Zum Textbeginn springen . Zur Navigation springen .

Kommentarlos, Teil 64

Er war als Geschenk an künftige Generationen gedacht: Norwegens 783 Milliarden Euro schwerer Ölfonds, Stand Ende 2014. Doch womöglich wird das nationale Sparschwein wegen des niedrigen Ölpreises bald geschlachtet: Am Donnerstag notierte das Nordseeöl Brent bei 46,31 Dollar pro Barrel, so tief wie seit zehn Jahren nicht mehr. Norwegen brechen Einnahmen weg, das BIP schrumpfte von April bis Juni um 0,1 Prozent. Zudem sinkt die Produktion der heimischen Ölfelder.

schreibt die taz

Guter Artikel? Wertschätzung per: Flattr this! Bitcoin-Adresse: 197sddH9NhoSXuQLKx6pTSSe6oEJPf9xNa

50 Kommentare to “Kommentarlos, Teil 64”

  1. Ert sagt:

    Und Prechter (Elliowave) sagt für nächstes Jahr 20$/Barrel voraus: http://elliottwavegold.com/2015/08/us-oil-elliott-wave-technical-analysis-16th-august-2015/

    Wenn das so kommen würde – dann siehts ganz böse für ganz viele Produzenten aus. Ich kann mir aber kaum vorstellen, das die Produzenten bzw. die OPEC dann nicht selber auf die Bremse drücken würden. Es sei denn, die monatlichen Zinszahlungen drücken und das Cashpolster schwindet.

    • Frank Bell sagt:

      Elliott-Waver sehen den Dollar zum Euro auch bei 1,60…

      Also einen kräftigen Kursverall beim Dollar. Wer’s glaubt wird selig!

      • Ert sagt:

        Bei der ganzen Sache ist alles nur eine Frage des Timings ;-)

        Aber beim Dollar wird es meines Erachtens hoch gehen – wenn die nächste Krise kommt, weil es eben die internationale und „liquide“ Fluchtwährung ist, wenn sich das Kapital aus den Emerging Markets / BRICS, etc. zurückzieht.

        Interessant finde ich, das die Eliott-Waver den DAX nach dem aktuellen Eindruck bis an die 20.000 gehen sehen. Möglich wäre es – wenn wir die aktuelle Phase mit der Anf. 2007 vergleichen – da wird also erst einmal noch interveniert werden… bis sich die strukturelle Krise im Hintergrund weiter rein frisst.

        • Frank Bell sagt:

          DAX bei 20.000:

          Schöne Krise, die schlimmer als die von 1929 ist…

          • Ert sagt:

            Die Frage ist was danach kommt…..

            Und das Thematisieren auch Foss / Tverberg. Die Ungleichgewichte die durch die Maßnahmen der Zentralbanken geschaffen werden – sowie die Gefahr, das der Ölpreis wirklich bis auf 20$ geht – und dadurch dann wirklich die Investitionen in diesen Sektor ausbleiben – wir also durch dieses Unterinvestment in 2015/6/7 den „Peak-Oil“ erleben.

          • Michael Egloff sagt:

            Hallo Frank,
            von welcher Krise sprichst Du?
            wir befinden uns im Gegenteil fast am Gipfelpunkt des nunmehr über 6-jährigen Kunjunkturzyklus, also auf 1929 umgerechnet einige Monate vor dem black friday.
            NOCH ist die historisch einmalige Anleihenblase intakt, ebenso wie die brummenden Immobilienblasen in den Großstädten, die OTC-Blase, die Schattenbankenblase usw….
            alles noch intakt. Wie haben also den gegenteiligen Konjunkturzustand wie Ende 1929 bzw in den 1930er Jahren.
            Daran ändert auch der beginende Tremor an den Aktienmärkten zunächst noch nicht viel.

        • Frank Bell sagt:

          P.S. Der Dollar ist doch bereits massiv gestiegen.

          Und da sollte er noch stärker steigen?

          • Ert sagt:

            Weil die Flucht aus den EM / BRICS noch gar nicht richtig fahrt aufgenommen hat.

            Erst wenn dort richtig „liquidiert“ wird, sich also die deflationäre Welle Richtung Höhepunkt bewegt, wird auch der $ seinen relativen Höhepunkt gegenüber den anderen Währungen haben. Sollte es unterwegs noch (mehr) Probleme mit dem € geben – dann wird der relative Anstieg des $ noch höher sein. Foss bietet für diese Überlegungen sehr gutes Material (schau mal auf den Artikel den ich im letzten Blogeintrag in den Kommentaren verlinkt hatte).

            • Frank Bell sagt:

              Hallo Ert,

              ich werden den Beitrag suchen. Vielen Dank.

              [b]DANN haben aber ALLE, ALLE die Unrecht, die immer sagen, dass das Drucken von Geld durch die FED zur Inflation führt.[/b]

              Ganz im Gegenteil: Alle Massnahmen der FED haben den Dollar IMMENS gestärkt.

  2. Die Zukunft scheint mir einfach: Saudi Arabien wird strategisch den Preis immer knapp unter der Rentabilität von Fracking halten, um den eigenen Marktanteil und damit die Marktmacht aufrecht zu erhalten – mit allen sich daraus ergebenden Preisschwankungen in den kommenden Jahrzehnten.

  3. Ert sagt:

    Illuste Diskussionsrunde beim Doomstead Dinner: Nicole Foss, Gail Tverberg, Steve Ludlum, Tom Lewis, Norman Pagett, Ugo Bardi

    Ca. 3 Stunden Diskussion um die uns bekannten Themen: http://www.doomsteaddiner.net/blog/2015/08/23/collapse-cafe-8232015-tshtf-part-1-energy/

  4. Ert sagt:

    Wieder viel guter Lesestoff.

