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Dieburg: Ölpreisabsturz – Alles wieder gut?

Ein Vortrag und Diskussion über Energiesparen, Peak-Oil und Klimawandel im Licht der aktuellen Ölpreisentwicklung

Eher ungläubig steht der Bürger vor der Tankstelle und staunt über seine Heizölrechnung. Darf er sich angesichts des Klimawandels über die günstige Energiepreise überhaupt  freuen?

War nicht das Ende des Erdölzeitalters ausgerufen? Sollten die Preise nicht in astronomische Höhen steigen? Gibt es doch „Öl ohne Ende“ wie die FAZ schreibt?

Norbert Rost, unter anderem Autor zweier Studien, die Peak-Oil auf Thüringen und Sachsen heruntergebrochen haben, lädt uns ein, sich gemeinsam über die aktuelle Situation auf dem Energiemarkt Gedanken zu machen. Mit Sachverstand und vielen Hintergrundinformationen beleuchtet er die Entwicklungen (und die Prognosen) der letzten Jahre.  Ebenso werden die Auswirkungen von möglichen Entwicklungen auf dem Ölmarkt diskutiert  – global, national und regional.

 

  •  4. März 2015, 19:30 bis ca. 21:30 Uhr
  • Pater Delp Haus, Steinstraße 5, 64807 Dieburg
  • es lädt ein: Bürger-Energie-Tisch Dieburg
Guter Artikel? Wertschätzung per: Flattr this! Bitcoin-Adresse: 197sddH9NhoSXuQLKx6pTSSe6oEJPf9xNa

54 Kommentare to “Dieburg: Ölpreisabsturz – Alles wieder gut?”

  1. Klaudia sagt:

    Falls es irgendwann auch einen Vortrag hier in der Stuttgarter Ecke geben sollte, bitte vorher bescheid sagen :-).

  2. Michael Egloff sagt:

    Das Fortbestehen des Ölzeitalters ist das eigentliche Problem, nicht dessen Ende:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/satellitenfotos-zeigen-immer-schnellere-regenwald-abholzung-a-1020637.html

    Zitat:
    „Die nun dokumentierte Zunahme der Abholzung ist für Morton keine Überraschung: „Die Abholzung wurde immer mehr mechanisiert“, sagt er. In den Sechzigerjahren seien es Äxte gewesen, in den Siebzigern Kettensägen, und seit Anfang 2000 kämen Traktoren zum Einsatz.“

    • Michael Egloff sagt:

      Diese schlichte Wahrheit sollte man auch mal auf solchen Informationsveranstaltungen thematisieren.
      Nicht, dass die Zuhörer auf den abwegigen Gedanken kommen, die nochmalige Verlängerung des Ölzeitalters um etliche Jahre oder der neidrigere Ölpreis würde die Probleme der Menschheit lösen.
      Das genaue Gegenteil ist der Fall.

  3. Tom Schülke sagt:

    Of toppic.

    Das Liebe Geld.. Zu dem wollte ich gerade zwei Seiten etwas schreiben. Über Regiogeld ohne Zins.. glaube ich mich erinnern zu können irgendwann über Geldkonstruktionen gelesen zu haben, die das wunder leisten, Langfristinteressen über Kurzfristintressen stellen zu können.. also.. Wir investieren doch lieber in die 150 Jährige Wiederaufforstung, oder es rentiert sich eher das Nullenergiehaus zu bauen..

    Habt Ihr da eine Idee ? irgend einen Link, oder hab ich nur geträumt ?

    • Norbert Rost sagt:

      Über das Thema gibt es sehr viel kleinteilige Literatur. Ich hab hier einiges abgelegt: http://www.regionalentwicklung.de/regionales-wirtschaften/regionalgeld

    • Stefan Wietzke sagt:

      Die Frage mit dem „rentieren“ ist schon das Problem. Gewinne, also Renditen sind der Teil des Einkommens der NICHT aus Arbeit stammt.
      Und hierfür gibt es nur zwei Quellen. Entweder mein Mitmensch (das sind die REALEN Zinsen aus klassischen Krediten, für die es übrigens keinerlei Begründung gibt, außer die eigene Gier) oder aus durch organisatorischen und technischen Fortschritt erzeugtem Produktivitätswachstum das anschließend zur Erzeugung ZUSÄTZLICHER Güter genutzt wird. Diese ZUSÄTZLICHEN Güter stellen dann die Rendite dar. Das ist übrigens der Kern des Kapitalismus (und keineswegs die lokale Kapitalakumulation, wie Marx meinte), also durch Einsatz von Kapital (Werkzeuge, Maschinen, etc.) MEHR Güter als vorher zu erzeugen. Anders ausgedrückt ist Kapitalismus ein anderes Wort für den sogenannte Rebound-Effekt.

      Kleine Zwischenbemerkung: Einen sytematischen Unterschied zwischen „sozialistischen“ und „kapitalistischen“ Systemen hat es nie gegeben. Das erstere waren nur die schlechteren Kapitalisten.

      Der Kapitalismus ist in den früh industrialisierten Ländern schon lange verschwunden, da es hier kein echtes Wachstum und damit keine Rendite mehr gibt. Was gerne als „Finanzkapitalismus“ oder ähnliches bezeichnet wird hat mit Kapitalismus überhaupt nichts zu tun, sondern ist die Folge davon, dass man den Wachstumsmythos unbedingt aufrecht erhalten will.

      Das war ja auch das geniale am Kapitalismus. Man konnte reich werden OHNE einem anderen was weg zu nehmen. Ohne Wachstum geht das nicht, denn dann ist das immer ein Nullsummenspiel. Dann kann der Gewinn des Einen nur der Verlust des Anderen sein. So ist das ja auch 10.000 Jahre lang gelaufen. Da führen dann Zinsen oder eigentlich Machtunterschiede zu einer Vermögens- und Einkommensakkumulation.

      Es gibt nicht umsonst in praktisch allen Religionen ein Zinsverbot (was immer einen REALINS meint).

      Wir müssten also ALLE ganz bewusst auf Renditen verzichten. Also nix mehr mit realen Zinsen auf Lebensversicherungen, nix mehr mit Geldanlagen, usw..

      Und hier kommt das eigentliche mentale Problem. Menschen investieren ja durchaus ihre Arbeitskraft, Vermögen oder sonst was in Dinge aus viel grundlegenderen Motiven als aus Renditeinteressen. Manche wollen neue Dinge die sie toll finden in der Welt verbreiten sie wollen die Welt um sich herum verbessern und so weiter. Selbst unlautere Motive wie Machtgewinn, sind nicht an die Renditeidee gekoppelt. Was dann zeigt, dass das Verschwinden der Rendite-Idee keines wegs automatisch in eine bessere Welt führt. Nur in eine andere :-).

