 15.45 Uhr

  7. steffomio sagt:

    Fracking wird also kommen – im großen Stil.
    Das bedeutet noch ein “weiter” von vielleicht 20-30 Jahren.

    Zum bösen Ende addiert sich dadurch noch das durch die Fracking-Chemie verseuchte Grundwasser in weiten Teilen der Erde.
    Naja, warum kleckern wenn man klotzen kann?!

    Auf Widerstand aus der Bevölkerung brauchen wir nicht zu hoffen und wenn, dann nur als mediale Psychopille um den Rest mit dem Glauben dass es ja schon Widerstand gäbe ruhig zu stellen.
    Denn wir werden mehr und mehr zu Hilflosigkeit erzogen:
    http://www.youtube.com/watch?v=n9-TTAtQK_4

    Lebt man autark oder strebt es an, wohnt aber zu nah an einer Stadt, wird man überfallen und geplundert. Lebt man zu nah an Öl- oder Gasfeldern, wird einem das Grundwasser verseucht.

    Seis drum. Dem “normalen” Menschen bleibt eigentlich nur noch die Wahl ob man dem Drama sehenden oder lieber blinden unwissenden Auges entgegen tritt.
    Was da auf uns zu rollt, scheint dem Exodus der Dinosaurier sehr nahe zu kommen…

    • Ert sagt:

      @steffomio

      Was mich in diesem Kontext umtreibt ist das ich das Big Picture nicht verstehe.

      Da z.B. in De einerseits die Förderung der Solar- und Windbranche. Grundsätzlich nicht dumm – sicher aber in vielen Details fragwürdig, was man aber unter politische Streuverluste verbuchen kann. Unterm Strich aber o.k.

      Die ganze Biogasgeschihte – also wo insb. noch geziehlt für angebaut wird, das ist absoluter Schwachsinn. Hier werden ja lokale! Böden noch schneller ausgelaugt und in Zukunft unbrauchbar gemacht. Unterm Strich: Gruselig.

      Die ganze extreme Orientierung der deutschen Wirtschaft auf Export und Automobil – ist im Kontrast ein absoluter Wahnsinn. Das ist ein absoluter “Kontratrend” zu Peak-Oil & Co.

      Mir ist klar das eine Volkswirtschaft – die sich der globalen nicht mal so eben entziehen kann – nicht in ein paar Jahren umgestellt werden kann, insb. wenn das ‘Problem’ noch gar nicht so richtig da ist. Insb. die massive Vorfinanzierung des bisherigen Wirtschaftens und aller Abhängigkeiten die darauf basieren kann von den Entscheidern hier nicht vernachlässigt werden – wenn Sie es denn überhaupt begreifen!

      Genau deswegen werden ja auch die großen Industriekonzerne massivst gestützt. Ein Kollaps dieser würde auch gleich Zulieferer-ketten, ein paar Banken + etc. pp. kollabieren lassen.

      Wenn wie die IEA faktisch prognostiziert der Peak-Oil “all liquids” in 2015 stattfindet – dann wirds lustig.

      Zwar sehe ich das das kein Problem ist – weil Öl primär für Transport benutzt wird – aber viele werden nicht auf Ihren Lebensstil verzichten wollen. Dabei sind sicher 50% aller Fahrten in Industrieländern faktisch ohne Komfortverlust komplett Einsparbar. Es ist also noch massivst “luft” im System.

      Und gerade letzteres stimmt mich recht positiv für die Zukunft und in Hoffnung auf 200-300$/Barrel – wobei hier aber die Staaten direkt bei den Ölkonzernen steuerlich irgendwie abschöpfen müssen – die diese ja selber noch viele Felder haben die für 20$/Barrel produzieren.

      • steffomio sagt:

        Ich glaube nicht, dass es im “Big-Picture” eine Führungsebene gibt, die eine bestimmte Richtung weist.
        Das dürfte eher eine Sammlung von verschiedensten Interessengruppen sein. Je nachdem welche Gruppe gerade am meisten Wind macht scheint es eine globale Richtung, den Schein von Einigkeit zu geben.
        Gibt es aber nicht, glaube ich nicht, dass es so etwas gibt.
        Das sind einfach Interessengruppen, wo mal diese mal jene etwas mehr den Ton angibt.
        Bestes Beispiel ist CO2. Da lässt sich gut erkennen, wie viel Wind gemacht werden muss und welche Interessengruppen dann aus verschiedensten Gründen auf diesen Zug aufgesprungen sind und noch immer aufspringen bzw. schon wieder den Zug verlassen.

