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IEA-World Energy Outlook 2012 – Peak Oil abgesagt?

Gestern wurde der jährliche World Energy Outlook (WEO) in London vorgestellt, heute wird der Energie-Bericht in Berlin präsentiert. Aus den bisher öffentlich zugänglichen Dokumenten läßt sich hinsichtlich Öl und Peak Oil folgendes herauslesen:

  • Die USA können bis 2030 einen Selbstversorgungsgrad mit Öl und Gas von 100% erreichen. Bis 2020 soll das Land zum größten Ölförderer werden und Saudi Arabien überholen. Der internationale Ölhandel konzentriert sich demnach in Richtung Asien, wo auch die größten Verbrauchs-Zuwächse zu finden sind. Diese Entwicklung gilt jedoch als Anomalie, denn die Tendenz weltweit geht in genau die entgegengesetzte Richtung: Die meisten anderen Länder können ihre Förderungen wenn überhaupt nur sehr begrenzt steigern oder weiten ihre Importabhängigkeit sogar aus. Dennoch erreicht die Ölförderung in den USA bereits zwischen 2020 und 2025 ihr Maximum bei etwa 10 Millionen Fass pro Tag. Öl und Gas zusammen erreichen ihren Peak um 2025.

Öl- und Gasförderung in den USA laut WEO 2012 (mehr …)

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Chemnitz auf Entzug und Peak Oil in Aachen

Gemeinsam mit dem Umweltzentrum in Chemnitz adaptieren wir "Dresden auf Entzug" für Chemnitz. Am 30. November 2012 von 17 bis 20 Uhr heißt es im Veranstaltungssaal des DAStietz, Moritzstraße 20, in Chemnitz:

Chemnitz auf Entzug.

Wie funktioniert die Stadt ohne Öl?

Eingeladen sind als lokale Akteure Steffi Schönherr von der Handwerkskammer Chemnitz und Stefan Tschök von den Chemnitzer Verkehrsbetrieben CVAG. Ich darf in die Grundproblematik einführen. Wie in Dresden werden wir auch in Chemnitz die Besucher in einem World Café miteinander ins Gespräch bringen. Dahinter steht der Gedanke, dass Anpassungen der städtischen Strukturen nicht allein durch Fachleute, sondern von allen Bürgern der Stadt getragen und umgesetzt werden müssen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Agendaforum 2012 in Zusammenarbeit mit Volkshochschule und Evangelischem Forum statt.

 

Zwei Tage zuvor kommt Aachen und Umgebung in den Genuss eines eindrucksvollen Vortrags von Christoph Senz:

Erdöl stellt mit großem Abstand den wichtigsten Rohstoff der Weltwirtschaft dar. Rund 90% aller industriell gefertigten Produkte hängen heute direkt oder indirekt von der permanenten Verfügbarkeit von Erdöl ab. Aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften und seines massenhaften Vorkommens, hat Erdöl wesentlich zum Wirtschaftswachstum der Welt in den letzten 100 Jahren beigetragen! Seit etwa 2005 kann die Produktion konventionellen Erdöls nicht mehr mit der Nachfrage Schritt halten. Der Zuwachs in der globalen Ölförderung kommt nur noch aus extrem teuren, energieintensiven und umweltschädlichen Quellen wie kanadischen Teersanden, der "ultra deep sea" Förderung, oder aus in Monokulturen angebauten Biotreibstoffen.

Der Vortrag wird in eindrucksvollen Beispielen zeigen, wie sehr billiges Erdöl unser Leben prägt und das wir uns dennoch langsam, aber stetig von ihm verabschieden müssen. Die dabei auftretenden Spannungsfelder, sowie Möglichkeiten diese zu antizipieren werden ebenfalls beleuchtet, bei unserem diesjährigen Kaminabend mit dem Thema: "Das Ende des billigen Öls - Wirtschaftliche und gesellschaftliche Implikationen dauerhaft hoher Erdölpreise"

Wir freuen uns Christoph Senz als Referenten begrüßen zu dürfen. Herr Senz hat Geologie in Aachen studiert und einen Abschluss als Master of environmental sciences. Er arbeitet in Aachen als Consultant bei der ProCom GmbH und engagiert sich nebenberuflich bei der Association for the study of peak oil and gas und dem Hamburger PostFossil Institut. Außerdem bloggt er über erdölspezifische Themen auf der Webseite www.peak-oil.com.

Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 28. November 2012, 19.00 Uhr, im Marschiertor, Wallstraße 1, 52062 Aachen.

Es wird aus organisatorischen Gründen um eine Anmeldung per Email: ed.nehcaa-htwrnull@aniger bis zum 23. November 2012 gebeten.

 

Christoph Senz und ich freuen uns über Vorbeikommen, mitdiskutieren aber auch über Weiterleitung dieser Informationen. Über Gelegenheiten, das Thema Peak Oil auch in anderen Kommunen zu diskutieren, freuen wir uns ebenso.

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Audio: Peak Oil – Das Ende vom Märchen der Wachstumsgesellschaft

Eine Sendung von Markus Metz und Georg Seeßlen im Deutschlandradio Kultur.

Mit Prof. Niko Paech (Uni Oldenburg, Postwachstumsökonomie), Jörg Schindler (ASPO), Prof. Sophie Wolfrum (TU München, Städtebau)

Grade im Radio, jetzt auch online:

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Peak Oil verschoben: IEA prognostiziert sinkende Preise

240 Euro will die IEA für ihren neuen Mittelfrist-Report zur Entwicklung des Ölmarkts haben. Glauben wir SPIEGEL ONLINE ist darin ein Absinken des Ölpreises in den kommenden 5 Jahren zu erwarten. Vom diesjährigen Durchschnittspreis von 107 US$ auf dann 89 US$ soll sich das Preisniveau senken. Diese Entwicklung würde, sofern sie weltweit gültig ist, bedeuten, dass Peak-Oil-Auswirkungen auf volkswirtschaftlicher Ebene bis 2017 nicht eintreten oder spürbar werden, sondern dass wir in den vergangenen 4 Jahren ein zwischenzeitlichen Preis-Peak gesehen haben, der sich in den nächsten Jahren wieder abschwächt. (mehr …)

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Dresden auf Entzug 2: Wie funktioniert die Stadt ohne Öl?

Als wir vor etwa einem Jahr mit ersten Gesprächen mit Friedrich-Ebert-Stiftung und Hygiene-Museum über eine Veranstaltung nachdachten, die "Dresden ohne Öl" thematisieren sollte, schätzten wir 70 bis 80 Besucher als Erfolg ein. Die Anmeldezahlen nach Bekanntgabe und Bewerbung zeigten doch dann recht schnell: Unsere 120 geplanten Plätze würden nicht ausreichen. Wir stockte auf 140 Plätze auf und mussten dennoch 40 Interessierte vertrösten: Das Interesse an der Frage, wie die Stadt ohne Öl funktioniert, war groß. (Video)

Auch der Abend selbst war gelungen, auch wenn so manche Antwort noch nicht vollständig befriedigte: Ja, die Dresdner Verkehrsbetriebe sorgen für mineralölarmen Verkehr in der Stadt, ja, die Unternehmen erkennen Energie- und Rohstoffpreise als großes Risiko, ja, Tante Emma könnte zurückkommen - so könnte man ein grobes Fazit der Kurzvorträge des Abends ziehen. Doch klar war auch: Umfassend beantwortet war die Frage nach der ölfreien Stadt damit noch lange nicht.

Also gingen wir auf die Suche nach weiteren interessanten Impulsgebern für eine Fortsetzung. Eine Dresdner Wohnungsgenossenschaft signalisierte, dass das Thema sehr wohl wichtig ist, allerdings sah man wenig Gelegenheit, sich auf das tagesgeschäftfremde Thema angemessen vorzubereiten. Ganz ähnlich begründete der Betreiber eines auf PKW-Verkehr hochgradig angewiesenen Einkaufsparks der Stadt: Dort war neues Personal anzulernen und die frei verfügbare Zeit zur Vorbereitung war eng, auch wenn man sich des Problems in unseren Telefonaten zunehmend bewusst wurde. Man sagte ab, bat aber um Einladung auf Besucherseite. Dem sind wir gern nachgekommen!

Auch wenn sich die Vorbereitung dieses zweiten Abends wesentlich schwieriger gestaltete als zur Aprilveranstaltung, hat es sich gelohnt. Wir vertiefen am

08. November 2012 ab 16 Uhr (16 Uhr: Eröffnung der Infostände + Vorgespräche, 17 Uhr: Beginn der Tagung)

im

Deutschen Hygiene-Museum Dresden

die Frage: Dresden auf Entzug - Wie funktioniert die Stadt ohne Öl?

deshalb mit folgenden Referenten:

  • Dr. Matthias Mohaupt, Abteilungsleiter Verkehrsplanung im Stadtplanungsamt. Impulsthema: Verkehr Dresden 2025
  • Prof. Dr. Jürg Sulzer, Stiftungsprofessur Stadtumbau und Stadtforschung an der Technischen Universität Dresden. Impulsthema: Amerikanisierung der Stadtstrukturen?
  • Joachim Breuninger, Direktor des Verkehrsmuseums Dresden. Impulsthema: Dresden vor dem Öl

Parallel haben wir die Stadtratsfraktionen um Material mit Positionen zu der Frage gebeten, wie denn die Stadt mit dem Peak-Oil-Problem umgehen sollte. Wir sind gespannt, wer was liefert und hoffen, am 8. November entsprechende Papiere auslegen zu können.

Der Eintritt ist frei. Spender sind willkommen. Um Anmeldung wird gebeten: ed.sefnull@neshcas oder 0351/8046804. Flyer zum Download. Infos beim Hygiene-Museum.

 

PS: Wir haben diesmal den Großen Saal. :-)

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Kommentarlos, Teil 13

Es lässt sich festhalten: Durch eine Geschwindigkeitsverringerung des Energieumsatzes (also einem geringeren Energiefluss) reduziert sich die ökonomische Aktivität. Es werden weniger Güter produziert und transportiert und es werden weniger Dienstleistungen angeboten. Der sozioökonomische Stoffwechsel verlangsamt sich, was gleichbedeutend ist mit einer Abnahme der wirtschaftlichen Dynamik.

Julian König: "Peak Oil und die Verwundbarkeit moderner Gesellschaften. Verursacht das Ende des billigen Öls eine Krise der Wachstumsökonomien?", Arbeitspapiere zur Internationalen Politik und Außenpolitik, S. 26

(Danke für den Hinweis an M_B_S)

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Peak Energy trifft Bahnfahrer und Bäckereien

Bäckereien sterben und die Bahn erhöht die Preise: Beides wegen gestiegener Energie- und Rohstoffkosten. Bei den Bäckereien kommt noch hinzu, dass die Nachfolge für viele Betriebe ungeklärt ist und so sollen laut Verband der Großbäckereien bis 2020 von heute 14.000 Bäckereien dann nur noch 8.000 existieren. Vor allem kleine Bäckereien sollen großen Ketten Platz machen - ein Trend zu Großbäckern also. Steigende Preise für Bäckerprodukte sind ebenfalls nur eine Frage der Zeit. Die Bahn hat im ersten Halbjahr 2012 einen Passagierrekord aufgestellt, wozu zweifellos gestiegene Spritpreise beitrugen, die Autofahrer zum Umsteigen brachten. Der Handel selbst fühlt sich von zwei Seiten unter Druck: Kostenseitig drücken die Energiepreise, absatzseitig schmälern steigende Energiepreise die Kundenkaufkraft. Inflationsbereinigt rechnet der Verband mit einem im Vergleich zu 2011 gleichbleibendem Handelsumsatz: "Peak Einzelhandelsumsatz" also erreicht?

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Ändert Peak Oil die ökonomischen Mechanismen?

Ein Gastbeitrag von Martin Andresen.

Man kennt das. Irgendwo, ganz weit weg, auf dem nordamerikanischen Kontinent wird ein simples Pyramidenspiel mit Immobilien betrieben. Von Periode zu Periode drängen stetig grössere Käufermassen auf den Häusermarkt, was allein schon die Hauspreise steigen lässt, was wiederum vermehrt Interessenten anlockt. Angefeuert wird die Bewegung durch ein enthemmtes dereguliertes  Bankensystem, dass auf der Grundlage stetig steigender Immobilienbewertungen Kredite schöpft, Boni verteilt und eine Refinanzierungsmaschine in Gang setzt, die über Verbriefungen überteuerte Hypothekenkredite in den globalen Bankenmarkt verkauft. Alle wollen mitmachen, alle wollen reich werden und verschulden sich bis über beide Ohren. Dann gibt es einen Konjunktureinbruch (die Ölpreise steigen unerwartet), Arbeitslosigkeit macht sich breit, die ersten Kredite werden notleidend und plötzlich stockt der Strom neuer Käufer - das Kartenhaus bricht zusammen.

Die Ökonomen erkennen erstaunt, dass es nicht möglich ist, reich zu werden, nur indem man sich gegenseitig reihum Immobilien verkauft. Das hätt man jetzt nicht gedacht, denn liberalisierte Märkte tendieren zum Gleichgewicht - nicht zum Abgrund, so die herrschende Wahrnehmungsübereinkunft. Finanzminister Schäuble ist selbst vier Jahre nach dem Crash überzeugt, die Bankenkrise war nicht vorhersehbar. Und viele Ökonomen pflichten ihm bei. Aber ist das so? (mehr …)

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Genug Öl für alle?

Was schätzen Sie – wie viel Erdöl können wir mit unserer heutigen Technologie aus einem Reservoir abschöpfen, bevor die Quelle aufgegeben wird? Neunzig Prozent? Siebzig Prozent? Die Hälfte? Falsch: Es sind lediglich bis zu 35%, die die Ölindustrie mit modernster Technologie aus einem Reservoir schöpfen kann. Je nach Spezifikationen des Reservoirs schwankt der Wert in etwa zwischen 25% und 35%.

Diese Zahl hat mich erstaunt – und das, obwohl mir sehr wohl bewusst war, dass wir große Teil des Rohöls technisch und/oder ökonomisch gar nicht fördern können. Mir war bewusst, dass weniger als die Hälfte des Erdöls aus einem Reservoir förderbar ist. Aber dass die Förderrate nur bei ca. 30% liegt, war selbst für mich eine Überraschung. Denn es bedeutet im Umkehrschluss, dass rund 70% des Rohöls im Boden verblieben – selbst bei den Feldern, die wir heute als erschöpft ansehen. Es liegt also deutlich mehr Erdöl als wir überhaupt bisher gefördert haben in den Gesteinsformationen unserer Erde – die noch nicht entdeckten oder erschlossenen Reservoirs gar nicht mit eingerechnet. Das ist eine Menge Öl. (mehr …)

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Pressemitteilung: Kommunen und Unternehmen sollten sich auf Ölpreis von 150 US$ vorbereiten

Risiken in der Ölversorgung steigen, Unternehmen und Kommunen nicht angemessen vorbereitet, Ölpreis ab 2013 bei 150 US$

Seitdem Europa sein Ölfördermaximum 2002 überschritten hat, sinkt die europäische Eigenversorgung mit Mineralöl. Im Vergleich zu 2002 wird 2013 nur noch die halbe tägliche Menge gefördert. Seit Erreichen des europäischen Förderplateaus 1996 haben sich die Ölpreise auf dem Weltmarkt verfünffacht und die Abhängigkeit von außereuropäischen Lieferanten hat stark zugenommen. Damit steigt für die europäischen Unternehmen und Kommunen das Risiko, von Ölkrisen getroffen zu werden.

(mehr …)

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