      Es geht also um den grundlegenden Mindset in unserem Kopf. Und da hilft auch kein „Investieren“ in „grüne“ Projekte. Helfen tut das dann, wenn man eben auf reale Gewinne verzichtet.

      Manche Regionalgeldknzepte adressieren dieses Thema, aber nicht alle. Sprich, nur weil ich eine „Regionalwährung“ einführe bedeutet das noch lange nicht, dass dann die Rendite weg ist.

      Hier sieht man übrigens, warum ich inzwischen der Idee des bedingunglosen Grundeinkommens durchaus kritisch gegenüber stehe. Denn in einer Wirtschaft ohne Rendite kann Einkommen ausschließlich aus Arbeit und nie aus Besitz (also Vermögen) kommen. Der Besitz kann ruhig privat sein, aber wirft dann eben kein Einkommen oberhalb des Inflationsausgleichs mehr ab.

      Jetzt MUSS also jeder arbeiten,. Tut er das nicht würde er auf Dauer durch die anderen subventioniert. Natürlich immer im Rahmen seiner Möglichkeiten. Was „im Rahmen seiner Möglichkeiten“ bedeutet ist dann gesellschaftlich auszuhandeln. Ich gehe ja schon davon aus, dass die Leser dieses Forums eher in Richtung einer solidarischen Gesellschaft tendieren.

      • Ted sagt:

        Ich sehe das etwas anders.
        Wir Menschen suchen gerne Schuldige, am liebsten andere Menschen (Reiche, Ausländer/Immigranten, Eliten, Spekulanten etc.) oder den Kapitalismus, den Markt, das Geldsystem, den Zins, das Profitstreben usw.
        Die Wahrheit ist viel ernüchternder:
        Wir selbst sind das Problem, wir alle.
        Wir alle wollen gut und „menschenwürdig“ leben, wir alle haben Ansprüche, der eine etwas mehr, der andere etwas weniger.
        Aber in unserer Gesamtheit sind wir schlicht zuviel und unser ökologischer Fußabdruck ist desaströs.
        Wir erfreuen uns egoistisch an den kurzzeitigen Vorzügen unserer Lebensweise.
        Welche Langfristfolgen unser Tun hat, ist uns nicht bewusst.
        Dank unserer Technologien und der Nutzung billiger Energiequellen sind wir vor allem viel zu viel.
        Natürlich sind Abmilderungen denkbar und wünschenswert, aber sie lösen niemals die oben benannten Kernprobleme.
        7 Milliarden Menschen übersteigt die Kapazitätsgrenzen des Planeten, selbst wenn sie nur „arbeiten“ und nicht nach Rendite streben.
        Mal ein kleines, provokantes Gedankenspiel, wer verbraucht denn mehr Ressourcen und setzt mehr CO2 frei, ein bescheiden lebender Multimilliardär und Spekulant, wie W. Buffet oder ein Malocher bei Daimler, der sich alle 2 Jahre einen Jahreswagen gönnt und eine Fernreise?
        Aber klar ist, weder der Daimler-Malocher, noch Buffett noch der hungernde Sahelbewohner, der 12 Kinder zeugt, tut letztlich dem Planeten gut.
        Es ist wie es ist, ich sehe keinen Ausweg und keine Lösung, aber ich erfreue mich der Tatsache, dass gerade wir hier im zeitlichen und geographischen Vergleich sehr privilegiert leben.
        Die Zukunft hingegen, speziell für die Jüngeren, sieht weniger rosig aus.
        Kann man es ändern? NEIN
        Gibt es Schuldige ? Ja, uns alle…
        Wenn etwas nicht zu ändern ist und wir alle mitverantwortlich sind, macht es wenig Sinn, (nicht vorhandene) Lösungen zu suchen oder Teilverantwortliche zu benennen.
        Sondern man fügt sich, arrangiert sich, endlich ist unser Leben sowieso.
        Man mag das fatalistisch nennen, ich nenne es realistisch und angemessen.
        Ich sehe Homo sapiens als kurzzeitigen Irrläufer der Evolution.

        Dazu passend:

        http://www.noz.de/deutschland-welt/vermischtes/artikel/549808/klimawandel-konnte-das-ende-der-menschheit-sein

        Ich weiß nicht, wie sie auf die Wahrscheinlichkeiten kommen, auch bei den nicht-anthropogenen Untergangsszenarien, immerhin fliegt oft ein großer Trumm (Meteorit) vorbei und unter dem Yellowstone (Supervulkan) brodelt es gewaltig.
        Aber interessant ist die Reihenfolge, an 2. Stelle ein Atomkrieg. Verfolgt man die Entwicklung in Russland Richtung faschistoider Hetze ist das realistisch.
        Wobei die Amerikaner in etlichen Bereichen auch nicht vernünftiger sind, die Mehrheit der republikanischen Senatoren leugnet den Klimawandel, weil nur GOTT das Klima verändern kann…

        Diese Untergangsszenarios dürften realistisch sein, alles nur eine Frage der Zeit und einiges zeichnet sich bereits jetzt ab (z.B. Klimawandel, kippende Weltmeere, Artensterben usw.)

        Weitere Bedrohungen hat die Menschheit überhaupt noch nicht erfasst, z.B. die sich selbst verstärkenden Methanfreisetzungen (Klimagas):

        http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article137787004/Neue-raetselhafte-Loecher-in-Sibiriens-Boden.html

        All das ist REAL und ich sehe nicht, wie all das sich stoppen ließe…

        • Michael Egloff sagt:

          Das Problem des auftauenden Permafrost mit deutlicher Veränderung der Topographie in der Tundra ist ja nicht neu, sondern wird seit etwa Mitte der 90er Jahre in zunehmendem Maße beobachtet.

