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Peak-Oil, LROEI oder der Unterschied zwischen Möglichem und Sinnvollen

Abbildung 2 wurde noch einmal überarbeitet. Die Daten sind jetzt pro Einwohner und geglättet. Dazu ist dann noch das BIP gekommen. Dazu wurde auch die Dateninterpretation noch mal überarbeitet.

Der Disput um die fossile Energieversorgung dreht sich seit 40 Jahren um die Frage von Reichweite und Förderfähigkeit. Es geht im Kern immer um die Frage welche Produktion MÖGLICH ist. Daran hat auch die Debatte um Peak-Oil nichts geändert. Verwunderlich ist das nicht. Denn die Verwendung von Energie ist so allgegenwärtig, dass die vielleicht viel wichtigere Frage gar nicht gestellt wird. Nämlich die, in wie weit die Nutzung von Energie überhaupt SINNVOLL ist.

Aus physikalischer Sicht hat Charles Hall diese Frage gestellt und beantwortet. Bekannt ist dieses Konzept durch die zugehörige Messgröße „Energy Return on Energy Invested“ (EROEI). Es macht eben keinen Sinn, Energieträger zu fördern, wenn am Schluss keine nutzbare Nettoenergie mehr herauskommt.

Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Um den anderen Teil zu finden, werfen wir einen Blick auf die zwei grundsätzlichen Einsatzfelder von Energie. Energie fließt in zwei Formen in den Produktionsprozess. Zu einem Teil wird sie als Prozessenergie benötigt. Also für alle Anwendungen bei denen Umgebungstemperatur oder Körperwärme nicht ausreichen, um für bestimmte Umwandlungsprozesse die notwendige Energie zu liefern. Das beginnt beim Kochen und endet noch lange nicht bei der Stahlverhüttung. Zum anderen Teil wird sie zum Ersatz menschlicher Arbeit durch energiegetriebene Maschinen verwendet. Dies ist der wesentliche Treiber für jede Art von realem Wirtschaftswachstum. Der Zusammenhang sieht so aus:

  1. Eine wohlstandssteigernde Erhöhung der Güterproduktion erfordert eine Erhöhung der Arbeitsproduktivität.
  2. Wesentlicher Treiber hierfür ist der Ersatz von Arbeitskraft durch mit Fremdenergie betriebene Maschinen.
  3. Der Arbeitsaufwand für die Bereitstellung der Fremdenergie am Ort ihrer Verwendung in der geeigneten Form muss geringer sein als der verdrängte Arbeitsaufwand.

Punkt 3 definiert die Grenze des sinnvollen Energieeinsatzes aus Sicht der Produktivitätserhöhung. Wir führen daher eine dem EROEI verwandte Größe ein. Den “Labor Return of Energy Invested“ (LROEI).

Abbildung 1: Ein Modell zum Zusammenhang Energie, Ressourcen und Produktion

Abbildung 1: Ein Modell zum Zusammenhang Energie, Ressourcen und Produktion

Verkoppeln wir die Themen Energie, Ressourcen, Arbeit und Produktion miteinander ergibt sich das Modell in Abbildung 1. Die Rückkopplungseffekte EROEI und LROEI sind farbig dargestellt. Man sieht bereits: Der EROEI erzeugt grundsätzlich eine negative Rückkopplung, stellt also eine Dämpfung da. Der LROEI besteht aus einer positiven und einer negativen Rückkopplungsschleife. Solange er größer 1 ist, fungiert er als Verstärkungsfaktor. Bei 1 kann die Wirtschaft wieder auf Handarbeit umgestellt werden. Ist er kleiner 1 bedingt das eine partielle „Deindustrialisierung“.

Im Modell ist die verfügbare Arbeitszeit fix definiert. Die pro Mensch erbringbare Arbeitsleitung ist dadurch begrenzt, was er je nach Tätigkeit erbringen kann ohne seine Gesundheit zu gefährden. Zusätzlich ist es möglich, die Arbeitszeit durch gesellschaftliche Regeln, wie die Einführung einer Rente, von Urlaub oder der Wochenarbeitszeit zu verkürzen. Dies geschieht im bewussten Tausch von Zeit gegen Güter. Das bedeutet, dass verschieden Gesellschaften oder Gruppen zwar unterschiedliche Mengen an Arbeitszeit bereitstellen können, diese ist dann aber immer fix. Arbeitszeit kann aber nicht direkt in Arbeit übersetzt werden. Jedenfalls nicht wenn es sich nicht um äußerst einfache Arbeiten handelt. Denn dann ist Schulung und Aufwand notwendig. Mit einer zunehmend komplexeren Gesellschaft steigt dieser Aufwand ebenfalls. So dass pro Person mit der Zeit die verfügbare Arbeitskraft sinkt. Zu diesem Bereich gehört nicht nur die Erstausbildung sondern auch Fortbildungen oder Umschulungen die durch Verschiebungen in der Wirtschaftsstruktur entstehen.

Betrachten wir nun das System unter der Annahme einer unendlichen Verfügbarkeit von Energie und Ressourcen. Gehen wir weiterhin davon aus, dass keine harten technischen Grenzen auftreten. Das Ausbildungsproblem können wir auf globaler Ebene solange vernachlässigen, wie insbesondere in den aufstrebenden Volkswirtschaften noch hohe Produktivitätsreserven ohne eine massive Ausdehnung des Bildungssektors möglich sind. In den USA dagegen sieht das schon anders aus. Das Bildungssystem kann dort volkswirtschaftlich nicht mehr ausreichend finanziert werden (im Endeffekt ist es egal, ob staatlich oder privat). Damit ist eine Reihe von Industrien nicht mehr zurückholbar. Steve Jobs soll Barack Obama einmal auf die Frage, warum Apple nicht in der USA produzieren lässt geantwortet haben: „Hier gibt es niemanden mehr, der das kann.“

Die negativen Rückkopplungen über den EROEI und LROEI können beide den möglichen Güterausstoß begrenzen. Fällt eine der beiden Größen auf 1 ist keine weitere Erhöhung des Güteroutputs mehr möglich. Im Block „Maschine“ verstecken sich sämtliche Güterproduktionsprozesse. Ein dauerhaftes Wachstum kann also nur funktionieren, wenn die Produktivität aller Produktionsprozesse schneller steigt, als die Effizienz der Energiebereitstellung sinkt. Das wären dann die klassischen Methoden zur Produktivitätserhöhung, also Optimierung des Ressourcen- und Energieinputs, Prozessoptimierung und Spezialisierung. Alternativ könnte der Energiebereitstellungsaufwand auch sinken. Das würde aber nur funktionieren, wenn Energiebereitstellungsverfahren gefunden werden, die in ihrer Vollkostenbetrachtung günstiger sind als die fossilen Verfahren. Und zwar zu heutigen realen Kosten und nicht zu zukünftig projizierten.

Nur die Blöcke im grauen Kasten können optimiert werden. Aber keine Optimierung kann der Grenznutzenfunktion entkommen. Auf die Dauer muss immer mehr Energie eingesetzt werden um immer weniger Arbeit verdrängen zu können. Einer spezifischen Grenznutzenfunktion kann man nur durch eine produktivitätssteigernde Basisinnovation entkommen. Eine Basisinnovation unterscheidet sich von einer Optimierung dadurch, dass sie nicht versucht, etwas besser, sondern ganz anders zu machen. Das tauscht aber nur eine Grenznutzenfunktion durch eine andere aus. Außerdem unterliegt auch der Erfindungs- und Entwicklungsprozess selbst einer Grenznutzenfunktion. Im Gegensatz zu den Vermutungen von Nicolai Kondratjew tauchen Innovationen eben nicht immer dann auf, wenn man sie gerade braucht. Und das auch noch ohne steigenden Aufwand.

Interessant ist nun die Frage, welche der Grenzen zuerst zuschlägt. Klären lässt sich diese Frage an der Entwicklung des globalen Primärenergieverbrauchs.

Eine reine Betrachtung der absoluten Verbrauchskurve ist nicht zielführend, da der enorme Anstieg die Entwicklungseffekte verdeckt. Daher wird hier die jährliche absolute Veränderung des globalen Primärenergieverbrauchs pro Kopf aufgetragen. So passen die Daten direkt zum Modell in Abbildung 1. Die Daten wurden dann mit einem 10 jährigen gleitenden Durchschnitt geglätet um die Trends besser zu erkennen. Neben der Veränderung des Primärenergieverbrauchs sind auch das reale absolute BIP-Wachstum pro Kopf aufgetragen. Auf der linken Skala sind die Größen Energieverbrauch, auf der rechten der Güterzuwachs abgetragen. Die Güterversorgung von 1830 ist dabei auf 100 gesetzt. Es ist zu beachten, dass vor 1950 keine guten Daten für die gloalen Wachstumsraten vorhanden sind. Detailierte Daten für den Energieverbrauch liegen auch erst ab 1930 vor. Aber die vorliegenden Schätzungen scheinen ganz gut zu passen.

