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Shell im Umbau: Schwimmende Gasfabrik geplant

Der Ölkonzern Shell macht derzeit mit verschiedenen Meldungen auf sich aufmerksam:

Sieht so der Umbau eines Ölkonzerns in Zeiten des globalen Ölfördermaximums aus?

Es gibt Seltsamkeiten:

Und das, nachdem der Konzern Mitte Januar einen Gewinneinbruch für 2013 von fast 40% vor-berichtete.

Man wundert sich: Die Firma verkauft Anteile an Projekten weltweit und kauft (in vergleichsweise bescheidenem Maße) eigene Aktien zurück. Will die Firma sich aus dem Ölgeschäft zurückziehen und ins Devisengeschäft einsteigen?

Unwahrscheinlich.

Vielleicht sagt diese Meldung mehr: Shell plant eine Art schwimmende Fabrik, die dazu eingesetzt werden soll, kleinere oder weit von der Küste entfernte Gasfelder abzuernten, indem das Schiff das geförderte Gas sofort verflüssigt. Eine solche Tankfabrik soll den Gas-Jahresbedarf Honkongs speichern können. 10 Milliarden US$ kostet dieses "Ding", das in Südkorea in Arbeit ist. Das ist alles andere als eine kleine Summe und läßt fragen, ob die Verkäufe dazu dienen, dieses und andere Sonderprojekte zu finanzieren.

Wenn Shell auf solche "Schiffe" setzt, muss die Frage erlaubt sein, ob künftig weit abseits der Küsten nach Kohlenwasserstoffen gebohrt werden soll. Die Erdoberfläche ist zu 71% von Meeren bedeckt und längst nicht überall sind die Küsten so nah wie in der Nordsee. Die ganze Südhalbkugel ist nahezu jungfräulich, was Gas- und Ölprojekte angeht. Ein schwimmendes Gas-Sammel-und-Verflüssigungsschiff könnte möglicherweise in Regionen unterwegs sein, die bislang keine Rolle spielen, weil die pipelinegebundene Fördertechnik dafür nicht nutzbar ist. Nicht auszuschließen ist, dass Shell mit diesem Werkzeug auch die Methanhydrat-Vorkommen im Auge hat, die spätestens mit Frank Schätzings Roman "Der Schwarm" gewissen Bekannheitsgrad erhielten. Methan ist jedoch ein extrem starkes Treibhausgas, Methanhydrat kontrolliert zu fördern dürfte schwierig sein.

Geschäftlich hätte solch ein Mega-Tanker zweifellos seine Vorteile. Statt stationäre Gasverflüssigungsanlagen zu bauen wird Tanker und Gasverflüssigung in eins gebaut. Die teils stark regionalisierten Gasmärkte wären damit gezielt ansteuerbar und Preisunterschiede auf den einzelnen Kontinenten ließen sich gezielt ausnutzen. Statt in die USA würde solch ein Gefährt derzeit Europa oder Asien anlaufen, denn dort ist der Gaspreis wesentlich höher.

Gerüchteweise wird die erste Tankerladung mit arktischem Offshore-Öl in diesen Wochen in der EU erwartet. So wie die Arktis inzwischen Tummelplatz für Ölsucher ist, könnte Shell auch andere Meeresgebiete zum Fördergebiet erklären. Um Peak Oil und Peak Gas wesentlich in die Zukunft zu verschieben, bräuchte es sicherlich mehr als eine dieser schwimmenden Gasfabriken. Zu Risiken und Nebenwirkungen einer Gasförderung mittels großtechnologischer Schwimmfabriken auf den Weltmeeren fragen Sie jedoch besser nicht Shell.

Die genauen Zahlen zu 2013 will Shell heute im Laufe des Tages bekanntgeben. Mal sehen, ob da auch klarer wird, wohin der Ölkonzern all das Geld stecken will, was er durch den Verkauf der verschiedenen Projekte erlöst.

