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Exergiewende

Energie kann nicht verlorengehen, sie wird immer nur umgewandelt, weiß der Physiker. Doch längst nicht jedes Häppchen Energie bietet praktische Nutzbarkeit. So ist es zwar schön, wenn solarthermische Anlagen Millionen Kilowattstunden ernten, aber die 100 °C, die in einer handelsüblichen Solarthermieanlage erreicht werden, nützen im Schmelzofen eines Stahlwerks gar nichts. Auch mit 16 in Reihe geschalteter solarthermischer Anlagen überschreitet man nicht 1536 °C, den Schmelzpunkt von Stahl.

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34 Kommentare to “Exergiewende”

  1. Tom Reis sagt:

    Super Beitrag aber die Kommentare auf Heise muss man ausblenden. Wird eher eine ‚World made by Hand‘ werden nach J.H. Kunstler

  2. Marcus Kracht sagt:

    Norbert, bitte mehr davon! Ich finde den Beitrag große Klasse. Nicht aufhören, lieber mal bei Cassandra’s Legacy über „Desdemona’s trap“ lesen. Da wird diskutiert, wie man mit den Leuten umgehen sollte, die an Verschwörungstheorien glauben. Die wird man nämlich nicht überzeugen können, und man sollte es auch nicht versuchen.

    Aber Dein Beitrag kommt mit klaren Beispielen, die dem normalen Menschen einleuchten. Das ist das Beste, was wir tun können. Und ich denke, das sind auch die Menschen, deretwegen man so etwas schreibt (und die die Mehrheit bilden, nur halt nicht von den Schreibern).

    Aus meiner Sicht sind die Schlussfolgerungen noch zu harmlos, wohingegen sie für die Öffentlichkeit schon radikal sind. Ich denke, man sollte zB über Rationierungen beim Benzin nachdenken. Die freie Marktwirtschaft wird es nicht richten. Viel Zeit bleibt nicht, um mit dem Öl etwas Sinnvolles anzustellen.
    Dass die Nachfragekurve für China und Indien immer noch nach oben zeigt hat für uns klare Konsequenzen, die schon jetzt sichtbar sind. Die Finanzkrise zeigt das Ende der Wachstumsära auf. Alle haben es gewusst: irgendwann werden die Staatspapiere wertlos, weil die Schuldenlast zu groß wird, und spätestens wenn das Wachstum anhält ist Schluss mit allen Zinsgeschäften. Die Schuldigen werden natürlich ganz woanders gesucht, leider.

    • Norbert Rost sagt:

      Telepolis plant eine Artikelserie im Vorfeld der Bundestagswahlen zur Frage, wie weit die Energiewende bis hierher gediehen ist. Ich habe angeboten, den Aspekt der (unvollständigen) Kulturwende zu beleuchten und bin für Ideen und Gedanken offen, die in diesem Zusammenhang zu thematisieren sind…

    • Ert sagt:

      @Markus

      Hatte die „Verschwörungsgeschichte“ heute auch wieder. Intelligenter Unternehmer – aber bei der Energie wars dann zu Ende. Hat sich dann auf Welt & Co. berufen: Club of Rome alles falsch, ging immer weiter bisher, technische Lösungen, Methan in der Tiefsee, Atommeiler, USA hat Gas für 200 Jahre durch Fracking, etc. pp.

      Da hat eigentlich nur noch Abiotisches Öl gefehlt.

      Ich bin an dem ganzen Thema für mich auch schon 6 Jahre dran – und umso mehr ich weiss – umso mehr sehe ich schwarz – nicht aber besser! Und mich interessieren nicht hinkende vergleiche, sondern Fakten – wie Sie insbesondere hier geboten werden.

      Aber schon so was einfaches wie EROEI führt bei den meisten zur kognitiven Dissonanz… schade.

      • Flin sagt:

        Methanhydrat , ich hoffe das zum Schluss der grossen Party nicht auch noch das Zeug hoch geholt wird.

        Das natürliche Vorkommen wird auf zwölf Billionen Tonnen Methanhydrat geschätzt, damit ist dort möglicherweise mehr als doppelt so viel Kohlenstoff gebunden wie in allen Erdöl-, Erdgas- und Kohlevorräten der Welt.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Methanhydrat

  3. Florian Hoppe sagt:

    @“Desdemona’s trap:

    Bardis neuester Artikel „Mind of Deniers“ führt das ganze noch weiter.