Bild8

Abbildung 2: Absoluter jährlicher Zuwachs des BIP und des Primärenergieverbrauchs pro Einwohner

Die Ergebnisse sind höchst interessant. In Zeiten, in denen der Wachstumsprozess reibungslos funktioniert, steigt der Primärenergieverbrauch etwas schneller, als der Güteroutput. Das ist nicht verwunderlich, denn die Erweiterung der realen Produktionsbasis kostet eben auch Energie. Und der eher langsame Effizienzsteigerungsprozess in der bereits vorhandenen Wirtschaft kann diesen Effekt nicht kompensieren. Die entstehende Spreizung ist ein reales Signal für die globalen Nettoinvestitionen. Spannend wird es, wenn die Steigerungsraten des Energieverbrauchs schneller abnehmen als das BIP-Wachstum. Denn hier gehen die Nettoinvestitionen zurück. Fällt die Energieverbrauchskurve schneller als die IP-Kurve, wird der Realwirschaft echtes Kapital entzogen. Die Weltwirtschaft lebt in dieser Zeit auf Pump. Nach der Krisenphase in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geht es wieder aufwärts. Die Schulden werden abgebaut, die Investionslücke geschlossen und das goldene Zeitalter beginnt. Um dann 1973 jäh zu enden. Denn jetzt sind die Energiepreise explodiert und ziehen den LROEI auf unter 1. Wieder folgt das Schuldenspiel und eine Unterfinanzierung der Kapitalbasis. Der Verfall der Infrastrakturen, insbesondere, aber nicht nur in den USA nimmt seinen Lauf. Es folgt eine Stagnationsphase in der man sogar die "Friedensdividende" nach 1989 erkennen kann, als West und Ost ihre Rüstungsetats stark runter gefahren. Denn Militär ist Konsum par excelence. Aber die aufstrebenden Schwellenländer schaffen es mal so gerade den Zusammenbruch des Ostblocks in Summe auszugleichen. Für die westlichen Industriestaaten reicht es gerade so um nicht weiter abzurutschen. Mit dem ersten Irakkrieg gehts dann wieder abwärts und die Zerstörung der eigenen Prodkutionsbasis setzt sich fort. Ende der 90er Jahre erreicht Chinas Wirtschaft eine Größe die sich im Welt-BIP und auch im Energieverbrauch so richtig bemerkbar macht. Aber auch Chinas Aufstieg reicht nicht, das globale Kapitalloch zu schließen. Das Problem, das sich hier zeigt, sind nicht nur die Schulden, die man ja notfalls einfach streichen könnte (und damit auch die Vermögen), sondern die Produktionsbasis wird selbst das heutige Niveau des Güteraussoßes nicht halten können, da die Abschreibungen nicht ausgeglichen wurden. Um es an einem Beispiel zu erläutern: Wenn die USA von heute auf morgen alle Schulden und damit die gegenstehenden Vermögen streichen, dann sind sie zwar ihre Schulden los, die Infrastruktur ist aber noch immer kaputt.

Wenden wir uns jetzt den Energieträgern detaillierter zu. Nicht alle Energieträger haben die gleichen Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten. In der folgenden Tabelle ist ein qualitativer Vergleich dargestellt. Im Einzelnen kann man sicher über die Einschätzungen diskutieren, das spielt bei den folgenden Überlegungen aber nur eine untergeordnete Rolle.

Energieträger Energiedichte Förderbarkeit Lager-fähigkeit Transport-fähigkeit Umwandel-barkeit Einsatzbreite
Öl +++ +++ +++ +++ +++ +++
Gas ++ ++ + ++ ++ ++
Kohle ++ ++ +++ +++ ++ ++
Wasser ++ + + + + +
Nuklear + + - + - +
Biomasse + +++ +++ +++ + ++
Regenerative + + - + - +

Es ergibt sich eine Reihenfolge, bei der unzweifelhaft Öl die Spitzenposition einnimmt. Die unterschiedlichen Energieträger bilden damit eine sogenannte Merit-Order. Jede Nutzergruppe deckt ihren Bedarf zuerst aus der billigsten Quelle. Wobei nicht die Kosten des reinen Rohstoffs entscheidend sind, sondern die Gesamtkosten die sich aus der Energiebereitstellung am richtigen Ort in der richtigen Form ergeben (Exergie). So ist die Stromerzeugung aus regional verfügbaren und oberflächennahen (billigen) Vorkommen eventuell günstiger als aus Öl, dass über weite Strecken transportiert werden muss. Für lokal verfügbare Biomasse z.B. zum Kochen gilt dasselbe. Der Preis wird immer von der teuersten, gerade noch wirtschaftlich akzeptablen Quelle bestimmt. Wie das dann funktioniert ist in Abbildung 3 dargestellt.

Merrit-Order Prinzip in einem idealen Markt

Abbildung 3: Merrit-Order Prinzip in einem idealen Markt

 

Da die unterschiedlichen Energiequellen nach und nach entdeckt wurden ändert sich die Zusammensetzung der Merit-Order über die Zeit. Jeder neue Energieträger schiebt sich entsprechend seiner Kosten in die Kette. Setzen wir die Verfügbarkeit zu dauerhaft konstanten Kosten als Gegeben an, dann muss der billigste Energieträger die anderen vollständig verdrängen. Wie bereits erwähnt, kann eine lokale und anwendungsspezifische Merit-Order aber anders aussehen. So lange lokale Vorteile erhalten bleiben, bildet sich in einer verflachenden Anpassungskurve ein stabiles Gleichgewicht aus. Jede Veränderung in den Kostenrelationen der Energieträger zueinander verändert die Merit-Order. Bei einer globalen Betrachtung sollte sich aber die Reihenfolge aus der Tabelle zeigen. Damit ist es möglich, den historischen Verlauf der Entwicklung der Anteile einzelner Energieträger vorherzusagen. Qualitativ ist Folgendes zu erwarten:

Zuerst beginnt die Kohle die Biomasse zu verdrängen. Mit dem Auftauchen des Öls beginnt diese Kohle und Biomasse zu verdrängen. Da Erdgas in der physikalischen Reihenfolge zwischen Öl und Kohle liegt, schiebt es sich dazwischen. Die Verdrängung von Biomasse und Kohle beschleunigt sich, die Anteilserhöhung von Öl wird fortgesetzt.

Eine besondere Bedeutung kommt dem günstigsten Energieträger, also Öl zu. Nähert sich der LROEI der 1, dann ist das genau an diesem Energieträger zu sehen. Denn nur er treibt die Entwicklung, da er den Verstärkungsfaktor für Arbeit bestimmt. Nähert der LROEI sich der Größe 1 dann stoppt die Verschiebung der Anteile zum Öl abrupt.

Werfen wir nun einen Blick auf den Verlauf der Anteile in den letzten 200 Jahren.

Abbildung 4: Entwicklung der Anteile unterschiedlicher Energieträger

Abbildung 4: Entwicklung der Anteile unterschiedlicher Energieträger

Wir finden den erwarteten Verlauf. 1973 waren keinerlei physische Grenzen der Produktion von Öl erreicht. Auch der EROEI lag damals mindestens noch bei 25, war also weit von einer Größe entfernt, die das Wachstum ausgebremst hätten. Bleibt also nur der LROEI.

Ein Blick auf den Verlauf des realen Ölpreises weist darauf hin, dass inflationsbereinigt bei etwa 100$ eine Grenze erreicht ist. Ob dieser Preis dabei durch tatsächliche technische Kosten oder politische und strategische Maßnahmen zu Stande kommt, ist für die Energienutzer sekundär. Bei diesem Preis fällt der LROEI anscheinend gegen 1.

Abbildung 5: Entwicklung des realen Ölpreises

Abbildung 5: Entwicklung des realen Ölpreises

Warum können dann einige Staaten noch wachsen und andere nicht? Das liegt am unterschiedlichen Produktivitätslevel. Ein LROEI größer 1 zieht die Grenznutzenkurve nach oben. Umso größer der LROEI ist, umso weiter. Fällt er unter 1, dann drückt er die Grenznutzenkurve nach unten. Wie das folgende Bild zeigt, können dann einige noch wachsen während andere schon wieder schrumpfen müssen. Dargestellt ist das Verhalten, bei optimal funktionierenden Wettbewerbsgesellschaften. Auf Grund der Nichtliniarität der Grenznutzenfunktion können andere Länder aufholen. Verschiedene Energieträger setzen unterschiedliche Grenzwerte, gegen die die Nutzenfunktion läuft. Welcher Level mit regenerativen Energiequellen zu erreichen ist, hängt alleine davon ab, wo die sich am Ende einsortieren (gewichteter Durchschnitt über alle technischen Möglicheiten).

Wachsende und schrumpfende Volkswirtschaften

Abbildung 6: Wachsende und schrumpfende Volkswirtschaften

 

Solange der globale EROEI über alle Energieträger hinweg nicht unter die von Hall ermittelte kritische Grenze von 10-15 fällt (das ist die Größe, die zur Erhaltung einer technischen Zivilisation nach westlichem Vorbild nötig ist) und der globale LROEI größer 1 ist, kann die Weltwirtschaft weiter wachsen. Die Kohle- und Gasförderung lassen sich noch eine Weile erhöhen. Die ein oder andere regenerative Quelle kann bei der ein oder anderen Anwendung sicherlich auch etwas beisteuern. Aber viel wird das nicht sein. Denn wie den Lesern in Abbildung 4 sicherlich aufgefallen ist, verschwindet deren Anteil noch immer in der X-Achse. Und die tatsächlichen Systemkosten sind bei identischen Leistungsparametern immer noch jenseits von Gut und Böse.

Energie aus Biomasse ist übrigens bewusst getrennt aufgeführt, da diese aus nicht nachhaltiger Biomassenutzung stammt und es auf Dauer schon schwierig sein wird, diese überhaupt auf dem heutigen Level zu halten.