          Der Wissenschaftsjournalist berichtete davon, als er 2007 einen Rundflug in der Nähe von Novy Urengoi unternahm. 1990 hatte er einen Flug in ebenfalls dem gleichen Gebiet unternommen.
          Er berichtete, dass er die Gegend nicht wiedererkannt hätte. Aus dem einst ebenen seenlosen Gelände war eine Gegend voller Absenkungen (bis ca. 30 Meter Tiefe) geworden, gefüllt mit zahllosen kreisrunden Seen.
          Quelle: Fred Pearce „Das Wetter von morgen“, Buch

          Auch das Heute-Journal berichtete im Jahr 2008 (als der Klimawandel plötzlich auf ein mediales Interesse stieß) von diesen starken Veränderungen. Sie interviewten einen Einheimischen alten Mann, der genau das beschrieb, was Pearce berichtete.
          Sie gingen mit ihm zu einem dieser neuen Seen, der im November bereits zugefroren war.
          Der Alte bohrte ein Loch in das Eis und entzündete das austretende Methan-Gas, das mit andauernder Flamme brannte. Dann erweiterte er das Loch und eine mehrere Meter hohe Stichflamme entstand.
          Vom Zeitpunkt des Zufreieren des Sees, der erst wenige Wochen zurückgelegen haben müsste (meine persönliche Annahme) hatte sich also eine größere Menge Methan unter der frischen Eisbedeckung angesammelt. Die methanbildenden Bakterien hatten also auch nach einsetzender Dauerfrostperiode in der Tiefe ihre Arbeit weiter verrichtet.

          Und genau das ist die neue Qualität der Auftauprozesse: früher tauten die oberen 1…2 oder 3 Meter des Permafrostes im Sommer auf und froren im Winter wieder zu. Der neu zugefrorene Bereich erreichte also den alten Permafrostbereich und es entstand im Winter ein durchgängig gefrorener Boden. Die methanbildenden Bakterien hatten „Winterpause“.

          Heute reich der aufgetaute Bereich tiefer, als im Winter wieder zufrieren kann. Die methanbildenden Bakterien verrichten also im nicht mehr zugefrorenen Bereich ganzjährig ihre Arbeit und erzeugen selbst im Winter durch die nicht mehr unterbrochene Zersetzung des alten organischen Materials auch Wärme. Der ständig auftauende Bereich arbeitet sich also ganzjährig in immer tiefere Bodenschichten durch, dank dieser Wärmeentstehung durch die Zersetzung.
          Heute ist die stärkste Methanemission aus dem Permafrost nicht mehr, wie früher, im Spätsommer zu beobachten, sondern im späten Frühjahr, wenn der oberflächlich gefrorene Boden aufgetaut ist und das sich im Winter gebildete Methan mit einem Mal durch die Erdoberfläche bricht.

          Die Absenkungen mit den unzähligen Seen (sehr gut bei Google Earth zu sehen) ist also nicht neu, sondern mit zunehmender Tendenz seit etwa 1995 zu beobachten.
          Aber die tiefen Krater mit denlatten Seitenwänden sind ein neues Phänomen und zeugen offensichtlich von der Beschleunigung dieser Prozesse.

          Im scheinbaren Gegensatz zu dieser Entwicklung stand ja, dass nach langjärigem Anstieg des Methananteils in der Atmosphäre dieser Anteil zwischen dem Jahr 1998 und 2007 stagnierte. Seit 2008 steigt nun der Methananteil mit zunehmender Geschwindigkeit an.

          • Michael Egloff sagt:

            Korrektur:
            Beginn des 2. Ansatzes: „Der Wissenschaftsjournalist Fred Pearce berichtete…“

            • Ted sagt:

              Danke Michael für die ergänzenden Fakten.
              In der Bewertung der Methanproblematik ist sich die Wissenschaft nicht einig, aber durchaus möglich, dass Homo sapiens da bereits einen irreversiblen Kipppunkt überschritten hat (wegen der sich selbst verstärkenden Rückkoppelung).
              Und in der geologischen Geschichte gab es bereits ähnliche Szenarios:

              http://www.spektrum.de/alias/geologie/massensterben-durch-methan/830284

              Egal, ob wir uns bereits unaufhaltsam in Richtung dieser Katastrophe bewegen oder nicht, klar ist, dass der Mensch ohne Sinn und Verstand in immer schnellerem Tempo (wachsende Anzahl und zunehmendes Tempo des technischen Fortschritts) an so ziemlich allen Stellschrauben dreht, die LANGFRISTIG die Basis unserer eigenen notwendigen Umweltbedingungen erodieren.
              Und dabei bilden wir (die absolute Mehrheit) uns ein, wir hätten alles im Griff, nur weil diese Veränderungen, kurzlebig wie wir sind, nicht sofort eindeutig erkennbar sind.
              Das Ozonloch war so eine völlig unerwartete Langfristfolge einer einzigen als unbedenklich betrachteten Chemikalie (Fluorkohlenwasserstoffe).
              Es war ein reiner Glücksfall, dass sie sich problemlos ersetzen ließ und die Situation nochmal gerettet werden konnte.
              In Wahrheit setzen wir aber Tausende von Chemikalien frei, verändern so ziemlich alles auf dem Planeten ohne genau zu wissen, welche Konsequenzen es hat.
              Und halbwegs gut leben zu wollen, bedingt nunmal beispielsweise CO2- Freisetzung und Ressourcenverbrauch.
              Unfassbar unter diesen Umständen die weit verbreitete Vorstellung, Homo sapiens hätte die Situation unter Kontrolle…

              • Hendrik Altmann sagt:

                CO2 Freisetzung an sich ist ja nicht das Problem, nur der schnelle Sprung von knapp 300 ppm auf bald 600 ppm, wird eine Sprunghafte Veränderung des Welt Klimas bedeuten.

                Wie groß diese Veränderung allerdings ausfallen wird lässt sich wohl nur vermuten.

                Und das wir ohne Sinn und Verstand sind, das glaube ich so auch nicht.

                Jede Spezies hier auf der Erde versucht im Rahmen ihrer Möglichkeiten, so stark zu expandieren und zu wachsen wie möglich.

                Nur das unsere Möglichkeiten durch Technik und billiger Energie Gewaltig sind, aber auch uns sind Grenzen gesetzt, die wir wohl erreicht haben.

              • Stefan Wietzke sagt:

                @Hendrik

                Stimme deinen Anmerkungen bis auf einen Punkt zu. Wir sind die einzige Art die sich nicht bis an die jeweilige physische Grenze vermehrt. Alle anderen Lebenwesen treiben das immer soweit, bis ihre nutzbaren Ressourcen eine harte Grenze aufrichten. Dann bleiben häufig die Geburtenraten hoch (oder werden nur durch massiven Umweltstress hormonell gebremst), aber die Sterberaten steigen.

                enschen haben ihre Bevölkerungsdichte aber immer unterhalb dieses Maximums gehalten. Andernfalls hätten wir auch nie Überschüsse produzieren und damit keine Kultur entwickeln können.

                Hunger gab es nur bei sozialen Konflikten, die vorübergehend die Bewirtschaftung der Felder unterbrachen oder durch längere klimatische Veränderungen die die planbaren Erträge längerfristig gesenkt haben. Das bedeutet, da ist uns dann die Grenze entgegen gekommen, weshalb sich die Bevölkerung dann nach unten angepasst hat. Das waren dann aber die eher unangenehmen Zeiten.