    Teilweise ist die Agressivität solcher Leute für mich ziemlich erschreckend.

    Z.b. stieß ich vor 2 Jahren auf das Buch „Merchants of Despair“ von Robert Zubrin wo er die Ökologiebewegung und Wachstumskritiker als „Antihumanistischen Kult“ anprangerte.

    Und vor kurzem stieß ich im deutschsprachigen Raum auf Novo Argumente und seine Ableger Blogs…

    • Marcus Kracht sagt:

      Das erinnert mich an die jetzt aufflammenden Kampagnen in Bezug auf Europa. Niemand will wahrhaben, dass das Wohlstansmodell am Ende ist (auch hier nicht), stattdessen überhäuft man sich gegenseitig mit Schuldzuweisungen.

      So oder so ähnlich läuft es bei den Energie- und Klimadiskussion ab. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wissenschaftler zwar gerne gehört werden, wenn sie wieder eine „technische Innovation“ vorzeigen, aber jeder Hansel von nebenan ihnen Intelligenz abspricht, wenn sie auf die Unmöglichkeit von Wachstum oder gar die Existenz des Klimawandels hinweisen.

      Es bleibt uns nichts übrig, wir müssen weitermachen und Argumente bringen, damit wenigstens diejenigen Futter bekommen, die zuhören wollen.

      • Norbert Rost sagt:

        Meine Strategie im Umgang mit komplett anderen Weltbildträgern ist angelehnt an die Mäeutik: http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4eutik
        Grade im Internet gut anwendbar, sofern der Anwendende Geduld mitbringt: http://de.wikipedia.org/wiki/Geduld

        Prinzip: Nicht verhandeln, was ja auch Ugo Bardi in den sehr lesenswerten Texten zum Deniers Mind Set und Desdemonas Falle betont. Sondern: Fragen stellen, die das Gegenüber dazu auffordern, selbst nach Antworten zu suchen.

        Tom hatte sich ja in der Diskussion im ScienceSkepticalBlog schon erfolglos abgearbeitet und hat sich dort grandios eine Falle „gebaut“: http://www.peak-oil.com/2013/01/ein-kommentar-zu-peak-oil-ist-geschichte-im-scienceskepticalblog/#comment-5076 Passender wäre wohl die Frage im dortigen Blog gewesen: Wer fälscht die Zahlen der EIA? Schließlich sagt diese ja: Europas Peak war 1996 erreicht und seit 2002 sinken die Fördermengen. Und in welcher Höhe liegen die aktuellen europäischen Förderzahlen wirklich?

        Und dann nicht in eine entstehende Diskussion reinziehen lassen, sondern warten und allerhöchstens immer wieder auf den Kern dieser Frage hinweisen, wenn die Argumentation zur Ablenkung neigt: Wie hoch sind die europäischen jährlichen Ölfördermengen wirklich, wenn es so etwas wie „Peak Oil“ nicht gibt?

        • Tom Schülke sagt:

          Ja…

          Das war ein Erlebnis hart an der Schmerzgrenze…

          Dennoch hat mir diese unwahrscheinlich persönlich werdende Diskussion geholfen. Das ich schön vom Kern abgelenkt wurde habe ich erst viel zu spät erkannt. Aber sich einmal solch einer Diskussion zu stellen ist eine echte Übung. Wenn man aber etwas bewegen möchte meine ich das diese Zielgruppe absolut verschwendete Zeit ist. Am liebsten würde ich ja vor höheren Schulklassen Vorträge halten um einen Einstieg in diese Thematik zu ermöglichen. Einmal hatte ich bisher das Glück das vor 2 zehnten Klassen zu dürfen. Anschauliche Beispiele Von Albert Bartlett, und anschauliche Grafiken wie zb. von Chris Martenson scheinen mir am Besten zu funktionieren. Ich befürchte, dass man es nicht vermeiden kann, auch Angst auszulösen. Aber wenigstens eine Disskussion anzustoßen ..

          Also nicht aufhören.

  4. Patrick sagt:

    Wow, ein Top-Beitrag!

    Wenn man sich dann die Realität mit Altmeier, Rösler & Co. ansieht, kann einem nur Angst und Bange werden.

  5. Florian Hoppe sagt:

    @Ert: Lustigerweise haben ja solche Leute „Die Grenzen des Wachstums“ ja nie selbst gelesen.