        Genau das ist ja der Grund, warum es völlig unsinnig ist, an eine gemeinsame Lösung der Öl-Gas Problematik auch nur zu Denken. Denn wie heißt es so schön: “Die menschliche Moral gilt nur so lange wie der Bauch voll ist.”.
        Wenn der Hunger, die Not kommt, wird jegliche Moral über Bord geworfen. Wunderbar zu sehen am hochgiftigen Fracking, an den hochgiftigen Glühlampen. Wunderbar gesehen an Massentierhaltung, gesehen an gerodeten Urwäldern, an explodierenden Atomkraftwerken, Millionen Verkehrstoten und Verletzten und und und.

        Niemand bracht zu glauben, dass in der Not vernünftiger gehandelt wird als in ruhigen Zeiten. Jeder weiß, dass das Gegenteil der Fall ist.

        Dramatisch ist, dass schon jahrzehntelang und in ruhigen Zeiten sehr unvernünftig gehandelt wurde. Nun kommt bald die Not. Ein Narr, der dann noch an aufkeimende Vernunft glaubt.
        Allein ein verträumter Gutmensch und alles was noch verklärter (um nicht “dümmer” zu sagen) ist wäre in der Lage solchen Unsinn zu träumen.

        Ich glaube nicht, dass Regierungen und Konzerne mit der Not vernünftiger werden. Es wird eher sehr viel unvernünftiger werden, ganz egal mit wie viel vernünftig erscheinenden Gründen es verpackt wird.

        Der Mensch ist immer erst *nach* der Not, *nach* dem Leiden vernünftiger geworden. Noch niemals war es anders herum, noch niemals und wird es auch dieses mal nicht sein.

        • Ert sagt:

          Dann siehst Du es genauso wie ich… und hast meine Restillusion zerstört, das es ggf. anders sein könnte.

          Meine Meinung: Unter dem Öko-Deckmantel versucht jeder nur seine eigenen Wetten zu sichern und das Spiel so lange zu spielen wie es eben geht – egal der Verluste für die anderen.

          Und die Polithansel – wenn Sie den überhaupt was begreifen, also außer dem Opportunismus und dem Machtspiel, sind mit dieser Thematik sowieso überfordert….

      • steffomio sagt:

        Ein kostenloses Buch zum Big-Picture speziell zu Medien Monopolen:
        http://wof.ch/downloads/Manipulationen_Dunkelmaechte.pdf
        Aber bitte nicht als “Die Wahrheit” verstehen. Eher als ein Mosaikstein, eine weitere Perspektive, wie sich die Interessengruppen gegenseitig zu manipulieren versuchen.

  8. Ert sagt:

    Zielmich gut gemachter Animationsfilm zum Thema Peak-Öl inkl. Förderung, EROEI, Lebensmittel, Weltwirtschaft, Wachstum, etc.

    http://www.youtube.com/watch?v=IipwQryubIE

    Die Thematik ist sicher jedem hier bekannt – ich fand das Format aber sehr gut – und die dargebrachten Informationen sehr, sehr anschaulich. In 30 min. habe ich das ganze Thema – so wie es hier dargelegt wird – noch nicht verpackt gesehen.

  9. Ert sagt:

    Noch ein älterer Link aus dem Dez. 2012 vom Automatic Earth bez. Fracking und UK: http://theautomaticearth.com/Energy/the-second-uk-dash-for-gas-a-faustian-bargain.html

    Daraus (kleiner Auszug):

    Analyst from PNC Wealth Management (2011):

    Money is pouring in from investors even though shale gas is inherently unprofitable. Reminds you of dot-coms.

    Analyst from IHS Drilling Data (2009):

    The word in the world of independents is that the shale plays are just giant Ponzi schemes and the economics just do not work.