    Bei Peak-Oil-Barrel: Ein Bakken-Update (der Peak da ist so ungefähr genau jetzt): http://peakoilbarrel.com/jean-laherreres-bakken-update/

    Der Artikel hat auch noch einen Abschluss zu alternativen Energiequellen und argumentiert ähnlich zu Gail Tverberg. Hier das Fazit: „The quest for alternative sources of energy is not merely illusory; it is actually harmful. By daydreaming of a noiseless and odorless utopia of windmills and solar panels, we are reducing the effectiveness of whatever serious information is now being published. When news articles claim that there are simply painless solutions to the oil crisis, the reader’s response in not awareness but drowsiness. We are rapidly heading toward the greatest disaster in history, but we are indulging in escapist fantasies. All talk of alternative energy is just a way of evading the real issue: that the Industrial Age is over.

    Petroleum, unfortunately, is the perfect fuel and nothing else ever comes close. The problem with the various flying pigs of alternative energy (as in “when pigs can fly”) is not that we have to wait for scientists to perfect the technology the problem is that the pig idea is not a good one in the first place. To maintain an industrial civilization, it’s either oil or nothing.“

    Auch Gail Tverberg hat einen neuen Artikel: „Deflationary Collapse Ahead?“: http://ourfiniteworld.com/2015/08/26/deflationary-collapse-ahead/

    Auch Sie ist im Fazit recht düster: „The analysis that comes closest to the situation we are reaching today is the 1972 analysis of limits of a finite world, published in the book “The Limits to Growth” by Donella Meadows and others. It models what can be expected to happen, if population and resource extraction grow as expected, gradually tapering off as diminishing returns are encountered. The base model seems to indicate that a collapse will happen about now.“

    Das sollte für heute erst einmal reichen. Leider habe ich aktuell keine ‚positiven‘ Nachrichten zur Verhinderung der Peak-Thematik gefunden.

    • Stephan Becker sagt:

      Hallo Ert,
      hier ist mal eine sehr gute Nachricht, auch wenn ich langsam der Meinung bin, dass die Menschheit erst durch einen großen Knall umsteuern wird, vor allem weil über die Medien zuviel Desinformation und Informationszurückhaltung betrieben wird.

      Im Jahr 2006 haben zwei russische Wissenschaftler bzw. Physiker, Victor Gorshkov und Anastassia Makarieva, eine Studie erstellt, die im Jahr 2007 veröffentlicht wurde (Biotic pump of atmospheric moisture as driver of the hydrological cycle on land) und letztlich nur das wiedergibt, was eigentlich schon alle wussten:
      Bäume, genauer Wälder, sind die Hauptantriebsquellen für die Wasserkreisläufe auf den Kontinenten. Wer Wälder abholzt sorgt dafür dass große Gegenden versteppen oder verwüsten. Im Umkehrschluß bedeutet dies, dass man Dürregebiete oder Steppen wieder in grüne Landschaften verwandeln kann, wenn man aufforstet. Dies gilt z.B. auch für Kalifornien.
      Dies wird allerdings umso schwieriger (mehr Aufwand, Zeit, Geld und Energie) je mehr sich ein Gebiet schon in Richtung Wüste entwickelt hat. Eine Möglichkeit die Wiederaufforstung zu unterstützen hatte ich ja in meinem Beitrag vom 25. Mai ( peak-oil.com/2015/05/ernaehrungssicherung-durch-wuestenbegruenung-teil-1/ ) dargestellt – in einem darin verlinkten Artikel wurde diese neue Theorie auch schon erwähnt, sogar mit Skizze.

      Diese „neue“ Theorie widerspricht auch gleichzeitig dem Mythos der Erderwärmung/Klimawandel, weil sie dessen angebliche Folgen innerhalb von ein paar Jahren bzw. Jahrzehnten umkehrbar macht. Es gibt dazu als ein großes Beispiel etwa die jüngste (letzte ca. 40 Jahre) Entwicklung des Lößplateaus in China.

      Hier ist ein Artikel über diese Theorie aus dem Jahr 2009:

      Revolutionary new theory overturns modern meteorology with claim that forests move rain
      1st April 2009 / Jeremy Hance
      http://news.mongabay.com/2009/04/revolutionary-new-theory-overturns-modern-meteorology-with-claim-that-forests-move-rain/

      Und hier ein Vortrag zu dieser Theorie des norwegischen Forstwissenschaftlers Douglas Sheil aus dem Jahr 2012(?), der mit den beiden russischen Wissenschaftlern zusammenarbeitet:

      Douglas Sheil – Do forests attract rain?
      youtube.com/watch?v=WBkOos12Xzs

  5. Michael Egloff sagt:

    Die EIA prognostiziert für September den ersten Rückgang der Shalegasproduktion in den USA:

    http://peakoil.com/production/eia-expects-decline-in-natural-gas-production

    Selbst Marcellus, dass ja in den letzten Jahren überwiegend zur ständig steigenden Gasförderung beigetragen hat, scheint nun den Gipfelpunkt erreicht zu haben.
    Da die konventionelle Gasförderung in den USA schon seit Jahren beständig sinkt, wird wohl die Gesamtgasförderung kräftiger zurückgehen, als die prognostizierte Shalegasförderung.
    Da aber auf Grund der weiter extrem niedrigen Gaspreise weit unter 3 Dollar pro 1000 Kubikfuß der Gasverbrauch weiter stark zunehmen wird (immer mehr Gaskraftwerke), dürfte die Gasimportmenge der USA in den nächsten Monaten deutlich zunehmen. Man wird sich also von der Vision, ein Gasexporteur zu werden, wieder weiter entfernen.

    Auch die Ölproduktion in den USA sinkt in kleinen Schritten von Woche zu Woche und liegt derzeit um ca. 0,27 mb/d unter dem Hoch, das vor 11 Wochen erreicht wurde.

