Zum Textbeginn springen . Zur Navigation springen .

Was ist Geld?

Vor einiger Zeit habe ich ja mal angekündigt einen Artikel darüber zu schreiben was denn Geld eigentlich ist. Die Idee dazu ist aus den Diskussionen hier im Forum entstanden, da ich immer wieder festgestellt habe das ein Grundverständnis hierfür notwendig ist um wirtschaftliche und politische Zusammenhänge zu verstehen.

Der geneigte Leser wird feststellen das ich einen etwas anderen Ansatz verwende als er in vielen Lehrbüchern verwendet wird.

Nun ist der Text doch deutlich länger geworden als ursprünglich angenommen. Da der Text auch einige Grafiken und Fussnoten enthält stelle ich ihn hier in Form einer PDF-Datei zur Verfügung:

Guter Artikel? Wertschätzung per: Flattr this! Bitcoin-Adresse: 197sddH9NhoSXuQLKx6pTSSe6oEJPf9xNa

32 Kommentare to “Was ist Geld?”

  1. Hendrik Altmann sagt:

    Das ist ja nen Buch geworden!

    Danke für den Aufwand den du dir hier gemacht hast, ich lese mir das mal in aller ruhe die Tage durch und versuch das alles zu verstehen ;)

    • Stefan Wietzke sagt:

      Tja, man bräuchte auch mal einen Lektor. Jetzt habe ich gerade im Abschnitt 2.1 einen unsauber geänderten Teil gefunden der zu zwei sinnlosen Sätzen führt.
      Ich schicke Norbert direkt mal die korrigierte Version.

      Aber hier schon mal die korrigierten Sätze:

      „Dynamische Systeme zeichnen sich dadurch aus das sie aus nicht gleichartigen Einheiten bestehen die miteinander interagieren. Dynamische Systeme sind daher immer arbeitsteilig. Arbeitsteiligkeit ist keine Systementscheidung sondern eine konstituierende Eigenschaft für Systeme. Etwas was nicht arbeitsteilig ist kann kein dynamisches System sein.“

  2. Patrick sagt:

    Vielen Dank erstmal für den doch echt umfangreichen Text. Werde ihn ebenfalls in den nächsten Tagen mal durchlesen.

    Das mit dem Lektor stimmt allerdings wirklich! Aber kein Vorwurf, deine Qualitäten liegen zweifelsfrei in anderen Bereichen – und ich glaube, die sind hier hoch geschätzt.

    Übrigens: Gail Tverberg hat einen neuen Artikel über die Aussichten für 2016 geschrieben, der recht düster ausgefallen ist.
    Was meint ihr dazu, kommt der nächste große Crash?

    http://ourfiniteworld.com/2016/01/07/2016-oil-limits-and-the-end-of-the-debt-supercycle/

  3. Stefan Wietzke sagt:

    Vorhersagen insbesondere in Bezug auf Zeitpunkte sehe ich grundsätzlich kritisch.

    Autonome dynamische Systeme haben nicht nur die Eigenschaft nicht deterministisch zu sein sondern auch sie kennen auch kein Gleichgwicht (Gleichgewichte und Autonomie schließen sich aus).

    Das macht Vorhersagen unmöglich. Man kann also nur Wenn-Dann Aussagen treffen, also Szenarien entwickeln, bei denen man aber das tatsächlich eintreffende Szenario eher nicht erwischt.

    Aus meiner Sicht hängt Tverberg auch die Bedeutung von Öl zu hoch. Es ist zwar der wichtigste Energieträger, aber der ließe sich auch bei echtem Peak durch Kohle noch lange strecken.

    Diese Ausage aus ihrer Conclusion unterschreibe ich aber sofort:

    „We have not really understood how the economy works, so we have tended to assume we could fix one or another part of the problem. The underlying problem seems to be a problem of physics. The economy is a dissipative structure, a type of self-organizing system that forms in thermodynamically open systems. As such, it requires energy to grow. Ultimately, diminishing returns with respect to human labor–what some of us would call falling inflation-adjusted wages of non-elite workers–tends to bring economies down.“

    Und wie der sich selbst verstärkende Negativzyklus über das Machtrendite (also Akkumulationsproblem) funktioniert habe ich ja schon mal beschrieben, der ungefähr so abläuft:

    Mangelnder Erntefaktor -> Mangelnde Kapitlarenditen -> verschiebung zu Machtrenditen -> Kapitalakumulation -> mangelnde Konsummmöglichkeit in der Breite -> zusätzliche Störung des Wachstumsprozesses -> weiter sinkende Kapitalrendite -> noch mehr Akkumulation

    Das ist eine perfekte Negativspirale die sich nur durch eine andere gesellschaftliche Aufstellung durchbrechen lässt.
    Aber nicht durch Komplexitätsreduktion und Rückführung der Arbeitsteilung sondern durch Beseitigung von Machtrenditen oder mindestens durch die Verhinderung unendlicher Kapitalakumulation.

    Das wäre übrigens ganz einfach: Erbschaftssteuer (abgesehen von einem Freibetrag) in der Nähe von 100%. Dann kann jede Generation für sich ruhig reich werden, aber dynastische Strukturen werden grundsätzlich unterbrochen.

    Ob das allerdings möglich wäre ist schwierig zu sagen, denn Menschen denken stark in biologisch genealogischen Kategorien.

    Aber man kann das ja auch positiv formulieren: Lebe in deiner Zeit und sei in ihr. Und vertraue der folgenden Generation. Warum sollten die nicht auf eigenen Füssen stehen können? Haben sie die letzten 2 Millarden Jahre ja auch hinbekommen.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Das Problem bei der Beseitigung von Machtrenditen ist der hohe Verwaltungsaufwand und damit die Produktivität, Nettoenergie die hier investiert werden muss.

      Macht bietet nun mal viele Vorteile und um das zu „kontrollieren wie Macht verteilt ist und wird bedarf es hohen Aufwand in der Erstellung von Oganen die diese Verteilung kontrollieren, das alt bekannte Bürokratiemonster, nur Zivilisationen und Gsellschaften mit hoher Produktivität können sich diesen Verwaltungsaufwand leisten, bei Gesellschaften mit zu niedriger Produktivität wäre der Anteil an Produktivität zu hoch um nur für Verwaltung investiert zu werden, hier geht es natürlich wieder um die Pro Kopf Produktivität.

      letztendlich spielt es hier auch nicht die Rolle wo die Produktivität stattfindet, viel wichtiger ist wer sie kontrolliert z.B über den Handel.

      Was ich eigentlich sagen will, je geringer der ERoEI und damit auch irgendwann auch die Produktivität fällt desto schwieriger wird es die Bedürfnisse der Menschen und Gemeinschaften zu lenken und zu kontrollieren, Verwaltungs Organe verlieren an Macht und Einfluss oder werden leichter Beeinflußt.

      Schon in der Vergangenheit sind Großreiche daran zerbrochen wie das römische Reich, das Aztekenreich, die Maya usw.

