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Australische Regierung verschweigt Peak-Oil-Report

Im Jahr 2009 wurde ein Report des australischen Amtes für Infrastruktur, Transport und Regionalwirtschaft (BITRE) fertig, der jedoch erst jetzt das Licht der Öffentlichkeit erblickt: Report Nummer 117 mit dem Titel "Transport energy futures: long-term oil supply trends and projections" (PDF) analysiert die Ölförderung einzelner Länder und Regionen und kommt zu dem Fazit: Ab 2017 ist mit einem Rückgang der täglich verfügbaren globalen Ölmengen zu rechnen. Diese Aussage steht natürlich in großem Gegensatz zu - beispielsweise - dem jüngsten Bericht von Exxon Mobil, der keinerlei Versorgungsprobleme bis über das Jahr 2040 hinaus erwartet, neben der Steigerung der konventionellen Ölförderung gar eine Steigerung der Tiefsee-Produktion und durch Ölsande annimmt - was zusätzlich durch Flüssiggase und Biotreibstoffe business as usual ermöglichen soll.

Der Report 117 macht keine Aussagen über die Preisentwicklung und geht auch nicht auf die ökonomischen Auswirkungen ein. Er betrachtet auf über 400 Seiten ausschließlich geologische Entwicklungen und die Förderentwicklung einzelner Felder, Länder und Regionen. Die Förderkurve, die der Bericht 117 erwartet, wird wie folgt dargestellt. Es wird erwartet, dass der Rückgang ab 2017 lang anhaltend ist und bis 2035 etwa 20% gegenüber dem Fördergipfel beträgt. Zwischen 2040 und 2050 würde demnach nur noch die Hälfte der Ölproduktion anfallen, doch bereits ein kleiner Rückgang verglichen mit den heutigen Fördermengen wird Auswirkungen auf die Preise nach sich ziehen.

Im neuen "Energie-Weissbuch", welches jetzt kurz vor den australischen Sommerferien veröffentlicht wurde, ist kein Hinweis auf den intern gebliebenen Bericht zu finden. Er hat dort offenbar keinen Widerhall gefunden, so dass sich die Regierung fragen lassen muss: Aus welchen Gründen ist die Aussage, die Ölproduktion würde ab 2017 schrumpfen, irrelevant für die energiepolitischen Planungen der Regierung? Immerhin ist auch Australien zu 80% auf Importe von Öl- und Ölprodukten angewiesen und erreicht seinen eigenen Förderhöhepunkt laut Energie-Weissbuch just 2011/2012 und wird deshalb seine Importe künftig weiter steigern (müsen). Trotzdem geht das Weissbuch von einer Steigerung der globalen Fördermenge bis 2034/2035 aus.

Matt Mushalik, der crudeoilpeak.info betreibt und nach eigenen Aussagen mehrfach auf unterschiedlichen Wegen versuchte, das Thema Peak Oil an die australische Regierung heranzutragen, kommentiert die Nicht-Veröffentlichung des Reports auf seiner Webseite. Mushalik kritisiert, dass die australische Regierung das Problem nicht wahrnimmt und befürchtet, "dass das Problem das Peak Oil so lange vor sich hergeschoben wird, bis es zu Verknappungen an den Tankstellen kommt und der Öffentlichkeit dann klar wird, dass Regierungen die Warnungen schon seit Jahren entweder unterdrückt oder verschlafen haben. Es scheint die Strategie der Australischen Regierung zu sein, notwendige Öl-Einsparungen unter dem Deckmantel der Reduzierung von CO2 Emissionen zu erreichen."

Ersetzt wurde der Bericht durch einen anderen Report 117 über das australische Flugwesen.

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12 Kommentare to “Australische Regierung verschweigt Peak-Oil-Report”

  1. Heilbuttschnitte sagt:

    Der Sprit ist jetzt schon viel zu teuer !!! Es wird Zeit, das mit dieser Angstacherei und der künstlichen Verknappung dieses wichtigen Lebenssaftes endlich schluß ist. Seiten wie http://www.peak-oil.com schüren lediglich unnütze Panik beim Verbraucher.
    Peakoil ist ein Mythos – es wird immer genügend Öl für alle da sein.

    • Xaver Strobel sagt:

      Ja das stimmt,es stimmt dass immer genuegend Oel da ist, aber nicht zum heizen und tanken.
      In der Apotheke kann man es dann auch kaufen, den Liter fuer 8 Euro.Da steht uns noch einiges bevor.

  2. Tom Schülke sagt:

    @Heilbuttschnitte:

    Ich kann mir ihren Komentar nur unter der Rubrik „Satire“ vorstellen. Meinten Sie das ernst ?

    Vielleicht informieren Sie sich ansonsten erst einmal umfangreich zu Thema. Da sind sie hier gut aufgehoben.

    grüße

  3. harald sagt:

    zu tomi,ich glaube eher sie müssen sich informieren!Peakoil ist eine Erfindung der „Hochfinanz“

    • Lothar Gräwe sagt:

      Hallo Herr Weber,
      Die Rechnung die sie schreiben finde ich gut,doch ich denke das wird sich ändern oder tut es schon.
      Wenn ich mir die Preisentwicklung
      für Superbenzin der letzten neun Jahre anschaue
      http://benzinpreis.de/statistik.phtml?o=7&display=superbenzin2011
      so ist doch eine immer schneller werdende Preisspirale nach oben
      zu erkennen.Mein Lohn steigt nicht mit in dem Tempo.Alleine die Preisentwicklung für Superbenzin in den letzten
      zwei Jahren gibt mir zu denken.
      Preise für Superbenzin:
      Jan 2010 1,341
      Jan 2011 1,462
      Dez 2011 1,519
      Jan 2012 1,612

      das soll so weiter gehen.

  4. Helmut Josef Weber sagt:

    Teure Spritpreise?
    Woran messen wir, ob Benzin/Diesel teuer ist?
    Ist Benzin/Diesel überhaupt treuer?

    Ich kann mich erinnern, dass ich 1972 mein erstes Auto gekauft habe.
    Damals kostete der Liter Benzin 62 Pfennig.
    Als Geselle im Handwerk hatte ich damals 4,80 DM Stundenlohn Brutto.
    Für eine Stunde Arbeit bekam ich also 480 Pfennig/ 62 Pfennig =7,74 Liter Benzin, und mein Kadett B verbrauchte 10-11 Liter/100 km.

    Bei 1,50 Euro pro Liter Benzin muss ich heute also 11,61 Euro Stundenlohn haben, damit meine Benzin/Dieselrechnung Plusminus null verläuft und ich heute 2010 wieder 7,74 Liter Benzin für eine Stunde Arbeit erhalte.
    Die Tariflöhne im Heizungsbau liegen in Deutschland bei:
    C Monteur:12€/h
    B Monteur:13,55€/h
    A Monteur:15,38€/h
    Wie lange mussten wir vor 30 Jahren für ein Brot, ein Kilo Schweinefleisch, eine Schachtel Zigaretten oder einen Farbfernseher arbeiten?

    Erstaunt werden wir feststellen, dass wir heute im Schnitt weniger Zeit für Alles arbeiten müssen.
    Warum erscheint uns heute aber Alles „viel teurer“ als früher?
    Dabei sollten wir nicht vergessen, wie viel wir für einen Liter Benzin bekommen.
    Mit einem Liter Benzin oder für etwa 1,50 Euro kann ich mit meinem Auto(etwa 7 Liter Verbrauch/100 km) besetzt mit 5 Personen, etwa 15 Kilometer weit fahren.
    Oder noch anders herum:
    Ich muss heute (bei 12 Euro Stundenlohn) etwa 7,5 Minuten arbeiten um 5 Personen 15 Kilometer weit transportieren zu können.
    Also 15 km mit 5 Personen für etwa 1,50 Euro.
    Ist das teuer???
    Wie teuer wäre Futter für einen Esel, der die gleiche Leistung vollbringt?
    Wenn der Esel etwa 3-4 Stunden auf einer Karre 5 Personen 15 Kilometer weit befördern; was frisst da so ein Tier?
    Wenn der Esel 2-3x am Tag die Stecke läuft, was kostet das an Futter am Tag?
    Und der Esel frisst etwa die gleiche Menge Futter wenn ich ihn nicht benötige.
    Oder geben wir einfach zu viel Geld für Dinge aus, die wir früher nicht hatten?
    Oder arbeiten wir heute weniger?
    Damals war die Wochenarbeitszeit 44 Stunden, heute 35.

    Viele Grüße
    Helmut Josef Weber

  5. Bernd1964 sagt:

    Die obige Graphik aus dem Report ist sehr optimistisch. Offensichtlich berücksichtigt sie nicht den Niedergang der Netto-Energieproduktion bei noch vorhandenen Ressourcen (Energy Return on Energy Investment, EROEI).

    Daß viele Regierungen pessimistischeren Prognosen mehr Glauben schenken sieht man z.B. daran, daß in den USA heute praktisch das Kriegsrecht verhängt worden ist; auch an den Vorbereitungen anderer Regierungen kann man sehen, daß sie einen nicht mehr fernen zivilisatorischen Kollaps erwarten. Das auf Kredit-Schuld basierte elitäre Fiatgeld-System ist am Ende und steht vor dem Zusammenbruch, was u.a. auch mit peak oil zu tun hat.

    Ich stimme mit dem ersten Kommentar von Heilbuttschnitte darin überein, daß die westliche Zivlisation nachweislich durch ein kriminelles internationales Bankerkartell regiert und gesteuert wird, welches sich historisch aus dem Britischen Empire entwickelt hat und eine Weltregierung anstrebt. Und eines seiner besten kolonialen Tricks ist die künstliche Verknappung. Doch Peak oil und peak everything sind sehr reale natürliche Phänome der Depletion, da die industrielle Zivilisation mit ihrem schuldbasierten Fiatgeldsystem auf exponentiell steigender Ausbeutung finiter irdischer Ressourcen beruht. Ihr wird daher nur eine kurze, wenige Jahrzehnte lange Existenz möglich sein; sie ist deshalb eine vorübergehende Erscheinung in der Geschichte der Menschheit.

  6. Ert sagt:

    @All

    Also wer an PeakOil angesichts der Daten&Faktenlage zweifelt und „Verschwörung“, „Hochfinanz“ etc. als Begründung und Beweis anführt – der sollte doch noch etwas an seinem Daten, Fakten und Zahlenmaterial arbeiten.

    Zudem ist Öl heute immer noch billig – wie auch Herr Weber ausgeführt hat.

    Natürlich wird es auch immer genug Öl geben – es werden sich nur die Anwendungsgebiete ändern und viele werden kein Öl mehr haben wollen – weil es für die jeweilige Anwendung unwirtschaftlich geworden ist (meint: zu teuer).

    So einfach ist das….

  7. Rock sagt:

    Salz in die Suppe der Verschwörungsgegner!

    Die Welt ist komplex, die Gier ist einfach. Wer die nachprüfbare Datenlage nicht sehen will, kann nach ultima ratio nur verblendet sein.

    Wer daran glaubt, dass der unendliche Fluss von Öl weiter und weiter anhalten wird und eine Kaste der Hochfinanz partout schlicht alles unternimmt, um den Ölfluss von tagtäglich 86-89 Millionen Barrel Öl sprudeln zu lassen, dem kann ich keine Objektivität mehr zugestehen.

    Da unternehmen dunkle Gestalten alles, um für fast gar nichts (sprich schlechter EROEI) und investeiren Milliarden in Teersandabbau, in teuerste Offshoreanlagen, in Bioethanol und partout einem durchsetzen von E5 – E85 Sprit – um all verrecken! Ja das macht wirklich Sinn liebe intellektuellen Nachdenker…

    Da bohren tausende von Ingenieure die Erde durch und dabei müssten sie das gar nicht…. alles eine billige Ablenkung der Hochfinanz.

    Ironie wieder aus.

    Peak Oil, Peak Ressourcen werte Leser ist ein ganz normaler Zustand eines Planeten. Nur wir haben ja die Hochfinanz (die wahrlich genug Dreck am Stecken hat)

    Mir ist diese VT Logik in diesem Bezug bis heute nicht klar;-) Also, wenn ich Vorstand dieser „Elite“ und „Menschenfreunde “ wäre, würde ich auf alle Fälle alles daran setzen hier tagtäglich für Verwirrung zu sorgen (was ja auch geschieht) und dies nur um den Bezug Dollardeckeung (Petrodollar) um wirklich jeden Preis am Leben zu erhalten! Darüber mal bitte nachgedacht, denn exakt dies läuft doch. Die Hochfinanz hat mit Sicherheit – WENN – überhaupt kein Interesse an Peak Oil. Sie hat ein Interesse an ihrem Papiergeldsystem… somit zurück zu den greifbaren Daten. Bitte.

    Nach den Gesetzen der Thermodynamik geht die Energie nicht verloren. Soweit so gut, jedoch die frei verfügbare Umwandlungsenergie sehr wohl. Die Datenlage ist schlimm genug, hier weiter und weiter von der ewig sprudelnden Ölquelle zu träumen.

    Wer aufgrund dieser Daten PO ignoriert, dem kann und wird nur die Zukunft Aufklärung bringen. PO ist DIE ultimative Krise, dagegen ist der Verlust des Papiergeldes ein laues Lüftchen der Entbehrung.

  8. Xaver Strobel sagt:

    Guten morgen, es freut mich dass ich eine diskussion ueber Peak oil angestossen habe.
    Ich bestelle mir einen Volvo Plugin Hybrid, damit kann ich wenigstens 50 km elektrisch fahren, mit meinem sauberen Strom.
    In wenigen Jahren haben wir eh eine andere Welt.Wie will man investieren wenn der Liter Diesel 3 Euro kostet ?
    Ich mache nicht so weiter.
    Habe eine Wärmepumpe, Photovoltaik und Solaranlage.
    Heizöl ade!

  9. Radler sagt:

    @#8, Xaver Strobel: Kaufe dir lieber ein Fahrrad ;-) Was bitte scherzhaft und nicht boshaft gemeint ist, wird eine Folge der spürbaren Preissteigerungen an der Zapfsäule sein. Re-Urbanisierung, die sowohl städtebaulich als auch versorgungsökonomisch neue Herausforderungen und Chancen bietet.

    @#4, Herr Weber
    Hat eine interessante Rechnung aufgemacht, die dennoch Irrtümer beinhaltet. Zum einen hat man rund 40 Jahre lang die Preissteigerung beim Sprit als vollkompensiert durch die Lohnentwicklung (quasi-Inflationsausgleich) ignoriert und weder in der Verkehrsplanung als auch der ökonomischen Struktur des Landes berücksichtigt. Die Zeiten sind vorbei. Die von Herrn Weber genannten Stundenlöhne stellen in ganzen Landstrichen bittere Utopie dar – Vollzeitstellen werden für Löhne weit unter den politisch zugestandenem Minimum von 7 Euro besetzt, Niedriglohnland heißt das beschönigend, gesellschaftlicher Sprengstoff würde ein Skeptiker sagen. Und finanzielles Desaster der Realist!

    Alternativen zum Ölhunger gibt es auf drei Ebenen:
    1.: Umdenken in der Mobilität, der größte Ölverbraucher
    2.: Materialentwicklungen in der chemischen Industtrie
    3.: Öl als Heizung

    3. ist schwer und einfach zugleich: Bisher als schnell und billig netzautark installiert, schnappt die Kostenfalle zu, Isolieren, Umrüsten, sparen helfen individuell schnell weiter

    1. ist schon schwerer, denn Änderung wird als Verzicht empfunden, der nicht wirklich einer ist. Fatal ist nur, dass die einfachste Alternative für Massenverkehre gerade in der Bundesrepublik durch die Bundes- und Landesregierungen zu oft zum Opferaltar geführt wurde – die Eisenbahn-Infrastruktur ist nicht mehr in der Lage, immensien Mehrverkehr aufzunehmen, dafür börsenfähig. Ein schlechter Tausch.

    und zum Schluss 2.: Die Industrie wird schnell merken, wo vermeidbar zu viel Öl in den Produkten steckt und den Umschwung packen. Umrüsten in Sachen Mobilität auf die viel gepriesene Nebelkerze Elektromobilität dürfte schwerer sein: Es gibt über 600.000.000 KfZ auf der Welt, wie viele Batterien müssten jährlich mit welchen Rohstoffen hergestellt werden, um einen Lebenszyklus von 10 Jahren zum Umstellen auf Hybrid oder Voll-elektro zu bewerkstelligen? Tja, beim Thema Elektromobilität haben die lautesten Schreihälse vergessen, dass die Eisenbahn schon seit über 100 Jahren elektrisch fährt….

    Es bleibt spannend!

  10. Xaver Strobel sagt:

    Hallo Radler, ja Du hast recht, aber ein Fahrrad habe ich schon immer, aber bei Eis und Schnee ist es nicht so gemütlich.Meine Stadt ist 2 Km entfernt, da kann man schon mal laufen.

    Grüsse an Peak-Oil

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