    Der leider viel zu früh verstorbene Matthew Siimons hat ja auch mal was dazu geschrieben.

    http://www.resilience.org/stories/2000-09-30/revisiting-limits-growth-could-club-rome-have-been-correct-after-all-part-one

    • Ert sagt:

      Wow!

      Danke für den Simmons Link – großartiger Artikel. Aber ich denke das Leute die es nicht hören wollen diese gar nicht unvorbelastet lesen bzw. die kognitive Dissonanz einsetzt.

      Ich werde aber dennoch versuchen den Link weiterzuleiten. Solche guten und langen Texte sind aber in Zeiten von „Elevator Pitches“ kaum noch kummunizierbar.

      Ich merke es ja im Job – alle wollen das komplizierteste Sachverhalte in 2 Folien oder 4 Sätzen mit aller Erkenntnis ‚rüberkommen‘. Und wenn man das nicht machen kann – dann ist man ein schlechter Kommunikator oder schlecht vorbereitet.

      Und wenn es dann einfach ist – dann wird darauf abgehoben das das ja unwissenschaftlich ist – wenn das Ergebnis nicht gefällt.

      Im Job habe ich mich aktuell auf Folien mit einem Bild und einem Wort beschränkt. Der Erfolg ist damit durchschlagender als jede Sachlich-Inhaltliche Aufarbeitung. Details gibts dann nur noch in Essayform. Echt ein Wahnwitz.

  6. Ert sagt:

    Hier noch ein Guter Artikel von Gail Tverberg:

    http://ourfiniteworld.com/2013/03/29/how-resource-limits-lead-to-financial-collapse/

    Es geht darum wie ein fallender EROEI zu einem Wirtschaftlich-Finanziellem Kollaps – schon weit vor der eigentlichen Ressourcenerschöpfung – führen.

    Gute verweise auf Peter Turchin und Surgey Nefedov Buch ‚Secular Cycles‘ und wie unsere Endwicklung Analogien mit den Zyklen der Vergangenheit hat. Hier kommen noch ein paar zusätzliche Aspekte zu Tainter hinzu.

    Sehr interessante Darstellung und Schlussfolgerungen. Nichts unbekanntes für die meisten hier – aber sehr gut aufgearbeitet und dargestellt.

  7. Florian Hoppe sagt:

    Tom: Wenns dich tröstet, ich habe erst vor kurzem erlebt wie Tritium in einer Diskussion in einem anderen Forum ziemlich sein Fett wegbekam und dann beleidigt (und ziemlich unhöflich) sich einfach gelöscht hat.

  8. Florian Hoppe sagt:

    @Artikel: Gail hat schon mehrmals über „Secular Cycles“ geschrieben.

    Passt auch teilweise zu Rubins „Warum die Welt wieder kleiner wird“. (Hab mir das Buch gestern bestellt, fand die Leseprobe sehr interessant.)

    Sein neuestes Buch „The End of Growth: But is that all bad?“ wurde bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt.

  9. Florian Hoppe sagt:

    @Methanhydrat: Tja, hier stellt sich wieder mal die Frage: Wie teuer wäre die Förderung?

    Laut Spektrum….

    http://www.spektrum.de/alias/energie/tausche-methan-gegen-kohlendioxid/1052839

    …ist die Förderung von Schiefergas effizienter (und demnach „billger“).

    Und das will was heißen.

    • Ert sagt:

      @Florian

      Danke fuer den Link. Das Forum hier ist echt ein Quell in Informationen – wow. Und dabei fällt mir immer wieder auf, das die Energiepropheten nie den EROEI mit einbeziehen… nie…. und nie argumentieren können wie es denn geht, sondern immer nur auf den technischen Fortschritt als Allheilmittel abstellen.

      Weiterhin beharren diese Menschen darauf, das die ihrerseits unbelegten Argumente solange gueltig sind, bis sie ausgeschlossen werden – was natürlich aufgrund des ggf. möglichen technischen Fortschritts nicht ausgeschlossen werden kann. Eigene Beweise? Wo würde man denn da hinkommen…..

      Nur was bringt mir der Fortschritt in 30 Jahren, wenn schon in 10 das Problem akut ist und das ausrollen der Technologie 20 Jahre und viel Energie braucht?

      Als wissenschaftlich-technische Person habe ich es da nicht leicht die Fassung zu behalten, wenn meine Gesprächspartner mal eben den mentalen Reset machen um der logikfalle zu entgehen und Ihr Weltbild nicht anpassen zu müssen.

