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Trifft Russland Venezuela auf dem Weg zu einer zweiten OPEC?

Am 16. Juni hielt der (aus Libyen stammende) OPEC-Generalsekretär Abdalla S. El-Badri auf dem 21. Welt-Petroleum-Kongress in Moskau eine bemerkenswerte Eröffnungsrede, in der er die Stabilität der Ölmärkte als gemeinsames Ziel aller versammelten Akteure beschwor: Ölverbraucher wie Ölproduzenten, OPEC-Mitglieder und Nicht-OPEC-Mitglieder, auch das von Gastgeber Russland. Er sagte:

Unser Augenmerk sollte darauf liegen, Marktstabilität beizubehalten. Das war zentral für die OPEC-Entscheidung der letzten Woche, die OPEC-Ölförderung auf dem Niveau von 30 Millionen Barrel täglich zu belassen. Das ist, was vom Markt benötigt wird. Wir sehen heute einen ausgeglichenen und stabilen Ölmarkt.

Und wenn wir auf die Marktindikatoren schauen, erwarten wir dies auch für den Rest von 2014. Es gibt ein gleichbleibendes Nachfragewachstum und genug Angebot es zu decken; sowohl mit Vorräten wie auch freien Förderkapazitäten auf komfortablem Niveau.

Stabilität ist zentral für alles, was wir tun. Es ist das Anliegen, das uns alle verbindet. Und dies wird am besten erreicht, wenn alle Interessentsgruppen einander besser verstehen durch verstärkten Dialog und Kooperation. Ich bin sicher, dies wird sich im Laufe der Kongresswoche zeigen.

Wenige Tage nach dieser Rede begann der jüngste Ölpreiskollaps, der den Ölpreis von damals 115 US$ binnen 5 Monaten auf unter 80 US$ fallen ließ.

Irgendwas passt nicht zusammen.

Lücken im Kartell

Der deutsche Staat hält sich ein Bundeskartellamt, zu dessen Aufgaben es gehört, das Kartellverbot hierzulande durchzusetzen:

Koordinieren Wettbewerber untereinander ihr Verhalten auf einem Markt, um dadurch den Wettbewerb einzuschränken oder auszuschalten, spricht man von einem Kartell. [...] Kartellabsprachen führen regelmäßig zu überhöhten Preisen bei sinkender Produktqualität.

Die OPEC ist ein offen geführtes Kartell: Jeder weiß, dass es existiert und dass seine Mitglieder das Ziel verfolgen, möglichst hohe Erlöse für sich durch Koordination der Ölförderung einzustreichen. Zudem hat dieses Kartell globale Bedeutung, erkennbar am gehandelten Stoff (Öl), der weltweit benötigt wird, aber auch daran, dass nicht einzelne Firmen, sondern mehrere Staaten ihre Interessen in diesem Gremium vertreten. Derzeit sind dies die Gründungsmitglieder von 1960 Irak, Iran, Saudi Arabien, Kuwait und Venezuela, sowie Katar, Libyen, Algerien, Nigeria, Angola, Equador und die Vereinigten Arabischen Emirate. Den größten Erfolg hatte das Kartell in den 1970ern, als es die ersten zwei großen Ölkrisen dadurch auslöste, dass es seinen Marktanteil von 55% zu passablen Preissteigerungen anbot.

Allerdings zeigt die Geschichte wie auch die aktuelle Situation, dass keineswegs alle OPEC-Mitglieder in jedem Fall dieselben Interessen teilen. Man erinnere sich nur an den Überfall von Saddam Husseins Irak auf den Nachbarstaat Kuwait anno 1990 oder den aktuell laufenden Stellvertreterkrieg zwischen dem sunnitisch dominierten Saudi-Arabien und dem schiitisch dominierten Iran in Syrien. Jeweils standen und stehen sich Länder feindlich gegenüber, die als OPEC-Mitglieder gemeinsame Sache machen.

