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Das (neue) Energieimperium: Die Ukraine zwischen Russland und Europa

Im Rahmen eines Schulprojekttages zum Thema "Mobilität global" diskutierte ich mit Schülern zweier 9. Klassen, was ein Land eigentlich braucht, um Mobilität bereitzustellen. Beispielsweise Automobilität. Die Aussagen: Fahrzeuge, Treibstoffe, Straßen und: Geld. Wozu das Geld? Na letztlich, um Fahrzeuge, Straßen und Treibstoffe zu kaufen. Ergo: Geld ist nur das Mittel zum Zweck. Was man eigentlich haben will ist das, was man für das Geld kauft - nicht das Geld selbst.

In Zeiten sich verknappender fossiler Rohstoffe laufen wir auf eine Situation zu, in der Öl und Gas weitaus wertvoller sind, als bloßes Geld. Da man Geld bekanntlich nicht essen kann und selbst sein Heizwert äußerst gering ist, haben Öl und Gas einen ganz eigenen Wert. Wer es hat, kann Mobilität ermöglichen und warme Wohnungen, kann Prozessenergie für Industriebetriebe bereitstellen und mit Gaskraftwerken elektrischen Strom erzeugen. Öl und Gas treiben unsere Welt. Im Film "Dune - Der Wüstenplanet" ist es das "Spice", das Reisen durchs Weltall ermöglicht. In unserer irdischen Welt des 21. Jahrhunderts ist es Öl und Gas, die Mobilität und industrielle Zivilisationen ermöglichen. Wohl dem, der Zugriff auf diese Energieträger hat.

An der Westgrenze des Europäischen Reiches tobt ein Kampf um Einfluss. Die Ukraine ist der Raum im Osten, den die EU gern zu ihrem Einflussbereich zählen würde. Aus Sicht von Putins Russland liegt der ukrainische Raum im Westen. Ob die Ukraine Teil der EU wird oder Teil eines Russland-Verbundes (den manche die neue Sowjetunion nennen), ist Streitpunkt. So zumindest liest man es in unseren - westlichen - Medien, in denen ein ehemaliger Boxer als politische Figur positioniert wird.

Heute wird klar, wie Putin gedenkt, diesen Richtungsstreit zu lösen: Russland hat angekündigt, Staatsanleihen der Ukraine im Umfang von 15 Milliarden US$ zu kaufen (also dem Staat Ukraine Kredit zu geben) sowie zugleich Rabatte auf Gaslieferungen einzuräumen. Welcher Ukrainer, der Interesse an einer warmen Wohnung hat wird dazu Nein! sagen? Was hat der deutsch-ukrainische Boxer zu bieten, außer sein Vorbild eines Millionär-Sportlers?

Natürlich: Die Spezialität der Europäischen Union sind Fördergelder. Milliarden über Milliarden werde jährlich ausgeschüttet. Politik per Portpokasse könnte man das nennen, was offiziell "Angleichung der Lebensverhältnisse" heißt. Ein Versprechen, was auch Putin abgegeben hat - zumindest für die Ukrainer in Russland. Was würde die Ukraine denn anderes tun, als das EU-Geld für jene Dinge auszugeben, die Russland letztlich liefert: Gas und Öl. Wer in der Ukraine strategisch an seine warme Wohnung denkt, der wird nicht umhinkommen festzustellen, dass Europa niemals jene Energie liefern wird, von der Russland noch reichlich hat. Schließlich schrumpft die Ölförderung Europas seit 2002 und die Gasförderung seit 2004. Sich von der EU mit Geld beliefern zu lassen, um dieses postwendend nach Russland zu senden, um von dort die warmen Wohnungen zu kaufen, bedeutet aus Sicht der Ukraine sich auf deine Doppel-Abhängigkeit einzulassen. Geld-Bittsteller gen Westen, Energie-Bittsteller gen Osten. Wenn einer der beiden "Partner" kein Geld mehr schickt oder sich beim Geld-gegen-Gas-Tausch querstellt, bleibt die Heizung kalt.

Öl- und Gasförderung in Europa

Peak Oil und Peak Gas zeigen auf, welche geostrategischen Veränderungen uns bevorstehen. Europäisches Geld ist nur das wert, was die industrielle Basis erschafft. Noch ist Europa im Bereich des Maschinenbaus stark, doch diese Stärke konzentriert sich zunehmend auf den deutschsprachigen Raum in Europa und der Vorsprung gegenüber den Schwellenländern schrumpft. Griechenland, Italien, Spanien und Portugal verkommen zunehmend zur deindustrialisierten Peripherie, zu abhängigen "strukturschwachen Großregionen". Man könnte meinen, die Ukraine kann sich entscheiden, selbst zu solch einer Großregion zu werden oder aber sich einem anderen Hegemon anzuschließen: Dem energiereichen Russland. Dass Russlands Politik zunehmend reaktionär wird und Minderheiten marginalisiert, kann jener Masse egal sein, die diesen Minderheiten nicht angehört und mehr Wert auf warme Behausungen legt. Die Moralkeule, Freiheit kontra Öl&Gas kann das EU-Projekt jedoch längst nicht mehr hochhalten, ist doch die Freiheit des Individuums in jenen EU-Regionen bereits stark eingeschränkt, die eben keine Exportprodukte liefern können. Wer angesichts der Wirtschaftssituation in Griechenland von "Freiheit" spricht, hat möglicherweise sein Politik-Studium gut, aber sein Wirtschaftsstudium schlecht abgeschlossen. Die Freiheit Putins ist eine andere wie die der EU.

Peak Oil & Peak Gas verschieben die Macht-Konstellationen, wie wir sie kennen. Die Abhängigkeit Europas von außenstehenden Energielieferanten nimmt von Jahr zu Jahr zu, so lange keine allumfassende Energiewende den Großteil des europäischen Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien liefert. Noch kauft Europa sich im Tausch für deutsche Maschinen seine fossile Energie von außen ein - 100 Milliarden Euro kostet das allein die deutsche Volkswirtschaft pro Jahr. Von allen Weltregionen ist Europa jene einzigartige, deren lokaler Peak Oil nachhaltig - sprich: unumkehrbar - überschritten ist. Wenn diese Tatsache von den äußeren Mächten, von deren Lieferungen Europa abhängt, erkannt wird, wird der alte Kontinent erpressbar. Für die Ukrainer bedeutet eine Entscheidung hin zu Europa daher der schwerere Weg: In einem Sprachenkonglomerat sofort mit der Notwendigkeit einer Energiewende konfrontiert zu sein. Die Hinwendung nach Russland läßt dagegen dieselbe Sprache mit reichlich Öl und Gas verbinden.

Putins Politik setzt voll und ganz auf den Rohstoffreichtum Russlands als Instrument der Einhegung, als Werkzeug zur Machtausübung, als Pfand zum imperialen Ausbau. Lasst Chinas Wirtschaft noch ein paar Jahre wachsen und den Energiebedarf des asiatischen Riesen zunehmen und Europas Abhängigkeit von äußeren Energielieferanten noch etwas steigen, dann ist Russland das Land mit dem Energiejoker. Dieser Joker wird nicht nur Geld einbringen, mit dem die Industriegüter Europas und Chinas eingetauscht werden können, es bringt auch politische Macht mit sich, mit der sich all das eintauschen läßt, was für Geld nicht zu haben ist: Handelsverträge, Goodwill, Zugeständnisse. Russland kann mit diesem Pfund so wuchern, dass daraus ein neues russischzentriertes Imperium entsteht: Ein Energieimperium.

Für Europa ist der Kampf auf dem Schlachtfeld der fossilen Energieträger nicht nur nicht zu gewinnen, er ist bereits verloren! Das Überschreiten der lokalen Öl- und Gasförder-Peaks zeigt es. Europas einziger Weg ist die Suche nach einer neuen Form der Industriekultur, einer Kultur die nicht auf fossilen Rohstoffen basiert - denn deren Quellen liegen außerhalb Europas. Europas einziger Weg scheint in lokalen Energiequellen zu liegen, die zwangsläufig erneuerbar sind. Dieses Bild scheint für viele Europäer noch ungewohnt und aus dem fossilen Denken heraus vielleicht sogar unmöglich. Doch genauso unmöglich ist die Annahme, Russlands oder Saudi Arabiens oder Katars Öl und Gas wird auf ewig für umsonst oder "nur etwas Geld" zu haben sein. Der Umbau von den fossilen Quellen hin zu anderen Energiequellen ist mit dem bestehenden europäischen Industriesystem nur begrenzt kompatibel. Wir fahren in einem fossilgetriebenen Industriesystem, das auf diesen Energieträgern gewachsen und mit ihnen groß geworden ist. Erneuerbare Energiequellen an diesen Strukturen anschließen zu wollen erzwingt eine Wechelwirkung mit den Strukturen, in deren Fortlauf deren Umbau erzwungen wird. Die Energiewende ist eine Kulturwende. Auf wirtschaftlicher Ebene bedeutet diese Kulturwende, Industrie und Wirtschaftsstrukturen noch einmal völlig neu zu denken. Europas Wahl besteht darin, sich - wie die Ukraine - dem russischen fossilen Energieimperium anzuschließen, oder sich aufzumachen, eine neue Art der Energienutzung zu formen, für die das Wort "Imperium" nicht das richtige sein mag. Wenn es aber gelingt, bringt es möglicherweise größere Macht hervor als der Öl- und Gasreichtum Russlands: Die Macht, sich unabhängig - frei! - von fremden Energiequellen zu entfalten.

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20 Kommentare to “Das (neue) Energieimperium: Die Ukraine zwischen Russland und Europa”

  1. M.U. sagt:

    Amen!

    Ich fürchte nur, dass es zu spät sein wird wenn auch Max Mustermann das verstanden hat.

    Hört was Freunde und Kollegen sagen. Keine Chance!

  2. Tony Katz sagt:

    Dumm nur, daß das Öl (Wetter…) nicht tut, was man ihm befiehlt… Der Unterschied zwischen Rußland und dem Westen liegt z.B. darin, da die Russen einfach tiefer gebohrt haben…Peak-Oil wäre zwar gut für die dt. (chinesische…) Wirtschaft der erneuerbaren Energien, aber das kann noch etwas dauern, denn peak-oil ist ebenso wie viele Menschen stark an „Aufschieberitis“ erkrankt: sprich, der peak wird immer verschoben, da in der Erde überreichlich viel „Erdöl“ vorhanden ist (was die Konzerne und auch Rußland natürlich erfreut), neueste (alte) Meldungen über riesige Ölfelder: Australien z.B. Also, auf zu den unkonventionellen erneuerbaren Energien…

    • Norbert Rost sagt:

      Ach Tony, glaubst du im Ernst, dass Großbritannien freiwillig Netto-Ölimporteur geworden ist und Norwegen freiwillig auf Öleinnahmen verzichtet und Deutschland freiwillig jährlich 100 Milliarden Euro für den Import fossiler Rohstoffe ausgibt? Alles aus purer Dummheit, weil die Geologen „nicht tief genug bohren“?

      Die Australien-Meldung hab ich (zum zweiten Mal) begutachtet, als sie jünst (erneut) durch einschlägige Webseiten wanderte. Ich frag mich, warum da kein Ölkonzern so richtig loslegt, wenn doch so große Ölmengen rumliegen: http://www.peak-oil.com/2013/10/auferstehung-einer-meldung-australiens-groesstes-oelfeld/

    • Frank Bell sagt:

      Nun, im Hinblick auf den Aktienmarkt stimmt das:

      Der Crash, den man seit 5 Jahren erwartet, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch 2014 NICHT kommen.

      • windstill sagt:

        Ob der Crash 2014 kommen wird oder nicht – niemand kann es hier voraus sehen. Nur dass er kommt Frank Bell! Es ist wirklich naiv dies nicht zu verstehen.

        Und vieles mehr wird kommen. Was die Agenda auch gar nicht mehr weiter versteckt und wofür man sich bis heute anhören muss, man sei Verschwörungstheoretiker! Dem beliebt angewandten Totschlagargument. Viel Spaß in der realen Welt:

        http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/12/19/iwf-will-ueber-neue-welt-regierung-zugriff-auf-spar-guthaben/
        Geht es noch deutlicher? Dies frage ich bewusst. Geht es noch deutlicher!

        Ressourcen und Geldsystem, dessen Machtstruktur. Dessen Kontrolle. Alles ist eins in der Betrachtung was kollektiv weiter nicht angesprochen wird.

        Der Crash ist unvermeidbar Frank Bell. Geld = Schuld + Zins. Deflation =Kontraktion der Kreditschöpfungsmöglichkeiten. 2014 oder 2015. Oder später. Vollkommen egal. Ebenso das tatsächliche Erreichen des Peaks gesamt 2016 oder 2026. Wir steuern unvermeidbar auf eine vollkommen veränderte Lebensstruktur hin.

        Vor einem haben die elitären Geostrategen wirklich Angst, besser Sorge, nur vor einem – dass die breite Masse die gesamte Matrix zu durchschauen beginnt, bevor sie – die Elite – ihren Nachfolgesystem nicht installiert haben!

        Darum wird hier Gas gegeben als gäbe es keinen Morgen.

        Ich bin gespannt, wie wir unsere Inaktivität später mal unseren Kindern vermitteln, O-Ton:

        „Warum habt ihr solange verdrängt und weg geschaut… warum habt ihr nicht in die Geschichte geschaut, wo diese Abläufe immer und immer wieder dokumentiert waren… warum habt ihr euch nicht gewehrt, wo es noch ging?“

  3. Stephan sagt:

    „Dass Russlands Politik zunehmend reaktionär wird und Minderheiten marginalisiert, kann jener Masse egal sein, die diesen Minderheiten nicht angehört und mehr Wert auf warme Behausungen legt.“

    Meintest Du mit Marginalisierung dieses Gesetz gegen die Propaganda für Homosexualität oder das Gesetz über die Offenlegung der Sponsoren von NGOs? Oder die Sache mit Pussy Riot („Mösen-Aufstand“)?
    Vor kurzem erst wurde doch bei uns das Thema Pädophilie in Zusammenhang mit der Partei der Grünen thematisiert (Cohn-Bendit, Pflasterstrand etc.). Und jetzt regt man sich auf, weil in Russland Kinder vor falscher Propaganda geschützt werden sollen?
    Es geht bei der Homoehe-Debatte nicht mehr nur um Homosexualität, sondern auch um das Thema sexuelle Identität, was sogar ins Grundgesetz eingetragen werden soll. Egal ob Hetero, Homo, Transsexueller, Pädophiler oder Sodomist, die „sexuelle Identität“, die Auslebung der eigenen Sexualität, egal auf welche Art und Weise soll geschützt werden.
    Haben wir angesichts steigender Zahlen von Tafeln, hunderttausender Haushalte oder Personen mit abgeschaltetem Stromanschluss jeweils in Deutschland, tausender hungernder(!) Menschen in Südeuropa(!) und jedes Jahr hunderte von angeschwemmten Leichen von Nordafrikanern an südeuropäischen Stränden keine anderen Sorgen!?
    Weltweit(!) sind alle Regierungen damit beschäftigt die Homoehe gesetzlich zu ermöglichen!
    Was ist mit der Barrierefreiheit von behinderten Menschen nur allein(!) an deutschen Bahnhöfen?
    Warum gibt es in Deutschland immer noch eine Rüstungsindustrie?
    Was ist mit der Gewalt gegen Kinder in den Familien? Was tun grüne,schwarze, gelbe, oder rote Politiker dagegen?

    Zu Pussy Riot noch ein Hinweis: Diese Gruppe hat mit Kunst soviel zu tun wie ich mit Walgesängen. Selbst hochrangige Politiker in Deutschland fallen auf diesen Mist rein. Ein Vergleich mit dem deutschen StGB (von mir aus könnten die christlichen Kirchen samt ihrer Kirchensteuer schon morgen aufgelöst werden, wenn mit dem gleichen Steuergeld dafür wirklich hilfreiche Seelsorge in Form von guter und überall verfügbarer Psychotherapie angeboten würde):

    §166: Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen
    …wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    §167: Störung der Religionsausübung
    …wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    Ein Blogbeitrag (von einem Punk-Fan) zu Pussy Riot mit interessanten Zitaten (und einem Punk-Video):

    Posted on 20. August 2012 05:54 by Elynitthria
    Und noch einmal PRPR
    Angeregt durch die äusserst empfehlenswerten Artikel auf CeiberWeiber zu Pussy Riot bringe ich jetzt noch einmal einen Artikel zu dem Thema, denn es gibt noch einiges dazu zu sagen.

    Verkaufen PR sich als Punkband, ist das entweder Hochstapelei, weil sie eine Leistung vortäuschen, das sie nicht erbringen, oder es ist die ultimative Aufweichung der Sprache, in der Worte keinen Inhalt mehr bezeichnen, kein Phänomen benennen sondern in willkürliche Artikulation verdampfen.

    Man kann das Wort Punk im Rahmen dessen was er als Bewegung war, definieren:
    Die aus dem offiziellen Körper der Gesellschaft Ausgegrenzten artikulieren sich.

    Assange hat sich mit PR verglichen. Das macht ihn zu einem Idioten, der sich als Person outet, die das was sie tut gar nicht überreißt sondern ihrer Eitelkeit unterordnet. An dieser Stelle verweise ich auf die Einschätzung, die Dr. Tarpley vor Monaten über ihn formuliert hatte auf meinem YouTube-Kanal.
    elynitthria.net/2012/08/20/und-noch-einmal-prpr/

  4. Stephan sagt:

    Entschuldigung, ich habe gerade gemerkt, dass der Link zu dem Elynitthria-Blog-Eintrag nicht mehr stimmt. Der hier geht:
    elynitthria.net/und-noch-einmal-prpr/

    „Die Energiewende ist eine Kulturwende. Auf wirtschaftlicher Ebene bedeutet diese Kulturwende, Industrie und Wirtschaftsstrukturen noch einmal völlig neu zu denken. “

    Es würde schon reichen, wenn der Strompreis für wirklich alle gleich wäre, am Besten in der gesamten EU, dann würde es in Deutschland, aber nicht nur dort, sehr schnell ein sehr großes Umdenken geben und einen sehr starken Rückgang im Energieverbrauch.
    Wenn es nur allein die ganzen Gläser und Dosen in den Supermärkten nicht mehr geben würde, dann könnte Europa sicher eine Menge Energie sparen.

    • Ert sagt:

      @Stephan

      Lass mit die schönen Einmach- und Umfüllgläser aus dem Supermarkt! Die sind da so billig, sogar mit Inhalt drin, das bekomme ich nirgends sonst so günstig! :-)

      Und ich denke die Energetischen Aufwände die für das – im Vergleich zum Verkehr drauf gehen werden komplett falsch eingeschätzt.

      Wir hatten ja letztens hier überschlagen, wie viel Strom für den alternativen Betrieb einer Pkw- und Lkw Flotte benötigt würde. Der Stromverbrauch in Kw/h müsste sich mehr als verdoppeln!

      Das heisst letztendlich auch, das die Fahrt zum Supermarkt (mit dem Pkw) und das beliefern des Supermarktes mit dem Lkw wohl oft mehr Energie verbrät als in dem eigentlichen Produkt steckt.

      Auch die Energieaufwände für die Lebensmittelproduktion,die ich kenne, bestätigen das. Alles auf dem Feld, inkl. Saat, Pflügen, Ernte, Bewässern – steht in keiner Relation mit dem was danach kommt! Verpackung, Verarbeitung, Transport, etc. pp. verbrauchen ein mehrfaches.

      • Norbert Rost sagt:

        @Ert:

        „Das heisst letztendlich auch, das die Fahrt zum Supermarkt (mit dem Pkw) und das beliefern des Supermarktes mit dem Lkw wohl oft mehr Energie verbrät als in dem eigentlichen Produkt steckt.“

        Oh, das ist eine sehr interessante Schlussfolgerung!

        • Ert sagt:

          @Norbert

          Ich weiß nicht ob das komplett richtig ist – steckt ja auch noch viel in der Verpackung.

          Aber da sind eben 80 Millionen Einwohner die täglich versorgt werden wollen… und der Jogurt aus Bayern kommt nicht mal eben so nach Niedersachsen & Co.

  5. Stephan sagt:

    Zum Thema Rumänien und Fracking (wg. des Taz-Artikels) gibt es auch einen aktuellen Beitrag einer Leserin im Gelben Forum:

    Demonstrationen in Rumänien

    Unter starken Protesten wird im nordwestlich gelegenen Vaslui gerade versucht eine Bohrung stattfinden zu lassen. Die ausführende Firma ist die lizensierte US-Firma Chevron. Für die Ortschaften rund um die Bohrung wurde deshalb der Ausnahmezustand verhängt !
    dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=302201

  6. Stephan sagt:

    Zum aktuelllen Thema Chodorkowski zwei Artikel, die nicht nur eine politische Analyse über die Geschichte der USA, Europas und der Welt seit dem II. Weltkrieg bieten (im ersten Artikel), sondern auch eine mit geopolitischem bzw. energiepoltischem Hintergrund :

    „Die Wertegemeinschaft der lupenreinen Hurensöhne
    Die US-geführte Kapitalmacht, Europa und Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg – eine kurze Skizze bekannter Tatsachen
    Von WERNER RÜGEMER, 8. November 2013

    So durchdrangen EU und USA die nachsozialistischen Staaten durch Aufnahme in die NATO und in die EU, auch durch die Förderung korrupter einheimischer Eliten (Jelzin, Chodorkowski …) nach dem bewährten Motto „aber er ist unser Hurensohn“ bzw. „er ist unser Demokrat“. Und aus dem Ende des „Kalten“ Krieges gingen neue heiße Kriege hervor.

    Die NATO präzisierte dabei auch ihre Rolle bei der Sicherung von Ressourcen rund um den Globus. Die USA erweiterten ihre Investitionen in der EU, ebenso ihre Militärbasen in Europa und weltweit auf etwa 800. Deutsche und andere europäische Konzerne und Banken gründeten Niederlassungen in den USA, erschlossen sich den dortigen Markt und folgten in die eroberten Gebiete.

    Die Bundesregierung Kohl mit Finanzminister Theodor Waigel ermöglichte die Privatisierung der Betriebe und Liegenschaften der Ex-DDR außerhalb des für die Beschäftigten und die Bevölkerung günstigeren Treuhand-Gesetzes.

    So wurde die erweiterte BRD endgültig zum Schlüsselstaat für die Umgestaltung Europas. So jubelte ebenso selbstbewusst wie unterwürfig der nun gesamtdeutsche Außenminister Genscher, allerdings nur im kleinen Kreis: „Niemals zuvor war der amerikanische Einfluss auf die Entwicklung Europas so groß wie heute … Danke Amerika.““
    hintergrund.de/201311082885/politik/welt/die-wertegemeinschaft-der-lupenreinen-hurensoehne.html

    „Vortrag bei der Interpremeco Convention,
    München 13.-15. Oktober [2006]
    Von F. William Engdahl

    Die wahre Bedeutung der Yukos-Affäre

    Das für die neue russische Energie-Geopolitik entscheidende Ereignis trat 2003 ein, gerade zu dem Zeitpunkt, als Washington deutlich machte, dass es ungeachtet weltweiter Proteste oder diplomatischer Feinheiten der UNO militärische Schritte gegen den Irak und den Mittleren Osten unternehmen würde.

    Die Verhaftung Chodorkowskis kam vier Wochen vor einer entscheidenden Wahl zur russischen Duma, dem russischen Unterhaus, bei der Chodorkowski unter Ausnutzung seines erheblichen Vermögens die Mehrheit der Stimmen gekauft hatte. Die Kontrolle der Duma war der erste Schritt in Chodorkowskis Plan, im folgenden Jahr als Präsidentschaftskandidat gegen Putin anzutreten. Der Sieg in der Duma hätte ihm ermöglicht, die Wahlgesetze zu seinen Gunsten zu ändern, ebenso wie ein kontroverses Gesetz, das damals in der Duma erarbeitet wurde, das „Gesetz über unterirdische Ressourcen“.“
    engdahl.oilgeopolitics.net/Auf_Deutsch/Russland/russland.html

    • Norbert Rost sagt:

      Chodorkowski verhandelte damals auch mit us-amerikanischen Firmen über Verkäufe von Anteilen an Yukos.

      Bei wikipedia heißt es: „Besonders der Einstieg von US-Investoren in den russischen Markt durch Yukos wird als Grund für die staatliche Intervention angenommen.“

  7. […] bezahlt wurde. Ein Ölpreis des damaligen Niveaus würde aus dem Russland von heute kein Energieimperium machen, sondern vermutlich ein am Staatsbankrott laborierendes Land. Stattdessen erleben wir einen […]

  8. Peel sagt:

    Ich glaube nicht, dass ein Europa der alternativen dezentralen Energie neben dem Energieimperium Russland souverän bleiben kann.

  9. […] Das (neue) Energieimperium: Die Ukraine zwischen Russland und Europa […]

  10. […] in die Ukraine liefern. Hierzulande nennt man dies, "einem nackten Mann in die Tasche greifen". Wie bereits im Dezember 2013 diskutiert, ist Europa wegen schrumpfender Öl- und Gasförderung &…, mit dem die Ukraine dann wieder Energierohstoffe in Russland kaufen kann. Es zeigt sich bereits […]

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