    Retired geologist for major oil and gas company (2011):

    As I think you would agree, we are looking at a bubble here with caveats. The caveats are how corporate hubris and bad science have caused a lot of folks to think that gas is nearly too cheap to meter. And now these corporate giants are having an Enron moment, they want to bend light to hide the truth. The bubble will burst, folks will get run over, reason will be restored, if only temporarily.

    Official from Schlumberger (2010):

    All about making money. I’m working on a shale gas well that was just drilled in Europe. Looks like crap, but the operator will flip it based on ‘potential’ and make some money on it. Always a greater sucker….

    Und noch viele andere interessante Links.

  10. steffomio sagt:

    Eine sehr entscheidende Frage ist noch, wie lange dem Volk noch vorenthalten werden kann, dass Öl und Gas allmählich die Puste ausgeht.
    “Ersatzwahrheiten” wie das angeblich Klimaschädigende CO2, angebliche Klimaerwärmung und bestimmt noch andere abenteuerliche Geschichten, die Volksberuhigung und damit de facto Zeitaufschub für neue Technologien bringen sollen.

    Europa hat Wind- und Solarenergie voran getrieben und rudert diese gerade so zurück wie Bio Ethanol und E10, E15, E20.
    Fragt sich warum?!
    Hat man die Schäden in der Landwirtschaft, den Nahrungsmangel, die steigenden Nahrungsmittelpreise nicht abschätzen, nicht voraus sehen können. Sind unsere Führungskräfte im Ernst so naiv, so dumm – oder so verzweifelt?!

    Sind die EU-Zwangsverordnungen zur Gebäudeisolierung Verzweiflungstaten der Regierung oder Inszenierungen der Dämmstoffindustrie für mehr Umsatz und Profit.
    Das gleiche mit den Glühlampen: Profit oder Verzweiflungstat oder geht gar das Wolfram aus, wird zu Teuer?
    Das gleiche mit dem hochgiftigen Fracking: Notsanierung des US-Haushaltes oder Verzweiflungstat?

    Interessant zu wissen, wie verzweifelt die Industrie wirklich ist, ohne es natürlich je zuzugeben.

    • Ert sagt:

      “Eine sehr entscheidende Frage ist noch, wie lange dem Volk noch vorenthalten werden kann, dass Öl und Gas allmählich die Puste ausgeht.”

      Das wird doch schon in zahlreichsten Dokus thematisiert und im Detail auseinandergenommen. Selbst auf Arte & WDR.. das Thema ist doch heute im Mainstream. Referenzen wie ASPO, Campbell, Ruppert, Heinberg, CoR muss man doch heute gar nicht mehr bemühen…

      Nach meiner Erfahrung will nur keiner den ich das klar gemacht bzw. erzählt habe was davon wissen – weil Sie dann etwas ändern müssten… insb. wenn Sie Kinder haben. Oder es wird darauf verwiesen “das die Forscher” dann was erfinden müssen, etc. pp. ala Prinzip Hoffnung & die anderen sind Schuld wenn es keine Lösung gibt.

      “Interessant zu wissen, wie verzweifelt die Industrie wirklich ist, ohne es natürlich je zuzugeben.”

      Sie kann es nicht zugeben. Und die minimalen Einblicke die ich habe und die man ergoogeln kann sind natürlich nur die Meinungen von Einzelpersonen.

      Richtige Antworten gibt es aber keine. Entweder wird uns “Solar” retten + der technische Fortschritt an Batterien, oder Bio-Fuels, oder alles zusammen oder eben nicht.

      Wenn ich dann mit LFTR anfange – dann kennen die das nicht – oder “oh, entsetzten” – das hat ja was mit Kernenergie zu tun. Finde ich auch Scheiße, aber wenn das dann designbedingt nicht explodieren und Kernschmelzen kann (passive Sicherheit) und ggf. 90% weniger Atommüll macht…. sollte man darüber nachdenken ob das nicht dann doch besser ist als Grundwasser und Weltmeere zu vergiften und halb Alberta in eine Kloake zu verwandeln.