      Der Verwaltungs Aufwand steigt überproportional an zur Menge an Kulturen, Gruppierungen, Religionen, Gemeischaften die ich Übergeordnet kontrollieren will, dem kann ich nur begegnen durch Effizienzgewinne in der Verwaltung oder einem höherem Anteil der erzeugten Produktiviät die zur Verfügung steht, das bedeutet aber auch wieder das Produktivität woanders fehlt, z.B in der Verteidigung von Feinden von Außen, das war letztendlich das Problem woran das römische Reich gescheitert ist, zu viel Produktivität musste in die Verwaltung des riesen Reiches fliessen mit all seinen verscheidenen Kulturen, Relligionen, Wünschen und Bedürfnissen…, gleichzeitig hat sich Rom durch stete Expansion immer mehr Feinde von Außen gemacht und die waren sich ziemlich einig was in ihrem Wunsch ein Stück von Rom abzuscheiden.

      Jeder einzelne Mensch hat ganz individuelle Wünsche und Bedürfnisse die sich ständig und dynamisch verändern, je mehr Menschen von einem Wunsch, einer Idee, einem Ziel überzeugt werden müssen, desto höher wird der Aufwand, aber nicht linerar sonder überproportional.

      denn eigentlich sind wir Menschen nicht geschaffen in so großen sozialen Strukturen zu funktionieren, das geht nur mit erhöhtem Energieaufwand, sinkt der ab zerbrechen auch diese Strukturen wieder in kleinere Strukturen.

      • Hendrik Altmann sagt:

        PS: Das Musterbeispiel hier ist auch wieder die USA, ein riesen Imperium mit einem ebenso riesen Aufwand an Verwaltung, die Produktivität der USA würde gar nicht ausreichen diesen Aufwadn zu stemmen, aber duch die große Kontrolle und Einfluss im Welthandel ist man in der Lage Produktivität aus anderen Ländern für sich abzuziehen um dieses Verwaltungsmuster zu nähren, ähnlich haben es schon die alten Venezianer gemacht oder andere sehr mächtige Handelsrepupliken.

      • Stefan Wietzke sagt:

        Ich möchte vielleicht noch mal meinen Begriff von „Macht“ näher erläutern.
        Vielleicht wäre auch der Begriff der „Eigentumsrendite“ sogar noch genauer, denn ich verwende den Machtbegriff hier wertneutral.

        Eigentum kann man haben an Grund und Boden oder physischen Gütern. Aber auch an Eigenschaften (Atraktivität, Intelligenz) oder Charakter (Fleißig, lang- oder kurzfristig orientiert).
        Aus diesen Eigenschaften kann man Einkommen ziehen (und sei es das man den reicheren Ehepartner bekommt) für das nicht gearbeitet wird.

        Da aber steigendes Einkommen und Vermögen den eigenen Möglichkeitsraum erweitert (bei Schönheit nachhelfen, bei fehlender Intelligenz Nachhilfe, Jobs und Firmen kann man kaufen usw.) kommt es mit der Zeit ganz automatisch zu einer „Einkommensverklumpung“. Das funktioniert wie die Schwerkraft. Ganz kleine Ungleichmäßigkeiten am Anfang des Universums schaukeln sich zu extremen Verklumpungen auf.

        Das wurde durch den Kapitalismus „gedämpft“, denn hier gab es mit dem pro Kopf Wachstum plötzlich eine Renditequelle die man „demokratisieren“, also vom „Eigentum“ entkoppeln konnte.

        Da das aber mit zu wenig Wachstum nicht mehr funtkioniert spielen plötzlich alle anderen Faktoren wieder die entscheidende Rolle. Und die Geschichte lehrt uns das man nach ganz kurzer Zeit bei der „üblichen“ Verteilung landet. Fast alles bei den oberen 0,5%, dann eine kleine Mittelschicht (etwa 10-15% der Bevölkerung in Abstufungen und der Rest dann praktisch nichts. Das ist aber eben keine Folge besonders schlechter und gieriger Menschen sondern unserer Indvidualität geschuldet. Will man das nicht muss man als Gesellschaft dagegen akriv anarbeiten. Und zwar ständig. Eine „gerechte Welt“ ist systemisch nicht angelegt. Sie ist und bleibt „bewusstseinsfähigen“ Indviduen vorbehalten und muss jeden Tag neu erarbeitet werden. Und das bis ans Ende aller Tage (finde ich übrigens gar nicht Schlimm :-))

      • Stefan Wietzke sagt:

        Noch was zur Verwaltung. Die wächst einfach deswegen an weil zunehmende Arbeitsteilung als Produktivitätstreiber einfach mehr Verwaltung braucht.
        Das funktioniert natürlich nur solange wie der Prdouktivitätszuwachs größer ist als der Komplexitätszuwachs („Verwaltung“). Das System läuft in eine Grenznutzenfunktion.
        Aber das erklärt keine „Untergang“. Denn die Kultur kann dann am Grenznutzen „hängen“ bleiben bis doch mal wieder was besseres gefunden wird (z.B. eine bessere und billigere Energiequelle).

        Zusammenkrachen tun die deswegen weil irgendwann die Verwaltung dazu genutzt und ausgebaut wird um Machtrenditen abzugreifen. Das lösst dann eine Negativspirale nach unten aus.

        Gerade die aktuelle Forschung zum römischen Reich zeigt das es eher unter- als überverwaltet war. Dadurch das das Reich stark subsidär verwaltet wurde ist es Rom gelungen mit einem erstaunlich kleinen Verwaltungsoverhead auszukommen. Das gilt auch für die Spätantike ab Kaiser Diokletian. Der Zusammenbruch des Westreiches (es wird ja immer vergessen das der Ostteil noch mehrere Jahrhunderte vollkommen intakt blieb) ist ein höchst komplexer Prozess gewesen bei dem eine ganze Reihe von Faktoren zusammengespielt haben.
        Aber ich persönlich glaube das die Grundursache ein durch ein sich verschlechterndes Klima ausgelöste sinkende Wirtschaftskraft das eigentliche Problem war. Das Reich war dann für seine wirtschaftlichen Möglichkeiten „überkomplex“. Wenn das passiert werden gesellschaftliche Probleme, interne Konstruktionsfehler und äußere Bedrohungen die man sonst locker weggesteckt hätte zu „Killerproblemen“.

        Es gibt da ja die schöne Redentsart mit dem Tropfen der das Fass zum überlaufen bringt. Ich würde eher das Bild verwenden bei dem man das Fass schrumpft, so dass es den bisherigen Inhalt nicht mehr fassen kann.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Das römische Reich ist ja auch nicht wirklich Untergegangen, sondern hat sich in kleinere Strukturen aufgesplittert und der Verwaltungsaufwand geht über die Arbeitsteilung noch weit hinaus, hier geht natürlich um Kontrolle.

          Das römische Reich setzte sich aus den vielen eroberten Kulturen und Religionen zusammen, jede dieser Kulturen und Religionen und vielen Volksgruppen hat ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche.

          Damit diese sich der großen römischen Idee unterordnen brauch es einen enormen Verwaltungsaufwand und auch Repression.

          Ein aktuelleres Beispiel ist hier die EU auch hier bedarf es einen hohen Aufwand um die EU zu verwalten und zu erfolgreich zu führen weil jeder Staat in der EU eigene nationale Bedürfnisse und Wünsche hat, nationale Ideen, um diese unter einer europäischen Union, einer eropäischen Idee zu vereinen und unterzuordnen muss ein enormer Aufwand betrieben werden.