  10. Florian Hoppe sagt:

    Oh, und wenn wir schon wieder über Schiefergas reden:

    http://thetyee.ca/News/2013/03/27/Shale-Retirement-Party/

  11. Florian Hoppe sagt:

    Und gebt euch mal den neuesten Drumbeat:

    http://www.theoildrum.com/node/9920

  12. Landwirt sagt:

    Manche Worte fallen auf fruchtbaren Boden. Hier ein Beitrag zum Ostersonntag:

    Lk 8,4 Als sich aber eine große Volksmenge versammelte und sie aus jeder Stadt zu ihm hinkamen, sprach er in einem Gleichnis:
    Lk 8,5 Der Sämann ging hinaus, seinen Samen zu säen; und indem er säte, fiel einiges an den Weg, und es wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf.
    Lk 8,6 Und anderes fiel auf den Felsen; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte.
    Lk 8,7 Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und indem die Dornen mit aufwuchsen, erstickten sie es.
    Lk 8,8 Und anderes fiel in die gute Erde und ging auf und brachte hundertfache Frucht. Als er dies sagte, rief er aus: Wer Ohren hat zu hören, derhöre!
    Lk 8,9 Seine Jünger aber fragten ihn, was dieses Gleichnis bedeute.
    Lk 8,10 Er aber sprach: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu wissen, den übrigen aber in Gleichnissen, damit sie sehend nicht sehen und hörend nicht verstehen.
    Lk 8,11 Dies aber ist die Bedeutung des Gleichnisses: Der Same ist das Wort Gottes.
    Lk 8,12 Die aber an dem Weg sind die, welche hören; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, damit sie nicht glauben und errettet werden.
    Lk 8,13 Die aber auf dem Felsen sind die, welche, wenn sie hören,das Wort mit Freuden aufnehmen; und diese haben keine Wurzel; für eine Zeit glauben sie, und in der Zeit der Versuchung fallen sie ab.
    Lk 8,14 Das aber unter die Dornen fiel, sind die, welche gehört haben und hingehen und durch Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt werden und nichts zur Reife bringen.
    Lk 8,15 Das in der guten Erde aber sind die, welche in einem redlichen und guten Herzen das Wort, nachdem sie es gehört haben, bewahren und Frucht bringen mit Ausharren.

  13. Florian Hoppe sagt:

    @Ert:

    Ich glaube ich hätte noch einen interessanten Link für dich:

    http://www.theoildrum.com/node/5528

    Ist wie jeder Artikel auf Oildrum auch als pdf zum Download bereit.

    • Ert sagt:

      @florian

      Ja, ein Klassiker von Bardi – darauf hin habe ich endlich mal Tainter gelesen. Frischt auch das Geschichtswissen auf, sehr zu empfehlen.

      Und wir sind mitten drin, immer komplexer, immer mehr Ebenen und Staatsquote… Und immer weniger Leute um mich, die die Komplexität des täglichen Wahns noch checken.

      Ich frage mich immer wie das weiter gehen soll, wenn gefühlt 95% der Bevölkerung nicht mal ein Fahrradlicht reparieren kann, geschweige den Unterschied zwischen Strom und Spannung kennen – aber alle im Internet rumschwirren und irgendwelche technogadgets haben.

  14. Florian Hoppe sagt:

    Hier übrigens noch ein guter Artikel:

    http://thetyee.ca/News/2013/03/20/Energy-Experts/

    Die die oft total daneben liegenden Energieprognosen von einseitigen Expertengruppen und die guten Treffer von besser informierten Ausseitern.

  15. Frank sagt:

    meine Erfahrungen haben gezeigt, dass man nur nachhaltig für diesen Themenkomplex sensibilisieren kann, wenn man sich die Zeit nimmt nach und nach die Dimensionen und Tragweite zu vermitteln. So konnte ich VWL-Praktikanten an das Thema heranführen. Das nimmt aber viel Zeit in Anspruch (ca. 40 h). Dabei war es auch für mich faszinierend, wie wenig gerade die Volkswirtschaftslehre auf die Aspekte der Energieversorgung einer Gesellschaft hinweist. Hier besteht klar Handlungsbedarf.

  16. Patrick sagt:

    Ich hatte am Wochenende eine kurze Diskussion mit einem guten Bekannten, der für Mercedes AMG arbeitet.