                Unser Problem heute ist dabei, dass durch die Nutzung externer Energiequellen die Dynamik so hoch ist, dass die gegenlaufenden Regelmechanismen zu langsam sind. Denn was auch heute gerne übersehen wird: Der eigentliche Spurt setzte erst nach dem zweiten Weltkrieg ein. Und wir haben als Menschen schon etwa 20 Jahre später gemerkt, dass das so nicht auf Dauer laufen kann.

                Selbst die Anpassung der Geburtenraten verlief extrem schnell. Global sind die Geburtenraten innerhalb kürzester Zeit von 6 auf 2,5 Kinder pro Frau gefallen. Länder wie der Iran haben nur 10 Jahre gebraucht um von 6 auf 1,8 runter zu kommen.

                Wir haben das Problem das der Zeitverzugsfaktor relativ groß ist und wir uns im steilen Ast der Exponentialfunktion befinden. Das führt dann zu einem starken Überschwingen des Systems.

        • Stefan Wietzke sagt:

          Das und das könnte das Ende der Menschheit sein. Irgendwas wird irgendwann definitiv das Ende des Menschen sein, wie wir ihn heute kennen. Denn keine Art innerhalb der hochdynamischen Biosphäre der Erde (von der wir ein integraler Bestandteil sind => es gibt keinen Gegensatz Mensch-Natur) bleibt unverändert auf Dauer bestehen.

          Wir haben die realen Gefahren die uns drohen noch nie besser erfasst als heute. Unsere Vorfahren sind mehrfach knapp am Aussterben vorbei gerauscht. Übrigens gehen Anthropologen heute davon aus, dass wir unser Gehirn vor allem deshalb entwickelt haben, weil die Menschheit durch eine Reihe schneller und heftiger Klimawechsel gelaufen ist und ihr Verhalten daher enorm flexibilisieren musste.

          Auch diesmal wird das System im stabilen Rahmen bleiben. So oder so. Entweder gesteuert oder ungesteuert. Ich hätte nur gerne das die Übergänge so verlaufen, dass es nicht für einigen Generationen besonders mies wird.

        • Mario sagt:

          @Ted: Ich sehe das ganz genauso!! Wir können optimieren, verbessern, Energie einsparen, sinnvoller mit Ressourcen umgehen und Technik gezielt einsetzen. Aber all das kann nur verlängern, nicht aber das Resultat verändern. Wir sind einfach zu viele von unserer Spezies!!

          Nichts zu tun ist sicherlich auch falsch, aber man sollte sich keinen Illusionen hingeben. Ich tippe darauf, dass unsere Menschheit entweder durch die Rückkopplungen der Erde diese für uns unbewohnbar macht oder wir uns in einem riesigen Weltkrieg merklich dezimieren. Ich tippe auf Letzteres.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Das Verringern der Geburtenrate ist ein interessantes Thema, warum sackt die Geburtenrate in so vielen Ländern ab?

            Ist die Einsicht das eine weitere Aufdoppelung die natürlichen Ressourcen nicht mehr tragen würden?

            Oder das weitere Kinder nicht mehr zu Absicherung im Alter nötig sind?

            Oder sogar bei der eigenen Wunsch Karriere stören könnten?

            • Michael Egloff sagt:

              Es dürften vorwiegend sozio-ökonomische Gründe für zurückgehende Kinderzahlen pro Frau vorliegen (Urbanisierung, steigender Bildungsstand, stärkerer Mittelstand, Familienplanungskampagnen, in manchen Ländern verbesserte Stellung der Frau, staatliche Rentensysteme).
              Der nominale weltweite Bevölkerungszuwachs hat sich aber trotz alledem in den letzten 15 Jahren wieder beschleunigt, von 77 Mio Ende der 90er Jahre auf 82 Mio p.a. im Jahr 2013.
              Die Kuh ist also keineswegs vom Eis.
              Besonders problematisch wirkt sich die Bevölkerungszunahme in Schwarz-Afrika (dort zukünftig von heute knapp 1 Milliarde Menschen auf 2,5 bis 3 Milliarden), in Ägypten, Jemen, Pakistan, Indien und Bangladesch aus.
              Es gibt auch Länder, in denen sogar der prozentuale Zuwachs zuletzt wieder zugelegt hat. z.B. in Saudi-Arabien innerhalb von 3 Jahren von 1,6 auf 1,9%.

  4. Frank Bell sagt:

    Ölpreisabsturz?

    Schaut jemand auch mal auf die Kraftstoffpreise an der Tankstelle?

    Da merkt man aber nichts mehr vom angeblichen Absturz.

    :-(

    Und das, obwohl WTI bereits wieder fällt.

    Aber klar, der DAX steigt, und alle sind bester Laune weil die Wirtschaft BRUMMT.

    Komisch, 2000 haben alle vor der Blase gewarnt, aber jetzt ist es normal, dass die Aktien immer weiter und unaufhaltsam steigen.

    Ich verstehe NIX mehr…

    • Ted sagt:

      Der Ölpreis wird in DOLLAR abgerechnet, einmal ist er seit dem Tief bereits wieder etwas gestiegen, ferner macht sich (zukünftig voraussichtlich noch wesentlich mehr) der schwache Euro bemerkbar. Dadurch, dass die Südeuropäer die EZB-Politik dominieren, wird der Euro zur Weich-Währung, was sämtliche Importe, auch Öl, verteuert.

      Was den DAX angeht, so lässt sich die Situation nicht mit 2000 vergleichen. Damals stiegen vor allem reine Luftnummern (Neuer Markt), Firmen, die nie richtig Geld verdient haben.
      Heute muss man konstatieren, dass deutsche Firmen (z.B. DAX) sehr wohl von dem schwachen Euro profitieren (verbilligt die Exporte, Wettbewerbsvorteil) und dass die unerwartet niedrigen Ölpreise weltweit das Wachstum fördern.
      Und dann kommt noch die Politik der Notenbanken hinzu, fast sämtliche Staaten sind hoch verschuldet, angemessen hohe Zinsen würden zu etlichen Staatsbankrotten führen. Also drucken diverse Notenbanken Geld, drücken künstlich die Zinsen.
      Wenn Deutschland sich derzeit weiter verschuldet, bekommt es sogar noch eine Prämie (Negativzinsen), dafür, dass es sich Geld leiht.
      Eine gänzlich absurde Situation, sämtliche Zinspapiere, Lebensversicherungen etc. lohnen sich nicht als Geldanlage, also bleiben nur Aktien und Immobilien, wenn man Geld anzulegen hat.
      Normalerweise würden solche Exzesse (Gelddruckerei) übrigens zu Geldentwertung/steigender Inflation führen. Das wird momentan überlagert von den gesunkenen Ölpreisen, sowie dem Internet/Globalisierung, was die Verbraucherpreisinflation (derzeit!) deckelt.
      Wegen dieser Faktoren steigen nur die Vermögenswerte (z.B. Aktien).