          Ähnlich war das damals im römischen Reich, das wie du schon sagtest in der Verwaltung hoch effizient war, nur spielt das mit zunehmender Größe keine Rolle mehr, da der Aufwand trotzdem überproportional steigt, die Verwaltung der Arbeitsteilung ist nur ein Teil der Verwaltung, weil wie du auch schon sagtest wir alles eigenständige Individuen sind.

          In einem Kollektiv ist es nur die Arbeitsteilung, deswegen ist der Aufwand an Verwaltung in einem echten Kollektiv viel geringer, wie bei uns Menschen der menschliche Körper ist praktisch ein Kollektiv oder einer Ameisenkolonie.

          Nur in einem echten Kollektiv gibt es auch keine eigenständigen Individuen, alle folgen automatisch einer Idee und versuchen dieser Idee nach ihren Möglichkeiten so gut es geht nachzukommen, alle anderen Bedürfnisse müssen vor den Bedürfnissen des Kollektives, der Zentralverwaltung zurückstecken, und wenn das heisst das eine Ameise eine Hummel so weit schleppen muss das sie am Eingang der Kolonie tot zusammenbricht ist das dann so.

          Der Verwaltungsaufwand bei eigentändigen Individuen geht über die reine Arbeitsteilung weit hinaus und steigt mit Anzahl der Individuen sowie Kulturgruppen, Religionen, Bräuche usw. die Liste kann endlos weiter geführt werden.

          Was zu bewundern ist wie diese Reiche und Imperien mit einem so niedrigen ERoEI so groß und Komplex werden konnten, das bringt mich wieder zum erstaunen.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Macht setzt sich in den Grundfesten aus zwei Komponeten zusammen, einmal der Fähigkeit Schaden zu verursachen und der Fähigkeit Schaden auf sich abzuwenden.

            Beide Faktoren werden durch durch die zu verfügung stehende Energie und deren effiziente Nutzung bestimmt.

            Besitzansprüche werden im Grunde nur von diesen beiden Faktoren bestimmt.

            Ein aktuelles Beispiel ist hier China mit seinen Besitzansprüchen im chinesischen Meer oder den Ansprüchen auf Taiwan, China rüstet hier stark auf um letztendlich seine Ansprüche durchsetzen zu können, nur steht hier die USA noch als Schutzmacht da, die die Besitzansprüche Taiwans und der Anrainer des chinesischen Meeres verteidigt, China muss also nur so viel Schadenspotential aufbauen das es für die USA zu teuer wird die Besitzansprüche dieser Staaten zu verteidigen.

            Das bedeutet aber auch das die USA immer mehr Potential Schaden zu verursachen aus anderen Regionen abziehen muss, da die USA aber rund um den Globus Besitzansprüche anderer Länder verteidigt, könnten hier Konflikte ausbrechen.

            Ich hatte ja schon darauf hingewiesen das der Verwaltungsaufwand überproportional steigt je größer ein Reich, ein Imperium wird, dieser Mechanismus verhinderte bisher auch das sich ein Weltumspannendes Großreich unter einer Zentralverwaltung bilden konnte.

            Denn solange jeder von uns ein eigenständiges Individuum ist, ist der Aufwand alle diese Individuuen unter einer Zentralverwaltung zu vereinen zu groß und könnte nur unter hohem Energie und Aufwand aus Produktivität erreicht werden, nur wäre ein Reich dieser größe dann gelähmt in seinen Aktionen, es könnte praktisch nichts anderes erreicht werden außer der Zusammenhalt des Reiches, keine anderen Ziele könnten verwirklicht werden.

            Kleinere Strukturen sind da wesentlich effektiver und effizienter.

            • Hendrik Altmann sagt:

              PS: Wer hier letztendlich über mehr Schadenspotential verfügt, bestimmt wer über wieviel Produktivität kontrolliert und deren Verteilung.

              die ProKopf Produktiviät wird wiederum vom ERoEI bei der Energiebereitstellung und der Energieeffizienz der Maschinen bestimmt.

              Und natürlich wie effektiv Produktivität verwaltet wird.

  4. Gast sagt:

    “ Was zu bewundern ist wie diese Reiche und Imperien mit einem so niedrigen ERoEI so groß und Komplex werden konnten, das bringt mich wieder zum erstaunen.“

    Man darf nicht vergessen, das die allermeisten Leute damals Selbstversorger waren und die erzeugten Überschüsse dann auch noch selbst vermarktet wurden.
    Damit entfällt ein sehr großer Aufwand, die Erzeugnisse zu verteilen.
    Wenn ich selber Hühner halte, oder sie mir beim Nachbarn kaufen kann, oder ungünstigstenfalls auf dem nächsten Markt, zu dem ich hin laufen kann, muß kein Eier-Verteil-System installiert und unterhalten werden.
    Das heißt, es hat damals viel mehr ohne Organisation von oben funktioniert, im Gegensatz zu heute, wo es für jeden Hühnerdreck Vorschriften und Überwacher gibt.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Naja so einfach ist das nicht, je mehr Arbeitsteilung und Speazialisierung ich in die Eierproduktion hinein und deren Vermarktung hinein bringe desto höher die Produktivität, die Pro Kopf Produktivität steigt hier, natürlich gibt es hier auch ein Optimum über das hinaus weitere Arbeitsteilung und Spezialisierung zu keiner größeren Produktiviät führt oder der Aufwand den Steigerungen nicht mehr gerecht wird.

      Schau wenn die Eierproduktion in kleinteilligen Betrieben produktiver wäre, also mit einer Energieeienheit mehr Eier produziert werden könnten als in einem großen Betrieb mit hoher Abeitsteilung und Spezialisierung würden wir heute wohl nur kleine Betriebe sehen, mit niedrigem Level an Arbeitsteilung und Spezialisierung.

      Die Überwachung ist hier von der Mehrheit der Bevölkerung gewünscht, deswegen gibt es diese Gesetzte und Behörden die sich damit beschäftigen um dem Bedürfniss nach Nahrung die nicht krank macht gerecht zu werden.

      Auch im Römischen Reich gab es eine hohe Arbeitsteilung und Spezialisierung im grunde war es genau das was es ermöglichte trotz niedrigem ERoEI eine hohe Produktivität zu erreichen, diese hohe Produktivität war absolut nötig um den riesigen Verwaltungsapparat und die vielen Truppen zu unterhalten, die für die Repression und die Einhaltung der Gesetze notwendig waren.

      Wenn dein Nachbar tatsächlich von der Hühnerzucht leben würde, würde er wohl viel mehr für ein Ei verlangen :D, da seine Pro Kopf Produktivität mangels Arbeitsteilung und Spezialisierung gegenüber heutigen wirtschaftlichen Betrieben sehr gering ist.

      Gerade die hohe Arbeitsteilung und Spezialisierung in unserer Wirtschaft und Gesellschaft ermöglicht aber eine hohe Produktivität und damit auch viel Freizeit in der man z.B als Hobby privat Hühner halten kann ;).