Ziehen wir ein Fazit:

Selbst wenn Energie, Ressourcen und technischer Fortschritt unendlich sind, ist ein signifikantes reales Wirtschaftswachtum pro Kopf nur für einen sehr kurzen historischen Zeitraum möglich. In den früh industralisierten Staaten ist das Ende erreicht, im Rest der Welt steht es bevor.

Sollten wir alle Umweltprobleme lösen und technisch in der Lage sein die gesamte Galaxis mit ihren ca. 200 Milliarden Sternen ausbeuten zu können, wird das alles nichts nützen, wenn es keine Energiequelle gibt deren Bereitstellungsaufwand niedrig genug ist. Diese Quelle ist nirgendwo zu erkennen. Sagen wir es noch einmal ganz deutlich: 1973 wurde der Pfad konstant hoher Wachstumsraten für immer verlassen. Und das auf globaler Ebene. 40 Jahre lang ist es nicht gelungen auf den alten Wachstumspfad zurückzukehren, obwohl wir bereit waren für diesen Versuch jeden Preis zu zahlen. Die Ausbeutung der Ressourcen und der Biosphäre war noch nie so hemmungslos wie heute. Die Hälfte aller jemals emittierten Treibhausgase wurde in den letzten 30 Jahren in die Atmosphäre geblasen. Wir haben unser gesellschaftliches und produktives Kapital geplündert um weiterhin die Wachstumsillusion aufrecht zu erhalten. Nichts hat funktioniert.

Die früh industrialisierten Länder befinden sich bereits in einer Postwachstumsgesellschaft. Die Wachstumsgesellschaft existiert dort nur noch in den Fieberträumen der Gläubigen.

Aber das Festhalten an Illusionen ist wirkmächtig und bisweilen gefährlich. Es hat uns in eine paradoxe Situation geführt. In Zeiten echten Wachstums haben wir langfristige Schäden in Kauf genommen, damit es uns kurzfristig besser geht. Inzwischen erzeugen wir langfristige Schäden, damit es uns kurzfristig schlechter geht. Intelligent ist anders.

 

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69 Kommentare to “Peak-Oil, LROEI oder der Unterschied zwischen Möglichem und Sinnvollen”

  1. Der vorletzte Satz stimmt nicht ganz, muß wohl heissen damit es uns kurzfristig besser geht, aber das ist wieder mal ein hervorragender Artikel. Meine Hochachtung für die Ehrlichkeit die einem vor Augen geführt wird. Keine rosige Zukunft.
    Xaver Strobel

  2. Michael Egloff sagt:

    Auch von mir Respekt für die analytischen Leistungen, die hier erbracht werden.
    Gerade auch in diesem Artikel.
    Wie wird wohl die weitere Entwicklung weitergehen?
    Bisher (also in den letzen 3 bis 4 Jahrzehnten) haben wir es mit einem allmählichen Erosionsprozess zu tun, der allerdings sowohl durch neue technische Lösungen (IT-Revolution usw) und durch statistische Rafinessen für viele noch nicht erkennbar, aber doch intuitiv spürbar ist.
    Immer mehr Menschen fühlen: die fettesten Jahre sind vorbei, wenngleich die technischen Möglichkeiten bei vorhandener Kaufkraft durchaus noch gewachsen sind. Aber die Kaufkraft, um an diesen technischen Möglichkeiten partizipieren zu können, erodiert eben bei immer mehr Menschen.
    Es ist wahrscheinlich, dass sich der natürlich immer unter Schwankungen verlaufende Erosionsprozess beschleunigt durch kommende Verfügbarkeitsrückgänge an einzelnen Schlüsselrohstoffen – allen voran Öl -, und durch die sich akkumulierenden Schadwirkungen unseres bisherigen Handelns. Angefangen beim immer schnelleren Verfall der Straßen- und Brückeninfrastruktur durch immer mehr Scherlastverkehr und klamme öffentliche Kassen, über die ganze Frage der zig-Millirden-schweren „Entsorgung“ aller Arten von strahlendem Abfall und Rückbau der Atomkraftwerke bis hin zu den Effekten von Klimawandel und Effekten einer alternden Gesellschaft.
    Um nur einige Beispiele zu nennen, die einen immer größeren Anteil der noch vorhandenen Wertschöpfung absorbieren werden.
    Wird nun dieser Erosionsprozess, wenngleich etwas beschleunigt, so weitergehen, oder gibt es – wann auch immer – einen Kippunkt, an dem das Gesamtsystem strukturell erschüttert wird? Ist also zu einem Zeitpunkt x mit einem gesamtwirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Crash zu rechnen?
    Schwer vorrauszusagen. Die Hyperkomplexität des Gesamtsystems macht das Szenario eines plötzlichen strukturellen Zusammenbruchs keineswegs unrealistisch.
    Absolut nicht wünschenswert – aber seit wann fragt die Realität nach unseren Wünschen?

    • Hendrik Altmann sagt:

      Ich glaube an einen weiteren Erosionsprozess solange bis die ERoEI soweit gefallen ist, das ein genereller Kippunkt erreicht ist, dann wird alles wohl sehr schnell gehen. Sprich die Ölindustrie benötigt halt ein funktionierendes Strassen und Schienennetz, ein funktionierendes Stromnetz das auf die Energieträger angepasst ist.
      Aber das ist nur die Infrastruktur. Wie Stefan ja schon sagte leben wir ja schon längst auf Pump, wir entnehmen Produktivität und Energie unserer bestehenden Infrastruktur und führen sie nicht wieder zurück, weil wir es nicht können…

  3. T.R. sagt:

    hier http://vimeo.com/106910933 versucht meadows den wifo leuten in österreich das ende vom wachstum und eroei zu erklären. die fragenden wirtschafts forscher kappieren es aber nicht…das englisch ist auch von allen sehr schlecht oder der glaube unerschütterlich. steven kings schreibt in doctor sleep auch vom ende des öls und von den vergangenen zeiten als die menschen noch bäume anbeteten(druiden?) und nicht ihre eigentums- wohnungen.

    • Ert sagt:

      Danke für den Link – bei ca. Min 24:00 sagt Meadowns auch noch mal, das J. Randers Buch „2052“ kein Modell zugrunde liegt sondern J. Randers persönliche Meinung… tolle Aussage!

    • Dieter Meyer sagt:

      Danke für den Link zu dem Vimeo-Video.

      Also hofft man insgeheim auf eine schmelzende Arktis, um dort grosse Mengen an Rohstoffen abbauen zu können.

      Das Abschmelzen der Arktis soll also gar nicht verhindert werden – man erzählt dies den Menschen nur…

      Lässt tief blicken, was für Drecks-Typen diese Konzernchefs sind.

  4. Hendrik Altmann sagt:

    By the Way, danke für diesen Artikel. Qualitativ hochwertiges Wissen konzentriert zusammen gefasst.

  5. Stefan Wietzke sagt:

    Danke für die allseitigen Blumen :-). Ich möchte aber noch mal auf meinen Ansatz mit dem LROEI hinweisen. Und noch mal das Fazit verstärken.

    Wir sind schon in einer Postwachstumsgesellschaft, weil genau der LROEI das Wachstum abgedreht hat. Da müssen wir nicht mehr hin. Und der Wachstumsgott hat kein Feuer und Schwefel vom Himmel regnen lassen! Die Angst vor dem Ende des Wachstums ist also erst mal unbegründet. Ich halte das für die Kommuniation nach Außen für sehr wichtig.

    Wer sich mal etwas mit meinem Modell befasst, wird sehen dass aus der physischen Sicht kein radikaler Systemabsturz erfolgen muss. Das ist eher ein schleichender Prozess.

    Viel gefährlicher sind gesellschaftliche Prozesse. Massive gesellschaftliche Verwerfungen, das desolate Finanzsystem, globale strategische Verschiebungen etc. haben ein viel höheres Katastrophenpotential.

    Und diese Probleme sind die Folge des krampfhaften Festhaltens an der Wachstumsillusion. Warum ich glaube, dass das so ist, werde ich demnächst mal in einem weiteren Artikel darlegen.

    @xaver strobel
    Das im vorletzten Satz ist schon so gemeint wie es da steht :-).

    Burn Out, stressige Fernreisen, nur damit ich mit den Arbeitskollegen mithalten kann. Selbstoptimierung (ein anderes Wort für Selbstausbeutung), usw. usw.

    Oder wie Paech und Welzer so schön sagen: Konsumverstopfung oder habt ihr euch mal gefragt was für traurige Gestalten ihr alle abgebt.

    • Hendrik Altmann sagt:

      klar ist das ein schleichender Prozess, aber je instabiler das ganze System wird, desto wahrscheinlicher ein total Absturz. Ob dieser total Absturz dann durch ausbrechende Kriege, oder der Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung erfolgt oder es gibt bestimmt noch hunderte mehr Gründe ist praktisch egal. Das ganze System ist schon eine ganze Weile instabil durch die immer weiter sinkende ERoEI und wird mit derem weiteren sinken immer instabiler, das geht nur bis zu einem bestimmten Punkt. Nämlich solange bis diese Illusion nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, bis die Realität sich brutal bemerkbar macht, spätestens wenn die Grundbedürfnisse der Masse nicht mehr bedient werden können.

    • Ert sagt:

      @Stefan

      Kongenialer Beitrag – das mit dem LROEI bringt es mit Abbildung 1 so einfach auf den Punkt – wirklich sehr, sehr gut! Du hasten in den Kommentaren in letzter Zeit ja schon einiges davon voraus genommen.