  6. Hendrik Altmann sagt:

    Ich denke wir müssen uns verabschieden von einer Ölmarkt Regulierung wie wir sie die Jahre zuvor von der OPEC gesehen haben.

    Der Ölmarkt ist in der freien Marktwirtschaft angekommen und reguliert sich jetzt von alleine, es ist durchaus möglich das der Ölpreis noch weiter fällt, die Lagerkapazität ist annähernd ausgeschöpft bzw die Lagerkosten werden immer weiter steigen und die Nachfrage in den Schwellenländern steigt nicht mehr oder nur noch sehr langsam.

    Das wiederum sprícht dafür das fracking und die Teersand Produktion sterben wird, zumindest wenn die Krise in den Schwellenländern länger anhält und dafür spricht sehr viel.

    Die Ölindustrie hat riesige Überkapazitäten geschaffen mit der Erwartung die Nachfrage würde weiter ansteigen, nun hat sie ein großes Problem den die Nachfrage nach Öl stagniert.

    Jetzt will natürlich keiner zuerst zurückstecken in der Produktion, es ist wie das Spiel mit dem wer zuerst blinzelt verliert, warum sollte Saudi Arabien die Produktion drosseln wenn genauso gut auch Russland oder die USA die Produktion drosseln könnte?

    Saudi Arabiens Staatshaushalt ist abhängig von den Öl Verkäufen genauso Russlands Staatshaushalt dem gegenüber stehen die hohen Förderkosten der USA und Kanadas, wir werden sehen was entscheidender ist.

    Ich glaube ja es wird keine Regulierung geben außer die natürliche Marktregulierung und dann wird die Nordamerikanische Ölindustrie verlieren.

    Zu der China Krise denke ich werden wir keine schnelle Erholung sehen da es zu viele fundamentale Probleme gibt deren Ausmaße noch gar nicht absehbar sind.

    Zum einen die Zement Bubble, da werden unzählige Großprojekte geplant und umgesetzt für die es später kaum oder keinen nutzen gibt, leere Riesen Einkaufscenter oder ganze Geister Metropolen, leere Highways usw.

    Dann die starke Regulierung der Staatsmacht im freien Markt, was das Vertrauen der Investoren schädigt und sich immer weiter potenziert statt mehr Freiheiten zuzulassen.

    Die Staatsverschuldung explodiert regelrecht da ausgaben in Militär, Geheimdienste, Polizei und Milizei stark steigen auch die Kosten der Jahrelangen komplett rücksichtslosen Umgang mit der Natur rächt sich jetzt, in hohen Kosten insbesondere bei der Aufbereitung von Trinkwasser.

    Und zuletzt natürlich die Abwanderung vieler qualifizierter Chinesen sowie die Demografische Bombe die jetzt in China gerade hochgeht was in einer direkten Absenkung der Produktivität zu sehen sein wird in den nächsten Jahrzehnten.

    Insgesamt glaube ich das China noch deutlich an Schwung verlieren wird und ohne Reformen sogar in die Rezession rutschen wird.

    • Michael Egloff sagt:

      Bis jetzt (!) steigt der Ölverbrauch von Jahr zu Jahr an (außer 2009). Kürzlich erst hat die IEA ihre Verbrauchsprognosen für 2015 und 2016 angehoben.
      Der Zuwachs beträgt derzeit etwa 1,2…1,3 mb/d pro Jahr, trotz Verbrauchsrückgängen in einer Reihe von OECD-Ländern. In den USA steigt übrigens der Verbrauch gegenwärtig auch wieder an und nähert sich zügig dem Maximalwert, den sie vor einigen Jahren erreicht hatten.
      Jedes Jahr steigt die Gesamtzahl der PKWs weltweit, jedes Jahr steigt der Luftverkehr weltweit, jedes Jahr sind mehr Kreuzfahrtschiffe auf den Weltmeeren. Und jedes Jahr steigt in vielen Ländern der Anteil verbrauchsstarker Autos (Light-Truck-Segment). In den USA beträgt er schon über 50% an allen Neuzulassungen.
      Ich kann von einer Nachfragestagnation nichts erkennen. Die niedrigen Ölpreise, die in wichtigen Verbrauchsländern wie China und den USA zu Spritpreisen von 70 Eurocent und weniger führen, werden den Verbrauchsanstieg wohl eher beschleunigen als verlangsamen.
      Natürlich kann eine schwere Weltwirtschaftkrise ähnlich wie 2009 zu einem vorübergehenden Verbrauchsrückgang führen. Aber strukturell steigt der Öldurst weltweit.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Gemessen an der Gesamtwirtschaftsleistung aber langsamer, so stieg der Ölverbrauch 2014 um 0.84 md/d.

        Seit den 80er Jahren steigt der Verbrauch ehr gradual gemächlich an nicht mehr so schnell.

        Klar könnte der niedrige Ölpreis das ändern darauf wetten würde ich aber nicht, da es im Moment einige Faktoren gibt die negativ aufs Weltwirtschaftswachstum drücken.

        Wenn in einigen Jahren der Preis dann wieder anzieht wird sich das noch potenzieren.

        Im Moment leben wir doch auch in einer Blase, der Ölpreis spiegelt doch überhaupt nicht die nötigen Investitionen und Kosten wieder, die diese Industrie braucht um den Bedarf in einigen Jahren decken zu können, ich für meinen Teil sehe die nächste globale Rezession auf uns zurollen, angetrieben von immer weniger Investitionen in Energiewirtschaft und dem abfallenden ERoEI Verhälnisses.

        Aber auch vom Demografischen Wandel in vielen Ländern, und immer höheren Investitionen in Umweltschäden oder deren Prävention.

        Sehr Interessant ist auch das wir in Deutschland planen Großkraftwerke vom Netz zu nehmen wegen fehlender Rentabilität, was wohl bedeutet das die EEG Umlage weiter steigen wird.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Im wesentlichen meine ich auch wenn ich vom abkühlen des Wachstums rede, das Verhältnis von Rohstoffverbrauch zur Gesamtwirtschaftsleistung der Welt, natürlich spielen da noch andere Faktoren wie Effizienz Gewinne mit rein.

