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PM: Öl- und Gas-Förderung in Deutschland weiter rückläufig

(Hannover) Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) verzeichnet für das Jahr 2012 in Deutschland einen Rückgang bei der Erdöl- und Erdgasproduktion. Zu diesem Ergebnis kommt das LBEG in seinem aktuellen Bericht „Erdöl- und Erdgasreserven in der Bundesrepublik Deutschland am 1. Januar 2013". Auf Grund der fortschreitenden Ausförderung der Erdöl- und Erdgasfelder sei kein positiver Trend zu erkennen, so ein allgemeines Fazit der Studie. Lediglich in Rheinland-Pfalz nahm die Produktion zu.

Insgesamt wurden 2012 in Deutschland 2,6 Millionen Tonnen Erdöl gefördert. Das ist ein Rückgang von rund 56 000 Tonnen bzw. 2,1 % gegenüber 2011. Die Erdölreserven in Deutschland betrugen am Stichtag 1. Januar 2013 32,5 Millionen Tonnen und liegen damit um 2,8 Millionen Tonnen unter dem Ergebnis des Vorjahres (- 8 %).

Nach wie vor lagern die meisten sicheren und wahrscheinlichen Erdölreserven im Norddeutschen Becken. Der Anteil Schleswig-Holsteins fiel aber gegenüber dem Vorjahr um 1,1 % auf 41,2 %, während sich Niedersachsens Anteil um 0,7 % auf 30,8 % verringerte. Die Reserven in Rheinland-Pfalz hingegen stiegen um 2,1 % auf 25,9 %.

Beim Erdgas (Rohgas) ging die Produktion in Deutschland 2012 um rund 9,1 % auf jetzt 11,7 Milliarden Kubikmeter zurück. Die Rohgasreserven belaufen sich für 2013 auf 123,3 Milliarden Kubikmeter und lagen damit um 9,3 Milliarden Kubikmeter unter denen des Vorjahres (- 7 %). Der Rückgang der Erdgasreserven und der Produktion begründet sich im Wesentlichen durch die stetige Ausförderung der vorhandenen Lagerstätten und dem Fehlen von nennenswerten Neufunden.

Im Ländervergleich liegt die zentrale Erdgas-Förderprovinz Deutschlands in Niedersachsen. Hier lagern nach der aktuellen Statistik 98,1 % (+ 0,2 % gegenüber 2012) der Rohgasreserven. 94,5 % (+ 0,7 %) des geförderten Rohgases wurden 2012 hier produziert.

Das LBEG erfasst jährlich die Erdöl- und Erdgasreserven der Förderfelder in der Bundesrepublik Deutschland. Die Reserven werden auf der Grundlage internationaler Standards ermittelt und beruhen auf den Meldungen der in Deutschland operierenden Erdöl- und Erdgasunternehmen. Als sichere Reserven werden Kohlenwasserstoffmengen in bekannten Lagerstätten bezeichnet, die aufgrund lagerstättentechnischer und geologischer Erkenntnisse unter den gegebenen wirtschaftlichen und technischen Bedingungen mit einem Wahrscheinlichkeitsgrad von mindestens 90 % gewinnbar sind. Bei den wahrscheinlichen Reserven liegt der Grad bei mindestens 50 %.

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14 Kommentare to “PM: Öl- und Gas-Förderung in Deutschland weiter rückläufig”

  1. Marcus Kracht sagt:

    Nur mal so: in etwa 12 Jahren sind die heimischen Vorräte an Öl *und* Erdgas erschöpft. Bei konstantem Verbrauch. Ich verstehe nicht, dass das keine Alarmglocken schrillen lässt. Das heißt doch, wir haben außer Kohle einfach nichts mehr unter der Erde. (Rohstoffe auch nicht in nennenswertem Maß.) Aber verbrauchen tun wir wie die Weltmeister.

  2. Florian Hoppe sagt:

    Und waru msie das nicht realiseren:

    Das Standardargument von Leuten wie meinem Vater ist meist „Das wurde in den 70ern auch schon gesagt…“.

    Daß die Argumentation hinkt, weil die Hähne diesmal im Gegensatz zu damals nicht zu sind, wird ignoriert und weiters argumentieren sie, daß die höheren Preise die Erschließung bisher runrentabler Felder fördern.

    Daß ab einem bestimmten Ölpreis die Wirtschaft hier nicht mehr mitmacht wollen sie einfach nicht glauben.

    Mein Vater selbst will mir bis heute nicht glauben, daß der Ölpreis von 147 Dollar/Barrel Anno 2008 für die Finanzkrise mitverantwortlich war.

    • Ert sagt:

      Das pgroblem bei den Eltern und anderen ist, das die LTG Studie die probleme am den 2010nern vorhergesagt hat – aber die Leute njcht mal das gelesen haben.

      Und auch jetzt gerade gehts ja noch. ..

  3. M.U. sagt:

    http://www.n-tv.de/politik/Koennen-wir-ohne-Wachstum-leben-article10480571.html

    Ist Jemanden bekannt ob es das Pamphlet der
    Enquete-Kommission schon irgendwo öffentlich zum Nachlesen gibt bzw. wann evtl. mit einer Veröffentlichung zu rechnen ist? Auf die gefunden Antworten bin ich schon mehr als gespannt. Hoffentlich, nicht nur eine weitere Ist-Zustandsaufnahme für den Aktenkeller.

    • M.U. sagt:

      „Wenn Deutschland zum Vorreiter würde und Wachstum weniger wichtig nehmen würde, könnte es von anderen Staaten überholt werden, warnt der FDP-Abgeordnete Florian Bernschneider: „Wenn die Vorreiterrolle nicht nachgemacht wird, leidet die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.““
      Ja nee ist klar! Kann diesem Typen bitte mal einer in die Eier treten. Überholen? Bei was? Der hat doch nicht ein Wort dieses Berichts verstanden. Oder?

      Auf der Zielgeraden zur zivilisatorischen Vollbremsung. Klar wer will da schon gerne Letzter sein? Hurra wir sind Weltmeister!!!
      Oh…Man wo soll man da noch Optimismus her nehmen?

      • Ert sagt:

        Diese schnachnasen koennen ihr limitiertes Blickfeld nicgt verlassen. Muessten Sie doch komplett neue Wege suchen – wobei ihr intellekt das nicht erlaubt.

        Wie soll das auch gehen – diese Politiker beeegen sich in einem Lobby-Umfeld in dem solche Gedanken ein Killerkriterium sind. Koennte dieser Politiker das denken, dann wäre er nicht dort wo er ist.

      • Tom Schülke sagt:

        Ach M.U.

        ich mag deine Kommentare… :-)

    • Norbert Rost sagt:

      Es gibt einen „Entwurf des Gesamtberichts“ vom 8. April 2013:

      Zu finden in der Liste der „Kommissionsdrucksachen“: http://www.bundestag.de/bundestag/gremien/enquete/wachstum/Kommissionsdrucksachen/index.html

      • M.U. sagt:

        Hallo Norbert,

        vielen Dank! Manchmal ist naheliegended ganz schön weit weg.

        Puuhh…das ist ja ein Lebenswerk. Da habe ich mir vielleicht was vorgenommen. Aber was soll’s Papier ist bekanntlich sehr geduldig.

  4. Patrick sagt:

    @M.U.

    Ich glaube, dass die Ergebnisse der Enquete-Kommission im Juni vorgestellt werden.

    Hier steht etwas davon:

    http://blog.postwachstum.de/enquete-und-jetzt-20130426/

    @Marcus Kracht

    Ich bin mir fast sicher, dass unsere Elite-Politiker dem entgegnen werden, dass wir dafür umso tollere und bessere Produkte haben müssen und dank unserer hervorragenden Ingenieurskunst auch haben werden, um zu exportieren und dann Öl und Gas einfach weiter importieren zu können (auch ohne heimische Förderung)
    Also 100% Abhängigkeit.

    Ressourcen-Nationalismus? Noch nie was von gehört…

  5. Florian Hoppe sagt:

    http://resourceinsights.blogspot.co.at/2013/05/patient-contrarians-natural-gas-market.html

    Wieder ein imo. sehr lesenswerter Artikel.

    Vor allem interessant ist, die Antwort des Vizepräsidenten für Erforschung und Produktion von ConocoPhillips, dem drittgrößten Us-Ölkonzern, zur Frage, ab welchen Preisen sich die Schiefergasförderung wieder lohnen würde.

    In Asien ist übrigens der Gaspreis afaik nochmal um ca. 5 Dollar höher als in Europa. (Zumindestens laut Stand März, ich finde leider in der Eile grad keine aktuelleren Daten.)

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