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Britischer Militär-Think-Tank rechnet mit 500-Dollar-Ölpreis in 2040

Aussagen über die Zukunft sind unsicher. Deswegen keine Annahmen über künftige Entwicklungen zu machen, würde bedeuten, die menschliche Fähigkeit zur Vorausschau ungenutzt zu lassen. Will man heute Entscheidungen treffen, muss man eine Ahnung von künftigen Rahmenbedingungen haben. Dabei gilt es, mit Wahrscheinlichkeiten zu rechnen, denn: Aussagen über die Zukunft sind unsicher.

Militärs scheinen heute jene Akteure zu sein, die sich die weitsichtigsten Blicke erlauben. Das mag an den Wurzeln der Strategie im Militärwesen liegen: Strategie, von altgriechisch strategós „Feldherr, Kommandant“. Neben der Bundeswehr, die das Thema Peak-Oil möglicherweise in Grundsatzüberlegungen regelmäßig beobachten will, gesellt sich nun das britische Verteidigungsministerium. Eine entsprechende Studie hat Nafeez Ahmed für den Guardian ausgegraben. Diese Studie entstand als Teil des "Strategic Trends Program" und beleuchtet hauptsächlich die Frage, wie Süd-Asien in 2040 aufgestellt sein dürfte. Um dies zu beurteilen macht die Studie gewisse Annahmen über die Bedeutung von Energie für diesen geografischen Raum und kommt dabei zu Schlüssen, die bislang selten in dieser Entschiedenheit zu lesen waren.

So wird auf S. 103 beispielsweise der absehbare Ausbau der chinesischen Marine damit begründet, dass China den Großteil seiner Ölimporte auf dem Seeweg abwickelt und 85% durch die Seestraße von Malakka laufen. Das ist der kürzeste Seeweg von Ostasien in den arabischen und damit auch europäischen Raum. Daher hat China ein vitales Interesse daran, diesen Weg zu schützen.

Die Studie begründet das südasiatische Interesse an nuklear und erneuerbar erzeugter Exergie durch "steigende Treibstoffpreise" und sich reduzierende Verfügbarkeit von "easy oil" (S. 76).

Der wohl bemerkenswerteste Absatz bezogen auf das Öl-Thema ist jedoch dieser:

This increasing demand for fossil fuels, combined with greater volatility in supply and the expected passing of the point of peak ‘easy oil’, will mean that oil prices will rise significantly out to 2040. Rapid increases in price are likely to increase the viability of alternative fuel sources, such as tar sands, shale gas, coal and renewable technologies as well as nuclear energy, especially for India which has large thorium reserves. Thus, the increasing price of oil, which is likely to reach $500 a barrel by 2040, will drive the development of alternative fuel sources. (S. 72f)

Dieser steigende Bedarf an fossilen Rohstoffen, kombiniert mit größeren Versorgungsschwankungen und dem erwarteten Überschreiten des Fördermaximums beim "leicht zu fördernden Öl", bedeutet, dass Ölpreise bis 2040 signifikant steigen werden. Starke Preisanstiege erhöhen wahrscheinlich die Verfügbarkeit alternativer Treibstoffquellen wie Ölsande, Schiefergas, Kohle und erneuerbar wie auch nuklear erzeugter Energie, speziell für Indien mit seinen großen Thorium-Reserven. Deshalb wird der steigende Ölpreis, der leicht 500 $ pro Barrel in 2040 erreichen wird, die Entwicklung alternativer Treibstoffquellen antreiben. (S. 72f)

(Sprachliche Feinheiten gilt es zu beachten und im Übersetzungsversuch nicht überzubewerten! Es gilt das Original.)

Die zugehörige Fußnote 141 stiftet eher Verwirrung, sie bedeutet wahrscheinlich, dass der Autor die 500 US$ inflationsbereinigt sieht, also mit heutigen Dollar vergleicht, in 2040 der Preis mit einer 3%igen Inflationsrate dann bei 1200 US$ liegt (S. 73) Wenn China, so die Studie weiter, den heute eingeschlagenen Trend des Ölverbrauchs beibehält, würde das Land 2030 soviel Öl benötigen, wie heute die ganze Welt.

Ich wurde nach einer Bewertung dieser Zahl von 500 US$ gefragt und antwortete:

Wenn wir 2040 bei (heutigen) 500 US$ pro Barrel Öl wären, hätten wir vermutlich einen rasanten Anpassungsprozess hinter uns. Denn unsere heutige Ökonomie verträgt keine 500 US$, würde sich bis 2040 also stark angepasst haben müssen. Wenn die finanzielle Belastung in 2040 nicht größer sein soll als heute, würde eine Vervierfachung des Preisniveaus eine Viertelung des Verbrauchs bedeuten. Dieser Wert wäre nur auf zwei Wegen realistisch erreichbar:

  • a) eine entsprechende Anpassung unserer technischen Systeme (z.B. enorme Effizienzgewinne in den Verbrennungsmotoren) und teils unseres Verhaltens mit diesen Systemen (= weniger oder andere Mobilität, weil eine Vervierfachung des Wirkungsgrades von Verbrennungsmotoren kaum zu erwarten ist)
  • b) eine Wirtschaftskrise, die den Bedarf nach Öl entsprechend senkt (ebenfalls einhergehend mit weniger oder anderer Mobilität und entsprechenden gesellschaftlichen Wechselwirkungen)

Ein 500-US$-Ölpreisniveau in unserer heutigen Ölverbrauchswelt ist für mich nicht vorstellbar, weil dieser Preis für viele Unternehmen und damit die Wirtschaft im Ganzen nicht tragfähig wäre - also Krisen- und damit Anpassungsreaktionen hervorrufen würde. Ich halte solch eine "Preisangabe" für durchaus denkbar, sie aber nur bedingt vergleichbar mit den heutigen "Zahlen", weil sie in einem anderen "ökonomischen Fluidum" einzuordnen wäre (eben in einer Wirtschaft auf sehr viel niedrigerem Ölverbrauchsniveau).

Die Studie nimmt an verschiedenen Stellen auf das Ende des billigen Öls bezug, geht also in grundsätzlichen geostrategischen Annahmen vom Überschreiten des Peak-Cheap-Oil aus und läßt dies in die Überlegungen einfließen. Bezüge zu "peak cheap oil" gibt es an mehreren Stellen der Studie, man kann also sagen: Die Überlegungen des britischen Militär-Think-Tanks gehen grundsätzlich vom Überschreiten eines Fördermaximums für billiges Öl bis 2040 aus und dass dieser Fakt entsprechende Reaktionen des südasiatischen Raums nach sich zieht - mitsamt Wechselwirkungen auf den Rest der Welt.

Es mag einerseits "mutig" sein, einen Preis von 500 US$ zu nennen, eben weil Aussagen über die Zukunft unsicher sind, es ist andererseits aber konsequent: Wenn man eine Vorausschau über Zukunftsfragen machen will, ist der Preis für Energie und insbesondere der des Öls extrem wichtig. Strategische Gedanken ohne Annahmen zu den Kosten unserer Mobilität und Ölversorgung sind grob unvollständig. Ob der Preis in 2040 letztlich bei 300, 500 oder 700 US$ liegt, ist insofern nur bedingt wichtig, weil die Größenordnungen eins zeigen: Unser Umgang mit Öl wird sich ändern und zwar derart grundsätzlich, dass diese Größenordnungen irgendwie "ertragbar" sind. Für das Development, Concepts and Doctrine Centre (DCDC) ist die Größenordnungen von 500 US$ offenbar genau genug, um mit ihr zu arbeiten.

Auf dem Weg bis 2040 wird der Ölpreis also Steigerungen erleben, mit Zwischenniveaus in allen Jahren dazwischen, deren Höhe wir nicht kennen. Hält man sich am Szenario fest, welches den britischen Überlegungen zugrunde liegen, ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass der Preis beispielsweise in 2020 bedeutsam unter dem heutigen liegt. Die Tendenz, sagt der vorliegende Report, ist stark steigend. Wann fließen diese Überlegungen in die Strategien deutschsprachiger Think Tanks, Behörden und Unternehmen ein? Wann werden frühere Annahmen überdacht - oder dem DCDC entsprechend vehement widersprochen?

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79 Kommentare to “Britischer Militär-Think-Tank rechnet mit 500-Dollar-Ölpreis in 2040”

  1. Ert sagt:

    500$ – in heutiger Kaufkraft? Das sind 4,2€ pro Liter… mal Steuern ein bisschen nach unten angepasst…. sind wir bei 7€/Liter.

    Tja, problematisch ist das nicht.. einfach weniger dumm herumfahren.. nicht jeden Tag „Shoppen“ – auch keine „Nagelstudios“, kein Strassenbeleuchtung, etc. pp. Viel kann mit dem Rad gemacht werden…. Radtaschen und Lastenräder sind ne coole Erfindung – damit geht auch der Großeinkauf. Ansonsten Bollerwagen und Trolley…. klappt ja auch bei den alten Rentnern.