Lücken in der US-Weltverschwörung

Der aktuelle Medien-Konsens besteht weitgehend darin, dass der Ölpreisverfall durch Saudi-Arabien ausgelöst wird. Wahlweise versucht das Land dadurch seine Marktanteile zu sichern oder politischen Einfluss auf andere Länder zu nehmen. Dem US-Fracking-Erfolg wird die zweite Komponente zugeschrieben, doch ist auch hier die Interessenlage alles andere als eindeutig: Einerseits bringt der niedrige Ölpreis dem ölsüchtigen US-Konsumenten Spielraum in die Brieftasche, andererseits torpediert der Ölpreis das Geschäftsmodell der Fracking-Firmen und beschädigt so auf Dauer die frisch gewonnenen Eigenversorgungsmöglichkeiten der USA. Dies gilt jedenfalls dann, wenn die oftmals berichteten Förderkosten von 60-80 US$ pro Barrel für das US-Fracking stimmen. Fraglich ist hierbei jedoch, wie das tatsächliche Interesse Saudi-Arabiens aussieht. Denn regelmäßig gilt die ultraorthodoxe Monarchie als enger Verbündeter der USA - klingt es daher logisch, dass ausgerechnet die Saudis die US-Fracking-Industrie mit einer teuren Preiskampagne angreifen wollen?

Doch der Ölpreis hat auch außerhalb von rein wirtschaftlichen Fragen Relevanz: Er wird sehr schnell politisch. Einerseits setzt der Ölpreiskollaps mindestens drei globale Konkurrenten der USA unter Druck: Venezuela, Iran und Russland. Russland läßt verlauten, dass es vermutet, dass der Ölpreiseinbruch auf eine Kooperation von Saudi-Arabien und den USA zurückgeht. Andererseits treibt dieser Druck die betroffenen Länder dazu, sich nach neuen Kooperationen umzuschauen. Was wäre denn, wenn Russland Mitglied der OPEC würde und seine Preisinteressen gemeinsam mit anderen ölexportierenden Staaten durchsetzen würde? Immerhin denkt man laut Russlands Energieminister Alexander Novak in Russland über eine Kürzung der Ölförderung nach. Oder wenn Russland eine "zweite OPEC" begründet und sich mit einzelnen Ländern über Förderquoten verständigt? Sollten solche Kooperationen gelingen, entstünde möglicherweise ein Konstrukt, das dem us-amerikanischen Lifestyle nicht gerade zuträglich ist.

Doch genau dafür gibt es Signale, die ihren vorläufigen Höhepunkt in der kommenden Woche finden könnten, denn am Donnerstag, den 27.11.2014 trifft sich erneut die OPEC in Wien - mit Russland ganz in der Nähe.

Öldiplomatie in vollem Gange

Venezuela, Russland und Iran sind aufgrund ihrer großen Abhängigkeit von Verkaufserlösen die großen Verlierer des aktuellen Ölpreiseinbruchs. Die diplomatischen Bemühungen laufen daher bereits vor dem OPEC-Treffen auf Hochtouren. Bloomberg berichtet, dass Venezuelas Präsident Nicolas Maduro sich um Kooperation mit Nicht-OPEC-Mitgliedern bemüht. Der venezuelanische Außenminister traf deshalb sechs Energieminister, darunter den russischen Energieminister Alexander Novak. Ein weiteres Treffen dieser Art ist kommenden Dienstag angesetzt, zwei Tage bevor die OPEC zu ihrem Treffen zusammenkommt. Und es wurde auf Drängen von Venezuela von Caracas nach Wien verlegt, so dass alle wichtigen Akteure sich in derselben Woche in der österreichischen Hauptstadt einfinden.

Ganz offenbar ist die Öldiplomatie in vollem Gange. Venezuela scheint nach Kooperationspartnern außerhalb der OPEC zu suchen, um beim OPEC-Treffen mit vergrößerter Macht seine Position deutlich zu machen. Und die kann aus Venezuelas Sicht nur lauten: Ölförderung drosseln, um den Ölpreis über die (inzwischen) gewohnten 100-US$-Grenze zu heben. Diesen Wunsch dürfte auch Russland teilen, welches zur Stabilisierung des Staatshaushalts eher 120 als 100 US$ braucht (siehe: Telepolis: Warum der Benzinpreis nicht sinken darf). Auch Igor Setchin, Chef von Rosneft und Vertrauter Putins, wird Wien besuchen.

Signale einer engeren Kooperation zwischen Russland und dem Kartell gab es beispielsweise auch 2011. Katars Ölminister hätte Russland gern in der OPEC gesehen, auch wenn er die Chance dafür gering einschätzte. Auch Saudi-Arabien hat über den damaligen Geheimdienstchef Bandar bin Sultan Russland im Sommer 2013 wohl eine OPEC-Mitgliedschaft angeboten. Allerdings wurde das damalige Zusammentreffen von Bandar und Putin sehr seltsam kommentiert. Von einem "Geheimdeal" war die Rede, der Preis- und Mengenabsprachen zur Ölförderung vorsah. Nichts, was die US-Politik gern sehen würde. Die Meldung wurde damals aus russischen Quellen lanciert und bekommt einen schalen Beigeschmack, wenn man sie damit verbindet, dass Bandar bin Sultan im April 2014 der Geheimdienstposten entzogen wurde. Hauptzweck des Gesprächs zwischen Bandar und Putin war zu diese Zeitpunkt wohl, die Unterstützung Russlands für den syrischen Staatschef Assad zu kappen. Zum Zeitpunkt des Treffens stellte sich Russland demonstrativ an die Seite Assads, der als letzter Verbündeter aus postsowjetischen Zeiten im arabischen Raum übriggeblieben ist. Letztlich scheiterte an Russlands Haltung ein konsequentes Vorgehen der USA gegen die syrische Staatsmacht, mit dem Effekt, dass Syrien heute in Teilen an die ISIS-Extremisten gefallen ist und sich zu einem "failed state" mit einem Flüchtlingsproblem entwickelte, das inzwischen bis nach Deutschland reicht.

Öl, Geld und Politik: Russland unter Druck

Der Preisverfall setzt Russland massiv unter Druck. Gut möglich, dass eine abgestimmte saudi-amerikanische Ölpolitik den Preisverfall hervorrief, mit dem Russland gefügig gemacht werden soll. Wenn Putin Assad fallen läßt und sich von Sanktionen und drohenden Finanz- und Wirtschaftsproblemen auch bezüglich der Ukraine verhandlungsbereit zeigt, könnte der Ölpreis sich vielleicht schneller erholen, als man denkt. Aus politischen, nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Allerdings könnte die aktuelle Situation auch zu neuen, ungewohnten Konstellationen führen. Wenn der weltgröße Ölexporteur Saudi-Arabien mit dem weltgrößten Ölverbraucher USA gemeinsame Sache macht und die Interessen der anderen OPEC-Mitglieder hintergeht, könnte es (mal wieder) zu hitzigen Diskussionen in Wien führen. Wenn parallel Russland mit unzufriedenen OPEC-Mitgliedern Kooperationsgespräche führt, könnten neue Allianzen entstehen. Politik ist manchmal ein überraschungsreiches Geschäft.

Es wäre interessant zu wissen, was im Juni auf dem Welt-Petroleum-Kongress in Moskau hinter den Kulissen besprochen worden ist.

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14 Kommentare to “Trifft Russland Venezuela auf dem Weg zu einer zweiten OPEC?”

  1. Ashraf sagt:

    „Letztlich scheiterte an Russlands Haltung ein konsequentes Vorgehen der USA gegen die syrische Staatsmacht, mit dem Effekt, dass Syrien heute in Teilen an die ISIS-Extremisten gefallen ist und sich zu einem „failed state“ mit einem Flüchtlingsproblem entwickelte, das inzwischen bis nach Deutschland reicht.“
    Hier wird aber Ursache und Wirkung vertauscht – man mag ja vom Demokratieverständnis eines Assad halten was man möchte, aber letztlich war es die Unterstützung der Rebellen durch den sogenannten Westen, der einen Bürgerkrieg in dieser Form und Dauer erst möglich gemacht hat. Das ein guter Teil der Waffen, mit denen der IS jetzt um sein Kalifat kämpft aus westlicher Produktion stammen und ursprünglich an „gemäßigte“ Rebbelgruppen geliefert wurden ist auch ein offenes Geheimnis.

