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Wandlungen

Hallo Peak-Oil.com-Community.

In den kommenden Monaten ist so wenig Inhalt für dieses Blog zu erwarten, dass wir uns fragen müssen, wie es mit dieser Seite weitergeht. Einerseits gilt, was hin und wieder durchscheint: Meinerseits ist eigentlich fast alles gesagt zu Peak Oil. Circa 500 Blogbeiträge seit 2011 mit großer thematischer Bandbreite zeigen, wieviel schon gedacht, diskutiert und geschrieben wurde. Ich finde es sehr schön, dass vor allem in letzter Zeit Gäste eigene Artikel beisteuerten, die teilweise Rekorddiskussionen auslösten. Meinerseits habe ich das Gefühl, ich wäre zwar noch Dokumentator der weiteren Entwicklung, aber viel wirklich grundsätzlich Neues wäre nicht mehr zu erwarten. Auch meine Lernkurve flachte zuletzt ab.

Das bedeutet nicht, dass das Thema Peak Oil irrelevant geworden ist. Die Preisentwicklung seit Sommer 2014 ist kein Totengesang auf Peaks in der Ölförderung. Die US-Ölförderung wird gerade wegen des halbierten Preisniveaus einen neuen Fördergipfel in 2015 oder spätestens 2016 erreichen. Die Lieferung der USA an den globalen Ölmarkt wird wieder schrumpfen, ihre Nachfrage wieder steigen - und dann geht der Schweinezyklus möglicherweise in eine weitere Runde. Das "bumpy plateau" erstreckt sich möglicherweise über längere Zeiträume, als wir das für möglich hielten. Europas Peak liegt 13 Jahre zurück, der Fremdversorgungsgrad liegt bei 75%. Die Risiken für unsere weiterhin hochgradig ölabhängige Lebens- und Wirtschaftsweise mögen zwischenzeitlich kleiner werden, aber sie werden jederzeit ausreichend hoch bleiben, um uns in einer Verletzlichkeit zu halten, die gefährlich ist.

Hinzu kommt: Bis März 2016 darf ich das Projekt "Zukunftsstadt" in Dresden leiten. In dem vom BMBF ausgeschriebenen Wettbewerb zum Wissenschaftsjahr "Zukunftstadt" ist Dresden eine von 51 Städten geworden, in denen die Bürger Visionen zu ihrer künftigen Stadt entwickeln sollen, um diese in Phase II des Wettbewerbs konzeptionell zu verfeinern und in Phase III in Reallaboren auszuprobieren. Ich habe diese Aufgabe sicherlich auch deshalb übertragen bekommen, weil wir in 2012 bereits Zukunftsfragen in Veranstaltungsform diskutieren: Mit unseren Veranstaltungen "Dresden auf Entzug - Wie funktioniert die Stadt ohne Öl?" und ein Jahr drauf "Dresden im Wandel" haben wir eine Art Vorspiel für das angeleiert, was diesen Herbst in Dresden passieren darf: Die Dresdner visionieren unter dem Titel: "Open City Dresden - Gemeinsame Verantwortung für eine Nachhaltige Stadtentwicklung". Zwar werde ich mich inhaltlich raushalten, aber organisatorisch habe ich so viele Hände voll zu tun, dass ich das Peak- und Energie-Problem zwar beobachten, aber nicht mehr intensiv darüber schreiben kann.

Ich finde das nicht schlimm. Peak-Oil.com ist nicht mein erstes Blog, das eine solche Lebenszeit erreicht. Die Erfahrung zeigt, dass Blogs, die thematisch wichtig sind und verschwinden, neue Blogs hervorrufen, die von den Lesern, denen etwas fehlt, gemacht werden. Vakuum bleibt nur kurzfristig bestehen. Mich jedenfalls interessiert inzwischem mehr der Wandel, den die Peak-Problematik auslöst, als die Peak-Problematik selbst. Daher habe ich bereits letztes Jahr gegenüber dem Transition-Netzwerk angeboten, dieses Blog in einem breiter aufgestellten Transition-Magazin aufgehen zu lassen. Leider reichen die Kräfte des Netzwerks wohl noch nicht aus, so etwas zu stemmen. Ich habe darüber nachgedacht, wie ich die Ölthematik in das Blog meiner Büro-Seite integriere und auf regionalentwicklung.de/blog vermehrt Peak- und Regionalentwicklungsthemen verbinde. Denn das ist, was ich zunehmend tun darf und tue, da macht es natürlich Sinn, mehr darüber zu schreiben. Zuletzt habe ich mich natürlich auch gefragt, ob denn nicht doch in der Community Leute dabei sind, die solch ein Blog nicht doch federführend in die Hand nehmen wollen und ich trage hin und wieder Texte bei. Als Vorbild dient Alexander Bigga vom Dresdner Weltcafé, der nach 5 Jahren zurückblickt, sein Business online beschreibt und das Café zum Weiterbetrieb anbietet.

Mich interessiert jedenfalls die Frage stark: Wie wandeln sich unsere Strukturen und unsere Lebensweisen? Was tragen wir dazu bei? Wie läßt sich ein Wandel anstoßen und beschleunigen? Wie relevant diese Transformationsprozesse inzwischen sind, zeigt auch der Blick in die großen Staatsstrukturen. Dass das Bundesforschungsministerium 2015 zum Wissenschaftsjahr "Zukunftsstadt" erwählt hat und es dazu eine eigene strategische Forschungsagenda gibt, die in die nächsten Jahre hineinragt, spricht Bände. Da über 50% der Weltbevölkerung inzwischen in Städten lebt und eben diese Städte besonders ölabhängig sind, wird uns das Energiethema im Wissenschaftsbereich stärker begegnen. Mit dem Wettbewerb "Zukunftsstadt" kommt das Thema aber auch stark aus dem Wissenschaftsbereich hinaus und wird Einfluss nehmen auf die tatsächlichen Politiken in den ausgewählten Städten. Wer sich für Peak Oil interessiert und in oder nahe an diesen Städten wohnt hat gute Gelegenheit, das Thema dort mit unterzubringen: In Form einer Visionsentwicklung. Fragt vor Ort nach, wer das Projekt leitet!

Auch wenn die Welt keineswegs ruhiger geworden ist (-> Griechenland) und so mancher Leser sich Orientierung in einem unruhigen Ozean wünscht: Hier wird es erstmal ruhiger werden. Macht euch einen heißen Sommer!

Dank an alle Mitreisenden in den letzten Jahren.
Norbert

Nun als Postkarte:
peak-oil-postkarte

weiteres:

Gedanke der Woche:

Wie smart eine City ist zeigt sich bei einem Stromausfall.

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67 Kommentare to “Wandlungen”

  1. Ted sagt:

    Vielen Dank Norbert!

    Ich habe in den Blog immer gerne reingeschaut und auch manches dazu gelernt.
    Es stimmt, bzgl. Peak Oil haben die Dinge sich etwas anders entwickelt, als ursprünglich von uns befürchtet.
    Allerdings mit der Einschränkung: Voraussichtlich VORÜBERGEHEND (und natürlich ohnehin problematisch im Hinblick auf das Gesamtbild, sprich u.a. den Klimawandel).
    Verständlich, dass du hier kürzer treten musst, wenn andere Aufgaben locken.
    Evtl. gibt es ja die Möglichkeit, den Blog weiterlaufen zu lassen im Kommentarbereich (auch dort wurde ja oft Interessantes gepostet) und du oder ein Stellvertreter stellt nur sporadisch relevante, neue Beiträge ein.

    Und auch persönlich möchte ich noch was loswerden, ich sehe zwar LANGFRISTIG aus guten Gründen ziemlich schwarz für die menschliche Zivilisation, was aber nicht bedeuten muss, dass man resigniert alles laufen lässt. Auch temporäre Abmilderungen und Verbesserungen machen durchaus Sinn, nämlich hier und heute und auch in der näheren und mittleren Zukunft.

    Egal ob und wie es hier weitergeht (erhoffe das letztere), dir ein dickes Danke schön für diesen Blog!

  2. Ahlers sagt:

    Am 3. Juli 1886 fuhr das erste Automobile der Weltgeschichte. Carl Benz holte für seinen Patent-Motorwagen Nummer 1 den Treibstoff noch aus der Apotheke.

    Heute, genau 129 Jahre später, verbrauchen die Autos auf unseren Planeten 6.300.000.000 Liter Treibstoff – pro Tag, und belasten unsere Umwelt mit über 15.000.000 Tonnen CO2 – pro Tag. Für die Ölbarone ist das ein gutes Geschäft. Sie streichen die Gewinne ein, die Schäden an Natur, Leib und Leben zahlt die Allgemeinheit.
    Alternative Antriebskonzepte, Motoren und Kraftstoffe gibt es schon über 100 Jahre. 1908, als Henry Ford sein berühmtes T-Model vorstellte, fuhr es mit Bioethanol. Schon damals haben die Ölkonzerne eine Einführung zu verhindern gewusst und Ford gezwungen, Motoren auf Benzin umzustellen.

