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Chodorkowski, Yukos und die russischen Ölvorkommen

"Wo Rauch ist, ist auch Feuer" sagt man. Die Medienberichte über die Begnadigung des ehemaligen russischen Ölmanager Michael Chodorkowski kommen etwas zu euphorisch daher. Wie ein Freiheitskämpfer wird der Mann begrüßt, dessen Ölkonzern Yukos 2003 mit Sibneft zum viertgrößten privaten Ölkonzern der Welt fusionieren sollte (Meldung von August 2003). Im Oktober 2003 saß Chodorkowski bereits in Haft, Vorwurf: Steuerhinterziehung. Im November 2003 stoppte der Kreml die Fusion der beiden Giganten und es begann die Entkernung des Yukos-Konzerns.

Ulrich Heyden hat für Telepolis die Beziehung zwischen Putin und Chodorkowski anschaulich aufbereitet und es entsteht einerseits der Eindruck zweiter Akteure mit unterschiedlichen Vorstellungen für Mütterchen Russland. Andererseits wird ein Detail sichtbar, was in der Medienberichterstattung heute kaum benannt wird und das mit einem Blick auf die historische Ölpreis-Entwicklung noch brisanter wird. Heyden schreibt:

"Putin sah es vermutlich auch als Angriff auf seine Strategie der Stärkung Russlands, dass der Yukos-Chef - ohne Absprache mit dem Kreml - mit den US-Öl-Unternehmen Chevron Texaco und Exxon Mobile über den Verkauf von Yukos-Anteilen verhandelte."

Bei N-TV findet sich eine Meldung vom 3. August 2003, wonach Chevron 25% an Yukos kaufen wolle, was immerhin 6,4 Milliarden US$ kosten könne. Bereits in dieser Meldung heißt es, dass Yukos und Sibneft zusammen soviel Öl fördern würden wie Kuwait - kein Wunder, dass ein US-Unternehmen scharf auf diesen entstehenden Energieriesen sei. Auch ExxonMobil war interessiert an Teilen von Yukos: Ein 40%-Anteil wurde am 8. Oktober 2003 im Telegraph diskutiert. Ende September 2003 berichtet Russland Aktuell von den Plänen Chodorkowskis, Yukos bis 2007 zu einem internationalen Player im Ölgeschäft zu machen und sprach von einer absehbaren Fusion mit einem Konkurrenten. Außerdem bemerkt der Artikel:

"[D]ie Aktien von Yukos-Sibneft gelten als Schlüssel zu den Ölvorkommen Ostsibiriens".

Sowohl die Yukos-Sibneft-Fusion wie auch die Beteiligung eines US-Konzerns an den russischen Ölreserven wurde im November durch die Präsidentenpolitik verhindert. Daraufhin setzten die russischen Behörden diverse Dinge in Gang, die letztlich zur Überschuldung von Yukos führten (Steuernachforderungen) und zu einem anschließenden Verkauf wichtiger Unternehmensbestandteile: An russische Neueigentümer.

Diese "Neustrukturierung" von Yukos fand seinen Höhepunkt im Juli 2004, als der STERN berichtete: Yukos-Meldungen lassen Ölpreis verrückt spielen. Ein Blick in den Ölpreis-Chart liefert das interessante Detail, dass zum Höhepunkt der Yukos-Krise im Sommer 2004 der Ölpreis erstmals die 40-Dollar-Marke übersprang und seitdem nie wieder länger unter diese Marke fiel:

Ölpreis und Yukos-Krise

Auslöser war offenbar ein drohender Lieferstop. 2% der weltweiten Ölförderung und ein Fünftel der russischen Förderung gingen damals auf das Konto von Yukos: 1,7 Millionen Barrel täglich, mehr als (damals) Libyen.

Wie obiger Preis-Chart erinnert, lag der Ölpreis in den 30 Jahren zuvor um 20 US$ und stieg erst mit der Jahrtausendwende auf etwa 30 US$. 2004 war der Beginn einer bislang ungekannten Preisralley, die recht zielstrebig auf 140 US$ im Sommer 2008 führte und uns seit 2011 in einem relativ stabilen Preiskorridor von 100 bis 120 US$ hält. Das Jahr der Yukos-Krise, könnte als Kampf darum interpretiert werden, wem die russischen Ölvorkommen gehören: Privaten Eignern oder dem Staat, Russland oder US-Aktionären. Unter dem Titel "Der kalte russisch-amerikanische Ölkrieg" diskutierte das Saar-Echo damals die Konstruktionen, die Chodorkowski für sein Unternehmen vorgesehen hatte. So wie bei seiner Begnadigung deutsche Politiker eine Rolle gespielt haben, haben möglicherweise 2003/2004 ebenfalls deutsche Akteure ihre Finger im Spiel gehabt. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder nannte die Causa Yukos im Dezember 2004 ein "Russland-internes Problem". Der gestiegene Ölpreis hatte Putin in eine vorteilhafte Lage versetzt: Er kündigte für 2005 bis 2007 die vorzeitige Tilgung von Krediten im Umfang von 30 Milliarden Euro an - auch an Deutschland.

Man kann schwerlich eine Absicht hinter den politischen Auseinandersetzungen um Yukos herauslesen, den Ölpreis steigen zu lassen. Dazu sind die Preisfindungsmechanismen zu komplex. Allerdings ist rückblickend klar, dass Putins Politik nicht nur dafür sorgte, die russischen Bodenschätze eindeutig in Russlands Händen zu belassen, sondern auch, die Einnahmen Russlands durch steigende Ölpreise zu steigern. Der Break Even Oil Price (BEOP), also der Ölpreis, um den russischen Staatshaushalt im Gleichgewicht zu halten, lag 2011 bei 108 US$ und 2012 bei 126 US$, also leicht ein Dreifaches dessen, was 2004 bezahlt wurde. Ein Ölpreis des damaligen Niveaus würde aus dem Russland von heute kein Energieimperium machen, sondern vermutlich ein am Staatsbankrott laborierendes Land. Stattdessen erleben wir einen aufsteigenden Riesen, der um die Ukraine kämpfen kann und über Syrien in den arabischen Raum hineinwirkt. Ob dies möglich gewesen wäre, wenn Chodorkowski damals Yukos an Chevron und ExxonMobil verkauft hätte?

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99 Kommentare to “Chodorkowski, Yukos und die russischen Ölvorkommen”

  1. ein Mensch sagt:

    „.. ein am Staatsbankrott laborierendes Land…“ ist (fast) überall zu sehen wo Globalplayer und vor allem aus der USA/I EU ihre Finger drinn haben!

    Putin hatte wohl gesehen wie die Ex-DDR durch und für Gierige ausgeschlachtet wurde.

    Und heutige Arbeitslose werden mit der Willkür von vor 1945 diskriminiert,sanktioniert und enteignet. Lohnsklaven dienen zum Preis-Lohn-Renten-druck auch für die Mittelschicht, die wie zu sehen ist, für Globalplayer nach und nach um ihre eigene(staatliche)-Rente betrogen wird.

    Das gleiche System läuft auch doppelt, im kleinen und im großen in den Ländern der PIIGS ab.
    Griechenland, Zypern, Syrien Gas, selbst in der Ukraine will(wollte) man mit fracking das letzte heraushohlen!
    Die Art der radikalen Gier lässt auf nichts gutes schließen.

  2. Florian Hoppe sagt:

    Sehr guter Artikel.

    Ergänzend dazu ein aktueller Gail Tverberg Artikel, wo sie auch auf den Niedergang der Sovietunion zu sprechen kommt.

    http://ourfiniteworld.com/2013/12/18/th-real-oil-extraction-limit-and-how-it-affects-the-downslope/

  3. Flint sagt:

    Ot , aber ein schönes Beispiel dafür was passiert wenn sich viele Menschen kein Heizöl mehr leisten können. Das wird wohl in einem Jahrzehnt oder so zu einem sich ausbreitenden Phänomen werden.

    http://www.tagesschau.de/ausland/griechenland2936.html

    • Ert sagt:

      @Flint

      Das Problem ist das sich die Leute heute schon Gedanken darüber machen sollten, wie Sie in 10 Jahren Heizen wollen – bzw. dieses bezahlen können.

      Aber welcher heutige EF-Häusslebauer macht oder kann das?

      Wer rechnet oder plant damit, das die heutigen qm-Zahlen die für ein EFH angesetzt werden morgen viel zu hohe Kosten verursachen? Wer plant mit Grundsteuer B * 5 – wenn die Kommunen immer mehr „Pleite“ sind? Strom/Energiekosten auf Stand 2013 * 2 – wenn noch mehr (Atom-)Altlasten und (EE-)Zukunftsinvestitionen umgelegt werden müssen?

      Viel davon ist ja mittelfristig absehbar. Die Löhne werden in der Masse auch nicht mehr stark weiter steigen – der Druck auf die einfachen Arbeiten immer größer, weil die nächste Automatisierungswelle dafür sorgen wird, das noch mehr Leute „auf den Arbeitsmarkt“ drängen (http://www.zeit.de/digital/internet/2013-10/arbeitsfrei-kurz-rieger-rezension)

      Wenn ich mir alleine des Destatis-Warenkorb anschaue…. die setzen für Nahrung (10%) insgesamt weniger als für Mobilität an.. und dann nur ca. 17% des Warenkorbs für Obst, Nüsse und Gemüse, aber fast 20% nur für Getreideerzeugnisse (Brot, Pizza, Spagetti, etc.) und noch mal 20% für Fleisch. Für deren Warenkorb und Kosten kann ich nicht (gesund) essen…. und hoch gewichtet ist nur das was nicht stark im Preis steigt.

      Für mich sind das die Zeichen der Zeit… und die Tendenz ist klar sichtbar…

  4. Florian Hoppe sagt:

    http://peakoilbarrel.com/u-s-monthly-energy-review/

    Noch ein neues Update von Patterson. Er zeigt sich zunehmend frustiert, daß die EIA vermehrt veraltete Datern veröffentlicht.

    Und die Korrespondenz mit seiner Kontaktperson, welcher er am Schluss veröffentlicht hat, ist nicht gerade ermutigend…

    • Ert sagt:

      @Florian

      Von der zeitnahen Veröffentlichung der Daten hat ja auch keiner irgend einen Vorteil. Schwankt sowieso und der Trend lässt sich eher über Jahre, als über Monate ausmachen.

  5. Ert sagt:

    Hier noch der beste Überblick zum Klimawandel, den Prognosen, dem aktuellen Stand was weltweit abgeht, den Messungen vor Ort: http://guymcpherson.com/2013/01/climate-change-summary-and-update/

    Sehr lesenswert – und alles andere als beruhigend! Sollte das alles auch nur halbwegs zutreffend sein, dann ist Peak-Oil eines unserer kleineren Probleme.

    • Michael Egloff sagt:

      Hallo Ert,
      so ist es!
      Das größte Problem dürfte das der Ernährung werden, noch in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts.
      Nicht in allen Ländern in gleicher Weise, aber in einigen besonders bevölkerungsreichen Ländern in bisher nie gekannter Dimension.
      Und auch in das Ernährungsthema spielen ja die Problembereiche Peak (Export-)Oil und der höchst wahrscheinlich allmählich in Fahrt kommende Klimawandel entscheidend mit hinein.

      Das Beunruhigende ist ja gerade: je länger das Bereitstallungsniveau bei Öl (all liquids) noch gesteigert werden kann, desto größer wird die Fallhöhe, die Zahl der Menschen, das Maß der Urbanisierung, die Übernutzung der natürlichen Ressourcen und das Ausmaß des Klimawandels.

      Wer das Schicksal kommender Generationen auch im Blick hat, sollte auf einen möglichst schnellen Rückgang der Ölfördermenge hoffen. Obwohl auch das gewaltige Probleme schaffen würde.
      Aber die von manchen „Optimisten“ vorhergesagte jahrzehntelange weitere Steigerung der all-liquids-Menge würde das Überleben der Menschheit generell gefährden.
      Diese „Optimisten“ sind nichts anderes als besonders kurzsichtige Vertreter der „Nach-mir-die-Sintflut-Fraktion“.
      Hier sogar im Sinne des Wortes.

      • Ert sagt:

        @Michael

        Dem was McPherson da zusammen gefasst hat würde nur noch eine Deindustrialisierung uns retten – und selbst das würde kurzfristig sogar noch die Temperatureffekte verschlimmern, da der Dreck den wir rauspusten aktuell sogar noch die solare Erwärmung bremst.

        Der für mich persönliche Wahnsinn ist, das eine Person die ich nicht nennen kann vor ca. 3 Jahren nebenbei mal die 400ppm CO2 bemerkt hat. Konnte damals nichts mit anfangen und hatte es nicht weiter recherchiert… war aber nicht irgendwer.

        Ich frage mich immer wie es in den Köpfen der Leute und Entscheider aussieht, die dies alles überblicken aber nichts sagen können und dürfen, weil Sie in politischen bzw. industriellen Positionen sind die dieses nicht erlauben.

        Um so mehr ich darüber nachdenke,um so weniger kann ich mit irgend einem halbwegs guten Gefühl noch zur Arbeit gehen…

        • Tom Schülke sagt:

          Hallo Ert.

          Ja. solch ein Gefühl bei der Arbeit beschleicht mich ebenfals. Ich war gerade erst auf der Jahresfeier meines Büros in dem die Summe der gigantischen Bauprojekte vorgestellt wurde. Mir wurde dabei fast schlecht. So viel Spaß es mir macht in der Architektur tätig zu sein (ich mach dabei nur die Visualisierungen), so erschreckend ist für mich die totale Ahnungslosigkeit die gerade in der Jetset führungsebene über die Globalen Hintergründe normal scheint. Ein einziger Satz des obersten Chefs, der Andeutete, sogar Ihn beschleiche ein sonderbares Gefühl, wie lange denn noch in China so gebaut werden würde, war der einzige Lichtblick in dieser Hinsicht.

          Andererseits, was soll solch ein Betrieb tun, wie könnte er aus dem Geschäftsmodell aussteigen ohne finanziell in schwierigkeiten zu geraten.

          Aber ich wäre glücklich zumindest eine Diskussion anstoßen zu können. Ein Bewußtsein für das was genau jetzt um uns herum geschieht. Wenigstens damit sich die Kollegen persönlich dem Thema annähern können ohne in einen Psychologischen Schock zu laufen der mit gewissheit auf die Mehrheit unserer Bevölkerung zu kommt.

          Aber bisher stieß ich auf taube Ohren. Unglauben, technooptimismus.. Untergangspropheten gabs schon immer.. Ihr kennt den Spaß sicher auch.

          Es ist frustrierend. Erst recht, wenn es bereits schwer ist persönlich als alleinverdienender Familienvater von diesem Rasenden Zug gegen die Betonwand abzuspringen.

          Als ich meinem direkten Chef, einen Brief zu dem Thema geschreiben habe kam als Antwort, das sei sehr beeindruckend und es mache Ihm Angst. Immerhin. Das könnte ein Anfang sein, wenn es denn nicht in lethargie und ignoranz münden würde.

          • Ert sagt:

            @Tom

            „Als ich meinem direkten Chef, einen Brief zu dem Thema geschrieben habe….“

            Interessant – etwas ähnliches habe ich vor ca. 2 Jahren auch mal gemacht. Daraus hat sich ein gutes Gespräch ergeben.

            Das Kernproblem ist eben, das keine Unternehmung mal so eben aus dem Spiel aussteigen kann – solange die Musik noch läuft. Der Platz wird global gesehen gleich von wem anders eingenommen.

            Die Lösung eines Chris Martenson – Resilenter mit eigenem Haus und Grund und Boden zu werden – steht nicht jedem offen und ist auch aktuell keine Lösung mehr für 7 Milliarden Menschen.

            Mir ist aber insgesamt aufgefallen – vielleicht bilde ich mir das auch nur ein – das insgesamt Leute die keine „Karriere“ machen wollen bzw. die damit abgeschlossen haben und zudem auch nicht großartig verschuldet sind insgesamt zugänglicher sind.

          • Stephan sagt:

            @Tom

            Zeig Deinem Chef doch mal dieses Video (gesamt ca. 35 min) über ein Begrünungsprojekt im Jordan-Tal (Halbwüste):

            Greening the Desert with Geoff Lawton, Original and Update – 1 of 4: youtube.com/watch?v=xzTHjlueqFI
            Teil 2: youtube.com/watch?v=wTZ0LbvUoOY
            Teil 3: youtube.com/watch?v=-Ps1TpK9eiQ
            Teil 4: youtube.com/watch?v=I8wPD35fewo

            Geoff Lawton, einer der Permakultur-Pioniere (so wie Sepp Holzer), hat mal gesagt: Wenn die Menschen wüssten was die Natur, speziell die Pflanzen, alles kann, hätten sie keine Angst mehr.

            Es lohnt sich auch bei Youtube mal ein paar Videos zu den Stichworten Permakultur bzw. Permaculture anzuschauen und natürlich dieser Blog: permaculturenews.org/

            Kurze Erklärung zu Permakultur: Die hat nix mit Esoterik zu tun, sondern statt dessen viel mit Physik. Z.B. lernt man da, dass Wasser den Berg runter läuft oder dass es im Schatten kühler ist als in der prallen Sonne. Kleiner Scherz ;-). Aber wenn man solche einfachen Gedanken/Ideen in der Natur anwendet, kann man einiges erreichen. Als Beispiel ein praktischer Tipp: Wer seinen Erdbeerpflanzen in Mitteleuropa zu besserem und auch früherem Wachstum verhelfen will, der lege direkt im Norden jeder Erdbeerpflanze einen größeren Stein – höher als die Blätter der Erdbeerpflanze (nach meinem Gefühl, da ich es noch nie ausprobiert habe, mindestens eine Handbreit höher).
            Die Erklärung: Wenn im Frühjahr die Sonne schon kräftig scheint, es nachts aber auch noch ziemlich kalt wird, hilft der Stein die tagsüber eingestrahlte Wärme zu speichern.

        • Flint sagt:

          Wollt ihr wissen was uns Blüht wenn sich das Klima durch Selbstläufereffekte oder durch uns um 5 Grad erwärmt…dann kommt wohl auch das Methanhydrat hoch was dann nochmal 5 Grad oder mehr drauflegt. Dann war es das für uns.
          Das ganze gab es schon, im Permian vor 250 Millionen Jahren, damals starb 95 % allen Lebens aus.

          Dazu gibts ne BBC Doku.

          http://www.youtube.com/watch?v=5Ps0h_oXQkQ

    • Stephan sagt:

      @Ert

      Vergiss die Klimaerwärmung, schau lieber, dass Du in den nächsten Jahrzehnten genügend Holz für Deinen Ofen heranschaffen kannst. ;-)

      Dazu drei Links:

      Ein ganz aktueller Artikel vom Kopp-Verlag, der das Wichtigste zusammenfasst (mit vielen Links zu entsprechenden Artikeln):

      21.12.2013
      Al Gore sagte voraus, 2013 sei die Arktis völlig eisfrei – stattdessen ist die Eisschicht um die Hälfte gewachsen
      Von Alex Newman
      info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/alex-newman/al-gore-sagte-voraus-2-13-sei-die-arktis-voellig-eisfrei-stattdessen-ist-die-eisschicht-um-die-ha.html

      Mail-Verkehr zu „Climategate“ („Climategate war die Sachen mit dem veröffentlichten Email-Verkehr zwischen den Hauptwissenschaftlern des IPCC im Sommer 2010):

      tinyurl.com/y85688m

      Eines von vielen Dokumenten die zeigen, dass die Klima(berechnungs)modelle auf völlig unzureichenden Daten und Formeln aufbauen (Aerosole sind für die Wolkenbildung verantwortlich und damit für die Strahlungsbilanz der Erde!):

      „Licht lässt Partikel wachsen
      Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre

      30.05.2012:

      Winzige Aerosolpartikel in der Atmosphäre beeinflussen das Weltklima,

      Und als Feinstaub wirken sie sich auch auf die menschliche Gesundheit aus. Trotzdem gehören die Prozesse, die für Entstehen und Wachstum dieser Partikel verantwortlich sind, zu den am wenigsten verstandenen Gebieten der Atmosphärenwissenschaften. „Dieser neue und weitere bisher unbekannte Prozesse könnten die Ursache sein, dass die Atmosphärenchemie und -physik in ihren Modellen häufig die Aerosolkonzentrationen unterschätzt. Diese photounterstützten Prozesse sollten zunächst experimentell eingehender charakterisiert werden und künftig in Troposphären-Modelle mit einfließen“, empfiehlt Prof. Herrmann.“
      chemie.de/news/138122/licht-laesst-partikel-wachsen.html

      Aber dann sagen die Modelle uns die Temperatur in 100 Jahren auf ein Zehntel Grad genau voraus. Lächerlich!

      • Ert sagt:

        @Stephan

        Auf die Artikel vom Kopp-Verlag bez. Klima will ich gar nicht mehr eingehen. Die sind so unwissenschaftlich und Schlimm – das geht auf keine Kuhhaut.

        Was interessiert die Fläche der Arktis? Das Eisvolumen ist wichtig!

        Schau mal „Debunking Lord Mockton“: http://www.youtube.com/watch?v=JfA1LpiYk2o

        Schau es dir wirklich komplett an – dann weisst Du worauf Mockton, Kopp, etc. Ihre Argumentation aufbauen.

        • Stephan sagt:

          @Ert

          „Was interessiert die Fläche der Arktis? “

          Die Albedo, d.h. die Rückstrahlung der Sonnenstrahlen, der Erde interessiert das schon ein bischen: Je mehr desto kühler, also eine Rückkoppelung aber in Richtung tieferer Temperaturen.

  6. Ert sagt:

    Die Welt thematisiert das aktuelle Problem der Energiespeicherung aus den EE: http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article123276180/Flaute-und-Wolken-stoppen-Oekostrom-Produktion.html

    Am 10, 11 und 12.12 gabs nach Frauenhofer faktische keine EE Produktion aus PV und Wind. Die (adäquate) Speicherung ist nicht gelöst und würde Unsummen kosten und Dekaden zum Aufbaue dauern.

    Zu Projekten wie INEES wirdgesagt: „Selbst wenn es der Bundesregierung gelänge, wie geplant bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen und ans Stromnetz zu bringen: Ihre Batterien könnten Deutschland gerade einmal etwa sieben Minuten lang mit Strom versorgen.“

    Und selbst wenn diese Kapazitäten aufgebaut würden – letztendlich löst es nicht das Problem unser industriellen Gesellschaft. Ein Aufbau solcher Kapazitäten kann nur im Gleichschritt mit massiven Reduktionen im Verbrauch etwas bewirken.

  7. Florian Hoppe sagt:

    Passt nicht grade zu Thema Peak Oil, aber duieser Turchin Artikel über Dänemark ist interessant:

    http://socialevolutionforum.com/2013/12/25/the-danish-happiness-puzzle

  8. Frank Bell sagt:

    @ Florian Hoppe:

    Was soll denn dieser Rifkin-Käse, dass die Arbeit verschwindet?

    Bringt man dann die Hartz IV-Empfänger um?

    Weil, wenn man die nicht mehr in die Zeitarbeit pressen kann, dann bekommen die auch kein Geld?

    Wie soll so eine Gesellschaft funktionieren?

    Denn die Mittelschicht wird GARANTIERT wieder rumbrüllen, dass sie die (dann) nicht arbeitenden Hartz IV-Empfänger nicht füttern will. (Aber so doof ist die leistungslos von Zinsen lebenden Millionäre weiter unterstützt.)

    • Ert sagt:

      @Frank

      Das ist nicht Käse, ließ u.a. das mal: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/constanze-kurz-und-frank-rieger-arbeitsfrei-wo-du-hingehst-da-will-auch-die-maschine-hingehen-12622669.html

      Das ganze ist ein gigantisches gesellschaftliches Problem. Naja, eigentlich nicht – insgesamt haben wir besseres zu tun als stupide oder Dumme Jobs zu machen.

      Leider aber ist das System insgesamt noch falsch – und deswegen gibt es Job in denen Produkte erfunden werden die keiner braucht, die die Umwelt verkacken, aber gleichzeitig wieder Jobs entstehen lassen die den Müll dann wieder einsammeln, verwalten, recyceln oder gesundheitsgefährdend vernichten. Das schafft natürlich wieder nachfrage im Pharma- und Gesundheitsektor, etc. pp.

      Mein Job gehört da eher auch zu den eigentlich überflüssigen….

      • Florian Hoppe sagt:

        @Frank: Rifkin sprach auch von „langfristig“.

        @Ert: Uff, das erinnert mich an einen Artikel, den mir mal ein Bekannter gezeigt hat und ich grad nicht wiederfinde.

        • Michael Egloff sagt:

          Macht Euch keine Sorgen um die Zukunft dermenschlichen Arbeit. Die ist gesichert.
          Wenn zum Beispiel etwa zur Mitte des Jahrhunderts sich kein Landwirt mehr das heutige Maß an ölbasierter Mechanisierung leisten kann, werden wieder sehr viel mehr Menschen in der Landwirtschaft arbeiten (mssen).

          Und die hochfliegenden Träume von totaler Roboterisierung werden dann ausgeträumt sein, wenn die Kosten für den dafür nötigen Energieeinsatz auf keine ausreichende Kaufkraft mehr treffen.

          Aber nicht nur eindimensional wegen der immer höheeren Energiekosten werden manche Superautomatisierungsträume sich in Luft auflösen, sondern auch deshalb, weil dann das in Agonie liegende Finanzsystem solche kapitalintensiven Exzesse nicht mehr finanzieren kann.
          Zwei rückkoppelnde Ursachen – eine Wirkung.

          • Michael Egloff sagt:

            Oje, die Tastatur klemmt. Fehlende Buchstaben bitte ich zu entschuldigen.

          • Ert sagt:

            @Michael

            Hervorragend zusammengefasst.

            Aber solange die Musik noch spielt – geht es weiter in diese Richtung.

            Ich bin gespannt wie weit wir dann am Ende gekommen sind, was das Ende ausgelöst hat und ob Guy McPherson recht behalten wird ;-)

          • Flint sagt:

            So siehts im Moment noch aus Michael, aber ich denke die Konzerne werden andere Energiequellen finden, zb Methanhydrat. Neuste Schätzungen gehen von 12000 Gigatonnen Hydrat aus. Und ich Verwette unseren Mond, wenn die Wirtschaft wegen teurer Energie stockt und Jammert holen die das Zeug im grossen Stil hoch.Das gibt uns dann den Rest, denn bei 10 Grad oder mehr Erwärmung wird selbst England zur Wüste. Das witzige ist ,es fängt schon an, Google mal danach , fast alle Länder haben schon Programme dazu am Laufen. Methanhydrat wird wohl nach Öl und Gas das grosse Thema werden.

  9. Michael Egloff sagt:

    Hier eine Vorahnung davon, was nicht nur auf Griechenland zukommt:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/griechenland-giftiger-smog-ueber-athen-und-thessaloniki-a-940959.html

    Für die Wälder (nicht nur in Griechenland) sieht es im Verlauf dieses Jahrhunderts vermutlich garnicht gut aus.

  10. Frank Bell sagt:

    @ Michael Egloff

    Statt die Wälder zu zerstören sollten die dort die Villen der Bankster zerstören.

    Es ist schon witzig, dass für nichts Geld da ist – ausser für Banken.

    Die bekommen mal 50 oder 100 oder auch 400 Milliarden. Und die Bürger nehmen es einfach hin. Schon komisch…

    • Michael Egloff sagt:

      Da haben wir die gleiche Meinung, Frank.
      Und wenn die soziale Spaltung (nicht nur in Griechenland) sich weiter vertieft, während, vermutlich ab den 20er Jahren, der Wertschöpfungskuchen immer kleiner wird, dann ist auch die Ruhe in den Villen und Marinas der Welt nicht mehr gesichert.
      Irgendwann begreifen auch die Letzten, welches Spiel läuft. Wobei mir durchaus auch vor dann zu erwartenden Überreaktionen oder Gewaltexzessen durchaus bange ist. Auch wenn ich den gegenwärtigen Status Quo für völlig unethisch halte.

    • Ert sagt:

      @Frank

      Aus der Systemlogik heraus ist das was mit den Banken passiert – also das retten – unausweichlich.

      Kollabieren die Banken – dann gehen wir in eine brutale deflationäre Krise. Aus der gibt es bezogen auf unsere heutige globale und ultrakomplexe Welt – kaum noch ein Zurück. So gerne ich auch will das der Scheiß aufhört…. die Konsequenzen will ich aber nicht unbedingt durchleben.

      Zum Verstehen kann ich Paul C. Martin empfehlen: http://www.dasgelbeforum.net/sammlung/Martin,%20Paul%20C.,%20Der%20Kapitalismus%20-%20Teil%201.pdf

      Daraus: „Alle Staaten werden für alle Staaten, alle Notenbanken für alle Notenbanken haften, einschließlich Währungsfonds und Weltbank und vielen anderen internationalen Institutionen. Und alle Staaten werden für alle Banken geradestehen, aber auch alle Notenbanken für alle Staaten und alle Staaten für alle Notenbanken. Alle, alle, alle werden für alle, alle, alle da sein. Und alle wissen, dass keinem von allen etwas passieren darf, weil dann allen etwas zustößt.” (Quelle: PCM, “Der Kapitalismus – ein System, das funktioniert”, S. 76)

      • Florian Hoppe sagt:

        @Banken: Lies mal das hier.

        http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2009/05/the-quiet-coup/307364/?single_page=true

        Und der Autor ist nicht irgendwer. Simon Johnson war Chef Volkswirt beim IMF.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Simon_Johnson

        • Ert sagt:

          @Florian

          Ja, das ist ein zusätzliches Problem – das die Krisendynamik massiv verschlimmert.

          Die grundsätzliche Problematik, weswegen es eine Deflation geben muss ist aber schon Systembedingt – und die energetische Thematik beschleunigt dies auch noch (was fast gar kein Ökonom auf dem Schirm hat).

      • Peel sagt:

        Die deflationäre Krise ist unvermeidlich … die „Rettung“ der Banken ist keine Rettung, sondern eine Konkursverschleppung;zudem werden hier die Reichen vor Verlusten zu Lasten der Steuerzahler bewahrt. Die Mittel, die die Politik hier verschwendet, fehlen hinterher, um die Härten der deflationären Krise abzumildern. Die Politik schmeißt die Menschen vor den fahrenden Zug, um den Superreichen eine weitere Kapitalakkumulation zu ermöglichen.

        • Ert sagt:

          @Peel

          Absolute Zustimmung!

          Leider aber wird schon mindestens 15 Jahre im größeren Maßstab verschleppt. Die Verschlepper sind dann auch oft die, die in der anstehenden Krise viel Monetäres oder Macht zu verlieren haben.

          Hier gehts ja nicht um Pippifax,sondern ggf. um den Kollaps von Regierungen, transnationalen Banken und Konzernen!

          Aktuell gesellen sich aber dann noch andere Dinge zu der deflationären Krise: Eine massiv globalisierte und arbeitsteilig abhängige Welt – sowie ein globales Energiedilemma.

          So ist die anstehende deflationäre Krise nicht mit dem zu vergleichen, was z.B. in den 30er Jahren passiert ist.

          • Florian Hoppe sagt:

            Interessant wird es ja….

            http://www.bloomberg.com/news/2013-11-20/blame-rich-overeducated-elites-as-our-society-frays.html

            …wenn Turchin mit seiner Analyse recht behält.

            Bei einer nächsten Krise würden die „Verschlepper“, wie du sie nennst, defintiv viel Geld verlieren, vor allem weil Bailouts wie vor wenigen Jahren wahrscheinlich nicht mehr machbar wären. Zusätzlich würde eine Krise der fossilen Energieindustrie ebenfalls einige jetzigen Eliten in die Krise stürzen.

            Und geht es nach Turchin wäre das nicht unbedingt etwas schlechtes…

          • Michael Egloff sagt:

            Richtig!
            Die immer wieder bemühten historischen Parallelen führen in die Irre.
            Wir sind schlicht in der Nähe eine Kulminationspunktes – nämlich dem der gesellschaftlichen Komplexität und der Wertschöpfung. Beide – steigende Komplexität und steigende Wertschöpfung – bedingen sich gegenseitig.
            Mit dem kommenden Rückgang der Verfügbarkeit besonders wichtiger und in dieser Menge und Spezifik nicht substituierbarer Wertschöpfungskomponenten (nicht nur Öl, sondern z.B. auch natürliche Ressourcen)) MUSS die gesellschaftliche Kompexität zurückgehen.

            Bisherige Krisen, seien sie auch noch so ausgeprägt wie die in den 1930er Jahren, ereigneten sich immer in einem Umfeld trotzdem zunehmender Komplexität und und nur zeitweise stagnierender oder zurückgehender Wertschöpfung.Vom kommenden Kulminationspunkt aus gibt es jedoch keinen Weg mehr zurück zu weiteren Höchstniveaus der Komplexität und der Wertschöpfung.
            Wir müssen lernen, ganz neu zu denken. Quasi „genetisch“ in unserem Denken angelegt ist nur der Trend zu immer mehr Kompexität und immer mehr Wertschöpfung. Wir sind Gefangene dieser Prägung.

            Als Individuum kann man diese Prägung überwinden, als Gesellschaft insgesamt ist das fast eine Quadratur des Kreises. Aber die Überwindung dieser Prägung im gesamtgesellschaftlichen Maßstab wäre die Vorraussetzung, den Prozess nach Überschreiten des Kulminationspunktes halbwegs geordnet zu gestalten.

          • Michael Egloff sagt:

            Mein Beitrag bezog sich auf den letzten Beitrag von Ert.

      • Frank Bell sagt:

        @ Ert

        Ich kann den Paul C. Martin-Artikel nicht finden. Trotzdem danke!

        Hätte ich das, was in dem Zitat steht, allerdings gewusst, wäre ich vor 5 Jahren wirklich dick in Aktien eingestiegen. (Ich habe darauf verzichtet, da ich von einer Krise ausgegangen bin.)

        Denn da konnte ja nichts mehr schiefgehen…

        • Ert sagt:

          @Frank

          Der Link ist schon Korrekt – Kopiere den ganzen Link per Hand (der vom Blog markierte blaue Teil ist nicht alles).

          Ja, leider habe ich das damals auch noch nicht alles verstanden. Und jetzt ist mir das Spiel zu weit fortgeschritten. Zumindest reift mein Verständnis :-)

          Hier noch ein Versuch – weiss aber nicht ob der Blog das HTML mag: Paul C. Martin

  11. Ert sagt:

    @Michael – zu deinem letzten Kommentar auf meinen Kommentar

    Du hast das was ich meinte hervorragend ausformuliert.

    Fredmund Malik (Management Zentrum St. Gallen) sieht es ähnlich, wobei er die Dimension der energetischen Seite anders einschätzt – oder Sie Ihm einfach nicht klar ist.

    Er beschreibt den organisatorischen Teil unter „Große Transformation 21“ (https://www.malik-management.com/de/pdf/ml/letter/malik-letter-die-grosse-transformation21-02-2011.pdf) und identifiziert „Demografie, Wissen und Technologie, Ökologie sowie die Verschuldung“ als die Komplexitätstreiber.

    ich denke insgesamt istdas große Problem bei dem ganzen Dilemma, das es faktisch bedeutet: Weniger für alle.

    Und das kann kein Politiker verkaufen – und es will keiner hören. Es geht ja nicht um ein paar % zu wenig Rentenanpassung oder 100€ mehr Abgaben – sondern um massive Änderungen, die die Lebensentwürfe von Milliarden von Menschen über den Haufen schmeißen werden.

  12. Norbert Rost sagt:

    @Michael: Obwohl ich selbst zu den „Apokalyptikern“ zählen dürfte, kann ich deiner Aussage nur aus einem speziellen Blickwinkel zustimmen: Aus einem sehr technischen.

    Ich zweifle, dass unser Komplexitätsniveau im Bereich des Sozialen und des Geistigen nicht mehr steigerbar ist. Und möglicherweise liegt genau hier die „Weiche“ des Kulminationspunktes: Wir denken zu sehr in Technik und zu wenig in Sozialem.

    • Michael Egloff sagt:

      Hallo Norbert,
      mit dem Komplexitäts-Kulminationspunkt habe ich keineswegs gemeint, dass die Menschheit dann notwendigerweise auf dem Weg zu einem geistigen Abstieg sein muss. Ich sehe eine falsche Fokussierung des Geistes eher in der heutigen Zeit – und auch eine gewise Art der Asozialität.
      Die Geiz-ist-geil-Bewegung würde ich zum Beispiel als als Merkmal einer neuen Asozialität bezeichnen. Denn sie nimmt keine Rücksicht auf die sozialen und ökologischen Standards in anderen Weltgegenden.
      Die Überfischung oder die Verunreinigung von Grundwasser durch Fracking wäre ein nächstes Beispiel von asozialem Verhalten.
      So könnte ich verschiedenste Verhaltensweisen aufzählen, die man bei genauerem Hinsehen als asozial bezeichnen könnte. Also als gesellschaftsschädigend.
      Auch die Rüstungsexporte zu jedem Nachfrager von Rüstungsgütern (bis hin zu wahabitischen Fundamentalisten) ist im Ergebnis höchst asozial.

      Die – freilich aufgezwungene – zukünftige Epochenwende KÖNNTE eine Chance sein, diese asozialen Tendenzen zurückzudrängen. Und eine geistige Weiterentwicklung (die übrigens dringend geboten wäre) ist ja nicht zwingend von Höchstniveaus der Komplexität und materiellen Wertschöpfung abhängig.
      Im Gegenteil: dieser materielle Wertschöpfungsexzess führt ja gerade bei nicht wenigen Menschen zur geistigen Fehlfokussierung und zu geistiger Verflachung.
      Ein wohlhabender djungelcampkonsumierender Mitteleuropäer scheint mir doch um einiges geistig unter einem armen Nepali angesiedelt zu sein, der in seinem dörflichem Umfeld den unmittelbaren Kontakt zu seinen Mitmenschen und zur Natur sowie den Ergebnissen seiner Arbeit hat.
      Und was das Soziale angeht: ich sehe die Zukunft des Sozialwesens mehr in der unmittelbaren Basissolidarität in überschaubaren Netzwerken gegenseitiger Hilfe.
      Denn der Sozialstaat beginnt ja heute schon zu erodieren, bevor der Kulminationspunkt überschritten ist. Und wird mit dem Niedergang der auch staatlichen Komplexität noch weitaus stärker erodieren.
      Deshalb muss etwas an seine Stelle treten, das ein funktionierendes soziales Zusammenleben der Menschen sichert.

      Deshalb sage ich ja: wir müssen ganz neu denken lernen. Und handeln natürlich auch. Davon wird abhängen, ob der Epochenwechsel zu einer tiefen zivilisatorischen Krise wird oder nicht.

      Und davon abgesehen: auch wenn es mit der Wertschöpfung und Komplexität noch weitere zwei oder drei Jahrhunderte bergauf gehen könnte, wäre eine tiefe zivilisatorische Krise alles Andere als ausgeschlossen.
      Denn eine Aufrechterhaltung des Status Quo (wenn sie denn möglich wäre) würde ja die Fehlfokussierung der Menschheit (besser: großer Teile der Menschheit) weiter verschärfen.

    • Peel sagt:

      Die Komplexität im Sozialen ist eine Folge der Komplexität der materiellen Welt und beruht auch auf billigem Öl und billigem Kredit.
      Das System „transformiert“ auch nicht, wie F. Malik meint (zu dem sag ich mal nix), sondern es kollabiert. Und zwar in einem Ausmaß, der wahrscheinlich nur noch mit dem Untergang Westroms zu vergleichen ist. Und in dieser Situation gilt: erst kommt das Fressen und dann die Moral (das Soziale etc.pp.).
      Ich empfehle die Bücher D. Orlov’s allen jenen, die von einer schönen neuen post-industriellen Welt träumen; die kann es nicht geben, weil der ganze Nachlaß der industriellen Welt noch viele Jahrzehnte prekäre Folgen haben wird.

      • Ert sagt:

        @Peel

        Klar, Malik will Bücher, Seminare und Beratungen verkaufen. In seiner (auch teilweise blinden) Sichtweise (und die ist schon besser als von vielen anderen ‚Beratern‘) hat er aber zumindest einen großen Teil des ungemachs begriffen. Ich hatte bei Ihm im Blog schon zweimal versucht die Energiethematik einzubringen – Malik hat sich da aber extrem bedeckt gehalten bzw. ist nicht darauf eingegangen.

        Orlov ist ganz o.k. – wobei ich es eher mit Gail Tverberg und McPherson halte… und die fast 500 AKWs sehe,die eine nicht zu lösendes Problem sein werden, wenn alles bergab geht. Japan bekommt ja nicht mal seine eine Atomruine geregelt – siehe auch: http://fukushima-diary.com/ und Tschernobyl muss auch noch einen neuen Sarkophag haben… alle 25-50 Jahre einen neuen… für die nächsten 100.000 Jahre. Alleine Fukushima und Tschernobyl versauen der Atom-Branche ihren kompletten EROEI ins negative.

        • Peel sagt:

          Hallo Ert, wir sind auf derselben Wellenlänge, auch bei der Atomkraft – empfehlenswert ist hier die DVD von Holger Strohm „Friedlich in die Katastrophe“. Zu Tschernobyl empfehle ich Youtube: „Der Wahre Grund von Tschernobyl?“. Da ist wohl der ganze CORE in die Umwelt gelangt!
          Nicole Foss, Gail Tverberg, Steve Ludlum, James Howard Kunstler, John Michael Greer sind meine primären Infoquellen.

          • Frank Bell sagt:

            @ Peel

            Wenn in Tschernobyl der ganze Core in die Umwelt gelangt ist – wovon ich ausgehe, es gibt da diverse Dokumentationen zu – warum wird dann für einen neuen „Sarkophag“ so viel Geld ausgegeben?

            Der ist in dem Fall doch überflüssig!

      • Michael Egloff sagt:

        Ja, Peel,
        es spricht leider sehr viel für die Annahme, dass die Menschheit in diesem Jahrhundert von der Dimension her durch die größte Krise seit dem Ende der letzten Eiszeit gehen wird. Öl ist nur ein Element dieser Krise.
        Erst mit einigem Abstand werden die Menschen wohl erkennen, dass die Jahre des Ölzeitalters weit entfernt von jeder Normalität waren.

        Aber so sind wir Menschen: wir halten das für normal, was wir zu unseren Lebzeiten zufällig gerade an Realität vorfinden. Die jungen Menschen in der letzten Phase des 30-jährigen Kriges hielten auch den Krieg für Normalität, ja sogar nach 10 Jahren Hitler hielten nicht wenige Deutsche diesen Schreihals für Normalität.

        Viele vermögen nicht, die jeweils gegenwärtige Realität im großen Kontext zu betrachten und zu fragen: „Was machen wir hier eigentlich?“

        Insofern ähneln wir Eintagsfliegen, die eienen lauen Sommerabend auch für die Normalität halten, deren Ende undenkbar erscheint.

  13. peakenergy sagt:

    Liebe Leute,

    zum Jahreswechsel empfehle ich folgendes Interview mit dem „Spiritus Rector“ der bei „peak-oil.com stattfindenden Debatten:

    http://www.volkswagenstiftung.de/en/media-center.html?tx_itaomediacenter_itaomediacenter%5Bvideo%5D=25&tx_itaomediacenter_itaomediacenter%5Baction%5D=show&tx_itaomediacenter_itaomediacenter%5Bcontroller%5D=MediaData&cHash=7da1721eea42511b8fd7b5931d19dacd

    Mir gefällt seine nüchtere und rationale Sicht.

    Ein gutes Jahr 2014 wünscht

    peakenergy !

    • Ert sagt:

      Danke für den Link – viele Interessante Details die ich noch nicht kannte.

      Auch sehr Schön die Antwort von Meadows auf die Frage: „How do you keep up your spirits?“

      Meadows: „Two Ways.“

      „One is to realize that you don’t have to change the world. Ethically as a person you need only have to behave in a way, such that if everybody behave that way it would solve the problem.“

      „The second way is to shrink you boundaries. I used to be worried about the global climates, now I’m worried about how to foster social connections inside my town.“

  14. Michael Egloff sagt:

    Nie ist Rationalität wichtiger, als gerade in Zeiten sich ankündigender Krisen und fundamentaler Änderungen. Ergänzt durch Liebe zu den Menschen. Ohne die ist Rationalität unvollständig.

    Ich wünsche ebenfalls allen ein gutes Jahr 2014 mit guter Gesundheit.

  15. Ert sagt:

    Noch mal was zum Stand der Weltmeere:

    „Evening Lecture with Jeremy Jackson – Ocean Apocalypse“ gehalten beim US Naval War College: http://www.youtube.com/watch?v=2zMN3dTvrwY#t=18

    Gruselig…. und er geht auch auf die Lösung ein die wir alle kennen und zeigt auf was das bedeutet…

    Zum Hintergrund des Vortragenden: Jeremy Jackson is Senior Scientist Emeritus at the Smithsonian Institution and Professor of Oceanography Emeritus at the Scripps Institution of Oceanography. He studies human impacts on the oceans and the ecology and paleoecology of tropical and subtropical marine ecosystems. Jackson is author of more than 150 scientific publications and eight books. He is a Fellow of the American Academy of Arts and Sciences and American Association for the Advancement of Science.

  16. Stephan sagt:

    Und noch ein Hinweis auf Israel zum Schluss. Durch die Funde im Meer zwischen Israel und Zypern wird das Land in ein paar Jahren wohl zum Global Player auf dem Ölmarkt wie der Iran oder Saudi-Arabien:

    25.12.2013
    Wird Israel zum großen Player im Bereich Energie?
    F. William Engdah
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/wird-israel-zum-grossen-player-im-bereich-energie-.html

    • Ert sagt:

      Der Artikel ist mit viel Vorsicht zu geniessen.

      Ja, allem Anschein nach sind da Vorkommen – und wohl auch im Ionischen Meer.

      Aber das meiste Volumen dort bezieht sich auf „Offshore-Shale“, ist dann nur geschätzt/vermutet und nicht bestätigt. Klar – man muss ja auch erst einmal Investoren anlocken. Istdas gleiche Spiel wie in den USA,wo nun auch schon die offiziellen Organisationen wie EIA und IEA von einem Förderhöhepunkt in 2016 ausgehen – und nicht nur die kritischen Blogger!

      Wie „Offshore-Shale“ vorIsrael per Fracking gefördert werden soll? Für welchen Preis? Was da überhaut wirklich liegt bzw. wie viel % oder Promille förderbar sind? Alles in den Sternen.

      Wichtig ist zu verstehen: In der gesamten Welt gibt es noch gigantisch viel Öl- so viel, das wir es nie fördern werden – denn viel von diesem Öl benötigt mehr Energie um es zu fördern, als selber beinhaltet.

  17. Ert sagt:

    @Stephan – zur Permakultur

    Permakultur ist einer hervorragende Sache – und ich bin dabei Elemente davon auf bei mir im Garten umzusetzten.

    Das „Problem“ ist aber, das Permakultur rein „Wirtschaftlich“ gesehen aufwändiger und kurzfristig gesehen nicht so ertragreich wie Monokultur ist. Gerade der Maschineneinsatz in einer Permakultur ist im Vergleich stark begrenzt.

    Wenn wir jetzt sofort die industrielle Gesellschaft stoppen würden – und den Rest unserer Industriekultur da für verwenden würde eine globale Permakultur aufzubauen – und unsere Industriellen Altlasten unter Kontrolle zu bringen – ja, ich würde da durchaus Hoffnung sehen.

    Ich sehe aber noch nicht einmal ein klitzekleines Anzeichen dafür – das wir auf dem richtigen Weg sind.

    Ein erster, ganz klitze-kleiner – aber sehr effizienter – Schritt wäre ja den globalen Flugtourismus ab dem 1.1.2015 komplett einzustellen bzw. 10 mal teurer zu machen – so hat jeder noch genug Zeit sich darauf vorzubereiten.

    Leider wird das nicht passieren – wie auch nicht anderes was unsere Umwelt vernichtet irgendwie freiwillig aufgegeben wird.

    Dein Thunfisch-Artikel (Danke dafür!) zeigt es doch auf – selbst wenn die Betroffenen Ihre EIGENE! Lebensgrundlage direkt und unmittelbar mit Ihrer Tätigkeit vernichten, gibt es nicht die Einsicht auch nur einen Fisch am Tag weniger zu fangen als möglich!

    So halte ich es dann mit Guy McPherson.

    • Stephan sagt:

      Ich hatte hier im Blog ja schon mal auf den Film von Marie-Monique Robin (Autorin auch von „Monsanto, mit Gift und Genen) hingewiesen:

      „Die Zukunft pflanzen“ – Bio für neun Milliarden“
      Eine Dokumentation von Marie-Monique Robin
      arte.tv/de/die-zukunft-pflanzen-bio-fuer-neun-milliarden/6892764.html

      Der Film, den es im Netz anscheinend nur noch auf Französisch mit spanischen Untertiteln gibt:
      Las Cosechas del Futuro (Les Moissons Du Futur – subtîtulos en español) (1h35min)
      youtube.com/watch?v=OX5DB9EgR5w

      Eine Aussage daraus (Daten stammen vom Rodale Institut im Staat Pennsylvania in den USA, http://rodaleinstitute.org/ ):
      „Ökologischer Landbau benötigt 45% weniger Energie als konventionelle Landwirtschaft und erzeugt 40% weniger Treibhausgase – bei gleichen Erträgen. “

      Diese Aussage wird geäußert vom Chef des Institutes, Mark Smallwood, und kommt etwa bei Minute 45 im oben verlinkten Film.
      Hier hat man diese Aussagen schriftlich (aus dem 30-Jahre-Report): rodaleinstitute.org/our-work/farming-systems-trial/farming-systems-trial-fst-fast-facts/

      Hier gehts zum ausführlichen 30-Jahres-Bericht des Rodale-Instituts: rodaleinstitute.org/our-work/farming-systems-trial/farming-systems-trial-30-year-report/

      Die Nachteile der konventionellen Landwirtschaft
      – Beschränkung auf wenige Sorten, dadurch Gefahr großer Missernten bei starkem Schädlingsbefall einer Sorte
      – Bodenverdichtung durch schwere Traktoren und Erntemaschinen, dadurch Verstärkung der Hochwassergefahr im regionalen und überregionalen Maßstab (Kosten werden von der Allgemeinheit getragen)
      – Zerstörung des Bodenlebens und der Humusschicht durch Pflügen, Düngen und Pflanzenschutzmaßnahmen, d.h. durch Spritzen von Giften, wobei bei den Pflanzenschutzmitteln immer mehr gespritzt werden muss, weil sich die „Schädlinge“ anpassen
      – Erzeugung von Lachgas (aufgrund der Bodenverdichtung) und damit Verschwenung von Kunstdünger
      – Benötigung großer finanzieller Mittel für die Aufrechterhaltung der Produktion (Maschinenpark, Kunstdünger, Spritzmittel, Saatgut)
      – Verunreinigung der Gewässer und des Grundwassers durch ausgeschwemmte Nitrate und Pflanzenschutzmittel
      – Verringerung der pflanzlichen und tierischen Artenvielfalt, dadurch Auftreten von Phänomenen wie Maikäfer- oder Prozessionsspinnerraupenplagen

      Hier ist ein Beispiel für den Teufelskreis von Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit nachfolgend immer stärkerem Schädlingsbefall:

      „Which Came First – Pests, or Pesticides?“
      („Was war zuerst dar – die Schädlinge oder die Petizide“)
      celsias.com/article/which-came-first-pests-or-pesticides/

      Ich bin davon überzeugt, dass sehr viele Menschen sterben werden, wenn man an der konventionellen Landwirtschaft und der „Grünen Revolution“ mit der katastrophalen Gentechnik festhält.

    • Stephan sagt:

      Was kann man tun? Was läuft falsch?

      Es hindert uns eigentlich keiner daran jetzt schon sehr viele Dinge zu tun, die für den Schutz der Erde, d.h. unserer Umwelt, wichtig sind:
      – Kein Kauf mehr von Konzernprodukten, siehe diese Grafik: http://www.convergencealimentaire.info/map.jpg , dafür Kauf von lokalen Produkten
      – Sich lokal einsetzen für einen günstigen, effizienten und guten Nahverkehr oder noch besser das Auto öfters stehen lassen
      – Am Besten selber Lebensmittel produzieren (z.B. Brot im Backofen) oder mit Leuten aus dem Dorf/Stadtteil zusammen am Wochenende (optimalerweise in einem Backhaus) Brot backen
      – Initiativen unterstützen/gründen/sich anschließen, die im eigenen Wohnbereich/der eigenen Straße/dem eigenen Stadtviertel Gemüse und Obst anbauen

      Die Bequemlichkeit der Menschen ist sicher ein Grund für den sich stetig verschlechternden Zustand unserer Erde/Umwelt, ABER wir dürfen nicht vergessen, dass es Menschen in hohen und höchsten Positionen gibt, denen das Schicksal von hunderttausenden ja Millionen von Menschen völlig egal ist, ja die solche Schicksale sogar benötigen, weil es ihnen die Taschen mit Geld füllt. Das geht schon auf Gemeindeebene los! Das kenne ich aus eigenen Erfahrungen in Deutschland! Bürgermeister entscheiden mit einer Art Machtwort gegen den Gemeinderat, gegen die eigenen Bürger für das Interesse von großen Firmen bzw. großen Konzernen. Ein ganz aktuelles großes Beispiel dafür ist Stuttgart 21. Und alle möglichen Behörden, d.h. die hohen Behördenvertreter, machen da mit! Da kann es noch so funktonierende gute Lösungen geben, die in der Praxis erprobt sind und so weiter. Wenn es nicht das Placet von ganz oben gibt, dann ist alles für die Katz und alles geht den Bach runter.

      Die Überfischung hat vermutlich viel mit der Geldgier diverser Ämterinnehaber zu tun. Und jetzt?

      Ich denke, dass man, wenn es noch keine Initiativen vor Ort gibt, denen man sich anschließen kann, solche Initiativen (auch Parteien! Ja, es gibt Parteien, d.h. Gruppen von Menschen, die was Gutes tun wollen, vor allem lokal und regional!) zu gründen (mit Freunden, Verwandten, Bekannten). Genau das hat Meadows ja glaube ich auch gesagt in diesem verlinkten Interview.

      • Ert sagt:

        @Stephan

        Danke für die Landwirtschaftslinks.

        Ich versuche selber gerade mal – u.a auch als Braindump um mein Kopf von all diesem zu entlasten – die ganze Thematik Energie, Wirtschaft, Finanz, Wasser, Essen und Gesellschaft niederzuschreiben. Ich versuche das ganze so zu schreiben, das Norbert das ggf. auch hier veröffentlichen bzw. verlinken kann – mal schauen… irgendwie wird es gerade länger als ich überhaupt wollte.

        Der Austausch hier bei Peak-oil.com hat mich der in der letzten Zeit sehr viel weiter gebraucht.

        Meine Konsequenzen sind mir bereits klar – und einiges davon habe ich auch umgesetzt. Dieses Jahr geht es dann weiter.

  18. Florian Hoppe sagt:

    http://peak-oil.org/dev/?p=11681

    Bin garade darauf gestossen. Ein sehr lesenswertes Interview mit dem Energieanalysten Steven Kopits.

    • Ert sagt:

      Klasse Artikel- geht absolut mit Gail Tverbergs Thesen überein.

      Ölkonzerne reduzieren Investition in neue Exploration, weil der Preis nicht weiter nach oben klettert – also aktuell so hoch ist, das keine weitere Nachfrage in den OECD Nationen mehr stattfindet.

      Herr Kopits sieht deswegen den Peak möglicherweise schon zwischen 2014-16 und auf jeden Fall vor 2020.

  19. Mario sagt:

    Kein schöner, aber ein passender Abschluß für das Jahr! Mal sehen wie es 2014 weitergeht…

    Guten Rutsch!

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/vereinigte-staaten-gueterzug-mit-oel-explodiert-12732767.html

  20. Hansi sagt:

    Was zur Zeit auch interessant zu beobachten ist, ist das außergewöhnlich kalte Wetter in großen Teilen der USA. Seit Ende November rauscht eine Kältewelle nach der anderen von Kanada in den Norden und Nordosten der USA.
    Die Gasspeicher zehrt das ganz schön an: http://ir.eia.gov/ngs/ngs.html
    Der Füllstand liegt jetzt schon deutlich unter dem des letzten Jahres und auch deutlich unter dem langjährigen Schnitt. Bin gespannt wie das weiter geht. Könnte am Ende vielleicht so werden wie in Europa Anfang 2013 mit echten Engpässen.

    Zumindest geht die Kälte erstmal weiter. In einer Woche soll wieder ein richtig dicker Schub kommen, der den gesamten Norden der USA fluten soll. In New York könnte das sogar für einen neuen Allzeitrekord für Januar sorgen. Minus 25 Grad Celsius soll es dort nachts geben (aktueller Rekord steht bei -21).

  21. Florian Hoppe sagt:

    http://blogs.platts.com/2013/11/05/carrying-price/

    Noch ein Artikel von Kopits.

    Und eine interessante Diskussion dazu.

    http://peakoil.com/forums/kopits-peak-oil-is-when-t69064.html

    @Gas: Aktuell ist der Preis wieder etwas am fallen.

  22. Stephan sagt:

    Bei den Netzfrauen gibt es einen sehr interessanten Artikel zum Thema Sand, u.a. in Zusammenhang mit dem Thema Fracking, aber auch zum weltweiten Sandhandel (70 Mrd. Dollar pro Jahr!) und den sich daraus ergebenden Umweltproblemen:

    31. Dezember 2013
    Der Hunger nach Sand

    Dass diese Abbaumethode in den USA derzeit so hoch im Kurs steht, erfreut auch die Eisenbahnbetreiber. Sie schaffen unermüdlich Waggons voller Sand in Schieferöl- und Schiefergasfelder wie das Permian-Becken in West Texas und New Mexiko, zur Bakken-Formation in North Dakota und zum Marcellus Shale in Pennsylvania.

    Und es könnten bald noch mehr werden (Anm.: Eisenbahnwaggons pro Fracking-Bohrung). Denn einige Unternehmen experimentieren damit, beim Aufbrechen der Gesteinsschichten noch mehr Sand zum Einsatz zu bringen. Pumpe man acht Millionen Pfund Sand in eine Bohrung statt der gebräuchlicheren vier Millionen Pfund, dann könnten sich die Kosten für ein Ölbohrloch zwar um vielleicht 600.000 Dollar erhöhen. Aber in einigen Fällen könnte sich auf diesem Weg auch die Fördermenge verdoppeln, rechnet Matt Conlan, Analyst der US-Großbank Wells Fargo, WFC +0,20% vor.
    http://netzfrauen.org/2013/12/31/der-hunger-nach-sand/

    Es wird dort in Wisconsin von Seiten der Gemeinden und Behörden, aber schon wieder der Boom reduziert, wegen der Gefahren, die vom Sand ausgehen (Siliziumdioxid und Lungenschädigung).

  23. Ert sagt:

    Ich habe mal für einen anderen Zwekc einige Überlegungen von Kopits, Tverberg und Miller (BP) zusammengefasst (Die Links sind alle in den Vorkommentaren), da die Fußnoten beim Kopieren aus dem Word-Dokument in die Kommentarfunktion hier leider alle verloren gehen:

    Der ehemalige BP Geologist Dr. Miller sagte in einem aktuellen Artikel des Guardian : “If we can afford to pay $150 per barrel, we could certainly produce more given a few years of lead time for new developments, but it would break economies again.” Herr Miller spricht damit u.a. das Jahr 2008 an, in dem die Ölpreise Ihren bisherigen Höhepunkt erreichten und u.a. die Weltwirtschaft ‚abwürgten‘. Er sagt auch ganz klar, dass das der Zeitpunkt von „Peak-Oil“ erreicht ist, wenn die Förderraten nicht mehr gesteigert werden können – nicht weil es kein Öl mehr gibt, sondern weil die Konsumenten nicht mehr bereit sind, oder es finanziell in Relation zu Ihrem Einkommen nicht mehr können, die immer höheren Kosten die die Ölexploration und Förderung benötigt zu bezahlen.

    So sieht Herr Miller die Ölproduktion noch ein paar Jahre ausbaubar, aber nicht mehr für einen Preis unter 110$/Barrel . Da die Fördermengen der bestehenden Ölfelder aber jedes Jahr abnehmen sinkt dann ab einem bestimmten Zeitpunkt die gesamte Ölfördermenge – egal wie viel Öl noch irgendwo auf der Welt im Bodenliegt.

    Aber die Saudis fördern doch noch altes und billiges Öl mag mancher einwenden. Das schon – aber Investitionen in neue Ölfelder für die Produktion des so genannten „Marginal Barrel“ kommen nicht aus heiterem Himmel: Der globale Exportmarkt-Ölpreis muss also insgesamt so hoch sein, das sich das Risiko für neue (teurere) Explorationen inklusive aller Kapitalkosten und Zinsen lohnt – uns das bedeutet heutzutage oft mindestens 80$/Barrel oder mehr – und die Kosten der Ölfirmen steigen dabei jedes Jahr stark an.

    So sagt auch Steven Kopits (Energie Analyst, Douglas-Westwood): „But importantly, we’re going to peak out production not because we’re “running out of oil,” but because the marginal consumer is not willing to pay for the marginal barrel. We seem to be pretty much at that level today” und halt für dieses Ereignis ein Datum vor 2020, möglichweise schon bis 2016 für möglich. Kopits weist auch auf die zweistellig steigenden Kosten der Ölförderfirmen hin (ca. 11%) und in einem neuen Beitrag auf Platts (McGraw Hill Financial) gibt er zu bedenken, das viele Ölfirmen (Shell, etc.) Investitionen in neue Projekte zurückstellen, da diese nicht mehr genug Aussicht auf Dividenden bieten: „Most of the large operators now require $120-130 / barrel Brent to maintain their current dividend and capex programs. As this is not forthcoming, oil companies are re-thinking their investment strategies and portfolios“ – anstatt dessen investiert man in Aktenrückkaufprogramme um weniger Dividenden auszahlen zu müssen (z.B. Total). So sieht es aktuell schlecht mit den Investitionen in die 380 neuen Ölprojekte aus (siehe weiter oben), die die Verfügbarkeit von genug öl in den Jahren ab 2020 sichern sollen.

    Auch die Versicherungsmathematikern Gail Tverberg hat schon lange diese These und fast dieses und die Auswirkungen folgend zusammen : „Basically, high oil prices cause financial problems, like the ones that lead to low wage growth and the need for super-low interest rates. But we can’t get the shale oil out without these high oil prices and super low interest rates. If interest rates go up, everything falls apart, from oil production to our ability to buy houses and cars”. In einem neuen Beitrag geht Frau Tverberg noch genauer auf die Problematik ein, die auch Herr Miller von BP anführt: „In my view, our real concern should be the third item above, ‚Oil Prices Don’t Rise High Enough.‘“ und begründet dieses ausführlich – fast Identisch mit Herrn Kopits.

    Nach Herrn Kopits wird auch China nichts daran ändern. Öl- (Energie)-Preise liegen seiner historischen Daten nach in enger Relation mit dem BIP – und die historische Grenze ist bereits erreicht .

    • Stephan sagt:

      Ich habe schon seit Anfang des Jahres das Gefühl, dass die derzeitigen Ölpreise so hoch sind wie es die Weltwirtschaft gerade noch zulässt.

      Kopits:
      „„Most of the large operators now require $120-130 / barrel Brent to maintain their current dividend and capex programs.“

      Tverberg:
      „But we can’t get the shale oil out without these high oil prices and super low interest rates. If interest rates go up, everything falls apart, from oil production to our ability to buy houses and cars”“

      Demnach ist also jetzt die Zeit der Biotreibstoffe (Bioalkohol und Pflanzenöle/Biodiesel) gekommen, weil ich glaube ich irgendwo mal gelesen habe, dass diese so bei 120$/Barrel konkurrenzfähig sind (es können aber auch 140$/Barrel sein – ich bin jetzt zu faul das genauer nachzuschauen). Es werden glaube ich auch bereits große Mengen an Biodiesel und Bioethanol (u.a. aus Mais hergestellt) in den USA verbraucht. Die USA selber könnten noch einmal unglaubliche Mengen an Treibstoffen sparen, wenn sie jetzt wirklich sparsame Autos fördern würden, den ÖPNV und die lokale Versorgung der Städte mit (Bio!)Lebensmitteln, aber da dürften einige Vorstände von Energiekonzernen, Banken, Chemiekonzernen etc. etwas dagegen haben. Da werden doch lieber noch ein paar Kriege finanziert.

      Das Geld, das für (optimaler Weise im eigenen Land produzierten) Biotreibstoffe ausgegeben wird, bleibt zum größten Teil im Wirtschaftskreislauf und endet nicht wie bei den fossilen Treibstoffen als Bohrungsauskleidung, Bohrchemikalien oder Treibstoff für Supertanker sinnlos irgendwo auf dieser Erde, weil es zum größten Teil die Arbeitskraft ist, die den Preis für Biotreibstoffe ausmacht. Die Sonne schickt keine Rechnung und die Pflanzen schicken auch keine.

      • Ert sagt:

        Dazu aus meinem Dokument:

        Biomasse sieht der Autor dieser Zeilen sehr kritisch: Die benötigten Anbauflächen stehen in direkter Konkurrenz zu denen für Lebensmittel und der EROEI ist sehr niedrig. Gleichzeitig wird der Ackerboden durch den intensiven Anbau nicht besser und es treten Humusverluste auf. So zehren wir auch hier an der Substanz, was das ganze Thema Biomasse absolut nicht nachhaltig oder „erneuerbar“ macht. Noch schlimmer ist es, wenn für die Anbauflächen wie in Brasilien oder Indonesien Regenwald abgeholzt wird und insgesamt Düngemittel sowie Uran in Phosphatdünger in das Grundwasser oder die Meere und Flüsse gelangen. Ganz aktuell ist auch das Thema Botulismus aus Biogasanlagen – da hier die Gärreste als Dünger auf die landwirtschaftlichen Flächen aufgebracht werden, worüber die Wild & Hund berichtete.

        Alles Gruselig….

        Wild & Hund: http://www.wildundhund.de/r30/vc_content/bilder/firma438/Downloads/20110628_wuh_tod_aus_der_biogasanlage_im_visier_10_11_01.pdf

        • Florian Hoppe sagt:

          @Biotreibstoffe: Ergänzend hier noch eine Erinnerung an 2008/2009, wo es nach dem damaligen Ölschock es einen U.S. Biotreibstoffboom gab, welcher die Maispreise explodieren ließ. Und darauf folgten Unruhen in Mexico…

        • Stephan sagt:

          „Biomasse sieht der Autor dieser Zeilen sehr kritisch: Die benötigten Anbauflächen stehen in direkter Konkurrenz zu denen für Lebensmittel und der EROEI ist sehr niedrig. “

          Dazu ein Artikel von Professor Schrimpff aus dem Jahr 2001:

          „Reduziert der Anbau von Ölpflanzen für den Fahrzeugantrieb den Anbau von Nahrungsmitteln?
          vom 28.02.2001

          In Bayern laufen seit mehr als 7 Jahren sehr vielversprechende private Feldversuche [Anm.: mit Mischfruchtanbau] bei Öko-Landwirten: Weizen und Gerste, ja sogar Erbsen werden jeweils zusammen mit Leindotter (Camelina sativa (L.) Crtz., einem ursprünglichen Unkraut des Leinanbaus) gesät, gleichzeitig geerntet und gedroschen und die unterschiedlichen Samen per Siebsätze problemlos getrennt (Versuche: Institut für Energie- und Umwelttechnik München).
          Das Ergebnis: Die Erträge der zwei Getreidearten sind – verglichen mit den entsprechenden Monokulturen – etwa gleich (30 bis 40 dt/ha), die Backqualität des Getreides ist aber besser (um 4 – 6 %-Punkte höhere Kleberanteile), so daß höhere Preise erzielt werden können. Die Ernte-Erträge bei Futtererbsen sind sogar um rund 10 % höher.

          Der wesentliche Grund: Die Erbsen ranken am Leindotter empor und können mehr erntefähige Schoten ausbilden!

          Ferner werden im Getreide-Leindotter-Mischanbau 80 bis 150 Liter Leindotteröl je Hektar, im Erbsen-Leindotter-Anbau sogar bis 270 Liter/ ha Leindotteröl erzielt (Kramerbräu-Hof, 2000).

          Darüberhinaus kann mit 200 bis 540 kg/ha an Leindotterschrot als Kraftfutter gerechnet werden.“
          http://www.sfv.de/lokal/mails/rundmail/p0102281.htm

          Und das sind wohlgemerkt Werte für Mitteleuropa, nicht für Gebiete mit wesentlich höherer Sonneneinstrahlung und höheren Durchschnittstemperature, die für die Produktion von Pflanzenölen noch viel besser geeignet sind.

          „Pflanzenöl als Fahrzeugantrieb?
          vom 29.09.2000

          Jedes Land auf unserem Planeten hat heimische Ölpflanzen, die u.a. für eine Pflanzenöl-Produktion angebaut werden könnten. In der Sahelzone z.B. gedeiht die Purgiernuß als Windschutzhecke, die Ackerböden vor Winderosion schützt, vorzüglich! Das Land MALI deckt inzwischen etwa 1/3 des Erdölbedarfs mit heimischem Purgiernußöl!
          Es gibt weit über 1000 anbaufähige Ölpflanzen auf der Welt!
          Wenn man eine davon als Beispiel herausgreift, die einen überdurchschnittlich hohen Hektarertrag aufweist, die Ölpalme (bis 10.000 Liter pro Hektar und Jahr) und diese nur auf 12 % der Gesamtfläche Afrikas anbauen würde, dann könnte mit der jährlichen Pflanzenöl-Ernte der derzeitige verschwenderische Erdölbedarf der Welt ersetzt werden!“
          http://www.sfv.de/lokal/mails/rundmail/p0009291.htm

          Professor Schrimpff sagt aber auch, dass es auf jeden Fall realistischer und ökologischer ist, wenn die jeweils regionalen Ölpflanzen kultiviert werden, auch damit keine Monokulturen entstehen. Am Besten wird das Ganze als Agroforstwirtschaft umgesetzt.
          Der große Vorteil bei Pflanzenöl ist auch, dass es hauptsächlich aus den Elementen C, H und wenig O besteht, so dass hier kein Entzug von Mineralien stattfindet, wenn Pflanzenöl, z.B. aus tropischen Ländern, exportiert wird. Bei Tankerhavarien wird gar nichts passieren, weil Mikroorganismen das Pfanzenöl sehr schnell vertilgt haben.

          • Ert sagt:

            Danke Stephan!

            Ich hoffe aber, das Du weißt das 12% der Fläche von Afrika eine absolute Hausnummer ist! Auf der Weltkarte sieht Afrika ja wegen der Projektion immer so niedlich klein aus – es ist in Wirklichkeit aber RIESIG!

            Afrika: 30.221.532 km²
            EU: 4.381.324 km²

            Die 12% entsprechen also fast der gesamten Fläche der EU (mit Bergen und so)!

            Insgesamt aber sehr hoffnungsvoll – wird das Öl global natürlich nicht ersetzten können.

          • Stephan sagt:

            @Ert

            Ja, das ist mir klar, dass 12% von Afrika eine Menge Holz ist. Aber man könnte den Ölverbrauch deutlich reduzieren, wenn „man“ nur wollte (ein bischen Brainstorming dazu):

            – statt SUVS nur noch sparsame Autos in den USA, Förderung der lokalen Produktion von Nahrungsmitteln und Gütern in den USA, starke Förderung des ÖPNVs

            – weltweit starke Förderung des ÖPNVs (auch China könnte da einiges machen, aber das dürfte dort noch schwieriger werden als in Deutschland, wegen des starken Drangs nach Statussymbolen)

            – in Deutschland gab es vor ca. 10,15 Jahren mal einen Fernsehbeitrag über eine Stadt im Rheinland(?), deren ÖPNV völlig ohne irgendwelche Zuschüsse funktionierte. Die Verwaltung befindet sich in einem Container. Man vergleiche dies mal z.B. mit Stuttgart wo ein großer Komplex zwischen Vaihingen und Möhringen nur für die „Verwaltung“ der Stadtbahnen/Straßenbahnen und Busse zuständig ist. Es werden praktisch jedes Jahr Zugverbindungen aus den Fahrplänen genommen (auch für Pendler?) weil die sich angeblich nicht mehr lohnen, bundesweit. Dazu wurden aber mindestens seit zehn Jahren alle Fahrpreise der Deutschen Bahn (Nah- und Fernverkehr) um durchschnittlich mindestens drei Prozent erhöht, bei gleichzeitig sinkender Qualität (stillgelegte oder verottete Bahnhöfe, marode Gleise und Weichen, kaputte Klimaanlagen, defekte Züge und Loks, fehlende Züge und Loks etc.) und sinkendem Service (ungenügende Informationen über Zugausfälle, Verspätungen etc.).

            – viele Büroarbeiter könnten heute doch, bei den vielen Kommunikationsmöglichkeiten, mindestens zwei Arbeitstage pro Woche zu Hause bleiben und von dort aus arbeiten (Zeit gespart, Geld gespart, Treibstoffe gespart, Nerven gespart, Straßenabnutzung gespart, Lärm gespart, Unfälle reduziert etc.). Bei der Firma Siemens war das in der Abteilung SBS schon Ende der 90er möglich. Was Inder in Indien für deutsche Firmen erledigen können, das können deutsche Softwareentwickler sicher noch besser von zu Hause aus machen.

            – komplette Umstellung der konventionellen Landwirtschaft auf ökologische Landwirtschaft (Wegfall des Kunstdüngers, der Pestizide, des teuren Saatgutes wegen eigener Nachzucht, Reduzierung des Arbeitsaufwandes wie z.B. Pflügen)

            – Wegfall der Subventionen für Lebensmitteltransporte/Gütertransporte über weite Strecken (u.a. Bau immer noch größerer Häfen für den Bau immer noch größere Containerschiffe, damit noch mehr Güter, die lokal nicht mehr produziert werden, aus China und anderen Billiglohn- bzw. Ausbeutungsländern nach Europa, USA oder sonstwo importiert werden, keine Energie-/Kerosinsteuer für Internationale Flüge).

            – Heizen mit Wind: Bereits heute könnte ein großer Teil der Heizenergie in Deutschland mit Hilfe von (überflüssigem!) Windstrom erzeugt und verteilt werden (Stichworte: Nightwind Projekt, Rundsteuertechnik, Heizpatronen). Optimalerweise würden mit diesem Strom Wärmepumpen betrieben (Speicherung von Sommerwärme im Boden/Tiefgaragen etc.).

        • Stephan sagt:

          @Florian
          Ich habe in meinem eigenen Archiv noch mal ein bischen geforscht und folgendes zu Tage gefördert.

          Aus dem Film „Zukunft pflanzen“ von Marie-Monique Robin, vom September 2012 ein Zitat vom UN-Sonderbeauftragten Olivier de Schutter bei einer Veranstaltung in Mexiko-Stadt (Juni 2011) transkribiert:

          „Das war im Januar 2007, als die Mexikaner wegen der Tortillakrise auf die Straße gingen. Damals waren die Preise für Tortillas (Anm.: aus Maismehl bzw. Maisgries gemacht) innerhalb weniger Wochen um 50% gestiegen. Ich konnte beobachten, dass die Produktion (Anm..: wohl von Mais) überdurchschnittlich hoch war, ebenso wie die Maisimporte, dennoch stiegen die Preise. Die Preise stiegen weil eine Handvoll sehr mächtiger multinationaler Unternehmen, die das Vertriebssystem für Mais beherrschen, ihre Marktmacht nutzten, um diese Erhöhung der Verbraucherpreise durchzusetzen. Diese Unternehmen heißen Cargill, Maseca-Archer Daniels Midland, Minsa-Arancia Corn Products International und Agroinsa.“

          Dann kamen noch die Probleme mit dem Freihandelsabkommen für Nordamerika (NAFTA – USA, Kanada und Mexiko). Vorher gab es Zölle auf importierten Mais und den Erzeugern in Mexiko wurde ein Mindestpreis garantiert. Danach gab es diese Dinge nicht mehr, aber die USA behielten ihre Subventionen für landwirtschaftliche Erzeugnisse bei.

          Hier kann man das ganze in einem anderen Artikel ausführlich nachlesen:

          Die Hintergründe der lateinamerikanischen Nahrungsmittel-Krise
          Autor: Laura Carlsen* | Juli 2008
          quetzal-leipzig.de/lateinamerika/haiti/die-hintergrunde-der-lateinamerikanischen-nahrungsmittel-krise-19093.html

          Selbst die Bundeszentrale für politische Bildung spricht Klartext:
          Macht Handel Hunger?
          27.1.2009
          bpb.de/apuz/32206/macht-handel-hunger?p=all

          Dazu habe ich eine Information eines Landwirts aus den USA (er baut Rollrasen in Louisiana an), die ich im Frühjahr 2008 mitbekommen habe. Der Landwirt war zu Besuch in Deutschland, um sich über die Nutzung von Pflanzenöl zu informieren. Er sagte, dass im Herbst 2007 die Maisbauern nicht wussten wohin mit ihrem ganzen Mais, die Lager waren voll. Zumindestens also im Herbst 2007 und auch bis zum Sommer 2008 dürfte es von Seiten der USA kein Problem mit zu hohen Maispreisen gegeben haben.

          Dann gibt es noch diesen Artikel über die Arbeit und die Erfolge der Kleinbauern in Mexiko – ganz ohne Gentechnik:

          „Frauen und Kleinbauern ernähren die Welt
          Von Veronika Bennholdt-Thomsen (Anm.: ca. von 2004)

          Die Grüne Revolution gegen die Bauern

          Das CIMMYT, das Centro Internacional de Mejoramiento de Maíz Y Trigo, das die hybriden sog. Hochertragssorten von Mais und Weizen hervorgebracht hat, wurde 1963 in Mexiko mit Mitteln der Rockefeller Foundation gegründet, mit dem expliziten Ziel, die Landwirtschaft in den sogenannten unterentwickelten Ländern zu revolutionieren.

          Ein Beispiel, wie dies in einer Mischung von Zwang und Übertölpelung der Bauern vonstatten ging, habe ich in meiner Studie zur Forschung 1977 im mexikanischen Chiapas beschrieben.

          Den Bauern der Maya-Volksgruppe der Choles wurde damals unentgeltlich ein Demonstrationsfeld mit Mais-Hybridsaat angelegt. Der Kunstdünger, sowie das Herbizid und das Insektizid, die als Technikpaket unweigerlich zu diesem Saatgut dazu gehören, wurden gleich mit geliefert, genauso wie der Pflug zur tiefen Bodenbearbeitung gratis eingesetzt wurde. Die Dichte der Hybridpflanzen, ihr intensives Grün und der Ertrag riefen die Bewunderung der Campesinos hervor. Nun wurde ihnen der günstige Anbaukredit der Landwirtschaftsbank angeboten, unter der Bedingung, das vorgeschriebene Saatgutpaket einzusetzen und die Ernte an die staatliche Aufkauforganisation zu liefern.

          Das entsprach der üblichen Vorgehensweise in den Grüne-Revolutions-Projekten, nämlich der sog. „triangulation“ zwischen Bauern, Bank und Agrobusiness. Die Vorbehalte der Bauernfamilien, sich zu verschulden, als auch nicht mehr über die Ernte ihres Grundnahrungsmittels verfügen zu können, wurden mit politischem Druck beantwortet. Das halbstaatliche Landbesitzregime des „ejido“ gab dem entwicklungsdespotischen Staat in Mexiko die notwendigen Drohmittel dafür an die Hand.

          War auf diese Weise der Schritt zum Hybridsaatgut erst einmal getan, dann war er sowohl anbautechnisch (was den Untergrund des Saatbetts, wie die Feldereinteilung anbetraf), als auch hinsichtlich der Vermarktungsformen so gut wie irreversibel. Vor allem zog bald eine Verschuldung die nächste nach sich, genauso wie im ganzen Land, das nämlich 1982 in die erste größere internationale Verschuldungskrise stürzte.“
          http://www.aurora-magazin.at/gesellschaft/bennholdt_ernaehrung_frm.htm

          Zahlreiche Kleinbauern wurden so zu Slumbewohnern in den Großstädten Mexikos. Damit fehlten dann aber auch die Landwirte vor Ort, die günstigen Mais anbauen könnten. Und es ist mit diesem Vorgehen in Mexiko, aber auch in anderen Ländern, vielleicht nicht allzu schwer, was dieser Saatguttresor des Jüngsten Gerichts in Spitzbergen eventuell mal bedeuten könnte.

  24. Ert sagt:

    Ach ja,die massive Freisetzung von Methan in der Arktis hält an: http://arctic-news.blogspot.it/2013/12/the-biggest-story-of-2013.html

    Auch Ugo Bardi verlinkt auf den Artikel!

    Hier noch mehr Hintergrund: http://arctic-news.blogspot.de/2013/10/just-do-not-tell-them-the-monster-exists.html

  25. Florian Hoppe sagt:

    http://peakoilbarrel.com/will-nationalist-politics-turmoil-peak-oil-tipping-point/

    Patterson über den derzeitigen Produktionsrückgang der OPEC.

  26. Ert sagt:

    Gail Tverberg hat einen neuen und guten Artikel in dem Sie unser Kernproblem zusammen fasst: Die Welt ist Endlich (finite)- http://ourfiniteworld.com/2014/01/02/why-a-finite-world-is-a-problem/

    ich konnte mir einen kleinen Kommentar bezüglih der Überschrift des Artikels nicht verkneifen: „I also thought that you had a funny title for the article – some politicans and industry leaders may now propose a solution in the like of “We have to grow the circumference World” – so that the World keeps pace with their wishes of growth ;-)“

  27. Ert sagt:

    @Stephan

    Danke für die Superkommentare! Um diese Zusammenhänge habe ich so teilweise noch nicht gewusst bzw. ich hatte Sie aus meinem direkten Bewusstsein verdrängt.

    In Mit Gift und Genen wurde ja bez. des Mex. Maisanbaus auch darüber berichtet, also die Biodiversizitäts und Angepasstheit es lokalen Mex. Mais und das die Agros machen.

    Das macht bei mir das ganze Thema:

    „Until we change the way money works – we change nothing“- M.C. Ruppert – Einleitung des Dokumentarfilms Collapse

    immer zentraler.

    Es gibt die Lösungen, es gibt die Nachhaltigkeit, es gibt genug – wenn wir die Möglichkeiten nutzen und insb. auch das Bevölkerungsproblem in den Griff bekommen. Nur ist es wohl aktuell wegen des eingeleiteten Klimawandels schon ziemlich spät…

    Aber aus der aktuelles Dogmatik wird auf globaler Ebene immer noch nicht ausgebrochen – Sie wird immer noch weiter verschärft – siehe u.a. TTIP! Wir haben es bereits eine Stunde nach 12 – aber die, die die Macht haben versuchen das gescheiterte Dogma noch weiter zu quetschen, obwohl es doch schon überall scheitert/kracht.

    Ich werde Deine Sachen in meinen Text integrieren – ggf. macht es ja wirklich Sinn das hier vereint (stückweise) mit Kommentaren zu untermauern – insb. die Lösungsseite und die Zusammenhänge transparent zu machen.

    Mein Ziel ist, da ein tiefer zu gehen (und konstruktiver zu sein) als z.B. Ruppert es im Film „Collapse“ tut und mehr Lösungen anzubieten als Martenson mit seiner Farm im Grünen.

  28. Frank Bell sagt:

    @ Ert

    Von Ruppert habe ich sowohl „Crossing the Rubicon“ gelesen (gibt es nur auf Englisch) und auch den Film „Collaps“ gesehen (ebenfalls auf Englisch).

    Mein anfängliche Begeisterung ist inzwischen in totale Skepsis umgeschlagen:

    Seine Vorhersagen sind samt und sonders NICHT eingetroffen.

    Bei Peak Oil kann man ja noch zugutehalten, dass er den Fracking-Bomm nicht vorhergesehen hat.

    Aber sein Wirtschaftscrash-Szenario war nur wirklich gründlichst daneben!

    Eigentlich hätte er nach der ersten Bauchlandung „Collapse“ gar nicht drehen dürfen.

    Da hatten Leute wie Buffett 2009 wesentlich mehr Klarsicht, als sie empfahlen, in Aktien zu gehen.

    ALLE Crash-Propheten haben sich geirrt (wie z.B. Celente, der völlig im dunkeln tappt).

    Ich habe vor wenigen Tagen mit mehreren Bekannten gesprochen, die in der Industrie arbeiten (Chemie-, Automobil-, Software): NIRGENDS gibt es Anzeichen für eine Schwäche der Wirtschaft. Die Situation ist überhaupt nicht mit 2008 und 2009 vergleichbar.

    • Ert sagt:

      @Frank

      Ich gebe nichts auf die Kurzfristvorhersagen von Rupert – er hat aber zumindest früher – recht gute Recherchearbeit gemacht. Und mit dem zitierten Ausspruch hat er das zentrale Problem wirklich auf den Kopf getroffen. Darum dreht sich wirklich alles – nicht um ein paar Jahre und steigende Aktien.

      Die Probleme mit den Klima, den Ressourcen, der Energie existieren – nicht absolut – aber wenn wir als globale Gesellschaft so weiter machen wie bisher. Und insb. die Art wie wir uns Finanzieren ist zerstörerisch. Dabei geht es nie um Lösungen im Sinne des Erhalts und der natürliches Basis,oder um die „beste“ Lösung für alle – sondern immer um Einzelwirtschaftliche Lösungen (schau Dir Stephans Beiträge weiter oben an, die die Agroriesen versuchen in den Entwicklungsländern zu landen.. der Artefilm „Mit Gift und Genen“ reicht schon…) oder TTIP.

      Deutlich wird der Systemdruck wenn man Paul C. Martins Buch (Kapitalismus, Ein System das Funktioniert) kennt – er Schreibt: Gunnar Heinsohn und Otto Steiger haben Kapitalismus als das definiert, was er wirklich ist: „Ein Wirtschaftssystem, in dem verschuldete Privateigentümer versuchen, dem permanent auf ihnen liegenden Liquiditätsdruck zu entkommen“

      So ist für mich ganz klar (was ich aktuell in einem größeren Text zusammenschreibe): „Und solange China weiter einen Kapitalimport und Direkinvestitionen (für neue Fabriken, etc.) sowie einen Exportüberschuss hat, solange geht das Spiel dort auch ungestüm weiter. Etwaige Fehlinvestitionen und exzessive Kreditvergabe, über die teilweise in der Presse berichtet wird, werden derzeit sprichwörtlich ‚übergebügelt‘“

      Und China + die massive Deflationsbekämpfung der ZB’s ist es denn auch, was den Laden aktuell hoch hält.

      So wird in meinem Laden – und das ist kein Zulieferer, sondern eine Deiner genannten Branchen schon wieder deutlich mehr auf Kosten geachtet – Die Zeichen der Zeit sind Konsolidierung.

      • Ert sagt:

        Bloomberg zu China: http://www.bloomberg.com/news/2014-01-02/china-s-runaway-train-is-running-out-of-track.html

        Meine Zusammenfassungdazu: „Aber auch hier mehren sich die Zeichen, das es mit Mitteln, wie einer Kreditexpansion von 9 Billionen $ (2008) auf 24 Billionen $ (2012), nicht ewig weiter gehen kann. Zwar hatte dies gewaltige Investitionen zur Folge – nur wenn zu viel davon spekulativ angelegt worden ist oder zu wenig Rendite einbringt um die Zinsen zu zahlen, dann kann wird es eben kritisch werden. Aktuell steuert die chinesische Zentralbank mit Liquiditätsinjektionen und weiter günstigen Zinsen gegen – kurbelt damit aber weitere Fehlinvestitionen an und verdeckt Schiefstände. So hat die neue chinesische Regierung eine schwere Aufgabe – so zu mindestens Patrick Chovanec.“

      • Frank Bell sagt:

        @ Ert

        Als ich TTIP zum ersten Mal im Bekanntenkreis erwähnte, hat man mich für verrückt (oder paranoid) erklärt… Die meisten Menschen wollen von solchen Dingen nichts wissen – wie auch nicht von der Gen-Problamtik (Monsanto).

        Ein Bekannter vertritt bei der Gentechnik sogar die Meinung, dass der ca. 18 Jahre laufende Grossversuch in den USA keine Probleme gezeigt hätte im Hinblick auf die Gesundheit der Menschen.

        Wie gesagt, die Menschen werden da gar nicht aktiv, siehe auch Bundestagswahl.

        • Ert sagt:

          @Frank

          Wie willst Du ohne Ziel aktiv werden?

          Wie willst Du ohne Verständnis der Gegenwart ein Ziel für morgen haben an dem Status-Quo was zu ändern?

          Ich denke die beiden Sätze machen es klar… warum so wenige etwas tun – oder bereit sicht aktiv zu werden, selbst wenn Sie erst einmal nur mitlaufen müssen.

  29. Michael Egloff sagt:

    Das ist richtig, Frank,
    die Situation ist tatsächlich nicht mit 2008 vergleichbar.
    Die Staatsverschuldung ist gegenüber 2008 wesentlich höher in fast allen relevanten Staaten, das OTC-Derivatevolumen ist noch höher als 2008, die Bilanzsummen der Zentralbanken sind explodiert und die „geldpolitischen Instrumente“ bis zum Exzess in Anwendung.

  30. […] dennoch das Problem: Die Importkosten für die Treib- und Heizstoffe explodierten mit dem Ölpreisanstieg von 2004 (gelbe Kurve, rechte Achse). 2011 und 2012 (und vermutlich auch 2013, die Zahlen liegen noch nicht […]

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