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31 Kommentare to “Shell im Umbau: Schwimmende Gasfabrik geplant”

  1. Ert sagt:

    Ugo Bardi hat dazu einen passenden Eintrag, der die gestiegenen Energie-Kosten bei der Goldförderung betrachtet – und dabei werden nur die direkten Dieselkosten bei der Produktion thematisiert: http://cassandralegacy.blogspot.de/2014/01/extracted-problem-with-mining.html

    Von 2010 zu 2013 eine verdopplung des direkten Dieselanteils von 56$ auf ca. 113$ – ich denke mal das sollte bei Kupfer und anderen Ressourcen und Metallen auch nicht anders aussehen.

    Wenn das Goldpreise fallen, Ölpreise stagnieren – dann sind das alles keine guten Aussichten für diese Firmen.

  2. Michael Egloff sagt:

    Hallo Ert,
    ich habe kürzlich gelesen, dass die Riesentrucks in der größten Kupfermine in Chile bereits 45 Minuten unterwegs sind, um das Kupfererz vom Grund der Mine bis zu den Abkippstellen am Rand der Mine zu transportieren und dabei fast 1000 Höhenmeter zurücklegen müssen.
    Zudem ist der Kupfergehalt deutlich geringer als zu der Zeit, als die Mine noch nicht so tief war.

    Also: immer mehr und immer längere Fahrten der Riesentrucks für eine Tonne Kupfer, ein wesentlich größerer Höhenunterschied, der zu überwinden ist und dazu noch die wesentlich höheren Treibstoffkosten als z.B. vor 15 Jahren.

    Und: Öl ist überhaupt der Schlüssel, um Metalle, Phosphate usw. in heutiger Menge und zu heutigen Preisen verfügbar zu machen.
    Im Nach-Öl-Zeitalter, das in den importabhängigen Ländern nicht mehr viele Jahrzehnte entfernt ist, wird niemand mehr Tagebaulöcher von mehreren hundert Meter Tiefe in die Erde graben können, um an Metalle ranzukommen.

    Auf Peak Oil folgen mit etwas Zeitversatz zwingend Peak Cobalt, Peak Copper, Peak Coal und Peak Phosphate, um einige Beispiele zu nennen.

    Peak Oil füht nachfolgend zu Peak everything. Da nutzten dann auch Ressourcenangaben zu den einzelnen Rohstoffen nichts mehr. Die förderbare Menge pro Zeiteinheit wird immer geringer werden, auch wenn summa summarum noch große Mengen an Kohle, Kupfer oder Phosphaten in der Erde liegen.

    Das alles trifft natürlich auch auf einen Rohstoff zu, aus dem die schillerndsten Träume des Nach-Erdöl-Zeitalters gemacht sind: auf Lithium. Denn die besten Vorkommen befinden sich weit abgelegen und in großer Höhe. Ohne Öl kann man sich massenhafte Lithiumgewinnung für die Batterien von zig Millionen E-Cars pro Jahr abschminken.

    • Frank Bell sagt:

      @ Michael Egloff

      Wenn der Abbau (in dem Beispiel) teurer wird, warumm werden dann Kupfer, Gold, Silber, Molybdän, etc. immer billiger?

      Warum fallen die Preise der Rohstoffe (Erdöl könnte bald billiger werden, denn warum sonst war Iran in Davos?), wenn die Förderung teurer wird?

      • Michael Egloff sagt:

        Hallo Frank,
        die Preise der meisten Rohstoffe haben sich in den letzten 15 Jahren vervielfacht.
        Es ist irreführend, sich einen Zeitraum von 2 oder 4 Jahren rauszusuchen, in denen die Preise sich tatsächlich nach einer vorübergehenden Übertreibung auch mal wieder reduziert haben. Der langfristige Trend in den letzten 15…20 Jahren ist entscheidend.
        Und für die Zukunft entscheidend sind eben auch nicht die nächsten 2 Jahre, sondern die nächsten 20 Jahre.
        Also der Zeitraum, in dem ich mein restliches Leben zu verbringen gedenke.