    Nach Zensus 2011 ist die durchschnittliche Wohnung 90qm groß (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zensus-2011-ausstattung-eigentum-alter-der-wohnungen-in-deutschland-a-903039.html) – da ist noch Raum zum quetschen. 19-20 Grad reichen auch – im Hauptraum…. alles andere max. 16 Grad. Kann mich noch an die Zeiten erinnern…. Schlafzimmer waren nie geheizt bei uns bzw. hatten nicht einmal eine Heizung!

    Der Fuß auf dem wir Leben ist riesig…. beim Rückschritt auf das Nivau von 1930 oder selbst 1960 können wir mit aktueller Technologie gigantisch spaaren.

  2. thomas sagt:

    Yeah! Mag unbedingt in diesem Leben noch so eine Pedal betriebens Hausboot bauen…http://www.gruene-flotte.de/index.php?hauptrubrik=200 wer im Osten von Österreich ist mit dabei?

  3. Flin sagt:

    http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article116908211/Menschheit-droht-Rueckfall-in-vorindustrielle-Zeiten.html

    Laut den meisten Kommentaren wird es nicht so kommen ,sondern es geht weiter wie bisher…*lach* es mag noch dauern, aber irgendwann kapiert der letzte das unendliches wachstum auf einem endlichen Planeten nicht funktioniert^^.

    • Tom Schülke sagt:

      Ich hätte gerne eine Alarmsirene auf meinem Rechner, wenn solche Artikel erscheinen.. Die Kommentatoren durch die Bank weg haben das Buch GDW kein einziges mal in der Hand gehalten.. mir kommt die Galle hoch.. und antworten sind bereits deaktiviert..

      Die sollten mal die Studie von CSIRO anschauen.. den Empirischen Nachweis, das sich alles so entwickelt wie im Standartszenario dargestellt..

      „We are right on Track“

      • Ert sagt:

        @Tom

        Was sollen die Leute auch machen – sich das eingestehen? Dann müsste sehr, sehr, sehr viele auch Ihr Leben, die Zukunft und Ihr tägliches Handeln überdenken.

        Vergiss es….
        Ich weiss was ich für einen emotionalen Ritt durchgemacht habe und immer noch mache wenn ich mich mit der ganzen Thematik beschäftige.

  4. So wie wir das in den letzten Jahren erlebt haben, reduziert sich die Nachfrage durch einbrechen der Wirtschaft und normalisiert den Preis wieder.

    Darum sind 500$ für mein Verständnis in einer noch halbwegs intakten Wirtschaft wie wir sie heute kennen sehr unrealistisch.

    500$ für mich nur unter der Maßgabe, dass dann eigentlich schon alles zu Ende ist und nur noch Militär und von der Regierung* unterstütze Wirtschaften betankt werden.

    *)
    Regierungen dürften dann längst von den Banken privatisiert worden sein. Ist ja heute schon so, nur halt noch nicht so sehr öffentlich.

  5. Roderik sagt:

    Da muss ich mal genau nachrechnen. Mein Lieblings-Johannisbeersaft von Rabenhorst kostet 3,69 Euro je 750 ml Flasche. Macht pro Liter 4,92 Euro. Das Barrel Bio-Johannisbeersaft kostet demnach 586,66 Euro. EVP inkl. Steuern und allem.
    Umgerechnet in Dollar sind das augenblicklich: 775,50 US Dollar.
    Also ich verstehe die Aufregung nicht. 500 US Dollar pro Barrel Rohöl ist eher zu wenig – vor allem wenn man noch den läppischen Energieinhalt des Saftes berücksichtigt.

    • Ert sagt:

      Martenson nennt ja Öl unsere versteckten Energiesklaven. 1l Öl hat gewaltig viel Exergie…. die ziemlich universell genutzt werden kann.

      Das Problem ist aber, das unsere gesamte globale Wirtschaft für 30$/Barrel Öl konzipiert wurde – in sofern hat Stefan Brinkmann mit seinem Kommentar schon recht.

      Wenn nun Öl zu teuer wird, schwenkt der Verbrauch (zumindest zum Teil) auf Gas oder Strom um… so das diese dann bez. der zus. Nachfrage auch teurer werden würden.

      Für mich heißt das alles in der Konsequenz: Transport/Reisen wird teurer, denn da hauen wir aktuell immer noch das meiste Öl rein – hier MUSS also die Nachfrage zerstört werden.

  6. Florian Hoppe sagt:

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-06/internationale-energieagentur-fracking-europa

    Die IEA meint jetzt auch, daß die Förderung von Schiefergas in Europa wahrscheinlich keine Zukunft hat.

    • M.U. sagt:

      Solange das Öl ohne merkliche Einschränkungen fließ kann man derartige Aussagen leicht unter die Leute bringen. Warte noch 20 oder 30 Jahre. Wir werden fracken und wenn es das letzte ist was wir tun. Verzicht? Niemals!

      • Ert sagt:

        Wenn es um die pure Existenz geht und um um „the ‚way of life‘ of the Americans is not negotiable“ (G.W. Bush) – dann wird weitergemacht bis zum bitteren Ende.

        Wenn Öl in heutiger Kaufkraft mal 500$/Barrel kosten sollte – dann ist viel möglich.

        Wer im Trend liegen will macht heute schon seinen Shop für Benzinklauwerkzeug auf ;-)

  7. Ein Händler nimm immer so hohe Preise, wie der Kunde bereit ist zu zahlen. Ganz egal, ob es dabei um Gummibärchen oder Rohöl geht. Dadurch ergibt sich das Angebot/Nachfrage Preisniveau.

    Das aber heißt, das der Ölpreis schon immer am Maximum war und ist. Erhöht sich der Ölpreis, *wird* das mittelfristig immer die Wirtschaft in die Knie zwingen.
    Dadurch ergibt sich wieder das Plateau im Förderniveau.
    Je nachdem wie viel Öl nun noch tatsächlich vorhanden ist, kann das Plateau stehen bleiben. Aber danach müssen die Ölpreise nicht dramatisch steigen, um die Wirtschaft zu zertrümmern. Da reichen schon minimale Überteuerungen…

    • Ert sagt:

      @Stefean

      Der Ölpreis ist so hoch, das damit neue explorationen noch wirtschaftlich attraktiv sind.

      Es nützt ja nichts, wenn 90% noch für 30-50$ produzieren können. Damit die 10% die fehlen auch noch produziert werden können muss das gesamte Ölpreisnivau so hoch sein, das sich das für nur diese 10% auch noch lohnt. Und das ist bei Fracking, Tiefseeöl, Teersand – je nach Größe, tiefe und Abgelegenheit des Feldes – eben aktuell bis zu ca. 110$ um das Volumen zusammenzukratzen was nachgefragt wird.

      • Das ist ja richtig, nur hält die Wirtschaft solch hohe Preise nicht lange aus und beginnt zu schrumpfen.
        Und großartige Innovationen, welche die Wirtschaft ankurbeln würden sind auch nicht zu erwarten. Die „Neuerungen“ sind nur mehr das Alte in anderen Farben, Formen und Kombinationen.

        • Ert sagt:

          Das Problem an den „Innovation“n ist oft, das Sie das aktuelle Geschäftmodell de Leaders gefährden…

          Und wenn da einer fett in Anlagen investiert hat – mit riesigen Krediten – dann kann die nächste In-Haus Innovation einfach nicht auf den Markt geschoben werden, bevor die Anlagen abgeschrieben sind oder gewaltiger externer Druck aufkommt!

    • Ert sagt:

      @M.U.

      „Fatalistisches Weltbild“ – jetzt Fang Du nicht auch noch damit an ;-)

      Das mit dem CO2 ist sowieso gegessen. Glaube ich Guy McPershon, etc. ist die Dynamik die in Gang gesetzt wurde bereits so selbstverstärkend, das wir in den nächsten 10-20 Jahren faktisch ein G.O. erleben werden… alleine durch die Klimaveränderungen und die Auswirkungen (im Bestfall nur ein paar globale Missernten, etc. pp.)

      • Flin sagt:

        Ist ja auch nicht Fatalistisch euer Weltbild sondern wohl eher Realistisch gesehen,und weitergedacht. Ich bin mir auch sicher das die Menschen weitermachen bis zum bitteren Ende. Öl,Gas dann Kohle und evtl noch Methanhydrat. Und dann nennen wir uns um in Venus 2 ^^ naja halb so schlimm.

        • Tom Schülke sagt:

          Eben… Was sollte darann auch problematisch sein ? mit Gentechnik werden wir uns schon an eine Durchschnittstemperatur von 30 Grad Plus anpassen nääää ? ;-)

          Übrigens ist gerade das Buch von Heinberg, End of Growth in deutscher Ausgabe erschienen, wer es noch nicht kennt.. noch so ein schrecklicher schwarzseher…

          • Patrick sagt:

            Oh klasse,
            ich habe mich schon sehr geärgert, dass es bisher nicht übersetzt wurde.

            Das hier müsste das richtige sein, oder?

            http://www.amazon.de/Ende-Wachstums-Konzepte–neue-Realit%C3%A4ten/dp/3937801766/ref=sr_1_6?ie=UTF8&qid=1371035626&sr=8-6&keywords=richard+heinberg

          • Tom Schülke sagt:

            Ja genau…

            liegt gerade neben mir.. ich echtem papier…

          • Ert sagt:

            Ich hatte Heinberg mal auf der Leseliste (End of Growth)… aber ein paar Amazonkommentare haben mich davon abgebracht.

