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ARTE-Themenabend zum Ölgeschäft

Eigentlich müßten nicht nur Zigarettenschachteln, sondern auch Zapfsäulen Warnungen tragen: Achtung, Tanken gefährdet ihre und die Gesundheit ihrer Kinder. Arte zeigte zwei Dokus zu den Geschäftspraktiken von Ölkonzernen. Sie sind 7 Tage nach Sendung online abrufbar:

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BP: Zwischenzeitlicher Peak erreicht

Als "Zwischen-Peak" könnte man die Aussage des BP-Chefökonomen Christof Rühl im jüngsten SPIEGEL-Interview interpretieren, der auf die Frage, wie das aktuelle Kostenhoch beim Öl zustande kommt antwortet: "Weil die Nachfrage das Angebot übersteigt." Der "Nachfrageschub" in den Industrieländern sowie der "Boom" in den Schwellenländern träfe insbesondere auf die Lieferausfälle in Libyen. (mehr …)

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Rohölpreise: Ausverkauf sorgte für eine Marktbereinigung

Die Preisrisiko-Indikatoren des Peak Oil-Barometers reagierten auf die Ereignisse der vergangenen Woche: Sie zeigen beschleunigt aufwärts. Es gab eine Verschärfung der Situation, weil Panikverkäufe auftraten und die Börsenstimmung für Rohöl in den Keller geschickt wurde.

Nachrichten über ein etwas geringeres Wirtschaftswachstum in den USA und die Freigabe der Ölreserven sorgten für ein lautes Rauschen im Blätterwald, was die Marktteilnehmer beeindruckte. Sie verkauften ihre Positionen in herausragendem Umfang, bzw. sicherten ihre Verkaufspreise - und zwar viele Marktteilnehmer zur gleichen Zeit. (mehr …)

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IEA-Länder zapfen Ölreserven an: Preisrutsch am Ölmarkt

Allein die Ankündigung sorgte gestern für einen 5%igen Preisrutsch an den Ölmärkten: Die Internationale Energieagentur (IEA) will im Zusammenspiel mit seinen Mitgliedsländern 60 Millionen Barrel Öl in den Markt geben. Quelle für dieses Öl sind die strategischen Reserven der Länder und der IEA. Die Hälfte dieser Menge kommt von den USA, Deutschland trägt 4,2 Millionen Barrel bei. Als Begründung wird der Libyen-Konflikt genannt, der zu einem Ausbleiben von 132 Millionen Barrel bis Ende Mai führte.

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Grüne Sachsen fordern sächsische Peak Oil-Strategie

Auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz am vergangenen Wochenende in Dresden stimmten die sächsischen Grünen mit nur einer Stimme Enthaltung für einen Antrag, die Sächsische Landesregierung zu einer Peak-Oil-Strategie aufzufordern.

Darin heißt es:

Peak Oil bezeichnet den Höhepunkt der globalen Erdölförderung oder auch das Ölfördermaximum. [...] Bislang findet eine angemessene Auseinandersetzung mit den Herausforderungen des Peak Oil weder innerhalb der Sächsischen  Staatsregierung noch in der sächsischen Wirtschaft statt. [...] Da unsere Wirtschafts- und Lebensweise hochgradig abhängig vom Rohstoff Erdöl ist, wird Peak Oil einen grundlegenden Strukturwandel anstoßen, der die Gesellschaft in das Zeitalter nach dem Erdöl führt – ins postfossile Zeitalter. Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen begreifen Peak Oil als (politisches) Problem und wollen diesen Strukturwandel konstruktiv und vorausschauend zu begleiten. Wir fordern die Sächsische Staatsregierung auf, ebenfalls tätig zu werden und [die] genannten Fragestellungen aufzugreifen.

Quelle: Antrag und Änderungs-/Erweiterungsantrag

Der Antrag ist auch Resultat einer Studie, die die Landtagsfraktion in Auftrag gab.

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Peak Oil in die Politik

Ende 2010 gab die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen im Sächsischen Landtag bei uns eine Studie in Auftrag, die erforschen sollte, wie sich Peak Oil auf die sächsische Wirtschaft auswirkt. Diese Studie ist fertiggestellt, ein Teil zu "Transition Towns" ist jetzt noch in Arbeit. Öffentlich vorgestellt werden soll diese Studie nach der Sommerpause.

Das Thema Peak Oil sickert zunehmend in die politische Ebene ein, insbesondere "von unten". So diskutierte ich Anfang April das Thema im Grünen Salon in Viersen (NRW) und mein Kollege Christoph Senz stellte das Thema Anfang Juni bei der FDP Aachen vor.

Auch in Österreich wird das Thema zunehmend diskutiert, wie folgender Vortrag von Volker Plass zeigt:

Politisch neutrale, aber fachlich fundierte Vorträge können von uns vermittelt werden. Kontaktieren Sie uns!

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OPEC: Keine Mehrförderung

Auf der Webseite der OPEC heißt es zur heutigen Sitzung in Wien lapidar: "Es wurde keine formelle Entscheidung über Vereinbarungen zur Produktionsmenge erreicht." (No formal decision was reached on a production agreement.) In der FTD wird man deutlicher: Das Kartell streitet sich über die Förderpolitik, es klingt als würde Saudi Arabien im Alleingang seine künftigen Quoten festsetzen. Die Marktakteure haben da etwas anderes erwartet, weshalb der Ölpreis heute stieg.

Das Vorpreschen der Saudis, die Fördermenge zu erhöhen hat (kurzfristig betrachtet) damit zu tun, dass Ängste bestehen, die Weltwirtschaft durch hohe Ölpreise abzuwürgen. In dieselbe Kerbe schlägt die Weltbank, die die hohen Wachstumsraten der Schwellenländer als "Überhitzung" deutet, die zu stark steigenden Rohstoffpreisen, insbesondere bei Lebensmitteln und Öl, führen kann.

Wie wichtig die Ölpreise sind erlebt derzeit Weissrussland. Das nahe dem Staatsbankrott stehende Land erhöhte gestern die Benzinpreise um 30%, nur um das nach Protesten heute wieder zurückzunehmen.

In der Schweiz hat sich derweil eine neue "Stiftung für Erneuerbare Energien" gegründet, die insbesondere den Peak Oil in die Gesellschaft tragen will. Sie wird getragen von Unternehmern und insbesondere dem Peak Oiler Daniele Ganser.

Dass Öl die Grundlage für Plastik ist, dürfte allgemein bekannt sein. Im Standard ist jetzt nachzulesen, was die dunkle Seite dieses Problems ist: In den Ozeanen findet sich inzwischen sechsmal mehr Plastik als Plankton.

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Saudi Arabien will mehr fördern, Fluggesellschaften spüren Preisdruck

Heute treffen sich in Wien die Vertreter der in der OPEC versammelten Staaten, um über die künftige Strategie des Ölförder-Kartells zu sprechen. Saudi Arabien hat bereits einen Tag zuvor deutlich gemacht, dass es seine Fördermengen ausweiten will: Um 500.000 Barrel auf 9,5 bis 9,7 Millionen Fass pro Tag. Damit signalisiert das Land einerseits, dass es seine Förderung durchaus noch ausweiten kann, andererseits, dass es Sorge hat, die hohen Ölpreise würden die Weltkonjunktur und damit die Nachfrage nach dem Rohstoff abwürgen. Laut Manager-Magazin wäre dies der höchste Ausstoß seit Sommer 2008, wo der Ölpreis bekanntlich seinen Rekord von 147 Dollar erreichte. Das Manager Magazin weiß zu berichten, dass die Golf-Staaten für eine Anhebung der Fördermenge sind, Venezuela und Iran jedoch dagegen. Diese Konstellation macht einerseits deutlich, dass über die Richtung der europäischen Konjunktur nicht nur in Europa entschieden wird. Ziemlich genau vor 3 Jahren berief Saudi Arabien angesichts der damals rasanten Preissprünge eine Sondersitzung der OPEC ein...

Die US Energy Information Administration (EIA) hat ihre Prognose über den diesjährigen Ölverbrauch erneut angehoben. 1,7 Millionen Fass pro Tag sollen es nun im Vergleich zum Vorjahr mehr sein. Ob die Welt das liefern kann? Was macht diese steigende Nachfrage mit den Preisen?

Laut gestrigem Handelsblatt wird sich der Gewinn der Fluggesellschaften von 18 Milliarden Dollar in 2010 auf 4 Milliarden Dollar in 2011 verringern. Der Weltverband rechnete mit 96 Dollar pro Fass Erdöl, derzeit steht der Preis gut 20 Dollar höher. Statt geplanten 133 Milliarden Dollar müssen die Gesellschaften 160 Milliarden Dollar ausgeben.Mit 30% der Spritkosten an den unternehmerischen Gesamtkosten ist die Branche in einer Situation, die Preissteigerungen beim Öl massiv durchschlagen lassen und Pleiten nicht auszuschließen sind - trotz steigender Nachfrage und wachsenden Fracht- und Passagierzahlen.

Währenddessen erwartet die Internationale Energieagentur (IEA) eine "goldene Ära" beim Gas. Kein Wunder: Wenn das Öl teurer und knapper wird, stellt sich die Frage, woher die Energie kommen soll, die wir ganz selbstverständlich verbrauchen. Ob ein Verfeuern der Reserven angesichts einem absehbaren Ende der fossilen Brennstoffe und einem weiter steigenden CO2-Gehalt in der Atmosphäre eine so gute Idee ist, ist eine Frage, die dringend diskutiert werden müßte - angesichts "business as usual" aber kaum gestellt wird.

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Spritrationierung bei der Polizei + neues Gesetz für Mineralölkonzerne

Benzinpreise sind ein Politikum. Regelmäßig vor Ostern, Weihnachten und demnächst auch bestimmt wieder vor Pfingsten steigen die Preise an den Zapfsäulen, weil alle Welt verreisen will. Das Kartellamt hat nun seine Studie der letzten 3 Jahre veröffentlicht und kommt zu dem Schluss: Die 5 großen Konzerne (Shell, Aral, Esso, Total, Jet) haben einen Marktanteil von 70%, sprechen sich bei den Preisen zwar nicht ab, agieren aber "im Schwarm". Soweit, so marktwirtschaftlich. Da das Kartellamt da nichts gegen tun kann, will jetzt Verkehrsminister Ramsauer die Spritanbieter zu neuen (in Australien getesteten) Regeln verpflichten: Preiserhöhungen müssen im Vorfeld angegeben werden und dann 24 Stunden beibehalten bleiben. Ob's hilft?

Aufgenommen in einer Lausitzer Kneipe

Ob Peak Oil auf die CDU Hoyerswerda Rücksicht nimmt?

Der Spardruck der Bundesregierung führt dazu, dass jetzt der Treibstoff bei der Bundespolizei rationiert wird. Streifenwagen stehenlassen, stattdessen mehr Fahrrad fahren? Was heute noch als "Trockenübung" durchgehen dürfte, könnte mit dem Überschreiten des Peak Oil zu der grundsätzlichen Frage führen: Wer darf den dann knapper werdenden Sprit überhaupt nutzen? Wer hat Priorität bei der Versorgung und wer muss hintenan stehen? Häusleheizer kontra Krankenwagen?

Und: Das Post Carbon Institute hat eine Studie veröffentlicht, die hinterfragt, welche Rolle unkonventionelles Gas für die USA künftig spielt.

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Frankreich verbietet Fracking, Obama will schneller bohren, Spekulanten gehen an den Start

Dass die Förderung unkonventioneller Erdgas-Vorräte nicht unproblematisch ist, wurde schon an anderer Stelle erwähnt: Mit den Flüssigkeiten, die zum Aufbrechen der Lagerstätten in den Boden gepumpt werden, werden radioaktive Stoffe ausgespült und beim Verbrennen aber auch beim Fördern selbst gelangen Treibhaus-Gase in die Luft. Das französische Parlament hat jetzt den Abbau unkonventioneller Erdgas-Reserven faktisch untersagt, berichtet heise.de.

US-Präsident Barack Obama wiederum beugt sich dem Druck der steigenden Spritpreise und will die Förderung von Öl und Gas beschleunigen. Dazu soll ein bislang als "nationale Erdölreserve" gehaltenes Reservoir in Alaska angezapft werden, die Förderung auf staatlichem Grund erleichert werden, sowie  Förderrechte im Meer (Golf von Mexiko, Arktisches Meer, Atlantikküste) überprüft, verlängert oder neu vergeben werden. Zudem will man die Ölkonzerne ermuntern, bestehende Reserven schneller zu erschließen und auszubeuten. Das alles darf man bei SPIEGEL-Online nachlesen, den Bogen zur Endlichkeit der Rohstoffe läßt der Artikel jedoch leider vermissen...

Ebenfalls im SPIEGEL aber eher versteckt findet sich ein Hinweis, dass die große Finanzwelt zunehmend ins Ölgeschäft einsteigt. In einem Artikel über den US-Spekulanten John Paulson und dessen neuesten Deal mit der Deutschen Bank wird auch beschrieben, worum es in diesem Deal geht: Paulson spekuliert darauf, dass der Öl- und der Goldpreis zusammen steigen, die Deutsche Bank tritt als Vermittler des Geschäfts auf. Auf Paulsons Betreiben wurden wohl im Vorfeld der Finanzkrise 2007/2008 jene "Finanzprodukte" gestrickt (CDO), die einen großen Anteil am rasanten Platzen der US-Immobilienblase hatten. Paulson wettete auf ein Platzen dieser Blase, gewann diese Wette und gilt seitdem in einschlägigen Kreisen als "Superstar". Sein Einsatz bei diesem neuen Deal liegt laut SPIEGEL "bei über einer Milliarde Dollar", was ja sehr viel Spielraum nach oben läßt. Keine kleine Summe jedenfalls - für eine Wette auf Peak Oil...

Und noch der Hinweis auf einen interessanten Artikel von Steffen Bukold von EnergyComment in "Internationale Politik" über 7 Thesen, Wahrheiten und Irrtümer über ERDÖL.

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