      • Hendrik Altmann sagt:

        Große Betriebe oder Konzerne simulieren praktisch ein pseudo Kollektiv, da die Struktur eines Kollektives hoch effizient ist in Sachen Produktivität.

        Nur ist es halt kein Echtes Kollektiv, ein nicht unerheblicher Teil der Produktivität muss für die Wünsche und Bedürfnisse der Arbeitskräfte investiert werden, diese Bedürfnisse gehen weit über die bloße Lebenserhaltung hinaus, in einem echten Kollektiv wären die Investitionen bei den Arbeitskräften nur für die Lebenserhaltung ausgegeben worden.

        Der andere Punkt ist Motivation, was die meisten von uns bei für die tägliche Arbeit im Betrieb motiviert ist wohl der Gehaltsscheck, es wohl auch viele die Spaß an ihrer Arbeit haben.

        Aber in einem echten Kollektiv wird jeden Tag an die absolute Leistungsgrenze des Körpers gegangen und auch darüber hinaus, das Belohnungssystem in den Gehirnen von Drohnen und Arbeitern in einem echten Kollektiv setzt die Arbeiter unter Drogen wenn sie besonders hart arbeiten ähnlich wie bei uns beim Sex, was die Produktivität noch einmal erheblich steigert.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Ach mir fällt immer noch was ein wenn ich auf absenden gedrückt habe :/

          Es gibt noch einen Unterscheid, in einem echten Kollektiv gibt man nichts auf Alterversorgung oder Pflege der Kranken und Bedürftigen, Alte die nicht mehr arbeiten können oder unproduktiv werden, werden einfach verwertet, recycelt, wenn eine Ameise schwer verletzt wurde in einem Kampft oder bei der Arbeit, versucht sie sich noch mit letzter Kraft in die Kolonie zu schleppen oder in die nähe um.. ja recycelt zu werden, sie weiss das ihr dort niemand helfen wird und das sie dort nur zu Nahrung weiter verarbeitet wird aber sie wird alles geben damit genau das geschieht, in unseren heutigen Betrieben kaum vorstellbar oder vielleicht doch?! :)

  5. Gast sagt:

    “ Gerade die hohe Arbeitsteilung und Spezialisierung in unserer Wirtschaft und Gesellschaft ermöglicht aber eine hohe Produktivität “

    Aber nur wenn die Kosten externalisiert werden können.
    Also wenn andere gemolken, oder die Umwelt belastet und künftige Generationen dafür zahlen werden.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Das ist noch einmal ein eigenständiger Mechanismus für sich, Umweltschutz und die Übernutzung des von Ökosystemen, die Übernutzung von Ökosystemen und der Mangel an Investitionen in Umweltschutz bieten einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, selbst wenn dem Konzern Umweltschutz sehr viel Wert ist bringt das nichts wenn er dadurch einen Nachteil erlangt, Außnahmen hier sind wenn man diesen Nachteil in einen Vorteil verwandeln kann, das geht nur darüber wenn die Kunden diesen Nachteil überkompensieren in dem sie freiwillig mehr für die Produkte zahlen.

      Also wenn man die Kunden über die Nachfrage in Verantwortung nehmen kann für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, der Nachteil wird hier jetzt übertragen auf den Kunden.

      Jetzt werden einige sagen wieso, Umweltschutz oder Nachhaltigkeit sind doch keine Nachteile, langfristig schonen wir so die Ökosysteme von denen wir abhängen.

      Grundsätzlich ist das richtig, nur der Konkurrenzkampf in der Wirtschaft und Gesellschaft läuft ja in Echtzeit ab, er geschieht jetzt und Moregn und in der Zukunft immer zu, jeder Zeit, solange es Leben auf der Erde gibt und solange es Leben auf der Erde geben wird, solange es Individuele Lebewesen in Konkurrenz zueinander gibt.

      Umweltschutz und Nachhaltigkeit können allerdings trotzdem funktionieren in dem alle diesen wollen oder gezwungen werden diesen zu wollen, dann kann Umweltschutz und Nachhaltigkeit ausgeklammert werden aus diesem Konkurrenzkampf.

      Wie soll das funktionieren?

      Naja das geht wieder nur über den Aufwand, die Gesellschaft muss hier übereinkommen ein Teil der Produktivität zu investieren in Verwaltung und Repression (Berhörden, Gesetze, Kräfte die diese Gesetze durchsetzen) um für alle hier die Spielregeln zu glätten.

      Nur in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigekeit müssen diese Gesetze und Regeln Global durchgestzt werden, da sie alle Menschen betreffen, ensprechend groß ist der Aufwand hier, den jeder einzelne Staat, jede Firma muss hier Überwacht, und bei nichteinhaltung über Behörden und Gewaltorgane zur Verantwortung gezogen werden, der Aufwand ist schlicht gesagt immens, was ist wenn bei so einem großen Vertrag wenn er mal zustande kommt ein Land sich nicht mehr daran halten will? Wer zieht es zur Rechenschaft? Wer richtet und führt die Strafe aus?

  6. Heinz sagt:

    Lieber Stefan!
    Das ist ein sehr informativer Beitrag, den Du da erstellt hast. Nun zu meiner Kritik, die hoffentlich konstruktiv ausfällt. Aus meiner Sicht, kann Dein System nicht das altägyptische Wirtschaftssystem erklären. Geld gab es in diesem System erst um etwa 450 v.Chr.. Und dann in 1. Linie damit man die griechischen Söldner bezahlen konnte. Aber immerhin hat das System mehrere Jahrtausende ohne Geld funktioniert und beträchtliche Überschüsse produziert. Bei uns in der Feudalepoche war es ähnlich, wenn auch viel dezentraler. Die Überschüsse wurden im wesentlichen durch abhängige Fronbauern erzeugt. Erst als die politisch Mächtigen daran gingen, anstelle dieser Naturalabgaben Geld zu verlangen, kam ein Geldkreislauf zu Stande. Das Geld wurde dann für die Generierung von militärischer Macht und 2. zur Befriedigung von Luxusbedürfnissen benötigt. Das Lehensaufgebot des Mittelalter beruhte auf persönlicher Beziehung bzw. Verpflichtung und war in ökonomischer Hinsicht zwar „billig“, aber notorisch unzuverlässig, wie die englischen Könige immer wieder feststellen mussten. Söldner hingegen sind jedermann treu, der sie bezahlt. Wo wir wiederum bei einem Problem der römischen Kaiserzeit sind, wo sich die Kaiser ihren Titel durch immer höhere Geldgeschenke an ihre Soldaten erkaufen mussten. Meiner Meinung nach ist jede Geldwirtschaft ein Machtinstrument. Insofern wäre die Beschränkung ökonomischer Macht zwar sinnvoll, aber leider zur Zeit ziemlich illusorisch. Auch die Römer vor der Kaiserzeit hatten das Problem erkannt und versucht die ökonomische Macht von der politischen Macht auszuschließen, indem sie ihren Senatoren (der politischen Klasse) nur bestimmte ökonomische Tätigkeiten erlaubt haben. Das hat aber dann keine Gestalten wie Crassus verhindert, die sich dann die politische Macht, d.h. Senatoren, gekauft haben. Oder politische Führer, wie Cäsar, die ihre politische und militärische Macht dazu genutzt haben, unverstellbar reich zu werden. Wir haben keine Institutionen, die die Geltung ökonomischer Macht irgendwie beschränken könnte. Im Gegenteil, sowohl Politik, als auch Ideologie sind immer mehr vom ökonomischen Gedankengut durchdrungen.
    Liebe Grüße
    Heinz

    • Stefan Wietzke sagt:

      Hallo Heinz,

      ich habe am Wochenende schon eine detaillierte Diskussion mit Robert Börning geführt der mir ein Diskussionspapier zu meinem Text geschickt hat.