          Wo man es noch deutlicher erkennen kann ist das Bevölkerungswachstum was sich deutlich abgeschwächt hat, auch hier sollte man den jährlichen Zuwachs ins Verhältnis zur Gesamtbevölkerung setzen, so kann man wenn man die vergangenen Jahrzehnte betrachtet einer Abschwächung des Wachstums beobachten.

          Insgesamt haben wir, denke ich ,den Peak in der Geschwindigkeit es Wachstums hinter uns gelassen, der in den 50er bis 80er Jahren lag.

          • Stefan Wietzke sagt:

            Es ist schon so das der größte Zuwachs zwischen dem Zweiten Weltkrieg bis 1973 war. Da ist der Prokopf Verbrauch von PRimärenergie um ca. 2% pro Jahr gestiegen. Im wesentlichen lief der Anstieg natürlich un den Industriestaaten (hier also viel mehr). Dann stürzt das ab auf 0%. Zwischen 1978 und 2000 steigt der Energieverbrauch nur parallel zur Weltbevölkerung (da funktioniert das Wachtum ja auch nicht mehr). Dann aber steigt er wieder auf 1-1,5% pro Kopf an und wächst seitdem recht stabil.

            Je nachdem wie die Preise gerade liegen verschieben sich nur die Anteile. Momentan gehts wieder Richtung Gas und Öl. Die aktuellen Zahlen aus USA zeigen das dort der Verbrauch an Öl geradezu explodiert (2 Mb/d in nur 3 Monaten). Also genau das was Kopitz vorausgesagt hat.
            100-120$ stoppen den Verbrauch. Wirds billiger wird das Zeug verfeuert, was die Motoren hergeben.

            • Hendrik Altmann sagt:

              Natürlich steigt der Verbrauch wenn das Öl zu Produktionspreisen oder darunter verschleudert wird zumindest in den USA, wenn der Preis dann wieder rauf geht also die Marktbereinigung abgeschlossen ist, wird auch der Verbrauch wieder zurück gehen.

              Seit 2004 geht die Öl Nachfrage zurück weil der Preis seit dem konstant gestiegen ist von 21 mb/d auf 18mb/d 2013.

              Die Nachfrage die jetzt durch den billigen Öl Preis gestiegen ist, ist nicht Nachhaltig.

              Zur EEG, im grunde ist es schon akut wenn wegen Auslastungs Problemen große moderne Kohle und Gaskraftwerke vom Netz genommen werden, die hoch effektiv Grundlastfähigen Strom liefern können zu niedrigen Preisen wenn sie halt ausgelastet sind.

              Im schlimmsten Fall merken wir in 10 Jahren ops das mit den erneuerbaren ist doch nicht so toll, wir bezahlen horrende Strompreise und gleichzeitig haben wir keinen Rückfahrschein weil die Großkraftwerke wegen Überkapazitäten rückgebaut wurden…

              Im Moment gehts uns wirtschaftlich noch sehr gut und wir können uns diese Preise leisten aber es wird uns nicht immer gut gehen und die Strompreise werden weiter steigen bei dieser Politik…

        • Stefan Wietzke sagt:

          Zum EEG äußere ich mich nur noch wenn ich gerade sehr gelassen bin und gute Laune habe. Ich könnte sonst meine gute Kinderstube vergessen. Das ist echt das größte Kapitalvernichtungs-, Umweltzerstörungs- und Umverteilungsprogramm von unten nach oben das man sich überhaupt vorstellen kann.

          Und der Effekt auf den CO2-Ausstoß ist gleich 0.

          Meine alte Heimat im hohen Norden sieht inzwischen aus wie das Ruhrgebiet in den 50ern.

          Und jetzt stellt sich auch noch raus das 2/3 der Anlagen Verluste einfahren. Wenn sich das in der Breite rumspricht dann düfte das Thema ziemlich schnell tot sein. PV geht jetzt schon nichts mehr, Biogas ist auch weitgehend tot. Außerdem fallen jetzt die ersten Anlagen aus der Förderung. Damit wird deren Strom unverkäuflich. Noch betrifft das nur wenige und damals noch recht kleine Anlagen. Die werden aktuell dann durch neue größere ersetzt. Aber so in drei Jahren wird es dann akut.

  7. Flint sagt:

    In der ersten Jahreshälfte 2015 haben Anleger insgesamt 32 Milliarden Dollar aus der US-Frackingindustrie abgezogen. Die Branche leidet aufgrund des Ölpreisverfalls unter einer Pleite-Welle. Die Öl- und Gasproduktion wird zurückgefahren.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Na ja, aktuell aber nicht. Die aktuellen Zahlen auf Peak-Oil Barrel zeigen eine stabile Förderung die nur knapp unter dem All-Time-High von 1970 liegt. Interessant wird es so in einem Jahr. Dann dürfte sich der Förderabfall der Fracking-Quellen bemerkbar machen.

      Steigt der Ölpreis wieder kommt das Geld zurück. Denn die Frackingquellen haben gegenüber klassischer Investments einen enormen Vorteil. Man braucht nur wenig Kapital für einzelne Bohrungen und das Erschließen einer Bohrung geht sehr schnell. Das beschränkt das Investitionsrisko gewaltig.

      Es gibt kaum eine andere industrielle Investition die risikoseitig so einfach zu bewerten ist wie eine gefrackte Ölquelle.