    Wir haben etwas über Peak Oil gesprochen, da er die Grundthematik kennt. Er berichtete mir, dass er das Problem darin sieht, das wir das wertvolle Öl einfach verbrennen. Ein Gefühl für die Ressource war bei ihm also vorhanden.

    Er ist allerdings der Meinung, dass Wasserstoff definitiv der Treibstoff der Zukunft wird, bei AMG selbst wird bereits damit gefahren und eine Serienproduktion sei geplant. Laut Wikipedia sind da in der Tat ausführliche Tests gelaufen (Weltumrundung mit PKW, Leichtflugzeuge, ein U-Boot, ÖPNV-Busse) und eine Serienproduktion sei analog zur Tankstelleninfrastruktur geplant.

    Bei AMG scheint man sich also quasi sicher zu sein, dass Wasserstoff die Zukunft ist!

    Wir können vermutlich davon ausgehen, dass die Technik bereits weit fortgeschritten ist.

    Was ich mich jetzt frage – da hat mir Wikipedia letztlich auch nicht alle Fragen beantworten können bzw. sooo viel Zeit hatte ich nicht – wie energieaufwändig ist die Herstellung von Wasserstoff?

    Es gibt ja anscheinend mehrere Möglichkeiten, Wasserstoff herzustellen. Ich gehe langfristig natürlich davon aus, dass das per Elektrolyse und nicht mit Erdgas (Peak Gas) als Ausgangsstoff gemacht werden muss.

    – Welche Materialien werden in großem Maße benötigt?
    – Wie Energieintensiv ist es? (i.P. müssten das ja Windkraft/Solar mittelfristig noch ZUSÄTZLICH stemmen)
    – Welche Anforderungen gibt es an die Lagerung und den Transport von Wasserstoff?
    – wie lange würde ein Umstieg theoretish dauern?
    (Zeitengpass: Peak Oil/Gas schon um 2020 herum?)

    Da Wasserstoff anscheinend aus Sicht der Autohersteller eine vielversprechende Nachfolgetechnik des Verbrennungsmotors ist, wäre die gezielte Beleuchtung des Themas Wasserstoff-Mobilität und die sich daraus oder trotz dessen eventuell ergebenden Probleme / Engpässe vielleicht ein Artikel wert?

    (Vorschlag an Norbert Rost!)

    • Norbert Rost sagt:

      Zu einer intensiven Recherche fehlt mir derzeit die Zeit. Christoph hatte kürzlich einen Beitrag aus einem VDI-Heft ausgegraben, bei der mal jemand die Umstellung des Transportsystems auf Wasserstoff grob kalkuliert hat – inklusive Erzeugungs- und Verteilsystem sowie Umbau eines Großteils der Fahrzeugflotte. Physikalische Grenzen wurden da aber nur bedingt beleuchtet. Mir selbst fehlt derzeit die Zeit, mir das komplexe Thema ausgiebig genug zu Gemüte zu führen, aber es ist jeder eingeladen, Bausteinchen zusammenzutragen und sie zur hiesigen Veröffentlichung vorzuschlagen…

  17. Florian Hoppe sagt:

    @Wasserstofferzeugung: http://www.siemens.com/innovation/apps/pof_microsite/_pof-spring-2011/_html_de/elektrolyse.html

    Eine weitere Möglichkeit an der geforscht wird ist via Bioreaktoren (Algen, Cyanobaktieren).

    @Speicherung: Tja, die ist in der Tat ein Problem. Für den Autoverkehr sind hier neuartige Freiformspeicher und feststoffspeicher im Gespräch.

    http://www.springerprofessional.de/wasserstoff-feststoffspeicher-auf-basis-von-borhydriden-15960/3952792.html

    Die Frage welche stellt ist hauptsächlich:

    Wie hoch werden anfangs bzw. in den ersten 10-15 Jahren die Kosten im Vergleich zu Benzin sein?

  18. Patrick sagt:

    Danke für die Links.
    Die Idee, überschüssige Erneuerbare Energie zur Wasserstoffherstellung zu nutzen und somit Speicher zu schaffen ist schon gut!

    Aber mal angenommen Peak Oil/Gas/Coal würde tatsächlich um 2020 herum errreicht. Wie wahrscheinlich ist es, parallel die notwendigen Erneuerbaren (für Strom und Wärme) soweit auszubauen, dass wir dann noch genügend „übrig“ haben, um damit Wasserstoff für die ca. 1 Milliarde Autos weltweit herzustellen?
    Oder meinetwegen auf die BRD bezogen…

    Infrastruktur, Kosten, Produktionskapazitäten, ob evtl. seltene Metalle usw. benötigt werden kämen noch als Fragezeichen hinzu.

    Bei all den Vorzügen des Wasserstoffes….ich stell mir das doch irgendwie schwierig vor. Selbst wenn der Elektrolyse-Vorgang für gigantische Mengen Wasserstoff nicht sehr energieintensiv ist – allein die Menge muss relativ dezentral erzeugt werden.
    Da denke ich schon, dass es irgendwo einen „Flaschenhals“ gibt?!

    • ab.er sagt:

      Hallo,

      die Wasserstoffwirtschaft steht in meinen Augen auf tönernen Füßen.

      Es muss für die Gewinnung von Wasserstoff mindestens die Energiemenge in die Elektrolyse gesteckt werden, die nachher bei der Verbrennung auch wieder frei wird. Und pro kg Wasserstoff (nicht unbedingt pro m³) wird eine enorme Menge Energie bei der Verbrennung frei.

      Und wo kommt der Überschuss-Strom her? Wenn ich mir die Windkraft-Lastkurve so ansehe, dann kommen die Windräder nur während geschätzten 20% der Zeit auch nur in die Nähe der Nennleistung, Photovoltaik dürfte ähnlich aussehen. Das heißt nur wenige (100) Stunden im Jahr haben wir richtig viel Strom und wir brauchen deshalb Elektrolyse-Anlagen für hohe Leistungen, die aber nur geringe Laufzeiten im Jahr haben. Ist das wirtschaftlich? Kann das je wirtschaftlich werden?

      Es bleibt das Problem, dass es für das Transportwesen (außer einer elektrifizierten Bahn) keine Lösung gibt, die auch nur annähernd das bietet, was heute üblich ist *und* kein Öl oder Erdgas braucht.

      Ich sehe nicht, das uns etwas wesentlich anderes übrig bleiben wird, als einfach weniger zu verbrauchen. Freiwilliger Verzicht für eine geordnete Entwicklung oder krisenhafter Zusammenbruch. Ich glaube, dass wir noch die Wahl zwischen diesen beiden Alternativen haben. Für viele sehen aber beide wohl nicht sonderlich attraktiv aus, und hoffen auf die Rattenfänger der IEA, die ihnen noch ein Business as usual anbieten, das aber leider *gegen* die Gesetze der (Geo-) Physik erkämpft werden muss.

  19. M.U. sagt:

    Eine Linie in den DGDW Szenarios ist übrigens der industrielle Output. Wie groß ist wohl die Chance für eine Wasserstoffwirtschaft?

  20. Florian Hoppe sagt:

    Eine reine Wasserstoffwirtschaft ist imo. sowieso nicht machbar. Selbst Rifkin hat seine Wasserstoffwirtschaft inzwischen zugunsten seines „TIR“ Konzeptes umgemodelt.

    http://en.wikipedia.org/wiki/The_Third_Industrial_Revolution

  21. Ert sagt:

    Also hier mal was zu Wasserstoff ca. 10 Jahre alt – aus dem Film „Who Killed the Electric Car“: https://www.youtube.com/watch?v=E4EbhkmlaK8#t=1h7m28s

  22. Florian Hoppe sagt:

    Jo, wobei man hier auch vorsichtig sein muß alles zu schlucken.

    Von jeder Automobilfirma hört man etwas anderes. Batterie oder H2, der Streit ist schon alt.

    Es gibt übrigens zu der Doku anscheinend eine Fortsetzung.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Revenge_of_the_Electric_Car

    War übrigens klar, daß sie auch Elon Musk für die Doku hergeholt haben.

    Zur Info: Tesla Motor wird von seiner Fanbase sehr gerne gehyped und Musk (auch wegen seiner anderen Firma SpaceX) gerne zum neuen Steve Jobs gehyped.

    In Wahrheit ist aber „nur“ ein PR-Genie.

    Tesla schreibt bis heute rote Zahlen, schafft es aber durch geschickte PR seinen Börsenwert hochzutreiben.

    http://www.marketwatch.com/story/tesla-motors-quarterly-loss-widens-as-costs-rise-2013-02-20

    Deshlab sehe ich auch solch positive Berichte etwas kritisch.

    http://boerse.ard.de/aktie-des-tages/tesla-motors-wenn-maennertraeume-wahr-werden100.html

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