      (ich hoffe, das wir das hier noch überarbeitet, im Sinne von gut lesbar, hier eintstellen können).

      Und es sind zwei ähnliche Fragen aufgekommen wie du sie hier stellst.

      Auch du gehst davon aus das Geld erst entsteht wenn du ein „Geldsymbol“ erstellst.

      Dem ist aber nicht so. Geld entsteht durch die Initierung eines Tauschaktes. Das eine ist ein synchroner Gütertausch (Gut gegen Gut) wie dein Beispiel mit den Ägyptern. Silber oder Gold gegen eine Dienstleistung (Militärdienst).

      Schuldgeld entsteht immer dann wenn der „Rücktausch“ nicht zeitsynchron, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Dazu benötigt man aber gar kein „Geldsymbol“. Es reicht vollkommen aus wenn der „Gläubiger“ und der „Schuldner“ das „Wissen“.
      Ob du die Forderung nun auf einen bunten Zettel schreibst, in einer Datenbank vermerkst oder das bloß im eingen Kopf vermerkst ist vollkommen unerheblich.

      Robert Börning hat da noch die sehr interessante Frage aufgeworfen wie sich denn andere Güterverteilungsmethoden die nicht auf Tausch beruhen darin einfügt. Also Raub und Geschenk. Kriege die Diskussion hier aus Platzgründen nicht unter, aber wie gesagt, kommt hoffentlich noch.

      “ Erst als die politisch Mächtigen daran gingen, anstelle dieser Naturalabgaben Geld zu verlangen, kam ein Geldkreislauf zu Stande.“
      Nein. Der Geldkreislauf kommt schon durch jeden Güterwechsel zustande. Also z.B. auch innerhalb eines einzelligen Lebewesens.

      Die Vewendung eines konvertiblen Gutes oder eines konvertiblen Schuldgeldes hat nur den Vorteil das ich es auch gegen andere Güter eintauschen kann als zufällig gegen die Güter die der Bauer hergestellt hat. Die Innovation war hierbei die Definition eines einheitlichen konvertiblen Gütergeldes. Das gab es in Ägypten aber schon vorher.
      Und zwar in der Form von Getreide und Bier. In dem trockenen Klima ist das gut lagerfähig und wird außerdem von allen benötigt. Damit ist es auch sehr wertstabil (deutlich mehr als Gold, das in „echten“ Krisenzeiten häufig seinen Wert verliert).

      Die zweite Frage ist die nach der Macht und der „fairen“ Güterverteilung. Das hat aber mit der Existenz von Geld und seiner Funktion zur Abwicklung möglichst flexibler und komplexer Gütertauschverfahren nichts zu tun. Diese Frage muss man völlig davon trennen.

      Gegen was jemand seine Tauschgüter eintauscht ist ihm überlassen, jedenfalls sofern es um das Mehr oberhalb der absolut überlebensbedürftigen Güter geht. Und alles was darüber hinausgeht sind „Luxusbedürfnisse“.
      Auch die Ritter wurden „bezahlt“ und zwar durch das LEhen das sie bekommen haben. Oft dürfte das sogar deutlich „werthaltiger“ gewesen sein als die Bezahlung der Söldner.
      Natürlich kann man sein Geld in Militär oder in Status oder in andere Leute (Bestechung) „investieren“ um dann dieses Investment dazu zu nutzen wiederum Einkommen zu generieren. Nur ist das kein Investment im kapitalistischen Sinn, denn es führt nicht zur Erzeugung zusätzlicher Güter sondern nur zu deren Umverteilung. Im Endeffekt ist das dasselbe wie die Investition eines Bankräubers in seinen Bruch. Der einzige Unterschied zwischen „Raub“ und „legaler Machtrendite“ ist die gesellschaftliche Konvention darüber was erlaubt ist und was nicht, bzw. was von der Gesellschaft geahndet wird und was nicht.

      “ Insofern wäre die Beschränkung ökonomischer Macht zwar sinnvoll, aber leider zur Zeit ziemlich illusorisch.“
      Das finde ich jetzt ziemlich pessimistisch, denn es würde bedeuten das wir Gesellschaften nicht gestalten können. Es ist immer die Entscheidung einer Gesellschaft wieviel ungleiche ökonomische Machtverteilung wir zulassen.

      Deswegen hat ja der Kaynjansimus in Verbindung mit dem Markt so gut funktioniert. Der „Markt“ sorgt für eine zeitliche Befristung der Kapitalrenditen und die „Umverteilung“ über Steuern sorgt dafür das die Reichen ihre Kohle nicht bunkern (akkumulieren) und damit dem System entziehen.

      „Im Gegenteil, sowohl Politik, als auch Ideologie sind immer mehr vom ökonomischen Gedankengut durchdrungen.“
      Na von was den sonst? Ohne Ökonomie wären wir gar nicht existenzfähig. Und wenn wir wollen das es uns besser geht muss die Güterproduktion (damit sind auch Dienstleistungen wie Lehrer, Ärzte, Wissenschaftler usw. gemeint) pro Kopf steigen.

      Das Problem ist nur das das mit dem Wachstum in den hoch entwickelten Nationen nicht mehr funktioniert. Und das liegt daran das die Kapitalrenditen inzwischen so niedrig sind das sie nicht mehr „handlungsanleitend“ sind. Deswegen ist das „System“ wieder auf Machtrenditen umgestiegen, von denen du ja einige Methoden schön beschrieben hast.

      Der Kapitalrenditeanreiz geht dabei aus zwei Gründen zurück:

      1. Die Produktivität steigt nicht (mehr) schnell genug.
      2. Der Geldwert zeigt normallerweise keine Inflationonären, sondern deflationäre Tendenzen.
      Das hat Ulrike Herrmann hier schön erklärt

      https://www.youtube.com/watch?v=DevFmFwxpvQ

      Damit verschwindet zusätzlich der Investitionsanreiz. Damit wird dann selbst (technisch) mögliches Wachstum unterminiert.

    • Stefan Wietzke sagt:

      P.S.
      “ Meiner Meinung nach ist jede Geldwirtschaft ein Machtinstrument.“

      Nicht die Geldwirtschaft an sich ist ein Machtinstrument, denn eine Wirtschaft ist entweder eine Geldwirtschaft oder sie ist gar nicht.

      Das Machtinstrument ist nicht die Geldwirtschaft selbst, sondern die Verfügungsgewalt über die Freiheitsgrade die das Geldsystem enthält.
      Denn wer da die Finger drauf hat entscheidet bei wem die produzierten Güter am Ende landen.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Es ist eigentlich recht einfach, wer große teile des Finazsystems/ des Handels kontrolliert, bekommt auch Kontrolle über Produktivität und kann damit größere Gewaltorgane unterhalten, damit wiederum Besitzansprüche durchsetzen oder verteidigen.