  2. Ted sagt:

    Eine interessante Analyse eines sehr vielschichtigen Problems.
    Notwendig ist es allerdings nicht, auch politische Faktoren hinter dem Ölpreisverfall zu vermuten.
    Allein die Konstellation zusätzliches Fracking-Öl trifft auf eine eher schwache Nachfrage kann Ursache des Preisverfalls sein.
    Und spannend die Zukunft betreffend bleibt es in jedem Fall.

  3. Frank Bell sagt:

    „die oftmals berichteten Förderkosten von 60-80 US$ pro Barrel für das US-Fracking stimmen“

    Offensichtlich sind die Kosten doch viel niedriger. Denn bislang stecken die Firmen in den USA diesen Ölpreis viel BESSER weg als z.B. ein ganzer Staat wie Rußland…

    Die USA zeigen es der restlichen Welt immer, wieder, dass sie die grössten sind.

    • Michael Egloff sagt:

      Ja, die USA zeigen der ganzen Welt, dass sie die grössten sind.
      Und vor 2000 Jahren zeigte das Römische Reich, dass sie die die grössten sind.
      Vor 500 Jahren war es das spanische Imperium, vor 200 Jahren das britische Empire.
      Wie formulierte es Brecht schon so treffend:

      „Am Grunde der Moldau wandern die Steine
      Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
      Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
      Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.

      Es wechseln die Zeiten. Die riesigen Pläne
      Der Mächtigen kommen am Ende zum Halt.
      Und gehn sie einher auch wie blutige Hähne
      Es wechseln die Zeiten, da hilft kein Gewalt.“

      Auch Gottes eigenes Land wird – vermutlich schon in diesem Jahrhundert – ein ganz normales Land werden.
      Der rasante Raubbau an ihren restlichen Öl- und Gasressourcen, fieberhafter und intensiver betrieben als in jedem anderen Land, wird genau diese Entwicklung befördern.
      Denn solche Ressourcen reichen nicht um so länger, je intensiver sie gefördert und verbraucht werden.
      Das Gegenteil ist der Fall.

      • Michael Egloff sagt:

        Ergänzung:
        natürlich bezieht sich Brechts Lied auf Aturo Ui, alias Adolf Hitler, gegen den ja u.a. die USA dankenswerter Weise gekämpft und gesiegt haben.

        Aber es gilt natürlich in gleicher Weise für alle Imperien, und für alle, die der „restlichen Welt“ zeigen, dass sie die grössten sind.

  4. Ernst T. sagt:

    Wie wahr…
    Aufstieg und fall..
    Immer schneller…
    Nur der , der grade oben ist ,
    erkennt es nicht / zu spät

    • Michael Egloff sagt:

      Ja, das eitle Gefühl der Überlegenheit und die Gewissheit, eine „historische Mission“ zu erfüllen, macht blind sowohl gegenüber den eigenen Fehlern und Schwächen, als auch gegenüber der Tatsache, dass Hegemonien niemals auf Dauer aufrecht zu erhalten sind.
      Das gilt um so mehr in einem Epochenwechsel, in dem sich die Menschheit im Verlauf dieses Jahrhundert insgesamt befinden wird. Aber allein die Antizipation dieses Epochenwechsels wird ja schon verweigert und als undenkbar von sich gewiesen.

  5. EcoDrive sagt:

    Ich möchte noch etwas zum Satz „Die USA zeigen es der restlichen Welt immer, wieder, dass sie die grössten sind.“ sagen.

    In den westlichen MSM wurde vieles über den APEC- und G20-Gipfel berichtet, aber nur unwichtiges Zeug, wie die Manipulation in der ARD, von der angeblichen Isolation Putins. Alles Quatsch.

    Viel wichtiger ist das was Xi erreicht hat. Dazu empfehle ich dies hier mal aufmerksam und ganz durchzulesen.: https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2014/11/13/sieg-fur-peking-und-die-brics/

    Zitat:
    „Auf dem Gipfel der Staaten der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft APEC in Peking hat China soeben mehrere wichtige Erfolge erreicht. Der wichtigste Durchbruch dürfte darin bestehen, dass China es gelungen ist, die seit mehreren Jahren von den USA verfolgte und aus einer Zange der geplanten amerikanisch-asiatischen und amerikanisch-europäischen Wirtschaftsbündnisse “Transpazifische Partnerschaft” TPP, “Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft” TTIP und “Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen” TiSA bestehende strategische Wirtschaftsattacke auf China und die BRICS abzuwehren und stattdessen einen Fahrplan für eine andere Ordnung zu verabschieden.

    Die Staaten der APEC haben in Peking dem von China zur Abwehr der US-Attacke vorangetriebenen Projekt “Freihandelsabkommen Asien-Pazifik” FTAAP ihre Zustimmung gegeben. Der chinesische Präsident Xi lobte die Zustimmung der APEC-Staaten zur Roadmap des FTAAP anschließend zufrieden als historische Entscheidung, die in die Geschichtsbücher eingehen werde. Die US-amerikanische Nachrichtenagentur AP nannte die Entscheidung der APEC-Staaten zur Verfolgung des FTAAP einen “Sieg” für Peking.“

    Weiter hier eine Auflistung der Geschehnisse abseits des G20 und das sind wichtige Unterschriften geleistet worden.
    https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2014/11/20/boom-und-gloom-im-zentrum-der-welt/#more-12211

    • Bruno Müller sagt:

      Die Welt ordnet sich neu. OK.

      Nicht nur „Experten“, Politiker und Medienmacher verdrängen die Realität einer nahen Überschreitung von Plateau Oil und dessen Folgen, offensichtlich auch die Neuordner selber, die wohl hauptsächlich dem Weltfinanz- und im Weltwirtschaftswesen angehören. Sind halt auch nur Menschen, mit all ihren Schwächen.

      Ob alte Ordnung oder neue Ordnung – beide Varianten sind auf Dauer nicht überlebensfähig – dank Überschreitung von Peak Oil, wodurch auch immer er ausgelöst wird.
      Das Endspiel kann so lediglich in eine weitere Verlängerung gehen – der Abpfiff so sicher wie das Amen in der Kirche.

      Allerdings wird sich der Schaden an der Schöpfung mit jeder Verlängerung noch weiter vergrößern, was dem Post-Fossilzeitalter, das sowieso körperlich und mental sehr anstrengend sein wird, nicht zuträglich ist.

  6. Norbert Rost sagt:

    Gerald Hosp hat die OPEC-Situation für die NZZ auch nochmal lesenswert beschrieben: http://www.nzz.ch/wirtschaft/die-opec-vor-einer-zerreissprobe-1.18430608

  7. Ted sagt:

    Nicht nur beim Fracking-Öl, offenbar nun auch in China eine unerwartete Entwicklung:

    http://news.investors.com/investing-international-leaders/112614-728170-opec-meets-in-vienna-thursday.htm#ixzz3KDb4N0qS

    „China became a net oil exporter in October, as imports dived 22% and exports soared 30% to a record high. „

    • Michael Egloff sagt:

      Das kann ich mir absolut nicht vorstellen, dass China im Oktober zu einem Netto-Ölexporteur geworden ist.
      Die ganzen Monate vorher importierte China zwischen 5,8 und 6,4 mb/d bei einer Eigenförderung von recht stabil 4,2 mb/d.
      Dass dort der Bedarf mal so eben um über 60% eingebrochen sein soll bei weiter extrem starken Neuwagenzulassungen (gößter Fehrzeugmarkt der Welt), ist nicht plausibel.

      Heute früh hieß es auf NT-V auch wieder, die USA wären zu einem großen Ölanbieter auf dem Weltmarkt geworden.
      Totaler Unsinn. Sie sind ein großer Ölnachfrager auf dem Weltmarkt, aber eben mit merklich gesenkter Nachfragemenge.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Lies mal den Satz ganz genau, dann kannst du sehen wie die auf die Aussage kommen. 30% Anstieg ist eine größere Zahl als 22% Senkung. Das sich das nicht auf die gleiche Ausgangsgröße bezieht, ist dem Autor gar nicht aufgefallen.

      Wieder ein empirischer Beweis der Einstein-Aussage: „Das Weltall und die menschliche Dummheit sind grenzenlos. Nur bei dem Weltall bin ich mir nicht ganz sicher.“

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