      • Michael Egloff sagt:

        Das mit dem Risiko beim Fracken sehe ich anders.
        So lange man in den sweet spots bohrt, mag das mit dem geringeren Risiko stimmen.
        Aber die Shales insgesamt sind geologisch extrem heterogen. Die Differenz der Ausbeute an Gas und Öl zwischen den besten und den minderwertigeren Wells beträgt mehr als 10 zu 1. Im Marcellus-Shale gab es z.B. einzelne Gaswells, die erbrachten die 10-fache Menge des Durchschnitts (!)aller Wells in dem Shale. Und es gibt auf der anderen Seite auch immer wieder Wells, die fast keine Fördermengen ans Tageslicht bringen.
        In dem Maße, wie die besten Bereiche bereits ausgebeutet wurden, wird zukünftig auch das Risiko steigen, sehr minderwertige Bereiche vorzufinden. Die Spitzenwells werden immer rarer werden.
        Und ganz so unaufwendig ist das Bohren auch nicht. Immerhin müssen pro Well 15…20 KM gebohrt und verrohrt werden. Ein Wahnsinn! Bei einzelnen Wells fast for nothing. Die besten Wells retten derzeit noch den Durchschnittsertrag.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Wenn man alle Förderanlagen zusammen nimmt braucht man einen Preis von 70 Dollar um Break even zu sein, der Anteil an Förderanlagen die Profitable arbeiten ist im Promille bereich, bei Preisen unter 40 Dollar auf dem US Markt.

          http://www.artberman.com/lifting-the-u-s-oil-export-ban-is-no-solution-to-low-oil-prices/

          http://bakkenboomorbust.com/

          Wenn der absolute Förderpeak für in den USA 2017 – 2023 kommt dazu noch der erwartete Förderpeak in Russland werden die Preise wohl wieder anziehen, die Saudis sollen ja auch am Maximum fördern, besonders wenn man berichte über den Zustand der Felder in Saudi Arabien liest und hört, ist der Peak dort wohl auch erreicht oder wird sehr bald erreicht.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Es wird auf jeden Fall interessant sein zu sehen, ob nach 2020 Iran den Decline der 3 größten Fördernationen kompensieren kann.

            • Michael Egloff sagt:

              Die Ölpreisbaisse könnte dann noch eine Weile weitergehen, wenn die nächste weltweite zyklische Krise innerhalb der nächsten 12 Monate ausbrechen sollte. Auf Grund der üblichen Länge eines Konjunkturzyklus halte ich das keineswegs für unwahrscheinlich. Immerhin befinden wir uns im 7. Jahr nach Ausbruch der letzten zyklischen Krise.
              Das würde aber nachfolgend eine um so heftigere Angebotsknappheit verursachen, wenn in 2, 3 oder 4 Jahren die Weltkonjunktur wieder anziehen sollte.
              Wenn wider Erwarten die zyklische Krise ausbleiben sollte (wer will schon irgendetwas ausschließen?), dann haben wir halt schon nächstes Jahr eine Angebotsverknappung wegen der gegenwärtig einbrechenden Investitionen in den Ölsektor. Dann vielleicht nicht ganz so heftig, wie bei mittelfristig weiter fortbestehender Ölpreisbaisse.
              Eines scheint sehr wahrscheinlich: es beginnt eine Ära sehr hoher Volatilitäten. Was der Wirtschaft nicht sehr gut bekommen wird.

              Und anderes Thema: wir befinden uns höchst wahrscheinlich wirklich am Beginn eines Zeitalters der Völkerwanderungen, was meiner Prognose aus den letzten Jahren entsprechen würde. Ich halte es für alles andere als unwahrscheinlich, dass wir es nächstes Jahr von der Größenordnung her mit einer Verdreifachung der Flüchtlingszahl zu tun haben werden. Die Zahl der failing states steigt allmählich weiter an, ebenso wie die Zahl der (oft aus dem Westen stammenden) Waffen in den Konfliktregionen, ebenso wie die Zahl der jungen Menschen, die um ihr Lebensglück, ja sogar teils um ihre physische Existenzgrundlage, betrogen werden.
              Das werden spannende Zeiten. Jetzt ist eigentlich noch alles ruhig – eine kleine Brise vor dem Sturm.

              • Patrick sagt:

                Michael, sehe ich ganz genau so. Noch ist hier bei uns eigentlich Friede-Freude-Eierkuchen. Die wirklich spannenden Zeiten beginnen gerade erst ganz allmählich.

              • Frank Bell sagt:

                Die Deutschen ignorieren die Gefahren.

                Sie befinden sich in einem ähnlich gefährlichen Taumel wie 1914.

                Einige Jahre später kam das böse erwachen.

                Leider.

              • Michael Egloff sagt:

                Naja,
                leider gibt es auch heute noch Deutsche, die von Rassen- und Völkerhass durchdrungen sind. Was man ja bei Facebook immer wieder sieht.
                Aber es gibt doch nicht mehr die vielen Millionen, die dieser Massengehirnseuche aus „Jeder Tritt ein Britt, jeder Stoß ein Franzoß, jeder Schuss ein Russ“ verfallen sind.
                Was man ja an den vielen freiwilligen Helfern sehen kann.
                Nein, die Mehrheit ist heute nicht mehr extrem ausländerfeindlich, wie das 1914 Standard war.

  8. Michael Egloff sagt:

    Kaum habe ich den Beitrag geschrieben, lese ich dies:

    http://www.n-tv.de/politik/Syrischer-Exodus-hat-Europa-noch-kaum-erreicht-article15913021.html

    Zitat:

    „Auf den Weg nach Europa dagegen haben sich bisher kaum zwei Prozent der Flüchtlinge aus Syrien gemacht. Das könnte sich allerdings schnell ändern. Die Lage syrischer Zivilisten in Syrien, aber auch in den Nachbarländern wird immer prekärer.“

    Und da haben wir nur von Syrien gesprochen, nicht vom Irak, Libyen, Eritrea, Afghanistan, Teilen Pakistans, Somalia, Südsudan…
    Um nur einge Länder zu nennen, wo neben Armut auch noch Terror und Krieg herrschen.