            Heinberg tickt schon richtig – die Frage für mich war, ob ich durch das Buch noch neue Einsichten bekomme oder nicht.

            Mein aktueller Weg ist jetzt schon zu reduzieren, also mehr Freizeit, gleichzeitig wissen aufzubauen und im Rahmen des möglichen viele kleine Dinge anders zu machen. Also:
            – Lebensqualität jetzt.
            – Konsum zurückfahren (u.a. auch weil weniger Einkommen)
            – Im übersichtlichen Rahmen sachen Resilenter gestalten.
            – Wissensbasis verbreitern Garten, etc. pp. – immer sinnvoll, gut und macht Spass).

            Ich gehe dabei klar davon aus, das unsere Gesundheits-, Sozial- und Rentensysteme kollabieren werden. Zumindest wenn man Sie mit den heutigen Leistungen vergleicht.

            Es bedarf aber für hier und jetzt einer wirtschaflichen Basis. Aus dem Spiel austeigen und Einsiedler werden, in fremde Länder flüchten, etc. pp. sehe ich für mich aktuell als nicht sinnvoll an. Ich versuche einfach das Rad langsamer zu drehen und Sachen so umzustrukturieren das ich in Zukunft und auch schon jetzt ökonomische Abhängigkeiten verringern kann.

            Sollte es zu „Black Swans“ kommen, was überall geschehen kann, sehe ich meine Handlungsmöglichkeiten Realistisch. Der Vergleich ist: Wenn ich mich gegen alles versichere – dann habe ich nichts mehr zu Leben übrig.

          • Patrick sagt:

            Heinberg hat ja in „The Party is over“ auch ein paar Tipps in Richtung resilienter werden gegeben – auch Literaturtipps (wenn auch teilweise nur im englischen Original vorhanden)

            Ich finde das persönlich allerdings recht schwer.
            Handwerklich vollkommen unbegabt, keinen Garten (und selbst dann braucht man Anzucht/Blumenerde/Dünger…die kauft man im Laden), eher in ökonomischen Gefilden zu Hause :-)

            Aber ich denke mir: Wissen ist Macht hieß es immer und das stimmt auch. Daher kann wissen auch in der Zukunft nicht schaden. Deshalb lese ich auch fleißig weiter…nicht für für die zukünftige Mad Max Epoche ;-) auch für den Weg dahin.

          • Ert sagt:

            @Patrik

            Anzuchterde braucht man nicht.. das ist optional (ist nur nährstoffarme Erde). 3 Jähriger Kompost mit Sand oder ein bisschen Gartenerde gemischt reicht vollkommen aus.

            Wichtig ist einfach Anfangen mit Sachen – wenn es sein muss einfach mit Rukula im Blumentopf.. das Zeug ist und wächst wie Unkraut und ist lecker.. das ganze kann man dann Stück für Stück steigern.

          • Tom Schülke sagt:

            Wissen Anzueignen ist sicher ein guter erster schritt. Und was Heinberg betrifft , kann er äußerst anschaulich schreiben, auch wenn mir die deutsche Übersetzung manchmal ein klein wenig holprig erscheint.. (aber da kann ich am wenigsten lästern.. ;-) ).

            Das wissen das wir Brauchen werden ist jedoch ein wissen, das sich nicht aus der Theorie erschließt. Ich beneide diejenigen die einen Garten besitzen um überhaupt anzufangen. Dazu ist es schwer, mit zwei kleinen Kindern und einer Frau, die die Dringlichkeit des Problems noch nicht als ernst zu nehmen ansieht oder eher fatalistisch meint, man könne ohnehin nichts tun, schritte zu wagen, die den Lebenswandel massiv ändern. Obwohl mir klar ist das das lieber bald als morgen geschehen sollte. Und so geht es sicher den meisten.. Wenn die Familie von einem Einzeleinkommen abhängt, und man nicht im Grünen mit Häusschen und Garten sitzt, ist der Sprung ins kalte wasser meist zu groß.

          • Ert sagt:

            @Tom

            Es geht auch viel im Haus/Balkon.

            Sprossengarten, Topfpflanzen u.a. Rukula und anspruchsvoller Tomaten. Minibeete in Blumenkästen, etc. pp. Da bekommt man wenigstens mal wieder eine grundchecke wie das mit dem Pflanzenwachstum läuft, mit der Anzucht, den Temperaturen, der Jahreszeit, der Beschattung, etc. pp.

            Dann wir einem auch klar, das es ein Problem sein kann, mal 5 Tage weg zu fahren – ohne das wer da ist. Obst ist da pflegeleichter braucht aber Jahre und Platz. Etc. pp.

            Famile ist für mich u.a. auch so ein Thema – ich bin da gespalten ob jetzt noch ein guter Zeitpunkt ist – bei meinem Wissen – u.a. selber Kinder in die Welt zu setzten. Dabei geht es mir insb. um die bereits in Gang gesetzten Dynamiken – nicht um einen roten Knopf oder irgendwelche wirren Entscheidungen, Kriege, etc. – die es schon immer gab.

        • feuerkugel sagt:

          Die meisten Menschen haben weder an Fracking–Technologien gearbeitet noch überlegt wie man an Methanhydrat kommt. Das gleiche gilt für alle technischen Entwicklungen (SRM, NBIC usw.). Keiner wird gefragt aber alle müssen sich dann mit den Konsequenzen herumschlagen.
          So ist es z. B. unschwer zu erkennen, dass Fortschritte im Bereich des maschinellen Lernens bzw. Big Data (siehe Weiterentwicklung von Watson und Boundless Informant) die Menschheit in eine ungeheure Abhängigkeit führen werden, sei es durch eine zunehmende Beeinflussung von Regierungen und Geldflüssen oder durch die Erzeugung einer permanenten strukturellen Arbeitslosigkeit (tech kill middle-class jobs). Dennoch arbeiten einige eifrig an der Weiterentwicklung dieser Technologie. Natürlich wissen sie genau, dass aus ihren Ergebnissen eines Tages soziale Experimente werden, und deshalb ist für sie der technische Fortschritt das eigentliche Ziel der Geschichte d. h. das unumgängliche Schicksal des Menschen.

          Kurz gesagt, es sind die Architekten der technischen Zivilisation, die Wissenschaftler und Techniker, die weitermachen wollen bis zum bitteren Ende.

          • M.U. sagt:

            Jeep! Wirklich schick unser neues Eugenikprogramm. Ich kann es kaum noch abwarten mein Genom incl. Risikobewertung auf einem USB-Stick zu bekommen.

            Um 1900 fingen amerikanische Wissenschaftler an Schädel in der ganzen Welt zu sammeln. Sie vermassen Gehirngröße und Volumen um daraus Rückschlüsse über die Intelligenz bzw. das Potenzial der einzelnen Rassen zu gewinnen. Diese Entwicklung stieß in den damaligen Industrienationen auf breite Begeisterung und Zustimmung. Deutsche Wissenschaftler folgten dieser Entwicklung und führten sie bis zur letzten Konsequenz fort. Die Konsequenz waren unvorstellbare ca. 0,5 Millionen auf nur 300 Quadratmetern.

        • Patrick sagt:

          @Ert = Okay, du bist da offensichtlich schon deutlich weiter. Ist sicher nicht verkehrt. Ich habe auch mal etwas von einem Wurm-Komposter gehört, bei dem eine bestimmte Wurmart aus Bioabfall wieder Humus herstellt. Sagt dir das etwas?

          Mir wird jedenfalls immer ganz mulmig zumute, wenn ich beim Einkaufen sehe, wo das Zeug überall herkommt. Ob konventionell oder im Biomarkt – globaler geht`s kaum.

          Doch mittelfristig frage ich mich, wie man das Phosphor-Problem lösen will?
          Da lief dieses Jahr eine ziemlich gute Doku auf ARTE dazu.

          Immerhin scheint es da ein paar Ansätze zu geben, letztlich muss es wohl hauptsächlich darauf hinauslaufen, wieder eine Phosphor-Kreislauf-Wirtschaft hinzukriegen.
          Doch anscheinend wird dafür wieder „High-Tech“ benötigt, um aus Kläranlagen der großen Städte z.B. große Mengen zurück zu gewinnen.

          Nur – ob dieses High-Tech dann in der mittel- bis langfristigen Zukunft in der Form noch verfügbar bzw. reproduzierbar ist, darf ja zumindest einmal kritisch hinterfragt werden…

          • Ert sagt:

            @Patrik

            Habe keine Wurmfarm – im Kompost sind von alleine Genug :-) Kannst aber welche Kaufen um deinen Kompost zu „Impfen“.

            Phosphor? Tja, pech gehabt.. und in dem Zeug was wir aktuellbekommen ist schon massiv Uran drinn, weil Phosphor mit Uran vorkommt und die wenig belasteten Vorkommen schon alle sind.

            Herkunft im (Bio-)Markt? Ja, ist der Hammer… letzte Woche hier nur Karotten aus Israel! Kartoffel kommen im Frühjahr aus Ägypten. Die Südfrüchte sowieso aus überall.