    • Ert sagt:

      @Michael

      Ich habe nach einen Vortrag über die Ressourcen-Sicherheit, Verfügbarkeit und der Preise den Vortragenden mal bez. der energetischen Kosten, der immer weiter stiegenden Aufwände, Peak-Oil, etc. pp. gefragt.

      Die Antwort – ich erinnere mich nicht mehr an den Wortlaut – war in dem Rahmen, das man das nicht so kritisch sehe und auch die Fördertechnik immer besser werde und mit Skaleneffekten und Effizienzgewinnen andere Faktoren (so hofft/schätzt man) zum großen Teil kompensiert werden.

      Ich bin mitunter sehr ernüchtert. Ich bin inzwischen leider zur Ansicht gelangt das die „Experten“ nicht sagen was Sache ist bzw. deutlich weniger „Plan“ haben als ich. Viele schauen wirklich nur auf Ihren Bereich und sehen die systemische Vernetztheit gar nicht – bzw. wollen diese gar nicht sehen. So werde ich auch oft für meine „globale“ Sicht auf Themen, die neben Technik noch Organisationsstrukturen und Einzelmotivationen berücksichtigt kritisiert. Seis drumm….

      • Michael Egloff sagt:

        Natürlich ist es so, dass neue Fördertechniken und Fördergerätschaften (Skaleneffekte eher nicht) den energetischen Mehrbedarf plus die steigenden Energiekosten teilkompensieren konnten.
        Das trifft insbesondere für Öl und Gas zu, etwas weniger für Metalle oder Phosphate. Aber insgesamt hat der technologische Fortschritt in der Vergangenheit eine noch stärkere Steigerung der Rohstoffpreise (langfristig gemittelt) verhindert.

        Die Frage ist eben nur, ob dies in der Zukunft auch noch so sein wird. Da habe ich meine Zweifel. Marginale Verbesserungen wird es noch geben, aber wohl nicht mehr diese stürmische Entwicklung der Fördertechnologie. Langsam kommt man an die Grenzen des physikalisch Möglichen.

        Und wenn Energie und insbesondere Öl sich erst mal noch stärker verteuert und im Falle von Öl auch mal deutlich mengenmmäßig knapper wird, stehen bestimmte (öl-)energieintensive Fördermethoden wahrscheinlich garnicht mehr in heutigem Umfang zur Verfügung.

        Wer ist der Ansicht, dass in den großen Kupferminen in 30 Jahren solarbetriebene Riesentrucks fahren? Ich nicht.

      • Frank Bell sagt:

        @ Ert

        Das Problem ist unser Wirtschaftsmodell:

        Man muss immer weitere Gewinne, Gewinnzuwächse, Steigerungen, etc. machen, um in der „Gunst“ der Kapitalhabenden nicht zu fallen.

        Sonst wird man über die Börse „bestraft“. Die Wirtschaftswissenschaftler sind ganz, ganz fest von immer weitergehendem Wachstum überzeugt.

        Die Börsenkurse geben ihnen recht, wenn man die Zeit von 1980 bis heute sieht.

        Es gab einen unvorstellbaren Boom, den die meisten Menschen verschlafen haben, zum Teil auch deswegen, weil sie nicht genug hatten, um daran teilnehmen zu können.

        Und es ist kein Ende des Booms zu sehen. Und es gibt keinen Willen, die aktuelle Situation zu ändern.

        Siehe z.B. die Rede des US-Präsidenten. (Er hat übrigens das Thema NSA komplett ausgeklammert…)

        • Ert sagt:

          @Frank

          Ja, ich weiß – und das macht es ja so schlimm.

          So kann ich nur hoffen, das die USA weiterhin so schnell wie möglich von Klimakapriolen getroffen wird: http://arctic-news.blogspot.de/2014/01/forecast-america-to-be-hit-by-temperatures-as-low-as-minus-40-degrees.html und das in Kalifornien eine dramatische Wasserknappheit ausbricht die die Preise für Obst- und Gemüse in den USA verdoppelt.