      • Patrick sagt:

        Zwei spontange Fragen, Stefan:

        – wer ist dieser Robert Börning?

        – an einer Stelle bin ich etwas verwirrt: Der Kapitalismus neigt offenbar zur Deflation.

        In deinem Text „Energie, Rendite, Kapitalismus…“ hast du an einer Stelle geschrieben:

        „Die Wirtschaft wächst nun zwar nicht mehr, aber überall kann man weiterhin fantastische Renditen ausweisen. Natürlich war in der gesamtwirtschaftlichen Rechnung zu sehen dass das nicht aufgeht. Aber anstatt sich mit den Ursachen zu befassen wurden einfach die Zahlen frisiert (man sehe sich nur mal die methodischen Veränderungen bei der Ermittlung von BIP und Inflationsrate an) und mehr von der immer noch falschen Medizin verabreicht.“

        -> bei der Manipulation der Inflationsrate gehe ich davon aus, dass du natürlich meinst, dass sie künstlich nach unten gedrückt wird, also die Inflationsraten real höher waren (was ja auch „gefühlt“ häuig genau so war). Das gleiche hat ja auch Chris Martenson in seinem „Crash Course“ aufgezeigt.

        Wie passt es dann zusammen? Oder siehst du es so, dass dies erst auftrat, als der Kapitalismus bereits seinen Horizont überschritten hat…wir sozuagen schon wieder im Machtrenditen-System stecken?

        • Stefan Wietzke sagt:

          Frage 1: Robert Böning ist ein Leser dieses Blogs der mir über Norbert einen wirklich umfangreichen Kommentar zu meinem Geldartikel hat zukommen lassen.
          Da haben wir dann am letzten Wochende mal einiges über E-Mail diskutiert.

          Frage 2: Um wohlstandssteigerndes Wachstum zu generieren musst du ja in zwei Schritten vorgehen. Im ersten Schritt muss durch Produktivitätswachstum Arbeitskraft freigeschaufelt werden. Der Marktdruck sorgt dann dafür das die Preise für diese Produkte tendentiell fallen. Denn wenn die Produktivität steigt bedeutet das, das der Aufwand sinkt.
          Das ist der Teil der deflationär ist.

          Nun muss allerdings etwas folgen. Die freigesetzte Arbeitskraft muss wieder reaktiviert werden um zusätzliche Produkte zu erstellen. Das können mehr von schon bestehenden sein oder die bestehenden können verbessert werden (aufwändiger) oder es entstehen ganz neue Produkte.

          Tauchen die am Markt auf dann setzt wieder eine Preisverminderungsdruck ein.

          Das trotzdem Inflationsraten „schön gerechnet“ wurden hat ja nicht nur Chris Martenson für die USA dargestellt, sondern alle Änderungen der Berechnungen in der EU hatten auch die Tendenz eher zu niedrigeren Inflationsraten zu führen. Die Frage ist nur wie viel das tatsächlich ausmacht.
          Schon aus methodischen Gründen liegt der Messfehler bei mindestens 1-2%. Und warum das so ist hat Martenson schön dargestellt. Denn exakt kann ich die Preisveränderung eines Produktes nur erfassen wenn es sich nicht verändert. Aber das gilt eben für kaum ein Gut.

          Es gibt allerdings noch eine zweite Verfälschung der Wachstumszahlen. Und das ist die nominale (also nicht inflationsbereinigte) Veränderung des BIP. Das BIP misst ja nicht die Menge an produzierten Gütern sondern nur die Güter die über das offizielle Geldsystem getauscht werden. Alles was subsidär, privat oder per Schwarzarbeit und Schmuggel abgewickelt wird ist da nicht enthalten (weshalb auch die Leute in sehr armen Ländern nicht von 1$ leben, da sie vor allem von selbst erzeugtem leben. Aber sie haben nur 1$ um nicht selbst erzeugte Güter hinzuzukaufen).

          Aber jetzt zu meinem Punkt:
          In den letzten 30 Jahren ist die Frauenerwerbsquote stark gestiegen, was übrigens begrifflich nicht stimmt, denn gearbeitet haben Frauen immer wie die Wilden (ging ja gar nicht anders). Nur diese Arbeit war subsidär, wurde also in der Familie oder im nahen Umfeld erbracht.

          Nun wurde ein Großteil dieser Arbeit in den Markt gestellt. Also Kindergarten, mehr Schulausbildung, Ganztagsbetreuung aber auch die Zubereitung der Mahlzeiten. Ein Fertiggericht oder eine Imbissbude sind ja nichts anderes als subsidäre Arbeit in den Markt zu stellen. Aber auch wenn jemand seine Garage selber hoch zieht taucht das eben nicht im BIP auf.
          Dadurch bläht sich das BIP auf ohne das sich die tatsächliche Güterversorgung
          ändert. Denn für mich als Konsument besteht mein Güterportfolio ja immer aus beidem. Also den geldbewerteten Gütern und den nicht geldbewerteten Gütern. Und mein Verdacht ist das in den modernen Industriestaaten ein erheblicher Teil des BIP-Wachstums genau auf diese Verschiebung zurückzuführen ist. Das BIP wächst dabei tatsächlich, aber der Wohlstand wächst eben nicht.
          Übrigens gibt es auch den gegenläufigen Effekt. Konzepte wie „Selbstbedienung“ oder das IKEA-Prinzip beim Möbelzusammenbau sind Verfahren bei denen man bisher geldbewerte Leistungen wieder in den „privaten“ Sektor zurückdrückt. Das allerdings wirklich mit harten Daten zu quantifizieren ist ein äußerst schwieriges und aufwändiges Verfahren.

          Deine letzte Frage:
          „Oder siehst du es so, dass dies erst auftrat, als der Kapitalismus bereits seinen Horizont überschritten hat…wir sozuagen schon wieder im Machtrenditen-System stecken?“

          Ja, dass glaube ich. Der „Renditeschock“ in den 70ern hat dazu geführt das man begonnen hat wieder auf Machtrenditen zu setzen. Erst hat man die Löhne gedrückt und die Sozialleistungen beschnitten und dann die Spekulation ausufern lassen.

          Das fatale an dem System ist ja (und da bin ich ganz bei Flassbeck) das man dadurch die Kaufkraft drückt und damit Investitionen in zusätzliche PRodukte unmöglich macht. Es gibt dann nämlich keinen mehr der die kaufen kann. Und noch schlimmer wird das wenn die Vermögensakkumulatoren (die richtig Reichen) ihre Kohle auch nicht raus hauen. Und da ist es sogar egal für was.
          Interessanterweise ist Bill Gates der einzige der sich systemkonform verhält. Er will sein Vermogen das er hat tatsächlich ausgeben (soll 20 Jahre nach seinem Tod weg sein). Das er es noch für äußerst sinnvolle Sachen ausgibt (er könnte ja auch Schlösser bauen, anstatt die Forschung für Malariaimpfstoffe zu finanzieren) ist dabei sogar zweitrangig. Durch das Ausgeben entstehen nämlich Jobs. Und sie entstehen immer nur durch das Ausgeben.