            Die Zukunft wird einfacher werden… weniger Fleisch, weniger Auswahl – da ist riesen Potential. Alleine die Düngung mit Phosphor für Flächen die dann in die Biogasanlage kommen – Wahnsinn! Die ganze Fleischmast, wobei die China Study (http://de.wikipedia.org/wiki/The_China_Study) belegt hat das uns das nicht zum Vorteil gereicht.

            Der Wahn wird bis zum Ende gehen – was Du machen kannst ist Dich zu ändern und Vorbild/Einfluss auf Dein Umfeld nehmen.

            Geniess die schöne Zeit die wir gerade haben – Du kannst Sie schätzen, weil Du weißt was höchstwahrscheinlich kommen wird. Das ist der wichtigste Tip den ich Dir geben kann.

            Eine Lösung für alle 7 bis 8 Milliarden wird es langfristig nicht geben.

          • Ert sagt:

            @Patrik – Nachtrag

            Was ich nicht einschätzen kann: Afrika!

            Dan kann noch viel sein.. schau Dir die größe mal auf einem Globus an, wo das nicht wie auf der 2D Weltkarte gestaucht ist. Afrika ist riesig und da kann noch viel liegen was uns nochmal 10 bis 20 Jahre weiter schiebt… nicht das das dann unbedingt gut für die Welt und viele andere Arten ist…..

            Das ganze ist ein so interdepentes System, da ist schwer durchzublicken, wenn man da ein exaktes Szenario und einen Zeitablauf vorhersagen möchte.

    • http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/internationale-energieagentur-co2-ausstoss-auf-rekordhoch-a-904834.html

      Immer wieder diese Halbwahrheiten…

      Besser wäre es so:
      Durch die massiv abgeholzten und durch Landwirtschaft ersetzten Wälder kann der massive CO2 Ausstoß nicht mehr kompensiert werden. In folge dessen steigt der CO2 Anteil in der Atmosphäre.

  8. Ert sagt:

    Peak-Oil Symposium in Australien auf ABC: http://www.abc.net.au/radionational/programs/bigideas/australia27s-oil-vunerability/4565726

    Bin gerade beim Hören, ist aber eine illustre Runde die da präsent ist:
    – Anthony Perl – Professor of Political Science and Urban Studies at Vancouver’s Simon Fraser University and author of Transport Revolutions: Moving People and Freight Without Oil.
    – Ian Dunlop – Centre for Policy Development Fellow, and former senior international oil, gas and coal industry executive and Chair of the Australian Coal Association
    – Ross Povey – Director Planning and Development, Stirling Council
    – Michael Roth – Executive Manager Public Policy, RACQ

    Ggf. interessant

    • Ert sagt:

      Sehr gute Diskussion!

      Und eine Veranschaulichung daraus: Angesichts der (konventionell) vorhergesagten Verbrauchsszearien werden wir (nach Ian Dunlop) von jetzt bis 2025 ca. 72% der fossilen Brennstoffe die bis dann jemals gefördert würden.

      Ist das Realistisch?

      Also das wir in den nächsten 12 Jahren ca. 3 mal so viel aus der Erde baggern wie in den letzten 200 Jahren?

      • Ert sagt:

        Korrektur: 72% der fossilen Brennstoffe verbrauchen, die bis dann jemals gefördert würden.

      • Aus dem Bauch halte ich das für sehr realistisch vorausgesetzt, das Wirtschaftswachstum steigt weiter so wie bisher. Als zusätzlichen Verbrauch muss immer mehr Energie investiert werden, um neue Energie aus der Erde zu bekommen.

        Schema zum Wirtschaftswachstum (gestrichelte Linie)
        http://www.peak-oil.com/wp-content/uploads/2013/02/peak-oil-bester-schlimmster-fall-schema.jpg
        Der Ölbedarf steigt durch Peak-Oil also nicht mehr im Gleichschritt mit der Wirtschaftsleistung, sonder es wird zusätzlich noch mehr Öl benötigt als die Wirtschaft verbraucht. Eigentlich ein worst case Szenario wie es schlimmer kaum mehr kommen kann….

        • Ert sagt:

          Ja, sinkender EROEI und die wachsende Bevölkerung heizen das ganze exponential an.

          Genau wie der Klimawandel u.a. in der Arktis, das hat auch den exponentialen Turbo eingelegt. Und umso mehr abschmilzt, desto höher der solare Eintrag und desto mehr schmilzt ab.

          Genau wie globales Süswasser – da sind jetzt fast alle Aquifier leer und das Wasser muss wenn überhaupt möglich energieintensiv herbeigeholt werden.

          Genau wie unsere Schuldenspirale und die schuldbasierten Guthabenversprechnungen der Zukunft, die nur durch die zukünftige erhoffte (ggf. nicht vorhandene) Ertragsfähigkeit gedeckt sind – die aber an Expansion und Energie hängt.

          Wir bekommen es wirklich hin, das uns alle diese Themen auf ein mal in unser Gesicht schlagen – diese Sachen verstärken sich meiner Ansicht nach schon gegenseitig – aber wie bei allen exponentialen Trends ist eben das Stadium 5 vor 12 eben fast noch leer – nur zu 1/32stel gefüllt mit der Säure….

          • M.U. sagt:

            Und weil das alles noch nicht kruselig genug ist. Mit zunehmender Verarmung dürften dann auch noch die Fertilitätsraten wieder ansteigen.

  9. Patrick sagt:

    @Ert

    In der ARTE Doku war auch die Rede davon, dass der Großteil der Phsphorvorkommen in der Tat stärker mit Uran und Cadmium versetzt sind.
    Und dass für die Produktion von Lebensmittelzusatzstoffen aus Phosphor das Zeug abgeschieden wird, jedoch nicht für die Düngerproduktion. Also landet das munter auf den Feldern.

    Also mit weniger Fleisch habe ich in der Zukunft wohl kein Problem. Ich bin eh Vegetarier – nur meine beiden Katzen konsumieren hier im Haushalt noch Fleisch :-)

    Aber in der Tat, der Konsum von Fleisch und zu vielen tierischen Produkten allgemein ist ja in vielerlei Hinsicht ein gigantisches Problem. Für Mensch, Tier sowieso und für die Umwelt sogar an vielen Stellen.
    Wenn das keine Gründe sind, damit aufzuhören, dann weiß ich ja auch nicht…

    Hier versuche ich zumindest Vorbild zu sein/Einfluss zu nehmen. Aber selbst bei derart starken und belegbaren Argumenten ist es ja schon ein Kampf gegen Windmühlen.
    Der Zeitgeist ist eben doch genau anders herum: Alles und jederzeit bekommen wenn man es will! Überfluss pur!
    Es scheint doch irgendwie aussichtslos, da über Peak Oil, Gas, Phosphor sprechen zu wollen…

    Weniger Auswahl beim Essen finde ich schon tragischer, da ich sehr gerne Esse :-D
    Laut einer ZDF Doku sollen je nach Umstand Apfel aus z.B. Chile ökobilanztechnisch sogar besser sein als Deutsche Bioäpfel – je nach Saison. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob da wirklich alle möglichen Fakten berücksichtigt sind.

    Laut einer anderen Studie, die ich mal gelesen hatte, spielt die Transportentfernung zumindest innerhalb von Europa keine entscheidende Rolle in der Ökobilanz, sondern eher die Methode (Gewächshaus, Acker) und natürlich wenn es böse Flugware ist!
    Wie sich das dann bei überschrittenem Peak (all) Oil mit den Warenströmen entwickeln wird, wird man ja sehen.

    Aber manche Dinge haben auch irgendwie Charme. Der super leckere Deutsche (Bio-)Rhabarber macht sich wirklich prima im Kuchen! Den gab es dieses Frühjahr doch des öfteren ;-)
    Bis vor 1 Jahr habe ich glaube ich noch nie Rhabarber gegessen. Es gilt also auch, manches wieder zu entdecken.

    Zu Afrika: da kannst du Recht haben. Aber es gibt auch noch andere große Länder, wer weiß was sich noch irgendwo auftut.
    Das Problem ist eben, dass die wahren Gründe für die immer stärker werdenden Probleme dadurch irgendwie verschleiert bleiben (gehalten werden).

    Wenn die Leute klipp und klar wüssten, was Sache ist und was es zu tun gilt, könnten sich die Menschen irgendwie darauf einstellen.
    Aber die Musik wird sicher noch spielen, wenn der Eisberg längst gerammt wurde und die ersten Kabinen bereits unter Wasser stehen.

    Die Demokratie geht ja heute schon langsam aber sicher in die Brüche, Verarmung findet inmitten der EU in großem Ausmaß statt, der Krieg zw. Arm und Reich ist ja längst in vollem gange. Das Finanzsystem regiert das Politiksystem…wir haben ja schon jetzt dramatische Entwicklungen, obwohl wir praktisch noch alle Ressourcen in riesigen Mengen zur Verfügung haben.
    Die Menschen sollen ja schon keine ökonomisch offensichtlichen Zusammenhänge mehr verstehen..so interpretiere ich jedenfalls unsere Politik.
    Wenn dann irgenwann mal die ECHTEN Probleme anfangen…au weia!