      • steffomio sagt:

        Das würde bedeuten -und das klingt genau so absurd wie logisch-, das all die tatsächlichen Öl- und Gasprobleme erst dann auf den Tisch kommen, wenn sich daraus Profit machen lässt.

        Der Solar und Windkraft-Hype kam ja nicht aus engelhafter Einsicht diverser Unternehmer. Der kam durch exorbitante staatliche Subventionen. In der Hoffnung dass das zu einem Selbstläufer wird, der sich -sei es wegen engelhafter Einsicht oder Aussicht auf Profit- irgendwann auch ohne Subventionen selber trägt.

        Schon möglich dass der Hype irgendwann wieder kommt, so wie auch die .com Blase wegen *verfrühter* Hoffnungen auf Profit geplatzt ist. Denn Heute, ein paar Jahre später haben sich die Profite ja eingestellt.

        Unsere heutige Wirtschaft ist 100% Profit getrieben. Ohne Aussicht auf ein absehbar zukünftiges “mehr von mindestens x%” macht heute keiner mehr einen Finger krumm.

        Dann sind da noch die netten Veranstaltungen wie “Ohne Öl und mit dem Fahrrad durch Dorf X” mit einer erstaunlich hohen Beteiligung.
        Ich weis aus schmerzhafter Erfahrung bei einigen Vereinen und Gruppen, dass 90-99% der Teilnehmer vor allem bespaßt(!) werden wollen. Es ist halt nett unter Gleichgesinnten zu Fachsimpeln. Wenn es aber ans Eingemachte, an die eigene Haut geht steht man plötzlich alleine da.
        Sich wirklich ernsthaft mit einem Thema auseinander zu setzen macht keine gute Laune, macht sogar gerne mal Depressiv – wer will das schon?!

        Ich habe mich darauf beschränkt, diese Themen vorsichtig anzusprechen und erst das Echo abzuwarten welches dann entscheidet, ob derjenige darauf überhaupt ansprechbar ist und verweise dann auch gerne auf diesen hervorragenden Blog. Nun ja, ich mache ja auch keine Veranstaltungen oder Vorlesungen wo schon allein wegen dem Gießkannenprinzip nicht so individuell auf jeden einzelnen eingegangen werden kann.

        Wie auch immer, ich habe nicht vor blinden Auges dem nahende Ende entgegen zu treten und gebe zu, auf eine ziemlich perfide Art romantisch zu sein und mir den “Sonnenuntergang” bei einer Flasche Bier und einem Grill anzuschauen oder -eher wahrscheinlicher- hungrig frierend irgendwo in Deutschland in einem kaputten Zelt von einem kleinen Berg aus.

  11. Landwirt sagt:

    Wie ich sehe, gibt es ziemlich viel gute Informationsbeiträge zu den uns umtreibenden Umweltthemen, aber wenn sie nicht in die Meinungsmachermedien gelangen, werden sie leider verpuffen.
    Ganz davon abgesehen, selbst wenn Millionen unserer Mitbürger die Lage verstehen würden: was sollten sie unternehmen? Schaut man sich z.B. die BIs an, die seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, gegen den Rhein-Main-Flughafenausbau aufbegehren, was haben sie bewirkt? Das politisch-demokratische Airport-Management überläßt ihnen jeden Montag eine demokratische Öko-Nische für ihre Montagsdemos, in der sie sich austoben dürfen – unter dem Augurenlächeln der Geschäftemacher. Die Kapitalisten sind am Drücker, sie haben die Macht.

    • Ert sagt:

      S21 zeigt ja wie das geht… und da war ordentlich was los.

      Unsere Politik will uns eben einnorden. Die will uns ein für alle male klar machen wie das mit der Demokratie läuft und uns soweit demoralisieren, das wir fein still bleiben – oder wissen das wir ne Anzeige und nen ausgeschossenes Auge riskieren, wenn wir auch nur in die Nähe einer Demo kommen. Die Könige – wir (Zahl-)sklaven bzw. Personal. Die meisten haben ja auch schon den Personalausweis, der in anderen Ländern Personenausweis heisst. Muss man mal drüber nachdenken im perfekten Bürokratiedeutschland, wo jede Feinheit seinen (Hinter-)sinn hat.