    Und um jedes Mißverständnis auszuschließen: ich bin begeistert, wie viele Menschen bei uns den Flüchtlingen mit großer Empathie entgegenkommen.
    Die Empathie wird allerdings auf eine herte Probe gestellt werden. Wahrheiten sind manchmel quälend unbequem.

  9. SPON: Was wurde aus den Weltuntergangsprognosen der Siebziger?

    Das hört sich im Artikel ein bisschen so an, als seinen die Probleme mittlerweile gelöst. Die Bildunterschriften rücken das allerdings gerade.

  10. Norbert auf Telepolis: Autonom verfahren

    Die wahren Probleme unserer Zeit mit den Verkehrsrelikten aus dem letzten Jahrhundert geht die Computerisierung nicht an: Raumanspruch der PKW und resultierende Platzkonflikte in den Städten, überbordende Pendlerkultur, massive Kapitalbindung.

    Stimmt das wirklich? Ich glaube eher, die Autokonzerne haben erkannt, dass der Privat-Pkw in der Stadt keine Zukunft hat. Geteilte, autonom fahrende Autos sind wegen deutlich geringerem Flaechenbedarf – sowohl beim Parken als auch beim Fahren – vielleicht die einzige Chance, Personen in Staedten weiterhin massenhaft mit Kfz zu befoerdern.

    Auch sehr schoen:

    WDR5 Kommentar: Das Problem sind die Autos

    • Norbert Rost sagt:

      PKW teilen, okay. Aber wozu müssen die unbedingt autonom fahren, also ausgerüstet sein mit einem hackbaren Computergehirn, dass die vierrädrige Tonne steuert?

      • Naja, eine wichtige Ursache fuer Staus ist halt die begrenzte Voraussicht und die Reaktionszeit menschlicher Fahrer. Bei vernetzt fahrenden Robotern faellt dieser Faktor weg, sodass die Fahrzeuge perfekt (minimaler Abstand) Kolonne fahren.

        Verstehe mich nicht falsch: Ich halte auch nichts davon. Aber ich kann nachvollziehen, warum sich die Pkw-Konzernstrategen diesen Hype wuenschen.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Ich denke autonomes Fahren ist ist dort interessant wo es Sinn macht den Fahrer einzusparen.

        Ich stell mir LKW Flotten vor die komplett ohne Fahrer auskommen, Öltanker ohne Personal usw.

        Bestimmt auch interessant im militärischem Bereich.

        • Michael Egloff sagt:

          Autonomes Fahren Pro oder Kontra:
          eine typische Diskussion des Ölzeitalter-Höhepunktes.
          In einigen Jahrzehnten ohne jegliche Relevanz.

          • Ert sagt:

            Es ist hingegen doppelt von Relevant:

            1. Entweder ist es nicht von relevant – und dann haben wir vorher eine Kontraktion
            2. Oder es ist von relevant – und dann haben wir (hoffentlich endlich) eine Kontraktion der Automobilproduktion durch höhere Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen

            Die Automobilindustrie im heutigen Sinne ist hingegen meines Erachtens „Toast“ – ein Auslaufmodell. Das, was da aktuell gegen VW gespielt wird (Warum eskalierung mitten während der IAA und 1 Woche vor Winterkorn-Vertragsverlängerung?) ist für mich eine geostrategische Nummer. Nicht, das VW da nicht ein Scheunentor offen gelassen hat…. keine Frage… aber das wurde nun gezielt ausgenutzt. Spannend ist es, wie es nun weiter geht – weil kein Hersteller dürfte wohl „frei“ von Optimierungen sein.

            Das sage nicht ich, sondern die Bundesregierung!: http://www.welt.de/politik/deutschland/article146711288/Die-Bundesregierung-kannte-die-Betrueger-Technik.html -> „Der Bundesregierung ist seit Langem bekannt, dass Autohersteller bei Abgastests Abschalteinrichtungen benutzen können, wie sie Volkswagen in den USA manipulativ eingesetzt hat. Dies geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen vom 28. Juli hervor, die der „Welt“ vorliegt.“

            Spannende Zeiten…..

            • Stephan Becker sagt:

              Man konnte das auch in jeder Autozeitschrift in den letzten zwei Jahrzehnten mitbekommen, in denen Tests von Autos abgedruckt wurden. Immer wieder mussten die Tester feststellen, dass die Test-Verbräuche, zum Teil deutlich, über den Verbrauchsangaben der Hersteller lagen, selbst wenn sparsam gefahren wurde (Landstraßenfahrt, normale Autobahnfahrt).

              Als Grund für dieses plötzliche Erwachen der MaMes könnte ich mir auch eine späte Rache von Herrn Piech vorstellen. Das hängt davon ab wie sich der Kurs der VW-Aktie in den nächsten zwei bis drei Monaten entwickelt bzw. sich der Konzern in den nächsten sechs Monaten entwickelt.

              Es ist immer wieder erstaunlich wie sehr sich die MaMes ins Zeug legen bzw. zusammenarbeiten (ich sage jetzt natürlich nicht gleichgeschaltet) können, wenn es darum geht irgendwelche höherrangigen Personen des öffentlichen Lebens in Deutschland zum Rücktritt zu bringen (Peter Meyer, Ex-Chef des ADAC, Andrea Ypsilanti, Ex-designierte Ministerpräsidentin von Hessen, Christian Wulff, Ex-Bundespräsident, KTzG, Ex-Verteidigungsminister, Oskar Lafontaine, Ex-Bundesfinanzminister, Ernst Welteke, Ex-Präsident der Bundesbank, Lothar Späth, Ex-Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Margot Käßmann, Ex-EKD-Chefin, Klaus Zumwinkel Ex-Post-Chef, Annette Schavan, Ex-Bundesbildungsministerin etc.), auch wenn ich es bei dem einen oder anderen nicht unbedingt als Verlust betrachte.
              Wohingegen es bei vielen anderen Dingen, wo die MaMes eigentlich die Bevölkerung über wichtige Sachverhalte oder über bessere Alternativen zu politischen Beschlüssen nicht (ausreichend) informiert (Stuttgart 21, Transrapid, Pkw-Maut, Bioenergie etc.).

