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Warum die Ukraine-Krise den Ölpreis auf 150 US$ treiben wird

Seit 3 Jahren hat sich der Ölpreis in einem Preiskorridor zwischen 100 und 120 US$ für die Ölsorte BRENT eingependelt. Seltsam ruhig erscheint das angesichts einer rasanten Preisralley in der Dekade zuvor: Eine Versiebenfachung von 20 auf 140 US$ von 2002 bis 2008 haben nicht viele "Anlageklassen" hingekriegt. Nun regt selbst die Ukraine-Krise den Ölpreis nicht auf, auch wenn Europa ohne russisches Öl ziemlich mobilitätsarm wäre. Doch das könnte sich bald ändern. Die Lösung für des Rätsels Lösung ist innenpolitisch zu finden: In Russland.

Als Putin im Frühjahr 2012 zur Wiederwahl antrat, berichtete SPIEGEL ONLINE von den Wahlkampfversprechen, die Wladimir Putin machte:

Er hat ein Feuerwerk von Wahlversprechen abgebrannt: Er hat den Benzinpreis einfrieren lassen, Renten erhöht und Fußballfans Freiflüge zur EM 2012 versprochen. Setzt er allein seine Ausgabenpläne im Sozialbereich um, dürfte das Russland in den kommenden Jahren rund 120 Milliarden Euro kosten, haben Ökonomen der staatlichen Sberbank ausgerechnet. Hinzu kommen 500 Milliarden Euro für neue Waffensysteme für Flotte, Heer und Luftwaffe bis 2020.

(Muss wahrscheinlich Rubel heißen und nicht Euro?)

161 Milliarden US$ würde eine vollständige Umsetzung der Planziele des russischen Präsidenten kosten, errechnete die CitiGroup. Sie lieferte den Preis gleich mit, den Öl kosten müsse, um den russischen Staatshaushalt trotz dieses Ausgabenfeuerwerks im Gleichgewicht zu halten. Dieser break even oil price liegt bei 150 US$.

An die Staatschefs diverser Länder ergingen laut SPIEGEL ONLINE Briefe der russischen Regierung, die vor Gas-Engpässen in Europa warnen, wenn die Ukraine nicht seine Schulden für frühere Energielieferungen bezahlen würde. Denn die Leitungen durch die Ukraine müßten dann womöglich gedrosselt werden. Und diese Leitungen führen auch nach Europa. Zwar geht es in diesem Streit hauptsächlich um Gas, aber wenn die Gaslieferungen langsamer kämen, würde auch alle anderen Energieträger teurer werden.

Weitergehend:

42 Kommentare to “Warum die Ukraine-Krise den Ölpreis auf 150 US$ treiben wird”

  1. Steffen sagt:

    Höherer Ölpreis – oder fallender Rubel. Letzteres kommt im Moment von selbst.

    • Was “nützt” ein fallender Rubel? Da Öl in Dollar fakturiert wird und Russland mit seinen Dollar-Einnahmen Teile der Industrieproduktion anderer Länder kauft, “hilft” ein fallender Rubel nix:

      Die Europäer hängen mit dem Euro sowieso zwischen beiden Stühlen und müssen erst das Euro-Dollar-Risiko tragen, bevor sie Öl kaufen können. Ein zum Euro oder Dollar oder Yuan sinkender Rubel wird eher die russischen Exporte ankurbeln und damit das “Russland ist abhängig von deutschen Autos”-Argument neutralisieren als irgendwie dafür sorgen, dass Russland seine steigende Monopolmacht bei Öl oder Gas beiseite legt. Wenn Öl oder Gas gegenüber kleineren Volkswirtschaften in Rubel verrechnet würden, wäre es vermutlich schnell vorbei mit einem “fallenden Rubel”.

      • Steffen sagt:

        Die russische Energiewirtschaft nimmt Dollar oder Euro ein, hat aber Kosten im Rubelraum.
        Wichtige Importquellen, wie z.B. China, können mit Gas oder Öl bezahlt werden; dasselbe gilt für die in Russland tätigen ausländischen Öl- und Gaskonzerne.

        • @Steffen: Ich versteh den Zusammenhang nicht zu der These, dass Putin seinen Landsgenossen Versprechen gemacht hat, die es zu erfüllen gilt – und ein steigender Ölpreis füllt die russischen Kassen.

          Eben WEIL die russische Energiewirtschaft Dollar einnimmt, ist es doch ein leichtes, dafür Rubel zu kaufen. An Rubeln wird es der russischen Energiewirtschaft, die ja überwiegens in staatlichem Eigentum ist, jedenfalls nie mangeln.

          Also: Was meinst du mit dem Verweis auf die Kosten im Rubelraum?

          • Steffen sagt:

            Zum Beispiel: Die Steuereinnahmen und Dividendeneinnahmen des Staates (der ja an vielen Öl-/Gaskonzernen direkt beteiligt ist) steigen sprunghaft an, wenn die Gewinne dieser Unternehmen steigen. Genau das ist zu erwarten, wenn der Rubel gegenüber dem Euro oder Dollar fällt.

            • Versteh ich immer noch nicht.

              Gazprom & Co. haben zwei Märkte: Einen innerrussischen und einen außerrussischen. Innerrussisch erzielen sie Rubel und geben Rubel wieder aus. Außerrussisch erzielen sie Dollar.

              Gewinne entstehen vermutlich sowohl in Dollar wie in Rubel. Beides geht (zu großen Teilen) an den Staat.

              Der bilanzielle (!) Gewinn fiele “größer” aus, wenn Gazprom (bei sinkendem Rubelwert) mehr Rubel für seine Dollar kaufen kann: Aber warum sollte der Staat diesen Tausch-Akt überhaupt wollen? Russland kauft international Maschinen und Güter für Dollar ein. Ein Dollar-Rubel-Tausch macht doch nur Sinn, wenn ich Rubel brauche. Daher: Ich sehe nicht, dass Gazprom&Co. bislang große Rubel-Mengen gegen Dollars kaufen. Wenn sie es künftig tun sollten, stiege ja eher der Rubel-Wert, statt zu sinken.

              Ich verstehe also weiterhin dein Argument nicht, wie ein sinkender Rubel einen Ölpreisanstieg verhindert. Erst recht nicht, wenn steigende (ausserrussische) Energiepreise zur politischen Agenda gehören sollten.

              • Steffen sagt:

                Wo behaupte ich, dass “ein sinkender Rubel einen Ölpreisanstieg verhindert”?

                Ich sage, dass der Öl- und Gaspreis derzeit stabil ist und und trotzdem die (Rubel-)Einnahmen des russischen Fiskus sprudeln.

              • @Steffen: Ich habe dein erstes Posting so verstanden: Der Ölpreis muss nicht zwingend steigen, ein abwertender Rubel hat denselben Effekt: Putin kann seinen Bewohnern mehr Wohlstand zukommen lassen.

                Aber da hab ich dein kurzes Statement wohl mißverstanden.

  2. Tom Schülke sagt:

    Nun ja..

    Wenn denn der Politiker das alles verspricht.. Dann ist es gewiss nicht gewiss, das diese versprechen mit Gewissheit erfüllt werden oder ?

    Das die Situation in der Ukraine ohne Einfluß bliebe wäre verwunderlich.. insbesondere wenn tatsächlich der Gasdurchgang gedrosselt würde.

    Wenn das geschähe, könnte man nur hoffen das die damit verbundenen Verwerfungen keine weiter Eskalation des Konfliktes bewirken würden.

    Ob dadurch die Politker und die Bevölkerung aufwachen würde was unsere Fossile Versorgung betrifft? Irgendwie hab ich den Verdacht das selbst das nicht ausreichen würde.

    150§ Hmm.. Wie kommt das den mit den Erkenntnissen zusammen, das die Menschen derzeit nicht bereit sind mehr als die 110 $ pro fass in den USA und Europa zahlen wollen und in China maximal 130… (Laut Kopits)

    Da würden die Russen doch glatt auf ihren Preiserhöhten Fässern sitzen bleiben..

    • Michael Egloff sagt:

      Die Russen bleiben weder bei 110 noch bei 130 Dollar auf ihrem Öl sitzen.
      Selbst bei 160 Dollar Rohölpreis wird noch Auto gefahren, mangels Alternative.
      Bei 160 Dollar wäre der deutsche Preis für den Liter Super bei etwa 1,80 Euro, in den USA und China etwas über 1 Euro. Selbst im Hochpreisland Deutschland würde dann vielleicht 10% weniger gefahren werden. Aber es gibt keine Grenze, ab der kein Benzin mehr gekauft wird.
      Natürlich machte solch ein Preisunterschied für diejenigen Menschen schon sehr viel aus, die sich schon heute gerade noch so das Autofahren leisten können. Aber die meisten kommen auch mit höheren Spritpreisen noch einigermaßen zurecht.

      Wenn allerdings der Ölpreis deutlich ansteigt, dann wird eine erneute Wirtschaftskrise immer wahrscheinlicher. Denn immer teurer werdende individuelle Mobilität absorbiert Kaufkraft und höhere Ölpreise steigern die Kosten für die Wirtschaft und Landwirtschaft erheblich.
      Und aus dieser realwirtschaftlichen Krise erwächst dann in der Rückkopplung auch eine erneute Finanzkrise, die wiederum auf die Realwirtschaft rückkoppelt. Dann würde natürlich in der Folge Nachfrage vernichtet und der Ölpreis nachfolgend wieder einbrechen.

      Ich habe mich übrigens bei kaum etwas so geirrt in der Vergangenheit, wie bei meinen Ölpreisprognosen. Das muss ich ehrlich zugeben.
      Weder habe ich 2008 vorausgeahnt, dass der Ölpreis noch einmal auf 40 Dollar abstürzen könnte (wie das 2009 vorübergehend der Fall war), noch habe ich den recht moderat schwankenden Ölpreis der letzten 3 Jahre vorausgesehen. Ich war 2010 überzeugt, wir würden ab jetzt einen sehr viel volatileren Preisverlauf sehen, als bisher, duch einen Wechsel zwischen Nachfrage- und Angebotszerstörung. Das hat sich bisher jedenfalls nicht bestätigt. Für die weitere Zukunft halte ich eine starke Volatilität aber immer noch für das wahrscheinlichste Szenario. Natürlich mit geglättet steigender Tendenz der Preise.
      Eine große geopolitische Krise könnte den Startimpuls für eine solche stärkere Volatilität liefern.
      Ob die Ukraine-Krise von diesem Kaliber ist, bleibt abzuwarten. Eher würde eine mögliche Zuspitzung am persischen Golf solch eine Größenordnung erreichen – z.B. bei einem Konflikt zwischen dem Iran und den Golfrstaaten auf der arabischen Halbinsel.
      Und dieses Szenario halte ich auf Sicht der nächsten 10 Jahre keineswegs für ausgeschlossen.

      • Michael Egloff sagt:

        Übrigens: die chinesischen KFZ-Verkäufe waren im März wieder überaus stark: 1,71 Mio Stück. Bei großen Wagen (SUVs usw) gab es auf Jahresbasis sogar einen Anstieg von 31,4%.
        Und mit Nutzfahrzeugen zusammen wurde mit 2,17 Mio Einheiten die 2-Mio-Grenze wieder deutlich übertroffen.
        Bei den Ölimporten wird China wohl bis Mitte nächsten jahres die 7-mb/d-Grenze erreichen oder überschreiten. Und dann tatsächlich zum größten Ölimporteur der Welt werden.
        Vor 22 Jahren exportierte China noch Öl.

  3. Ert sagt:

    Hallo allerseits,

    @Steffen: Mit dem fallenden Rubel hast Du nur Teilweise Recht. Für alles was importiert wird – muss in € oder $ gezahlt werden. Und da hilft ein fallender Rubel nichts. Wenn der Rubel um 30% fällt – dann wird auch der in Kaluga produzierte Skoda teurer werden – ggf. um bis zu 25%… und auch der Buchweizenverkäufer wird dann lieber exportieren – oder der russische Käufer muss mehr Rubel ‘rüber’ schieben…

    In sofern hat Norbert die Sache schon richtig dargestellt. Zudem brauchen auch die OPEC-Länder immer mehr Geld um den Status-Quo beizubehalten. Venezuela macht zu wenig Investitionen… die Saudis brauchen viel Kohle um alle ruhig zu stellen…. also Putin befindet sich da in guter Gesellschaft. Alles Länder die viel versprochen haben…

    Ich denke ja, das wir an irgend einem Zeitpunkt die 2008/9 Mechanik noch mal sehen.. der Ölpreis steigt.. und kurz danach fällt er wieder im Einklang mit der nächsten Wirtschaftskrise. Das würde in mein Szenario passen….

    • Steffen sagt:

      @Ert In Norberts Artikel ging es um höhere staatliche Ausgaben (Renten etc.). Wenn Gazprom & Co. aufgrund des fallenden Rubels höhere Gewinne vermelden, dann steigen die Staatseinnahmen. Die höheren Preise für Importe bleiben hingegen vor allem bei der Wirtschaft und bei den Verbrauchern von Importgütern hängen.

  4. Marcus Kracht sagt:

    Vielleicht sollte man es energetisch betrachten: die Wahlversprechen sind Versprechen auf eine Leistung, die mit Energieeinsatz verbunden ist. Die Energie steht anderswo dann nicht zur Verfügung. Ob man jetzt in Dollar bezahlt oder in Rubel ist dafür gleichgültig. Ich denke, insofern Russland sich entschließt, das eigene Land zu entwickeln, geht damit ein erhöhter Energiebedarf einher und der wird zB die Exporte schmälern.

    Und bei uns ist es ähnlich: ob nun Öl teurer wird oder das für Energie verfügbare Einkommen sinkt, das macht keinen Unterschied. Am Ende steht weniger Energie pro Kopf. So oder so.

  5. Frank Bell sagt:

    @ Michael Egloff

    Der Benzinpreis an der Tankstelle ist letztlich völlig egal, da die Menschen zur Arbeit fahren MÜSSEN – sonst droht Entlassung, mit all ihren Folgen.

    Bin wirklich gespannt, wie lange das alles so funktionieren wird, aber wir werden ja jedes mal eines besseren belehrt.

    ÜBRIGENS:

    Die CDU verspricht uns im Europawahlkampf Arbeitsplätze und mehr Wachstum. Was wissen die, das wir nicht wissen?

    • peakenergy sagt:

      Peak Oil bedeutet einen fundamentalen Paradigmenwechsel. Die Politik ist noch nicht in der Lage, diesen Paradigmenwechsel in seiner Komplexität und seinen Auswirkungen zu analysieren und zu verstehen.
      Für solch ein Verstehen bedarf es einer ganzen Heerschar von Enquete Kommissionen, Niko Paechs ,Norbert Rosts und kritischen Menschen, die auf eine ganz bestimmte Weise denken: In Form von Stoff- und Energiebilanzen und der Systemanalyse. Die Politik und die Massenmedien denken leider noch ganz anders und können die Informationen bezüglich Peak Oil noch nicht einordnen. Sonst würden zum Beispiel unsere Medien die systemische Abhängigkeit von russischem Öl- und Gas ganz anders thematisieren und darstellen. Bei der Politik bin ich mir allerdings nicht ganz so sicher…
      So lange es jedoch nicht zu neuer Erkenntnis kommt, werden Politik und Wirtschaft genau das tun, was sie immer getan haben. Nur heftiger. Sie schreien immer lauter: WACHSTUM. Nur kommt dieser Schrei immer weniger beim Empfänger an und parallel dazu steigt der Schuldenberg. Bis sich Peak Oil im Mainstream durchsetzt brauchen wir noch ein wenig Geduld und vor allem ein großes Vertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit. Einer Minderheitsmeinung anzugehören, braucht immer etwas Mut und ein ausgeprägtes “Selber denken”.
      Der Preis an der Tankstelle ist übrigens nicht egal, denn zuerst werden die nicht zwingend notwendigen Fahrten gestrichen (siehe Italien) oder es wird auf andere Dinge verzichtet. Mal schauen, wann in Deutschland der Ölkonsum stärker rückläufig wird.

    • Ert sagt:

      @Frank

      Du schreibst: “Der Benzinpreis an der Tankstelle ist letztlich völlig egal, da die Menschen zur Arbeit fahren MÜSSEN”

      Was hat das aber nun mit dem – meist individuell besessenem – Kfz zu tun?

      Die individuelleEntscheidung für ein Kzf wird aus vielen Gründen getätigt. Letztendlich wird hier aber Geld/Energie gegen einen oft vermeintlich wahrgenommenen Zeit- oder Komfortgewinn getauscht.

      Der Zeitgewinn ist oft negativ (weil die Zeit für den Erwerb der Geldmittel nicht mit einberechnet wird) und auch der Komfort ist primär eine Einstellungssache – möchte auf Zugfahrt (Gespräche, Schlafen) oder Frische Luft (Radeln) nicht mehr verzichten! Eine Autofahrt verbinde ich heutzutage mit eingesperrt sein – währenddessen ich eine sehr langweilige Sache machen muss – Auto fahren…..

      Sorry, aber die Fixierung auf das Auto, das sein “müssen”, das nicht umziehen “können” und das jederzeit und überall und total und super-unabhängig sein “wollen” – das Sind alles Dinge die Geld bzw. Energie kosten. Und es geht auch anders…. eben So wie es die 5000 Jahre vor 1950-65 auch ging.

      • Frank Bell sagt:

        @ Ert

        Was sagst du jemandem, der bei einer Zeitarbeitsfirma tätig ist, und der nach belieben zu einem anderen Einsatzort fahren MUSS.

        Sicher kann ein Lehrer, weil verbeamtet, ohne Probleme 40 Jahre am gleichen Einsatzort bleiben.

        Für viele andere ist das jedoch nicht mehr so schön möglich wie in den Jahren 1950-65, als man problemlos nach ca. 5 Bewerbungen einen sicheren Arbeitsplatz hatte.

        Ich findes es ja auch nicht gut, aber solange die Politik Flexibilität fordert und dies unter dem Applaus der Mittelschicht (böse Arbeistlose, sind nur faul) auch durchsetzen kann, weil “Wachstum” (siehe Wahlkampf) das Ziel ist, bleibt einem nichts anderes übrig.

        Zu dem Ölkonsum: Interessant ist, dass Ende 2008 wesentlich heftiger auf den hohen Ölpreis reagiert wurde, auch durch langsameres fahren mit dem Auto, als heute, wo doch eigentlich der Preis kaum verändert ist.

        • Tom Schülke sagt:

          Na ja. Was soll man diesen leuten sagen ? Das man sich frühzeitig nach anderen Modellen der Lebensgestaltung wird umsehen müssen. Was bleibt Ihnen übrig.

          Ob man fahren MUß oder nicht spielt dochnicht die rolle.. Irgendwann gehts finanziell nicht mehr.

          Die Form dessen was Peak Oil in einem sanften Verlauf oder in der Frühphase bedeutet sind doch rundumm steigende Preise , sinkende Einkommen und steigende Armut.

        • Ert sagt:

          @Frank

          Die Politik ist da noch komplett auf dem falschen Dampfer… aber das ist nichts neues.

          Wenn aber aufgrund der Wechseltätigkeit ein Kfz fast unumgänglich ist – und nicht vom Arbeitgeber gestellt wird, dann müssen alle Kosten dieses berufsbedingten Kfz vom “Bruttolohn” abgezogen bzw. mit Kilometerpauschale dem Arbeitgeber in Rechnung gestellt werden. Den pauschalen Besitz eines teuren Kfz kann man nicht voraussetzten.

          Macht dies ein Arbeitgeber doch – und stellt darauf ab – dann ist der “reale” Lohn auszurechnen…

          Ich denke es bringt auch nichts Beispiele zu nennen, wo es nicht geht. Dies ganz klar deswegen, weil ich mehr Leute wahrnehme bei denen es auch ohne Kfz klappen würde – als andersherum.

  6. Patrick sagt:

    @Ert

    “Ich denke ja, das wir an irgend einem Zeitpunkt die 2008/9 Mechanik noch mal sehen.. der Ölpreis steigt.. und kurz danach fällt er wieder im Einklang mit der nächsten Wirtschaftskrise. Das würde in mein Szenario passen….”

    Genau so beschreibt auch Richard Heinberg die zu erwartenden Aussichten:
    Erholt sich die Wirtschaft zieht der Ölpreis an und die Konjunktur wird wieder abgewürgt, weshalb der Ölpreis wieder fällt bis ein neuer Zyklus beginnt. Also ein ständiges auf und ab, nur dass mit jedem Zyklus der Preis, auf den das Öl dann fällt, höher als im vorherigen sein wird.
    Das würde ja i.P. dem entsprechen, was du auch geschrieben hast und was ich ebenfalls als realistisch empfinden würde.

    Zum Thema Russland/Rubel.

    In meinem beruflichen Umfeld bekommt man zur Zeit das eine oder ander mit. Zusammenfassend würde ich sagen:
    – Russland hat den Rubel durchaus auch gewollt “abgewertet”

    – Russland hat seine Importe aus dem Westen bereits deutlich reduziert
    (das merkt man z.B. sehr deutlich bei Import aus dem Baltikum, weil die Frachtkosten enorm gestiegen sind bzw. LKWs fehlen.
    Das Problem sind die fehlenden Rückfrachten, mit denen Speditionen hier wieder Ware geladen und oftmals nach Russland gebracht haben. Hier läuft erheblich weniger)

    – Russland verfolgt meiner Meinung nach eine klare Strategie, nicht mehr nur billiger Rohstoff-Lieferant für den Westen zu sein, sonder möchte klar in die Wertschöpfung/Weiterverarbeitung investieren. (klar, denn damit verdient man das Geld)

    Es sind Bemühungen vorhanden, eigene Produktionen aufzubauen, damit Russland eben nicht mehr so sehr auf Anlagentechnik/Fahrzeugtechnik aus dem Westen angewiesen ist.

    Ansonsten verweise ich nochmal auf den Link, den ich neulich schon mal gepostet habe, nämlich die Absicht Russlands, vermehrt Öl, Gas und Waffen in Rubel statt in Dollar zu verkaufen.

    http://wirtschaftsblatt.at/home/meinung/kommentare/1586515/Ein-Sargnagel-fur-den-PetroDollar

  7. Michael Egloff sagt:

    Interessante Details zu den Tricks der Fracking-Mafia:

    http://www.rottmeyer.de/der-mythos-vom-billigen-us-gas-i/

    • @Michael: Da kannste wirklich von Mafia sprechen! Die verkaufen die Gasförderung sozusagen mehrmals: Einmal an die Aktionäre, die Unternehmensanteile in Spekulation auf hohe Erlöse kaufen und einmal an über “Vorabverkäufe” erwarteter Fördermengen (Volumetric Production Payments (VPP)). Es ist unglaublich.

      • Michael Egloff sagt:

        Ja, Norbert,
        und die Frage wird sein, ob sich in 10 Jahren noch Investoren für Fracking-Aktivitäten finden lassen, wenn der Betrug erst mal den heutigen Aktionären bekannt geworden ist.

    • Frank Bell sagt:

      Bankhaus Rott unterstellt, dass WIR an das Fracking glauben.

      Ich glaube schon sehr lange nicht daran, ABER es wird trotzdem kommen.

      Die Konzerne wollen es, und die Affen im Bundestag werden es durchsetzen.

      • Tom Schülke sagt:

        Glaub ich nicht..

        Die Entwicklung im Mutterland des hochgejubelten Frackingwunders ist absehbar.

        Ein finanzielles Desaster steht bevor. Der Höhepunkt wird 2016-2017 eintreten… Wenn sich dann massenhaft Investoren zurückziehen, werden auch die heutigen Unterstützer mit großer Vorsicht an das Thema herantreten..

        Zumindest wird sich der Boom nicht mehr in der Überspitzten Form wiederholen. Schon weil in Amerika die Bedingungen dafür Geologisch , und STrukturell ungleich besser waren als bei Uns.

        Ich denke das das in 3-4 Jahren kein großes Thema mehr sein wird.

        hoffnung hoffnung.. finger kreuzen….

  8. Michael Egloff sagt:

    Dieser Artikel in der Taz beleutet einen wichtigen Aspekt:

    http://www.taz.de/Umwelt-Gefahr/!136811/

    Dieses Thema kann man auf jegliche Öl- und Gasinfrastruktur beziehen.
    Beispiel: wird es sich noch lohnen, die gewaltige Gas- und Ölinfrstruktur mit einem Pipelinenetz von fast 1 Million Kilometer Länge (Tendenz steigend) noch zu erhalten, wenn die russische Gas- und Ölförderung z.B. im Jahr 2040 (geschätzt) nur noch ein Viertel (ebenfalls geschätzt) der heutigen Menge erbringt?

    • Michael Egloff sagt:

      Korrektur: beleuchtet

    • Frank Bell sagt:

      2040?

      Das ist noch sehr, sehr, seeehr lange.

      • Michael Egloff sagt:

        Kann man so sehen, Frank, dass 26 Jahre noch seeehr lang sind.
        Zumal es ja nur eine subjektive Bauchschätzung war.
        Nur werden wir schon vor Ablauf dieser Zeit sehen, dass wir kaum noch etwas von diesem restlichen Viertel abbekommen. Weil der Inlandmarkt, nicht nur Russlands, natürlich prioritär versorgt wird. In den Export geht nur das, was übrig bleibt.
        Das Ölzeitalter geht ja bekanntlich für die verschiedenen Länder zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten zu Ende.
        Für uns eben eher.

  9. Frank Bell sagt:

    Fracking-Propaganda in der Welt:

    http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article126973333/RWE-liefert-der-Ukraine-Gas-billiger-als-Russland.html#disqus_thread

    Leider wird nicht gesagt, dass der Westen und wir Deutsche letztlich das billige Gas für die Ukraine zahlen müssen, damit einige Politiker ihre Grossmannssucht befriedigen können.

    • Florian Hoppe sagt:

      Naja, die Fracking Werbung ist allerdings nur am Schluss des Artikel. (Und wieder mal nur Oettinger Gewäsch. Den Kerl nimmt doch sowieso keiner mehr Ernst…)

      Ansonsten profitieren grad vor allem die Skandinavier, welche nun ihr Gas besser an den Mann bringen können.

  10. M. Sastre sagt:

    Ich habe gerade gelesen, daß Michael C. Ruppert an einer offenkundig selbst zugefügten Schußwunde gestorben sein soll.

    http://www.larsschall.com/2014/04/15/rip-michael-c-ruppert/

    Dieser Selbstmord täte mir sehr leid, da ich ihn als einen der relativ wenigen kritischen Köpfe in den USA sehr geschätzt habe. In den Interviews der letzten Jahre wirkte er aber schon sehr verbittert und desillusioniert und insofern wäre eine solche Reaktion durchaus denkbar.

    Weiß jemand mehr?

    • Frank Bell sagt:

      Ich habe seinen Film “Collapse” gesehen, der mir doch sehr übertrieben pessimistisch schien.

      Jedenfalls hat sich die Lage zum besseren gewendet und nicht wie in dem Film befürchtet, zum Kollaps hin entwickelt. Insbesondere seine Einschätzung zum Finanzmarkt waren VÖLLIG falsch.

      Aber Prognosen sind stets sehr schwierig.

      Auf IMDB schrieb 2011 ein User:

      he’s clearly suffering depression or paranoia or something,

      Wenn es wirklich Depression war, dann ist das mit dem Selbstmord schon möglich.

      • Michael Egloff sagt:

        Nun ja,
        die Krise mit den Mitteln die zur letzten Krise geführt haben (und zwar in einem bisher nie gekannten Maß) “überwunden” zu haben, kann man ja als Erfolg bezeichnen.

        Ich würde eher vo einem Pyrrhus-Sieg sprechen. Mit unkalkulierbaren Folgen für die Zukunft.

    • Ert sagt:

      @M. Sastre

      In der englischen und deutschen Wikipedia steht das gleiche – sowie auch in den Kommentaren seines Facebook Auftrittes. Es soll durch eine Schusswunde nach seiner letzten Radioshow http://lifeboathour.podbean.com/) gestorben sein.

      Ruppert ist erst vor wenigen Wochen wieder nach Kalifornien zurück gezogen – und war in den Jahren nach dem Film Collapse doch arg verbittert. Auf Basis der Lifeboat Hour würde ich sagen, das er schon vor Jahren mit der ganzen Thematik abgeschlossen hatte und auf den Kollaps wartete – der bis Dato nicht kam.

      Vor zwei Wochen war sogar Richard Heinberg Gast in seiner Show (http://lifeboathour.podbean.com/2014/03/30/lifeboat-hour-guest-richard-heinberg-033014/) – was mich doch gewundert hatte, da Heinberg zwar pessimistisch ist was die weitere Entwicklung angeht, aber eine andere Kommunikationsform wählt als der Rupert der letzten 4 Jahre.

      In jedem Fall ein Verlust.

    • Ert sagt:

      Russia Today (RT) hat nun auch einen Bericht/Nachruf über M.C. Ruppert. Auch Guy McPherson hat etwas in seinem Blog

      @Frank

      Ich sehe nicht das sich etwas zum besseren gewendet hat – die Kernthematiken die Ruppert angesprochen haben gehen einfach weiter. Nichts ist aktuell gelöst und im Bereich des Finanzmarktes werden immer mehr Fakten geschaffen. Auch der Angriff auf das Bargeld hat begonnen…. es passiert ganz, ganz viel.

      Ich kann verstehen, das die Tiefe in der sich Ruppert mit dem System beschäftigt und auch angelegt hat starke Spuren hinterlässt – das wertet aber sein Werk nicht ab.

      So unklar auch die Umstände zu Rupperts Tod aktuell auch sein mögen – wünsche ich M.C. alles Gute auf seiner nächsten Etappe. U.a. bin ich über Ihn und “Crossing the Rubicon” zu der ganzen Peak-Oil Geschichte gekommen und habe meinen Horizont stark erweitert. Meine besten Wünsche und positiven Gedanken sind bei/mit Ihm.

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