    • Etwas Off-Topic:
      Vielleicht verhungern wir eher am Bienensterben als am Rohöl-Mangel:
      http://www.news.at/a/bienensterben-bienen-am-konzerthaus

      Bienen kommen zur Erholung in die Stadt!
      Das schießt echt dem Fass den Boden aus…

      Vielleicht sollten die nächsten Bienen an einer Fracking-Station beurlaubt werden oder direkt am Monsanto-Werk ;)

      • Flin sagt:

        Das ist schon verdammt Heftig,naja beim menschen merkt mans auch ..Krebs ist seit 2 Jahren Todesursache Nummer Eins bei uns.

      • Ert sagt:

        Mit der Stadt das passt schon…. Weil in der „Wildnis“ gibt’s doch nur noch Monokulturen aus Mais und Raps. In der Stadt hast du dann oft viele Garten und Grünanlagen die „klassisch“ sind und guten Pollen bieten.

        Ich habe auch einen Imker, der seine Bienen in meinem Garten stellt und das Problem mit Varia und Co hat. Das Problem – im Flugradius sind einfach zu viele Monokulturfelder. Wenigstens aber sind in den nachbargaerten noch einige Obstbäume und andere Pflanzen anzutreffen.

        Ich habe dazu noch bunten Wiesenrasen – und nicht solch einen Schrott-Rasen, der nur schöne grünen ist… Ohne jede Blume. Aber mit Roundup erst einmal alles Tod machen und dann Spiel und Sport Rasen drauf ist ja Standard….

  10. Ert sagt:

    @Patrik

    Ja, der Urandünger. Hier ein Link den ich hier schon mal gepostet hatte: http://www.strahlentelex.de/Stx_09_532_S17-18.pdf

    Zur Ökobilanz: Glaube ich keiner mehr… Das Problem: Die beziehen nie die Energie ein, die es kostet die Leute am leben zu halten, die das Produkt was bemessen wird zu produzieren. Dann müsste man auch noch die Recycling/Entsorgungskosten des ganzen Mülls mitberechnen der bei der Produktion anfällt etc. pp.

    Bez. Verschleiern und Verlängern: Siehe es als Chance und genies gleichzeitig die Zeit – es ist eine einmalige und letztendlich teuer erkaufte Spielverlängerung.

  11. M.U. sagt:

    „Siehe es als Chance und genies gleichzeitig die Zeit“
    So ist es! Ein Gedanke der mir täglich im Kopf rumspuckt wenn ich meine Mitmenschen beobachte: ob die eine Ahnung davon haben wie wenig Zeit ihnen noch bleibt? Erzählen mir von großen Zukunftsträumen. Ja schon bald wollen sie so richtig durchstarten. Neues Auto eigenes Häuschen und demnächst auf alle Fälle auch Kinder. Alles im gleichen Satz natürlich. Vor solchen Gesprächen kann ich nur noch flüchten. Es fällt mir wahnsinnig schwer da eine wohlfühlkompatible Meinung zu äußern. Aber ein paar Freunde braucht man schließlich auch noch. Selbst in illustrer Runde sind sie nur damit beschäftig auf dem Handy zu fingern und jede Kotze auf Facebook zu posten. Jeder Trend wird mitgenommen. Gigabytes an blöden Schnappschüssen sammeln. Den Moment genießen ist nicht drin. Er wird kurz Abgelichtet und die Reflexion darüber auf später verschoben. Schließlich könnte man in der Zwischenzeit etwas verpassen. Arme Irre!

    „Alles fürchtet ihr wie Sterbliche, alles wollt ihr aber haben wie Unsterbliche.“ – Lucius Annaeus Seneca

    • Ert sagt:

      @M.U.

      Danke für die Videolinks – kann ich morgen gut beim Basteln im Garten nebenbei laufen lassen.

      Ich mache zwar auch noch ein paar Sachen, die eigentlich… naja fragwürdig sind – aber alles im Rahmen. Pergola und Holzunterstand fürs existierende Häuschen das nicht gerade Energiesparend ist. Ggf. noch ein paar Effizienzmaßnahmen die Energie spaaren und sich in 5-8 Jahren amortisieren. Das alles aber ohne Schulden und möglichst in Eigenarbeit.

      Ich versuche weiter zu machen, aber alles eben im Rahmen. Infrastruktur im Garten die möglichst ohne Strom auskommt und die Lebensqualität hebt. Viel selber machen und Spaß dabei haben + den Horizont erweitern. Ist schon manchmal eine mentale Gratwanderung wenn man das sieht und annimmt was wir sehen.

      Aber ich erfahre immer wieder: Selber machen und Erfahrung sammeln ist durch nichts zu ersetzen. Ob im Garten oder beim Kochen – nur mit Praxis, Erfahrung, Beobachtung, Veränderung, Ausprobieren und Wiederholung werden Sachen richtig gut. Und gerade wenn man Sachen selber macht weiss man auch den Wert zu schätzen.

  12. M.U. sagt:

    Im Jahr 2100 werden voraussichtlich 10,9 Milliarden Menschen auf unserem Planeten leben. Das zeigen Vorhersagen der Uno. Das Wachstum findet fast ausschließlich in Entwicklungsländern statt.“ Niemals! Manchmal frage ich mich ob diese Experten einfach nur weiter explorieren oder ob sie die kritische Situation mit auf dem Schirm haben?

    Wenn man diesem Herrn glauben schenkt ist das was übrig bleibt derart Minimal ….
    https://www.youtube.com/watch?v=vbjExkoDMH4

    Auch ein Sache die mich sehr beschäftigt.
    „Wir wissen alles, wissen aber nicht wie wir dieses Wissen einsetzen sollen“
    https://www.youtube.com/watch?v=BXJU_srHqA0

    • Schnuffeltuch sagt:

      Man kann es drehen und wenden wie man will. Wir sitzen auf einem dreibeinigen Stuhl und sägen kräftig an allen tragenden Säulen:

      1. Umweltzerstörung: Egal ob Bodendegradation, Klimawandel, Zerstörung von Ackerflächen oder Verseuchung/Überfischung der Meere: Die Möglichkeiten des Anbaus von Lebensmitteln werden in Zukunft weniger.

      2. Ein völlig asoziales und zerstörerisches, rein auf Profit ausgerichtetes Wirtschaftssystem (Kapitalismus): Systemimmanente Schulden, die den Menschen als „über die Verhältnisse leben“ verkauft werden und damit die „Schuld“ (bezeichnend, dass die deutsche Sprache hier nicht wie die englische zwischen „dept“ und „fault“ unterscheidet) auf den Einzelnen überträgt. Wir erleben meiner Meinung in den nächsten fünf bis zehn Jahren die letzten schweren Atemzüge dieses kranken Auswuchses.

      3. Fossile Energie als maßgeblicher Antrieb der ersten Beiden. Die zu erwartenden Unregelmäßigkeiten und Engpässe führen das Ende der anderen Beine mit herbei.

      Wenn ich Straßenbahn fahre (Auto kann ich mir nicht leisten und selbst wenns mal besser läuft werde ich mir höchstwahrscheinlich keines kaufen) und mir die anderen Mitfahrer anschaue stelle ich mir die gleichen Fragen wie die anderen Poster hier: Merken die Leute eigentlich nichts?
      Egal welches Beinchen des Stuhls zuerst kippt, es wird vermutlich ganz ganz bitter werden. Aber mit anderen darüber reden? Das fällt mir zusehends schwerer, wenn nicht mal ein bisschen Interesse an solchen Themen zu erkennen ist. Da postet man lieber weiter Katzenbilder auf Facebook und Co…

      MfG
      Schnuffeltuch

      • Schnuffeltuch sagt:

        Verzeihung, es heißt natürlich „debt“ und nicht „dept“ :)

      • Ert sagt:

        @Schnuffeltuch

        Mit anderen drüber Reden ist schwer – die meisten machen Dicht (aus Selbstschutz) und sehr, sehr wenige gehen dann ins Konstruktive/machbare.

        Keiner will verzichten, alle wollen Lösungen ohne Verluste, Einschränkungen oder Schmerzen.

        Und genau deswegen stockt dann wieder die konstruktive Diskussion – also Diskutieren was möglich ist damit es weiter geht bzw. gehen könnte.

  13. Patrick sagt:

    @ „Genieß die Zeit“

    Klar, das versuche ich ja auch. Allerdings möchte ich auch nochmal Kind(er) haben irgendwann…und dann muss ich das schon alles etwas „unentspannter“ sehen.
    Vor allem, wenn die Kinder in der jetzigen Welt aufwachsen und sich dann irgendwann in einer komplett anderen wiederfinden werden!
    Mit IPhone und Facebook umgehen zu können ist ja heute Pflicht – wie man Lebensmittel konserviert / lagert weiß ja schon meine Generation (31 J.) praktisch nicht mehr – das sind ja schließlich Dinge aus Omas Zeiten!

    @Ert = ohne Schulden klingt sehr gut, aber das geht eben nur, wenn du schon eine eigene Hütte hast, die bezahlt ist. Ich habe kein Eigentum und leider auch keine paar Hunderttausen Euros auf dem Konto um dann mal eins bar zu zahlen ;-)

    Was will man dagegen tun?