              Noch zur Bedeutung der deutschen Konzerne in Bezug zur Weltpolitik:

              Der Fall der Ukraine hat gezeigt wie wenig deutsche Konzerne, ja selbst zusammen mit anderen europäischen Konzernen, in der Weltpolitik zu sagen haben. Das Embargo gegen Russland (was übrigens nicht für die USA gilt, dort gibt es ein steigendes Handelsgeschäft mit Russland), hat zu, zum Teil erheblichen, Umsatzeinbrüchen bis hin zur Insolvenz geführt, was jeweils nicht passiert wäre, wenn es dieses sinnlose Embargo nicht gegeben hätte. Oder war dies auch ein Teil der Übung? Kleinere Firmen in die Insolvenz zu treiben, weil die Großen breiter aufgestellt sind?

              • Ert sagt:

                „Oder war dies auch ein Teil der Übung? Kleinere Firmen in die Insolvenz zu treiben, weil die Großen breiter aufgestellt sind?“

                Wer weiss…. so zitiert die SZ z.B. Matthias Müller mit „Beim Freihandelsabkommen TTIP haben wir uns auch alle zusammengetan und dafür geworben“. Und wenn ich mir die Realpolitik anschaue, dann werden die „National Champions“ gefördert.. nicht aber der Mittelstand. Und das ist nicht nur in DE so, sondern global.

                Wenn eben der Markt nicht mehr wächst… dann geht es nur noch über Verdrängung. Und da spielen den großen ja die ganzen zusätzlichen Normen, Überprüfungen, Gesetze, Qualifikationen und viel administrativer Overhead und Rechtsunsicherheit in die Hände.

  11. Stephan Becker sagt:

    The Biggest Brother – die Stromwirtschaft – wird bald richtig zuschlagen
    allerdings nicht zum Vorteil der Allgemeinheit

    Machen Smart Grids und Smart Meters Europa anfällig für Cyberwar-Angriffe?
    vom 12.09.2015, von Tomi Engel

    Latente Bedrohung – das ferngesteuerte disconnect relay
    Was vielfach übersehen wird: Die neuen „smarten“ Zähler sollen europaweit mit einem Relais versehen sein, das den Endverbraucher oder Solar- oder Windstromerzeuger ferngesteuert(!) vom Stromnetz trennen kann – ein disconnect relay („Common functionality 7“).

    Das System könnte an seiner eigenen Komplexität scheitern
    Um eine zentrale vollautomatische Steuerung möglich zu machen, sind die „intelligenten“ Zähler neben dem oben erwähnten Netz-Trenn-Relais (disconnect relay) mit einem Wust von miteinander verknüpften IT-Bausteinen bestückt, die Messaufgaben und Kommunikationsaufgaben wahrnehmen können, deren Zusammenwirken selbst für IT-Fachleute nur schwer nachvollziehbar ist.

    Warum die Abkehr vom bisher Bewährten?
    Hinter den einhelligen Anstrengungen, dennoch diese sabotageanfälligen Zähler einzuführen, steckt im Kern der Zentralisierungs-, Kontroll- und Wachstumswahn. Die Akteure erhoffen sich neue Geschäftsmodelle und gewaltige Umsätze bei der Installation der Stromzählern, deren Betrieb, den Abrechnungsdienstleistungen, dem Einspielung von Sicherheitsupdates, der fortlaufenden Wartung der komplexen Infrastruktur, Schulungsmaßnahmen, usw. usw. … und nicht zu vergessen, die Hybris der Stromwirtschaft, die glaubt, sogar den Aufbau der Erneuerbaren Energien unter ihrer Kontrolle halten zu können (und das Tempo des unerwünschten Umstieg auf die Erneuerbaren Energien auszubremsen).

    http://sfv.de/artikel/machen_smart_grids_und_smart_meters_europa_anfaellig_fuer_cyberwar-angriffe.htm

    Immer wenn man denkt irgendwann muss doch der ganze technische Fortschritt mal was wirklich Gutes für die Menschheit bringen, kann man sicher sein, dass irgendwelche Firmen oder Organisationen etwas aus dem Hut zaubern, was alle bis dahin erreichten Fortschritte und Verbesserungen wieder zunichte machen bzw. ad absurdum führt.
    Und das Ganze wird dann meistens in gemeinsamer Anstrengung von Politik, Medien und Industrie durchgeführt, natürlich ohne Hinweis auf oder Beschäftigung mit besseren, umweltfreundlicheren, sichereren und günstigeren Alternativen (Pkw-Maut, Toll-Collect, Solarwärme, Biologische Landwirtschaft, Gentechnik, ÖPNV etc. etc. etc.).

    • Ert sagt:

      Hi Stephan,

      gute Aspekte – insb. in der aktuellen Ausgabe der c’t Zeitschrift ist eine riesige Artikelserie zur Verwundbarkeit von eingebetteten („Embedded“) Rechnern / Anwendungen. Hier insb. „Firmware“ in Telefonanlagen, Haustechnik, PC’s, dm ganzen Internet-Of-Things gedöns, etc. pp.

      Die Softwarequalität dort ist nach Aussagen und Beispielen der c’t absolut miserabel. Dort werden Fehler gemacht die in der „normalen“ Computertrechnik nicht mehr gemacht werden (oder nur selten). Dies ist heute insb. kritisch weil fast alles irgendwie ans Internet angeschlossen wird – ohne den absolut fachlichen Plan und ohne Updates, Wartung, Aufsicht, etc. pp. – weil das ja alles Geld kostet und die schönen Milchmädchenrechnungen durchkreuzt.