      Ich hoffe nur, das hier irgendwer mit liesst, der als Multiplikator dienen kann. Ich verlinke peak-oil.com auch oft bzw. gebe links im privaten weiter, denn die Artikel hier sind die bestem im deutschem Raum die ich kenne!

      • Landwirt sagt:

        Bei der Starbahn West ging es einst auch rund. Vergebens, denn damals und auch heute leider noch hat die Fliegerei im Gegensatz zum Bahnfahren einen Schickimicki-Status. In den letzten Jahren gab es noch einige Großdemos gegen den Ausbau. Ebenfalls für die Katz. Das heutige Protestpublikum hat sich allerdings verändert: mit Familienschmuck behangene Damen verlassen ihre Villen in Sachsenhausen und schwingen Anti-Flughafen-Plakate. Was nutzt schließlich der schickste Designer-Garten, wenn einem ständig die Dreckschleudern über den Kopf hinweg fliegen und die Kinder das Nervenzittern bekommen. Das Wirkungsgebiet des Flughafens erstreckt sich mittlerweile von Mainz bis zum Spessart.
        Die Betreiber der Flughäfen und Flugzeugbauer fürchten einen Anstieg der Preise aufgrund von Kerosinverknappung/verteuerung wie der sprichwörtliche Teufel das Weihwasser. Eine Erhöhung könnten sie diesmal nämlich nicht der Allgemeinheit anlasten, da müßten endlich die Passagiere selbst blechen. Dann wäre es aus mit Kurztrips nach Kuwait und in die Karibik für jedermann. Darum würden die Manager der Flugindustrie gnadenlos die ganze Welt umpflügen lassen, wichtig ist nur, daß das Passagieraufkommen auf hohem Niveau gehalten werden kann.

        • Ert sagt:

          @Landwird

          Flugindustrie? Ui, da habe ich noch was:

          ” Erst kürzlich hat der für die globale Airline-Industrie zuständige Weltbank-Direktor zu mir gemeint, das Problem von Peak-Oil wird in seiner Institution nicht diskutiert, es ist einfach tabu. Wer es trotzdem versucht, wird gefeuert oder versetzt. Denn Peak-Oil zerstört den Glauben an Wachstum. Man müsste ja alles ändern.”

          Meadows im Interview mit Format: http://www.format.at/articles/1222/525/329547/da

          • Ert sagt:

            Nachtrag…

            die Flugindustrie ist wirklich ein ganz großes Übel. Die sollten zumindest erst einmal “gleichberchtigt” werden und das Kerosin wie bei den Kfz in EU-Europa besteuern – also so das die Benzinkosten faktisch um Faktor 3 steigen.

            Fliegen damit Business Kasper einen anderen Business Kasper trifft (http://www.clipfish.de/video/343482/bully-business-kasper/) etc. pp.

            Nichts gegen fliegen und die Möglichkeit – aber das was heute abgeht ist Irrsinnige Verschwendung von Ressourcen. Zumindest der angerichtete Schaden sollte dann teilweise über Steuern wieder ausgeglichen werden.

          • Landwirt sagt:

            Danke für die Links.
            Anfang der Siebziger haben nach meiner Erinnerung aufgrund der Warnungen des Club of Rome oder der Gründer der Ur-Grünen sehr viele kapiert, was die uns sagen wollten. Übriggeblieben aus den Lehren ist allerdings nur die Spartaste der Klospülung. Die Grünen wurden damals von Scheingrünen unterwandert und plötzlich ging es in der Umweltpolitik vor allem darum, die Kröten bei ihrer Wanderung über die Autobahn zu tragen. Habe ich was vergessen?
            Heute ist es sehr schwer, den Mitmenschen, die statt ums tägliche Brot gegen ihr Übergewicht ankämpfen müssen, das Problem der anstehenden Nahrungsknappheit zu vermitteln.
            Trotzdem muß es irgendwie weitergehen, besonders wer kleinere Kinder hat, sollte nach allen Kräften dafür sorgen, daß sie noch eine lebenswerte Zukunft haben. Es geht einfach nicht an, daß die Geschäftemacher die Erde z.B. durch Fracking so unbewohnbar machen wollen wie den Mond.

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