    Mich würde ja interessieren, was andere Leser hier so genau tun.

    Infrastruktur im Garten, die ohne Strom auskommt = was ist damit konkret gemeint?

    Und Effizienzmaßnahmen in Eigenarbeit zum Energiesparen…bringst du Dämmplatten an?

    Als Mieter kannst (darfst) du eh nichts machen und auf einem Balkon kann man leider auch wenig „experimentieren“ – für tolle Ideen & Erfahrungen bin ich aber gere offen!

    • Tom Schülke sagt:

      Hallo Patrick.

      Mir gehts wie Dir.. Zwar verdiene ich nicht so schlecht (44 Jahre), aber da ich Alleinverdiener bin und nix zu erben da ist, werde ich nie ein Häusschen im Grünen haben. Keine ernstzunehmende Chance mit zwei Kindern.. So wurstel ich halt exakt im Hamburger Familiendurchschnitt umher, was aber nicht reicht um sich eine Hütte zu leisten.

      Dazu kommt, dass meine Frau nicht so recht weis ob Sie diesen Prognosen trauen will. Sie hat eher das Gefühl, das es eh nichts bringt. Auch stellt man sich die Frage… was für einen Stall könnte man sich denn zur Not tief im Osten leisten, ohne Strom, mit Schimmel und Holzwurm ? Und wenn doch, was gäbe es dort zu arbeiten ? Und wenn man es doch schafft, ist man wahrsch. eh zu alt um mit rostenden Knochen auf dem Boden umherzukriechen um Unkraut zu jäten..

      Oder besser doch ?

      Was also tu ich ? Zunächst über das Thema sprechen. Dann meiner Schwester helfen, die mit meinem Schwager einen 800m² Garten hat. Ist aber schwer, da das 30 Km entfernt ist. Dann 5000 Euro in eine Solaranlage mitinvestiert. Mit dem Hintergedanken, dass ich im Notfall einen Anteil drann habe. Ist aber dennoch schwer, ohne Eigentum.

      Es macht mich wütend, wie hilflos man ist, wenn man bei dem Vorwissen finanziell gefesselt ist. Und so wird es Millionen und Millionen gehen. Ohne massive Maßnahmen der Regierung, ohne die Gemeinden, die öffentliches Land den Menschen zur Verfügung stellen, Ohne rechtlich gesicherte Maßnahmen, ist es verdammt schwer ernstzunehmende Schritte zu tun.

      So bleibt nur die 4m² Loggia und der Dachboden mit dem Regal um langfristig haltbares unterzustellen.

      Hätte meine Frau arbeit, könnte man leichter über Teilzeit und mehr Transitiontowninitiative nachdenken. Aber als Alleinverdiener wäre Teilzeit für uns der finanzielle Abgrund. Allerdings…. der kommt ohnehin irgendwann.

      • Ert sagt:

        @Tom

        Hier ein interessantes Video von Becca Martenson (Frau von Chris Martenson) zu Ihrer Erfahrung in der Beziehung und dem Wandel von Chris: http://www.youtube.com/watch?v=VMKXxMzAh-0

        Das mit dem 800m2 Garten hört sich doch gut an. Bei mir ist es ähnlich…. wichtig ist mir aktuell: Erfahrung sammeln. Nebeneffekte: Es entspannt mich! Ich bin ausgeglichener wenn ich im Garten bin/war! Egal wie hart ich da gearbeitet habe! Und ich schätze alles was ich daraus Esse viel, viel mehr – weil ich weiss was da für eine Arbeit drin steckt.

        Alleine solche Projekte wie den Boden aufzubessern, einen Kompost anzulegen und da nicht nur Rasen drauf zu kippen. Tannenzeugs rauszuschmeissen, Wege und Beete anzulegen, Vorziehen und vermehren, etc. pp. nimmt schon viel Zeit in Anspruch – je nachdem was man vorfindet.

    • Schnuffeltuch sagt:

      @Patrick: was ich mir vorgenommen habe: In der Nähe gibts nen kleinen Biohof auf dem man für die kommende Saison für kleines Geld eine Parzelle mieten kann. So bin ich auch ohne Eigentum/eigenem Garten in der Lage etwas anzupflanzen. Das sind Skills die ich mir mittlerweile ernsthaft vorgenommen habe mir wieder anzueignen. Vllt gibts so etwas auch bei dir in der Nähe. Saatgut und notwendige Gerätschaften werden manchmal sogar auch gestellt.

      Gruß
      Schnuffeltuch

    • Vergiss das mit den Kindern.
      Das einzige was dir Kinder bringen ist die Erkenntnis, dass du es auch nicht besser kannst als deine Eltern — mal ganz knallhart gesagt.
      Zusätzlich musst du dir noch anschauen, wie deine Schützlinge in den nahenden Unannehmlichkeiten vor die Hunde gehen.

      Also wenn du nicht wirklich Schmackes unterm Ar… hast ordentlich einstecken und austeilen kannst, solltest du es lieber lassen.

    • Ert sagt:

      @Patrik

      Kinder: Schwieriges Thema – haben möchten, leisten können und Verantwortung gegenüber dem was man da ins Leben bringt wenn man den großen „die off“ nach LTG für realistisch hält… Ich kann das Derzeit nicht mir mir vereinbaren. Sehr persönliche Entscheidung.

      Schulden: Habe immer nur Sachen gemacht die ich Cash machen konnte. Habe seit Jahren kein Auto mehr, kleine Wohnung, im Winter nur ein Zimmer „richtig“ auf 20 Grad geheizt, Rest auf 15-17 Grad. Alles so das es keine Frost/Feuchtigkeits etc. Schäden gibt. Mir reicht das wirklich…. eine Heizung hatte ich in meinen Schlafzimmer im Elternhaus auch nicht.

      Infrastruktur im Garten, die ohne Strom auskommt: Wasser sammeln wo es geht, alles so anlegen das es auch mal ohne Strom geht. Sachen die Maschinen benötigen jetzt machen!

      Und Effizienzmaßnahmen in Eigenarbeit: Betrifft Eltern. Also anstehende Heizungsmodernisierung (Öl Niedertemp. auf Gas Brennwert), Digitalthermostate, und anstehend Bodenplattendämmung (Eigenarbeit). Alles mit kurzer Amortisation, weil das Haus energetisch sowieso Mist ist – aber Abreissen und „ganz richtig“ machen nicht bezahlbar ist.

      Ich gehe davon aus, das wenn es enger wird – auch wieder viele Leute sich einen Wohnraum teilen werden/müssen. Der Anspruch heute auf 40qm bei einem Einzelhaushalt nach SGB II wird uns in einigen Jahren absurd luxuriös vorkommen.

  14. Patrick sagt:

    Bezüglich Kinder macht ihr einem ja wirklich Mut ;-)

    @Ert
    Das klingt schon recht gut, was du so machst. Darf ich fragen, was genau du beruflich machst? Da du kein Auto hast…ich selbst muss zwar „nur“ 10 km zur Arbeit fahren, aber es ist zu weit für’s Fahrrad (vor allem weil es bergig ist, vom Deutschen Wetter mal abgesehen)
    Doch wenn es mal hart auf hart kommt, sind Fahrgemeinschaften sicherlich die 1. Lösung. Das ist heute aufgrund von etwas individueller Arbeitszeit noch nicht wirklich möglich.

    Wenn ich da aber an all die Pendler denke…puh, die werden es irgendwann aber mächtig schwer haben.

    15-17 Grad in den meisten Zimmern ist echt HART :-)
    Frau wird da mächtig frieren…das Risiko krank zu werden ist natürlich auch nicht zu verachten.
    Vor allem auch bei älteren Menschen.

    Äh, wofür steht jetzt LTG genau?

    Das mit den Wohnungsgrößen sehe ich ähnlich. Es gibt eine Menge große Häuser, die irgendwann sicherlich am stärksten Wert verlieren, weil sie kaum noch jemand beheizen kann.
    Es sei denn man hat genug Geld, um das Dach mit Photovoltaik voll zu pflastern und parallel noch einen Holzkamin oder etwas ähnliches zu betreiben (für die dunklen Tage)

    Hat eigentlich schon mal jemand an so einer Transition Town Initiative teilgenommen hier?
    Vielleicht gibt es da ja auch entsprechende Kurse, z.B. optimale Gartengestaltung mit low-tech, Dämmung selbst machen etc.

    • Ert sagt:

      @patrik

      Bürojob. Anfahrt mit ÖPNV und Rad. 10km ist nicht viel – mal über ein Pelec nachgedacht? Oder ein Faltrad in Kombination mit ÖPNV?

      LTG = Limits To Growth Studie von Meadows & Co.

      Bez. Heizung: Ein warmer Raum reicht meiner Ansicht fuer eine Person. Das was wir heute machen ist alleine im Vergleich zu den letzten 200 Jahren ein Wahn. Alleine das alle um mich das Bad auf 23 Grad haben wollen, wobei sich dort nur ein paar minuten aufgehalten wird….. Kalt abduschen, dann ist’s warm! Wenn dort die Wäsche im Winter getrocknet wird und kein Fenster da ist um nach dem Duschen zu lueften versteh ich es ja…. Aber sonst?

      Krank wird man eher in überheizten raeumen oder wenn die Bewegung fehlt. So zumindest meine Meinung und Erfahrung.

      Schönen Tag!

  15. Florian Hoppe sagt:

    LTG = Die Grenzen des Wachstums

    Ich empfehle mal das 30 Jahre Update zu lesen oder auszuleihen.

    http://www.amazon.de/b%C3%BCcher/dp/3777613843

    Von Randers 2052 rate ich eher ab, weil es sich nur auf eines der in der Studie modellierten Szenarien beschränkt (und zwar Nr.3)

    Eine Studie des Australiers Graham Turner verglich übrigens die Realität von 1970-2000 mit den Modellen und stellte starke Übereinstimmungen mit Szenario 1 fest.

    http://www.smithsonianmag.com/science-nature/Looking-Back-on-the-Limits-of-Growth.html
    http://www.csiro.au/files/files/plje.pdf

  16. Patrick sagt:

    @Ert

    Es gibt leider keien ÖPNV Verbindung zu meinem Arbeitsort – es ist doch eher ländlich geprägt. Und auf meinem Weg liegt zum Großteil Schnellstraße (70 bzw. 100 km/h – da mit dem Rad fahren grenzt an Selbstmord) und eine sich lang hinziehende Steigung. Nach diesen 10 kmh könnte ich mich erstmal unter die Dusche stellen. Abgesehen davon würde es deutlichst mehr Zeit kosten, die mir wirklich abgeht!
    Wäre es eine gerade Strecke, könnte man das im Sommer sicherlich versuchen, aber hier am Rand des Sauerlands ist das mit dem Fahrrad leider nur suboptimal (trotz gutem Mountainbike, obwohl ich jetzt nur so mittel-sportlich bin *g) und es regnet hier auch ziemlich oft. Passt auf jeden Fall nicht so gut zum Bürojob, den auch ich habe.

    LTG = ah, alles klar!

    Also bzgl. der Heizung muss ich dir Recht geben. Das Bad heize ich praktisch auch nur im Winter etwas, damit es kein Theater mit eingefrorenen Wasserleitungen gibt (ist die Windseite des Hauses), ansonsten hauptsächlich nur das Wohnzimmer, weniger die Küche und das Schlafzimmer nur wenn es richtig eisig ist. Also 23 Grad erreiche ich nur unfreiwilligerweise im Sommer :-)
    Heizen würde ich niemals auf so hohe Temperaturen.
    Aber noch haben wir ja keine Engpässe zu befürchten…das dürfte wohl erst in einigen Jahren auf uns zukommen.

    (Bei Öl ist zumindest Klaus Bergmann von Esyoil.com da recht zuversichtlich, bei Gas müssen wir wohl weiter auf Russland setzen)

    @Florian Hoppe

    Lohnt sich das 30-Jahre Update denn wirklich?
    Ich habe „Die NEUEN Grenzen des Wachstums“ gelesen, das müsste wohl die 2. Ausgabe gewesen sein.

    • Ert sagt:

      Schnellstrasse?

      Hm… also LKW dürfen ausserorts sowieso nur 60km/h fahren. Schreibt doch mal die zuständige Strassenverkehrsbehörde an.

      Schilder denen, das Du da mangels ausserörtigem Radweg der zu der Schnellstrasse XYZ im Streckenabschnit ABC ein hohes Gefährdungspotential für den Radverkehr – ausgehend vom Kraftverkehr siehst, der u.a. oft auch nicht die Geschwindigkeitsbeschränkungen einhält.

      Nun gäbe es zwei Möglichkeiten zum Schutz des Radverkehrs: 1) Ein Tempolimit auf 60km/h, also auf das Maß das auch dort LKW nur fahren dürfen oder 2) Die Anlage eines ausserörtigen und strassenbegleitenden Radweges nach ERA 2010.

      Du musst nur aufpassen, das die nicht einfach versuchen dem Radverkehr die nutzung der Strassen zu verbieten – aber dennoch keine Alternative schaffen.

      Mehr Infos u.a. zur Förderung: http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/foerderung-bund/

  17. Florian Hoppe sagt:

    @Patrick: Nicht ganz, NGDW hieß im eng. Original „Beyond the Limits“ und war um einiges aktueller.

    Das 30 Jahre Update ist deshalb eine weitere Ergänzung des Originalberichts, welcher die aktuelle Datenlage vergleicht.

    Interessant ist übrigens die heutige Postion der noch lebenden Hauptautoren.

    Dennis Meadows glaubte damals, daß die schlimmsten Folgen eines globalen Zusammenbruchs verhindert werden könnten. Mittlerweile ist er zum Zyniker geworden. (Und nicht mehr Mitglied des Club of Rome)

    Jorgen Randers war ehemals ein Zyniker, ist aber inzwischer eher Moderat geworden. (Und hält Szenario 3 von World3 am wahrscheinlichsten.)

    Inwie weit welches Szenario nu nwirklich eintreffen wird ist immer noch schwer einzuschätzen.

    Gail Twerberg z.b. kritisiert z.b. daß Ressourcenpreise und Schulden im Model nicht berücksichtigt wurden.

    http://ourfiniteworld.com/2011/10/24/2012-reaching-limits-to-growth/

    • Ert sagt:

      Gail ist da sehr gut. Zwar ist unser ganzes Finanzsystem nur ein Mensch gemachtes Konzept/Problem/Ding – das Ding hat aber massive Auswirkungen in der physischen „Realität“. Das die Auswirkungen ziemlich Fett sind bzw. als solche angenommen werden sehen wir ja an vielen Maßnahmen seit 2008.

  18. Florian Hoppe sagt:

    Na ja, wobei sich die Frage stellt wer hier in Wahrheit gerettet wurde.

    http://www.vorwaerts.de/artikel_archiv/25100/vom-stillen-staatsstreich.html

    Allerdings werden die Banken bei der nächsten Finanzkrise wahrscheinlich „To Big to BAIL“ sein.^^

    Ich lese ja grad wieder Emmanuell Todd, nachdem ich heute ein Interview mit ihn über seine Enttäuschung mit Francois Hollande gelesen habe.

    http://translate.google.de/translate?sl=fr&tl=en&js=n&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&u=http%3A%2F%2Fwww.marianne.net%2FGoodbye-Hollande%25C2%25A0_a228622.html&act=url

    Die Forderung von ihm und seine intellektuellen Kollegen nach einem neuen intelligenten Protektionismus sind ansich richtig, nur haben sie imo. den Fehler gemacht hier auf die Politik zu hoffen. (Welche leider wegen der oben beschriebenen Ursachen handlungsunfähig ist.)

    Wahrscheinlicher ist imo. ein „indirekter Protektionismus“ hervorgerufen durch höhere Öl und Energiepreise, wie ihn Jeff Rubin beschrieben hat. (Welcher wie wir wissen aber deutlich unangenehmer ausfallen wird.)

  19. M.U. sagt:

    http://future.arte.tv/de/thema/was-tun-antworten-fur-die-zukunft

    Den Beitrag von Tim Jackson finde ich sehr gut. Realistische Einschätzung.

    • Ert sagt:

      Wow – klasse die „Was tun?“ Serie bei Arte! Da kommen wirklich großartige Leute/Denke zu Wort.

      Und Jackson ist wirklich gut. Und Meadows ziemlich niedergeschlagen: „Es ist zu spät für eine nachhaltige Entwicklung, weil unser Handeln nicht nachhaltig ist. Aber es ist nicht zu spät, über Anpassungsstrategien nachzudenken.“

      • Florian Hoppe sagt:

        @Meadows: Seine Insel Strategie macht Sinn. Und seine Niedergeschlagenheit ist verständlich. Das „Business as usual“ Szenario ist bisher eingetroffen und seine Studie wurde jahrzehnte lang diffimiert, ähnlich wie es aktuell beim Klimawandel geschiet.

        @Jackson: Habe sein Buch vor ca. 2 Jahren gelesen. Es war sehr interessant, nur hab ich mich immer gefragt wie er das ganze finanzieren will. Unter dem derzeitigen wirtschaftlichen System wird das gewiss nicht funktionieren.

        Ich lese ja aktuell, wie ich schon mehrmals erzählt habe, Emmanuel Todd.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Emmanuel_Todd

        Seine Bücher haben zwar null mit Peak Oil zu tun, jedoch sind seine soziologischen Analysen hoch interessant und erklären teilweise die Entwicklung der letzten Jahrzehnte. Kann sie jedem nur empfehlen, wobei einige der Bücher leider nur noch in guten Stadtbüchereien zu finden sind.

  20. Patrick sagt:

    Ich habe mir gestern abend mal den Vortrag von Steffen Bukold bei der Seminarreihe Peak Oil Münster angesehen.

    Besonders interessant fand ich seine Zusammenstellung der unterschiedlichen Szenarien, die von den einzelnen Organisationen wie Energy Watch Group, ASPO, IEA etc. erstellt wurden.

    Da sind ja ERHEBLICHE Unterschiede zu erkennen!

    Und sein FAZIT scheint ja auch eher so zu sein, dass wir in 2030 noch einiges an Öl haben werden.