          Wie gesagt, ob das jetzt immer sinnvolle Güter sind ist eine andere Frage. Die muss jeder für sich selbst beantworten und Gesellschaften auch insgesamt indem sie entscheiden wofür sie ihre Steuern verwenden.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Wobei ich denke das, das nur ein trmporäres Problem ist, also die deflationären Tendenzen, langfristig wird die Inflation und das wegbrechen von Produktivität unser Hauptproblem werden.

            hier muss man einafch die Verbindung von Gesamt ERoEI, Systemkomplexität, Energieeffizienz und Produktivität sehen.

            Unser gesamtes Wirtschaftssystem ist im Moment hoch sensibel und verwundbar, zum einen wegen des immer weiter fallenden Gesamt ERoEI, zum anderen weil Maschinen kaum mehr Fortschritte in der Energieeffizienz machen und falls doch dann mit immensen Energieinvestitionen.

            Praktisch fährt das gesamte Wirtschaftssystem im Moment in die Spitze einer Grenznutzenkurve, geht hier irgendwas schief geht es relativ schnell abwärts, da sich die oben genannten Faktoren dann gegenseitig verstäreken, fällt der Gesamt ERoEI z.B. weiter ab wird sich die Systemkomplexität verringern, was dann zu niedriger Energieeffizienz führt, was wiederum die Systemkomplexität weiter verringert usw.

            Das Wachstum kommt in der Spitze einer Grenznutzenkurve praktisch zum erliegen, ich denke an dem Punkt sind wir gerade, keine Ahnung wie lange diese Phase dauert, aber ich gehe von 1-3 Jahrzehnten aus, je nach dem wie stabil wir den Gesamt ERoEI halten können, fall etwas katastrophal schief gehen sollte kann das natürlich viel schneller abwärts gehen, ein großer Krieg im nahen Osten oder ein Konflikt zwischen Russland und der Nato wäre wohl solche Fälle.

            • Stefan Wietzke sagt:

              Inflation kann ja nur entstehen wenn die Wirtschaft nicht in der Lage ist die Güter bereitzustellen, die nachgefragt werden. Deshalb ensteht die auch immer nur nach Kriegen (Zerstörung von Güterreserven und Kapital, also Produktionsmitteln) sowie durch innergesellschaftliche Kapitalvernichtung (z.B. Simbabwe). Dann kommt es zu einer Hyperinflation die denn Geldwert auf 0 dreht. Das geht immer sehr schnell. Aber das ist nicht das Problem da ja lediglich Illusionen beseitigt werden.
              Das gibt einen heftigen und kurzen Schock, der aber gesellschaftlich durchaus verkraftbar ist.

              Das war auch 1929 nicht das Problem, obwohl dieses Gerücht noch immer verbreitet ist. Die wirtschaftlichen sozialen Verwerfungen kammen durch die folgende Deflation zu Stande die dann den Wiederaufstieg verhindert hat.

              Eine Art energieseitige Inflation gibt es erst dann wenn die Produktion auf Grund mangelnder Energieversorgung nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. Also so wie in Nordkorea, wo selbst die wenigen vorhanden Fabriken nicht produzieren können weil ihnen schlicht die Energie fehlt.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Aber hier muss man auch stark unterscheiden, sinkt die Produktivität aus Mangel an Nettoenergie also einem immer weiter fallendem Gesamt ERoEI, ist das was anderes als wenn Fabriken schliessen aus Mangel an Energie gnerell gesehen.

                Zu Zeiten des zweiten Weltkrieges war der Gesamt EroEI viel höher als heute, es war recht einfach die Fabriken und Städte wieder aufzubauen mit den Massen an Nettoenergie im Hintergrund.

                Bei einem Mangel an Nettoenergie also einem neidrigem Gesamt ERoEI bei der Energieversorgung wäre es sehr schwierig alles wieder aufzubauen bzw. überhaupt zu erhalten.

                Fällt die Produktivität aus Mangel an Nettoenergie immer weiter ab was in den nächsten 1-3 Jahrzehnten sehr wahrscheinlich ist, steigt die Infaltion immer weiter an, die Löhne steigen aber nicht, das ist der Wohlstandsverlust der durch den immer weiter fallenden Gesamt ERoEI verursacht wird.

                Auch heute sind es nur die Effizienzgewinne bei Maschinen die uns davor bewahren, diese Effizienzgewinne haben bisher den fallenden Gesamt ERoEI ausgeglichen, überkompensiert.

                Nur steigt der Auwand für Effizienzgewinne exponentiell an je weiter ich mich dem physikalischen Optimum annähere, die übliche Greznutzenkurve.

                Das hat zur Folge das wir den fallenden Gesamt ERoEI nicht mehr kompensieren können, zuerst versiegt das Wachstum, dann geht es Bergab das Schrumpfen beginnt, warum schrumpfen wenn wir in der Grenznutzenkurve bei Energieeffizienz einfach oben in der Spitze verharren könnten?

                Ganz einfach weil der Gesamt ERoEI weiter abfällt und das jetzt viel schneller als wir veränderungen bei der Energieeffizienz schaffen könnten.

          • Patrick sagt:

            Hm, vielleicht passt es da auch irgendwo ins Bild, dass wir ja eine gewisse Tendenz zu immer größeren Konzernen haben.

            Je größer sie werden, desto mehr Macht haben sie – spätestens als Global Player. Unter diesem Aspekt könnte es durchaus sein, dass der „freie Wettbewerb“ auch immer weniger funktioniert, da wir eben zunehmend in Richtung Oligopole steuern. Dadurch schwächt sich möglicherweise der Konkurrenzkampf ab und im Gegensatz zu vielen Mittelstandsunternehmen können die ihre Margen einfahren, auch wenn es wirtschaflich schwieriger ist. Das sind dann wohl solche Firmen, die auch die Börsenheinis immer als „sicheren Hafen“ ansehen. Und der Logik nach müsste dann auch der Preisverminderungsdruck nachlassen.

            @Hendrik
            Ich meine, dass ich auch irgendwann mal sinngemäß gelesen hätte, dass wenn ein Geldsystem seinem Ende entgegen geht, zuerst die Deflation und anschließend die gewaltige Inflation kommt.
            In welchem Zusammenhang und wo ich das gelesen habe, weiß ich aber nicht mehr.

            • Hendrik Altmann sagt:

              Natürlich ist Größe macht, je mehr Produktivität ein Konzern oder eine Regierung unter Kontrolle bringen kann in der Welt desto mehr Einfluss hat man auf einfach alles, Produktivität bestimmt auch das Gewaltpotential was hinter dir steht und damit worauf du alles deinen Besitzanspruch ausweiten kannst.

              Deswegen muss die Wirtschaft hier reguliert werden, ansonsten wären am Ende wenige Megakonzerne übrig die alles und jeden besitzen würden, dafür gibt es die Kartellbehörden und andere Staatsorgane.

              Es gibt aber auch einen Natürlichen Mechanismus, was passiert wenn auf dem Schulhof der stärkste und größte jeden anderen drangsaliert?

              Richtig alle Verbünden sich gegen ihn, die gute alte Koallition.

