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Weltweite Ernährungssicherung durch Wüstenbegrünung – Teil 1

25.05.2015

Unsere heutige Ernährung ist in großem Maße von billiger Energie abhängig: Große Maschinen pflügen, säen, spritzen Pflanzenschutzmittel oder ernten dann die Nutzpflanzen, bringen sie über weite Strecke in Verarbeitungszentren wo sie dann entweder in Plastik verpackt oder tiefgekühlt in Supermärkte in ganz Deutschland verteilt werden. Auch die Herstellung der Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel ist energieaufwendig, speziell die des Kunstdüngers.
Zwar ist die Getreidemenge als auch die Getreideanbaufläche in den letzten Jahren noch gestiegen (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Getreide#Weltgetreideernte ), aber es gibt gleichzeitig immer mehr Probleme durch Erosion, resistente Unkräuter, Versalzung von Böden durch falsche Bewässerung oder aber auch Flächenschwund durch militärische Auseinandersetzungen (Landminen oder Splitterbomben) oder industrielle Verunreinigungen (Erdöl, Uranerz, Braunkohletagebaue, Fracking, Goldgewinnung etc.). Und natürlich steigt die Weltbevölkerung immer weiter an. Dies führt in manchen Regionen zu extrem hohen Bevölkerungsdichten mit entsprechenden Problemen bei der Lebensmittelversorgung, z.B. in Südostasien.

Wie kann man also auch in Zukunft die Ernährung der Welt sicherstellen, wenn alle heutigen Landwirtschaftsflächen voll ausgelastet sind und vor allem, wenn keine billige Energie mehr zur Verfügung steht?
Um es gleich vorweg zu nehmen: Es wird kein Geoengineering wie Wolkenimpfung oder eine andere lustige Erfindung benötigt. Die Lösung liegt zum einen in der Umstellung auf die Biolandwirtschaft und zum anderen in der Erschließung von bisher brachliegenden, „unfruchtbaren“ Gebieten in Wüsten, Halbwüsten und Savannen wie z.B. in der Sahara, Saudi-Arabien, Australien, aber auch etwa in Spanien.

Heutzutage sieht die Fruchtbarmachung der Wüste noch so aus (Bewässerungsfelder in Saudi-Arabien, siehe auch weiter unten das Google-Maps-Bild):

Copyright: Craig Mackintosh
Quelle:
http://permaculturenews.org/2010/08/06/letters-from-jordan-on-consultation-at-jordans-largest-farm-and-contemplating-transition/

Schon Ende der Antike gab es Gedanken daran die Sahara zu bewässern. Und in neuerer Zeit, im 19. Jahrhundert waren es die Franzosen, die in Libyen das Sirte-Becken, das Tiefbecken südlich der Bucht der Großen Syrte, zu einem großen See mit Hilfe eines Durchstichs zum Mittelmeer machen wollten ( hier zu lesen: „1.500 Oasen in der Sahara “ aus "Die letzte Chance" von Annie Francé-Harrar: http://www.ddbpage.net/btq/Die_Letzte_Chance_-_PDF_-_2010.pdf ).

Halbwüste im Norden Spaniens (Region Navarra)

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bardenas_Reales

Um welche Flächen handelt es sich bei dem Begriff Wüsten?
Zunächst einmal gebe ich hier eine Definition wieder, die man bei Wikipedia ( Wüste) findet:
Als Wüste bezeichnet man die vegetationslosen oder vegetationsarmen Gebiete der Erde. In Wüsten bedeckt die Vegetation weniger als 5 % der Oberfläche.
In der englischen Wikipedia („Desert“) steht, dass in einer Wüste weniger als 250 mm Niederschlag pro Jahr fallen. Es gibt verschiedene Arten von Wüsten: Sandwüste (ca. 20% der Wüsten), Kieswüste, Stein- oder Felswüste, Salzwüste und die Eiswüste. Auch in Island gibt es Wüsten. Dort fehlt einfach die Vegetation obwohl es relativ viel regnet. Die Antarktis ist z.B. eine Eiswüste (durchschnittlicher Niederschlag im Jahr: 166mm, Climate of Antarctica ).
Ebenfalls aus Wikipedia („Wüste“):
Alle Wüsten der Erde zusammengenommen bedecken etwa ein Fünftel der gesamten Landfläche der Erde, das sind fast 30 Millionen Quadratkilometer. Werden auch die Halbwüsten mit hinzugerechnet, so ergibt sich etwa ein Drittel der Landfläche, also etwas weniger als 50 Millionen Quadratkilometer. Insgesamt bedecken sie knapp 10 % der gesamten Erdoberfläche.
Die verschiedenen Arten von Landflächen auf der Erde gebenüber gestellt:

 

Landfläche der Erde

149.430.000 km2

29,3 %
(der gesamten Erdoberfläche)

Landfläche ohne Antarktis

135.281.639 km2
(2011)


100,0 %[6]

Landwirtschaftlich genutzte Fläche

49.116.226 km2
(2011)


36,31 %[6]

Waldfläche

40.274.680 km2
(2011)


29,77 %[6]

sonstige Flächen
(Wüsten,
Brachland, Gebirge, bebaute Flächen)

41.313.584 km2
(2011)


30,54 %[6]

Binnengewässer
(Seen, Flüsse)

4.577.149 km2
(2011)

3,38 %[6]

[6] http://faostat3.fao.org/
Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Erde/Daten_und_Zahlen
D.h. die landwirtschaftlich genutzte Fläche auf der Erde (Äcker, Wiesen und Weiden, Plantagen, aber auch kurzzeitig brachliegende Flächen) ist etwa so groß wie die wüstenartigen Flächen (Wüsten und Halbwüsten). Dass die in der Tabelle angegebene Größe der „sonstigen Fläche“ (inkl. Wüsten) kleiner ist als die oben angegebene Fläche der Wüsten und Halbwüsten laut Wikipedia-Wüste-Artikel, liegt daran, dass auch in Halbwüsten Ackerbau betrieben wird:
Die Sahelzone, die teils auch nur Sahel genannt wird, ist die in Afrika liegende langgestreckte semiaride Übergangszone[...]Die Bauern im Sahel betreiben vorwiegend Hirseanbau.[...]Mit den Jahren verlagerten sie ihre Ackerflächen wegen der enormen Bevölkerungszunahme zunehmend in den Norden,
http://de.wikipedia.org/wiki/Sahelzone

Wie können jetzt Wüsten und Halbwüsten ohne allzu großen Aufwand zu einer höheren Lebensmittelproduktion beitragen?
Am Beispiel der Sahelzone kann man erkennen, dass sich auch schon ohne besondere Maßnahmen, zumindestens in manchen Wüstengegenden, die Agrarfläche ausdehnt. Der Trick in der großflächigen Ausdehnung der Landwirtschaftsflächen in Halbwüsten und Wüsten besteht darin, dass man der Natur etwas auf die Sprünge hilft:
Die beiden Länder Libyen und Saudi-Arabien gehören zu den ganz wenigen Ländern auf der Welt wo es keinen einzigen ganzjährigen Fluss gibt. Stattdessen gibt es jede Menge sogenannte Wadis, auch Trockentäler genannt, die nur kurz, bei starken Regenfällen, Wasser führen.

Ein Google-Maps Bild vom Grenzgebiet zwischen Saudi-Arabien und Jordanien, etwa 250 km südöstlich des Toten Meeres:


Der Google-Maßstab unten links (obere Maßeinheit) sind 10 km. Die hellen Linien, die wie Adern aussehen, sind alles sehr große Wadis. Die kleinen grünen Punkte, die man rechts unten und oben in der Mitte sieht, sind Bewässerungsfelder in Saudi-Arabien. Die großen haben einen Durchmesser von etwa einem Kilometer.

Ein sehr großer Wadi in Jordanien, der von einem Flugzeug aus aufgenommen wurde:

Copyright: Craig Mackintosh
Quelle:
http://permaculture.org.au/2009/10/15/letters-from-jordan-a-pdc-at-the-bottom-of-the-world/

Ein großer Wadi (Nahal Paran) in Israel (unten rechts stehen Menschen):

Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:NachalParan1.jpg

Dass durch diesen Wadi wirklich ab und zu, wenn auch selten, Wasser fließt, erkennt man am spärlichen Bewuchs, der z.T. grün ist, und daran dass dieses „Flussbett“ und damit der Bewuchs nicht mit Sand zugeweht ist. Die starken Regenfällen, die in Trockengebieten ab und zu auftreten und sich dann zu Sturzfluten formieren, können in bestimmten Gebieten zu großen Zerstörungen, aber auch zu Toten führen. Hier das Bild aus 2011 einer zerstörten Straße bei Al Baydha, einem sehr trockenen Gebiet wo seit November 2010 ein Permakulturprojekt läuft ( http://www.albaydha.org ), das eben die Wüstenbegrünung zum Ziel hat. Es liegt etwa 40 km südlich von Mekka:


Copyright: Craig Mackintosh
Quelle: http://permaculturenews.org/2011/01/14/permaculture-at-the-al-baydha-project-in-saudi-arabia-neal-spackman-video-1/

Hier ein Bild des vollen Los Angeles "River" (aus dem Jahr 2008 oder früher), der durch Los Angeles verläuft und vor allem dazu dient nicht versickertes Regenwasser direkt ins Meer zu leiten. Nach einem heftigen Gewitterguss am 1. März letzten Jahres (2014) sah es genauso aus. Ein unglaubliches Bild angesichts der Dürre, die dort immer noch herrscht.


Quelle: http://boxrec.com/forum/viewtopic.php?f=4&t=78351&start=10000

Hier kann man sehen wie es am 1. März 2014 aus einer etwas anderen Perspektive aussah:
http://www.wetteronline.de/?pid=p_wotexte_multimedia&ireq=true&src=wotexte/vermarktung/xml2html/gallery/2014/03/01/galleryImage_20140301_la_08_640x426.jpg
Wieviele Pflanzen hätte man mit all diesem Wasser eine ganze Weile lang bewässern können?

Was kann man also tun, um in Trockengebieten wieder ein reichhaltiges, blühendes Leben einzuführen?

1. Warum ist Wasser so wichtig ist?
Dazu eine gute Erklärung in einer Webseite, in der es um die Erhaltung des Bodens als Grundlage allen Lebens geht:

Wasser ist der universelle Baustein, da alle Lebensvorgänge von ihm abhängen. Wasser wird bei der Photosynthese für die Herstellung von Biomasse benötigt: Es transportiert zum einen die Nährstoffe aus dem Boden zu jeder einzelnen Zelle und zum anderen sorgt es, mit Hilfe der Sonne, für die nötige Transportleistung indem es durch die Pflanze verdunstet wird und dadurch einen Aufwärtssog produziert. Wasser sorgt durch die Verdunstung auch gleichzeitig für eine Kühlung der Umgebung, je stärker die Sonnenstrahlung desto stärker die Verdunstung. Nur mit Hilfe von Wasser können die Nährstoffe im Boden gelöst und so transportabel gemacht werden. Wasser sorgt für die Stabilität von Zellen, damit Pflanzen gerade stehen können.
Wasser ist aber, neben der Sonneneinstrahlung und dem Wind, auch für die Erosion zuständig, die die Landschaften auf unserer Erde formt. Die verschiedenen Bodenarten werden durch die Zusammenarbeit von Wasser, Pflanzenwurzeln und Bodenorganismen geformt, dabei spielen auch die Temperatur und die Feuchtigkeit im Boden eine Rolle. Der Boden und das örtliche Klima entscheiden wiederum darüber welche Pflanzen wachsen können.
Aus „Soil sustainability“ (Erhaltung des Bodens), http://www.seafriends.org.nz/enviro/soil/sustain.htm

Ohne Wasser kann kein Leben entstehen. D.h. ohne Wasser können Wüsten nicht zu fruchtbaren Gebieten umgewandelt werden. Allerdings ist Wasser alleine, auch wenn in Wüstengebieten viele Mineralien vorkommen, nicht ausreichend, um in kurzer Zeit viel Leben zu erschaffen. Dazu benötigt es zusätzlich Pflanzen bzw. abgestorbene Pflanzenteile als Grundlage für Humus und ganz wichtig: entsprechende Bodenorganismen.

Drei Dinge bzw. Wassermanagement-Techniken sind für Trockengebiete wichtig:
1. die möglichst optimale Sammlung und Verwendung des geringen Niederschlags
2. die Verringerung der Verdunstung durch die Erzeugung von Schatten (durch Bäume und Bodenbedeckung)
3. die Verringerung der Verdunstung und der Bodenerosion (Fortwehen der leichten Bodenbestandteile, vor allem des Humus) durch das Bremsen des Windes
Zu 1.:
Die übliche Methode zur Sammlung von Wasser bzw. Niederschlag ist der Bau von großen Staudämmen. Dies führt langfristig aber immer zu einem kompletten Versanden bzw. Verlanden, auch wenn es wie im Falle des Assuan-Staudamms mehrere hundert Jahre dauern soll. Zudem kann es, wie im Falle der Türkei, auch zu Problemen, vor allem gesundheitlichen Problemen, bei der Bevölkerung kommen (stark gestiegene Luftfeuchtigkeit in der Umgebung von Staudämmen => Schimmelbildung bzw. Nährboden für Organismen aller Art – großen und kleinen).
Die wesentlich bessere, weil auch langfristig funktionierende, Lösung ist das Anlegen von „kleinen Staudämmen“ oder „Mikrostaudämmen“ dort wo der Regen fällt, in dem Fall Gräben entlang der Höhenlinien von Hängen in den Einzugsgebieten der Flüsse bzw. Wadis. Im Falle steiniger Abhänge können auch kleine Wälle aus herumliegenden Steinen errichtet werden.
In diesem Blogbeitrag im Blog des Australischen Permakulturforschungsinstitutes kann man dies anhand einiger Bilder vom Al-Baydha-Projekt gut sehen:

Permaculture at the Al-Baydha Project in Saudi Arabia – Neal Spackman, Video 1
Posted January 14, 2011 by Craig Mackintosh
http://permaculturenews.org/2011/01/14/permaculture-at-the-al-baydha-project-in-saudi-arabia-neal-spackman-video-1/

Wohl das erste Mal nach den Anwendungen in der Antike, wurde dies in den 1940ern in Australien erfolgreich durch den Mineninspektor und Hobby-Farmer P.A. Yeomans angewendet. Er nannte das System, das er entwickelte, das Keyline-System, weil diese Methode für ihn der Schlüssel war, um in einem Trockengebiet ein fruchtbares Land zu schaffen. Eine bessere deutsche Übersetzung ist Konturlinien-System, weil dies genauer das Prinzip beschreibt indem nämlich Gräben, jeweils auf gleicher Höhe wie die Höhenlinien, entlang der Hänge oder auch leichten Neigungen gegraben werden. Der Zweck dieser Gräben ist zum einen zu verhindern, dass der Niederschlag einfach so in die Flüsse und dann ins Meer fliesst und zum anderen wird dafür gesorgt, dass das aufgefangene Wasser langsam im Untergrund versickert und Pflanzen mit ihren Wurzeln somit lange Zeit zur Verfügung steht. Dazu gibt es weiter unten eine gute Grafik (Standbild aus dem Video über das Prinzip von Konturgräben).

Quelle: Prof J. MacDonald-Holmes bzw. http://www.yeomansconcepts.com.au/basis-of-keyline.htm

Ein Konturlinien-Graben in Gebrauch auf der Farm von Herrn Yeomans im Osten Australiens:

Quelle: Prof J. MacDonald-Holmes bzw. http://www.yeomansconcepts.com.au/basis-of-keyline.htm

Kontur-Gräben aus der Luft (die gleiche Farm in Australien):

Quelle: http://permaculturenews.org/2009/03/16/keyline-design-mark-iv/

Diese Methode lässt sich jetzt noch weiter verbessern indem man die Punkte 2. und 3. der Wassermanagementtechniken einsetzt: Man belässt es nicht einfach nur bei dem einfachen Kontur-Graben, sondern man bepflanzt jeweils den unteren und oberen Wall des Grabens mit verschiedenen Pflanzen. In Dürregebieten werden zunächst einmal sehr trockenresistente und schnellwachsende Bäume und Büsche verwendet wie z.B. Akazien, Prosopis oder Faidherbia. Diese Bäume gehören auch alle zur Familie der Hülsenfrüchtler, d.h. der Leguminosen, und können den Stickstoff, ein wichtiger Pflanzennährstoff, aus der Luft im Boden speichern. Dadurch benötigen diese Pflanzen und auch die Nachbarpflanzen fast keinen Dünger.


Das Bild stammt aus dem Video „Harvesting water DVD“ - The Swale Plume
Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=UFeylOa_S4c

In diesem Bild kann man vor allem auch sehen, wie das Wasser im Graben in den Untergrund eingesickert ist und sich bergab weiter ausbreitet. Dies trägt zum Auffüllen der Grundwasserspeicher bei. Optimalerweise wird alles drei gleichzeitig eingesetzt. Dies passiert in der Permakultur mit Hilfe ebendieser sogenannter bepflanzter Erdgräben, die sich entlang von Höhenlinien ziehen.

Je größer die Flächen in den Dürregebieten werden, die so umgebaut werden, desto mehr (Regen)Wasser kann in den Untergrund geleitet oder direkt für das Wachstum von Pflanzen genutzt werden. Allerdings ist vor allem das Bepflanzen der Gräben mit viel Arbeit verbunden (Sammeln von Samen oder Stecklingen, Aufzucht der Pflanzen, Transport zu den Gräben, Einpflanzen der Pflanzen und mehrere Jahre Bewässern der Pflanzen bis diese groß genug, der Grundwasservorrat ausreichend und hoch genug ist, damit die Pflanzenwurzeln ihn erreichen können sowie bis insgesamt auch genügend Schatten, Windschutz und auch Wasserspeicherfähigkeit durch die entsprechende Bodenstruktur ((viel Humus)) vorhanden ist).
Man kann diese Bodenbearbeitungsmaßnahmen auch ohne die Bepflanzung durchführen. Dann dauert es einfach nur deutlich länger bis sich die Dürre-Situation bessert. Ein solches reduziertes Beispiel kann man an verschiedenen Stellen in den USA bestaunen:
Vor ca. 80 Jahren haben u.a. amerikanische Pioniere, im Rahmen des „New Deal“ von Präsident Roosevelt z.B. im Staat Arizona, in der Wüste Dämme angelegt, um die weitere Wasserosion dort zu verhindern. Diese Dämme wurden quer in den Wadis angelegt. Das Ergebnis, 60 Jahre später kann man hier sehen (etwa ab Minute 2:00, ein Film mit Bill Mollison einem der Pioniere der Permakultur):

Dryland Permaculture Strategies - Part 1
http://www.youtube.com/watch?v=W15RRvKyJSk

Außer dem Anlegen dieser Dämme haben die Pioniere nichts weiter gemacht. Trotzdem ist das Gebiet oberhalb dieser Dämme jetzt zu einem kleinen Wald geworden mit jeder Menge Pflanzen und einem fruchtbaren Boden. Mitgeholfen haben dabei viele Vögel und Tiere, die mehr oder weniger unabsichtlich Samen verteilen.

Soweit zum ersten Teil des Berichts über die Möglichkeit der Wüstenbegrünung. Im zweiten Teil werde ich genauer beschreiben was in dem aktuellen Permakulturprojekt in der Nähe von Mekka schon alles erreicht wurde und was dort noch weiter passiert. Außerdem werde ich noch andere Möglichkeit der Wüstenbegrünung bzw. der Rekultivierung von Trockengebieten beschreiben, die Vorteile der Agroforstwirtschaft für trockene Gebiete und was man in bebauten Gebieten mit wenig Niederschlag alles machen kann. Vor allem wird es auch um die Rolle der Bäume genauer der Wälder bei der Rückumwandlung von Wüsten und Trockengebieten in grüne, fruchtbare Landschafte gehen.

29 Kommentare to “Weltweite Ernährungssicherung durch Wüstenbegrünung – Teil 1”

  1. Ert sagt:

    Ein toller Gastbeitrag – insb. die Ausführungen zu dem Wassermanagement. Hierzu gibts auch noch einen interessanten Film der ähnliches aufzeigt (Holzer, Tamera, Portugal): https://www.youtube.com/watch?v=2MJllVO3tLI

    Unabhängig all dessen – denke ich das bei einen weitgehenden Verzicht auf den ungesunden Fleischkonsum und die damit verbundene Produktion mit allem dem drum und dran (Gülle-Entsorgung, Anbau von Nutzpflanzen in Monokultur als Futter mit Einsatz von viel Chemie und teils großen Transportwegen, Antibiotikagabe – welches dann mit der Gülle die Bodenbakterien kaputt macht und Resistenzen erzeugt, etc. pp) fast noch viel mehr erreichen könnten.

    Dies, da ich denke das wir nicht primär die bestehenden Flächen vergrößern sollten – sondern mit denen die wir nutzen auch besser umgehen könnten (u.a. Brachzeiten zur Erholung und Unterstützung von Biodiversizität durch geeignete Zwischenkulturen, Hecken, Bäume, etc. pp).

    Ich freue mich schon auf den zweiten Teil!

    • deedl sagt:

      Fleischverzicht als Lösung ist zu kurz gedacht. Richtig ist, dass industrielle Massentierhaltung weder gut fürs Tier noch für das Klima ist. Falsch ist, dass man daraus schließt, dass jegliche Fleischerzeugung schlecht wäre.

      Viele trockene Graslandschaften sind nicht durch Überweidung, sondern durch Fehlbeweidung kaputtgeweidet worden. Hier ist z.b. eine kleine Einführung von Allan Savory darin, wie man durch Imitation natürlichen Beweidungsverhaltens trotz Erhöhung des Viehbestandes eine Begrünung herbeiführen kann:

      https://www.youtube.com/watch?v=pnNaLSKDf-0&feature=player_embedded

      Ansonsten mal nach Joel Salatin und seiner Polyface Farm googlen, der beweidet nach ähnlichen Prinzipien und baut durch geschicktes Beweiden sogar Humusboden auf.

      Richtig gemacht kann Fleischerzeugung eine sehr ökologische Form der Nahrungsbeschaffung sein, die prinzipiell vor Erosion und Desertifikation schützt, wenn die Vegetationsdecke nicht durchbrochen wird, und die kaum Maschinen oder anderen industriellen Input benötigt.

      Fleisch sollte jedoch bevorzugt auf Grünland in Weidehaltung erzeugt werden und nicht in der Mastzucht durch Fütterung mit einjährigen Futterpflanzen. Gerade die Kombination aus Grünland für die Weide und Ackerland für den Anbau von Einjährigen schafft die landschaftliche Diversität, die landwirtschaftlich genutzte Ökosysteme benötigen, um genügend Raum für natürliche Schädlingsbekämpfer zu bieten.

      • Stefan Wietzke sagt:

        Deswegen ist ja die Viehzucht überhaupt entstanden. Denn sie ermöglicht eben auch Gebiete zu nutzen, die für Feldfrüchte nicht geeignet sind. Die für Menschen nicht direkt verwertbaren Gräser werden so über den Umweg Tier verdaubar gemacht.

        Nur sind diese Regionen deshalb dünn und nomadisch besiedelt weil die “Energiedichte” pro Flächeneinheit einfach sehr niedrig ist. Die konnte erst durch die Züchtung von Feldfrüchten soweit erhöht werden das eine sesshafte Lebensweise überhaupt möglich wurde.

        Wir landen halt immer wieder beim Thema Energie :-)

      • Ert sagt:

        @Deedl

        ja, mit der Bewirtschaftung auf Grasflächen die sonst nicht anders nutzbar sind – hast Du vollkommen recht – das finde auch ich o.k. Deswegen auch das Wort “weitgehender” Verzicht ;-)

        Ich habe hier bei mir eine Dorfchronik.. und wenn ich lese welchen Viehbestand es 1842 gab…. also die Großbauern hatten 10 Stück Rind – die kleinen 2. Schafe gab es ca. 2-3 mal so viel wie Rinder und Schweine eher weniger als Rinder.

        Heute finden sich fast nur noch Landwirtschaftliche Flächen hier – die Viehwirtschaft ist sehr konzentriert im Norden von Niedersachsen und Schleswig Holstein – und die wissen nicht wohin mit der schädlichen Gülle….. (Anm.: Mist ist o.k. – aber pure Gülle verbrennt den Boden wenn es nicht unmittelbar nach dem ausbringen Regnet – zum verdünnen).

        Das eine Kalorie aus Fleisch besser ist als keine Kalorie ist auch klar – und Tiere sind natürlich praktisch um die Kalorien in den Winter zu bringen… lebend und ganz ohne Kühlschrank ;-) Nur gerade diese Jahreszeiten und Umweltangepasste Ernährung und Erzeugung von Lebensmitteln… genau das wird ja nicht mehr praktiziert in der “Alles immer, gleich und sofort Gesellschaft”.

    • Stephan Becker sagt:

      Hallo Ert,
      das mit dem Wassermanagement, genauer die Sache mit dem Ausbremsen und Speichern des Wassers bzw. der Niederschläge habe ich von Geoff Lawton und seinen Kollegen Dank zahlreicher Artikel zum Thema Permakultur gelernt.

      Hier ist noch ein Beispiel dafür was passiert, wenn man in einer sehr trockenen und lebensfeindlichen Gegend wie dem Toten Meer einfach nur einen Steinwall in einem trockenen Tal errichtet (mit einigen erstaunlichen Bildern):

      Gabions: Water Soaks in the Desert
      Posted November 25, 2010 by Geoff Lawton

      In the photos I have included in this post, there is a documentation of two gabions in a wadi in the Dead Sea valley that comes down to the Dead Sea itself. I witnessed these gabions built in 2002 and have visited this site many times since, often after winter rain, and have seen residual water flows extending through the silt fields and down the wadi for long periods of time — increasing each year. During a PDC in Jordan in Oct/Nov this year (2010), the students and I took a field trip to examine these two wadi gabions and much to our surprise at the end of an exceptionally hot summer with record temperatures the gabions were releasing large flows of clean water through the silt traps.

      http://permaculturenews.org/2010/11/25/gabions-water-soaks-in-the-desert/

      Kurz zusammen gefasst: Seit 2002 besteht dieser Steinwall und jedes Jahr strömt aus diesem Wall mehr und länger Wasser. Im Herbst 2010, nach einem sehr heißen Sommer im Jordantal, kam dort immer noch sehr viel Wasser heraus – die Bilder zeigen es.

      Dies, da ich denke das wir nicht primär die bestehenden Flächen vergrößern sollten – sondern mit denen die wir nutzen auch besser umgehen könnten (u.a. Brachzeiten zur Erholung und Unterstützung von Biodiversizität durch geeignete Zwischenkulturen, Hecken, Bäume, etc. pp).

      Ja man sollte beides gleichzeitig machen, wenn man z.B. nur an die Erosionsprobleme auf konventionellen Feldern in Mitteleuropa denkt (man schaue sich den Film “Bio für 9 Milliarden an”, darin kommt etwa ab Minute 51 die Aussage eines österreichischen Bauerns, der von großen Erosionsproblemen in seiner Gegend berichtet).
      Das Problem ist aber, dass die konventionellen Bauern, die u.a. in Deutschland immer noch die weit überwiegende Mehrheit stellen (ca. 90%!), sehr schwer zu überzeugen sind.
      Da ist es vermutlich leichter den Menschen in Trockengebieten Alternativen bzw. wirkliche Lösungen zu zeigen.

      • Ert sagt:

        “Das Problem ist aber, dass die konventionellen Bauern, die u.a. in Deutschland immer noch die weit überwiegende Mehrheit stellen (ca. 90%!), sehr schwer zu überzeugen sind.”

        Ich kenne das Problem aus meiner Familie…. da wird dann auch noch Glyphosat schön geredet…. wäre ja verboten wenn es so schlecht wäre wie ich erzähle. Immer das gleiche Muster… bei Fakten die ein eigenes Umdenken, eigene Verantwortung oder Handeln bedingen wird abgewiegelt…

        Als ich dann aufgebraucht habe das Land an einen Bio-Landwirt zu verpackten… da war erstmal Sturm in der Bude…. “bist Du…..”, “das Land verkrautet”, “das wird eine Unkrautwüste”, etc. pp. – und natürlich auch der Fakt das die Bio-Landwirte bei den Pachtpreisen die die ‘Energie’pflanzenanbauer bezahlen nicht mit halten können.

  2. Uwe Förster sagt:

    Danke für diesen klasse Bericht.

    ich würde mich freuen wenn Du bei uns einmal vorbeischauen würdest.

    http://www.pronalife.com

    WATER FOR LIFE

  3. Markus Knoll sagt:

    (Selbst) den Saudis ist das zuhause zu teuer- die kaufen nun (neben den Chinesen) in Afrika (Äthiopien usw.) im großen Stile Land auf; die dort vertriebenen werden grade zu Syrern umgefärbt von unserer Marine aufgesammelt und landen dann mit Zwischenstation in Italien hierzuland’ :-/

    • Stephan Becker sagt:

      Hallo Markus,
      “die Saudis” bzw. die Staaten der Arabischen Halbinsel denken langsam um. Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere bezogen bisher ihr Viehfutter (Alfalfa bzw. Luzerne) aus Kalifornien!
      Der Bau der ökologischen, sich selbstversorgenden Großstadt Masdar-City kostet etwa 22 Mrd. Dollar:

      The Drought Isn’t California’s Only Water Problem
      Published 19/04/2015

      Officially known as Conservation Measure 1 of the Bay Delta Conservation Plan—but commonly known as the Delta Tunnels—the idea is to dig two 35-mile tunnels, each 40 feet in diameter and capable of pumping 67,000 gallons of water per second from the Sacramento River to the California Aqueduct.(…) If approved, the tunnels would take about ten years and an estimated $25 billion dollars to build.
      Consider that number against the following projects:
      The Golden Gate Bridge: $35 million in 1932, about $1.5 billion in 2015.
      Boston’s Big Dig: $24.3 billion.
      Masdar City, Abu Dhubai’s master-planned, eco-sensitive arcology: $22 billion.

      wired.com/2015/04/drought-isnt-californias-water-problem/

      Ein Artikel auf Deutsch:

      Masdar City
      abudhabi-city.de/masdar-city/

      Das Permakulturprojekt Al Baydha, südlich von Mekka, wird ausgehend von dem Demonstrationsbereich (ca. ein oder zwei Hektar), “Demonstration Site Overview” youtube.com/watch?v=T5lPQIUHerk , deutlich erweitert.

      Wie die größte Farm in Jordanien, betreiben von einem der größten Landwirtschaftsbetriebe in Saudi-Arabien, langsam von der Permakultur bzw. von biologischer Landwirtschaft überzeugt wurde:

      Letters from Jordan – On Consultation at Jordan’s Largest Farm, and Contemplating Transition
      Posted August 6, 2010 by Craig Mackintosh

      Rum Farm is owned by Astra Farms, who have what is possibly one of the largest mixed farms in the world, in the Tabuk region in the north of Saudi Arabia. To give you an idea of scale, they have 3,000 workers, producing 10,000 tons of grapes per year, 22 million quail per year, and the list goes on with dozens of other crops.

      The good news is that Kamil Sadeddin, Managing Director of Astra Farms, told us that since a 2004 consultation with Geoff they have been progressively transitioning their 3,200 hectare farm to organic production. Today, Kamil says, a full 25% of Astra Farms is chemical free – and they’re producing over 700 tons of compost per month!

      http://permaculturenews.org/2010/08/06/letters-from-jordan-on-consultation-at-jordans-largest-farm-and-contemplating-transition/

      Astra Farms produziert im Norden Saudi-Arabiens mit 3.000 Arbeitern 10.000 Tonnen Trauben pro Jahr, 22 Millionen Wachtel etc.
      Eine riesige Menge Süßwassers wird mit Hilfe von Entsalzungsanlagen, angetrieben vermutlich durch Dieselaggregate, produziert.
      Die Lösungen davon unabhängig zu werden sind bereits bekannt. Ich berichte davon im zweiten Teil.

      Hier ist ein Bericht der Farm in Jordanien, genauer von einem 5 Hektar großen Abschnitt dieser Farm, in Jordanien drei Jahre später:

      Desert Food Forest and Organic Commercial Production in Three Years – Update on Wadi Rum Consultancy (Jordan)
      Posted December 10, 2013 by Geoff Lawton
      The crop production photos then started to arrive — squash, tomatoes, beans, hot peppers, eggplant, okra, capsicum, cucumber, carrots, potato, lettuce, broad beans, onions and parsley. Rum Farm Organics was proven — thanks to Abdullah we proved the soils would produce organic crops.

      As soon as we got a productive result, the farm management wanted more and faster — thinking only about production out to organic fertilizer in, and not wanting to wait for long-term productive stability.

      There is also interest in extending the system, which can be done more easily now. Overall I think we have achieved a great result so far, and in an extremely difficult landscape.
      We also have two years of production sales records that verify the system’s commercial viability.

      permaculturenews.org/2013/12/10/desert-food-forest-organic-commercial-production-three-years-update-wadi-rum-consultancy/

      Es gab dort zunächst Probleme weil die Manager sich nicht genau an den Plan von Geoff Lawton gehalten hatten. Aber dann zeigte sich trotz Ungeduld seitens der Manager, dass dieses Permakultur-System funktioniert, so gut funktioniert, dass diese Arbeitsweise auf eine größere Fläche ausgedehnt werden soll – mit weniger Kosten für Dünge- und Spritzmittel.

  4. Spigola sagt:

    Interessanter Beitrag. Insbesondere die kleine Aufstellung über die Flächenaufteilung der weltweiten Landmasse: Schon jetzt sind mehr als ein Drittel der gesamten Landoberfläche ausser der Antarktis landwirtschaftlich genutzt. Es wäre wohl hoch an der Zeit sich nicht nur mit Themen wie der Schaffung neuer landwirtschaftlich nutzbarer Flächen durch Wüstenbegrünung auseinanderzusetzen sondern auch mit dem Beenden der Zerstörung der bereits jetzt nutzbaren Flächen durch Verbauung und Zersiedelung.

  5. Stefan Wietzke sagt:

    Der Artikel zeigt das es weiterhin Optimierungspotential gibt. Man kann einerseits vorhandene Wasserreserven besser nutzen und gleichzeitig den Wasserverbrauch reduzieren (Stichwort Tröpfchenbewässerung).

    Die entscheidende Frage ist aber wie hoch die Flächenproduktivität unter Berücksichtigung des Aufbaus der notwendigen Infrastruktur ist, also wieviel Arbeitskraft und/oder Fremdenergie je Produktionseinheit benötigt wird. Ich weiß nicht ob dazu noch was geplant ist, würde mich aber brennend interessieren ob es dazu irgendwelche Untersuchungen gibt.

    Es hat ja einen Grund warum das bisher so wenig gemacht wird, denn High-Tech ist hierzu anscheinend gar nicht nötig. Oder waren bisher die anderen Flächen schlicht “einfacher”, also mit weniger Arbeitseinsatz zu bewirtschaften und man musste daher gar nicht in die Trockengebiete ausweichen?

    Zu diesem Thema passen auch gut neuere Erkentnisse zu den Osterinseln, wo die Bewohner wohl durchaus in der Lage waren die selbst angerichtete öklogische Katastrophe zu überleben.

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/931494/Heisse-Spur-auf-Rapa-Nui#/beitrag/video/931494/Heisse-Spur-auf-Rapa-Nui

    Man muss auch mit einem anderen Argument aufpassen. Es wird ja gerne argumentiert das es energetisch sinnvoller ist Produkte aus der Region zu beziehen, weil das Transportwege spart. Das ist so einfach aber nicht unbedingt richtig. Denn der Großteil des Transportaufwandes entfällt auf die Kleinstrecken beim Einsameln und Endverteilen. Das ist wie in Blutkreislauf. Die Aorta macht kaum etwas aus, der Aufwand steckt in den Kapilaren. Denn die Verästelungen stellen die wesentlichen Transportstrecken (insbesondere bezogen auf die Strecke pro Gütereinheit). Der Ferntransport wird über Großschiffe abgewickelt. Der hierdurch entstehende Aufwand ist äußerst gering. Ersetze ich das durch kleinteilige Punkt-zu-Punkt Verbindungen explodiert der Transportaufwand und vermindert sich nicht unbedingt.

    Ich bleibe dabei: Lokalisierung verringert nicht unsere Ressourcenprobleme sondern verschäft sie. Damit bleibt der Lösungsansatz: Reduktion des Konsums (Ende des wohstandssteigernden Wachstums und damit unseres Wirtschaftsmodells) bei gleichzeitiger Hebung vorhandener Effizienzreserven und maximaler Globalisierung.

    • Stephan Becker sagt:

      Hallo Stefan,

      “Die entscheidende Frage ist aber wie hoch die Flächenproduktivität unter Berücksichtigung des Aufbaus der notwendigen Infrastruktur ist, also wieviel Arbeitskraft und/oder Fremdenergie je Produktionseinheit benötigt wird. Ich weiß nicht ob dazu noch was geplant ist, würde mich aber brennend interessieren ob es dazu irgendwelche Untersuchungen gibt.

      Es hat ja einen Grund warum das bisher so wenig gemacht wird, denn High-Tech ist hierzu anscheinend gar nicht nötig. Oder waren bisher die anderen Flächen schlicht “einfacher”, also mit weniger Arbeitseinsatz zu bewirtschaften und man musste daher gar nicht in die Trockengebiete ausweichen?”

      Wenn in einem Gebiet nur sehr wenig Regen fällt ist dies natürlich ein wesentlicher Nachteil gegenüber einem Gebiet, das ausreichend Wasser hat, selbst wenn es vor Ort Brunnen gibt. Aber je nachdem sind die weit entfernt oder der Wasserspiegel liegt sehr tief was viel Geld und/oder Zeit für die Bewässerung benötigt.
      Im zweiten Teil werde ich eine Methode zeigen, die schon erfolgreich im Einsatz ist, praktisch nichts kostet und beim Zurückdrängen der Wüste schon viel geleistet hat.

      Hier ist ein Beispiel aus der Stadt Tucson in Arizona (USA) dafür wie sinnlos Geld und Energie verbraten wird, weil man quasi gegen die Natur arbeitet:

      Turning Drains Into Sponges and Water Scarcity Into Water Abundance
      by Brad Lancaster, Oct 2011

      Watergy – The Water/Energy Connection
      42% of the energy consumed by the City of Tucson is used to pump and distribute water (does not include additional energy consumed to get water from Colorado River to Tucson through CAP canal) – Tucson City Energy Office 8-21-2009.

      http://www.permaculturenews.org/files/ipc10/Lancaster_Water_Harvesting_Jordan-9-2011.pdf

      Unmengen an Energie werden verbraucht, um Wasser hin- und herzupumpen, was man eigentlich, Dank genügender Niederschläge, gar nicht machen müsste, wenn man diese auf geschickte Art und Weise sammelt und speichert. Dabei würde gleichzeitig auch noch die Umgebungstemperatur gesenkt und weiter Energie gespart (Klimaanlagen).

  6. Ert sagt:

    @Stephan

    “Denn der Großteil des Transportaufwandes entfällt auf die Kleinstrecken beim Einsameln und Endverteilen”

    Spielst Du darauf an, das das individuelle “abholen” von einem Salatkopf und einer Tüte Möhren mit dem SUV vom Wochenmarkt in solch einem krassen Missverhältnis zu all den anderen energetischen Aufwänden steht – das wir genau ‘da’ ansetzten müssen?

    • Hendrik Altmann sagt:

      Bleiben wir bei den Möhren, ich hole sie übrigens mit dem Fahrrad ab.

      Ich denke es macht schon gewaltig einen Unterschied, ob die Möhren von einem anderen Kontinent kommen, oder vom Bauern nebenan sind.

      Der Aufwand bei der Endverteilung bleibt ja immer der gleiche.

      Das der Transport über Wasser der Energie effizienteste ist, mag wohl unumstritten sein aber er ist ohne billige fossile Energie, für viele Güter und Waren dennoch zu hoch.

      Besonders für Nahrung kann man das sagen, hier ist wenn uns die fossilen ausgehen eine lokale Versorgung essenziell.

      Interkontinentaler Handel wurde auch vor der Zeit der fossilen Energienutzung betrieben, für Tabak, Kakao und vieler anderer Luxusgüter wo Menschen bereit waren einen hohen Preis zu bezahlen, aber Nahrung wurde außer einiger lebend tierischer Nahrung kaum über weite Strecken transportiert weil das deren Nettoenergie Ausbeute ruiniert hätte.

      Für Fisch und Wale wurden weitere Strecken in Kauf genommen, aber hier konnte man die fertige Energie direkt aus dem Meer entnehmen, ohne viel Aufwand da Bestände noch intakt waren und so die Netto Energie pro Kilo Nahrung besonders hoch war.

      Die Idee wieder zurück in die Biolandwirtschaft zu gehen finde ich sehr gut, da wir diese Anbaumethoden zu großen Teil verlernt haben in unserer Industriellen Landwirtschaft.

      Und vielleicht können sie den Übergang in eine post fossile Zivilisation erleichtern bzw. erheblich angenehmer machen.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Ja, das ist ein gutes Beispiel. Aber eigentlich ging es mir darum, dass es gar nicht so einfach ist unterschiedliche Systeme miteinander zu vergleichen. Man muss immer das gesamte System anschauen. Eventuell fressen z.B. zusätzlich notwendige Lagerkapazitäten den Vorteil des geringeren Transports wieder auf).

      Ich werde bei diesen Diskussionen immer das Gefühl nicht los, dass da eine ganze Menge an Romantik mitschwingt und sich viele einfach gar nicht mehr vorstellen können was eine “lokale” Versorgung bedeutet. Man muss sich da einfach nur mal die Situation der meisten Menschen auf dem Land bis weit ins 20. Jahrhundert ansehen. Oder redet mal mit euren Großeltern die die Zeit selbst in den 50er Jahren erlebt haben. Maximal ein beheizter Raum, ein Bett für die ganze Familie, Wäsche waschen mit Kochkübel und Handwaschbrett.

      Das Wohlstandsniveau war da etwa genau so hoch wie das eines römischen Bauern. Mehr Wohlstand gab es nur in den Städten. Und die gab es nur weil man die notwendigen Güter aus weiter Entfernung herangeschafft hat. London im 19. Jahrhundert war nicht aus der Umgebung zu versorgen.

      Die Römer konnten ihre Stadtkultur auch nur aufrecht erhalten weil sie nicht nur Luxusgüter sondern Massenwaren quer durch ihr riesiges Reich transportiert haben (Getreide, Fisch, Tonwaren und selbst Baumaterial). Das ging damals natürlich nur über den Wasserweg, weshalb das Reich sich rund um das Mittelmeer erstreckte und die Städte alle an schiffbaren Flüssen liegen.

      Wir können sicherlich einiges einsparen ohne direkt in diese Zeit zurück zu fallen. Zweitwagen abschaffen und den anderen verkleinern oder gemeinsam mit anderen nutzen, Wohnraum wieder verkleinern, weniger Fleisch essen, Flugreisen vermeiden, saisonal einkaufen.

      Aber zu glauben, wie Niko Paech damit den Energieverbrauch soweit zu drücken das wir mit 2,7 Tonnen CO2 je Bewohner auskommen und den dann auf Dauer auch noch auf 0 drücken zu können hat einfach den Schuss nicht gehört.

      Die Römer (und die Chinesen der Han-Dynastie) lagen in der Blüte ihres Reiches wahrscheinlich ziemlich dicht an dem Optimum was man mit Biomasse und Wasser als externe Energiequelle so machen kann. Und das war eine hoch arbeitsteilige Gesellschaft mit industriellen Fertigungsmethoden, die ihre “Globalisierung” soweit vorangetrieben hat wie es die damalige Technik zugelassen hat.

      “Gesundschrumpfen” hat noch nie fuktioniert. Es gibt nur kaputtschrumpfen.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Ich denke das nur ein kleiner Teil der Bevölkerung überhaupt, sich ein Fahrzeug leisten kann, wenn einmal unsere gesamte Erzeugung von elektrischer Energie auf erneuerbaren basiert, auch solch ein Luxus wie Waschmaschinen, Kühlschränke EDV Anlagen.

        Das unter der Voraussetzung das eine Industrie rein befeuert von erneuerbarer Energie überhaupt funktioniert, sprich Minen, Schmelzwerke, Fabriken, Landwirtschaft, Forschung, Transport, eben was alles heute getragen wird von fossiler Energie.

        Im Moment erscheint alles noch einfach durchführbar,Kapazitäten für erneuerbare Energie können recht billig aufgestellt werden, den fossilen sei dank, kritisch wird es erst wenn die fossilen so weit erschöpft sind, das neue Kapazitäten mit den Erneuerbaren selbst aufgestellt oder gewartet werden müssen.

        Dann sehe ich einen rasanten Wohlstands Verlust, denn auch im römischen Reich gab es nur eine kleine Schicht die sich den Luxus, wie er in Städten wie Rom zur schau gestellt wurde leisten konnte, zumal auch Armeen von Sklaven sich für diesen Wohlstand weniger zu tode schufteten.

      • Eulenspiegel sagt:

        Es gab mal eine SiFi-Kurzgeschichte von Stanislaus Lem.

        Der Protagonist kommt auf einen Planeten, wo alles wie in einem idealisierten Sonntagnachmittag im Viktorianischen Zeitalter abläuft. Arbeiten tut eigentlich keiner. Man geht höchstens gemütlich spazieren und unterhält sich.

        Das geht 2 Tage so, und am 3. wird er nach dem Aufstehen schon im Hotelgang von Leuten im Anzug überrannt und wie in New York hektisch angepflaumt er soll nicht im Weg stehen.

        Überall wimmelt es nur, alles ist am arbeiten wie verrückt. Als er fragt, was los ist kam die Antwort “Nur kurzer Wind”…

        Theoretisch sind die Energieprobleme fosilunabhängig lösbar, vor allem Solarenernie kann das mehrfache der heutigen Energiemenge bereitstellen. Wenn Länder wie Indien auch jetzt schon Solarkraftwerke bauen heißt dies das hier eine Grenze überschritten wurde.

        Wir werden nach vorne durchbrechen müssen, also mehr Technik als nur primitives Loch in den Boden bohren und Öl verbrennen – aber die Technik ist jetzt da und kann graduell verbessert werden.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Natürlich kann man mit PV Anlagen genug Energie bereitstellen, das Problem ist der niedrige Erntefaktor, und das diese Anlagen noch mit Energie aus den fossilen produziert werden und gewartet, dazu natürlich die Speicherproblematik und das zum Teil neue Infrastruktur erstellt und gewartet werden muss.

          Da jetzt schon viele Anlagen ohne Staatliche Subventionen nie errichtet worden wären, kannst du dir ja vorstellen was passiert wenn diese wegfallen, und noch natürlich was passiert wenn dann auch noch die fossilen in der Produktions und Wartungs Kette wegfallen würden.

          Das die Umstellung auf Erneuerbare trotzdem kommen wird, ist der Tatsache geschuldet, das aktuell keine Alternative bereit steht.

          Im Endeffekt bedeutet der deutlich geringere Erntefaktor in der Zukunft, eine starke Verschiebung der Wohlstands Grenzen.

          Es wird auch deutlich weniger Energie für Forschung und Bildung bereit stehen, oder dem Alten und Gesundheitswesen.

          Theoretisch haben wir ja auch noch genug Öl, Kohle und Gas in der Erde für hunderte von Jahren, nur lohnt es sich einfach nicht es zu fördern.

          Das selbe Problem sehen wir auch noch bei Reaktoren die auf Fusionskraft basieren oder anderen Technologien die neue Energiequellen erschließen.

          Natürlich kann es immer noch Durchbrüche geben in der Forschung und der Erntefaktor könnte in der Zukunft wieder steigen, aber besser ist sich jetzt schon auf eine Zukunft mit deutlich weniger Nettoenergie vorzubereiten, wie hier mit dem Beispiel der Permakultur Bewirtschaftung.

  7. Michael Egloff sagt:

    O.T.
    mal was Aktuelles:
    Trotz mehr als halbierter Bohraktivität wurde in der Woche zum 22.5. ein neuer Ölförderrekord aufgestellt: 9,566 mb/d !!!
    Die niedrigen Ölpreise werden wohl noch längere Zeit Bestand haben.
    Und wie es aussieht, ist Peak Oil auch für die nächsten Jahre noch kein Thema.

    An solche Meldungen werden wir uns wohl in der Zukunft gewöhnen müssen:

    http://www.spiegel.de/panorama/hitze-in-indien-menschen-leider-unter-hohen-temperaturen-a-1036038.html

    Bis Mitte Juni ist keine Entspannung in Sicht:

    http://www.wetteronline.de/wettertrend/neu-delhi

    … womit wir dann doch wieder beim Thema Ernährungssicherheit für die Zukunft wären.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Wo hast du denn die Daten her? Gibt es da einen Link? Die aktuellen Analysen auf Peak Oil Barrel deuten da in eine andere Richtung.

      • Michael Egloff sagt:

        Hallo Stefan,
        die Quelle ist Querschüsse.de, wie immer basierend auf amtliche Zahlen.

        http://www.querschuesse.de/usa-rohoellagerbestaende-zum-22-05-2015/

        • Stefan Wietzke sagt:

          Danke. Da wird es bestimmt in den nächsten Tagen auch neue Analysen auf Peak-Oil Barrel geben.
          Aber interessant ist, dass die Lagerbestände deutlich fallen. Da wird das Verbrauchspedal ja so richtig durchgetreten. Öl rauf, Gas rauf, Feuern was die Öfen hergeben (dafür vorrübergenden etwas weniger Kohle).

          • Michael Egloff sagt:

            Bei einer wachsenden Bevölkerung (0,8…1%Wachstum pro Jahr), diesen traumhaft niedrigen WTI- und US-Gaspreisen, den dadurch ausbleibenden Investitionen in Energieeinsparung und bei den gegenwärtigen Anteilen von Light-Trucks (Vans, Pick-Ups, SUVs usw) von über 50% an allen Neufahrzeugverkäufen ist eine kräftige Verbrauchserhöhung in den USA vorprogrammiert.
            Bei Gas ist diese starke Verbrauchserhöhung seit Jahren zu beobachten, was dazu führte, dass trotz erheblicher Fördermengenausweitung die USA immer noch nicht aus ihrer Stellung als Gasimporteur rauskommen konnten. Und vermutlich auch nicht rauskommen werden.
            Und die mehrjährige leichte Absenkung des Ölverbrauchs dürfte nur eine vorübergehende Episode gewesen sein, was man ja an den ansteigenden Verbrauchsmengen in den letzten 3 Jahren bereits ablesen kann. Mittlerweile ist das Verbrauchsmaximum schon annährend wieder erreicht und wird zukünftig wohl deutlich überboten werden. Insbesondere dann, wenn die jetzigen Preislevels weiter Bestand haben.
            In der weiteren Zukunft – wohl erst nach 2025 – wird sich diese strukturell hohe Abhängigkeit von Öl und Gas noch bitter rächen, vermute ich.

  8. Saudi Arabien hat schon 2012 angekündigt, dass es sein Weizenprogramm bis 2016 einstellen will. Wen wunderts, 3000liter Wasser für 1kg Weizen ist schlimmer als Raubbau.
    Wir von Aktion Wüstenwald e.V. setzen daher schon länger auf ein “duales Agrosystem”. Parallel zur Agrobepflanzung wird Bioöl gesetzt. Nach 5-6 Jahren dualer Agrowirtschaft kann sich der desert farmer von fossilen Brennstoffen unabhängig machen und da er zumeist 2 Ernten pro Jahr fährt, übertrifft sein Gesamtergebnis sogar das eines deutschen Landwirts, mit nur einer Ernte.
    Allein der Transport der enormen Salzwassermengen vom Meer zu entlegenen Wüstenregionen – entsalzt wird vor Ort – ist einen echte Staatsaufgabe. Entweder greift man auf alte Pipelineanlagen stillgelegter Ölfelder zurück, oder der Staat erkennt, dass diese Wasserversorgung ebenso eine Infrastrukturaufgabe ist, wie der Bau von Strassen.

    Aber technisch ist es kein Problem sich eine duale Agrarwirtschaft vorzustellen, die sich selbst und ohne fossile Ressourcen mit Wasser versorgt.
    Aktion Wüstenwald e.V.- wir machen Sonne zu Wasser

    • Stephan Becker sagt:

      Hallo,
      Saudi Arabien hat schon 2012 angekündigt, dass es sein Weizenprogramm bis 2016 einstellen will. Wen wunderts, 3000liter Wasser für 1kg Weizen ist schlimmer als Raubbau.

      es geht besser und sogar noch schlimmer:

      Dossier Wasser und Landwirtschaft
      Nr. 177 · August 2004
      So erzielen die gut ausgebildeten und mit Tröpfchenbewässerung ausgestatteten Farmer in Israel ein Kilogramm Baumwollfaser mit einem Wassereinsatz von 7000 Litern Bewässerungswasser (das Siebenfache dessen, was im Durchschnitt zur Produktion eines Kilogramms Weizen gebraucht wird). Als eine sehr traditionelle Bewässerungskultur wird Baumwolle aber auch in Regionen mit sehr alten Systemen der Oberflächenbewässerung angebaut – zum Beispiel im Sudan, in Pakistan, Ägypten oder Zentralasien –, bei denen der Wasserverlust durch unkontrollierten Feldabfluss und Verdunsten gross ist. Aus diesen Regionen stammen Extremwerte von 29’000 Litern Wasser pro Kilogramm Baumwollfaser.

      https://web.archive.org/web/20101124121259/http://helvetas.ch/global/pdf/media/partnerschaft/pa_177_d.pdf

      Allein der Transport der enormen Salzwassermengen vom Meer zu entlegenen Wüstenregionen – entsalzt wird vor Ort – ist eine echte Staatsaufgabe.

      Es gibt da anscheinend verschiedene Möglichkeiten und Ideen der Schwerkraft ein bischen nachzuhelfen und dann entweder Salzwasser- oder Süßwasserseen in der Sahara entstehen zu lassen:

      Nordafrika: Die blaue Revolution (35min51)
      youtube.com/watch?v=R6x8nJAw_HA

      Ein Projekt, das anscheinend schon ziemlich weit gereift ist, wird in dem Film allerdings nicht erwähnt: Der Kanal vom Roten Meer zum Toten Meer.

      Ich würde in Sachen Biotreibstoffen nicht auf die Lufthansa setzen – ich habe da schon meine Erfahrungen gemacht. Stattdessen würde ich probieren das erzeugte Jatropha-Öl zunächst selbst zu nutzen in den eigenen Fahrzeugen (mit geeigneten oder umgerüsteten Dieselmotoren und Tanksystemen – siehe die Erfahrungen bei der Nutzung von Rapsöl in Deutschland) und später dann, mit genügend Erfahrung beim Einsatz des Jatropha-Öls, an Verbraucher in der Umgebung zu verkaufen.
      Ein Problem bei Rapsöl ist z.B. dass der enthaltene Sauerstoff Heizungsbrenner stark angreift und sie deswegen beim Einsatz von reinem Rapsöl alle drei Monate getauscht werden müssen. So ähnlich könnte das auch bei den Einspritzsystemen in Dieselmotoren sein.
      Eventuell kann man mal bei der deutschen Firma Elsbett (Patent für den Betrieb und die gleichzeitige Schmierung von Dieselmotoren nur mit Hilfe von Pflanzenölen) anfragen, ob Interesse an einer Zusammenarbeit besteht.

      Und zum Thema Wassererzeugung für die Wüstenbegrünung werde ich in meinem zweiten Teil einiges schreiben. Damit wird dann klar werden, dass man langfristig, aber vermutlich auch mittelfristig keine Kraftwerke für die Meerwasserentsalzung benötigt.

  9. Stephan Becker sagt:

    Es findet langsam ein Umdenken in Kalifornien statt:

    DWP to unveil plan to capture storm runoff
    June 25, 2015
    It may not rain much in Los Angeles County, but when it does, a single storm can send up to 10 billion gallons of water surging into a vast network of storm channels with a single destination: the Pacific Ocean.

    For decades, environmental activists such as Andy Lipkis have argued that this ritual flushing of stormwater was a form of profligacy Los Angeles could ill afford. That water could be captured before it picked up ground contaminants and used for irrigation and other purposes.

    Yet when the president and founder of TreePeople began proposing more than 20 years ago that the city “harvest” rainwater from the sky, the response was always the same.

    “They asked me what planet I was from. What was I smoking?” Lipkis said with a laugh.
    http://www.latimes.com/local/california/la-me-stormwater-plan-20150625-story.html

    Vor 20 Jahren hat man also Leute, die das Auffangen von Regenwasser propagierten, für verrückt erklärt.

    Dennoch kommt dieses Vorhaben in dieser Form zu spät, um noch etwas zu verbessern, da dieses Vorhaben nur etwas bringt, wenn genügend Regen fällt. Alle Aktionen, die in Kalifornien derzeit laufen, verschärfen die Dürre-Situation sogar noch. Im zweiten Teil werde ich erklären warum und wie die Lösung für ein Ende der Dürre aussieht.
    Ein kleiner Hinweis: Die Lösung heißt Bäume.

  10. Lieber Stephan, ein ausgezeichneter Artikel. Schade, dass du kein RSS hast, sonst hätte ich ihn auf meinen Blog gelegt (mit großer Verbreitung!), und auch kein Google+ (mit noch größerer Verbreitung). Ich habe bei mir auch schon einige sehr gute Beispiele für Wiederaufforstung aufgelegt (China, Libyen, Eritrea, Indien). Herzliche Grüße Einar

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