          Die Themen müssen auf den Tisch – und die Industrie- und Wirtschaftspolitische Kaste in den USA ist international der größte Verhinderer von Lösungen.

          • Frank Bell sagt:

            @ Ert

            „die Preise für Obst- und Gemüse in den USA verdoppelt.“

            Das dient aber doch nur – schon wieder – den reichen Spekulanten, die auf steigende Lebensmittelpreise setzen!!!

            Spekulation im Agrarsektor sind die nächste, ganz grosse Nummer. (Deswegen glaube ich auch eher an einen DAX 15.000 als an 4.000 Punkte.)

            Siehe hier:

            Poker um deutsche Äcker

            http://www.youtube.com/watch?v=FU7QQwenyqc

            Landraub. Agrarinvestoren auf der suche nach Beute.

            http://www.youtube.com/watch?v=5vZLuM-2eBY

            Jim Rogers – Farmers will be driving Lamborghinis

            http://www.youtube.com/watch?v=NoW1Keoushc

          • Ert sagt:

            @Frank

            Ja, Jim Rogers sollte man ernst nehmen – und ich denke er sieht was 7 Milliarden Menschen bedeuten… angesichts Klimawandel, Bodenerosion und Humusverlusten.

            Was dazu im Osten passiert ist und passiert – das ist gruselig. Wer damals geschickt oder politisch vernetzt war und Geld hatte der hat abgesahnt. Und das große Geld kauft auch international mit Leichtigkeit alles auf – und wenn es mal gerade nicht geht, die nächste Krise kommt bestimmt und die Leute von IWF und Weltbank sind nicht weit den totalen Ausverkauf zu fordern (Hier gut zusammengefasst: https://store.globalresearch.ca/store/the-globalization-of-poverty-and-the-new-world-order/).

            Ich sehe aber letztendlich nur in einer Zuspitzung des Nahrungsmittelkonflikts – ohne das es allzu kritisch wird – einen Moment, das Regierungen reagieren müssen. Wenn wir erst einmal eine wirkliche globale Verknappung durch Wassermangel, Klimawandel, Gentechnik, Versalzung, etc. pp. haben – ist es zu spät.

            Aktuell habe wir noch genug Flächen – weil die Tiermast und der ganze Biospritkrams verbrauch weit über die Hälfte der Ackerflächen. Aber viel davon wird nicht mehr so einfach zugänglich oder bewirtschaftbar sein, wenn PO richtig zuschlägt.

        • Tom Schülke sagt:

          Ich habe schon meinen Zweifel, ob man das Wachstum seit 1980 als „Echtes Wachstum“ bezeichnen kann.. Was seit 1980 geschehen ist , ist soweit ich informiert bin doch vorraangig das Wachstum virtueller Finanzinstrumente. Das alles schwappt dann an die Börse und inflationiert dort die Preise…

          Und alle jubeln dann wie toll der Wert gestiegen ist.

          Es ist ein bischen so wie massenhafte Medikamente die man einem erschöpften Rentner in die Aterien pumpt.. kurzfristig geht da dann wohl auch der Puls hoch… und wenn man eine 150 Jahre andauernde Entwicklung betrachtet, dann sind 20 Jahre eben doch „Kurzfristig“

          • Michael Egloff sagt:

            Ja, Tom,
            es ist schon abenteuerlich, wie der „Wohlstand“ in Form des BIP „gemessen“ wird.
            Ideal für diese Wohlstandsmessung ist zum Beispiel, wenn 2 Autos zusammenkrachen (und durch neue ersetzt werden müssen), sowie die Autoinsassen erst ins Krnkenhaus kommen und dann eine mehrwöchige Reha benötigen.
            Auch die Fettsucht- und Diabetes-Pandemie in den wohlhabenden Ländern steigert den Wohlstand enorm durch die sich daraus ergebenden Gesundheutsausgaben.
            Auch die Aufrüstung ist super für den Wohlstand, denn Rüstungsausgaben gelten ja bald nicht nur in den USA als Investitionen.
            Auch wenn durch den ansteigenden Meeresspiegel die Deichanlagen immer höher gebaut werden müssen, steigert das den Wohlstand. Infolge der kommenden klimawandelbedingten Investitionen verspricht der Wohlstand geradezu durch die Decke zu gehen.
            Und – du hast es schon geschrieben – immer umfangreichere und windigere Finanz“produkt“-Innovationen steigern das BIP. Genau so wie eine satte Immobilien-Buble.
            Auch die immer aufwendigeren Rohstoff-Förderanlagen (siehe schwimmende Gasfabrik) bedeuten nach heutiger Lesart mehr Wohlstand.
            Und wenn in Deutschland zigtausende Brücken langsam zerbröseln, ist der Reparaturaufwand auch sehr segensreich für unser aller Wohlstand.

          • Hansi sagt:

            @ Michael

            Sehr guter Kommentar! Den rahm ich mir ein! Beschreibt sehr schön wie grotesk die Messung unseres Wohlstandes abläuft. Das bringt auf jeden Fall jeden zum Nachdenken und man sieht die nächsten Wachstumsmeldungen ganz anders. :)

  3. Michael Egloff sagt:

    Übrigens mal zu dem Aspekt einer möglichen Gasgewinnung aus den maritimen Gashydraten:
    die Gashydrate befinden sich weit verteilt, sowohl was die flächenmäßige Verteilung angeht als auch bezüglich der Verteilung in der tiefe. Die Gashydratvorkommen reichen nach meiner Kenntnis von solchen dicht unterhalb des Meeresgrundes bis in 200 Meter Tiefe unter dem Meeresgrund. Also eine hohe Feinverteilung.
    Natürlich gibt es auch hier sweet spots, die sich aber in der Regel im Bereich der oft steilen Abhänge von den Schelfgebieten zu Tiefsee befinden.
    Die hydratinduzierte Storegga-Rutschung vor ca. 7000 Jahren hat gezeigt, welche Folgen eine Destabilisierung von maritimen Steilhängen haben kann. Auf den Shetland-Inseln wurde auf Grund dieser Rutschung eine Tsunami-Wellenhöhe von über 20 Metern ermittelt (in Auswertung dortiger Ablagerungen).
    Zur Erinnerung: die maximale Höhe des Tsunamis von 2011 an der nordöstlichen Küste Japans lag bei 12…13 Metern.

  4. Florian Hoppe sagt:

    Übrigens schaut euch mal die aktuellen Kommentare von Jeffrey Brown und Karen Allen bei Peak Oil Barrel an.

    http://peakoilbarrel.com/oil-peak-north-dakota-montana-2/

    Zusammenfassung:

    – Es kommen verstärkte Sorgen auf, dass wegen des verstärkten Verbrauchs aktuell die Gasrserven in einigen Regionen gefährlich eng werden könnten. Und Bohrungen in neuen Feldern sind scheinbar immer noch nicht wirtschaftlich.

    – Die Stromproduktion durch Erdgas ist in den USA 2012 scheinbar zurückgegangen. Kohle scheint wieder eine Renaissance zu haben.

    • Ert sagt:

      Hmmm… ich erinnere mich, das Martenson in seinem Buch „The Crash Course“ geschrieben hat das er ein energetisches „Peak-Coal“ um 2015-2016 in den USA erwartet.

      Danach steigt zwar noch die Tonnage – nicht aber mehr der energetische Brennwert der gesamten Förderung von Kohle. Weiterhin beschränkt auch das spärliche Eisenbahnnetz eine starke Ausweitung des Kohletransportes (und der Förderung) von den Förderregionen zu den Verbrauchsregionen.

    • Hansi sagt:

      @ Florian

      Ende Dezember hatte ich hier auf der Seite schonmal drauf hingewiesen, dass die Gasversorgung in den USA diesen Winter kritisch werden könnte, wenn die Kältewellen anhalten.
      Hier nochmal der Link, wo man die aktuellen Bestände einsehen kann (wird wöchentlich aktualisiert):
      http://ir.eia.gov/ngs/ngs.html
      Insbesondere die Ostküste liegt momentan mit 25% weniger Bestand als letztes Jahr und 20% weniger als im Durchschnitt ordentlich im Minus.

      • Florian Hoppe sagt:

        @Hansi:

        Danke für den Link.Ein und ein Viertel geschrumpfter Bestand ist schon ziemlich übel. Selbst der Spiegel hat ja letztens berichtet, daß die aktuelle Gasknappheit im Osten schon erst wirtschaftliche Konsequenten hat.

    • Markus Knoll sagt:

      Feds release extra $18M in Mass. heating oil help
      http://finance.yahoo.com/news/feds-release-extra-18m-mass-143022036.html

      Wenn ich das richtig umgerechnet habe, zahlen die für’s Heizöl rund 80 €-Pfennig – also kaum weniger als wir; und das trotz der hier viel höheren Besteuerung…

      Fett.

  5. Bruno Müller sagt:

    http://www.washingtonpost.com/wp-apps/say-what/2014-state-of-the-union/

    Das muss man sich wirklich geben. Ein Erlebnis der besonderen Art.
    Diejenigen, die Peak Oil und die sich daraus folgenden Konsequenzen begriffen haben (begreifen durften) muss die Rede des Amerikanischen Präsidenten zur Lage der Nation äußerst skurril und unwirklich vorkommen. Die bewusste oder unbewusste Falschdarstellung der amerikanischen Situation ist kaum zu überbieten.

    Das Kopfschütteln verstärkte sich bei mir ab ca. Minute 20, als er auf die aktuelle Gasproduktion eingeht und von Verantwortung für Wasser, Mensch und die kommenden Generationen spricht. Da beginnt es einen zu schütteln.

    Die Koalitionsregierung in Berlin hat diese Stelle in ihrer Naivität und Unwissenheit bestimmt neidvoll vernommen und sie sind sicher froh, dass die EU-Kommission den Europa-Parlamentsbeschluss vom Oktober 2013 wieder kassiert hat, in dem für jede Frackingbohrung eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgelegt werden musste.

    24:25, die Perversion erreicht ihren Höhepunkt. Der Präsident und die USA ernennen sich zu den Welt-Klimarettern.

  6. Bruno Müller sagt:

    Hat jemand von hier Kontakt zu Charles Hall oder ist der englischen Schrift so mächtig, um bei ihm verständlich anzufragen, wie das EROI-Verhältnis für MMI-Gas (men-made-island-Gas) wohl aussehen könnte, besonders das für die Gewinnung und Verflüssigung von Methanhydrat.

    Die Reaktionen und Aktionen der Ölkonzerne nimmt mittlerweile Formen an, die vor wenigen Jahren noch unvorstellbar schienen. Die Verzweiflung muss sehr groß sein.

    Vielen Dank Norbert für diesen Bericht.
    Für September in Leipzig sage ich mal „Piep“.

  7. Florian Hoppe sagt:

    http://peakoil.com/forums/viewtopic.php?f=7&t=69195

    Eine interessante Diskussion zur aktuellen Ostküsten Gasknappheit.

    • Florian Hoppe sagt:

      Ich hätte eine Frage:

      Werden bei einer „pro Kopf“ Verbrauchs Angabe in Länderstatistiken tatsächlich sämtliche Primarenergieverbräuche berücksichtigt?

  8. Frank Bell sagt:

    State of the Union-Rede vom grossen Diktator in den USA:

    we’re becoming a global leader in solar too.

    The List of Deceased Solar Companies

    (zu lange Liste, deshalb ein Link)

    http://www.greentechmedia.com/articles/read/Rest-in-Peace-The-List-of-Deceased-Solar-Companies

  9. […] investiert stattdessen in eine – wie es beim WSJ heißt – "bisher nicht erprobte Technologie" eines schwimmenden Gas-Fördertankers. Statoil legt die Hoffnungen so mancher Grönländer ad acta, und zieht sich aus […]

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