      Aber auch die aktuellen Desaster bei Android & IOs sollten aufzeigen, das mal eben so 2 Milliarden Consumergeräte anfällig geworden sind – und insb. bei Android auch nach Monaten nach Bekanntwerden der Fehler noch bei Update bereitsteht und für die meisten Geräte auch nie mehr bereitstehen wird. Ein falscher Link im Browser – und das wars!

      Router 4 Jahre alt? Pech gehabt – wenn überhaupt so lange Updates fließen. Für mich ist das alles geplante Obsoleszenz – um noch mehr unsinnige Produkte auf den Markt zu werfen, die nach 3-5 Jahren einfach entsorgt werden müssen.

      Es werden immer mehr „Probleme“ mit mehr Komplexität „bekämpft“. Wie hat es F. Malik letztens gut beschrieben?: „Systeme werden durch Information gesteuert und steuern sich damit auch selbst. Aus Vernetzung entsteht Komplexität, aus noch mehr Vernetzung exponentiell mehr Komplexität. Das System läuft out of control.“

      Gruß,
      Ert

  12. Stephan Becker sagt:

    Unbedingt anschauen!!!

    Am Besten in der Reihenfolge:

    „Das Leben mit der Energiewende“ – von Frank Farenski
    https://www.youtube.com/watch?v=slbSyvFmMvw

    Leben mit der Energiewende 2 – 100% regenerativ – Der Film
    youtube.com/watch?v=cUjLbSze9ec

    Leben mit der Energiewende 3 – Selber machen – Der Kinofilm
    youtube.com/watch?v=AFvmIHlId7U

    Gezeigt werden nicht nur die Hintergründe zur politischen Verhinderung der Energiewende, sondern es wird ganz praktisch gezeigt was man für die Energiewende hin zu den Erneuerbaren Energien weg von den großen Energiekonzernen tun kann und dabei auch noch Geld spart.

    Passend dazu die Webseite mit mehr Infos:

    http://www.lebenmitderenergiewende.de/

    • Stephan Becker sagt:

      Und leider gleich wieder ein bischen Wasser ins Freudenfeuer:

      Ich hatte im ersten Teil des Films auch den Beitrag über die Firma Care Energy gesehen, wo der Besitzer Herr Kristek die genaue Preiszusammensetzung seines Strompreises erklärt. Wörtliches Zitat aus dem Film (erster Teil von „Leben mit der Energiewende – Der Kinofilm – Version 1.4“ etwa ab Minute 58:00) von Herrn Kristek:

      „dann kommen Steuern und Abgaben, dies sind zum größten Teil die Stromsteuer, beziehungsweise vom Erneuerbaren Energiengesetz die Umlagen“.

      Ich hatte beim ersten Mal nicht so wirklich auf diesen Satz geachtet, sondern nur auf die Auflistung der Strompreisbestandteil auf seinem Bildschirm und dachte mir nur, dass er anscheinend alles korrekt an seine Kunden weitergibt, aber halt keine so hohen Kosten (für Miete, Personal etc.) hat und deswegen so billig anbieten kann. Nach meinem letzten Posting habe ich mehr aus Langeweile noch mal nach der Firma Care Energy und dem Namen Farenski gegoogelt und bin gleich auf kritische Beiträge im Photovoltaikforum gestoßen, die ich mir näher angeschaut hatte.

      Inzwischen habe ich auch eine ausführliche Erklärung auf Udo Leuschners Webseite gefunden:

      Care-Energy hat 100 Millionen Euro EEG-Umlage nicht abgeführt
      http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/150210.htm

      Demnach hat Herr Kristek anscheinend wirklich mit nicht ganz legalen Tricks sich um die Zahlung der EEG-Umlage herumgedrückt und muß jetzt wohl einiges nachzahlen:

      Care-Energy – LG Berlin verurteilt „Nutzenergie“-Anbieter zur Zahlung von EEG-Umlage
      25.09.2015
      https://www.jurablogs.com/2015/09/25/care-energy-lg-berlin-verurteilt-nutzenergie-anbieter-zur-zahlung-von-eeg-umlage

      Das dürfte sich dann eventuell auch auf seinen Kundenbestand auswirken, auf die in Zukunft möglicherweise ein deutlich höherer Kilowattstundenpreis zukommt.

      Nichtsdestotrotz!
      Wie wir gerade bei der VW-Affäre gesehen haben, ist die Umgehung von Gesetzen auch in der deutschen Industrie mehr so eine Art Gentleman-Vergehen.
      Dazu kommt, dass wir, laut Energieverbraucher Verein, durch die Netzbetreiber mindestens in der Vergangenheit (Hoch- und Höchstspannungsnetze) durch überhöhte Netznutzungsentgelte deutlich abgezockt wurden (insgesamt für alle Endverbraucher geht es vermutlich um mehrere hundert Millionen zuviel gezahlte Euros).
      Herr Kristek hat natürlich nicht gerade sparsam gelebt, aber er hat vielen seiner Kunden dazu verholfen eine Menge Geld zu sparen, wie man gut in der zweiten Folge von Farenskis Film sehen kann.
      D.h. falls Herr Kristek wirklich die ganzen Umlage-Beträge nachzahlen muss, sollte man gleich anschließend die aktuellen Netzbetreiber und ihre Vorgänger komplett in Bezug auf die vergangenen Abzocken auseinander nehmen.
      Ansonsten sieht man, wie ich in dem Beitrag über die Abschaltungsfunktion der zukünftigen Pflicht-Smartmeter geschrieben habe, mit welchen üblen Machenschaften auf Seiten der mächtigen Stromwirtschaft es weiterhin zu tun hat – es geht schließlich um viele Milliarden Euro.

Diesen Eintrag kommentieren: