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„Es gibt kein Menschenrecht auf ein Auto“

Die unruhige Wirtschaftslage, der selbst die Parlamentarier recht ideenlos gegenüberstehen, macht es möglich, dass manch grundsätzlichere Stimme erhoben wird. Wer sich mit Peak Oil befasst ahnt, dass die Regeln, nach denen unser Wirtschaftsleben abläuft, sich massiv wandeln könnten. Eine dieser krassen Stimmen ist jetzt in der ZEIT zu hören: Im Interview sagt der malaysische Unternehmer Chandran Nair, dass wir Menschen auf Verzicht vorbereitet werden müssen und argumentiert durchaus für Verbote von Autos: (mehr …)

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Öl-Konflikt zwischen China und Indien

Während Neuseeland eine Ölkatastrophe droht und ein neuer Heizspiegel Ölheizungen für das vergangene Jahr um ein Drittel höhere Kosten ausweist, zanken sich China und Indien um vietnamesisches Öl.

Am Mittwoch hatte der indische Staatskonzern Oil and Natural Gas bekanntgegeben, mit PetroVietnam bei der Erkundung neuer Ölfelder zusammenzuarbeiten - für die Chinesen ein nicht hinnehmbarer Affront. (Quelle: SPON)

Beide Länder mit Milliardenbevölkerung brauchen für ihr rasantes Wirtschaftswachstum Rohstoffe, und Öl spielt auch dort eine entscheidende Rolle. Da ist man nicht zimperlich, wenn es um Zugriffsrechte geht. Dort wo man fördern will, verlaufen nicht nur wichtige Schiffahrtsrouten, sondern eine ganze Handvoll Länder erhebt Ansprüche auf Grund, Boden und darin befindliche Rohstoffe: Neben Vietnam und China eben auch die Philippinen, Brunei, Malaysia und Taiwan. Was on-shore durch Wegsteine leicht markierbar ist, ist off-shore eben sehr liquide: Grenzen. Analog zum Streit zwischen der Türkei, Zypern und Griechenland im Mittelmeer streitet man sich künftig also auch im südchinesischen Meer?

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Energiewende in Brandenburg

Ich bin eingeladen für kommenden Mittwoch, 19.10.2011, auf der Auftaktveranstaltung "Die Energiewende in Brandenburgs Gemeinden" zu sprechen. Thema:

Die Peak-Oil-Studie der Bundeswehr und ihre Bedeutung für die Kommunen

Wer das gute Stück noch nicht gelesen hat, darüber ins Gespräch kommen will oder sich allgemein in den Energiewende-Prozess in Brandenburg einklinken will, der sollte ab 9:30 Uhr in der Brandenburghalle des Märkischen Ausstellungs- und Freizeitzentrums in Paaren im Glien sein, Gartenstraße 1-3 in 14621 Schönwalde-Glien.

Mehr Infos + Anmeldeformular, Veranstalter sind: Akademie fü nachhaltige Entwicklung, Mecklenburg-Vorpommern Institut für angewandtes Stoffstrommanagement, Bioenergiedorf-Coaching Brandenburg e.V., Bildungsinitiative Regenerative Energien e.V.

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Lektionen in Demut

Photovoltaikanlagen sind immens komplex in der Herstellung. Um den Nachschub mit diesen Anlagen zu sichern, müssen wir diese Infrastruktur in weiten Teilen aufrechterhalten. Das also ist der springende Punkt: unsere Gesellschaft hat eine einzigartige Verwertungspyramide aufgebaut, deren Fundament langsam erodiert. Die Folgen sind nur wenigen klar. In den Köpfen vieler ist die Energiewende die Antwort auf unsere Probleme. Gelingt sie, werden unsere Probleme gelöst. Das ist im Prinzip richtig, weswegen ich auch die Energieversorgung zum zentralen Ausgangspunkt der Argumentation mache. Allein, die Menge an wirklich verfügbarer Energie ist entscheidend. Es geht darum, dass wir nicht genug davon haben werden und deswegen Einschnitte machen müssen. Diese Einschnitte wiederum bedrohen die technische Zivilisation, weil sie früher oder später in die technische Infrastruktur eingreifen und so die Aufrechterhaltung eben der Infrastruktur bedrohen, von der diese Zivilisation abhängt.

Wie man es auch dreht und wendet, es steht uns eine Deindustrialisierung ins Haus. Und sie wird uns die schönen Spielzeuge wegnehmen, an die wir uns gewöhnt haben. Und sie wird auch unser gesellschaftliches Leben beeinflussen.

Dieses Zitat stammt aus dem Buch "Die Wiederentdeckung der Demut", das der Mathematiker/Physiker/Computerlinguist Marcus Kracht von der Uni Bielefeld im September 2011 ins Netz gestellt hat. (gefunden im Gelben Forum) Ich spiegle das Dokument auf diesem Server und empfehle es zur Lektüre (und zur Verbreitung): 117 Seiten, die sich mit der "Zukunft unserer technischen Zivilisation" befassen und deren Grundlage die kommende Energieknappheit ist. Peak Oil eben.

Kracht führt ein Konzept namens "Spiegelprinzip" ein, zu dem er schreibt:

Spiegelprinzip. In dem Maße, wie die Energie abnimmt, wird auch die technische Zivilisation abnehmen. Dabei werden die zuletzt erworbenen Güter zuerst verschwinden. Übrig bleiben dann diejenigen, die die Menschheit vor ihnen erworben hat.

Und er schreibt Sätze wie "Der durchschnittliche westliche Mensch ist lebensunfähig." Darauf baut er eine diskussionswürdige Vision dessen auf, was auf uns zukommen könnte.

ACHTUNG: Neue Version von Februar 2012! (alte Fassung)

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Veranstaltungen mit Peak-Oil-Kontext

Auch wenn man's nicht glaubt, "draußen" ist das Thema Peak Oil immer noch ein Nischenthema. Deshalb ein paar Hinweise auf kommende Veranstaltungen, wo das Thema eine Rolle spielt. Ungenannte Veranstaltungshinweise einfach in den Kommentaren zu diesem Eintrag hinterlassen:

Und: Bei FuerEineBessereWelt.info hat man sich mit Peak Everything auseinandergesetzt.

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Heisser Herbst am Mittelmeer

... so beschreibt es der Tagesspiegel und die Wiener Zeitung. Der griechische Teil Zyperns will mit Probebohrungen nach Erdgas beginnen. Dazu haben die Zyprioten bereits vergangenes Jahr ein Abkommen mit Israel über die Grenzziehungen zwischen beiden Ländern geschlossen. Die Türkei hat nun mit dem türkischen Teil Zyperns ein vergleichbares Abkommen geschlossen, ebenfalls um Probebohrungen zu ermöglichen:

"Binnen einer Woche beginnen die Türkei und Nordzypern mit der Gewinnung von Öl und Gas in der ausschließlichen Wirtschaftszone Nordzyperns", kündigte Erdogan gleich nach der Unterzeichnung des Abkommens an. Die Türkei werde Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge in die Region entsenden, die die "Situation kontrollieren" sollen.

Internationale Öl- und Gaskonzerne wurden von türkischer Seite gewarnt, sich nicht an einer Ausbeutung der Rohstoffe zu beteiligen.

Die Türkei liegt mit Israel im Streit um den Übergriff auf einen Hilfskonvoi, Griechenland steht vor dem Staatsbankrott, in Syrien brodelt eine Revolution (die die EU mit einem Ölembargo anfeuert) und in Ägypten sind noch ihre Nachwirkungen spürbar - alles Anrainer am Mittelmeer, in dem jetzt mit Öl und Gas gezündelt wird.

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WiWo: Jeremy Rifkin sieht Globalisierung an ihrem Höhepunkt

In der Wirtschaftswoche ist ein Interview mit Jeremy Rifkin erschienen, in denen er seine Sicht auf Peak Oil und die daraus folgenden Notwendigkeiten und Entwickungen beschreibt:

Wir müssen akzeptieren, dass mit den knapper werdenden Ölreserven auch die Globalisierung ihren Höhepunkt erreicht hat. Mehr Menschen als heute können bei gleichbleibendem Wachstum von Wirtschaft und Wohlstand nicht mit Öl versorgt werden. Vor allem weil die Internationale Energie Agentur inzwischen festgestellt hat, dass das Maximum der Ölförderung schon 2006 erreicht wurde. Allein die heutige Fördermenge aufrechtzuerhalten wird unvorstellbare Summen kosten.
Interview vollständig lesen

(mehr …)

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Peak Oil Info-Grafik

Unterschiedlicher können Ansichten kaum sein: Während Dennis Meadows im Zusammenhang mit Peak Oil von "weniger konsumieren" spricht und davon, dass wir "elastische Widerstandsfähigkeit gegen katastrophale Entwicklungen" bräuchten, sehen andere Peak Oil als aussichtsreiches Sprungbrett hin zu tollen neuen Industrien mit grüneren Technologien, sauberer Luft, gesünderen Menschen und enger zusammenrückenden Gemeinschaften. Alles halb so wild, kauf noch schnell dein neues Auto (sagt der Sponsor...)

Eine umfassende Info-Grafik (1,3 MB, englisch), woher Öl kommt, wer es verbraucht, wofür es verbraucht wird, was Peak Oil und EROEI bedeutet und wie die verbleibenden Reserven aussehen (mehr …)

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Ölverbrauchsprognosen gesenkt

Angesichts der Finanzkrise, die auf die Realwirtschaft übergreift, wird voraussichtlich weniger Öl verbraucht als prognostiziert. Die Angaben in Millionen Barrel pro Tag:

alte Prognose für 2011 neue Prognose 2011 Prognose 2012
OPEC 88,15 88,0 89,3
IEA 89,3 89,5 90,7

Obwohl die Prognosen gesenkt wurden, wird in der Tendenz mit einem steigenden Verbrauch gerechnet. Kein Wunder: In Asien ist der pro-Kopf-Verbrauch noch weit vom westlichen Niveau entfernt.

Die IEA rechnet damit, dass Libyen bis Ende 2011 wieder 300.000 Faß Öl pro Tag liefert, bis Ende 2012 könnte die Produktion auf 1,1 Millionen Faß gesteigert werden. (Quelle: FTD) Anzunehmen ist jedoch, dass bei Anhalten des Bürgerkriegs die Öl-Infrastrukturen bevorzugtes Angriffsziel sein dürften - so wie gestern eine Raffinerie.

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Peak-Oil-Studie der Bundeswehr jetzt auch auf Englisch

Die Studie der Bundeswehr zu Peak Oil ist inzwischen auch auf Englisch verfügbar. Einen Kommentar dazu gibt es auf EnergyBulletin.net

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