              So z.B. der IS im nahen Osten, der wird keine freude mehr haben, bis er komplett zerschlagen und zersplittert ist.

              Infaltion ist einfach die Folge aus sinkender Produktivität, nur das diese Infaltion nicht kurzweilig anhalten wird sondern über einige hundert Jahre gehen wird in Zukunft, weil sich der Gesamt ERoEI auch über einen langen Zeitraum, auf ein niedriges Niveau wieder einpendeln wird, so wie die vielen zehntausende Jahre zuvor.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Das geht erst richtig los. Mit der zunehmend Anzahl der EE-Anlagen nimmt die Volatilität der Einspeisung noch zu, denn dummerweise hat ganz Westeuropa eine ziemlich ähnliche Wetterlage (der Wind weht überall oder nirgends, die Sonne scheint überall oder nirgends). Ausreicende Durchmischungseffekte auf die viele hoffen gibt es nur wenn man das Verbundsystem über Nordafrika, den Nahen Osten und Russland bis zum Ural ausweitet.

      Das hat einen fatalen Effekt für die Erzeugung. Es kommt dann gerade zu den Zeitpunkten wenn die Anlagen besonders viel Strom erzeugen zu massiven Überspeisungen. Das bedeutet das die Anlage abgeregelt werden müssen damit das Netz nicht zusammenbricht. Die Folge ist das gerade die „besten“ Produktionszeiten verloren gehen was dann zu einem massiven Rückgang der nutzbaren Vollaststunden führt. Da nützt dann auch das ausgebaute Netz nichts.

      Sind nur relativ wenig Anlagen in Betrieb, liegt die installierte Leistung also unterhalb der benötigten Netzlast, tritt das Problem noch nicht auf.
      Da aber gleichzeitig auf Grund der nicht vorhandenen Durchmischungseffekte auch die Versorgungslöcher bestehen bleiben muss ich gleichzeitig den gesamten konventionellen Kraftwerkspark aufrecht erhalten. Denn muss ich allerdings im Wechsellastbetrieb fahren können, was sowohl die Anlagen- wie die Betriebskosten massiv nach oben treibt.

      Auch wird niemand z.B. einen Braunkohletagebau betreiben wenn er nur noch einen relativen geringen Teil der bisherigen Kohlemenge benötigt.
      Da bleiben dann nur Steinkohle und Gas übrig. Aber auch hier steigen die spezifischen Kosten wenn die Menge verringert wird. Denn da weiterhin die maximale Leistungsspitze konventionell erzeugt werden muss, kann ich ich die Infratstruktur nicht eindampfen. Sie wird damit extrem teuer (die selben Kosten verteilt auf die halbe Gütermenge verdoppelt den spezifischen Preis).
      Und das alles bei 1,6% Primärenergienanteil für Windkraft und PV von 1%. Das ist wirklich gigantisch.

      Speicher sind nicht in Sicht. Hinzu kommt das der größte Teil des produzierten Stroms durch die Speicher gehen muss, wodurch sich der Wirkungsgrad (über alle Prozessschritte und unabhängig von der Speichermethode) in etwa halbiert.
      Hinzu kommt das die Speicher nur in den „Überschussphasen“ gefüllt werden können. Die sind aber nur gegeben wenn die Stromproduktion oberhalb des Verbrauchs liegt. Da das für alle Windräder gleichzeitig gilt muss der Speicher in extrem kurzer Zeit gefüllt werden.
      Dazu müssen erst mal die Leitungsnetze da sein und die Speichertechnik in der Lage sein diesen auch zu „verarbeiten“. Das bedeutet z.B. bei Pumpspeichern dass die Pumpen gigantische Wassermengen in kürzester Zeit hoch pumpen müssen. Das geht nur mit gigantischen Anlagen (sofern die technisch überhaupt realisierbar sind). Auch Batteriespeicher kann man nicht beliebig schnell laden und von Power-to-Gas braucht man in diesem Fall schon mal überhaupt nicht zu reden.

      Größenordnungsmäßig ist das ohnehin unbeherschbar.
      Decken wir den Stromverbrauch mit Wind und können das vollständig speichern bedeutet das, das in jedem Quadrat von 2,6 km Kantenlänge 10 Windräder der 3 MW Klasse stehen müssen.

      Die einzige CO2-arme Möglichkeit besteht heute darin die Grundlast mit AKWs zu decken, dann Wind ohne Speicher „zufüttern“, was bei 15-20% und geschickter Verteilung machbar ist und den Rest mit Gas decken. (das bügelt dann auch die Volatilitäten aus).

      • Hendrik Altmann sagt:

        Naja Reservekraftwerke, oder Industrieanlagen die Strom gegen Geld vernichten sind ja so etwas wie Speicher, oder andere Länder die gegen Bezahlung Strom abnehmen.

        Nur sind das sehr teure Alternativen, was zeigt das selbst bei 15-20% schon die Speicherproblematik besteht.

        Physikalisch ist das ja auch logisch, wenn der Strom nicht direkt in der Industrie für Produktivität verbraucht wird beseht immer eine Speicherproblematik, genauso herum wenn nicht immer die Strommenge für die Industrie bereitgestellt werden kann.

        Schon bei 15-20% verursacht die Speicherproblematik hier bei uns in Deutschland große Kosten, Windparks müssen oft abgeschaltet oder der Strom gegen Geld verschenkt werden, andere Länder bauen Phasenschieber usw.

        Klar ist das nur der Anfang, die Kosten werden weiter explodieren, ist auch nur eine Seite der Medaille, geht der Ausbau in der Welt weiter so stark voran, sinkt der Gesamt ERoEI auch immer schneller ab und wir rasen schneller in die weltweite Dauer Reezession als uns lieb ist.

        • Stefan Wietzke sagt:

          Die Österreicher und Schweizer haben da längst ein Geschäft draus gemacht. Die lassen sich von uns die Stromabfallentsorgung bezahlen, füllen damit ihre Pumpspeicherkraftkwerke und verkaufen uns dann das Zeug als teure Regelenergie wieder zurück.

          Aber wir sind halt nett zu unseren Nachbarn. Mit den Schiffssubventionen haben wir koreanischen Werften ja auch hübsche Extragewinne beschert.

          Übrigens kam mir letztens ein schöner Vergleich unter. Die gesamten Forschungsmittel des Bundeshaushaltes (über alle Gebiete hinweg) betragen eta 13 Millarden Euro. Die aktuellen jährlichen EEG-Subventionen liegen inzwischen deutlich über 20 Millarden Euro. Na da hätten wir doch eine ganze Menge Forschung für tatsächlich zukunftsfähige Energietechnologien finanzieren können.

          Inzwischen ist der größte Teil der Arbeitsplätze in der EEG-Branche wieder verschwunden. Und darüber hinaus natürlich auch die Jobs in der klassischen Energiewirtschaft plus die Arbeitsplätze durch den Kaufkraftverlust der Subventionen.

          Das schlimme daran ist einfach das diese gigantischen Mittel ja nur einmal ausgegeben werden können. Die fehlen halt an anderer Stelle.
          Man kann nun mal die Thermodynamik nicht aushebeln.

          Juristen haben es da einfacher: „Gesetze? Gesetze kann man ändern.“

Diesen Eintrag kommentieren: