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Kommentarlos, Teil 53

Als Konsequenz der neuen internationalen Sanktionen gegen Russland hat das russische Außenministerium höhere Energiepreise für Verbraucher in Europa angedroht. Die Strafmaßnahmen der EU seien ein "unbedachter, unverantwortlicher Schritt", der unausweichlich zu höheren Preisen auf dem europäischen Energiemarkt führen werde, teilte das Ministerium am Mittwoch mit.

SPIEGEL ONLINE, 30.07.2014: Nach EU-Sanktionen: Moskau kündigt höhere Energiepreise für Europa an

Hintergrund:

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17 Kommentare to “Kommentarlos, Teil 53”

  1. M.U. sagt:

    AKW Rüchbau zu welchem Preis
    Aussage eines Interviewpartner: der Rückbau eines Kraftwerks kann 30 Jahre und mehr dauern. Wir sollten uns also ranhalten.

    Heute 0:35 Uhr bei Arte zu sehen.
    Seed Warriors
    Geht um die Erhaltung bzw. Sicherung von Saatgut und die Arche in Spitzbergen.

    Zum Ukraine Konflikt kann ich nur sagen: Putin bleib standhaft. Was für ein arroganter und selbstverliebter Haufen diese EU.

    • Michael Egloff sagt:

      Naja, der standhafte Putin ist genau so ein Betonkopf, wie die (un)verantwortlichen Politiker im Westen.
      Zumindest duldet er (vermutlich fördert er sogar), dass russische Staatsbürger im Nachbarland kämpfen und die dortigen Milizen massiv mit modernen Waffen ausgerüstet werden.
      Russland hat in den frühen 90er Jahren die territoriale Integrität der Ukraine ausdrücklich anerkannt – im Gegenzug für den Abzug der sowjetischen Atomwaffen aus dem Gebiet der Ukraine. Sonst wäre die Ukraine heute eine Atommacht – auch kein sonderlich prickelnder Gedanke.

      Aber natürlich stimmt auch, dass der Westen – wie üblich – kurzsichtig und wenig erfolgversprechend handelt. Druck erzeugt Gegendruck. Oder wie Ghandi einst sagte: „Auge um Auge führt dazu, dass die Welt erblindet“.

      Sogar ehemalige Außen- und Verteidigungsminister des Westens warnen, dass der Konflikt außer Kontrolle geraten könnte:

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-konflikt-sicherheitsexperten-warnen-vor-eskalation-a-983744.html

      Der Ukraine – egal ob den Separatistengebieten oder den anderen Teile der Ukraine – stehen bittere Zeiten bevor. Denn die Wirtschaft dürfte gegenwärtig in Agonie liegen und die Lebensverhältnisse der ohnehin gebeutelten Ukrainer dürften sich noch weiter verschlechtern.
      Das wiederum könnte den Extremisten auf beiden Seiten weiter Auftrieb geben.
      Und natürlich hat der Westen daran eine erhebliche Mitschuld.
      Was der Westen auch an geopolitischen Aktionen international durchführt, mit Krieg, Sanktionen und ähnlichem – fast immer führt es letztendlich zu einer Verschlechterung der Situation. Irgendwann sollte man mal aus den vielen Fehlern lernen.

      • M.U. sagt:

        „Zumindest duldet er (vermutlich fördert er sogar), dass russische Staatsbürger im Nachbarland kämpfen und die dortigen Milizen massiv mit modernen Waffen ausgerüstet werden.“

        Gut möglich. Dennoch sollte eine Nation, die einen großen Teil ihres BIP mit Rüstungsexporten verdient, sich bewusst sein das diese Geräte natürlich auch eingestzt werden. Da ist einfach mal die Klappe halten angebrachter als dieses scheinheilige Gesulze unserer Führungsriege. Wir brauchen doch ein Wirtschaftswunder! Wie wäre es den damit? Kunden die BUK-Raketen kauften, kauften auch ….

        Verträge hin oder her. Die Grenzen haben sich in der Geschichte immer und immer wieder verschoben. Wer glaubt schon das die jetzigen endgültig sind? Das Bedauerliche ist, dass so etwas meistens mit Gewalt einhergeht. Es ist allerdings auch schwierig, wenn bei den Bewohnern eines Gebietes die eine Hälfte mehr auf Russland steht und die andere Hälfte mehr auf Coca Cola, Jens und leeres Gequake. Wer muss gehen wenn sich beide Volksgruppen nicht richen können und nach Unabhängigkeit rufen?

        Gehts nur um wirtschaftliche Interessen? Ich denke, dass sieht nur am Rande so aus. Auf westlicher Seite spielt da ganz viel Wunschdenken, Blau­äu­gig­keit, Ideologie und Fantasterei mit. Keiner zerstört den Traum vom europähischen Großimperium. Dort eine Niederlage zu kassieren wäre die größte Schmach für Europaträumer. Was will die EU der Ukraine schon groß bieten? Noch mehr Kredite?

        Buchtip: Die Schlafwandler

      • Stephan sagt:

        Es scheint sogar also ob der Krieg in der Ukraine sich zu einem zweiten spanischen Bürgerkrieg ausweitet („Internationale Brigaden gegen republikanische Armeen“):

        Manches gönnt man noch nicht einmal seinem ärgsten Feind
        Juli 26th, 2014
        Im Zusammenhang mit der MH17-Tragödie konstatiert Willy Wimmer, dass die Weltöffentlichkeit bis heute vergeblich auf nachprüfbare Fakten wartet. Wo bleiben die Aufklärungsergebnisse der AWACS-Gefechtsführungssysteme, die seit langem jeden Winkel der Ukraine im Visier haben? Warum präsentieren die USA nicht die Erkenntnisse ihrer angeblich dichten Satelliten-Kette? Und warum missachtet man beflissentlich das Verhältnis Flughöhe-Aufschlagort?
        Von Willy Wimmer

        Der nachfolgende Artikel erscheint auf LarsSchall.com mit ausdrücklicher und persönlicher Genehmigung von Willy Wimmer.

        Dabei schreitet der Prozess der Internationalisierung des Konfliktes fort, sollten die Nachrichten zutreffen, nach denen auf Seiten der ostukrainischen Landwehren in zunehmendem Maße Spanier und Dänen, von Tschetniks gar nicht zu sprechen, mitkämpfen.

        http://www.larsschall.com/2014/07/26/manches-goennt-man-noch-nicht-einmal-seinem-aergsten-feind/

      • Dieter Meyer sagt:

        UND???

        Academi (= Blackwater) kämpft auch in der Ukraine.

        Diese Söldner (= Kriegsverbrecher, siehe Irak)sollten nach Verhaftung SOFORT erschossen werden.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Es ist doch für uns gar nicht ersichtlich worum es in dem Ukraine Konflikt wirklich geht, keiner von uns blickt doch im internationalen Ränkespiel der mächtigen durch, das was wir von den Medien aufgetischt bekommen, ist doch zum Teil, das was wir glauben sollen, die Leid tragenden sind am Ende die einfachen Leute, man kann nur hoffen das aus der ganzen Sache nichts schlimmeres erwächst.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Wir die einfachen Leute sollten uns nicht von Propaganda, Idiotlogien und den ganzen Kram beeinflussen lassen, weder in der Ukraine noch in Europa, Russland oder sonst wo, davon profitieren meist nur ganz wenige Leute ganz weit oben in der Machtpyramide der Rest verliert, so zitiere ich hier mal Sandburg „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ Letztendlich geben wir selbst diesen Menschen die Macht uns in den Krieg zu treiben, weil Wir es zulassen.

      • Norbert Rost sagt:

        Folgendes Interview umreißt den großen Rahmen eigentlich sehr gut:
        http://www.heise.de/tp/artikel/42/42382/1.html

        Die dargelegte Linie führt diverse Aspekte gut zusammen und zeigt ein Gesamtbild verständlich auf.

      • Stefan Wietzke sagt:

        Es ist noch viel schlimmer. Auch die Akteure blicken da nicht durch.

        Das Problem:

        1. Jeder Akteur hat eine eigene Meinung dazu, wie die Welt zu interpretieren ist und wie sie sein sollte. Diese Sichtweise ist aber nie objektiv sondern immer kultur-, umfeld- und sozialisationsabhängig.

        Was aber noch viel schlimmer ist:
        2. Viele glauben immer, uns wird was verheimlicht und überall laufen so Hidden Agendas ab. Dem ist aber ganz und gar nicht so!
        Fast alle Machtmenschen haben nämlich den Drang, sehr wohl zu erzählen wo sie hin wollen. Und die Lügen dabei nicht mal! Selbst die Strippenzieher im Hintergrund veröffentlichen ihre Meinung sehr unverblühmt und direkt.

        Nur: zum einen ließt das keiner, und wenn er es doch ließt, dann kommt immer der Spruch: Das hat er doch gar nicht so gemeint.

        Einfach mal die Leute beim Wort nehmen.

        Und wenn es keine Aussagen gibt? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass gerade alle wie Besinnungslos durch die Gegend torkeln und eher reflexartig handeln.

        Das ist dann das genaue Gegenteil davon, „irgendwas im Griff haben“. Und Katastrophen aus „Versehen“, haben wir in der Menschheitsgeschichte auch immer gerne ausgelöst.

  2. Michael Egloff sagt:

    Hallo Hendrik,
    ich traue mir schon zu, die Hauptinteressen der beiden Seiten einzuschätzen:
    dem Westen geht es um Einkreisung der zweiten großen Supermacht (der Begriff nur gemessen an der atomaren Overkill-Kapazität) sowie einzelnen Protagonisten speziell in den USA um handfeste geschäftlich Interessen (siehe das Engagement von US-Politikerangehörigen im ukrainischen Energiesektor).
    Und den Russen geht es darum, diese zunehmende Einkreisung nicht zuzulassen (was ja verständlich ist), gleichzeitig aber auch um die Abspaltung der wirtschaftlich potentesten Region (dem Donbass) von der Ukraine, um eine nach Westen orientierte Ukraine zu schwächen.
    Mir scheint, Putin hat die Vision einer Quasi-Post-Sowjetunion, vielleicht nicht in der kompletten Ausdehnung, aber eben so weit wie möglich.
    Letzlich geht es also um Einflusssphären – eine klassische imperialistische Herangehensweise.

    Eventuelle (!) ukrainische Shalegasvorkommen (bisher nicht evaluiert) halte ich jedoch nicht für einen Grund des Konflikts. Dieses Argument geistert ja immer wieder duch die Welt des sogenannten „Anti-Mainstream“ im Internet.

    • Bruno Müller sagt:

      Hier wird dieses Thema sehr ausführlich aufgearbeitet.

      http://crudeoilpeak.info/the-ukraine-conflict-peak-cheap-gas-and-the-mh17-tragedy

      Kann aus meiner Sicht aber nicht der Hauptgrund des Ukraine-Krieges sein. Sicher sehr vielschichtig, mit einem kräftigen Schuss Macht und Geld (Dollarrettung). Insgesamt für mich ein Zeichen, dass sich die bestehenden Geld- und Wirtschaftsstrukturen bereits, deutlicher als gedacht, im Erosionsstadium befinden. Der komplette Zerfall soll ein wenig herausgezögert werden. Für derartig „Großes“ waren menschliche Opfer noch nie ein Problem von Machtmenschen. Aufgepasst: Auch Putin ist ein Machtmensch, der nicht nur mit höheren Energiekosten drohen kann!

      Es fällt mir schwer, nach über 1.000 Toten in der Ukraine noch von einem Konflikt zu reden.

  3. Hendrik Altmann sagt:

    Also was sind jetzt die Folgen, des Ukraine Konflikts für uns?
    Abwendung Russlands von Europa hin zu Asiatischen Märkten oder der nächste Weltkrieg? Alles im allen sieht es so aus als ob Europa und Russland die Verlierer sind, und die USA der lachende dritte? Kein schöner Gedanke das sich die Europäische Politik so leicht lenken und steuern lässt von den USA. Soll ich jetzt statt in biologischen Anbau in einen Atombunker investieren? Ich meine eigentlich haben wir doch ganz andere Probleme die zu lösen gilt, als uns mit Raketen und Atombomben zu beschmeißen, ein Krieg würde jeglich Vorsorge auf ein post fossiles Zeitalter zunichte machen.

  4. Patrick sagt:

    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass wir einen 3. Weltkrieg sehen werden.
    So einen direkte ausgetragenen Krieg kann sich eigentlich überhaupt niemand leisten. Dazu ist die Bewaffnung inzwischen derart hochgerüstet, dass die Kriegsparteien und solche, die dann automatisch mit hineingezogen werden, sich schnell gegenseitig auszulöschen drohen.
    Einen offenen Konflikt der Großmächte kann sich auch finanziell eigentlich niemand erlauben. Ich denke, wir werden sehr viel mehr „versteckte“ Kriege sehen: Kleine Konflikte, Stellvertreterkriege, Wirtschafts- und Währungskriege. Im Prinzip haben wir ja bereits einen Mix aus all diesen Varianten. Diese Dinge könnten tatsächlich zunehmen, flankiert mit der entsprechenden Propaganda auf jeder Seite – entweder durch die Staatsmedien wie in Russland oder eben wie im Westen verstärkt durch PR-Maßnahmen, ThinkTanks und us-affinen Leitmedien.

    Vielleicht kommt es wie bei Orwell, befinden uns also ständig irgendwo in Konflikt mit irgendwem, während die Demokratie Stück für Stück demontiert wird, nur um ein Wirtschafts- und Herrschaftssystem am Leben zu halten.

    Also wenn ein Herr Gauck inzwischen ganz unverblümt das Wort Krieg in Verantwortung umdeuten darf und die Bundeswehr verstärkt für sich wirbt, dann darf man sicherlich so seine Schlüsse ziehen.

  5. Kann mich nicht daran erinnern, dass Russland sich je so geäußert hat. Sie sagten allenfalls, dass die Sanktionen dazu führen können, dass die Energiepreise in Europa steigen.
    Die Bemerkung wurde sogleich in anti-russische Propaganda umgedichtet.

  6. Stephan sagt:

    Mecklenburg-Vorpommern wird das Importverbot von Milchprodukten ziemlich hart treffen, aber wahrscheinlich auch das Importverbot von Fleisch:

    Russischer Importstopp Der Handelskrieg ist längst im Gange
    Thomas Thieme, 07.08.2014
    Russland ist zwar der größte Absatzmarkt für deutsche Nahrungsmittel außerhalb der EU, gemessen am gesamten Exportvolumen der deutschen Ernährungsindustrie von 54 Milliarden Euro (2013) fallen die rund 1,3 Milliarden Euro im Russlandgeschäft deutscher Exporteure allerdings weniger stark ins Gewicht.

    „Anders als andere Länder hatten wir unseren Handelskrieg mit Russland bereits“, sagte Eckhard Heuser, der Geschäftsführer des deutschen Milchindustrie-Verbandes (MIV). Deutsche Betriebe seien schon vor der Sanktionsrunde zu 95 Prozent für den russischen Markt gesperrt gewesen. […] In Spitzenzeiten hätten bis zu 150 Betriebe jährlich 60?000 Tonnen Käse auf den russischen Markt gebracht, so der Agraringenieur.

    stuttgarter-zeitung.de/inhalt.russischer-importstopp-der-handelskrieg-ist-laengst-im-gange.b5051fee-d4ea-40da-8697-634af3791b4b.html

    Stand: 07.08.2014 16:16 Uhr
    Russischer Import-Boykott trifft Nord-Länder

    In Mecklenburg-Vorpommern äußerte sich die für den Außenhandel zuständige Staatskanzlei besorgt über die Einfuhrverbote. Russland sei der viertwichtigste Handelspartner Mecklenburg-Vorpommerns. Vor allem das Einfuhrverbot für Milchprodukte könne das Land empfindlich treffen. Im Vorjahr sei Käse im Wert von 34 Millionen Euro geliefert worden, so die Staatskanzlei. Das seien 13,4 Prozent des Warenexports nach Russland gewesen. Käse sei also eines der wichtigsten Exportgüter.

    ndr.de/nachrichten/Russischer-Import-Boykott-trifft-Nord-Laender,boykott128.html

    MeckPomm ist der drittgrößte Käseproduzent in Deutschland im Jahr 2012 gewesen:
    milchland-bayern.de/ml1.php?m=pdb_showdownloads&pz=396

    In einem Hofladen habe ich vor kurzem einen fantastischen Käse kennengelernt. Ich hatte nicht gedacht, dass es so eine Qualität in Deutschland gibt. So wie Gruyère oder Appenzeller aus der Schweiz, aber mit Ziegenmilch gemacht. Kostet allerdings auch 23 Euro das Kilo.

  7. […] das russische Außenministerium Ende Juli höhere Energiepreise für Europas Verbraucher ankündigte, ist es beruhigend zu hören, dass der Rosneft-Direktor Igor Setschin der Bundesrepublik im […]

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