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„Rohstoffjäger finden riesiges Ölfeld in der Nordsee“

Der halbstaatliche norwegische Ölkonzern Statoil hat einen Fund eines großen Ölfeldes in der Nordsee bekanntgegeben. Zwischen 500 und 1200 Millionen Barrel Erdöl sollen dort lagern. SPIEGEL ONLINE ist dies die Schlagzeile "Rohstoffjäger finden riesiges Ölfeld in der Nordsee" wert. Teilt man die geschätzten 1,2 Milliarden Barrel durch den Welt-Tagesverbrauch von 86 Millionen Barrel, so wird deutlich: Global betrachtet reicht die Neuentdeckung für grade mal 14 Tage Verlängerung des Fackelzeitalters.

Für Norwegen ist das trotzdem schön. Das Land mit 4,6 Millionen Einwohnern legt jährlich einen ausgeglichenen Staatshaushalt vor und hat dank Öl-Einkommen über 40.000 Euro pro Einwohner auf der hohen Kante. Verwaltet wird das alles in einem Fond, der auch für die Zeit nach dem Öl dienen soll. Zu großen Teilen gefüllt wird dieser Fond, aus dem der norwegische Staat jährlich maximal 4% entnehmen darf, vom deutschen Tankstellenbesucher, denn 14% seiner Lieferungen erhält Deutschland aus Norwegen. Nur Russland steht mit 35% noch weiter oben auf der Lieferanten-Skala.

Schön für Norweger, schön für Deutsche. Die einen sparen weiter für die Ewigkeit (während viele Öl-Importländer Schuldenprobleme haben - wenn es da mal nicht einen Zusammenhang gibt), die anderen dürfen weiter tanken, was der Zapfhahn hält (würden die 1,2 Milliarden Fass allein nach Deutschland gehen, würde dies das Ölzeitalter hierzulande bei einem Tagesverbrauch von 2,4 Millionen Barrel immerhin um 500 Tage verlängern). Und der SPIEGEL kriegt 'ne schöne, wenn auch "leicht übertriebene" Schlagzeile.

 

PS: Und während Statoil neue Ölfelder entdeckt, entdeckt Shell neue Lecks. Auch in der Nordsee.

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Schuldenstaaten zu abhängig von Erdöl

2007 mit den fallenden Immobilienpreisen in den USA an die mediale Oberfläche gekommen hat sich die Finanzkrise zwischenzeitlich von der Banken- in eine Staatsschuldenkrise weiterentwickelt und es ist nur eine Frage der Zeit, bis eine (Welt-)Währungskrise daraus wird. Weltbankchef Robert Zoellick warnt bereits vor einer "neuen und gefährlicheren" Zeit für die Weltwirtschaft. Auf einen interessanten Artikel in der spanischen Zeitung El País hat mich Norbert Maack hingewiesen:

Demnach sind die "am höchsten verschuldeten EU-Staaten [..] gleichzeitig diejenigen, deren Wirtschaft am meisten von Erdöl abhängt":

Es ist interessant, dass diese Länder auch die Liste der Abhängigkeit vom Erdöl anführen: Griechenland (58 Prozent der verbrauchten Energie stammen aus Erdöl), Irland (55 Prozent), Portugal (55 Prozent), Spanien (48 Prozent) und Italien (46 Prozent). Diese Anteile liegen weit über dem EU-Durchschnitt (37 Prozent).
(Quelle)

El Pais weist darauf hin, dass eine Umstellung auf andere Treibstoffe notwendig ist, was aber angesichts dessen, dass batteriebetriebe LKW kaum über dieselbe Nutzlast verfügen können, wie mineralölgetriebe. Und auch der PKW-Sektor ist längst nicht so leicht elektrisch zu erschließen, wie immer gedacht (Manager-Magazin: Holperstart bremst Elektroauto-Euphorie), sind die Autos doch weitaus teurer und mit kürzerer Reichweite versehen, als es der bequeme Autofahrer kennt.

Fakt ist: Erdöl-Importländer transferieren regelmäßig große Summen in die Exportländer. Ob das Geld von dort wieder zurückfließt ist fraglich, denn dazu muss der Erdöl-Importeur geeignete Export-Produkte anbieten. Kann er das nicht, bleibt oft nur, das Geld durch Leihe wieder in den heimischen Geldkreislauf zurückzuführen - aber Geldleihe kostet im heutigen Finanzsystem nicht unerhebliche Zinsen. Die Staatsschulden der meisten Industrieländer haben nicht nur etwas mit den Erdöl-Importen zu tun, als wichtiger Rohstoff und Energieträger sind die enormen Mengen jedoch nicht zu unterschätzen. Mit steigenden Ölpreisen, wie sie im Peak-Oil-Umfeld absehbar sind, dürfte der Zahlungsstrom von Import- zu Exportländern weiter wachsen und zu stärkeren Ungleichgewichten führen.

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Tendenz des Ölpreises: Runter

Der Ölpreis sinkt - zumindest tat er das bis gestern. Innerhalb weniger Tage sank der Preis für ein Barrel in Europa (Sorte: Brent) von 117 Dollar auf 106 Dollar, auf dem nordamerikanischen Markt (Sorte: WTI) sogar von 100 Dollar auf 82. Der Crash an den Börsen führt auch zum Crash beim Ölpreis, dahinter steht die Erwartung der "Marktteilnehmer", dass die Wirtschaft an Schwung verliert und eine neue Wirtschaftskrise wahrscheinlich wird. Dann würde auch weniger Öl verbrannt. Für 100 Liter Heizöl müsen in Deutschland jetzt noch etwa 76 Euro bezahlt werden, vor wenigen Tagen waren es noch 83. Bei esyoil.com kommentiert dies der Geschäftsführer Klaus Bergmann mit einem "Run auf Heizöl", denn jetzt kaufen alle nach, die sich die hohen Preise der vergangenen Monate sparen wollten. Im Ergebnis sind die ersten Läger der Lieferanten schon wieder leer, was zumindest ganz kurzfristig die Preise wieder etwas anziehen könnte. Preisbestimmend dürften danach jedoch vor allem die Aussichten für die Konjunktur sein: Kann die Krise abgewendet werden oder eher nicht? (mehr …)

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„…minimize the use of oil in the economy.“

Ein kurzes Interview mit dem Chefökonom der IEA Fatih Birol hat Anfang Juli Frontal21 gesendet.

Kernthema: Wie sieht die Öl-Förderung künftig aus?

Kernaussage: Fördermenge nimmt in vielen Förderländern ab, Nachfrage nach Öl steigt weltweit.

Anzuschauen und zu -hören in der Mediathek des ZDF.

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Ein paar Blicke in die Öl-Presse

Ein paar Nadeln aus dem großen Heuhaufen:

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Öl(förder)branche legt Quartalszahlen vor

Wie andere Branchen auch legte die Ölförderbranche Zahlen zum vergangenen Quartal vor. Shell (holländisch), Statoil (norwegisch), Exxon und BP (britisch) aber auch der russische Ölkonzern Tatneft verdienen gutes Geld und die Presseberichte sind eindeutig: Ursache dafür ist der hohe Ölpreis. Nach der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko musste BP sogar Anlagen verkaufen, um frisches Geld für die Schadensbehebung verfügbar zu machen. Doch so wie das Thema aus den Medien (fast) verschwunden ist, so sind auch die Verluste des Unternehmens verschwunden. Auch wenn der Gewinn von Repsoil (spanisch) nicht wie bei der Konkurrenz stieg, ist eine halbe Milliarde Euro Überschuss kein Pappenstil. Die Firma hat mit den Produktionsausfällen in Libyen zu kämpfen. Wie viel Geld mit Öl zu machen ist zeigt vielleicht der texanische Konzern Marathon Oil. Bei 3,87 Milliarden Dollar Umsatz blieben 996 Millionen Dollar als Gewinn hängen: Also mehr als ein Viertel des Umsatzes. Solche Gewinnmargen sind für andere Branchen Traumwerte.

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Peak-Oil.com bei Facebook

In Zusammenarbeit mit Andreas Poldrack von postfossile-zukunft.de ist Peak-Oil.com jetzt auch auf Facebook vertreten. Mal gucken, wozu das gut ist :-)

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Ohne Strom ohne Öl

Krisenfestigkeit sieht anders aus (nicht nur in Zypern): Bereits nach 2 Tagen ohne Strom würde in Berlin das Chaos ausbrechen. Das ist das Resultat einer Studie, die das Bumdesministerium für Bildung und Forschung (unter anderem) in Kooperation mit dem Mineralölwirtschaftsverband erstellt hat. Das Hauptproblem: Tankstellen brauchen Strom, damit die Pumpen laufen, die den Sprit aus den Tanks holen. Ohne Strom kein Sprit, ohne Sprit kein Verkehr, kein Nachschub für die Notstromaggregate, kein Krankenhaus- und Polizeibetrieb.

Im Rahmen des Projekts sind diverse (Bachelor-)Arbeiten entstanden, die von der Projektwebseite abrufbar sind: TankNotStrom.info Ziel des Projekts ist es insbesondere, die Funktionsfähigkeit von Tankstellen auch bei Stromausfällen sicherzustellen. Die Ergebnisse, die beispielhaft für Berlin und Brandenburg entwickelt werden, sollen auch anderen Kommunen und Regionen verfügbar gemacht werden.

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Flughafenausbau München basiert auf unrealistischer Ölpreisprognose

Jedes Projekt sollte heutzutage dahingehend geprüft werden, ob es sich bei einem bestimmten Ölpreis noch rechnet. Insbesondere Verkehrsprojekte sind stark abhängig von diesem Preis, denn Mineralöl ist heute der wichtigste Energieträger für Mobilität.

Beim Flughafenbau in München ist nun genau dieser Punkt hervorgehoben worden: Im Rahmen des frisch abgeschlossenen Planfeststellungsverfahrens wurden diverse Unterlagen und Gutachten veröffentlicht, die Einblick in die Planungen des Großprojekts geben. Darunter befinden sich die "Lufverkehrsprognosen 2020 für den Flughafen München", erstellt von der Intraplan Consult GmbH. Das Dokument stammt von Juli 2007, ist also bereits 4 Jahre alt. Darin heißt es:

"Die Entwicklung des Ölpreises hängt von mehreren, zum Teil schwer vorhersehbaren Faktoren ab. So sind neben technischen Produktionskapazitäten geopolitische Entwicklungen sowie das verhalten erdölfördernder Marktteilnehmer von großer Bedeutung. Die Energy Information Administration berücksichtigt diese Faktoren in ihrem Bericht 2007 zum jährlichen Energieausblick in drei verschiedenen Szenarien. Gemäß des Referenz-Szenarios wird der Kerosinpreis von 177,4 US-Cents in 2005 auf 141,8 US-Cent je Gallone im Jahr 2020 zurückgehen. Der Rohölpreis wird in der gleichen Quelle bei 57 $ pro Barrel für 2030 (Preisstand 2005) im Referenzszenario angesetzt, mit einem steigenden Trend ab 2015/2020, wo gut 50 $ erwartet werden [...] Auch wenn grundsätzlich andere Entwicklungen nicht auszuschließen sind, kann dieser Trend unter normalen Umständen als realistisch angesehen werden." [S. 272f]

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Mangelhafte Krisenfestigkeit: Zypern ohne Strom

Wie anfällig einzelne Volkswirtschaften sein können zeigt sich derzeit in Zypern. Dort explodierte vor zwei Wochen ein Munitionsdepot, bei dem auch ein ölgetriebenes Kraftwerk beschädigt wurde. Dieses liegt seitdem still, 2 Stunden täglich fällt deshalb der Strom in dem EU-Mitgliedsland aus, was bei 8 Stunden Arbeitstagen 25% Produktionsausfall bedeutet. Die Ratingagenturen stufen das Land herab und das Land befindet sich in einem Dilemma: 2 Milliarden Euro werden benötigt, um das Kraftwerk zu reparieren, doch die Wirtschaft lahmt aufgrund des fehlenden Stroms, so dass weniger Einnahmen zu erzielen sind. Das Ergebnis: Eine Abwärtsspirale droht. Und nun ist auch noch die aktuelle Regierung zerbrochen...

Was lernen wir daraus? Munition sollte nicht in der Nähe wichtiger Kraftwerke gelagert werden. Und es sollte ausreichend Energiekapazität bereitstehen, um Ausfälle einzelner Energieproduzenten abfangen zu können. Krisenfestigkeit wird nicht nur für Zypern wichtig, denn heute ist es eine Explosion, die das Kraftwerk lahm legt, mit dem Fortschreiten von Peak Oil wird dem Kraftwerk auch der Rohstoff teuer werden.

Mehr Infos beim STANDARD.

Um Krisenfestigkeit hiesigen Kommunen kümmert sich zunehmend die Transition-Town-Bewegung. Aus dieser Szenerie zwei Neuigkeiten:

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