    Aber auf Grund der Ölkartelle und korrupter Kontrollorgane, ist man bei uns und den Rest der Welt gezwungen, Benzin zu benutzen. Die Konzerne sind hauptsächlich dafür verantwortlich, dass das Wasser was wir trinken, die Luft die wir atmen und die Nahrungsmittel die wir essen, vergiftet sind. Diesen Leuten liegt nichts an der Welt die sie zerstören, nur an dem vielen Geld das sie dabei verdienen.

    Wie viele Ölkatastrophen, wie vielen Tankerhavarien verkraften wir noch? Millionen und aber Millionen Liter Öl zerstören z.Zt. die Meere und die vielen Lebensformen die davon abhängen. Wir sehen jeden Tag die Giftwolken aus den Kohlekraftwerken, Nachrichten zeigen uns Bilder gestrandeter Tanker, verpestete Küstenlandschaften, verendende, ölverschmierter Tiere. Wir fahren jeden Tag zur Arbeit und sehen wie unsere Autos giftige Abgase ausblasen.

    Ich habe in Städten gelebt, wo man bei ungünstigen Wetterlagen keine 20 m weit sehen kann, man nicht tief einatmen darf, weil die Luft eine einzige Wolke tödlicher Abgase ist. Die grundlegenden Rechte aller Menschen sind uns genommen worden und die Realität ist so schrecklich, dass niemand davon hören will. Wir brauchen endlich eine verantwortliche Instanz, die unsere Interessen vertritt, statt die der Konzerne. Wir müssen unsere Politiker zwingen, verantwortungsbewusst zu arbeiten und in unser aller Interesse und weniger die der Großkonzerne und Banken zu handeln.

    Diese Erde ist unser aller Heimat und nicht die einiger wenigen Konzernbosse.
    MfG – Bernd Ahlers

    • Ted sagt:

      Um zum Abschluss (?) noch einen Beleg zu liefern, wie vortrefflich es sich hier diskutieren lässt:

      Falsch Bernd Ahlers,
      nicht die Konzerne fahren Auto und belasten die Umwelt, sondern Menschen wie du und ich.
      Wenn du es wirklich willst, gibt es genug Alternativen, z.B. das Fahrrad oder den ÖPNV.
      Und wenn alle Autos der Welt mit Bioethanol fahren würden, gäbe es kaum noch Nahrung mangels Anbauflächen, etliche Menschen würden (ver)hungern.

      Aber Schuld zuzuweisen und relevante Fakten auszublenden, das liegt Homo „sapiens“ besonders in den Genen und genau das wird die zukünftige Misere, deren Anfänge schon heute zu beobachten sind, drastisch potenzieren.

      • Ahlers sagt:

        Zunächst; ich habe kein Auto, fahre mit dem Fahrrad und nutze öffentliche Verkehrsmittel.
        Sie sprechen vom Hunger! Das ist wieder stereotypisch. Diejenigen die am lautesten schreien sind die größten Lebensmittelvernichter. Laut einer FAO-Studie aus 2014, landen jährlich über 1,3 Mrd. Tonnen Lebensmittel auf dem Müll. Genug, um 3,5 Mio. Menschen ausreichend mit Nahrung zu versorgen.
        Weltweit landen 50% der Getreideernten nicht auf dem Teller, sondern in die Futtertröge der Masttierhalter. In Deutschland treten nur 19,3% des Getreides den Weg zum Müller an. Und erst Ihre Agrarflächen. Russland ist der größte Getreideproduzent, nutz aber gerade einmal 30% seiner Agrarflächen und erntet pro ha nicht einmal 1/5 der Mengen, die EU-Kollegen vom Acker holen. In Osteuropa werden tausende m² gar nicht erst bewirtschaftet, weil sie aus Brüssel keine Subventionen erhalten. Ich vertrete auch nicht den Standpunkt, dass alle Autos mit Bioethanol fahren müssen. Es gibt eine ganze Reihe von Alternativen, konvertiert aus Algen, Cellulosen, Plastikmüll, Methan u.s.w., u.s.w.
        Um Albert Einstein zu zitieren; Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die Dummheit der Menschen. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.

        • Ted sagt:

          Den entscheidenden Punkt ignorieren Sie, kein Konzern kann irgendeinen Verbraucher dazu zwingen, ein bestimmtes Produkt zu kaufen, die NACHFRAGE (in der Regel soll es möglichst BILLIG sein), also wir, entscheiden.
          Ist natürlich angenehmer, Feindbilder zu pflegen, als in den Spiegel zu schauen (auch wenn sie kein Auto besitzen, als Deutscher konsumiert man nicht gerade wenig im weltweiten Maßstab).
          Insofern wäre ich auch mit dem allseits bekannten Einstein-Zitat etwas vorsichtiger.

          • Ahlers sagt:

            was wollen Sie eigendlich aussagen? Verstehe den Sinn Ihrer Argumente nicht.
            Gehöre wohl zu den gemeinen Menschen.

            • Ted sagt:

              Der reflektierte, intelligente Mensch wertet nicht (schon gar nicht in dieser Weise), sondern versucht Inhalte zu diskutieren und zu verstehen.

              Und der Inhalt meiner Aussage ist einfach und verifizierbar:
              Nicht die Konzerne sind das Hauptproblem, sondern der Mensch an sich, also z.B. Sie und ich.
              Warum das so ist, habe ich weiter oben begründet.

              Dazu passend:

              http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/peking-chinas-hauptstadt-hat-sich-in-zehn-jahren-vervierfacht-a-1042500.html

              Alles gaaaaaaanz einfach und hat nichts mit bösen Konzernen oder „gemeinen“ Diskussionspartnern zu tun.

              • Stephan Becker sagt:

                Naja gut, aber es sind ja nicht alle Menschen mehr oder weniger immun gegen Werbung (Zalando, Audi, TUI, Amazon etc.), oder?

              • Ted sagt:

                Konzerne sind sicher keine Samariter, sondern versuchen ihren Profit zu maximieren.
                Es geht nicht darum, Konzerne reinzuwaschen, sondern es geht darum, nicht per Schuldzuweisung vom eigentlichen Hauptproblem abzulenken:
                Zu viel Mensch auf einem begrenzten, kleinen Planeten.
                Anders gesagt, würde man alle Konzerne abschaffen, gäbe es (abgesehen vom Arbeitsplatz- + Versorgungsproblem) immer noch 7,1 Milliarden Menschen auf dem Planeten.
                Das übersteigt die Tragfähigkeitsgrenzen des Planeten bei weitem, zumal wenn diese auch noch halbwegs human leben wollen und sollen.

          • Den entscheidenden Punkt ignorieren Sie, kein Konzern kann irgendeinen Verbraucher dazu zwingen, ein bestimmtes Produkt zu kaufen, die NACHFRAGE (in der Regel soll es möglichst BILLIG sein), also wir, entscheiden.

            Naja, so einfach ist das ja nicht wirklich. Inzwischen diktieren transnationale Konzerne faktisch die Weltpolitik und manipulieren die „Nachfrage“ mittels tiefenpsychologisch optimierter Reklame. Globalisierung, Lobbyismus und Marketing unterlaufen demoktratische Strukturen in hoechster Perfektion. Dafuer verantwortlich sind freilich nicht Einzelpersonen, sondern weitestgehend schrankenloser Wettbewerb zwischen boersennotierten Unternehmen.

            Wer diese Zusammenhaenge nicht wahrnimmt, kann nicht souveraen entscheiden – weder beim Einkaufen, noch bei Wahlen.

            • Flexo sagt:

              Hallo Ted,
              ich habe jetzt erst ihren Beitrag gelesen. Ich möchte ihn zu 100% unterschreiben.

              Globalisierung und Industialisierung haben zu überdurchschnittlichen Anstieg der Weltbevölkerung ab 1950 geführt. Vorallem Afrika hat Geburtenraten, die für mein Verständnis nicht mehr gesund sind. Für mein Verständnis sind viele Probleme hausgemacht. Das Vorgehen von China kann ich nicht gutheißen, dennoch haben sie dadurch ihre Bevölkerungsentwicklung im Griff.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Das ist doch Blödsinn Herr Ahlers, es gibt einfach keine wirkliche Nachfrage nach Umweltschutz, aber sehr wohl für günstige Mobilität.

      Wir alle wollen doch gar nicht unseren Wohlstand opfern für die liebe Umwelt.

      Und aktuell wird die Ölindustrie und Ölinfrastruktur ausgeschlachtet um unseren Wohlstand etwas mehr wachsen zu lassen siehe niedriger Ölpreis.

      Es müsste keine Umweltverschmutzung geben aber das bedeutet auch das viel mehr Produktivität in den Umweltschutz fließen müsste und viel weniger in unser aller Wohlstand, wir sind die, die mit Nachfrage darüber entscheiden was uns wichtiger ist, nicht die Konzerne.

      • Ahlers sagt:

        Im groben stimme ich Ihnen zu. Aber nicht Sie und ich bestimmen über das was wir brauchen, sondern es wird uns von der Industrie eingetrichtert. Ansonsten sieh meinen Kommentar an Ted.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Diese Alternativen mögen auf dem ersten Blick nicht schlecht sein, das Problem ist auch hier wieder der niedrige Nettoenergie Ausstoß.

          So würden hier letztendlich wieder fossile als Energieträger zur subvention eingesetzt werden und werden auch eingesetzt z.b. bei Biodiesel.

          Es wird immer der Energieträger primär eingesetzt, der die beste Nettoenergieausbeute verspricht um alle anderen zu unterstützen.

          So sinkt die Nettoenergieausbeute bei Öl rapide ab, und Öl betriebene Fahrzeuge werden bald der Vergangenheit angehören, aber nur um vom nächst besten Energieträger zwecks ERoEI ersetzt zu werden, was dann Kohle ist.

          Alle anderen Alternativen würden die Gesamtproduktivität deutlich herabsenken aufgrund deren niedriger ERoEI.

          Und natürlich ist es im Sinne der Konzerne oder Wirtschaft allgemein die Poduktivität hoch zu halten um Konkurrenzfähig zu bleiben, aber auch für uns, um uns all das zu ermöglichen was uns heute lieb geworden ist.

          Es ist aber nicht nur der fallende ERoEI der unsere weltweite Produktivität bedroht und damit unsere fortschrittliche Zivilisation, sondern ebenso der demografische Wandel Weltweit sowie Umweltschäden und Klimawandel usw.

  3. Vielen Dank für die aufschlussreichen Artikel,ich werde Sie sehr vermissen.
    Danke für die tiefen Einblicke
    in die Ölwirtschaft.

    Hochachtungsvoll

    Xaver Strobel

  4. Gert Schmidt sagt:

    Lieber Norbert,

    herzlichen Dank, dass ich eine zeitlang zum „Peak Oil“-Baromenter aus markttechnischer Sicht Inhalte beitragen durfte.

    Wie Du aus unserem Gedankenaustausch weisst, bin ich auch müde geworden, die Marktbeobachtung zu leisten. Zeit und Energie in das „darüber sprechen“ zu investieren, erscheint immer weniger zielführend. Wie Du ebenfalls schreibst, ist es wichtiger, aktiv die sich nun bietenden Handlungsspielräume mit Leben zu füllen.

    Du warst mit dieser Plattform und Deinen Aktivitäten rund um Regionalökonomie / Transition Town / Vorträgen / Studien einer der Wegbereiter dieser neuen Handlungsspielräume. Auch dafür herzlichen Dank!

    Sollte eine Nachfolge-Plattform Interesse an den Rohstoff-Charts und Indikatoren haben, würde ich gern meinen Beitrag leisten.

    Hier zu finden:

    http://trendgedanken.de/?page_id=3270

    Sonnige Grüße aus dem Wandel-Hannover

    Gert

  5. Tom Schülke sagt:

    Lieber Norbert.

    Erstmal glückwunsch für die neuen Möglichkeiten die sich auftun. Diesen Blog allerdings werde ich schmerzlich vermissen, da es nur sehr wenige deutsche Anlaufstellen für dieses unglaublich wichtige Thema gibt.

    In gewisser Weise spühre auch ich, das für mich persönlich alle wesenlichen Fakten gesagt wurden. Und dabei ist es irrelevant, ob nun der Peak heute, Morgen oder in 5 Jahren dem gemeinen Volke deutlich wird. Dennoch waren immer wieder neue Artikel dabei die aus neuer Blickrichtung und mit wunderbarer Tiefe diese Thematik beleuchteten.

    Bedauerlich ist es dennoch. Kaum sonstwo in der deutschen Medienlandschaft konnte man derart konzentriert seinen Blick auf diese Themen schärfen. Denn auch wenn wir hier als Peak-Oil Komunity das Thema verdaut haben und für uns selbst in gewissem Rahmen abgehakt, so bleibt die dringende Notwendigkeit, die Öffentlichkeit wachzurütteln. Und Diese Notwendigkeit ist dringender als je zuvor.

    Ich muß gestehen, das ich mich ohnehin immer wieder gefragt habe, wie Du das durchhälst. Die Energie die Du in dieses Stück Öffentlichkeitsarbeit gesteckt hast ist wahrlich bewundernswert. Da spreche ich wohl für alle hier. meinen riesigen Respekt und meinen Dank für das was Du hier geleistet hast.

    Vor allem aber wünsche ich Dir, das Du mit deinem neuen Engagement weiter Türen aufstossen kannst. Von der Theorie zur Praxis.. das wäre wirklich schön.

    Was diesen Blog betrifft wäre es natürlich irgendwie Toll , wenn man weiterhin interessante Artikel unterbringen kann. Aber natürlich ist die Frage, ob damit genügend aktivität aufgebaut werden kann, das diese Website nicht völlig einschläft.

    gruß aus Hamburg.

    Tom

  6. Patrick sagt:

    Hallo Norbert,

    ich kann mich dem Tom eigentlich nur komplett anschließen.

    Die Qualität des Blogs – inklusive der Kommentare – ist für mich wirklich einmalig und ich habe viele Erkenntnisse gewonnen, die für eine realistische Zukunftserwartung enorm wichtig sein werden.

    Ich hoffe auch, dass diese Seite nicht komplett einschläft, insbesondere dann, wenn das Thema Peak Energy wieder dringender auf die Tagesordnung kommt!

    Aber ich finde eh: lieber seltenere aber hochwertige Einträge als ständige, eher unbedeutende Updates.

    Ich glaube auch, dass es nun wichtig ist, dieses Bewusstsein, was sich hier entwickelt hat, in die Gesellschaft zu tragen. Jeder nach seinen Möglichkeiten und Ideen.
    Von daher wünsche ich dir ganz viel Erfolg bei den neuen Projekten, die bei dir anstehen!
    Ich persönlich werde versuchen, über die Sozialen Medien auf dieses Thema aufmerksam zu machen, wann immer es sich anbietet.

    Außerdem sind hier eine ganze Menge Informationen zusammen getragen worden, so dass wir hoffentlich auch zukünftig jederzeit drauf zurückgreifen können.

    Selbst wenn es nun eine Weile ruhiger werden sollte, finde ich das nicht schlimm. Viele Dinge sind ja auch eine Frage der richtigen Zeitqualität.
    Vielleicht geht es ja zu gegebener Zeit mit neuen Impulsen weiter – je nachdem, wie sich die Dinge in der Welt entwickeln.

    Bis dahin jedenfalls auch von meiner Seite nochmal ein riesiges DANKESCHÖN für diesen außergewöhnilchen Blog und dein großartiges Engagement hierfür, lieber Norbert!

    • Hendrik Altmann sagt:

      Von mir auch ein Danke Norbert, ich konnte viel mitnehmen hier im Forum und habe auch für mich noch viel dazugelernt.

      Ich wünsch dir viel Erfolg mit deinem Transition Projekt in Dresden.

      Ich würde es aber auch Schade finden wenn diese Seite komplett verschwinden würde, die Diskussionen hier haben letztendlich für ein besseres Verständnis der Welt beigetragen, bei mir und wohl auch bei vielen anderen.

  7. Frank Bell sagt:

    Auf Wiedersehn, es war so schön!

    Wieder ein Peak Oil-Blog, der verschwindet.

    Unsere Kritiker werden sagen:

    „Seht ihr, Peak Oil war nur eine irregeleitete Bewegung. Die Wissenschaft hat es gerichtet.

    Auch andere Peak Szenarios wie z.B. Seltene Erden, Eisenerz, Molybdän, Lithium, etc. haben sich nicht bewahrheitet.

    Die Panikmacher haben verloren.“

    • Hendrik Altmann sagt:

      Ach wieder mal Bullshit, es geht hier auch gar nicht um die geologische Reichweite von Ressourcen, wenn es rein nach der geologischen Reichweite geht haben wir genug von allem für immer, es geht doch darum das der Aufwand Ressourcen zu fördern immer höher wird und somit immer mehr Nettoenergie verschlingt.

      Die ERoEI geht immer weiter runter und das schon seit vielen Jahrzehnten, deswegen ist der Begriff Peak Oil auch verwirrend, Peak Energy oder Peak ERoEI wäre viel passender.

      Aber Frank ich frage mich auch echt ob du verstanden hast was ERoEI bedeutet oder überhaupt die physikalischen Grundsätze die nötig sind um das Energie und Produktivitäts Problem zu verstehen?

      Ich will auch noch mal hier ganz deutlich sagen das, dass fracking und die Teersand Förderung genau dieses Nettoenergie Problem extrem weiter beschleunigen und die Situation eben nicht entspannen.

      Fracking und Teersand Förderung bedeuten einen starken sink der Gesamt ERoEI was direkt ein schwerer Schlag gegen unsere Produktivität und damit unseren Wohlstand bedeutet, Die Ölindustrie und deren Infrastruktur muss heute dafür herhalten als Buffer so merkern wir es nicht direkt oder erst ein paar Jahre später…

      • Stefan Wietzke sagt:

        Eben. Peak ausserhalb von Energie tritt nur auf wenn nicht genug Energie da ist. Das ist dann aber nur eine Folge von Peak-Energie.

        Eigentlich ist es ganz einfach: Auch mit genug Energie müssen wir keine „gute“ Welt bauen, aber ohne genug Energie können wir es nicht.

  8. Stefan Wietzke sagt:

    Norbert, ich hoffe doch das das Forum hier nicht „verschwindet“, auch wenn du dich nicht mehr so darum kümmern kannst.

    Denn insbesondere die Diskussionen in diesem Forum hier heben sich äußerst wohluend von anderen ab.

    Hier wird kontrovers, intensiv und gründich argumentiert und diskutiert und nicht rumgepöbelt.

    Wie wichtig das ist sehen wir gerade an der Griechenland“debatte“. Da kann einem nur Angst und Bange werden. Auch in vielen „alternativen“ Blogs und Nachrichtenseiten ist die Diskussionkultur oft auf unterirdischem Niveau. Da werden vor allem Ressentiments ausgetauscht, egal von welcher Seite.

    Und umso mehr Druck im Kessel ist umso schlimmer wirds. Wenn also ein kühler Kopf besonders wichtig ist, scheint er besonders weit weg zu sein.

  9. Stephan Becker sagt:

    Ein guter Artikel über die natürlichen und wirtschaftlichen Grenzen des technisch Machbaren [KSA = Kingdom of Saudi Arabia]:

    KSA Water II: The Gordian knot of Economy, Energy, Water, & Food
    19 May, 2015

    THE COST OF DESALINATION

    Desalinated water provides just 7% of the national supply currently, but when it comes to urban water, desalination is supplying 61%, and at massive cost. In 2013, desalination in Saudi Arabia required 1.5 million barrels of oil per day, or approximately 547 million barrels of oil per year. At the current rate of 56$ per barrel, this presents an opportunity cost of 30.6 billion USD.

    The cost of desalination, however, is not just financial. [b]In the UAE, salinity of the persian gulf has increased from 35,000 ppm to as high as 56,000 ppm.[/b] [Anm.: D.h. von 3,5% auf 5,6% Salzgehalt]
    Furthermore, the technical difficulty of removing so much salt will make desalination either technically impossible, (a possibility) or simply much more expensive (guaranteed). That situation is exacerbated by the fact that both the persian gulf and the red sea have very small inlets; both are largely self contained, with water that changes over from the ocean once every 8-9 years. In other words, even with advances in desalination technology, it’s still going to become more expensive to desalinate a liter of water as time goes on.

    CONSUMPTION & POPULATION TRENDS

    Saudi Arabia’s population is growing at around 2%, but its consumption of water and electricity have been tracking around double that amount.
    http://www.twovisionspermaculture.com/ksa-water-ii-the-gordian-knot-of-economy-energy-water-food/

    Der Blogbetreiber ist Neal Spackman, der auch Projektleiter des Permakulturprojekts in Al Baydha ist (erwähnt im Artikel „Weltweite Ernährungssicherung durch Wüstenbegrünung“).

    Kalifornien hätte dieses Problem mit dem steigenden Salzgehalt vermutlich auch bei noch mehr Entsalzungsanlagen an seiner Küste nicht, aber die große Menge an Energie, die für die Entsalzung benötigt, bleibt natürlich trotdem.

  10. Ernst T. sagt:

    Vielen dank ,dass ich teilhaben durfte an den zahlreichen und komplexen artikeln und informationen. Dank auch an alle die sich hier mit argumentation und ergänzungen gegeseitig befruchtet haben.
    Dieses forum war für mich immer eine moralische stütze weil ich immer wusste , da sind noch viele andere die viel schlauer sind und alle kommen hier zusammen.
    Danke
    Ernst aus rheine

  11. Kai Fischer sagt:

    Hi Norbert,

    ich fands gut. War und ist schön hier.

    These: Wen interessiert Peak-Oil noch demnächst ?
    Öl braucht man eh immer weniger.

    – E-Flugzeuge
    – Erneuerbare Energien
    – Kernfusion
    – immer bessere Speicher
    – E-LKWs
    – E-Busse
    – E-Autos
    – Wärmepumpentechnik
    – Schiffe mit Gasturbinen oder Wasserstoffantrieb
    – Weniger Plastik überall
    – höchste Recycling Quoten

    uvm, alles ist quasi fertig bzw. ongoing.

    Die Menschen essen immer weniger Fleisch, Stanford hat Milch als schädlich eingestuft, VEGAN ist in, und es wird sich sogar mit der 0-Wachstums Gesellschaft, lokaler Wertschöpfung / Produktion und der essbaren Stadt beschäftigt.

    Wir schaffen es auch ohne Erdöl.

    Dazu die Zufunft des Ölfreien Luftverkehrs in 20 Jahren:
    http://www.welt.de/wirtschaft/article143751438/Warum-Siemens-einen-historischen-Flug-verhinderte.html

    Gruß

    Kai

    • Tom Schülke sagt:

      Ja auf jeden Fall..

      Und Überhaupt haben wir gerade erst einen weiteren Kontinent entdeckt.. der hat ganz wahnsinnig viel billiges Öl … hat sich bisher hinter australien versteckt..

      :-)

  12. Ernst T. sagt:

    Dein wort in gottes ohr…
    Allein mir fehlt der glaube…
    Das geht weiter wie bisher

  13. Bruno Müller sagt:

    Lieber Norbert,

    ich hatte schon so eine Ahnung, dass was im Busch ist.
    Freuen tut’s mich natürlich, dass sich der Wandel aus den theoretischen Überlegungen und Schlussfolgerungen in Anbetracht einer bevorstehenden Energieknappheit mit anderen Energieformschwerpunkten in praktisches, an die bevorstehenden, neuen Situationen in angleichendes, praktisches Handeln entwickelt.
    Klar, das ist für Dich kein neuer Weg aber der Schwerpunkt verlagert sich nun doch mehr in diese Richtung. Klar auch, das praktische Handeln muss zunächst theoretisch organisiert werden. Ohne Plan (Theorie) sollte man keine Häuser bauen (Praxis). Aber die theoretischen Überlegungen, warum es Sinn macht, „Häuser zu bauen“ müsste weitestgehend auf diesem Blog abgeschlossen sein und der Wandel kann sich vollziehen.

    So ähnlich wie Dir ergeht es mir ebenfalls. Dass diese Entwicklung stattfinden konnte, hat auch mit diesem Blog zu tun. Dafür an Dich und alle mitdiskutierende hier ein ganz dickes Dankeschön!
    Nach wie vor ist jedoch Peak Oil, der unausweichlich kommen wird, aus welchen Gründen auch immer, die Hauptantriebsfeder für praxisorientiertes Handeln in Richtung Resilienz und Suffizienz. Wie lang diese Transformationsprozesse dauern und wann wir vor Peak Oil spätestens damit starten müssen, hat ja Robert Hirsch mit seinem Hirsch-Report 2005 niedergeschrieben.
    Daher erscheint mir Peak Oil als dringliches Thema ganz und gar nicht überflüssig zu sein. Das ist ja die Gefahr, dass wir uns ohne eine öffentliche Diskussion über Peak Oil in trügerischer Sicherheit wiegen. Das Ende des Erdölzeitalters wird kommen! Wer gesund bleibt und noch keine 70 ist, wird das noch erleben!

    Wenn dieser Wandlungsprozess hier nicht mehr in Gang gesetzt werden kann, sollten wir, die LeserInnen und DiskutantInnen vor Ort diese Aufgabe übernehmen. Ein Austausch wie bisher wäre natürlich wünschenswert.

    Norbert, was passiert mit regionalentwicklung.de?

    • Norbert Rost sagt:

      Zur Klarstellung: Peak-Oil.com genauso wie Regionalentwicklung.de bleiben weiter aktiv und können beispielsweise zur Diskussion genutzt werden. Auch nehme ich gern Artikel zur Veröffentlichung entgegen, wenn da jemand was zu berichten hat und wenn mein Nachbereitungsaufwand überschaubar ist. Ich bin auch weiterhin mit meinem Büro aktiv – Zukunftsstadt ist ein Auftrag von mehreren, aber eben grade ein sehr dominanter.

      Ich will nicht ausschließen, dass mich zwischendurch die Schreibwut überkommt, aber damit niemand wartet, wollte ich diesen ersten Schnitt machen.

      Danke für die Rückblicke und Ermutigungen. Tut gut!! Und ihr wisst: Ohne euch wärs ja auch nicht gegangen! Daher nochmal Danke für Schreiberlinge und Mitdiskutanten und natürlich an jene, die „da draußen“ versuchen, Dinge zu bewegen.

      Norbert

      • Markus Knoll sagt:

        Danke, Norbert, für diesen Blog; werde immer mal wieder nachgucken, ob’s doch noch was neues gibt, und finde im Archiv auch immer wieder interessante Sachen, wenn ich eigentlich ganz woanders hin google.

        Ich bin sicher, dass Peak Oil in überschaubarer Zeit wieder auf’s öffentliche Tapet kommt, aber meine Hauptsorge betrifft die Bevölkerungsentwicklung, gegen die ich kein humanes Mittel weiß.

        • Michael Egloff sagt:

          Ja, auch von mir einen herzlichen Dank an Dich, Norbert,
          für Dein Engagement und Deine wertvollen Informationen.
          Mit der jetzigen sogenannten „Ölschwemme“ wird lediglich die zukünftige Fallhöhe weiter vergrößert und wird der Epochenwechsel noch einige Jahre hinausgeschoben. Für so alte Zausel wie mich ein Trost, wenn sie nur an sich denken. Was ich nicht tue. Mir liegt auch das Schicksal meiner Enkel am Herzen.
          Und zu Deinem letzten Satz, Markus: vor Kurzem gab es den „Weltbevölkerungstag“, und aus Anlaß dieses Tages wurde eine Zahl veröffentlicht. Dass nämlich die Weltbevölkerung im ersten Halbjahr 2015 um 44 Millionen zugenommen hat. Wurde in „Bayern 5“ im Radio vermeldet, wenn ich den Sender richtig im Gedächtnis habe.
          Sollte diese Zahl einigermaßen seriös ermittelt worden sein, hieße das, dass sich der nominale Bevölkerungszuwachs weiter beschleunigt, wenngleich natürlich der prozentuale Anstieg permanent leicht zurückgeht. Nur hilft das beim seit Jahren wieder steigenden nominalen Anstieg eben nicht – der Basiseffekt wird ständig größer.
          Wie ich schon schrieb: die Fallhöhe wächst.
          Ein Grund mehr, selbst zu handeln in Richtung Vernunft und Aufklärung, ohne andere Menschen durch platte Missionierung zu vergraulen. Eine Gratwanderung.

  14. Flint sagt:

    Auch von mir ein Dankeschön, die Qualität der Diskussion hier war sehr Hoch im Vergleich zu anderen Foren.

  15. Hendrik Altmann sagt:

    https://www.youtube.com/watch?v=eccGKSBrAC8 ,passt irgendwie hier her gerade, nichts neues, aber mit Herzblut auf das Problem hingewiesen was uns hier so umher treibt…

    • Weiß jemand, woher die Grafik „the net energy cliff“ bei 5:50 min stammt?

      • Ert sagt:

        Ich habe Sie das erste mal bei Chris Martenson im „Crash Course“ von ca. 2008 gesehen. Leider weiß ich aber auch nicht, woher er sich ggf. übernommen hat.

        Über den minimal notwendigen EROEI für unsere Zivilisation, sowie über die EROEI für Solar/Wind wird aber auch heftig diskutiert. In jedem Fall verdeutlicht die Grafik ‚unser‘ grundsätzliches Problem bez. des EROEI – eine Sache die nur sehr wenige wirklich in Ihrer Dimension begreifen.

        Gail hat dazu auch einen guten neuen Artikel: Nine Reasons Why Low Oil Prices May “Morph” Into Something Much Worse

      • Stefan Wietzke sagt:

        Kannst du mit Excel einfach nachbauen. Nur die Einträge der einzelnen Technologien musst du natürlich zusammensuchen.

  16. Michael Egloff sagt:

    Wichtiger Literaturhinweis:
    soeben erschienen ist der neue „Atlas der Globalisierung“ aus den Hause Le Monde diplomatique.
    Untertitel: „weniger ist mehr“.
    Eine Unmenge an Zahlen, Charts und Fakten gerade auch zu den Dingen, die hier immer wieder Gegenstand der Diskussion sind.
    must read!

    • Stefan Wietzke sagt:

      Immer dieser schöne Satz den ich nicht mehr hören kann: „Weniger ist mehr“. Wird immer von der Oberschicht benutzt um den Anderen das Gürtel enger schnallen schmackhaft zu machen (sonst ist ja die größere Yacht nicht drin).

      Weniger ist schlicht weniger.

      P.S. Die Zeitung ist übrigens echt gut.

  17. Michael Egloff sagt:

    Die UNO hat die Prognose zur Entwicklung der Weltbevölkerung erneut nach oben korrigiert:

    http://www.n-tv.de/wissen/Weltbevoelkerung-waechst-auf-elf-Milliarden-article15619886.html

    Kann sich jemand vorstellen, was das für unseren Nachbarkontinent Afrika bedeutet, wenn sich die Einwohnerzahlen dort bis 2050 fast verzweieinhalbfachen, bis 2100 annähernd vervierfachen?
    Und was dies wiederum für Europa bedeutet?
    Die Europäer konnten in früheren Zeiten ihren Bevölkerungsüberschuß in nach heutigem Maßstab fast menschenleere Kontinente „exportieren“: nach Nord- und Südamerika und nach Australien/Neuseeland.
    Fast menschenleere Kontinente gibt es aber nicht mehr. Wir stehen am Beginn einer Ära der größten Migrationsströme der Menschheitsgeschichte. Nur dass sich die Zielgebiete der Massenmigration zunehemnd gegen die Immigration zunehmend wehren werden.
    Leider.
    Unsere Mitmenschlichkeit wird auf eine sehr harte Probe gestellt werden im Verlauf dieses Jahrhunderts.

    • Jedes Jahr werden nach wie vor 74 Millionen Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern ungewollt schwanger

      Das entspricht ja fast dem jaehrlichen Zuwachs!?

      • Michael Egloff sagt:

        Tja,
        das Problem des rasanten Bevölkerungsanstiegs wäre zu lösen (gewesen) durch Bildung der Frauen, Gleichberechtigung, aktive Unterstützung bei der Familienplanung und einem Minimum an sozialer Alterssicherung.
        Einige wenige Länder sind bei diesen Themen vorangekommen, aber die meisten Entwicklungsländer sowie einige Schwellenländer eben nicht. In einigen Ländern hat sich die Situation sogar verschlechtert, wie z.B. auf den Philippinen, wo die katholische Kirche massiv gegen Familienplanung agiert hat und der Staat vor der kirchlichen Lobby in die Knie gegangen ist.
        So vergeht Jahr um Jahr ohne Lösung in vielen Ländern und der Basiszahl jedes neuen Jahrgangs wird ständig größer. Jahrgänge, die dann ihrerseits in 20 Jahren in das gebärfähige Alter kommen und die Steigerungsdynamik weiter aufrecht erhalten.
        So sollte es mich nicht wundern, wenn die UNO die demographischen Prognosen sogar weiter anheben muss in den nächsten 10…20 Jahren, wie das ja schon in den letzten 12 Jahren mehrfach der Fall war.
        2003 ging man noch von einem Maximum unter 9 Milliarden im Jahr 2040 aus und einem nachfolgenden allmählichen Rückgang. Aber der nominale Anstieg hat sich seitdem sogar wieder verstärkt, von 78 auf 82 Mio pro Jahr. Zur Überraschung der Demografen.
        Ein lösbares Problem von vielen, das eben nicht gelöst wird. Die kommende Zäsur der menschlichen Zivilisation ist nicht naturgesetzlich in Stein gemeißelt, sondern Folge fehlerhaften Handelns der Menschen in der Vergangenheit, heute und höchst wahrscheinlich auch in der Zukunft. Und diese Zäsur wird mit jedem Jahr unvermeidlicher.

      • Michael Egloff sagt:

        Ganz unheimlich wird mir übrigens, wenn ich an die Zukunft Afrikas denke. Die aktuellen Prognosen sagen ja einen Bevölkerungsanstieg von gegenwärtig etwa 1,1 Milliarden auf über 2,5 Milliarden im Jahr 2050 voraus, und auf 4,4 Milliarden am Ende des Jahrhunderts.
        Ein Kontinent, der wohl wie kein zweiter vom sich beschleunigenden Klimawandel betroffen sein wird (das zeichnet sich sowohl in Ost- und Südafrika bereits ab), dessen küstennahe Fischbestände in 30 Jahren wohl endgültig erschöpft sein werden, dessen Urbanisationsgrad von heute unter 30% auf deutlich über 50% angestiegen sein wird und auf dem viele Länder durch einen ethnischen/religiösen Flickenteppich geprägt sind, wo Stammesloyalitäten höher gewichtet werden als die Loyalität zum staatlichen Gemeinwesen in vom Kolonialismus völlig willkürlich gezogenen Staatsgrenzen.

        Und wenn dies hier noch zutreffen sollte :

        http://klima-der-gerechtigkeit.boellblog.org/2015/07/24/james-hansen-sagt-sehr-viel-hoeheren-meeresspiegelanstieg-in-den-kommenden-jahrzehten-voraus-2c-mehr-sind-viel-zu-viel/

        …dann gute Nacht Lagos, Luanda, Dar Es Salaam, Alexandria, Casablanca, Abidjan, Accra, Tunis, Mombasa, Port Harcourt…

        • Frank Bell sagt:

          Ganz unheimlich wird mir übrigens, wenn ich an die Zukunft Europas denke.

          Denn die Afrikaner kommen bereits jetzt in Zahlen, die nicht zu bewältigen sind.

          Wenn sich das ein bisschen verstärkt, was wahrscheinlich ist, dann geht bald gar nichts mehr.

          Weder für uns, noch für die, die hier einreisen möchten.

          • Michael Egloff sagt:

            Dass Subsahara-Afrika die größten prozentualen Zuwächse hat ist natürlich richtig, Frank. Und da keineswegs nur Nigeria, sondern Weltrekordinhaber in der Bevölkerungsdynamik ist z.B. Mali, dessen Bevökerung sich nach den neuen Prognosen bis 2100 annähernd verzehnfachen wird.
            Aber weitere starke nominale Zuwächse haben z.B. Indien (Zuwachs 17 Mio pro Jahr), die Philippinen, Indonesien, Pakistan und andere Länder Süd- und Südostasiens. Auch die Länder der arabischen Halbinsel, ja selbst der gebeutelte Irak und das nicht weniger gebeutelte Afghanistan verzeichnen hohe Zuwächse.
            Und um mal ein Beispiel aus einem anderen Kontinent zu nehmen: obwohl Brasilien mittlerweile in der Kinderzahl pro Kopf bei oder knapp unter der einfachen Reproduktionsrate liegt (2,1 Kinder pro Frau), steigt dort die Einwohnerzahl immer noch um 1,7 Millionen pro Jahr und hat gerade die 200-Mio-Marke überschritten. 1960 hatten sie gerade mal 73 Mio EW. Und die nominale Steigerung hat bisher kaum abgenommen, trotz deutlich verringerter Kinderzahl pro Frau.
            Selbst die chinesische Bevökerung steigt im Jahr 37 der Geburtenregelung, die allerdings nie zu einem Kind pro Frau geführt hat, sondern zu ca. 1,5 Kindern im Durchschnitt, immer noch um 7 Millionen pro Jahr an.
            Die demographische Entwicklung reagiert nominal nur extrem langsam auf verringerte Kinderzahlen pro Familie.
            Wer sich mit Basiseffekten auskennt, weiß warum.
            Der nominale Zuwachs weltweit ist in den letzten 10 Jahren wieder angestiegen, von 78 auf 82 Mio p.a.

            • Stefan Wietzke sagt:

              Also ich bin ja schon fit in Statistik und weiß wie schwierig die Erhebung von Daten ist. Ob 78 oder 82 Mio. liegt weit unter der Messgenauigkeit. Die Einwohnerschätzungen selbst einzelner Ballungsräume haben ja schon Standardfehler im Millionenbereich.

              Das die Bevölkerung nominal in vielen Ecken weiter wächst hat zwei staatistische Gründe. Erstens geht die Lebenserwarung weite rauf (ein durchaus schöpner Effekt) und dann gibt es beim Zusammenhang zwischen Geburten und Bevölkerungszahl eine Totzeit von 30-40 Jahren. Denn wenn die Kinderzahl auf 2,1 fällt dann müssen erst noch die jüngsten (und größten) Jahrgänge ihre Reproduktionsphase durchlaufen haben bevor sich ein Plateau einstellt und die Bevölkerungszahl wieder fällt.

        • Stefan Wietzke sagt:

          Ziemlich ärgerlicher Artikel in dem Blog.
          Erst mal wieder die Weltuntergangswarnung, jetzt bereits demnächst. Will da jemand den Zeugen Jehovas Konkurrenz machen? Ach ne, die haben ja die Datierung des Weltuntergangs nach widerholtem Nichteintreten inzwischen aufgegeben.

          Und dann wirds noch besser:
          „Die schnelle und radikale Dekarbonisierung ist möglich“, aber nur durch sofortige Rückkehr ins Mittelalter. Ach ne, ich vergaß, Stahlverhüttung, Beton, wie wäre es mit Bronzezeit?

          • Michael Egloff sagt:

            Ich halte eine schnelle Dekarbonisierung auch für nicht möglich, Stefan.
            Mit ging es bei der Verlinkung um den sich beschleunigenden Anstieg des Meeresspiegels.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Tatsächlich sieht das gar nicht so schlecht aus. Das Bevölkerungswachstum findet heute nur noch im mittleren Afrika statt. Alle anderen Weltregionen liegen bereits entweder unterhalb der Reproduktionsrate oder in ihrer Nähe.

      http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001395

      Aber auch hier werden die Geburtenraten fallen. Der Problemfall ist hier vor allem Nigeria das bereits eine große Bevölkerung hat.

      • Stefan Wietzke sagt:

        P.S. Wenn man sich mal die Verteilung ansieht, konzentrieren sich die 4,4 Mrd. dann aber auf wenige Regionen in Afrika. Ich wage mal die Vorhersage, dass das garantiert nicht passiert. Denn das geben die Regionen gar nicht her.

        • Michael Egloff sagt:

          „Denn das geben die Regionen gar nicht her.“

          Genau das ist das Problem. Längerfristig (!) gesehen gibt auch Bangladesch eine Einwohnerzahl von deutlich über 1000 EW pro Quadratkilometer nicht her, oder Indien eine solche von 500 EW (was 2050 erreicht sein wird), oder das enge Niltal/versalzendes Nildelta eine Einwohnerzahl von 130 Millionen, oder die Philippinen eine Dichte von 450…500 EW (heute 325 EW) usw.
          Was meine Einschätzung stützt, dass dieses Jahrhundert ein Jahrhundert der Völkerwanderungen sein wird. Jetzt erleben wir nur einen ganz sachten Vorgeschmack. Die Migrationsströme werden sich vervielfachen in großen Regionen der Welt.

          • Stefan Wietzke sagt:

            Die aktuelle Geburtenrate in Bangladesh liegt bei 2,2 und ist in den letzten 20 Jahren geradezu abgetürzt. Tendenz weiter fallend. Die Lebenserwartung liegt dort bereits bei über 70 Jahren. Der große Schub ist da also auch durch.

            Jetzt läuft die Totzeit die in der Demographie etwa 30 Jahre beträgt, bevor die Bevölkerung zu fallen beginnt. Es bleibt dabei: Die letzte Problemregion bleibt das äquatoriale Afrika.

            • Michael Egloff sagt:

              Das ist richtig, Stefan: verdoppeln wird sich die Einwohnerzahl von Bangladesch nun nicht mehr, nachden sie sich ja in den letzten 50 Jahren verdreifacht hat.
              Derzeit wächst die Einwohnerzahl noch um 1,8 Mio EW und damit deutlich langsamer als die Zahl z.B. in Pakistan, mit dem Bangladesch ja in der Vergangenheit immer gleichauf lag bis vor etwa 20 Jahren.
              Derzeit hat Bangladesch etwa eine Bevölkerungsdichte von 1050 EW/Quadratkilometer, und damit deutlich mehr als die vierfache Dichte wie Deutschland. Was Weltrekord für ein Flächenland ist. Vermutlich wird die EW-Zahl pro Quadratkilometer noch auf 1300…1400 EW steigen, was dann der 5,5 bis 6-fachen Dichte des heutigen Deutschland entspricht. Das geht so lange „gut“, so lange der ökologische Fußabdruck eines Bangladeschis so extrem klein ist wie heute. So lange also für große Teile der Bevölkerung wirtschaftliches Elend herrscht. Bangladesch hat also nicht die Spur einer Chance, zu Wohlstand zu kommen. Und zwar jedes Jahr weniger.
              Richtig gute Aussichten sehen anders aus.
              Nebenbei: Bangladesch dürfte eines der Länder sein, die am negativsten vom Klimawandel betroffen sein werden, insbesondere in den Küstenregionen. Denn das Land besteht aus leicht erodierendem Schwemmland (Land fast ohne Steine).

              • Hendrik Altmann sagt:

                Wohlstand…, eine nicht mehr wachsende Bevölkerung erzeugt auch ein ganz anderes Problem nämlich das immer weniger Menschen Produktivität erzeugen, sprich immer weniger Menschen müssen immer mehr versorgen, diese Entwicklung triff China jetzt mit aller Wucht und wird sich in den nächsten Jahren weltweit potenzieren.

                Auch der von mir schon oft angesprochene freie Fall des ERoEI Verhältnis belastet die Fähigkeit die Produktivität zu halten bzw. zu steigern.

                Ebenso die Veränderungen in der Umwelt.

                All diese negativen Faktoren die unsere Produktivität reduzieren, die jeder für sich eine große Katastrophe darstellen, lassen es illusorisch wirken wenn von über 11 Milliarden Menschen im Jahre 2100 geredet wird.

                Die Zeit billiger Energie ist schon eine ganze Zeit lang vorbei und jeden Tag wird die Bereitstellung von Energie teurer im physikalischen Sinne,
                immer mehr alte Menschen stehen immer weniger Jungen Menschen gegenüber und immer mehr Produktivität muss zum kompensieren von Umweltschäden investiert werden, nein es werden niemals elf Milliarden Menschen 2100 auf unser Erde wandeln…

              • Michael Egloff sagt:

                Hallo Hendrik,
                ich halte es ebenfalls für nahezu ausgeschlossen, dass die 11-Milliarden-Grenze erreicht wird. Mangels zunehmendem Mangel an natürlichen Ressourcen in etlichen dicht besiedelten Regionen der Welt.
                Ich vermute stark, dass der Peak der Lebenserwartung in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts liegt. Danach halte ich eher einen deutlichen Einbruch der durchschnittlichen Lebenserwartung für wahrscheinlich.
                Je nachdem, wie gravierend sich Faktoren wie Wassermangel (in etlichen Regionen) und z.B. der Klimawandel und Peak Oil auswirken, sind auch Szenarien nicht auszuschließen, die z.B. eine Weltbevölkerung von 3 Milliarden im Jahr 2100 zur Folge haben.
                Selten war die Zukunft von so vielen Unsicherheiten gekennzeichnet. Einen Aufschub des Peak Oil um 10…15 Jahre sollte man nicht als Sieg für die Menschheit feiern, wenn man die Dinge längerfristig betrachtet.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Ich sehe keinen Aufschub von 10 – 15 Jahren, Das ERoEI Verhältnis definiert direkt die Verfügbarkeit von Ressourcen, das ist der physikalische Schlüsselwert und dieser Wert ist nach wie vor im freiem Fall besonders wenn man die Energiebereitstellung von Öl gesondert betrachtet, da kann man nur von einem extrem sich beschleunigten Verfall reden.

                Im Moment haben wir zwar ein Überangebot was aber nicht lange vorhalten wird, da die Investitionen in die Öl Wirtschaft stark zurück gehen, wieder zu einer Verknappung führen wird auf die, die Industrie keine richtige Antwort haben wird.

                Denn wer will schon in ein stark und schnell schwankendes Nachfragemodell investieren, das ist nur für Börsenspekulanten interessant aber definitiv nicht für Industrie Konzerne die lange Planungs und Aufbau Zeiten haben.

                Öl ist tot, und zwar einfach weil sich das ERoEI Verhältnis so fatal entwickelt hat speziell bei Öl, den da ist der Abfall dieses Verhältnisses schon über Jahre von allen fossilen Energieträgern am schnellsten und zwar bei weitem.

                Also nix da mit verzögertem Peak Öl.

  18. 200 Milliarden US-Dollar an Investitionen in neue Förderanlagen und in die Exploration seien aufgrund des seit einem Jahr anhaltenden erheblichen Preisrückgangs beim Rohöl zurückgestellt worden, berichten verschiedene Quellen. 50 Prozent davon beträfen Offshore-Projekte in tiefen Gewässern am Schelfrand, weitere 30 Prozent die Teersände in Kanada.

    Für die Umwelt ist das durchaus eine gute Nachricht, denn für den Abbau von Teersänden werden großflächig kanadische Urwälder zerstört, Flüsse vergiftet und die Lebensgrundlagen der Menschen in der Nachbarschaft zerstört. Und die Tiefseebohrungen sind besonders riskant, wie unter anderem die Explosion von BPs „Deepwater Horizon“ 2010 gezeigt hat. Außerdem wird das Ausbleiben der Investitionen höchstwahrscheinlich schon in wenigen Jahren – sofern keine größere Wirtschaftskrise dazwischen kommt – zu einer erheblichen Verknappung des Angebots führen und die Preise in bisher unbekannte Höhen treiben. Das wird den Ausstieg aus der Ölwirtschaft beschleunigen, aber auch ungemütlich machen. Unter anderem könnte der plötzliche Preisanstieg auch zu einer Verteuerung der Lebensmittel führen, deren Preise oft mit dem Ölpreis gekoppelt sind.

    Telepolis: Kohlepolitik gefährdet Kommunalhaushalte

    • Frank Bell sagt:

      „Deepwater Horizon“

      Hatte das denn wirklich mittelfristige (oder gar langfristige) Auswirkungen?

      Nach einem Jahr waren alle Horrormeldungen vergessen, man hört seitdem gar nichts mehr – so, als ob nie etwas gewesen sei.

      Von Protesten der Fischer dort oder von Protesten der Hotelbesitzer oder von Protesten der Touristen wegen des Öls hat man nichts gehört.

      (Oder hat die Presse wieder einmal geschwiegen?)

  19. Neue Töne am Erdölmarkt. Die Überflusswelle geht erwartungsgemäß dem Ende zu und es folgt die nächste Phase des Mangels…:
    http://www.nzz.ch/wirtschaft/kommentare/neue-toene-am-erdoelmarkt-1.18587218?extcid=Newsletter_29072015_Top-News_am_Morgen

    …welcher wie die letzte Mangelphase große Teile der Wirtschaft zertrümmern wird.

    • Ert sagt:

      @Stefan

      gleichzeitig scheint aber auch die anstehende globale (depressive) Deflation an Fahrt zu gewinnen. Hier ein länglicher Artikel aus dem Blog von Nicole Foss (The Automatic Earth): http://www.theautomaticearth.com/2015/08/china-and-the-new-world-disorder/ – lesenswert!

      Foss ist schon lange im Bereich Wirtschaft/Energie/PeakOil und gemeinschaftliche Alternativen (Lokalisierung, Nahrungsproduktion, Sustainability) im US/Kanada/Autralien/Neuseeländischen Bereich unterwegs und geht sehr mit dem Themenmix und Schlüssen hier überein.

      Sollte die Deflationswelle nun ‚endlich‘ mehr fahrt aufnehmen (viele Kommentatoren die ich verfolge gehen davon aus das dieses in den nächsten 24 Monaten extrem stark sichtbar werden wird), dann wird die Nachfrage nach Öl/Energieprodukten/Rohstoffen nochmals nachhaltig und dramatisch sinken!

      So werden die strukturellen Probleme in diesen Bereichen weiter wachsen – und über dies hinaus kaum Kapital zur Verfügung stehen um die Nachfrage „von Morgen“ zu sichern bzw. bestehende Systeme umzubauen. Vielmehr dürften die auf „groß“, arbeitsteilig und Output skalierten Systeme massive Probleme bekommen – wenn die Fabriken und Produktionsstrassen nicht mehr ausgelastet sind.

      Also ggf. noch ein paar weitere Jahre niedrige Preise und Überangebot – nicht freiwillig, sondern bedingt durch eine „Nachfragedepression“.

      • Stefan Wietzke sagt:

        Ganau das ist das Problem. Deflationäre Tendenzen. Die treten aber nur auf wenn die Volkswirtschaft unterhalb ihrer Produktionsmöglichkeiten bleibt. Das ist auch das was Arbeitslosigkeit erzeugt. Also das genaue Gegenteil von Knappheitsproblemen. Die erzeugen nämlich Inflation (die Wirtschaft kann die Güternachfrage aus nicht decken).

        Ausgelöst werden die deflationären Tendenzen durch die extreme Ungleichverteilung der Vermögen. Denn Deflation entsteht dadurch, dass dauerhaft „gespart“ wird, also Einkommen nicht für die Produktion ZUSÄTZLICHER Güter ausgegeben wird. Jetzt bitte nicht mit dem Konsumidioten kommen. Denn diese Güter können auch Gesundheitsvorsorge, Bildung, Wissenschaft, Altenpflege und andere sehr nützliche Dinge sein. Nun gibt es aber genug Menschen auf diesem Planeten die problemlos ihren Konsum hochfahren würden wenn sie den die Mittel dazu hätten.

        Diese Mittel sind aber bei den Superreichen gebunden (300 Familien verfügen über 50% des Weltvermögens) und geben sie nicht aus. Privat verkonsummieren können sie das Geld nicht, ausgeben könnten sie es schon. Historisch interessant ist nämlich die Tatsache, das die früheren Einkommensakkumulierer (höherer Adel) eigentlich immer Pleite waren, egal wie hoch ihre Einnahmen waren. Da wurde nie gespart und es ging auch wenig um „Besitz“, sondern viel mehr um Macht und Status.
        Also wurde das Vermögen immer raus gehauen. Entweder um Politik zu betreiben (Leute kaufen), öffentlichkeitswirksam prassen, Kriege führen oder in Bauten zu investieren (Ludwig XIV hat alles gleichzeitig veranstaltet).

        Man kann das natürlich auch sinnvoller machen wie Bill Gates es tut, indem seine Stiftung Wissenschaft und Forschung, Gesundheitsvorsorge, Bildungsprogramme etc. unterstützt. So kriegt man auch ein beliebig großes Vermögen unter die Leute. Aber genau das wird heute interessanterweise nicht gemacht, sondern die Vermögen werden gehortet.

        Dauerhaftes Sparen macht eben arm. Und zwar nicht den Sparer sondern die anderen.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Das sehe ich noch nicht. Iran ist wieder im Spiel und kann die Förderung sehr billigen Öls in den nächsten Jahren wieder um mindestens 1, vielleicht auch 2 Millionen Barrel erhöhen. Außerdem ist damit das größte Gasfeld der Welt wieder zugänglich, das bisher noch nicht angebohrt ist.

      Da die Weltwirschaft aus ganz anderen Gründen als irgendeiner Knappheit am Stock geht ist in den nächsten Jahren nicht mit Versorgungsengpässen zu rechnen. Erst wenn der Ölpreis wieder auf über 100$ steigt, wirkt das als Bremse.

  20. Hendrik Altmann sagt:

    https://www.youtube.com/watch?v=AdNvmIfyQPY gerade auf youtube geschaut, Interview mit Nicole Foss, wo sie auch über Nettoenergie, ERoERIredet, sehr interessant.

  21. Ert sagt:

    Hallo allerseitsm,

    Nicole Foss, die ich neben Gail Tverberg für eine der besten aktuellen Denkerinnen im englischsprachlichen Umfeld halte (bezogen auf Energie, Wirtschaft -> Deflation, EROEI, Peak*) hat einen neuen, sehr lesenswerten und (sehr) langen Artikel auf Ihrer Webseite veröffentlicht: http://www.theautomaticearth.com/2015/08/nicole-foss-the-boundaries-and-future-of-solution-space/

    Um den größeren Kontext und auch aktuelle/bevorstehende Auswirkungen im Bereich China, Währungen, Deflation, Kredit, Rohstoffpreise zu verstehen lege ich auch noch diesen Artikel ans Herz: http://www.theautomaticearth.com/2015/08/china-and-the-new-world-disorder/

    Ggf. kann sich damit der ein oder andere für die nächsten Monate/Jahre etwas besser positionieren bzw. starke Verluste vermeiden um in den bevorstehenden Turbulenzen Sich bzw. seine Familie ein paar Monate bzw. Jahre länger vom kompletten Abstieg fernzuhalten.

    Trotzt dieser eher ‚verhaltenen‘ Aussichten die Frau Foss offenbart dennoch ein schönes Wochenende :-)
    Ert

    • Stefan Wietzke sagt:

      Die Artikel sind interessant. Aber beide Autoren machen aus meiner Sicht den Fehler den viele Ökonomen machen. Sie verwechseln Schuldgeld mit der realen Welt.

      Die aktuelle Krise wird nicht durch Energiemangel, also zuviel Güternachfrage getrieben, sondern durch zu wenig. Durch die Vermögenskonzentration wird der breiten Masse Kaufkraft entzogen und auch die Reichen geben ihr Geld nicht aus (sonst könnten die Geldvermögen nicht steigen). Würden die sich alle wie Ludwig XIV verhalten hätten wir zwar immer noch großen Einkmmensunterschiede aber eine laufende Wirtschaft und global keine Arbeitslosen. Die Wirtschaft läuft aber drastisch unterhalb ihrer Produktionsmöglichkeiten. Arbeitskräfte sind da, Rohstoffe sind, Energie ist da.

      Schuldgeld ist ja nichts anderes als ein Versprechen des Schuldners irgendwann in der Zukunft (wenn das Geld ausgegeben wird) Güter dafür zu liefern. Diese Güter MÜSSEN neue Güter sein. Werden nur vorhandene Güter (z.B Aktien bestehender Firmen, Alte Meister, Autos, Grundstücke) gekauft werden die Schulden und Vermögen nur im System rumgereicht. Die Salden verändern sich aber nicht.

      Wir stecken aktuell nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten weil wir über, sondern weil wir global unter unseren Verhältnissen gelebt haben. Und gezwungen werden die Armen hierzu durch die Reichen indem sie ihnen nihct nur das Vermögen vorenthalten sondern selbst auch noch ihrer „Konsumverpflchtung“ nicht nachkommen. Das Geld kann übrigens auch ruhig in neue Schulen, Forschung oder andere Sinnvolle Dinge gehen (Modell Gates), hauptsache es geht raus.

      Die Schuldenexplosion der letzten 7 Jahre ist ohnehin irelevant, denn diese „Schulden“ sind nie wirtschaftlich aktiv gewesen (denn dazu hätten die Staaten diese Geder in reale Güter wandeln müssen, wie z.B. Infrastruktur). Hier hat man einfach nur Kontenständen erhöht, was auf der einen Seite die Illusion von Vermögen und auf der anderen Seite die Illusion von Schulden erzeugt hat. Könnte man einfach streichen.

      Aber das geht j nicht, weil wir damit in strukturelle Machtverteilungen eingreifen. Und es gab noch nie eine Zeit in der Geschichte in der eine mächtige Gruppe diese Macht freiwillig wieder abgegeben hat. Egal wie zufällig sie daran gekommen sind.

      Die nächste große Herausforderung ist nicht der Energiemangel sondern wieder einmal die klassischen Verteilungskonflikte. Denn die sind auch die Ursache für die Finanzprobleme.

      Ich bleibe bei meiner Einschätzung: Energetisch eng wird es erst wenn wir über den Kohlepeak drüber sind.

      Der könnte sich aber nach hinten verschieben wenn wir durch soziale und politische Probleme die Wirtschaft mal für ein paar Jahrzehnte ausbremsen. Senkt vorübergehend den Verbrauch und streckt die Vorräte. Aber lustig wird das nicht.

      • Ert sagt:

        Hallo Stefan,

        danke für Deine Replik – und kann Deine Kritik zumindest bezüglich Foss nicht teilen.

        Foss stellt explizit auf den Schuldzyklus ab – und baut dann darauf die Folgen auf.

        Und ich denke die „Lösung“ das dich die Vermögenskonzentratoren von Ihrem Vermögen trennen bzw. das in Konsum umsetzten (und sei es nur um Pyramiden zu bauen) – das sehe ich aktuell nicht.

        Mit der Energie: Ich sehe das ganze stark an den EROEI gekoppelt – und der ist bei Kohle natürlich noch richtig, richtig gut! Insofern kann ich Dein Argument nachvollziehen. Problematisch sehe ich eine Unterinvestition in Öl-/Gas-/Kohleförderung in der Zeit einer längerfristigen Depression/Deflation.

        Und ich sehe es auch so… „Lustig wird das nicht“, wenn wir demnächst in eine verstärkte depressive-deflationäre Talfahrt eintauchen sollten, welche den Verbrauch ausbremst.

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