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Summer Academy des Club of Rome (Gastbeitrag)

Standard Run Szenario aus dem Buch "Limits to Growth" (1972), mit einer aktualisierten Grafik von Charles Hall und John Day aus "Revisiting Limits to Growth After Peak Oil"

Ich veröffentliche hier einen Gastbeitrag von Michael, der an der Summer Academy des CoR 2017 teilgenommen hat.

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit den Themen Ressourcen und Nachhaltigkeit. Über viele Umwege habe ich erkannt, dass Energie dabei eine Schlüsselrolle darstellt. Jeder der sich mit den Problemen rund um diese Thematik beschäftigt wird nicht um den Club of Rome und dessen Modell herumkommen. Da in meinem sozialen Umfeld die Anzahl derer, welche ebenfalls sich mit der Materie auseinandersetzen, verschwindend gering ist empfand ich die erstmalig stattfindende Summer Academy des CoR als gute Gelegenheit mich mit gleichgesinnten Menschen auszutauschen.

Angekommen in Florenz wurden wir von Prof. Bardi und Graeme Maxton (Generalsekretär des CoR) empfangen. Bei den Teilnehmern dieser Veranstaltung handelt es sich aus Menschen aller Couleur jedoch für einen überwiegenden Anteil der Teilnehmer waren die Reporte des Clubs Neuland.  Auch muss erwähnt werden, dass die Mitglieder des CoR selber in zwei Lager gespalten sind.Ein Lager rund um Prof. Bardi verweist auf das Problem, dass wir weit von jeder Nachhaltigkeit entfernt sind und eine schmerzliche Anpassung des Systems bevorsteht. Ein zweites Lager versucht jedoch Lösungen bzw. Verbesserungsvorschläge zu präsentieren welche teils Konträr zu den Aussagen des ersten Lagers sind. Zwischen diesen zwei Lagern herrscht eine große Diskrepanz was man in den Vorlesungen der verschiedenen Mitglieder des CoR zu spüren bekommt. Auch sind viele Vortragende nicht selbst Mitglied des CoR was zu einer gewissen Diskrepanz mit den Aussagen des CoR geführt hat. Einprägend war die Situation, nach einem sehr hoffnungsvollen Vortrag von Dr. Mathis Wackernagel vom Global Footprint Network, als Prof. Jorgen Randers Herrn Wackernagel persönlich angriff und dessen Präsentation als kompletten Unfug bezeichnete. Zum Vortrag von Jorgen Randers empfehle ich den Artikel auf Prof. Bardis Blog.

Äußerst interessant war auch ein von der EU finanziertes Computermodell, welches ähnlich dem vom Club of Rome ist. Wir durften in Gruppen dieses Computermodell mit Zukunftsprognosen bis 2050 füttern (Bevölkerungswachstum, Wachstum erneuerbarer Energien, Abfall in der Ölförderung…). Das Ergebnis war fast schon erschreckend. Nicht einmal die optimistische der 3 Gruppen konnte ein tragbares Ergebnis erzielen. Es braucht zwar noch ungefähr 2 Jahre bis das Computermodell fertig ist und die Ergebnisse veröffentlicht werden aber der Vorgeschmack war nicht sehr aufbauend (hier mehr dazu).

Die Vorträge des CoR waren vor allem an jene Teilnehmer gerichtet, welche sich noch nicht wirklich mit der Materie befasst hatten. Großartig war aber die Möglichkeit in persönlichen Gesprächen über komplexe Themen mit Menschen zu reden, welche das selbe Interesse teilen.

In verschieden Workshops mussten wir nach Lösungen für verschiedene Probleme suchen. Als Beispiel möchte ich das Fishbank Game von Meadows nennen, in welchem wir in verschieden Gruppen einen fiktiven Hafen befischen. Ziel des Spiels ist es aufzuzeigen wie schwierig eine nachhaltige Befischung mit verschieden Parteien ist. Obwohl wir eine große Gruppe von nachhaltigkeitsliebender Leuten waren, gestaltete es sich äußerst schwierig gemeinsam eine Lösung für die Befischung zu finden. Es war fast schon traurig zu erkennen, dass es in Wirklichkeit eine Sache der Unmöglichkeit ist einen globalen Konsens in wichtigen Themen wie Nachhaltigkeit und Ressourcennutzung zu finden.

Den letzten Workshops blieb ich fern, weil es vor allem um eine Lösungsfindung ging und ich persönlich nicht mit einer Lösung rechne. Zumindest ist mir noch keine plausible zu Ohren gekommen. Außerdem hat uns Prof. Bardi sehr anschaulich anhand des Modells des CoR erklärt, dass jede Lösung die Gefahr birgt die Fallhöhe zu vergrößern. Wenn der Club of Rome seit 1972 keine Lösung gefunden hat, dann mach ich mir persönlich keine Hoffnung in der kurzen Zeit welche wir noch haben (laut Modell) eine zu finden.

Fazit der Veranstaltung: Wir folgen sehr gut dem Standardmodell des Club of Rome und der Point of No-Return wurde schon überschritten. Hätte man 1972 drastische Schritte unternommen dann hätte man noch das Schlimmste verhindern können.

PS.: Der Club of Rome hat sich sehr Mühe gegeben mit der Summer Academy wobei Wein und Kultur auch nicht zu kurz gekommen sind.

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35 Kommentare to “Summer Academy des Club of Rome (Gastbeitrag)”

  1. Hendrik Altmann sagt:

    Der Point of no return wurde überschritten als das erste Leben auf der Erde Fuß fasste, ab da an gab es für das Leben nur ein Credo, Vorwärts um jeden Preis, Rückzug war nie eine Option.

    Die niedrigste Fallhöhe hat das Leben auf der primitivsten Stufe, Gott sei dank hat das Leben keine Höhenangst :)

  2. Galaske, Heinz sagt:

    Zur Nachhaltigkeit wird ein Grundsatz total vernachlässigt, auch in diesem Beitrag: Es gibt keine nachhaltigen Produkte, es gibt nur nachhaltige Lebensstile, daher nur verbrauchen, was die Natur regenerieren kann. Im Übrigen funktioniert die Natur genau so, alles Leben das sich daran nicht hält verschwindet, von der Bakterie bis zum Menschen.

    Heinz Galaske

    • Hendrik Altmann sagt:

      Es gibt auch keine nachhaltige Lebensstile, den es wird in jedem Fall arbeitsfähige Energie verbraucht, ist keine arbeitsfähige Energie mehr vorhanden verschwindet auch jedes Leben, arbeitsfähige Energie ist endlich, daher ist kein nachhaltiges Leben möglich, das Universum stirbt seinen langsamen Tod, da arbeitsfähige Energie in immer geringerem Maße durch Prozesse bereit gestellt wird, das Universum hat seinen Peak Energy hinter sich gelassen.

      Dabei entscheidet der Erntefaktor bei der Energienutzung über die Komplexität der Systeme und der Lebensformen solange die anderen Umweltfaktoren Leben zulassen.

      Die Selektion richtet sich dabei auf die effizienteste Energienutzung, um die höchstmögliche Produktivität für Wachstum zu erzeugen, die höchstmögliche Effizienz kann nur durch hohe Spezialisierung in den etsprechenden Umweltnischen erreicht werden.

      Die Anpassung an die zu Verfügung stehenden Energiequellen geschieht hier automatisch, die Menschheit kann auch sehr erfolgreich bei einem Erntefaktor von 3 überleben, also dem Lebensstandard von Antike und Mittelalter.

      Da uns die Sonne noch recht lange mit arbeitsfähiger Energie stabil versorgen wird, mache ich mir erstmal keine Sorgen um die Zukunft der Menschheit.

      Auch ist es sehr wahrscheinlich das Systeme des Lebens anderswo im Universum existieren und immer wieder neu entstehen bzw. verschwinden, die einzige Frage die bleibt, wie Komplex kann Leben werden und welche neuen Fähigkeiten könnten erlangt werden?

  3. Maxima Virilem sagt:

    Falls Interesse besteht, hier ein Link zu den Präsentationsfolien der verschieden Vortragenden: https://www.dropbox.com/sh/nkfmwty0som4m0e/AAC0KwKsHOm10WwB5z7edfXla?dl=0

  4. Hendrik Altmann sagt:

    Was für uns hier auf der Erde Peakfossil ist, ist im Universum wohl Peak Wasserstoff.

    Im Universum werden leichte Elemente zu schwerere Elemente fusioniert, dabei entsteht arbeitsfähige Energie, wobei erst eine bestimmte Menge an arbeitsfähiger Energie vorhanden sein muss in Form von Wärmeenergie und potentieller Energie um den Fusionsprozess zu starten oder aufrecht zu halten.

    Je schwerer die Elemente sind die fusionieren desto höher muss der Energieinvest sein, das bedeutet das der Fusionsprozess auf Sternen begrenzt ist auf relativ leichte Elemente, da Sterne eine Maximalgröße haben über diese sie nicht existieren können, es wird also einen Punkt geben an dem der Großteil der leichten Elemente fusioniert ist zu schweren Elementen, ab diesen Punkt wird es dunkel und kalt im Universum und die Systeme des Lebens werden keine Grunlage mehr für ihre Existenz haben, ab diesen Punkt kann man sagen, das Universum ist tot.

    Somit hat das gesamte Leben im Universum eine Uhr die abläuft, die Frage die ich mir stelle ist, gibt es die Möglichkeit für das Leben diesem Schicksal zu entkommen, vielleicht aus einem besonders komplexen System des Lebens irgendwo im Universum irgendwann?

    Den falls dieses Universum wirklich von irgend einer Macht erschaffen worden ist dann vielleicht damit Systeme des Lebens diesen Weg, diese Möglichkeiten finden.

    Natürlich kann das Universum auch eine zufällige Anomalie im Nichts sein, wo die Parameter zufällig so gesetzt sind das Systeme des Lebens möglich sind.

    So oder so die Zeit für das Leben im Universum läuft langsam ab, mehr als die Hälfte aller leichten Elemente die in Sternen fusioniert werden können ist schon fusioniert, es wird kälter im Universum…

    • M.U. sagt:

      Und wo genau ist da jetzt der Bezug zum Blog? Ist ja alles ganz toll Abstrakt und abgehoben, aber ich persönlich denke lieber über die Murmel auf der wir leben nach. Der Tot des Unversums in einigen Milliarden von Jahren tangiert weder mich noch die nächsten Tausend Generationen.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Diese Seite bzw. auch der Club of Rome beschäftigen sich damit eine Lösung für etwas zu finden für das es keine Lösung gibt, das hab ich in all den Jahren für mich heraus gefunden seit dem ich mich mit der Thematik befasse.

        Was mich jetzt noch interessiert ist das Warum, warum es dieses Universum gibt, warum es das Leben gibt und den Sinn von all dem, wohin die Reise geht und woher alles her kam.

        Wie sich Systeme des Lebens entwicklen ist fest vorher bestimmt, daran kann niemand etwas ändern, wie sich unser Wirschaftssystem etwickelt ist praktisch schon in Stein gemeisselt.

        Weder der Club of Rome noch irgend einer der Menschen auf diesen Planeten kann die Regeln ändern nach denen sich die Systeme des Lebens entwickeln, zu diesen Systemen gehört eben auch unser Wirtschaftssystem, es ist so als ob wir hier diskutieren die Gesetze der Physik zu ändern.

        Mein Interesse besteht darin noch etwas dazu zu lernen, einen neuen Einblick zu den Mechaniken zu erlangen wie die Systeme funktionieren, aber auch eine Reflektion zu bekommen ob meine Schlussfolgerungen eventuell falsch sind.

        Ich suche keine Lösung für etwas was so gut funktioniert wie es nur funktionieren kann, ich sehe hier keinen Sinn mehr drin.

        Die Systeme und ihre Funktionsweise ist das was mich noch brennend interessiert, aber nicht der Versuch einem Gespenst hinter her zu jagen.

        Und um zu verstehen wie wir Menschen und das Wirtschaftssystem funktioniert hilft es enorm den Blick auf andere Systeme des Lebens zu richten(Ökosysteme), bzw. über die Erde hinaus zu schauen und das Universum als System zu betrachten.

        Um auf den Block einzugehen, der Club of Rome rennt diesem Gespenst hinter her, dieser Illusion etwas an der Funktionsweise zu ändern wie die Systeme des Lebens funktionieren, nur liegt das weit ausserhalb unserer Macht und ist damit praktisch Zeitverschwendung, viele meiner letzten Kommentare versuchten dies darzustellen.

        • h.c. sagt:

          Diese Seite bzw. auch der Club of Rome beschäftigen sich damit eine Lösung für etwas zu finden für das es keine Lösung gibt, das hab ich in all den Jahren für mich heraus gefunden seit dem ich mich mit der Thematik befasse.

          Ich denke mal die ‚Lösung‘ insofern es eine gibt und man dies als eine bezeichnen möchten hat schon Assimov sehr gut in der Foundation-Reihe thematisiert: Den Zyklus und das folgende Chaos werden wir nicht aufhalten können. Nach dem Aufstieg gibt es ein Plateau und dann einen Zusammenbruch.

          Das was Assimov beschrieben hat ist die Zeit des Chaos zwischen den Zyklen (‚Intercycle‘) zu verringern und zu versuchen mit einer „Seed“-Kultur, welche versucht das Chaos und die Zerstörung des Abstieges und Verfalls an einem sehr abgelegenen Ort zu überleben, den Aufstieg in den nächsten Zyklus zu beschleunigen (meint: den Intercycle abzukürzen).

          Da wir nicht mal eben auf einen anderen Planeten ausweichen können – und fraglich ist ob das

          • Hendrik Altmann sagt:

            Wir können auch nichts an den Folgen der Systemkontraktionen mindern bzw. die Systemkontraktion verkürzen, da die Systemkontraktion ohnehin so kurz wie möglich vom Leben gehalten wird, dafür sorgt der immer währende scharfe Druck vom Wettkampf.

            Im System herscht praktisch immer Chaos auch hier ist die selbstorganisierende Kraft der Wettkampf und Selektion.

            Die Systeme des Lebens nutzen Energie so effizient wie möglich für Wachstum und der Wachstumsdruck ist enorm stark, das bedeutet es gibt keine Lösung, da die beste Lösung immer schon präsent ist, dafür sorgt ja der Wettkampf und die Selektion.

            Wettkampf und Selektion sorgen immer dafür das die erfolreichsten Strategien und Lösungen sich durchsetzen, eine Lösung oder Strategie mit Gewalt im System zu installieren die nicht optimal ist ging bisher immer nach hinten los, das System wird ständig versuchen diese Lösung durch die optimale Lösung zu ersetzen.

            Wenn Systeme des Lebens exessiv wachsen und das auf Basis temporär kurzer Energiequellen, muss es auch immer eine heftige Kontraktionsphase geben, das ist aber kein Grund nicht zu wachsen.

            Denn auch wenn das Leben nur kurz auf diesen hochkomplexen Stadium verweilen kann, ist hier die Chance gegeben durch neue Fähigkeiten wiederum neue Energiequellen für Wachstum zu erschließen, bzw. die Konkurrenten zu dominieren.

            Das die Umweltbedingungen vom Leben selbst dabei kurzfristig in eine ungünstiges Verhältnis verschoben werden können, ist für das Leben auch kein Grund nicht zu wachsen.

            Der Vorteil neuer Fähigkeiten ist einfach zu groß um darauf zu verzichten, niemand von uns hier würde freiwillig auf die Annehmlichkeiten der modernen Zivilisation verzichten nur damit eine Kontraktionsphase verhindert oder verschoben wird.

            Es gibt keine Lösung, es gibt ja nicht einmal ein Problem, alles funktioniert wie es funktionieren soll, dafür sorgt der Wettkampf im System, alles was nicht optimal funktioniert wird meist über kurze Zeiträume vom System automatisch aussortiert.

            Ich denke das Leben hätte diesen Planeten auch nicht so allumfassend erobert, wenn der Erfolg des Lebens von den Denkfabriken des Menschen abhängen würde…

            • The Poet sagt:

              Hallo Hendrik,

              ich lese aus deinen Posts so ein bisschen heraus, dass du dich ziemlich resigniert fühlst… so als ob du früher mal gedacht hast, man könnte etwas am Lauf der Dinge ändern, und irgendwann realisiert hast, dass du es (als Einzelner zumindest) nicht kannst. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber wenn ja, versteh ich das total, mir geht es nämlich manchmal ähnlich und werde ziemlich fatalistisch.

              Allerdings gerade jetzt nicht ;), und daher hätte ich zwei (vielleicht auch Hoffnung machende) Anmerkungen:

              > Wie sich Systeme des Lebens entwicklen ist fest vorher
              > bestimmt, daran kann niemand etwas ändern, wie sich unser
              > Wirschaftssystem etwickelt ist praktisch schon in Stein
              > gemeisselt.

              Du verwechselst hier m.E. ein von Menschen geschaffenes (soziales) System mit einem „natürlichen“ System, das den Naturgesetzen unterliegt. Die harten, unumstößlichen Regeln der physikalischen Gesetze (soweit wir sie bis heute verstanden haben) gelten *natürlich* ;) für alle – ohne Energie funktioniert unser Metabolismus nicht, Enten können fliegen und wir nicht, etc..
              Die Regeln des sozialen Systems hingegen lassen sich ändern (nur halt nicht als Einzelner, und auch nicht linear-kausal planend/steuernd, also nicht so wie man sich als Einzelperson vornehmen kann: „heute geh ich wandern“, und dann tut man es auch), bzw. sie ändern sich fortwährend in winzigen kleinen Mikro-Schritten, von denen wir nichts mitbekommen. Erst einige Jahrzehnte bis Jahrhunderte später, wenn man merkt, dass man „plötzlich“ (plötzlich in geologischen Zeitmaßstäben betrachtet) nicht mehr in einer ewig stagnierenden Agrargesellschaft wie im Mittelalter lebt, sondern im dynamisch wachsenden Kapitalismus, zum Beispiel.
              Die Wirtschaft (also ihre soziale Komponente, oder ihr sozialer „Ur-Grund“, wenn du so willst) ist im Kern dazu da, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen – das tut sie heute sehr gut (zumindest für das reichste Siebtel der Weltbevölkerung), sogar so gut, dass hierzulande alle eigentlich schon „zu viel“ haben, und das zusätzliche Wachstum weder Lebenszufriedenheit steigert, noch irgendeinen „Sinn“ macht, noch die Umwelt „geschont“ lässt. (Im Sinne von: Wir zerstören das Ökosystem, auf dessen Existenz und Funktionieren wir als Menschheit biologisch gesehen angewiesen sind.)

              Das Effizienzdenken entspringt zumindest zu einem gewissen Teil auch diesem kapitalistischen System… und das ist uns allen so in Fleisch und Blut übergegangen, dass viele es mittlerweile tatsächlich für ein „Naturgesetz“ halten.

              Soll ich’s dir beweisen? Hier benutzt du dieses Denken bzw. diesen Glaubenssatz selbst, und damit wären wir außerdem bei der zweiten Anmerkung:

              > Die Systeme des Lebens nutzen Energie so effizient wie möglich für Wachstum
              > und der Wachstumsdruck ist enorm stark, das bedeutet es gibt keine Lösung,
              > da die beste Lösung immer schon präsent ist, dafür sorgt ja der Wettkampf
              > und die Selektion.

              Das kann ich dir widerlegen: Pflanzen sind auch Lebewesen, eh? Und wieviel Prozent der Sonnenenergie nutzen Pflanzen? Wenig. Verdammt wenig. Wenn’s hochkommt haben sie einen Wirkungsgrad von wenigen Prozenten, die Wikipedia sagt 0.8% (guckst du: WP -> Photosynthese -> Nettoprimärproduktion). Also das genaue Gegenteil von „hocheffizient“. (Genau daran scheitern ja auch die ganzen Ideen, mehr Biomasse einzusetzen als Primärenergiequelle… für den Ersatz eines Kohlemeilers müsste man ein halbes Bundesland mit Maisplantagen zupflastern. Viel Spaß beim mitigaten der Bürgerproteste ;)… wenn die Leute schon wegen ein paar Windrädern auf die Palme – bzw. aufs Windrad ;) – gehen.)
              Die Skelettmuskeln des Menschs sind wohl auch nicht gerade das Gelbe vom Ei: ca. 30% Wirkungsgrad… und wenn man bedenkt, dass das, was bei uns Säugetieren hintenraus kommt, gerne noch von irgendwelchen Fliegen, Bakterien, Mikroorganismen, etc. für ihren Metabolismus „verstromt“ wird, ist es mit unserer eigenen Energieverwertung auch nicht so weit her. Da sind Wasserkraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplungs-Maschinen, Windkraftanlagen und sogar noch Kohlekraftwerke haushoch überlegen. (Zumindest, wenn man bei letzteren ignoriert, dass sie die finalen Überreste von uralten Lebewesen verwerten … die Energie also über ein Dutzend Umwege doch wieder aus der Sonne kommt – also wenn man das mit einberechnet, sinkt ihr Wirkungsgrad natürlich auf einen astronomischen Tiefstwert.)

              Man könnte aus dem Selektions- und Wettkampfgedanken der Evolution heraus (den ich btw auch mal in Frage stellen würde) gesehen also viel eher sagen: Die Systeme des Lebens bestehen *trotz* ihrer total miserablen Energieeffizienz. ;)

              Viele Grüße,

              The Poet

              • H.C. Fricke sagt:

                @The Poet

                Da sind Wasserkraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplungs-Maschinen, Windkraftanlagen und sogar noch Kohlekraftwerke haushoch überlegen.

                Ich denke das ist nicht so… und auch das die 0,8% Wirkungsgrad der Photosynthese auch schon sehr gut sind…. denn…

                Zumindest, wenn man bei letzteren ignoriert, dass sie die finalen Überreste von uralten Lebewesen verwerten … die Energie also über ein Dutzend Umwege doch wieder aus der Sonne kommt – also wenn man das mit einberechnet, sinkt ihr Wirkungsgrad natürlich auf einen astronomischen Tiefstwert

                Genau das schlägt zu! Wenn bedacht wird, das die Pflanzen Biomasse erzeugen welche für die Aufrechterhaltung des nächsten Zyklus verwendet wird, dann wirds noch besser pro Pflanze. Im krassen Gegensatz dazu stehen unsere technischen Hilfsmittel. Alle ERoEI oder Umweltbilanzanalysen blenden massivst Dinge aus – und sei ’nur‘ der 100%ige Rückbau & die 100%ige Entsorgung/Recycling (gibts ja nicht mal). Wird das alles bedacht – dann denke ich das alle diese technischen Meisterwerke am Ende nur durch den Input an fossiler Energie möglich wurden und Netto-Energiesenken sind. Einzig die Atomkraft könnte ein Ausweg sein – jedoch ist da das Abfallproblem nicht gelöst.

                Aber auch dafür hatte die Natur eine Lösung: Einfach den Fusionsreaktor in der nötigen Entfernung zur Erde positionieren und den Rest über Strahlung machen. Die Pflanzen nutzen dann den Bereich von 280-800 oder mehr nm (UV-B bis IR – UV-C wird über die Ozonschicht verausgefiltert) und fertig ist die Geschichte.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Nein ich bin nicht resigniert, ich interessiere mich nur für die Thematik und ja ich habe früher nicht verstanden wie die Systeme des Lebens funktionieren.

                Du setzt hier den Wirkungsgrad gleich mit Effizienz, du must sehen das Pflanzen und andere Lebewesen bei ihrer Erschaffung viel weniger Energie benötigt haben als ein Kohlekraftwerk oder ein Windrad und das für den Bau von Windrädern und modernen Kohlekraftwerken ein hochkomplexes System von nöten ist, was eine Energiebereitstellung mit hohem Erntefaktor voraus setzt, also hochkonzentrierte fossile Kohlenstoffspeicher.

                Ein Baum etwa produziert und reproduziert sich nur aus dem Erdbereich in unmittelbarer Umgebung, dabei sind alle Transportwege extrem kurz, auch bestehen die Lebewesen dieses Planten zum Großteil aus Wasser was den Ressourceneinsatz ehr gering hält und damit auch den Energieeinsatz für einen spezifischen Nutzen, als das macht die Biomaschinen so viel effizienter als unsere mechanischen Maschinen.

                Denn um diese zu produzieren und zu unterhalten nehmen wir sehr lange Transportwege in kauf und müssen sehr viel mehr Ressourcen konzentrieren und verarbeiten da diese Maschienen nicht zum Großteil aus eben Wasser bestehen, diese Maschinen sind oft effektiver um einen bestimmten Nutzen zu erlangen aber eben nicht effizienter, genau hier liegt deine Verwechslung, denn um effektiver zu sein ist ein ungleich höherer Energieeinsatz von nöten.

                Pflanzen haben einen höheren Erntefaktor als letztendlich Solarpanel mit all dem was am System dranhängt um Solarpanel zu erschaffen, wir sind technisch nicht in der Lage auch nur irgend eine Lebensform auf diesen Planeten mechanisch zu kopieren mit dem selben Energieeinsatz, den das Leben aufwendet bei gleichem Nutzen.

                Und wenn du denkst das sich unsere Sozialsysteme bewusst gebildet haben täuscht du dich, auch diese Systeme haben sich über die Zeit im Chaos über den Wettkampf gebildet und geordnet, wie alle Systeme des Lebens.

  5. Stephan Becker sagt:

    Es ist möglich mehr Lebens(!)mittel als bisher, in Bio-Qualität, auf den gleichen Böden bei geringeren Kosten zu produzieren. Der amerikanische Landwirt Gabe Brown erklärt in einem Vortrag wie das geht:

    Gabe Brown: Keys To Building a Healthy Soil (59min)
    https://www.youtube.com/watch?v=9yPjoh9YJMk

    Die Grundlagen, d.h. das Wie, erklärt die amerikanische promovierte Mikrobiologin und Bodenforscherin Elaine Ingham in einem Vortrag vor gut zweieinhalb Jahren:

    The Roots of Your Profits – Dr Elaine Ingham, Soil Microbiologist, Founder of Soil Foodweb Inc (1h36min)
    https://www.youtube.com/watch?v=x2H60ritjag

    Sie erklärt auch, dass die Umstellung von konventionell innerhalb eines Jahres funktionieren kann. Man muss aber vermutlich dabei berücksichtigen dass in Äckern, die viele Jahre lang mit Glyphosat behandelt wurden, einige Zeit Probleme mit den Erträgen auftreten können, bis das Gift bzw. seine Folgeprodukte komplett abgebaut worden sind.

    Auf Deutsch kann man ähnlich gute Vorträge bei Youtube hier finden:

    Farbe der Forschung (Symposium zum Thema Landwirtschaft im März 2014 in Berlin)
    youtube.com/channel/UCa3Ftzbjz2x8uoL1d3MenKg

    Biolandwirtschaft bedeutet geringer Maschineneinsatz, keine Pestizide, kein Dünger, Biosaatgut und gesunde Lebensmittel auf gesunden Böden.

    • Stephan Becker sagt:

      Sein Sohn Paul Brown erläutert die Zahlen der Brownschen Landwirtschaft im Detail:

      Paul Brown talks on why soil Health is important to farming (26min)
      https://www.youtube.com/watch?v=L4_Qa0D3E1A

      • Hendrik Altmann sagt:

        Sehr gut, dann freue ich mich schon darauf das in Zukunft Biolebensmittel billiger im Supermarkt zu haben sind als industriell konventionell hergestellte Lebensmittel. :)

        • Stephan Becker sagt:

          Schade Herr Altmann dass sie sich so gar nie für Hintergrundwissen bzw. für Argumente interessieren und nur immer wieder irgendwelche Vorurteile abspulen. Man könnte fast auf den Gedanken kommen, dass Sie das mit Absicht machen.
          Ich wette Sie haben weder die Filme von Herrn Lüning noch ein Video der genannten Biolandwirtschaftsexperten angeschaut.

          Übrigens keine Angst, die entsprechenden Konzerne (Agrar(maschinen)industrie, Saatgutindustrie, chemische Industrie etc.) werden schon dafür sorgen, dass ihr lukratives Geschäftsmodell nicht so einfach den Bach runtergeht. Das hat beim Aufkommen von Alternativen zu den fossilen Energien (Pflanzenöl, Bio-Ethanol etc.) bis jetzt ja auch schon prima funktioniert, auch bei uns in Deutschland. Nicht nur Dank der vielen Artikel in den Medien („Die Emissionen von verbranntem Pflanzenöl sind höchstgefährlich und gesundheitsgefährdend!“) sondern auch Dank vieler Schreiber in Blogs und Foren, die sich anscheinend nur über Qualitätsmedien informieren, sind die Gewinne oben genannter Konzerne vorerst gesichert.
          Da helfen auch Filme von Marie-Monique Robin („Monsanto, Mit Gift und Genen“, „Unser täglich Gift“ oder „Zukunft pflanzen“) leider nur wenig.

          Aber es tut sich trotz allen Widerständen was, ganz einfach weil die großen Versprechungen der Agroindustrie mehr und mehr als das auffallen was sie in Wirklichkeit sind: Leer Versprechungen.

          Food Revolution That Starts With Rice
          By WILLIAM J. BROADJUNE, 17, 2008
          http://www.nytimes.com/2008/06/17/science/17rice.html

          Cover Crops, a Farming Revolution With Deep Roots in the Past
          By STEPHANIE STROM, FEB. 6, 2016
          https://www.nytimes.com/2016/02/07/business/cover-crops-a-farming-revolution-with-deep-roots-in-the-past.html

          Das einzige was auf den Feldern der DeSutter-Brüder noch fehlt sind jede Menge Büsche und Bäume am Rand und Rinder oder Schafe, die über die Felder laufen und sie auflockern und düngen.

          • H.C. Fricke sagt:

            @S. Becker

            All dies wird nicht das Grundproblem lösen – immer mehr Menschen die alle ein höheres (energetisches) Wohlstandniveau anstreben. Derzeit sind das Netto ca. 80 Millionen Menschen mehr pro Jahr. Diese (für mich) Kernfrage wird doch faktisch gar nicht thematisiert.

            Wie Hendrik schon schrieb: Dann eben Wachstum mit mehr Bio-Lebensmitteln und ggf. etwas mehr Reichweite um noch mehr Menschen zu versorgen – bevor der Taubenschlag kollabiert. Mehr Energebereitstellung erzeugt dann eben einfach mehr Menschen… alle Energie die zur Verfügung steht wird irgendwie genutzt.

            • Stephan Becker sagt:

              @H.C. Fricke

              immer mehr Menschen die alle ein höheres (energetisches) Wohlstandniveau anstreben.

              Sind die Verbraucher in den USA schuld, dass SUVs subventioniert wurden und vermutlich noch werden, dass Benzin und Diesel dort so billig sind oder dass die Eisenbahn ein stiefmütterliches Dasein fristet?
              Sind die Verbraucher in Europa schuld dass Transporte innerhalb Europas von der Steuer absetzbar sind oder dass Arbeitnehmer aus Osteuropa einheimische Arbeitnehmer verdrängen und Dumpinglöhne die Folge sind?
              Warum werden Schweinefleisch oder auch ganze Schweine durch ganz Europa gekarrt?
              Wieso können sich so viele Menschen Sachen leisten, die in China produziert worden sind?

              Wieso brauchen manche Leute fünf Ferraris hinterm Haus? Reicht da nicht auch eine Mercedes E-Klasse? Und wieviele Menschen könnte man mit diesen Ferraris satt machen?

              Letztlich gehen alle Probleme dieser Welt in den Kinderzimmern dieser Welt los.

              Der Hirnforscher Gerald Hüther hat dafür eine eigentlich einfache Lösung gefunden: Kümmert Euch mehr um die Kinder, um die eigenen und die im Dorf oder im Stadtviertel:

              StarkeEltern StarkeKinder Video Vortrag
              https://www.youtube.com/watch?v=ROehyMHtKDY

              Wenn das überall auf der Welt gemacht würde, dann würden die Warenströme stark zurückgehen und auch die Kriege.

              Ansonsten gibt es noch den Vortrag von Professor Braungart:

              „Wir sind nicht zu viele – Wir sind nur zu blöd!“ Vortrag von Prof. Braungart 2014, Dillenburg (1h09min)
              https://www.youtube.com/watch?v=SlNG8A7fUfE

              Im übrigen möchte ich mit meinen Vorschlägen nicht Heile-Welt-Fantasien ausleben, sondern eine Katastrophe, die sich abzeichnet, verhindern.

              • h.c. sagt:

                …sondern eine Katastrophe, die sich abzeichnet, verhindern.

                In dem Punkt stehe ich bei Hendrik. Wenn Geld da ist wird konsumiert.. wenn keine zwei Autos vom Haus stehen gibts eben die Flugreise… oder irgend eine andere Anschaffung. Selbst wenn irgendwer sein Einkommen reduziert – also z.B. Teilzeit – dann wird irgendwer für den Rest einspringen, da Geld verdienen und es konsumieren….

                Ja, man kann vieles weniger Schlecht machen – nur mit immer mehr Menschen saufen einfach andere die freiwerdenden Ressourcen der „verzichter“ oder „optimierer“ auf…. siehe für letzteres auch das Rebound-Prinzip.

              • Stephan Becker sagt:

                @h.c.
                Wahrscheinlich gibt es eine geordnete Katastrophe wie Krieg zum Beispiel. Und wir sind schon mittendrin.
                Ich glaube nicht, dass die Dieselverbote jetzt kommen weil so viele Entscheider die Umwelt retten wollen. Das hätte man längst mit einem massiven Ausbau und einer massiven Förderung des ÖPNV erreichen können.

                Die Einführung von Elektroautos schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe:
                1. Es wird die Wirtschaft wieder angekurbelt, weil sich die Menschen dann alle neue Fahrzeuge kaufen müssen, wenn alles so bleibt wie bisher (z.B. mit nur ganz wenigen Menschen die etwa Heimarbeit machen dürfen).
                2. Es findet eine Verbrauchszerstörung (Demand destruction) beim Erdöl statt, wobei ich nicht ganz weiß wie die Leute, die dafür verantwortlich sind und das alles planen, das Verhältnis von Diesel zu Benzin bei der Raffination berücksichtigen wollen, auch wenn da eine größere Bandbreite möglich ist:

                KRAFTSTOFFE

                Das Angebot der verschiedenen Kraftstoffsorten ergibt sich in der Raffinerie, wo bei Benzin
                Kraftstoffkomponenten mit unterschiedlicher Klopffestigkeit anfallen. Das Verhältnis Benzin /
                Diesel, das aus Rohöl gewonnen werden kann, ist zwar nicht beliebig verschiebbar, bewegt
                sich aber in einem recht breiten Rahmen von 40/60 bis 60/40 Prozent.

                Quelle: auto-umwelt.at

                Wenn also große Mengen Diesel nicht mehr gebraucht werden, was macht man dann mit dem dazugehörigen Benzin? Wird der nicht mehr benötigte Diesel/Heizöl in die Flugzeuge gepumpt oder verbilligt als Heizöl angeboten?

                Ich stelle übrigens seit ein paar Wochen einen langsamen aber stetigen Anstieg des Ölpreises fest.

              • Stephan Becker sagt:

                Noch ein Nachtrag:
                Wenn die Menschen wüssten wie schlecht unsere „normalen“ Nahrungsmittel inzwischen geworden sind (u.a. Mineralgehalt), dann würden sie, also zumindestens die meisten Eltern, sicher mehr Geld in gute Lebensmittel als in ein gutes Auto stecken.
                Wenn viele Familienväter 40 Stunden die Woche arbeiten und trotzdem noch zum Jobcenter gehen müsse, um genügend Geld für die Familie nur für das Nötigste zu haben, dann gibt es noch viel „Optimierungspotential“, auch bei der Energie.
                Vier-Schicht-Betrieb in Produktionsbetrieben, also rund um die Uhr, jeden Tag, mit Ausnahme der Weihnachtsferien, ist inzwischen ziemlich der Normalfall.
                Die industrielle Revolution, die seit über 200 Jahren läuft (Dampfmaschine), hat irgendwie nicht viel für die allgemeine Verbesserung der Lebensverhältnisse gebracht (Tafeln, Drogenhabhängige etc.).

              • h.c. sagt:

                @Stephan

                Ja, ein bzw- mehrere (Stellvertreter-)Kriege werden die ersten Symptome der zunehmenden Krise sein. Ggf. werden diese auch die Hauptkrise dann final auslösen – und die wirklichen Ursachen bleiben im Schatten / Dunkeln für die meisten. Ggf. auch eine gut geplante Finanz-/Wirtschaftskrise… wobei das wohl inzwischen zu heiß ist, weil keiner die synergistischen Ketteneffekte mehr übersehen kann… denke da an das Suppy-Chain Paper von Feasta. Deswegen wird da auch interventioniert was geht…. aber das geht auch nur noch so lange wie in China aufgeschuldet werden kann.. noch 4-5 Jahre?

                Das mit dem Diesel und Raffinerieanteil hatte ich ja auch im letzten Beitrag thematisiert. Ich sehe es pragmatisch: Wenn der gesamte Output heruntergeht, dann müssen die Diesel-PKW’s weg, weil der Rest an Diesel für den Schwerverkehr, Baumaschinen & Co. benötigt wird.

                Das mit den Lebensmittel sehe ich nicht. Auch Familienväter verdrägen dies uns kaufen meist Comfort-Food. Ich bin da echt durch.. habe meine Erfahrungen gemacht und mir meinen Mund verbrannt. Schau mal hier: https://hcfricke.com/2016/12/01/krass-umsaetze-von-obst-gemuese-unter-ferner-liefen/ – dann wird Du sehen was sich verkauft… es liegt nicht am Geld. Und zu den Mineralstoffen: https://hcfricke.com/2016/06/22/immer-weniger-mineralien-in-der-nahrung/.

                Das alles ist jedoch ausgleichbar – gar kein Problem. Eben einfach 1,5kg Gemüse am Tag. 80% erreichen jedoch nicht mal 400g. Dann kannst Du alles an Getreiden, Samen & Saaten noch Keimen – macht faktisch niemand. Richtig zubereiten? Es weiss auch kaum einer wie man schonend und Sachen richtig Kocht / Zubereitet. Oft wird in die Mikro geschoben oder eine Dose aufgemacht bzw. TK-Pizza oder Bringdienst. Ich sehe doch was die meisten kaufen und wie viel neue Bringdienste es um mich herum gibt! Was soll ich da noch sagen?

                Man muss eben nur langsam genug die Temperatur im Kochtopf erhöhen… dann bekommt der Frosch nicht mit, das er gekocht wird.

                Ich bin da inzwischen komplett ‚realisiert‘ (im Gegensatz zu ‚desillusioniert‘)

                LG
                H.C.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Warum Herr Becker, sie haben doch beschrieben das die Biolandschaft in Zukunft viel günstiger produzieren wird als die konventionell industrielle Landwirtschaft, daraus folgt das Bioprodukte zu geringeren Preisen produziert werden können als die konventionellen Lebensmittel, das Resultat wäre das in Zukunft alle Lebensmittel Bio sind und die industriell konventionelle Landwirtschaft keine Daseinsberechtigung mehr hat.

            Was mich freut da ich mir selbst Biolebensmittel kaufe und die dann billiger zu haben sind, bzw. für Jedermann.

            Ich hatte nicht vor Ihren Kommentar irgendwie abzuwerten oder sie anzugreifen.

  6. Markus Mayr sagt:

    So einfach gibt man liebgewonne Sachen nicht auf.
    Ich denke das Förderniveau kann noch ein paar Jahrzehnte gehalten werden.

    https://www.heise.de/tp/features/Fracken-auf-Russisch-3834409.html

    • Hendrik Altmann sagt:

      Darum geht es doch, immer mehr Energie für Wachstum zu erschliessen, das sind die Vorteile einer hochkomplexen Zivilisation, die Frage ist natülich hier noch ob die Fördermethode auch genauso billig ist wie fracking, also ob pro eingesetzter Energieeinheit auch wirklich mehr gefördert wird, falls das der Fall ist könnte es gut sein das in der Zukunft noch deutlich mehr shaleoil in der Welt gefördert wird.

  7. Stephan Becker sagt:

    Und gerade noch durch Zufall entdeckt ein Film aus dem Jahr 2007 über die Zerstörung des Verkehrsträgers Eisenbahn in Deutschland zugunsten irgenwdwelcher Rendite-Fantasien:

    Bahn unterm Hammer (44min)
    https://www.youtube.com/watch?v=QcxKN5H9c6k

    Die Kilometergebühren beim Toll-Collect-System sind übrigens seit der Einführung gesunken, nicht etwa gestiegen wie sonstige Kosten für die Verbraucher. An der Strombörse in Leipzig kostet die Kilowattstunde ca. 4 Ct, das ist weniger als vor etwa fünf Jahren. Trotzdem wird die Zahl der Tafeln (Armenspeisung) in Deutschland nicht weniger.

  8. Hendrik Altmann sagt:

    Wo ist die Grenze?

    Wir hatte hier schon öfter mal diskutiert bei welchem Gesamterntefaktor „unser“ Wirtschaftssystem nicht mehr wachsen kann, besonders das Höhenwachstum ist hier gemeint, Komplexitätswachstum.

    Ich weiss noch das Stefan W. da noch der Meinung wäre das ein Wert von 15 wohl ungefär die Grenze darstellen könnte, was mir auch logisch erschien, da der Gesamterntefaktor in der Welt aus allen Quellen die ich bis jetzt gelesen habe heute ungefär bei 20 liegt.

    Ein Wert von 20 bedeutet aber das nur 5% der Energie zurück investiert werden müssten in die Energiebereitstellung.

    Die Frage die ich mir seit einer Weile stelle ist, fließt heute wirklich nur 5% der Energie zurück in die Energiebereitstellung oder ist es in Wirklichkeit mehr?

    Also ist der Gesamterntefaktor heute doch viel niedriger bzw. wird falsch ermittelt?

    Warum stelle ich mir diese Fragen, wie bereits hier auch schon öfter diskutiert, die teils starken Schwankungen der Berechnungen von Ertefaktoren verschiedener Energieträger in den verschiedenen Studien aber auch der hohe Anteil an Produktivität der Augenscheinlich heute in die Energiebereitstellung fliesst.

    Heute denke ich das ein Gesamterntefaktor von 10 diese Grenze darstellt ab der unser Wirtschatssystem nicht mehr an Komplexität zunehmen kann und das der heutige Gesamtertefaktor wohl schon bei 12-15 liegen müsste, das ETP Modell von was Berndt hier immer wieder einbringt unertstützt ja diese Vermutung, welches auch aussagt das die tatsächlich nutzbare Nettoenergie deutlich niedriger liegt als in konventionellen Modellen.

    Die weitere Frage die sich stellt ist wie viel Ausweitung von Erneuerbaren Energien, Shaleoil Produktion, Teersandproduktion ist noch möglich bis der Gesamterntefaktor zu niedrig ist für weiteres Komplexitätswachtum?

    Zugegeben ich weiss es nicht, was ich weiss ist das die Fortschritte in Energieeffizienz in der Vergangenheit in den Prognosen immer wieder unterschätzt wurden.

    Aber wie Stefan W. auch öfter hervor gehoben hatte ist das Effizienzmaximum in Systemen schnell erreicht, besonders wenn der Druck groß wird dieses zu erreichen, wie etwa durch einen schnell abfallenden Erntefaktor.

    Dazu kommt das in Zukunft wohl mehr Energie aufgewendet werden muss um die Folgen des Klimawandels zu kompensieren bzw. diese abzumildern, was das eintreten einer großen Kontraktion im System deutlich früher wahrscheinlich macht.

  9. Hendrik Altmann sagt:

    https://www.welt.de/wirtschaft/article169326687/Oeko-Energien-haengen-die-fossilen-Brennstoffe-ab.html#Comments

    Sieht so aus als ob der Anteil an erneuerbaren Energien auch in den USA und China dem deutschen bzw. europäischem Beispiel folgen.

    Die Frage ist welchen Anteil an erneubarer Energie ist vom Gesamtertefaktor noch tragbar ohne das Wachstum abzuwürgen?

    Ein Kommentator meinte in dem Welt Artikel 30% seien machbar, ich denke auch das der Bereich wohl bei 20-30% liegt.

    Wobei gesagt werden muss das der Erntefaktor bei den Fossilen weiter abfällt, besonders bei Öl, was natürlich dann auch den möglichen Anteil von Erneuerbaren beschränkt, den letztendlich bestimmt der Gesamterntefaktor über die mögliche maximale Komplexität des Systems bei gleichem Effizienzlevel.

    Wo hier die Grenzen des Wachstums liegen werden wir wohl erst in 5 bis 10 Jahren sehen, wenn der Gesamterntefaktor weiter gefallen ist durch erneuerbare Energien, sowie den weiter erhöhten Förderaufwand bei den Fossilen, besonders bei Öl.

    • Markus Mayr sagt:

      Ich gehe derzeit davon aus, das wir eine Verschiebung bei den Antrieben weg von Öl hin zu Gas und speziell Kohle erleben werden und dadurch der Peak-Oil nicht zum tragen kommt.
      Also E-Auto + Kohle oder Gas
      Da alles teurer wird, werden auch die Wohnflächen pro Einwohner sich gut und gerne halbieren.

      Ich sehe inzwischen Peak Gas bzw. Peak Kohle, also wenn der gesamt Peak erreicht ist als problematischeren Zeitpunkt.
      Man wird die Umweltschäden durch die Erderwärmung einfach als das kleinere Übel sehen, und entsprechend in kauf nehmen.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Ja das macht Sinn, so können schließlich alle fossilen Energieträger effektiv für unsere Mobilität herangezogen werden, das Oberleitungssystem für ausgewählte Streckenabschnitte für den schweren Warentransport wird wohl früher oder später kommen, eventuell in kombination mit autonomen Systemen.

        So können alle Energiequellen optimal für Wachstum genutzt werden.

        Allerdings ist der erhöhte Energieaufwand für das anpassen an den Klimawandel nicht zu unterschätzen.

        Ab dem Punkt wo die Preise schneller steigen als die Löhne wirds brisant, wenn das über einen längeren Zeitraum besteht, könnte der Punkt gekommen sein wo sich Wohlstand aufgrund eines zu nidrigen Erntefaktors reduziert.

        Witzig ist auch das je näher wir dem Punkt kommen wo es kein Komplexitätswachtum mehr geben kann auch nahezu Vollbeschäftigung herschen muss, da kein Raum mehr ist das Abreitskraft verschwendet werden kann, Arbeitskraft wird nahe diesem Punkt so effizient wie möglich im System eingesetzt.

        Wobei die real Löhne stagnieren.

  10. Hendrik Altmann sagt:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/elektroautos-deutsche-tankstellen-in-der-krise-15226161.html

    Der Hinweis das alle Parkplätze in Zukunft einen Hochspannungsanschluss in Wohngebieten erhalten sollen sowie jedes größere Gebäude ist interessant, ob das nun wirtschaftlicher ist als das bisherige Tankstellen Netz?

    Dazu müssten noch riesige Investitionen in den Netzausbau passieren, zusätzlich zu dem Netzausbau für die Erneuerbaren, hmm…

    Ich werde den Verdacht nicht los das eine umfassende Transformation zur Elektromobilität am Ende teurer ist für ein jeden von uns, also das Mobilität am Ende einen größeren Teil unseres Einkommens belasten wird, gerade weil die Transformation politisch gewollt ist und nicht durch die mechanismen des Marktes herbeigeführt, wie eben bei der Energiewende.

  11. h.c. sagt:

    Ich werde den Verdacht nicht los das eine umfassende Transformation zur Elektromobilität am Ende teurer ist für ein jeden von uns, also das Mobilität am Ende einen größeren Teil unseres Einkommens belasten wird, gerade weil die Transformation politisch gewollt ist und nicht durch die mechanismen des Marktes herbeigeführt, wie eben bei der Energiewende.

    Ja, weil auch vieles noch verdrängt wird. Erst einmal müssen 75% Aufschlag auf den E-Mobilitätsstrom kommen. Denn tanken diese kein Benzin mehr – muss ja irgendwo das Steueraufkommen herkommen um die Infrastruktur aufrechtzuerhalten.

    Weiterhin müssen alle Subventionen für E-Mobilität gestrichen werden. Warum soll ich, der nicht mal ein Auto hat – die individuellen Tesla- & E-Mobilitätsträume anderer querfinanzieren? Für den ÖPNV drücke ich gerne ab – der nützt allen, nicht aber die privaten PKW-Träume einiger….

    Insofern bin ich dafür, das die Hersteller und die individuellen Anbieter / Verbraucher die kompletten Kosten einer Stromtank-Infrastruktur & Co. zahlen müssen. Schließlich werden ja auch keine BP, Esso- oder Shell-Tankstellen mit öffentlichen Fördermitteln gesponsert.

    Diese Aspekte werden aktuell gar nicht thematisiert. Ich höre immer nur das E-Mobilität die Zukunft ist und deswegen subventioniert werden muss.

    Wenn jedoch E-Mobilität so geil ist und so effektiv und so zukunftsfähig – dann brauchts keine Subvention – dann geht das Zeug von alleine weg wie warme Semmeln – weil es eben den Möglichkeitsraum erweitert. Und wenn man um das schmackhaft zu machen die fossile PKW-Mobilität teurer macht – mir soll das recht sein. Nur sollen das bitte die Gruppe der PKW-Besitzer & die Politik unter sich ausmachen und nicht andere Menschen für diese Träume und die Subventionierung der reichen und üppig ausgestatteten PKW-Hersteller bezahlen lassen.

    So, das musste mal raus :-)

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