    Auch Preissteigerung in einem gewissen Rahmen sieht er als nicht so problematisch in Bezug zum BIP an (solange es nicht dramatisch einbricht vermutlich).

    Ich weiß nicht, wie wie andere das hier einschätzen. Ich kann es gar nicht mehr einschätzen, habe aber die zunehmende Befürchtung, dass die „anderen großen“ Probleme sogar noch vor dem großen Förderrückgang eintreten könnten:

    1.) Finanzsystem kollabiert.
    Das wird sicher nicht mehr bis 2030 durchhalten

    2.) Klimafolgen werden bereits vor 2030 zunehmend problamatisch?
    ( = also erst das Senkenproblem und dann das Quellenproblem – in Bezug auf LTG ?)

    3.) Förderrückgang aller brauchbaren Ölprodukte

    Da drängt sich schon so ein bisschen die Frage auf, auf welche Problemfelder man sich als erstes vorbereiten sollte? Also welche Prioritäten? Heute schon die Selbstversorger-Nummer in Ansätzen beginnen (wer kann) – und morgen vielleicht die Hypothek nicht mehr bezahlen können und die Hütte ist weg, ist ja auch blöd.

    Ich bin ja sehr gespannt, was Richard Heinberg in dem Buch „Das Ende des Wachstums / The End of Growth“ zu sagen hat.

    Wenn man Bukolds Zusammenfassung hört, sieht es ja eher nicht danach aus, als würde DAS ERDÖL in nächster Zukunft ein limitierender Faktor für weiteres Wachstum sein. (auf das ja alle Politiker so grell sind)

    Vielleicht ist es auch hier eher das Finanzsystem?
    Wahrscheinlich verlagert sich alles nur. Europa und USA übergeben den Stab langsam aber sicher an die Schwellenländer und die drehen auf während wir zurückfahren..
    Dann würde unsere Wirtschaft leiden, der Ölverbrauch sinkt hier, während er woanders steigt.

    Irgendwie merkt man doch, es fehlt einfach an ganzheitlichen Konzepten, an denen man sich orientieren kann.

    Da fragt man sich schon, was man den nun konkretes tun soll? Mit dem Fahrrad fahren wo es geht ist sicher gut, dadurch rettet man aber leider weder sich noch andere oder die Welt.
    Einen Biohof mit anmietbaren Parzellen gibt es meines Wissens in meiner Nähe nicht.
    Und die persönliche freie Zeit ist neben der Arbeit und vielleicht einem Hobby (Sport) auch durchaus überschaubar.

    Irgendwie pendelt man doch ständig zwischen zwei Welt.
    Die heutige Realität und dieser vagen Vermutung einer vielleicht eintretenden Zukunft, die gar nicht so rosig ist.
    Da ist die richtige Orientierung gar nicht so einfach…

    • Ert sagt:

      @Patrick

      Ich verfolge das Thema Peak (Cheap) Oil schon seit ca. 8 Jahren – aber einen endgültigen Reim kann ich mir auch nicht darüber machen – mir fehlen letztendlich einfach die Daten um das alles in Verhältnisse zu setzten. Fracking & Co. zeigen allerdings an, das es Eng ist. Nicht wegen dem Fracking oder der Teersände an sich – aber wegen der relativen Kosten pro Barrel. Es zeigt aber auch was alles gemacht werden wird.

      Aus Deinen Antworten entnehmen ich das Du in etwas genau so weit bist wie ich und an den gleichen Punkten Dir die Fragen stellst. Eben spannende Zeiten.. und ich denke auch das ein Zusammenwirken von mehreren Faktoren die nächste Welle auslösen kann – wohin Sie uns auch immer treiben wird.

      Du schreibst: „Heute schon die Selbstversorger-Nummer in Ansätzen beginnen (wer kann) – und morgen vielleicht die Hypothek nicht mehr bezahlen können und die Hütte ist weg, ist ja auch blöd.“.

      Ich sehe das anders: Ich gewinne durch das „Teilzeit-Selbstversorgen“ Erfahrungen und Plan…. Ein Garten ist kein Selbstläufer… alles muß erfahren und einmal erlernt werden – meinen Kopf nehme ich überall hin mit (bin ja kein Highlander ;-).

      Wichtig ist nur: Das ich auch Spaß an dieser Sache habe und Sie nicht aus einem selbst auferlegten Zwang mache! Und alles was im Garten klappt und funktioniert ist genau so wie mit dem Fahrrad auf einen Berg fahren – man kotzt teilweise und verflucht die Idee des losfahrens beim Anstieg, möchte aber hinterher und insbesondere auf dem Gipfel und bei der Abfahrt das ganze nicht mehr missen.

      Die Freude ist umso größer, desto größer die Anstrengung war das Ziel zu erreichen. Und mit der richtigen Perspektive macht sogar die Anstrengung ganz viel Spass – insbesondere wenn Sie keine Solonummer ist.

      Schönen Abend!

  21. Florian Hoppe sagt:

    @Schwellenländer: Na ja, hier darf man auch nicht vergessen, daß diese genauso am Öltropf hängen wie hier.

    Gail Tverberg schrieb letztens diesen Artikel, daß z.b. in China und Indien hohe Ölpreise allmählich scho nbeginnen Auswirkungen auf das Wachstum zu haben.

    http://ourfiniteworld.com/2013/06/07/high-oil-prices-are-starting-to-affect-china-and-india/comment-page-2/#comments

    @Szenarien: Tja, ist halt ähnlich wie bei LTG.

    Ansonsten, hol dir auch das „andere“ End of Growth Buch.^^ (habs ja schon im anderen Beitrag empfohlen.)

    http://www.amazon.de/The-End-Growth-Jeff-Rubin/dp/030736089X

    10,99 € für die Kindle Edition ist echt nicht viel und es gibt ja die kostenlose Kindle App von Amazon.

  22. Patrick sagt:

    Einen Kindle etc. habe ich nicht. Ich mag tatsächlich nur richtige Bücher. :-)
    Und (neue) Bücher kaufe ich praktisch immer nur im örtlichen Buchhandel. Hier:
    http://www.buch-daub.de/

    @Ert = Ich finde das mit der Gartenarbeit auch total klasse. Wer die Möglichkeit hat, sollte es tun.
    Mir fehlt sowohl der Garten als auch die wirkliche Zeit dafür.
    Ich wollte bloß anmerken, dass ich die akkuteste Gefahr in der näheren Zukunft noch am ehesten im Finanzsystem sehe.

    Klimafolgen und Peak-Folgen erwarte ich erst nachrangig, auch wenn das natürlich spekulativ ist.

    Emmanuel Todd kenne ich gar nicht, aber die Wikipedia Seite scheint ja doch interessantes zu versprechen. Den Namen werde ich mir mal notieren.

    Steht denn in Jeff Rubins Buch nun irgendetwas neues, was wir durch LTG oder Richard Heinberg noch nicht wissen?

    Dass die Schwellenländer auch am Öltropf hängen ist mir klar. Nur rein Ökonomisch könnten sie uns in den nächsten Jahren doch die Ränge streitig machen und – wenn man Bukold glauben schenkt – sobald soll eben Öl noch nicht der limitierende Faktor werden.
    Wachablösung könnte man das vielleicht auch nennen.
    Aber auch das ist natürlich wieder spekulativ :-)

    Je mehr ich einerseits dazu erfahre desto weniger glaube ich, andererseits wirklich zu wissen.
    Es ist schon irgendwie verhext.

  23. Florian Hoppe sagt:

    Ich hab bisher noch nichts von Heinberg gelesen, aber ist halt oft das Insiderwissen interessant, da er ja 20 Jahre lang Chefökonom bei einem großen kanadischen Geldinstitut war.

    Er hat Einblicke die Nicht-Ökonomen oft nicht habe, außerdem waren imo. in seinenh 2 Büchern die Kapitel über den Nahen Osten und Dänemark interessant.

    Und @Kindle: Ich hab das Buch wie gesagt nur via der Amazon PC App gelesen. Rubins zweites Buch ist wie gesagt leider nur auf englisch erhältlich und die Druckversionen sind echt schweineteuer.

    Ich plane ja einige meiner alten Bücher (hauptsächlich lang vergriffene Werke) wenn ich mal Zeit habe einzuscannen und als E-Book/Pdf zu archivieren. Manches Wissen ist imo. zu kostbar, daß man sich darauf verlässt, daß seine Bücher ewig halten. (Und besonders bei einigen Out of Print Sachbüchern ist es imo. eine Pflicht diesse zu bewahren.)

  24. […] der Diskussion zum Artikel über das 500-US$-Preis-Ziel des britischen Militär-Think-Tanks DCDC zeigt sich die Verunsicherung von Peak-Oil-Beobachtern, ob angesichts sich ausweitender […]

  25. Florian Hoppe sagt:

    @Patrick: Sicher, habs mir vor knapp 2 Monaten gekauft.

    Imo. sehr lesenswert.

    Kannst ja mal in die Leseprobe hineinschauen.

    http://files.hanser.de/hanser/docs/20100311_21311145949-62_978-3-446-41955-1_Lesezeichen.pdf

    Aktuell überlege ich mir das neue Buch von Bardi zu besorgen, würde aber gerne vorher wissen ob es sich lohnt.

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