  5. Klaus-Peter Romberg sagt:

    Was mich gerade so beschäftigt in Sachen Klimawandel, CO2 Ausstoss und steigende Meeresspiegel ist die Frage, steigt der Meeresspiegel wirklich? Wir verbrauchen täglich Millionen Barrel Erdöl. Da entstehen Hohlräume? Wir bauen Kohle ab. Da entstehen Hohlräume? Auch bei vielen anderen Rohstoffen bleiben Hohlräume zurück. Ist da nicht der Platz für das Wasser, dass den Meeresspiegel ansteigen lassen soll?

    • Michael Egloff sagt:

      Hallo Klaus-Peter,
      bei der Ölförderung entstehen fast keine Hohlräume, weil ja zur Drucksteigerung Wasser o.a. eingepresst wird.
      Kohle wird nicht unter Wasser gefördert, hat also keinerlei Einfluss auf den Meeresspiegel.

      Im übrigen hat der Volumenanstieg der Weltmeere völlig andere Dimensionen, als das gesamte Rohstoffvolumen, das von der Menschheit abgebaut wird (zudem fast ausschließlich onshore – also nicht meeresspiegelbeeinflussend).
      Alleine Grönland verzeichnet pro Jahr einen Eisverlust von ca. 250 Milliarden Tonnen, Tendenz ständig steigend. Mindestens die gleiche Menge dürften noch die Hochgebirgsgletscher und die Westantarktis gemeinsam beisteuern.
      Und dann kommt noch die Volumenausdehnung der Weltmeere durch Erwärmung hinzu, die noch einmal 25 bis 30% zum Meeresspiegelanstieg beiträgt.
      Da kompensiert sich also quasi nichts durch Rohstoffabbau, nicht mal ein Zehntel Promille.

    • Michael Egloff sagt:

      Übrigens,
      wenn man einen Saldo bilden wollte von allen menschlichen Materialentnahmen aus dem Meer und von allen menschenverursachten menschenverursachten stofflichen Einträgen in die Weltmeere, käme man selbst hier zu einem zusätzlichen Meeresspiegelanstieg.
      Alleine die Einträge in die Meere infolge Bodenerosion durch Landwirtschaft und Entwaldung dürften weltweit jährlich im Gigatonnenbereich liegen.
      Vielfach mehr, als es Materialentnahmen aus den Weltmeeren gibt.

    • Ich denke, Michael hat es in seinem obigen Kommentar sehr treffend ausgedrueckt:

      Das Fortbestehen des Ölzeitalters ist das eigentliche Problem, nicht dessen Ende.

      Technische Massnahmen zur Verzoegerung von Peak Oil sind oekonomisch sinnvoll, aber oekologisch katastrophal.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Kann die Technologie nicht beurteilen (obwohl ich Techniker bin :-)). Dazu muss man schon vom Fach sein.

      Aber das es Fortschritte gibt ist natürlich klar. Die gibt es in allen Technologien. Es ist aber schwer abzuschätzen wie schnell der (Produktivitäts-)Fortschritt tatsächlich ist.

      Es löst aber natürlich das Grundproblem nicht. Denn trotz aller Fortschritte ist es ja seit 1974 nicht mehr gelungen den Wachstumspfad bei der Ölförderung aufrecht zu erhalten. Zur Zeit funktioniert das auch nur bei der Kohle. Die Primärengergieverfügbarkeit pro Weltbürger steigt bei der Kohle aktuell etwa mit den Raten wie in den 60er und 70er Jahren beim Öl (und damit wesentlich schneller als im 19. Jahrhundert, dem sogenannten Kohlezeitalter). Kohle ist also die Grundlage der global weiterhin zunehmenden relativen Wirtschaftsleistung. Die anderen Energieträger halten so gerade ihren Anteil, bei der Kernenergie geht er sogar zurück.

      Ich richte meinen Blick daher inzwischen eher auf die Kohle als auf das Öl.

      Das Wachstum des Primärenergieverbrauchs ist für mich auch der beste Schätzer für das tatsächliche Wirtschaftswachstum.

      Es stellt sich aber die Frage, ob nicht andere Grenzen viel früher ein Problem darstellen könnten. Letztens kam die Aussage, das von den Ernten der letzten 15 Jahre 8 unterhalb des globalen Bedarfs lagen. Letztes Jahr war ein sehr gutes Erntejahr, aber wir liegen da schon relativ dicht an der Grenze. Viel Reserve scheint es nicht mehr zu geben.

      Sollte auch nur eines der großen Überschussgebiete mal durch ein lokales Unwetter ausfallen, wird es wahrscheinlich eng. Und zur Zeit sehen wir das nicht nur in Kalifornien sondern auch in Brasilien. Dort sorgt die direkte Naturübernutzung im Zusammenhang mit den Klimaveränderungen schon für grundlegende strukturelle Probleme.

      • Michael Egloff sagt:

        Ja, die Ernährung wird in den nächsten 3 Jahrzehnten, also einem Zeitraum, den die meisten der hier Diskutierenden noch selbst erleben werden, die eigentliche Achillesferse sein.
        Über Bodenerosion, Grundwasservorkommen, Demographie/Urbanisierung, zunehmende soziale Spaltung, Ölabhängigkeit und steigende Kapitalintensität der hochmechanisierten Landwirtschaft, Konkurrenz Ernährung vs. zunehmender energetischer Nutzung von Agrargütern usw. und deren Rückwirkung auf die Ernährungslage der Zukunft haben wir ja schon diskutiert.

        Es gibt jedoch einen weiteren Punkt, der für Länder mit geringen natürlichen Ressourcen pro Kopf zum Verhängnis werden könnte bis Mitte des Jahrhunderts:

        bisher kann prinzipiell jedes Land auf dem Weltagrarmarkt das einkaufen, was es mangels eigener Ernährungsgrundlage nicht selbst produzieren kann, per Saldo gesehen.
        Also Länder wie Großbritannien, Japan oder Ägypten, die sich nur zu etwa 50% selbst ernähren können, oder Südkorea, dass nur weniger als 10% seiner Ernährungsgüter selbst produziert, können den Rest durch Importe decken, Zahlungsfähigkeit vorausgesetzt. Wobei selbst bei fehlender Zahlungsfähigkeit durch Steigerung der Außenverschuldung zumindest temporär auch noch Agrarimporte möglich sind.

        Wie wird der Weltagrarmarkt wohl in 20…30 Jahren aussehen? Ich befürchte: völlig anders als heute.
        Der Importbedarf bevölkerungsreicher Länder mit starkem Bevölkerungswachstum wird rapide ansteigen, allen voran Indien (dann 1,6 Milliarden EW), Pakistan, Ägypten und andere arabische Länder, etliche Länder Schwarzafrikas usw. Da kommt eine zusätzliche Riesennachfragewelle auf den Weltagrarmarkt zu.
        Gleichzeitig werden heutige Agrarexportländer einen Teil ihrer Exportmengenkapazität einbüßen, sei es durch Überalterung der Bauernschaft (heute schon z.B. in den USA ein großes Thema), sei es durch klimatische Änderungen und Wasserressourcenübernutzung (ebenfalls siehe USA/Südwesten), sei es durch zunehmende energetische Nutzung infolge knapper werdendem Öl oder sei es durch eine Weltfinanzkrise, die die kapitalintensive Landwirtschaft ebenfalls in eine Krise führt. Oder eine Kombination aus allen diesen Faktoren.

        Also: wahrscheinlich stark steigender Importbedarf bevölkerungsreicher Länder bei gleichzeitig zurückgehendem Angebot auf dem Weltmarkt.

        Was das für Länder bedeuten wird, die sich schon heute nicht mehr selbst ernähren können und immer mehr in eine Importabhängigkeit reingeraten, möchte ich mir lieber nicht vorstellen.
        Die Zukunftsaussichten sind also von Land zu Land und Region zu Region extrem unterschiedlich.
        Fragt sich nur, ob die glücklicheren unter den Ländern sich ihres Glücks erfreuen können, wenn die physische Existenz großer Bevölkerungsteile in etlichen großen Ländern auf dem Spiel steht.

  6. Telepolis: Apokalypse, wissenschaftlich

    Es fehlt der Punkt Wachstumskatastrophe. Die Menschheit, ihr Ressourcenverbrauch und die Umweltverschmutzung wachsen exponentiell. Dadurch könnte es irgendwann einen kompletten Zusammenbruch der Zivilisation geben.

  7. Michael Egloff sagt:

    Hinsichtlich des Themas Umweltverbrauch vs Bioenergie bzw Ernährung vs Bioenergie eine lesenswerter Artikel:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/palmoel-aus-indonesien-das-schmutzige-geschaeft-der-produzenten-a-1011854.html

  8. Telepolis: Umweltschäden durch Umweltschutz

    Guter Umgang mit der Natur heißt nicht nur Vermeidung von Luftvergiftung (Klimawandel durch hohe CO2-Produktion), sondern insbesondere Ressourcenschonung.

    • Ted sagt:

      Aufschlussreiche, zutreffende Analyse, die Menschheit sitzt längst in der Falle.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Das ist das immer wieder angesprochene Grunddilemma. Echtes Wirtschaftswachstum bedeutet IMMER wachsenden Ressourcenverbrauch.

      Und das hat was mit dem unserem Wirtschaftssystem zu tun. Denn der Kern des Kapitalismus ist NICHT wie Marx vermutete die Kapitalakkuulation sondern das Wachstum (die Idee des „Kommunismus“ war nie eine Alternative zum „Kapitalismus“, sondern immer nur die ineffizientere Variante, haben die Linken aber nie kapiert). Denn nur das erzeugt eine Rendite (bzw. das MEHR IST DIE RENDITE). Und wir haben in den letzten 250 Jahren unser gesammtes Gesellschaftssystem so umgebaut das Wachstum das zentrale gesellschaftliche Ziel ist. Alle Belohnungs-, Status- und Wertesysteme wurden auf dieses Ziel hin optimiert.

      Fehlt das Wachstum, ist der Kapitalismus tot und das System wird grundlegend disfunktional, was wir in den früh industralisierten Ländern gerade merken.

      Und es fehlt jede Idee wie man das System wieder umbaut. Und das ist nicht in erster Linie ein technisches sondern ein Werteproblem.

      Ein einfaches Beispiel:
      Im kapitalistischen System ist Reichtum ein Wert an sich, denn er das wesentliche Statusmerkmal. Im Sinne einer Orientierung auf Wachstum macht das Sinn. Denn so wird für alle der Anreiz gesetzt das Wachstum anzutreiben. Denn alle versuchen dann ständig ihren Wohlstand zu erhöhen, wobei Wohlstand ausschließlich mit Güterverfügbarkeit gleich gesetzt wird.

      Will man das nicht mehr, braucht man ein anderes Statussystem (ohne geht nie) ersetzen. Es hat ja auch in der Geschichte völlig andere Statussysteme gegeben. Aber in ein mittelalterliches Statussystem wollen wir ja nicht zurück.

      Und das kann nur funktionieren wenn Menschen andere Wertesysteme entwickeln und sich umorientieren.

      • Ted sagt:

        Ich stimme dir zu.
        Nur ist das nur eine Facette des Gesamtbildes.
        Zu dem gehört auch, dass 7 Milliarden Menschen ernährt werden müssen. Das geht nur mit „industrieller“ Landwirtschaft (mit allen Folgen). Eine Frage des Überlebens, nicht der Rendite oder des Systems.
        Und für Milliarden in der 3. Welt ist die Systemfrage auch irrelevant. Die wollen verständlicherweise einfach besser leben, am liebsten so wie wir…

        • Tom Schülke sagt:

          Hallo Ted.

          Da bin ich mir keineswegs sicher. Ich habe das Buch „Dreck“ Gelesen, das aus archäologischer sicht das immer wieder auftretende Problem der Übernutzung und der Erosion der fruchtbaren Bäden durch diverse Kulturen der Vergangenheit beleuchtet, und zeigt, das immer nach 500 jahren landwirtschaftlicher übernutzung schicht im Schacht war.. so das zb. Rom in der Endphase auf die Kornkammer Ägypren angewiesen war.

          Das zweite Buch aus der Sparte das ich gerade lese trägt den deutlichen zweittietel “ wir werden uns biologisch ernähren oder gar nicht…“

          Ich bin keineswegs ein Fachman in diesem Bereich, aber der Autor behauptet, das es eine der häufigsten und irtümlichsten Behauptungen sei, nur die Industrielle Landwirtschaft könne die Welt ernähren. Er zeigt diverse Beispiele in denen Ökologischer Anbau, wie er meine Ökologische intensivierung die meisten der Probleme die die industrielle Landwirtschaft erzeugt gar nicht erst aufkommen lässt. Und er behauptet, das es unsinn sei, die Industrielle Landwirtschaft sei effizienter. Sie ist nur in dem sinn effizienter, das ein Groß-Landwirt, mehr Hektar mit industriellen Methoden ernären kann. Jedoch ist der Flächenertrag gerade bei kleinen Ökologisch geführten Betrieben, die besondere eher gärtnerischer Pflege erhalten weitaus höher als in vergleichsweise stark industrialisierten Betrieben.

          Was aber ganz sicher klar ist, ist, das die Industrielle Landwirtschaft die Bodenerosion zwischen 15 bis 100 mal höher als die natürliche Humusnachbildung ansteigen lässt.

          Das Perfide darannn ist, das das immer noch eine Katastrophe in zeitlupe ist. Innerhalb eines Landwirtlebens ist die spührbare abnahme der Bodenfruchtbarkeit zwar spührbar aber nicht gravierend. Und doch .. gerade mit unseren neuen Energiepflanzen, schaffen wir es jetzt schon in mecklenburg Vorpommern die ersten Sandstürme zu motivieren in denen Fruchtbarer Boden in Zeitrafefer abgetragen wird. Und Düngemittel hängen am Tropf des Öls..

          Für mich scheit der Autor recht zu haben… Entweder wir schaffen die Industrielle Landwirtschaft ab, oder das Licht geht in wenigen Jahrzehnten so richtig aus..

          • Tom Schülke sagt:

            hmmm.. ich sollte langsamer schreiben… dann kommen vielleicht lesbare Sätze raus.. Asche über mein Haupt..

          • Ted sagt:

            Hallo Tom,
            danke für den Buchtipp, ich werde es mal lesen.
            Mir geht es vor allem darum, den Blick für das Wesentliche zu schärfen. Natürlich sind Abmilderungen und Verbesserungen in vielen Teilbereichen möglich und wünschenswert und natürlich gibt es Menschen und Systeme, die problematischer sind.
            Die Vorstellung, schaffe ich den Kapitalismus oder das Profitstreben ab, haben wir keine Probleme mehr, halte ich aber für verfehlt.
            Erstmal „verdanken“ wir eben diesem System unseren Lebensstandard und die absolut breite Masse ist nicht bereit, darauf zu verzichten (ein Aspekt: Arbeitsplätze/Einkommen).
            Zum anderen löst es nicht das Problem, selbst wenn wir im Westen geschlossen diese Einsicht und diesen Altruismus leben würden, weil es da draußen Milliarden gibt, die danach lechzen, ein Minimum unseres Lebensstandards erreichen zu können (bedeutet Konsum/Ressourcenverbrauch/ruinierte Umwelt).
            Wir sind zu viele und wir hinterlassen einen viel zu großen ökologischen Fußabdruck, DAS ist das eigentliche Kernproblem, nicht irgendwelche Einzelpersonen, Gruppen, Systeme.
            Von den vorhandenen Überschüssen leben, ohne die Umwelt (langfristig) zu verändern, bedeutet wenige Millionen Jäger und Sammler weltweit bei niedrigstem Lebensstandard und -erwartung.
            Wer will das?

  9. Michael Egloff sagt:

    Neue Daten aus den USA: auch in der letzten Woche sank die Zahl der aktiven Rigs um 67 auf 1125.
    Zum Vorjahreszeitraum ergibt sich ein Minus beim Rig-Count von 687.
    Bei gleicher Rückgangsgeschwindigkeit ergäbe sich in weniger als 20 Wochen ein Rig-Count von Null. Wird natürlich so nicht eintreten.
    Die Anzahl der aktiven Wells in den USA steigt natürlich trotzdem weiter an, aber eben mit deutlich sinkender Geschwindigkeit. In absehbarer Zeit dürfte dann der Förderrückgang pro Well nicht mehr von der immer weiter ansteigenden Anzahl von Wells überkompensiert werden und der Fördermengenrückgang beginnen. Bei weiter sehr niedrigen Ölpreisen vermute ich den beginnenden Fördermengenrückgang ab den Sommermonaten. Derzeit ist ja der Mengenanstieg noch intakt.

    Auch beim Gasfracking dürfte es mit US-Gaspreisen permanent unter 3 Dollar zunehmend eng für die Frackingfirmen werden.

    Und was den Ölverbrauch angeht: der Anteil der sog. Light-Trucks am gesamten US-Fahrzeugverkauf liegt derzeit bei enormen 55%.
    Besonders schnell wächst diese durstige Fahrzeugkategorie derzeit in China, nämlich mit beachtlichen 35% auf bereits weit über 300000 pro Monat. Und damit wesentlich schneller, als der Gesamt-KFZ-Verkauf.
    Für massig zusätzliche Ölnachfrage in der Zukunft ist also gesorgt.
    Noch in diesem Jahrzehnt dürftre dann der Ölpreis durch die Decke gehen. Und zwar um so mehr, je länger die Ölpreisbaisse zunächst andauert.
    Weniger Exploration und steigender Verbrauch preisgünstigen Öls – das ist genau die Mixtur, die die Ölkrise in wenigen Jahren auslösen wird.

    Aber wem erzähle ich solche Binsenweisheit?

    • Hendrik Altmann sagt:

      Wiso, ich finde diese Informationen immer wieder sehr interessant und informativ.

      Ich meine ich weiß grob was passieren wird, aber solche Updates über die Details sind immer willkommen.

      Man kann nur hoffen das der Ölpreisanstieg dann nicht ganz so extrem ausfällt.

      Und der folgende wirtschaftliche Niedergang.

      • Michael Egloff sagt:

        Hallo Hendrik,
        ich meinte mit meinem letzten Satz nur, dass sich unter den hier Diskutierenden sowieso alle im Klaren sind, welche Folgen ein niedriger Ölpreis längerfristig haben wird, sollte er einige Zeit Bestand haben. Eben dieser logische Mix aus Machfragesteigerung und sukzessiver Angebotszerstörung. Was sich aber erst zeitversetzt zeigt.
        Deswegen: Binsenweisheit für die sich hier Informierenden.

        Für die Mehrheit der Bevölkerung wie auch der Medien ist dieser höchst simple Zusammenhang hingegen nicht so leicht zu durchschauen. Da freut man sich über dieses unverhoffte Konjunkturprogramm, gleich den Touristen in Khao Lak, die sich im Dezember 2004 über das zurückweichende Ozeanwasser „freuten“. Dabei hätten die nur mal zum Horizont blicken müssen, auf das weiße Band da hinten.

      • Frank Bell sagt:

        Hendrik Altmann:

        Ach ja, der kommende wirtschaftliche Niedergang…

        Auf den warten wir seit 2009! Oder noch länger?

        Inzwischen wurden die Börsenrekorde aus der dotcom-Zeit eingestellt.

        Alles ohne Euphorie beim Kleinanleger. Ohne Kaufrausch der Bürotippse. Ohne lange Diskussionen im Büro, was jetzt die beste Aktie mit Potential ist.

        Solange das so bleibt, geht es weiter aufwärts.

        Ohne Crash. Ohne Krise.

        Wenn ich sehe, wie OFT die „Weltuntergangspropheten“ in den letzten Jahren falsch lagen (Ruppert, Kunstler, Orlov, Keiser, etc.), dann glaube ich, dass ein Bernanke und ein Krugman doch RICHTIG lagen.

        Seufz.

        • Michael Egloff sagt:

          Es lebe die tausendjährige Börsenhausse und die Abschaffung jeglicher Finanz- und Wirtschaftskrise!

          Vorwärts zum Zeitalter der 9 Milliarden Donald Ducks!

        • Hendrik Altmann sagt:

          Also ich versuche das dann doch etwas längerfristig zu betrachten, das die Wirtschaft durch die niedrigen Öl und Gas Preise boomt ist nicht verwunderlich, nach der Party kommt der Kater.

          Das was wir jetzt an Wachstum und Ressourcenverbrauch noch drauf tun, erhöht dann nur noch den peakpoint.

          Öl Gas und Kohle sind nur begrenzt wirtschaftlich förderbar, ebenso wie viele Metalle usw.

          Wir nähern uns rasant der Grenze wo es keinen Sinn mehr macht diese Ressourcen aus der Erde zu holen.

          Rasant bedeutet nicht nächste Woche oder nächstes Jahr, wenn es 50 Jahren keinen Sinn mehr macht all diese Ressourcen zu fördern, dann ist das schon eine verdammt schnelle Veränderung.

  10. Frank Bell sagt:

    Ganz ehrlich:

    Wenn die Fed den Zocker-Bankern mit immer neuem Geld unter die Arme greift, dann wird diese Oberschicht der Reichen, leistungslos Lebenden, auch in Zukunft nichts zu befürchten haben.

    Die Zeche zahlt, wie immer, der kleine Mann.

    Doch zur Zeit spürt auch er nichts von „der Krise“.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Na da frag doch mal die 43 Millionen Essensgutscheinempfänger in den USA oder die 25% Arbeitslosen in Spanien.
      Und auch hier haben wir die 2/3 Gesellschaft hin gekriegt.

      Gesellschaftliche Probleme treffen nie alle gleichzeitig. Und so lange diese nicht in unsere umittelbare Umgebung eindringen und womöglich nur schleichend sind, merken wir das auch nicht.

  11. Michael Egloff sagt:

    …und rrrumss,
    WTI unter 43 Dollar. Und somit auf einem 6-Jahres-Tief.
    In North Dakota wird der örtliche Rohölpreis wohl schon unter 40 Dollar liegen und auch die bisher noch profitablen Fracking-Firmen in Bedrängnis bringen.
    Zumal die Fremdkapitalkosten für die Frackingfirmen immer höher werden dürften durch die verschlechterten Ratings.
    Auch bei US-Gaspreisen von stabil unter 3 Dollar ist keine Entspannung in Sicht.

    • Frank Bell sagt:

      Das hier möchte ich noch nachreichen:

      Die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Notenbanken der Euro-Zone haben in der zweiten Märzwoche mit dem Ankauf von Staatsanleihen begonnen. Bis September 2016 sollen auf diese Weise monatlich 60 Mrd. Euro in das Finanzsystem fließen, insgesamt also 1,1 Billionen Euro.

      Die EZB folgt damit dem Beispiel der US-Zentralbank Federal Reserve, die durch 3 aufeinanderfolgende Runden der „quantitativen Lockerung“ insgesamt 4,5 Billionen US-Dollar in das amerikanische Geldsystem gepumpt hat, und dem Beispiel Japans, dessen Zentralbank das Geldvolumen des Landes seit 2008 um ca. 600 % gesteigert hat.

      Offiziell heißt es, die stagnierende Wirtschaft in der Eurozone solle durch die Schaffung von Liquidität angekurbelt, deflationäre Tendenzen sollten bekämpft und eine leichte Inflation von 2 Prozent solle herbeigeführt werden. Dieses Ziel kann allerdings nicht der Wahrheit entsprechen, denn weder in den USA, noch in Japan hat das Drucken enormer Geldmengen (und um nichts anderes handelt es sich) zum Erfolg geführt. In beiden Ländern stagniert die Wirtschaft nach wie vor, Deflation und Inflation halten sich die Waage.

      Den Rest findet ihr unter:

      http://www.heise.de/tp/artikel/44/44405/1.html

      Solange das weitergeht, wird es NIE UND NIMMER crashen!

      • Hendrik Altmann sagt:

        Nur das das drucken von Geld absolut gar keinen Einfluss bzw. Effekt darauf hat, ob es sich lohnt den oder den Rohstoff aus der Erde zu holen.

        Durch das drucken von Geld wird nunmal keine Energie erzeugt oder Rohstoffe erschaffen, ganz im Gegenteil.

      • Stefan Wietzke sagt:

        Das Drucken des Geldes funktioniert deshalb nicht, weil es nicht in der Wirtschaft ankommt. Das würde es nur dann, wenn davon reale Waren gekauft würden (z.B. indem der Staat massiv investiert). Tatsächlich wird dieses Geld aber nur benutzt um Staatsanleihen aus dem Markt zu ziehen, also eine Art simmulierten Geldkreislauf aufrecht zu erhalten.

        Das in den Markt gedrückte Geld landet daher nicht in neuen Waren (also nicht in gesteigerter Produktion), sondern wird in Aktien, Immobilien und Kunst gesteckt. Aber hier nicht in die Produktion neuer Unternehmen, Bilder etc. sondern in vorhandene. Das hat bereits eine enorme Inflation ausgelöst. Da sie sich aber nur bei Assets abspielt, die „Normalbürger“ ohnehin nicht kaufen, fällt das nicht auf.

  12. […] ein Vortrag gebeten, den wir angesichts des aktuellen Ölpreisverfalls betitelt hatten mit: Ölpreisabsturz – Alles wieder gut? Ich argumentiere derzeit mit den Risiken, die der niedrige Ölpreis für die Investitionen […]

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