      Das mit den LROEI sehe ich auch aktuell in meinem Umfeld. Weil die (Ressourcen/Energie) Kosten Steigen, Spezialisierung und Komplexität neue Kosten erzeugen, Adaption von neuen Technologien und Verfahren alte Investitionen immer schneller entwerten, Absatzmärkte stagnieren etc. – entsteht im System meiner Ansicht nach ein immer stärkerer Kostendruck damit zumindest die Renditen gleich bleiben.

      Hier wird dann in der Verwertungs- und Veredelungskette von Oben nach Unten getreten. Das war zwar schon immer so – nun werden die Schmerzen aber immer größer, weil immer schlechter über bisher üblichen Methoden kompensiert werden kann. Was das für Jobs, Löhne, etc. heißt sehen wir ja.

      Gerade das Rad aus immer schnelleren Adaptionen von neuen Verfahren und Technologien – die gleichzeitig die aktuellen/bestehenden Investitionen entwerten finde ich spannend. Da sehe ich noch als zusätzliche Stressfaktoren im industriellen System an.

    • Tom schülke sagt:

      Was das modell ja weniger integriert ist die Rückkopplung mit dem Wachstumszwang des Geldschöpfungssystems. Physikalisch mag ein moderates herunterfahren des dystems möglich. Doch befürchte ich das das längst angezählte finanzsystem sehr wohl seinen fiskalischen tippingpoint erreichen wird. Wenn das geschieht wird auch die möglichkeit Kredite für weitere Ölexplorationen implodieren.
      Diese komponente im system würde mich noch interessieren. Ansonsten ist der artikel auf absolutem toplevel… geeeerne mehr davon. Hut ab.

  6. Flint sagt:

    Sowas gehört mal in die Massenmedien , aber man will das Volk ja nicht Ängstigen, also lässt man sie einfach im Dunkeln.

  7. Norbert Rost sagt:

    Mich würde interessieren: Gibt es unter den Lesern jemanden, der das in Abbildung 1 dargestellte Modell simulieren kann?

    • peakenergy sagt:

      Ich bin gerade dabei, ein solches System Dynamics Modell im Rahmen einer Hausarbeit im FB Umweltwissenschaften zu entwickeln!

      • Hendrik Altmann sagt:

        Am besten ließe sich so ein Modell an Erneuerbaren wie einem Windpark erklären, aber komplexer dargestellt als in Abbildung 1, damit man mal sieht wie abhängig die Erneuerbaren von fossiler Energie sind und das hinter Windrädern oder Solar Panels komplexe Schleifen stehen.

        • Stefan Wietzke sagt:

          Nee, eigentlich nicht. Ich habe das Modell genau deshalb global aufgestellt, da du es nur da überhaupt in den Griff kriegen kannst. Denn so erhälst due ein geschlossenes System, das einer mathematischen Analyse zugänglich ist. Versuchst du da was rauszubrechen wie eienen Windpark behält das Einzelteil trotzdem Verbindung zu allen anderen Teilen. Du hättest dann kein „etwas komplexeres“ Modell sondern müsstes die globale Wirtschaft bis auf die Größe einer solchen Einzelanlage herunterbrechen. Und dann alle Verbindungen zwischen diesen Teilen mathematisch korrekt modellieren.

          Es gibt in den Naturwissenschaften ein interessantes mathematisches Verhalten. Modellieren lassen sich ganz kleine und ganz große Systeme. Denn die folgen oft relativ einfachen Gesetzen. Alles dazwischen kann man getrost vergessen.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Ich meine damit die ganze Kette, wenn man jetzt z.B. den Windpark als Güter in deinem Modell sieht.
            Es ist definitiv möglich darzustellen, nur wird die Darstellung deutlich komplexer, weil ich z.B. die Minen die Fabriken, Kraftwerke, Transport, usw. halt alles was an der Entstehung eines Windparks beteiligt ist darstellen würde. Dein Modell ist wie du schon sagtest sehr einfach gehalten um verständlich zu sein und berechenbar.

            • Stefan Wietzke sagt:

              Die Stoffflüsse werden ganz schnell extrem komplex. Deshalb gibt es für viele Anlagen auch keine vernünftigen Rechnungen. Es gab vor etlichen Jahren mal eine entsprechende Diplomarbeit für Jogurtbecher, die durch die Presse ging. Schon das war kaum noch bewältigbar.
              Eine Windkraftanlage ist da schon deutlich komplexer. Und dann must du auch noch die zugehörigen Speicher (gibts noch nicht mal), die zusätzlichen Netzkomponenten und eventuell Teile des für das Demand-Side Management mit einbeziehen. Keine Chance. Deshalb hat ja auch Planwirtschaft nie funktioniert ;-)

  8. Stefan Wietzke sagt:

    Noch etwas zu Abbildung 2. Ich weiß nicht wie fit die Leser hier in Mathe sind.

    Die Kurve zeigt die absolute Änderungsrate des Primärenergieverbrauchs und nicht die Entwicklung des Primärenergieverbrauchs (P) selbst. Also f'(t).

    Das bedeutetfür die Interpretation folgendes:

    1. Linie wagerecht und > 0:
    P steigt linear.
    2. Linie wagerecht und < 0:
    P sinkt proportional
    3. Linie genau auf der X-Achse:
    P bleibt konstant.
    4. Die Kurve zieht nach oben weg:
    P steigt exponentiell
    5. Die Kurve fällt nach unten weg:
    P sinkt exponentiell

    • Hendrik Altmann sagt:

      @Stefan du hast da ja jetzt diesen Loop dargestellt zwischen Energie Bereitstellung und Maschinen, den LRoEI, jetzt die Frage, existiert nicht zwischen jedem anderem Feld und Energie Bereitstellung solch eine Schleife, zwischen positiven und negativen Rückkopplungen?
      Ich meine auch die Ausbildung von Menschen bedingt Energie, investiere ich dort zu wenig Energie, trifft das zumindest langfristig auch die Energiebereitstellung. Das selbe auch bei der Ressourcen Bereitstellung und den energetischen Prozessen. Ich denke die Netto Energie die im Verlauf des ERoEI Schemas entsteht, wird vom Feld Energie Bereitstellung auf alle anderen Felder in der Grafik verteilt und erzeugt dort seine Synergien und Rückkopplungen positive wie negative.

      • Stefan Wietzke sagt:

        Nein, das brauchst du zum Glück nicht. Die entsprechenden Rückkopplungen in den Bereichen „Maschine“ und „Prozessenergie“ und auch im technischen Teil in der Energie- und Ressourcenbereitstellung wird implizit innerhalb des Blocks verareitet.
        Bei der Energie- und Ressourcenbereitstellung musst du aber zusätzlich noch den über die Zeit steigenden Extraktionsaufwand Aufwand modellieren. Das sollen die kleinen Symbole mit der steigenden Kurve andeuten.

        Eigentlich könntest du den EROEI auch im Kasten verschwinden lassen. Das Gleiche gilt für die Ausbildung. Ich habe die nur rausgezogen, damit man sie sieht.

        Wie du siehst geht von der Energie immer ein Pfeil zu jedem anderen Block. Die Rückkoplung erfolgt dann immer über die Maschine. Bei der Ausbildung ist das nicht so, da du den Anteil hier ignorieren kannst.
        Deshalb gibt es auch keine Pfeile von der Arbeit direkt zu den anderen Teilen. Denn das sind statische Wirtschaftsteile, bei denen eben keine große Erhöhung der Produtivität drin ist. Sie spielen also für die Modellierung der Dynamik keine Rolle.

    • Norbert Rost sagt:

      Ich bin immer noch unsicher ob der Achsenbezeichnung…

      • Stefan Wietzke sagt:

        Warum? Jeder Wert zeigt die in dem entsprechenden Jahr zusätzlich bereitgestellte Energiemenge in Gaswärmeeinheiten an. Hoffe nur, dass ich mich bei den vielen Nullen nicht vertan hae :-).

  9. Hendrik Altmann sagt:

    Zu Abbildung 4 wollte ich noch einen Gedankengang äußern, dort sieht man gut das der Energieträger mit den besten Eigenschaften immer die anderen verdrängt, nun es wird erwartet das wir auch peak coal und peak gas in der ersten Hälfte diesen Jahrhunderts erreichen, sogleich sinkt auch die ERoEI bei der Gas und Kohle Förderung. Bei Nuklearer Energie kann man das selbe behaupten. Nun ich denke das bedeutet, das Biomasse wieder der bedeutende Energieträger wird für die Menschheit, so wie vor der industriellen Nutzung von fossilen und nuklearen Energieträgern. Mit Biomasse waren um die 2 Milliarden Menschen möglich bei weitgehend intaktem Ökosystem, ohne schnelle klimatischen Veränderungen. Das bedeutet doch dann das unsere Bevölkerung letztendlich wieder auf dieses Maß, oder darunter schrumpfen muss oder nicht?

    • Tom Schülke sagt:

      ja…. :-(

      • Michael Egloff sagt:

        Trösten wir uns mit der Erkenntnis, dass diese Schrumpfung in Richtung eines historischen Normalmaßes für ALLE gut ist, außer für die während dieses Schrumpfungsprozesses lebenden Menschen.
        Die Schrumpfung wird gut sein für alle anderen Spezies (außer den Menschen), und er wird gut sein für alle Menschen, die nach diesem Schrumpfungsprozess geboren werden.
        Noch zwei weitere Jahrhunderte stetiger menschlicher Siege über die Natur würde die Natur
        nicht überleben. Und damit auch nicht die Menschheit.
        Also: lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

        Schade, dass es gerade hauptsächlich meine Kinder und Enkelkinder betreffen wird.
        Die Geschichte kennt keine Einzelfallgerechtigkeit.

  10. Hendrik Altmann sagt:

    Irgendwie finde ich das dieser Artikel viel mehr Beachtung in der Öffentlichkeit verdient.
    Weil er eindrucksvoll aufzeigt das wir schon ziemlich am Ende unseres Zivilisationsmodells sind. Und das es nur noch eine Richtung für dieses Modell gibt und zwar nach unten. Es benötigt ein Modell das auf das Schrumpfen ausgelegt ist, vielleicht wird das viel mehr Menschen bewusst wenn sie diesen Artikel lesen würden.

    • Flint sagt:

      Leider wird gerade das Gegenteil betrieben , unser Modell wird noch etwas weiter getrieben um jeden Preis.. Vorschlaghammermethoden.Meine einschätzung ist das dies evtl nochmal 5-10 Jahre gut geht und dann der Abstieg beginnt der sich dann Beschleunigen wird über die Jahre.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Es geht doch jetzt schon nicht gut, stell dir das Wirtschaftssystem vor wie eine fette Robbe. Eine Robbe hat eine dicke Fettschicht die sie vor dem erfrieren schützt, wird sie zu dünn stirbt sie. Beim Wirtschaftssystem ist die Fettschicht die Infrastruktur, Abwassersystem, Straßen, Brücken, Pipelines, Stromnetz, Abfall Entsorgung usw., wenn keine unmittelbare militärische Gefahr droht sogar das Militär. Davon zehren wir schon seit Jahren, tun wir das aber zu lange, bricht unser System zusammen, denn dieses System benötigt eine funktionierende Infrastruktur. Aufgebaut wurde diese Fettschicht mit billiger Energie, nun ist sie teuer, und wir können sie nicht erhalten bis die Energie wieder billig wird…

        • Michael Egloff sagt:

          Ja, die funktionstüchtige Infrastruktur ist in ihrer Bedeutung kaum zu überschätzen.
          Schwerlasttransporte aus dem Rhein-Main-Gebiet brauchten vor 20 Jahren in der Regel noch einen ganzen Tag. Heute sind es im Schnitt 3 Tage, weil scherlasttaugliche Brücken langsam Mangelware werden.
          Der Aufwand für die gleiche Transportaufgabe hat sich also schon verdreifacht, zusätzlich kommen die höheren Kosten pro Kilometer durch die höheren Treibstoffkosten.
          Und das, obwohl die physische Verknappung von Öl noch nicht einmal begonnen hat.

          Extrem wichtig geworden ist übrigens während der letzten 20 Jahre die IT-Infrastruktur.
          Bei einem Blackout dieser Infrastruktur (der zeitnah zunächst sehr unwahrscheinlich ist) geht NICHTS mehr. Die Abhängigkeit vom ständig steigenden elektronischen Datenverkehr hat ein Maß erreicht, das über Sein und Nichtsein aller Produktions-, Distributions- und Verwaltungsprozesse entscheidet.

  11. Dieter Meyer sagt:

    Huge Oil Field Discovered in Russia’s Arctic Region

    http://www.standupamericaus.org/russia/huge-oil-field-discovered-russias-arctic-region/

    Russia Discovers Massive Arctic Oil Field Which May Be Larger Than Gulf Of Mexico

    http://www.zerohedge.com/news/2014-09-27/russia-discovers-massive-arctic-oil-field-which-may-be-larger-gulf-mexico

    Russia Says Arctic Well Drilled With Exxon Strikes Oil

    http://www.bloomberg.com/news/2014-09-27/rosneft-says-exxon-arctic-well-strikes-oil.html

    Huge oil discovery in the Arctic – a “Victory” for Rosneft

    http://article.wn.com/view/2014/09/30/Huge_oil_discovery_in_the_Arctic_a_Victory_for_Rosneft/

    Tja, wenn das stimmt, verschiebt sich Peak Oil noch viel, viel weiter in die Zukunft…

    • Michael Egloff sagt:

      Und ich hatte schon befürchtet, meine Urenkel können keinen Urlkaub in den lauschigen Badebuchten Grönlands machen, am Horizont die letzten Gletscher gerade noch sichtbar.
      Dann klappt´s also doch noch mit der Superwarmzeit.
      Da fällt mir aber ein Stein vom Herzen.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Wenn du meiner Argumentation oben im Artikel folgst, dann ist das völlig irrelevant.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Nur das die Förderung dieser Ressourcen in diesen Regionen extrem teuer ist, noch viel teurer als das fracking Oil heute. Ich denke es ist zu teuer als es jemals gefördert wird.

      • Dieter Meyer sagt:

        Hallo, ihr glaubt doch wohl nicht, dass Vernunft oder „zu teuer“ bei denen da oben eine Rolle spielen?

        „Zu teuer“ gibt es eh nicht, da die Fed so lange Geld druckt, bis genug da ist.

        Zahlen muss es dann der „kleine Mann“.

        • Michael Egloff sagt:

          Jetzt habe ich es begriffen, Dieter,
          Di glaubst tatsächlich an das große finanztechnische Perpetuum Mobile, das in der Lage ist, jedes Problem zu lösen.
          Wahrscheinlich nicht nur, dass es in der Lage ist, auch den wirklich teuersten Tropfen Öl aus dem Grund des Polarmeeres zu saugen, sondern auch das Versiegen von Wasserquellen zu heilen,, zerstörte Fischgründe wieder auferstehen zu lassen oder die globale Erwärmung zu stoppen.
          Die „Währungshüter“ als Retter der Menschheit.
          Wer bin ich, gegen Religionen andiskutieren zu wollen?
          Zumal die Religion der rettenden Geldpolitik doch die mit dem größten Zulauf ist.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Nur das die FED oder EZB leider keine Energie drucken können, ich meinte teuer im Sinne von Investierter Energie. Es gibt einen realen Wert von Produktivität, und von dieser geschaffene Werte, diese kann man mit bedrucktem Geld in ein Verhältnis setzen, die Menge von bedrucktem Papier die du zu diesen Werten ins Verhältnis setzt spielt überhaupt keine Rolle. Energie in Form von Öl ist so realer Wert, dieser Wert ist nicht veränderbar, egal wie viel Geld du druckst dadurch wird es nicht mehr Öl, und genauso ist das mit der daraus gewonnen Netto Energie, egal wie viel Geld du druckst, die ERoEI wird da durch nicht besser, in diesen Regionen um den Nordpol.

          • Flint sagt:

            Naja , keine genauen Zahlen gibts mal wieder nicht , man SCHÄTZT mal wieder mehrere 100 Milliarden Barrel… na Klar . Wird wohl wieder Extremschätzeritis sein. Und fals nicht freut sich das Klima.Die Förderung ist auch sehr Teuer da oben.

        • Ert sagt:

          @Dieter

          Keiner druckt Geld. ‚Geld‘ Guthaben stehen immer einer Schuld (in der Zukunft) auf der anderen Seite gegenüber.

          Wenn aber diese Schulden schlecht oder unbesichert sind – ist auch das Geld als spätere Forderung in die Zukunft nichts wert.

          Also alles ‚Geld‘ jetzt ist nichts wert, wenn es für den Schuldner in der Zukunft nicht die Möglichkeit gibt Einkommen und Überschüsse zu generieren.

          Da aber unsere energetische Basis erodiert – und genau dieses immer schwieriger wird (sie u.a. auch unsere Krisen – denn das steckt letztendlich dahinter) – dann sind auch alle ‚Scheinvermögen‘ bzw. die aktuellen Bewertungen von Sachen ‚in Geldbewertungen‚ Fiktion.

          Das ist leider das Dilemma, das die Wirtschaft bzw. die Wirtschaftlicher Ressourcen nur als etwas ansehen was da ist und über genug ‚Anreize‘ auch immer ausreichend zur Verfügung steht. Sie sehen nicht, das die Energie und die Arbeit die in diesen Sektor hineinfliesst in anderen Sektoren (Reisen, Spaß, Infrastruktur, Parks, etc. pp.) fehlt.

          • Hendrik Altmann sagt:

            So sieht es aus, Geld so gesehen ist nichts Wert, es ist ein virtueller Wert den wir dem Papier
            in unserem Bewusstsein geben.Dem gegenüber stehen reale Werte wie die Erde mit ihren begrenzten Ressourcen, und der von Menschen und Maschinen erzeugten Produktivität, bzw. gespeicherter Produktivität in Form von Infrastruktur, Parks und Konsum wie von Ert erwähnt. Wenn die FED oder EZB oder jede andere Bank Kredite ausgibt ist das eine Wette, nichts anderes, eine Wette auf reale Werte die geschaffen werden. Der Leitzins der mittlerweile gegen fast 0 tendiert, zeigt nur auf das niemand mehr Wetten möchte, worauf auch? auf mehr Wachstum? Firmen Insolvenzen und Privat Insolvenzen nehmen doch ständig zu, das Bevölkerungswachstum stagniert in den OECD Gründerstaaten, die Gesellschaft überaltert, Ressourcen werden immer teurer, das Ökosystem ist über seine regenerativen Grenzen ausgebeutet, die einzigen Märkte wo sich noch solch Wetten gelohnt haben und „NOCH“ lohnen sind China und Indien.

            • Ert sagt:

              @Hendrik

              jepp – danke für die Ergänzung.

              Es es in der Eurozone so ist – und wir bereits seit 28 Monaten in der „Deflation“ sind sieht man auch hier: http://www.querschuesse.de/eurozone-kreditkontraktion-den-28-monat-in-folge/

              Aus dem Artikelbereich hinter dem Login noch diese schöne Grafik, die das ganze auch anschaulich wiedergibt: http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2014/09/A269-450×317.jpg

              Aktuell sehen wir zwar in einigen Bereichen noch steigende Preise (Immobilien in bestimmten Lagen) – aber das wird noch spannend…

              • Stefan Wietzke sagt:

                Da die Vermögen und damit die Schulden zu hoch, um je wieder eingelöst zu werden, steht eigentlich Inflation an. Auch in Japan hätte das passieren müssen. Warum ist das nicht passiert? Weil die Ökonomen was übersehen haben (welch Wunder). Inflation kann nur dann funktionieren, wenn die Preise sich noch nach oben bewegen können. Das bedeutet die Löhne müssen mit steigen. So wie das in Deutschland in der großen Inflation passiert ist. Das wird aber politisich verhindert. Das bedeutet, dass es keine Kaufkraft gibt, um die Nachfrage zu erhöhen und damit Preiserhöhungspotential für die Industrie zu schaffen. Außerdem hält notfalls die chinesische Konkurrenz die Preise fest. Damit findet die Inflation kein Ventil. Also tobt sich die Inflation bei Produkten aus, die von Leuten ohne Liquiditätsprobleme gekauft werden. Also Firmen (Börse), Grundstücke, teure Kunst etc.
                Deswegen hilft auch keins der angedachten Rezepte gegen die Eurokrise. Machst du das was Merkel macht, verschlimmerst du das Problem und treibst die Leute in die Armut. Tust du das was die Gegenseite will, also Löhne rauf, dann erzeugt das nur Inflation (unkotrollierter Schuldenabbau, nicht steuerbar). Die einzige Chance ist also ein massiver Schuldenschnitt. Am Schluss ist die Kohle sowieso weg. Nur wieviel Schaden auf dem Weg dahin noch angerichtet wird ist da durchaus unterschiedlich.

              • Ert sagt:

                @Stefan

                Eine hervorragende Ergänzung – also das mit den Löhnen und dem Preiskampf dort wo noch Liquidität da ist.

                Leider bedeutet der Preiskampf bei den Immobilien bzw. Mietwohnungen auch, das es zu einer weiteren Konzentration von Kapitalvermögen und Einnahmen daraus kommt.

                Wo, wann oder wie ein Schuldenschnitt aussehen kann – das wird Spannend. Ich denke es wird nicht so aussehen wie Steve Keen es beschreibt (Meine Zusammenfassung in Deutsch: „Um nun nicht nur die, die Schulden haben zu bevorteilen würde in Keens Szenario jede natürliche Person die gleiche Menge, seitens der Zentralbank bereitgestelltes Netto-Geld, bekommen. Hat diese Person Schulden (Kredite), dann müssen diese Schulden vorranging getilgt werden. Personen ohne Schulden haben danach einfach ein größeres Guthaben. Netto-Geld ist dabei als schuldfreies Geld anzusehen, das direkt von einer Zentralbank in den Umlauf gegeben werden kann – wenn Sie und die Politik es den wollen. Die Gegenbuchung, im Sinne der Saldenmechanik, verbleibt in der Zentralbank oder wird per Dekret gestrichen.“). Ich denke auch hier wird sich das „Big-Money“ bevorteilen….

            • Stefan Wietzke sagt:

              Ich hoffe demnächst noch einen Artikel darüber bringen zu können, was Geld eigentlich ist. Das versteht nämlich irgendwie keiner. Insbeondere Ökonomen scheinen da ein Problem zu haben. Und zwar vor allem dann wenn sie sich hauptsächlich mit Geld beschäftigen :-)

              • Spigola sagt:

                Wirklich ein extrem interessanter und informationsreicher Artikel.
                Was mich schon länger interessiert: Was sind Sie eigentlich von Ihrer Ausbildung her?

              • Ert sagt:

                Eigentlich sollten all diese Leute zumindest Stützel’s „Saldenmechanik“ in Grundzügen kennen – und dann wüsten Sie es einigermaßen (http://de.wikipedia.org/wiki/Saldenmechanik).

                Wenn Sie dann noch Paul C. Martins „Kapitalismus – ein System das Funktioniert“ gelesen haben… dann sollte auch das übergeordnete Wirtschaftssystem und die systemischen Zwänge bzw. Funktionsweisen klar sein (http://www.dasgelbeforum.net/sammlung/Martin,%20Paul%20C.,%20Der%20Kapitalismus%20-%20Teil%201.pdf)

                Heinsohn/Steiger (Eigentum, Recht, ….) hilft ggf. auch noch – den ohne Eigentum (Pfand/Sicherheit) und durchsetzungsfähiges Recht (Macht) würde das ganze auch nicht so einfach funktionieren (Einführung: http://www.dasgelbeforum.net/sammlung/Steiger66Thesen.pdf)

                Ich bin dann nun mal gespannt was Deine Sicht auf die Dinge ist – und ob ich da noch neue Impulse bekomme :-)

              • Stefan Wietzke sagt:

                @Spigola
                Ausbildung: Elektrotechnik und Physik studiert.
                Thematische Schwerpunkte meines Berufslebens: Energie und Informatik (Systemanalyse)

                Aber achon immer auch anGeschichte, Philosophie, Sozialen Systemen interssiert. Denn das sind ja auch besonders spannende Systeme ;-)

                @Ert
                Na ja, in einem Artikel wollte ich mich erst mal nur mit dem Geld befassen. Sonst brauchen wir ja eine mehrjährige Artikelserie :-)

                Mir ist irgendwann aufgefallen, das es in der Ökonomie überhaupt keine geschlossene Definition von Geld gibt. Und bei vielen Gesprächen und Diskussionen fällt mit seit Jahrzehnten auf, dass es immer logische Löcher gibt. Die sind auch die Ursache für einen großen Teil der unversöhnlichen Positionen in den Gelddebatten.

                Einige Beispiele:
                „Geld ist ein Wertauvbewahrungsmittel“ Richtig oder Falsch?
                „Es gibt keinen Geldmarkt“ Richtig oder Falsch?
                „Geld hat einen Preis“
                Richtig oder Falsch?

                Ich habe lange gebraucht, dahinter zu kommen, das beide Antworten richtig sind. Es git nämlich zwei fundamental verschiedene Arten von Geld. Irgendwie scheint das nur bisher niemandem aufgefallen zu sein.
                Vielleicht macht dich das ja neugierig. ;-)

                Aber ich werde für den
                Artikel noch etwas brauchen. Leider kann ich mich diesen Fragen nicht hauptberuflich widmen.

              • Michael Egloff sagt:

                Die Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes hat sich ja schon vielfach als zeiweise richtig und als zeitweise völlig falsch erwiesen.
                Und sie wird sich wahrscheinlich innerhalb der nächsten 10 Jahre erneut als falsch erweisen:

                http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/neue-schulden-nach-finanzkrise-naechster-crash-kommt-bestimmt-a-995339.html

                Nur schlichte Gemüter schließen aus dem Zuschütten der letzten Finanzkrise mit frischer Liquidität und Niedrigstzinsen, dass es nun keinen Crash mehr geben wird, weil die Notenbanken ein Perpetuum Mobile erfunden haben.
                Aber ebenso wie in der Physik gibt es auch in der Finanzwirtschaft ein solches Perpetuum Mobile nicht. Auch, wennn es mitunter bei flüchtigem Betrachten den Anschein hat.
                Der nächste Crash wird in seiner Dimension wohl kein historisches Vorbild haben.
                Denn nie waren die Finmanzmärkte so stark global vernetzt, nie die Entfernung von der Realwirtschaft größer, nie war die Finanzwirtschaft so stark virtualisiert und die in ihr ablaufenden Prozesse von so großer Geschwindigkeit und nie waren die Möglichkeiten der Notenbankinstrumente so ausgeschöpft.
                Selten war die soziale Spaltung größer als heute – insbesondere auf globaler Ebene, aber auch innerhalb vieler Staaten.
                Und nie befanden wir uns so dicht an den Grenzen der physischen Werschöpfungsgrundlagen des Planeten.
                Und fast nie waren wir so sehr davon überzeugt, alles im Griff zu haben.

              • Michael Egloff sagt:

                Ergänzung:
                nie wurde Bilanzwahrheit und Wahrheit so sehr mißachtet mit Schattenhaushalten und anderen außerbilanziellen Aktivitäten.
                So haben z.B. Spanien und Großbritannien eine wesentlich höhere explizite (also gegenwärtig zahlungswirksame)Verschuldung, als offiziell angegeben. Die tatsächliche Verschuldung liegt im Bereich von 140% des jeweiligen BIP.
                Auch viele Großbanken haben außerbilanzielle Lasten und zahlreiche Verbindungen mit dem weitgehnd unregulierten und intransparenten Schattenbankensystem.

                Und nie wurde soviel gehedged, also abgesichert, wie heute.
                Was das eigentlich sinnvolle Instrument der Kreditsicherungen im Falle einer schweren Finanzmarktkrise völlig unwirksam macht.

              • Michael Egloff sagt:

                Korrektur: „Bilanzwahrheit und Klarkeit“ war gemeint.

        • Michael Egloff sagt:

          Die Finanzwirtschaft in der heutigen Dimension ist nichts weiter, als ein Derivat der Energie.
          Also in erster Linie ein Derivat des Öls, weil Öl der Schlüssel z.B. für Energie aus Kohle oder Wind in heutiger (oder gar steigender) Menge und zu heutigen Preisen ist.

        • Tom schülke sagt:

          Der kapex index zeigt es doch schon jetzt. Den Ölförderern implodieren im Angesicht immer weiter steigender kosten der unkonventionellen techniken die gewinne. Pleitefirmen fördern einfach nix….

  12. Bruno Müller sagt:

    Stefan, Deine beachtenswerte Analysen und die Darstellung von Zusammenhängen, wie ich sie zuvor noch nicht gelesen oder gesehen habe, musste ich mir sehr konzentriert durchlesen um sie annähernd zu begreifen. Und da bin ich mir nicht mal ganz sicher, dass ich das richtig verstanden habe. Daher meine Verständnisfragen zu Details, aus denen ich z.T. Schlussfolgerungen ziehe.

    1. Kann ein nachlassender EROEI durch einen steigenden LROEI kompensiert werden?

    Ist es richtig,

    2. – solange Menschen in Fernost und Afrika für uns Frühindustrialisierte gesundheitsgefährdend, durch Überbeanspruchung (12 Stundentag, 7x die Woche) arbeiten, wirk sich Wirtschaftsstagnation bei uns nicht negativ aus, im Sinne von Wohlstandsverlust, auch wenn bei uns LROEI unter 1 fällt?

    3. – dass eine gut ausgebildete Erdbevölkerung (Alle können Rechnen, Lesen Schreiben und haben eine Berufsausbildung oder Studienabschluss) eine globale Wachstumsbremse darstellt. Dann wäre die allgegenwärtige Forderung von Politikern, „Bildung schafft Wohlstand“ (für Alle?) falsch? Auch Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher ist ein Vertreter dieser Bildungs-Wohlstands-These auf globaler Ebene.

    Ein anderes Beispiel: Unsere Bundeskanzlerin stellt hier
    http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Artikel/BKAngelaMerkelPolitik/angela-merkel-politik-bildung.html
    die Extremforderung: „Wir müssen es schaffen, dass lebenslanges Lernen wirklich Alltag wird“, da wir ein Rohstoffarmes Land sind. Mit Rohstoffarm meint sie sicher auch: Energiearmes Land.

    Wenn das im Zusammenspiel von EROI und LROEI richtig ist, hätte sie das Modell begriffen, ohne es möglicherweise zu kennen. Dann müsste sie aber ergänzen, dass viele andere ungebildet bleiben müssen.

    Stephan, könntest Du mir da weiterhelfen?

    • Hendrik Altmann sagt:

      Also nach meiner Meinung ist dein erster Punkt richtig, zumindest um den Wohlstand zu erhalten, aber um die LRoEI höher als 1 zu halten müssten ständig Effizienzgewinne erzielt werden und zwar schneller als die ERoEI absinkt, ich denke wir sind da schon ziemlich an der Grenze des möglichen. 2. so denke ich ist falsch, eine LRoEI unter 1 bedeutet immer ein schrumpfen, da sich dann die ganze Sache so nicht mehr lohnt, es spielt keine Rolle wie lange du arbeitest, stell dir vor du bekommst aus 16 Stunden 7 Tage die Woche Arbeit auf dem Feld 21 Kg Kartoffeln, aber brauchst 35 Kg Kartoffeln um nicht zu verhungern, die 21 Kg wäre eine LRoEI unter 1 , die 35 Kg wären 1 und alles drüber wäre eine LRoEI von über 1, je höher die LRoEI je mehr Wohlstand da du die überschüssigen Kartoffeln verkaufen kannst, sprich Wachstum. In diesem Bsp. stellt der Mensch die Maschinen dar die ERoEI ergibt sich daraus wie Effektiv der Körper aus Kartoffeln Energie gewinnt,
      Drittens ist definitiv falsch, Bildung als Wachstumsbremse?
      Ich denke ehr keine Bildung ist eine Wachstumsbremse, natürlich sollte Bildung im Idealfall dem Bedarf angepasst sein. Ein Universitätsdiplom für eine Putzkraft bei Mc Donalds ist Verschwendung.
      Und Deutschland ist kein Energiearmes Land, da wir ja Energieträger importieren und wir importieren diese Energieträger da wir ein Rohstoffarmes Land sind, neben vielen anderen Rohstoffen.

    • Stefan Wietzke sagt:

      @Bruno Müller
      Ja, das ist schon ziemlich kompakt und setzt sicherlich auch das eine oder andere zu Systemmodellierung aber auch zu den Themen die hier im Block besprochen werden vorraus. Ist eben auch ein sehr komplexes Thema.

      Aber ich denke, deine Fragen kann ich beantworten.

      1. Da der EROEI vor dem LROEI ansetzt kann der die Rückkoplungsschleife nicht vermindert werden. Die beiden Effekte versrärken sich. Allerdings erst dann wenn der EROEI relativ weit unten ist. Denn das ist eine auf den Kopf gedrehte Exponentialfunktion.
      Den LROEI kannst du intern nur verbessern, indem du die inneren „Verluste“ in dem Maschinenblock verringerst. Das ist sind die klassischen Methoden der Produktivitätserhöhung. Das Potential ist allerdings sehr beschränkt und nur sehr langsam zu heben. Um das zu erläutern würde es mindestestens noch mal einen Artikel dieser Länge erfordern. Daher nimm das vielleicht erst mal so hin. Hendrik hat das schön beschrieben.

      2. Eine wunderbare Frage, aber eine extrem komplexe Antwort. Auch in einem Land in dem die Leute sich kaputt arbeiten ist die Arbeitszeit pro Einwohner beschränkt. Sie ist zwar höher als bei uns, aber eben auch fix. Sie stellt dann sozusagen das absolut erreichbare Maximum dar. Der tatsächliche Güteroutput ergibt sich dann haus der Arbeit * Verstärkung durch Maschinen und Prozesseffizienz.

      Eigentlich kann ein Biiliglohnland nur dann gegen uns konkurieren, wenn die Arbeit so billig ist, dass unser Maschinenpark bereits nicht mehr rentabel ist. Wir also sozusagen „überinvestiert“ sind.

      Wenn der Aufwand für die Energie steigt, dann bist du irgendwann „überinvestiert“. Plötzlich sind dann deine Maschinen und Prozesse nicht mehr rentabel und du must wieder auf Handarbeit zurück. Das wiederum bevorteilt dann aber Länder die sehr niedrige Lohnkosten haben. Die Folge ist, das der Produktivitätswettbewerb, der die Industrieländer reich gemacht hat, dann in einen Lohnwettbewerb kippt. Das ist aus meiner Sicht in der Zwischenzeit passiert und ursächlich für die enormen sozialen Verwerfungen die in den Industriestaaten auflaufen.

      3. Auch eine gute Frage und auch keine einfache Antwort.
      Bildung reduziert die zur Verfügung stehende Nettoarbeitszeit. Mehr Bildung reduziert sie mehr. Und wenn wir uns nur noch Bilden, dann ist keiner mehr übrig, der noch arbeitet. Das ist erst mal klar. Aber wir müssen Bildung und Forschung iin zwei grundsätzliche Teile trennen. Nämlich Bildung und Forschung zum reinen Erkentnisgewinn. Und Bildung und Forschung zur Produktivitätserhöhung. Die Bildungsexplosion in den Industriestaaten war ja kein Akt der Nächstenliebe, sondern der Tatsache geschuldet, dass immer besser ausgebildete Leute gebraucht wurden um ein immer komplexeres Gemeinwesen überhaupt am Laufen zu halten. Und darüber nachzudenken, wie wir es noch produktiver und damit komplexer machen können. Und wenn man sich ansieht, wie viele Leute nur dafür ausgebildet werden, denn Laden am Laufen zu halten, dann sind das wahrscheinlich 95%. Denn auch die Professoren und Lehrer werden ja nur vorgehalten um genau diese Leute wieder asuzubilden. Auch Juristen werden nur dazu ausgebildet. Du kannst die Bildung also nicht zurückfahren, sondern musst sie immer weiter ausbauen. Denn da das Gesamtsystem immer komplexer wird, brauchst du auch immer merh und immer schlauere Leute. Aber auch da gibt es ein Grenznutzenproblem. Denn irgendwann sind die Leute nur noch am Lernen, kommen aber nicht mehr zum arbeiten.

      Deswegen sind so Sprüche wie lebenslanges lernen auch hier ein Hinweis auf das Ende der Fahnenstange. Gleichzeitig wird die zweckfreie Forschung immer mehr eingeschränkt. Alle werden dauernd auf ihren „Output“ hin gebenchmarkt. Kreative Ideen fordern aber genau das Gegenteil. So sägt sich das System selber den Ast ab auf dem es hockt.

      Vielleicht erzeugt auch diese Rückkoplung die erste wirkliche Grenze.
      In den USA verfällt inzwischen das Bildungssystem. Die Folge wird sein, dass sie die Indstrie nicht zurück holen können. Oder sie müssen über die Löhne konkurueren. Und dann konkurieren sie gegen die Löhne von Obervolta.

      Was das Modell zeigt, hängen wir selbst immer an uns. Um noch einmal Bezug auf den letzten Artikel zu nehmen: Wir müssen nicht zurück auf das menschliche Maß. Das können wir ohnehin nicht überschreiten. Lange haben Menschen das gewusst und hingenommen. Aber in dieser enorm expansiven Phase der letzten 250 Jahre haben wir das irgendwie vergessen. Deshalb gefällt mir Meinhard Miegels letzter Buchtitel so gut, auch wenn ich nicht alle seine Thesen teile. „Hybris“. Das drückt unser mentales Problem exakt aus.

      • Dieter Meyer sagt:

        @ Stefan Wietzke

        „Zweckfreie Forschung“ wird nicht wirklich eingeschränkt, sondern nach sehr seltsamen Kriterien betrieben.

        Mir fällt da spontan ein, wieviel blödsinnige Zeit- und Geldverschwendung die Fusions-Forschung geworden ist.

        Sie ist reiner Selbstzweck, damit die gut bezahlten Ingenieure vom Studium bis zur Rente gut abkassieren können.

        DAS Geld wäre in der Forschung und Entwicklung von erneuerbaren Energien VIEL besser aufgehoben.

        Auch die ganzen Teilchenbeschleuniger weltweit sind idiotische Verschwendung.

        Die Suche nach dem Higgs-Boson ist mittlerweile lächerlich, denn diese „Elementarteilchen“ sind längt alles andere als Elementar. Auch da leistet sich eine „Industrie“ mit Steuergeldern ein feines Leben.

      • Ert sagt:

        @Dieter

        Ja, den „Outputdruck“ bei Bildung und Forschung erlebe ich auch in meinem Umfeld. Immer schneller sollen immer mehr „kommerziell verwertbare“ Ergebnisse geliefert werden – von immer weniger Leuten, bei steigender Komplexität. So ist zumindest meine subjektive Wahrnehmung.

        Ich sehe ja, wie sich die IT über die letzten 30 Jahre entwickelt hat, und wundere mich immer wieder wie viele gute ‚junge‘ Leute es noch gibt die u.a. hervorragende Open Source Projekte voranbringen. Ich habe aber auch das Gefühl das die zunehmende Geschwindigkeit und Komplexität der Branche ganz, ganz viele überfordert.

        Was ‚eigentlich‘ in der IT alles ‚best practice‘ sein sollte ist einfach ein sehr großer diverser Haufen geworden, der nur noch durch sehr viele Spezialisten-Teams abgeleistet werden kann. Damit wird aber auch eine kleine Applikation bzw. IT basierende Lösung schon zu einer großen Hausnummer – wenn soetwas hinterher im Unternehmenseinsatz mit Support, Prozessen, Standards, Wartung über 10 Jahre betrieben werden soll.

        Schon spannend das alles – rein von der theoretischen Seite :-)

        • Dieter Meyer sagt:

          @ Ert

          Das beste Beispiel ist doch SAP – die Gelddruckmaschine schlechthin.

          Wer dort arbeitet, hat einen Sechser mit Zusatzahl gewonnen – so gut wird man da bezahlt.

          Und der Support ist ABSOLUT notwendig, da SAP zu komplex ist.

          Aber ähnliches gilt ja schon für Windows: Wer kann da schon alles Versionen vernünftig administrieren, die zur Zeit noch gepflegt werden (Vista, 7, 8/8.1 und dann noch die Server-Varianten)?

          Aber der Zug scheint unaufhaltsam weiterzurasen, siehe iOS, Android, Cloud, etc.

          Übrigens: Dass immer weniger Leute immer mehr leisten sollen, wird heute als NORMAL angesehen. Der Einzelne macht mit, um seinen Arbeitsplatz nicht zu verlieren.

      • Bruno Müller sagt:

        Dank an Stefan.
        Da hatte ich gehofft, einfache Antworten zu erhalten. Vielen Dank, dass Du Dich nochmals rangesetzt hast und für mich und wahrscheinlich für viele Andere auch, verschiedene Punkte nochmals zerlegt beleuchtet hast. Mir hats geholfen.

        Dank an Hendrik.
        Das mit den Kartoffeln ist für mich als Landmensch ein besonders anschauliches Beispiel. Sehr gut gewählt!

    • Dieter Meyer sagt:

      Was Frau Merkel sagt, ist der übliche geistige Durchfall der Politiker.

      Wertlos, um darüber nachzudenken.

      • Bruno Müller sagt:

        Ach Dieter, ich meine schon, dass man sich mit dem geistigen Durchfall unserer Politiker auseinandersetzten sollte. Mit dem von Frau Merkel bis zu dem unserer Kommunalpolitiker.
        Wenn wir erwarten, von ihnen ernst genommen zu werden, müssen auch wir sie ernst nehmen.

        Durchfall ist nicht immer die Regel. Jedoch, Durchfall ist immer ein Zeichen, dass im Organismus etwas faul ist. Also, den Durchfall analysieren, um beim Patienten Gesundungstherapien anzuregen. Ich weiß, die praktische Umsetzung ist zuweilen eine Scheißarbeit! Was bleibt uns (denen Veränderung am Herzen liegt) in so einem Falle denn anderes übrig, als: Nase zu und durch!

  13. Stefan Wietzke sagt:

    UNBDINGT mal ansehen. Ein genialer Vortrag von Harald Welzer.

    http://www.youtube.com/watch?v=irTLWj5CuVA

    • Michael Egloff sagt:

      Ja, ein sehr guter Vortrag.
      Nachhaltigkeit ist wohl der meistvergewaltigte Terminus der Gegenwart.

      Man stelle sich vor: sollte ich das Glück haben, 90…95 Jahre alt zu werden, dann wird sich die Menschheit in meiner Lebensspanne verdreifacht haben. Von 3 auf 9 Milliarden.
      Damit hat sich der energetisch-stoffliche Verbrauch, den man noch als nachhaltig bezeichnen könnte, gedrittelt haben während meines Lebens. Und in den letzten 2000 Jahren gevierzigstelt.
      Mit jeder neuen Milliarde Menschen, die derzeit im Takt von nur 12,5 Jahren zusätzlich dazu kommen, werden die Möglichkeiten der Menschen, ein nachhaltiges Leben zu führen, immer mehr eingeschränkt.
      Dabei ist es sinnlos, mit dem Finger auf die Entwicklungs- und Schwellenländer mit ihrer explodierenden Bvölkerung zu zeigen. Schon vorher hatten wir Europäer ja das Kunststück fertiggebracht, 3 Kontinente mit Menschen zu füllen: Europa, Amerika und Australien. Damals gab es noch fast menschenleere Kontinente. Dieses Glück haben die Asiaten und Afrikaner nun nicht mehr.

      Sehr gut der Hinweis von Welzer, dass unser energetischer und stofflicher Verbrauch um 80% sinken müsste, um in die Reichweite von „Nachhaltigkeit“ reinzukommen.
      Und fast noch besser sein Hinweis, dass kein Mensch weiß, wie das gehen soll.
      Ganz genial wäre noch ein weiterer Hinweis gewesen: ES WIRD GESCHEHEN. Völlig unfreiwillig, aber von der objektiven Realität erzwungen.
      Letzten Endes ist das auch gut so, aus philosophischer Sicht betrachtet. Und aus der Sicht unserer Nachfahren betrachtet.

      Dass er das nicht gesagt hat, mag ich Welzer verzeihen.
      Lieber Menschen bei ihrem jetzigen Bewusstseinsstand mitnehmen, als sie mit der Radikalität der kommenden Wirklichkeit in eine dem Thema gegenüber ablehnende Haltung zu bringen.

  14. Stefan Wietzke sagt:

    Noch zwei schöne Artikel, die in praktischen Aspekten beschreiben, was im Artikel modelltheoretisch dargestellt ist. Und es erklärt auch plastisch warum die allermeisten Menschen gar nicht gemerkt haben, dass das System schon gekippt ist. Denn langlebige Inftastrukturen kann ich nochl lange nutzen bevor man merkt, dass die notwendigen Ersatzinvestitionen ausgeblieben sind.

    http://www.heise.de/tp/artikel/40/40301/1.html

    http://www.heise.de/tp/artikel/38/38302/1.html

  15. fliegen sagt:

    Ein wunderbarer Artikel, allerdings ist eine verständliche Erklärung immer mindestens genau so wertvoll. (in dieser Hinsicht danke für die Erklärung mit Kartoffeln und Acker).
    Vor allem Sorgen bereiten mir die Abkürzungen, also ERoEI und LRoEI. Die machen die Sprache so maschinell und unverständlich. Marcus Kracht nennt ERoEI Energiehebel. Ein schönes Wort, ist bildlich und klingt nicht fremd. Ich wäre dafür, solche Wörter zu verwenden anstatt Abkürzungen. Bitte seid kreativ und erfindet für LRoEI auch ein Wort! Ich hoffe ich werde diese tanzenden Buchstaben dann weniger sehen müssen.

  16. Stefan Wietzke sagt:

    „Tanzende Buchstaben“ schön :-)

    Für eine Kommunikation insbesondere zu nicht Experten sind sprechende Begriffe sicherlich sehr wichtig.

    Ich versuchs hier gleich mal mit einem eigenen Vorschlag:

    Energiehebel im Zusammenhang mit ERoEI finde ich nicht ganz so gelungen, da da nichts verstärkt (also gehebelt) wird, sondern es sich um einen Verlust handelt. Daher würde ich dafür den im Deutschen bereits eingeführten Begriff „Erntefaktor“ verwenden. Der drückt den Unterschied zwischen Brutto und Netto gut aus.
    Der Hebelbegriff dagegen passt besser beim LRoEI. Denn hier wird ja tatsächlich was verstärkt. Nämlich die Arbeitsleistung. Also:

    ERoEI = Erntefaktor (für Energie)
    LRoEI = Energiehebel

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